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Rezensionen verfasst von
Call me Bob (Düsseldorf)

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Asterix 35: Asterix bei den Pikten
Asterix 35: Asterix bei den Pikten
von Jean-Yves Ferri
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,00

25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Müder Versuch, an die alten Klassiker anzuknüpfen, 26. Oktober 2013
Zunächst: Das Heft ist besser als die traurigen Produkte der letzten Jahre. Aber: Es ist auch nicht viel besser, geschweige denn das beste Heft seit dem letzten von Goscinny, wirklich nicht. Ich war ziemlich enttäuscht.
Mal ein paar Punkte von der Leber weg:
Pikten = gute Idee, wieder mal ein antikes Volk zu verwursten. Leider weiß man über die Pikten kaum etwas; das wäre ja nicht schlimm, denn man könnte humoristisch ja eher von Anspielungen auf die heutigen Nachfolgevölker, also die Schotten, zehren, wie es etwa "Asterix bei den Goten", "... Belgiern" oder "... Schweizern" tut. Die Referenzen auf die Schotten erschöpfen sich aber in den langweiligsten der bekannten Schottland-Klischees (Tartan/Kilts, Nessie, Caber Tossing, Whiskey) und sind noch dazu so lieblos und oberflächlich aufgereiht, als müsse man eine Checkliste abarbeiten. Komisch übrigens - Geiz wird nicht erwähnt, vielleicht ist das in Frankreich nicht so ein verbreitetes Schottland-Klischee wie bei uns.
Dann: Die Sprachprobleme des Schotten nach dem Auftauen - ich habe nicht verstanden was das soll. Er singt/spricht Refrains bekannter (im weitesten Sinn) Popsongs, in denen ich weder einen besonderen Schottland-Bezug noch Geist erkennen konnte. Überflüssig, geistlos, NIE lustig. Ebenso ist die Verehrung, die die Galliergattinen dem Schotten entgegenbringen, kaum nachvollziehbar und m.E. nicht rollengerecht. Generell: Viele Charaktere wirken entweder blass (in Wort und Bild) oder anders als gewohnt, und keinesfalls interessanter, eher "unauthentisch". Asterix ist nicht wirklich schlau, Obelix und Asterix schreien sich zuviel an, versöhnen sich aber nicht, sondern machen einfach weiter, Majestix redet fast etwas prollig statt, wie früher, wie ein Kommunalpolitiker.
Generell: Viele überflüssige, langweilige Scherze und als Nebenpointen gemeinte Nicht-Pointen. Kann mir jemand erklären, was die Volkszählung soll? Die letzte hatten wir schon beim Sohn des Asterix, da gab es wenigstens einen Anlass.
Die Geschichte selber: Es tut weh, bei jedem Fortgang zu ahnen, wie viel mehr man daraus hätte machen können, wenn man überflüssigen Käse weggelassen und statt dessen etwas Atmosphäre, Spannung und Überraschendes eingebaut hätte.
Warum geben sich die Leute so wenig Mühe? Es ist traurig.
Zu guter Letzt die Zeichnungen: Man versucht, nah am Original zu bleiben. Aber: Der Zeichenstil der Figuren erinnert mich manchmal an Fix+Foxi oder Knax (das Sparkassenmagazin). Es fehlt die cineastische Qualität der älteren Bände. Viele Bilder kommmen mir vor wie Zitate früherer Bände, das aber ohne Sinn.
Nein Leute, auch wenn sich diese Band wg. vieler hoffender Fans gut verkaufen wird - da muss mehr kommen, um
die Serie wieder auf die Spur zu bringen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 31, 2013 3:31 PM CET


Butzemann-die Schönsten Kinderlieder
Butzemann-die Schönsten Kinderlieder
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Bitte kaufen, ein tolles Geschenk, 16. November 2010
Diese CD ist eine der vier mir bekannten nicht-grausamen Kinderlieder-CDs. Kinder allen Alters und Erwachsene haben an diesen tollen Interpretationen klassischer Kinderlieder eine Riesenfreude, beim Tanzen, Mitsingen und Zuhören. Eine Erholung für Vahle-geplagte Ohren und Hirne. Weitere: Makatsch, Biermösl-Blasn.


Die Marseille-Trilogie
Die Marseille-Trilogie
von Jean C Izzo
  Gebundene Ausgabe

27 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Schimanski vom Mittelmeer?, 19. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Marseille-Trilogie (Gebundene Ausgabe)
Naja, spannend sind sie schon, diese Bücher, und vor allem dann interessant, wenn man Marseille und die beschriebenen Orte etwas kennt. Was vielleicht etwas nervt, obwohl genretypisch, ist das fatalistische Gejammere des Herrn Kommissärs - ach die Welt ist so schlecht, und wenn mal was schön ist, dann ist es nur Fassade oder wird bald umgebracht - ein bißchen wie Mankell. Natürlich sind alle Opfer und Täter - zumindest die kleinen Fische, die im Lauf der Stories dann auch ins Gras beißen müssen, Figuren aus Montales Vergangenheit - ähnlich wie in vielen Schimmi-Fällen. Nach drei Bänden ging mir die Soundtrack-Intermezzi etwas auf den Keks: Montale legt immer mal eine CD - äh, natürlich Kassette - von Miles Davis oder so ein, von der er behauptet, sie sie dessen/deren beste - insgesamt kommen also sehr viele beste Alben vor - dreht sie auf volle Lautstärke und genießt seinen Weltschmerz (dabei säuft er oder fährt zu schnell die Küstenstraße lang). Auch blöd: häufig kommen - offenbar Standardbaustein heutiger Krimis - Essen und Kochrezepte vor - ok, Küche ist den Franzosen wichtiger als uns, ist aber trotzdem lästig und ersparenswert.
Trotzdem habe ich die drei Bände schnell verschlungen, damals offenbar hochmotiviert sogar im französischen Original (ich kenne die deutsche Übersetzung nur vom Durchblättern, fand sie aber ganz gut). Den Tipp bekam ich von Marseiller Studenten, die die Bücher ganz großartig fanden. Interessanterweise waren die in punkto Fatalismus über Marseille und "die Gesellschaft" genauso drauf wie der Kommissar. Fazit: Nicht umwerfend, aber bei weitem besser als andere Krimis, die man am Bahnhof kaufen kann. Und gut als populärstadtsoziologische Annäherung an Marseille, eine Stadt, die hierzulande zu Unrecht rel. unbekannt ist.


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