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Rezensionen verfasst von
Pitzie (Flensburg)

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Rosenwahn: Angermüllers fünfter Fall
Rosenwahn: Angermüllers fünfter Fall
von Ella Danz
  Broschiert
Preis: EUR 11,90

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weniger ist manchmal mehr, 18. Februar 2010
Zum Fall: Nachdem kurz nacheinander die skelettierten Leichen zweier junger Türkinnen, jeweils vergraben unter einem Rosenstrauch, gefunden werden, kommt Georg Angermüller in seinem fünften Fall in Kontakt mit der Lebenswirklichkeit türkischstämmiger Migranten in Lübeck. Da er für seinen auf Hochzeitsreise befindlichen Freund Steffen das Haus hütet, lernt er zudem dessen türkische Nachbarin Derya kennen. Die Inhaberin eines Partyservice versteht es, Georg innerhalb kürzester Zeit in ihr näheres Umfeld zu integrieren. Zudem benötigt sie seine Hilfe als Polizist, denn ihre Mitarbeiterin Gül ist verschwunden. Gemeinsam mit seinem bewährten Mitarbeiterstab und Frau Dr. Ruckdäschl, der Vertretung von Georgs Freund Steffen, bringt Kommissar Angermüller nach und nach Licht in das Dunkel des Falles.
Dieser fünfte Fall ist unterhaltsam konstruiert, er entwickelt sich stetig weiter und am Ende erwartet den Leser auch eine kleine Überraschung, was den Täter angeht.

Negativ fällt bei der Entwicklung der Reihe insgesamt allerdings auf, dass das Kulinarische immer mehr Raum einnimmt. Der Leser wird nicht nur über das, was Georg Angermüller allabendlich zu sich nimmt, in aller Ausführlichkeit informiert, sondern dadurch, dass die Nachbarin Derya ihr Geld mit einem Partyservice verdient, sind auch noch umfangreiche Einblicke in die Vielfalt der von ihr angebotenen Speisen und deren Zubereitung fällig. Es kommt hinzu, dass sie und Georg viel Zeit miteinander verbringen und dabei essen, wobei sich die Unterhaltung natürlich zu einem großen Teil um die jeweils kredenzten Nahrungsmittel dreht. Es scheint mittlerweile so, als ob das ganze Leben des Georg Angermüller sich zwischen Kantinen, Imbissbuden, Restaurants und wechselnden Küchen abspielt und die Aufklärung des aktuellen Falles daneben mehr eine Randposition einnimmt. Der Spagat zwischen Ermittlungsarbeit und kulinarischen Genüssen ist in den vorherigen Bänden, insbesondere in Kochwut: Kriminalroman. Angermüllers vierter Fall, wesentlich besser gelungen.
Weiterhin vermag die Darstellung der Probleme junger türkischer Frauen überhaupt nicht zu überzeugen. Es wird mit dem erhobenen Zeigefinger die Ignoranz der Schwiegermutter, der Schwägerinnen und der Schwager gegenüber der türkischen Kultur kritisiert, in anklagendem Ton wird auf die Nöte von Töchtern türkischer Eltern hingewiesen, wenn ihnen die von den Eltern arrangierte Heirat mit einem ihnen unbekannten Mann droht, und es fehlen auch nicht mehrfach wiederholte Hinweise auf Ehrenmorde in türkischen Familien. Man fragt sich, wozu diese Andeutungen dienen sollen. Sie sind mehr heuchlerisch, denn gesellschaftskritisch.
In Georg Angermüllers Privatleben setzt sich der Verfallsprozess seiner Ehe fort. Er tritt dadurch, dass der Kommissar in diesem Band außer Haus übernachtet, gleichsam in ein neues Stadium ein. Allmählich muss aber auch hier gesagt werden, dass bald ein Ende kommen muss, bevor es zäh wird. Ein Anzeichen dafür, dass eine Entscheidung naht, konnte man in diesem Band immerhin entdecken.
Der letzte Kritikpunkt betrifft die Ausdrucksweise, derer sich die Protagonisten bedienen. Mir als Schleswig-Holsteiner ist noch nie aufgefallen, dass man in Ostholstein so unangenehm oft Wörter wie »sutsche« benutzte. In der Häufigkeit, wie dergleichen Ausdrücke in diesem Roman vorkommen, wirkt es nicht mehr natürlich, sondern nur noch affektiert und mit Gewalt auf norddeutsch getrimmt.
Zum Abschluss nun aber noch etwas Positives: Die Monologe des Täters (wie man sie z. B. aus Untreu: Roman kennt), die gegen Ende des Buches eingebaut worden sind, bewirken einen schönen Perspektivwechsel und runden den wirklich fantasievoll gestrickten Fall ab.

Fazit: Der Fall an sich ist gut. Wenn das künstlich aufgebauschte Drumherum nicht gewesen wäre, hätte ihm das sehr gutgetan.


Allgemeine Staatslehre: Eine systematische Darstellung (Jurathek Studium)
Allgemeine Staatslehre: Eine systematische Darstellung (Jurathek Studium)
von Karl Doehring
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,50

4.0 von 5 Sternen Guter Überblick für den Anfang, 6. Januar 2010
Mit diesem Buch lässt sich der Einstieg in die Allgemeine Staatslehre gut meistern. Es ist verständlich geschrieben und geht nicht zu sehr ins Detail. Dennoch deckt es alle relevanten Aspekte des Themengebiets ab, wenn an manchen Stellen auch eine veranschaulichende Grafik nicht fehl am Platze wäre.
Es eignet sich hervorragend für die Vorbereitung auf eine Klausur, die beispielsweise im Rahmen eines Jurastudiums zu absolvieren ist. Andererseits ist es nicht so sehr Fachbuch, dass es nicht auch jeder andere Interessierte ohne juristische Vorbildung mit Gewinn lesen könnte.
Wie die Überschrift allerdings sagt, ist dies nur ein Werk für den Einstieg in die Materie. Wenn man sich ausführlich mit der Allgemeinen Staatslehre beschäftigen will, kommt man um die einschlägigen Standardwerke wie Allgemeine Staatslehre. von Herbert Krüger oder Allgemeine Staatslehre von Georg Jellinek nicht herum.


Adel schützt vor Liebe nicht
Adel schützt vor Liebe nicht
von Claudia Carroll
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wer solche Verwandten hat, braucht keine Feinde mehr, 23. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Adel schützt vor Liebe nicht (Taschenbuch)
Portia, Mitte 30 und unverheiratet, lebt mit ihrer temperamentvollen 21-jährigen Schwester Daisy, der spleenigen Mutter Lucasta und der resoluten Haushälterin Mrs. Flanagan auf Davenport Hall, einem ehemals prachtvollen, mittlerweile aber sehr heruntergekommenen Landsitz in Irland. Der spielsüchtige Vater Lord Jack Davenport hat die Familie vor Kurzem mit der Pferdepflegerin gen Las Vegas verlassen. Aufgrund der chronischen Geldnot, unter der die Davenports seit Jahren dank Jacks kostspieliger Leidenschaft leiden, nimmt Portia das Angebot einer Filmgesellschaft an, die das Anwesen als Kulisse für eine Produktion nutzen will.
In der Folge treffen auf Davenport Hall die skurrilsten Charaktere aufeinander, woraus die Autorin Claudia Carroll verschiedene unterhaltsame oder romantische Handlungsstränge entspinnt. Man begleitet Daisy, die sich hemmungslos in amouröse Abenteuer stürzt; verfolgt Portias Bemühungen, Herrin über das um sich greifende Chaos in ihrem Inneren und um sie herum zu werden, und ist verwundert und amüsiert über Lucastas 40 nicht stubenreine Katzen, ihren ausgeprägten Hang zum Übersinnlichen und ihre immer wiederkehrenden blamablen gesellschaftlichen Fehltritte, die an Peinlichkeit kaum zu überbieten sind. Die ganze Zeit über labt man sich an gnadenlos treffenden Beschreibungen weiblicher Oberflächlichkeit gepaart mit stilloser und herablassender Protzerei und unermesslicher Dummheit.
Die Lektüre des Buches wird nie langweilig und obwohl man von Anfang an zu ahnen glaubt, wie alles ausgeht, wird man doch am Schluss noch ein wenig überrascht.


Nebelschleier. Georg Angermüllers dritter Fall
Nebelschleier. Georg Angermüllers dritter Fall
von Ella Danz
  Broschiert
Preis: EUR 11,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Georg Angermüller in Oberfranken, 5. August 2008
Der Lübecker Kommissar Georg Angermüller weilt anlässlich des Geburtstages seiner Mutter in seiner Heimat, dem oberfränkischen Dorf Niederengbach, als ein Mord passiert. Das Opfer ist der alte Steinlein, ein reicher, aber unbeliebter Grundbesitzer. Von drei alten Freundinnen, den Töchtern des Toten, wird Angermüller gebeten, ein paar Nachforschungen anzustellen, obwohl er eigentlich nicht dazu befugt ist.
Die sich in der Folge zwischen Angermüller und seinem örtlichen Kollegen entspinnenden kleinen Konflikte sind äußerst amüsant und spiegeln das typische Verhalten zweier Platzhirsche wider. Sehr liebevoll wird auch die Landschaft rund um Coburg dargestellt, so dass man sich die Orte des Geschehens jederzeit aufs Beste vor seinem inneren Auge vorstellen kann. Nicht zuletzt wird dem Leser ein Einblick in das Leben in einem oberfränkischen Örtchen gewährt. Die Probleme der Menschen wie z. B. die Uneinigkeit über Gefahren und Nutzen der Gentechnik oder jahrzehntelange familiäre Konflikte werden aufgegriffen, was dem Krimi ein hohes Maß an Authentizität einbringt. Daneben liegt der Fokus aber auch auf der fränkischen Lebensart und ganz speziell auf dem Kochen. Angermüllers Mutter und seine Jungendfreundinnen tischen sowohl heimische wie exotische Gerichte auf, deren Zubereitung wie gewohnt im Anhang ausführlich erläutert wird.
Das Privatleben des Kommissars rückt in diesem Band etwas in den Hintergrund, da seine Frau und die Töchter im Norden geblieben sind. Nur am Rande erfährt der Leser, was sich in der Zeit zwischen Steilufer. Angermüllers zweiter Fall und 'Nebelschleier'' in seiner Ehe ereignet hat.
Trotz all der positiven Aspekte gibt es nur vier Sterne, denn wer der Mörder ist, kann der geübte Krimileser sich schon sehr bald denken. Die Auflösung des Falles stellt dann keine Überraschung mehr dar. Dennoch ist 'Nebelschleier' eine charmante und empfehlenswerte Lektüre.


Die hässliche Ente
Die hässliche Ente
von Bettina von Cossel
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Charmanter Krimi mit grammatikalischen Mängeln, 9. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Die hässliche Ente (Broschiert)
Der vorliegende Krimi überzeugt durch facettenreiche Charakterdarstellungen, anschauliche Beschreibungen der schneebedeckten Winterlandschaft und des englischen Wetters sowie durch eine solide aufgebaute Geschichte rund um die Morde.
Zu Beginn ist der Leser mit einer Fülle von Personen und dazugehörigen Namen und Lebensumständen konfrontiert - ein Nebel, der sich nach einigen Seiten jedoch lichtet. Im Vordergrund stehen die Mordopfer und ihr Umfeld, während aus dem Leben der beiden ermittelnden Polizisten nur angenehm sparsam berichtet wird. So bleibt eine gewisse Distanz zwischen ihnen und den Menschen aus dem Dorf Little Mimms bestehen.
Der Erzählfluss kommt nie ins Stocken, beim Lesen wird es einem nicht langweilig. Keine besonderen Extravaganzen darf man sich von der Auflösung der Mordfälle erhoffen, man kann das Motiv schon ansatzweise im Vorfeld erahnen. Dennoch ist es durchaus lohnenswert, sich dieses Buch anzuschaffen. Ein kleines Lob schließlich verdienen auch die Wahl des Buchtitels, dessen Bedeutung erst spät gelüftet wird; die Gestaltung des Titelbildes und die für ein Taschenbuch etwas fester ausgefallene Bindung, die dem Buch Stabilität verleiht und zudem dafür sorgt, dass es gut in der Hand liegt.
Trotzdem gibt es nur vier Sterne, weil der Text leider mit einer inakzeptablen Anzahl von Interpunktions- und Rechtschreibfehlern aufwartet, die dem aufmerksamen Leser jedes Mal wieder unschön ins Auge fallen.


Rhett: Roman (hist. Romane)
Rhett: Roman (hist. Romane)
von Donald McCaig
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,05

19 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf 635 Seiten leben Rhett und Scarlett weiter, 18. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Rhett: Roman (hist. Romane) (Taschenbuch)
Die neue Fortsetzung von ,,Vom Winde verweht" widmet sich in ihren drei Teilen und insgesamt 60 Kapiteln erstmals Rhett Butlers Kindheit und Jugend. Zudem füllt es die Lücken in seinem Leben, die sich in Zeiten seiner Abwesenheit aus Atlanta ergeben. Der Leser erfährt u. a., wie es Rhett im Sezessionskrieg erging; wo er war, als er mit Bonnie auf Reisen war und was er getan hat, nachdem er Scarlett verlassen hatte. Aus seinem früheren Leben kommt eine stattliche Anzahl neuer Personen hinzu, die zu seiner Familie und zu seinem Freundeskreis zählen. Hierbei wird das Gedächtnis der Leser bisweilen auf eine harte Probe gestellt und als äußerst hilfreich muss man daher das Personenverzeichnis am Ende des Buches bezeichnen, das über Namen, Funktion und Verwandtschaftsbeziehungen der einzelnen Menschen Aufschluss gibt.
Kurios, um nicht zu sagen befremdlich, ist der Umstand, dass McCaig zwar der Handlung von Mitchells Vorlage folgt, von der bereits vorhandenen Fortsetzung Alexandra Ripleys indes vollkommen abweicht. Zwar nennt er Rhetts jüngere Schwester Rosemary, lässt sie jedoch nicht eifersüchtig die Beziehung zwischen ihrem Bruder und ihrer Schwägerin torpedieren, sondern teilt ihr die Rolle derjenigen zu, die Rhett ermuntert, Scarlett zu lieben. Alle anderen Stationen des Buches ,,Scarlett" werden vernachlässigt. So reist die verlassene Ehefrau z. B. nicht nach Irland und auch Katie O'Hara wird nicht geboren. McCaigs Werk ist demnach eine weitere Fortsetzung der Geschichte, die ebenfalls da ansetzt, wo Mitchell aufgehört hat.
Weiterhin ist zum Inhalt zu sagen, dass keineswegs nur Rhett im Mittelpunkt steht. Vielmehr entspinnt Autor McCaig auch ein Geflecht zwischen Rosemary und Melanie Wilkes, er gibt einen tiefen Einblick in Belle Watlings Leben und widmet sich zudem Rhetts Eltern. Entgegen dem Titel des Buches tritt Rhett nicht so häufig auf wie erwartet und auch der Einblick in sein Seelenleben ist geringer als erhofft. Was nach der Lektüre des Weiteren schwer wiegt, ist, dass die Liebesgeschichte zwischen Scarlett und Rhett kaum den Tiefgang bekommt, der ihr angemessen gewesen wäre. Stattdessen bleibt Donald McCaig bei seinen Schilderungen leider zu sehr an der Oberfläche und nimmt seinem Roman so einiges von seinem möglichen Potenzial.

Insgesamt betrachtet muss man klarstellen, dass ,,Rhett" nicht als eigenständiges Werk funktioniert. Ohne die Kenntnis von ,,Vom Winde verweht" entstünden sicherlich einige Verständnisschwierigkeiten. Wenig zufriedenstellend sind die zeitweiligen Längen des Buches und die bereits dargestellte Schwäche in der Beschreibung der Liebenden. Trotzdem verdient das Buch vier Sterne, da die Geschichte nachvollziehbar und glaubhaft Rhett Butlers Lebensgeschichte ergänzt, dem Leser den Sezessionskrieg anschaulich präsentiert und in meinen Augen eine würdigere Fortsetzung als ,,Scarlett" ist.


Hans im Glück 48177 - Carcassonne 5. Erweiterung "Abtei und Bürgermeister"
Hans im Glück 48177 - Carcassonne 5. Erweiterung "Abtei und Bürgermeister"
Preis: EUR 9,99

96 von 99 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es wird noch komplizierter, 11. November 2007
= Haltbarkeit:5.0 von 5 Sternen  = Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen  = Pädagogisch wertvoll:4.0 von 5 Sternen 
Mit dieser neuen Erweiterung gewinnt das ohnehin schon umfangreiche Regelwerk von Carcassonne inklusive aller bisherigen Erweiterungen noch einmal an Komplexität. Zunächst einmal gibt es drei neue Spielfiguren: den Wagen, den Bürgermeister und den Gutshof.
Der Wagen kann in Klöster und Städte sowie auf Wege gestellt werden und nach der Wertung des Gebietes in ein angrenzendes, unbesetztes und noch nicht fertiggestelltes Gebiet gestellt werden.
Der Bürgermeister darf ausschließlich in Städte gestellt werden und kommt eigentlich nur dann zu besonderer Bedeutung, wenn die Städte zweier Spieler ineinander wachsen. In diesem Fall kommt zum Tragen, dass der Bürgermeister so viel zählt, wie die Stadt Wappen hat. Der normale Gefolgsmann zählt 1, der große 2 und der Bürgermeister eben je nach Wappenanzahl. Ansonsten wird der Bürgermeister wie jeder andere Ritter behandelt.
Nun zum Gutshof: Er darf nur auf Wiesen stehen und auch nur in der Mitte eines Kreuzes, wo vier Wiesenkarten aufeinandertreffen, von denen eine auch noch gerade erst gelegt worden sein muss. Befinden sich bereits Bauern auf dieser Wiese, werden sie sofort gewertet. Danach darf kein Bauer mehr auf die Wiese mit dem Gutshof gelegt werden. Während es bisher so war, dass ein Bauer durch den Drachen vertrieben oder er mit Hilfe eines Turmes gefangen genommen werden konnte, ist es beim Gutshof so, dass ihm nichts etwas anhaben kann. Er bleibt bis zum Ende des Spiels an Ort und Stelle.

Neben den drei neuen Holzfiguren bekommt jeder Spieler auch noch eine Karte mit der Abtei. Sie kann nur in Löcher in der Auslage gelegt werden, die sonst womöglich offen blieben. So werden alle vier angrenzenden Gebiete an der Stelle mit der Abtei abgeschlossen. Einen Mönch kann man auch noch hineinstellen und neun Punkte kassieren. Einziges Manko hierbei ist, dass die rote Abteikarte inmitten der Landschaft optisch nicht so schön aussieht.

Mein Fazit: Für sich genommen ist diese neue Erweiterung mit ihren Regeln nicht übermäßig schwierig, aber insgesamt wird Carcassonne eben immer komplexer und die Zahl der Figuren ist nun ebenfalls nicht mehr so überschaubar. Zudem fügt sich die Abteikarte alles andere als harmonisch in das Gesamtbild ein. Eine sehr praktische Neuerung ist in meinen Augen jedoch der blasse Aufdruck eines Gutshofes auf allen neuen Landschaftskarten dieser Erweiterung, denn nun lassen sie sich bequem und schnell aussortieren, falls man von der Flut an zu beachtenden Regeln doch mal auf Abtei und Bürgermeister, Wagen und Gutshof verzichten möchte. Ungeachtet der wie üblich guten Qualität der Figuren und Karten habe ich somit wegen der genannten Kritikpunkte jedoch einen Stern abziehen müssen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 3, 2011 8:51 PM MEST


Denn erstens kommt es anders....: Geschichten aus meinem Leben
Denn erstens kommt es anders....: Geschichten aus meinem Leben
von Joachim Fuchsberger
  Gebundene Ausgabe

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit liebevollem Augenzwinkern und dennoch glaubwürdig erzählte Erinnerungen aus 80 Jahren, 28. August 2007
Gegen den Rat seiner Frau hat Joachim Fuchsberger seine Autobiographie geschrieben und sich damit nach eigener Aussage in die Reihe derjenigen gestellt, die sich ',,geschwätzig'' über ihre Lebenserinnerungen auslassen, ohne dass diese für jemanden außer ihnen selbst interessant wären. Diesen Vorwurf kann man Joachim Fuchsberger freilich nicht machen. Von Beginn an versteht er es, in einer verschmitzten und bisweilen selbstironischen Art und Weise die Erlebnisse seiner Kindheitsjahre zu erzählen. Trefflich gelingen ihm überdies die Darstellung der Sichtweise eines kleinen Jungen auf die Anfänge der Nazizeit und plausible Begründung für eine stattliche Anzahl von Knabenstreichen und persönlichen Missgeschicken. Nach der Unterbrechung durch die Kriegsjahre findet der Autor Fuchsberger zu seinem launigen Schreibstil zurück und bringt dem Leser die Zeit nach 1945 näher. So erfährt man beispielsweise, woher sein Spitzname ,,'Blacky''' stammt, wie er zum Film kam und woher seine Liebe zu Australien rührt.

Bemerkenswert ist die manchmal schonungslose Ehrlichkeit, mit der Joachim Fuchsberger das Scheitern seiner ersten Ehe, einige seiner unrühmlichen Charakterzüge, Misserfolge, Fehlentscheidungen, Niederlagen und Irrwege seines Lebens aufgreift. Bewundernswert ist die Offenheit, mit der er immer wieder über scheinbar unmännliche Gefühlsregungen wie Tränenausbrüche berichtet und Fehler eingesteht. So geraten seine Memoiren zu einem Werk, das jungen Menschen zeigt, dass kein Lebenslauf perfekt geplant werden kann und die in den letzten Jahren geübte Geringschätzung der älteren Generation samt ihrer unschätzbaren Erfahrungen ein wahrer Frevel ist.

Zusammen mit den gut zusammengestellten Fotos aus Joachim Fuchsbergers Privat- und Berufsleben ist dieses Buch eine wunderbar lehrreiche Lektüre, die keineswegs nur unterhalten will und der man stundenlang ohne Langeweile folgen kann.
Zum Schluss noch eine in meinen Augen besonders wertvolle Erkenntnis des mittlerweile 80-Jährigen: ',,Hürden sind dann zu überspringen, wenn sie sich direkt vor einem aufbauen, nicht schon lange vorher'.''


Moneypenny Diaries: Guardian Angel
Moneypenny Diaries: Guardian Angel
von Kate Westbrook
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderbares Buch!!!, 9. Juli 2006
Der Titel "The Moneypenny Diaries" weist schon darauf hin: Dies ist nur der Auftakt zu einer mehrbändigen Serie, in der die Tagebücher von Ms Sekretärin veröffentlicht werden.

Zehn Jahre nach dem Tod ihrer Tante Jane Vivien Moneypenny bekommt ihre Nichte Kate Westbrook drei Pakete, in denen sie die Tagebücher der Verstorbenen findet. Der Roman "Guardian Angel" befasst sich mit den Einträgen zum Jahr 1962. Hauptthemen darin sind innere Angelegenheiten und Entwicklungen des Secret Service, 007, Moneypennys Beziehung zu einem Mann namens Richard Hamilton und ihre Bemühungen, genauere Informationen zum mysteriösen Verschwinden ihres Vaters zu bekommen. Was James Bond angeht, wird besonders auf seine Verfassung nach dem tragischen Tod seiner Frau Tracy und seine Probleme in der folgenden Zeit eingegangen.

Der Roman ist in verschiedene Abschnitte unterteilt: die "Introduction", in der Kate Westbrook über die Ankunft der Pakete berichtet, und zwölf Abschnitte von Januar bis Dezember 1962. Zu Beginn jedes Monats schreibt Westbrook über ihre Tante (z. B. über deren Kindheit im kolonialen Kenia) und über eigene Erlebnisse im Zusammenhang mit den Tagebüchern. Dann folgen unterschiedlich lange Einträge, in die manchmal telegraphische Nachrichten von 007 oder anderen Geheimdienstlern eingebettet werden. Zur besseren Unterscheidung dieser Passagen von denen, die von Westbrook stammen, und den eigentlichen Tagebucheinträgen wird je nach Art des Textstückes eine andere Schriftart verwendet, was die Orientierung an manchen Stellen erheblich erleichtert.

Grundsätzlich ist bei der Lektüre die Benutzung eines etwas umfangreicheren Englischwörterbuches nicht verkehrt, da viele ungebräuchliche Wörter und Redewendungen sowie britische Abkürzungen (R.A.F. - Royal Air Force, C.I.D. - Criminal Investigation Department (brit. Kriminalpolizei), H.Q. - Headquarter, A.W.O.L. - absence without leave (unerlaubte Entfernung von der Truppe), P.O.W. - prisoner of war (Kriegsgefangener)) verwendet werden, die dem deutschen Leser nicht unbedingt geläufig sind. Abgesehen davon kommen viele Geheimdienstabkürzungen vor, die nur einmal erklärt werden (z. B. OM - Old Man (M), S - Soviet, MI - Military Intelligence, CNE - Chief of Northern Europe, PM - Prime Minister). Schließlich kürzt Moneypenny in ihren Einträgen Namen rigoros ab. So wird aus Richard Hamilton ein schlichtes "R".

Ein weiteres Merkmal des Buches sind die zahlreichen Fußnoten, in denen z.B. Personen oder technische Gerätschaften näher erläutert werden. Diese Fußnoten sind z. T. extrem lang, unterbrechen den Lesefluss und sind im Falle von technischen Beschreibungen gespickt von Fachausdrücken und daher schwer verständlich.

Von Vorteil ist es, wenn man den Inhalt vom Bond-Roman "Im Dienst Ihrer Majestät" in etwa im Kopf hat. Das erleichtert das Verständnis und hilft, den Überblick über das Geschehen zu behalten, da Moneypenny in diesem Roman ab dem Tod von Tracy Bond bis zum Verschwinden 007s nach dem Kampf mit Blofeld in Japan (in "Du lebst nur zweimal") schreibt.

Der Autorin ist mit diesem Buch trotz einiger negativer Aspekte ein großartiger Auftakt zu den Moneypenny-Tagebüchern gelungen. Durch ihren fesselnden Schreibstil baut sie eine subtile Spannung auf, die einen nicht mehr loslässt. Mit der Zeit verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Fiktion und man fühlt sich mitten in das damaligen Weltgeschehen versetzt. Die handelnden Personen wirken wie reale Menschen und ziehen den Leser mehr und mehr in ihren Bann.


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