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Die Zeit, die Zeit
Die Zeit, die Zeit
von Martin Suter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Zeit, die Zeit ... lieber in einen anderen Suter investieren!, 29. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Zeit, die Zeit (Gebundene Ausgabe)
Peter Taler führt seit einem Jahr ein einsames Leben. Nichts mag er zu verändern, nichts kann weitergehen seit seine Frau Laura gestorben ist - erschossen wurde vor der eigenen Haustür. Seit diesem Tag sitzt Peter fest und nur die Hoffnung auf Rache hält ihn am Leben, die Hoffnung auf das Stellen des Täters, der bis heute nicht gefunden wurde. Irgendeinen Hinweis muss es doch geben, irgendetwas war anders an diesem Tag und die ständige Quälerei bei den sich im Kreis drehenden Gedanken "hätte - wäre - wenn": "Er war auch nach über einem Jahr nicht bereit, zur Tagesordnung überzugehen. Er wollte alle Lügen strafen, die sagten, das Leben gehe weiter."
Einen Verbündeten findet er im alten Knupp aus dem Haus gegenüber, der seine Frau bereits vor über zwanzig Jahren verloren hat und seitdem auch an der Trauer fast erstickt, sich seinen Mitmenschen verweigert und nur ein Ziel kennt: die Zeit zurückdrehen und ändern, was nun nicht mehr zu ändern ist - oder etwa doch? Knupp überzeugt Taler von seinem unglaublichen wirkenden Plan ... "Die Veränderung schafft die Illusion von Zeit. Die Wiederholung ist ihr Tod."

Jeder Leser kennt die Verzweiflung, wenn im Leben Dinge geschehen, die sich nicht mehr ändern lassen. Lange braucht man zur Verarbeitung, zum Akzeptieren und viel Kraft für den harten ersten Schritt in die nun neue und nicht immer selbst gewählte Zukunft. Umso verständlicher ist die Verhaltensweise und der Wunsch der beiden Hauptpersonen, die Geschehnisse rückgängig zu machen oder wie Orpheus seine Geliebte aus dem Totenreich zurückzuholen. Ich mag die Art und Weise wie Suter mich nach wenigen Seiten sofort in die Handlung zieht und mir durch seine detailreiche Beschreibung ein genaues Bild der Hauptpersonen vermittelt. Anfangs schien mir das Thema auch sehr gut gewählt, der Verlust von Peter Taler erinnerte mich an die eigene Trauer und das dazugehörige Verarbeiten. Mit den Seiten wurden die Hauptpersonen jedoch immer unsympathischer, der Plan der beiden Männer samt Umsetzung stetig unglaubwürdiger und das Ende war schnell vorherzusehen. Martin Suters Sohn Antonio starb im Jahr 2009 und der Autor kann daher die Auswirkungen eines solchen Verlusts auf einen Menschen nachvollziehen - dieser Teil gelingt ihm sehr gut. Die Einarbeitung in einen Roman ist zwar ebenfalls von der Grundidee her nicht schlecht - die Umsetzung dafür zum größten Teil langweilig und unglaubwürdig. Was noch dazu kommt: der Autor kann es einfach weit besser und hat es in zahlreichen Romanen bereits bewiesen! Sollte man als Leser also nicht soviel Zeit haben - bitte einen anderen Suter lesen!

Sieben Tage ohne: Die Dienstagsfrauen gehen fasten
Sieben Tage ohne: Die Dienstagsfrauen gehen fasten
von Monika Peetz
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Herrliche Sommerunterhaltung für Jung & Alt!, 21. Mai 2012
Unsere fünf Dienstagsfrauen finden sich knapp ein Jahr später wieder zusammen und stehen erneut jeder für sich vor einem Problem - natürlich mit der Männerwelt! Aber zusammen ist man weniger allein und so machen sich die gerade vom untreuen Ehemann getrennte Anwältin Carolin, Lebenskünstlerin Judith, Ärztin Eva, Vorzeigeehefrau und Apothekerin Estelle sowie die Designerin und frisch gebackene Mama Kiki auf den Weg ins Altmühltal. Dort wollen sie sich eine Woche lang Zeit für sich nehmen, entschlacken und entspannen. Natürlich kommt wie immer alles anders als gedacht und zwischen dem täglichen Fruchtsaft und gereizter Diätstimmung entstehen nur weitere Probleme oder wie es Estelle ausdrückt: "Das einzig Gute daran, wenn Beziehungen im Urlaub kaputtgehen, ist, dass der Koffer schon gepackt ist."

Wie immer zeichnet Monika Peetz im Nachfolger von "Die Dienstagsfrauen" die fünf Frauen mit den verschiedensten Problemen und unterhält so Leserinnen in jedem Alter und jeder Beziehungskonstellation - hier erkennt man sich einfach immer wieder. Das Schöne an Peetz ist - im Gegensatz zur "Sex and the City"-Glitzerwelt - dass normale Frauen hier realistische Erlebnisse haben und deren Gefühlswelt hormonell (und in diesem Fall auch kulinarisch) geprägt und somit nicht immer auf ein Happy End ausgelegt. Witzige Unterhaltung für laue Sommerstunden, die auch ohne Kenntnisse des ersten Bandes gelesen werden kann und hoffentlich im kommenden Jahr fortgesetzt wird! Mein Tipp: am besten mit den besten Freundinnen zusammen lesen, dann hat man gleich genug Klatschmaterial für den nächsten Mädelsabend!

Der Tod ist ein bleibender Schaden: Roman
Der Tod ist ein bleibender Schaden: Roman
von Eoin Colfer
  Broschiert

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hardboiled Krimi mit viel Witz, ein bisschen Schlag und wenig Inhalt, 29. März 2012
"Die Grundausbildung bei der Armee ist ein bisschen wie Schule. Man lernt einen Haufen Schrott, den man nie wieder braucht, nur nicht das, was einem das Leben retten könnte. Fünfundzwanzig Jahre lang schlage ich jetzt schon Leuten die Schädel ein, und nicht ein einziges Mal haben mir picobello polierte Schuhe oder ein einwandfrei aufgeräumter Spind was gebracht."
Daniel McEvoy haut so schnell nichts um. Nach zwölf Jahren bei der Armee und vielen weiteren Jahren im gesellschaftlichen Untergrund in Cloisters - einem eher unansehnlichen Ort in New Jersey - weiß er genau, dass er mit dem Großteil der Menschheit eigentlich lieber nichts zu tun haben möchte. Aber es kommt eben stets anders, als man so denkt. Gerade, als er sich ein ruhiges Leben mit Hostess Connie vorstellen könnte und eigentlich nur noch seine Ruhe will, gerät er plötzlich in Schwierigkeiten. Innerhalb von wenigen Stunden tötet er den Handlanger eines stadtbekannten Gangsterbosses, schlägt sich mit einem Anwalt und Connie wird ermordet vor ihrem Club aufgefunden. Bevor Dan von der Polizei erwischt wird, wird er lieber selbst aktiv und hinterlässt eine blutige Fährte, bei dem ihm sein verschwundener Schönheitschirurg Zeb mentale Hilfe leistet ....

Mit "Der Tod ist ein bleibender Schaden" startet Bestsellerautor Eoin Colfer eine neue Reihe und hat sich als Hauptperson den sowohl sympathischen als auch leicht durchgedrehten Iren Daniel McEvoy ausgesucht. Dieser ist ein typischer Held der hardboiled-Krimis: aussen hart und innen zart. Er schlägt sich ohne weiteres Zucken mit der halben Mafia und wird beim Anblick von schönen Frauen butterweich, um dann trotzdem nach verschwitzten Nächten wieder einsam weiterzuziehen. Es gibt viel zu lachen in diesem Krimi und keine Leiche bleibt ungesühnt, dennoch war mir die Handlung selbst zu flach. Innerhalb von wenigen Tagen stolpert die Hauptperson über einen kriminellen Höhepunkt nach dem nächsten und dennoch mag keine richtige Spannung aufkommen. Selbst Dan mag man trotz Flashbacks aus seiner Armeezeit den harten Typen nicht so richtig abnehmen, die ständigen Sorgen um seine letzten Haartransplantation tun da ihr Übriges. Und obwohl man manchen Lesern wohl mit der Ankündigung, dass dieses Buch allerhöchstens erst ab 16 Jahren verkauft werden darf, locken will, so geht es im Roman dann weder kriminell noch sexuell dementsprechend zur Sache. Schade, denn Eoin Colfer hätte hier wesentlich mehr draus machen können - sollte aber in Zukunft vielleicht doch wieder bei den Jugendbüchern bleiben. Der Titel verspricht viel - hält aber wenig und so sollte man, wenn man bei hardboiled-Krimis mehr als nette Unterhaltung erwartet, dann doch lieber z.B. Josh Bazell lesen.

In Frühlingsnächten: Roman
In Frühlingsnächten: Roman
von Jetta Carleton
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein zartes und altmodisches Buch über die Liebe und die Literatur, 22. März 2012
Rezension bezieht sich auf: In Frühlingsnächten: Roman (Taschenbuch)
Wir lernen bei ihrem Vorstellungsgespräch als Lehrerin die 25-jährige Allen Liles kennen. Sie lebt im Missouri der 40er Jahre und steht am Anfang ihres beruflichen Lebens, ist intelligent, strebsam und will eigentlich soviel mehr als unterrichten: 'Allen sah sich selbst als Abweichlerin, als den Bruch in der Reihe. Obgleich sie derselben Notwendigkeit unterlag, denselben eingeschränkten Wahlmöglichkeiten, hatte sie, wie so viele ihrer Zeit, andere Vorstellungen. Sie wollte in New York leben und Bücher schreiben. Keine sehr praktische Sehnsucht.'
Doch bis dahin ist es ein weiter Weg und zuerst müssen Studienkredite abgezahlt und die Literatursehnsüchte in Seminaren gestillt werden. Also nimmt sie die Stelle als Collegelehrerin an und gibt ihr Bestes um ihren Schülern die Liebe zur Literatur zu vermitteln und bei manchen klappt dies fast ein bisschen zu gut. Der Frühling nimmt seinen Anfang mit allen Hoffnungen, Wünschen, Gerüchen und Träumen, die ihn am Anfang eines Jahres begleiten und lässt Allen Grenzen überschreiten, die sie erst zu spät erkennt. Sie muss sich entscheiden, wieviel ihr ihre Träume wirklich wert sind'.

Dies ist solch ein zartes und nostalgisches Buch voller Romantik, dem Aufbruch in eine neue Generation und vor allen Dingen voller Liebe zur Literatur an sich. Carleton beschreibt das Buch aus Sicht von Allen Liles ' gibt aber gleich am Anfang zu, dass ein Teil dieser Liebe ihre eigene Geschichte sei. Und wer dies liest, der meint auch, dass nur jemand, der tatsächlich so gefühlt und geliebt hat, auch solche Worte finden kann. Hier müssen Entscheidungen getroffen werden, die für heutige Frauen selbstverständlich sind und gar keine Rolle mehr spielen, die aber in diesen Jahren lebensentscheidend waren. Und es gab Träume von der Liebe und einem anderen Leben, die bis heute in den Herzen junger Menschen getragen werden.

Das Glücksprojekt: Wie ich (fast) alles versucht habe, der glücklichste Mensch der Welt zu werden
Das Glücksprojekt: Wie ich (fast) alles versucht habe, der glücklichste Mensch der Welt zu werden
von Alexandra Reinwarth
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie Alexandra Reinwarth mir das Glück näher brachte..., 5. März 2012
Man macht in seinem Leben Höhen und Tiefen durch und ich befand mich vor einigen Wochen eher in einem nicht so lustigen Stadium. Da empfahl mir eine Freundin "Das Glücksprojekt". Sachbuchautorin Alexandra Reinwarth macht sich hier selbstkritisch, sehr humorvoll und ohne jeglichen besserwisserischen Ernst auf die Suche nach ihrem persönlichen Glück. Eigentlich geht es ihr ja ganz gut - aber geht es vielleicht noch besser? So probiert sie sich durch einige der allgemein empfohlenen Strategien: mehr Sport machen, ein Haustier anschaffen, Lach-Yoga, Wünsche vom Universum, die Psyche austricksten und vieles mehr. Völlig ehrlich und damit authentisch lässt sie den Leser an ihren Erlebnissen teilhaben und gesteht auch ihre nur allzu nachvollziehbaren Schwächen mit ein. Doch am Ende hat sie viele kleine Glücksmomente gewonnen und an mich weitergegeben. Ich habe sehr viel gelacht und tatsächlich auch daraus mitgenommen und ein bisschen was in meinem eigenen Leben und vor allen Dingen der eigenen Herangehensweise an das Leben geändert.

Jedoch ist dies kein Buch, welches man nur einmal lesen sollte - sondern immer dann, wenn man mal wieder vergessen hat, welche wundervollen Möglichkeiten uns das Leben bietet um ein wenig mehr Spaß daran zu haben. Unser Leben ist im stetigen Wandel und so sind wir vor Abstürzen nie gefeit - manchmal haben wir ja auch einfach nur vergessen, welches Glück wir gerade schon haben. Wer also keine Lust auf Ratgeber hat, die uns meist nur ein schlechtes Gewissen einjagen - probiert es doch mal mit diesem Sachbuch und legt in Eurem Leben 1-2mal im Jahr ein eigenes kleines "Glücksprojekt" ein!

Das geheime Prinzip der Liebe
Das geheime Prinzip der Liebe
von Hélène Grémillon
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Denn die Liebe bedeutet Leben und Tod zugleich...., 2. März 2012
"Die Liebe ist ein geheimnisvolles Prinzip, ihr Ende noch viel mehr. Man weiß vielleicht, warum man liebt, aber niemals, warum man nicht mehr liebt."
Lektorin Camille ist Mitte Dreissig, als ihr Leben vom Tod ihrer Mutter kräftig erschüttert wird. Sie kann den Alltag vor Trauer kaum mehr bewältigen und organisiert mit Mühe und Not die Beerdigung und den darauf folgenden notwendigen Bürokratiekram. Inmitten aller Kondolenzpost erreicht sie ein anonymer Brief, indem von der Liebesgeschichte zwischen Louis und Annie berichtet wird. Erst hält sie ihn für eine Verwechslung, bald trifft jedoch eine Fortsetzung ein und jeden darauf folgenden Dienstag erhält sie wieder einen Brief - erwartet sie schon recht bald sehnlichst. Doch je mehr Informationen sie erhält, desto mehr beschleicht sie ein seltsames Gefühl: haben die wachsende Liebesgeschichte und die Erzählungen über das tragische Erlebnisse von Annie vielleicht etwas mit ihrem eigenen Leben zu tun? Sie beginnt die schriftlichen Puzzleteile zusammenzusetzen....

Manchmal meint man ja als Leser, dass nur französische Autoren so wunderbar über die Liebe schreiben können. Auch die Debütautorin Hélène Grémillon zieht einen ab der ersten Seite in ihren Bann und gerade durch den Wechsel des Lebens der Pariserin Camille aus dem Jahr 1975 mit den Briefen aus den 50er Jahren kann man das Buch vor Spannung kaum mehr aus der Hand legen. Grémillon beschreibt mit zarten Worten und harten Schicksalen die verschiedenen Formen der Liebe und wie weit sie einen treiben kann. Unter dem Deckmantel des stärksten aller Gefühle wird hier gefleht und gebetet, hinterrücks betrogen und belogen und man kann als Leser nur tatenlos und ergriffen weiterlesen. Ein wahrer Schatz ist dieses Buch - welches man am liebsten nie beenden möchte. Wer Anna Gavalda und Alex Capus mag, der wird in Hélène Grémillon eine würdige Nachfolgerin finden!

Ich. Darf. Nicht. Schlafen.: Thriller
Ich. Darf. Nicht. Schlafen.: Thriller
von Steve Watson
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Psychothriller, der den Titel zu einem Versprechen macht!, 17. September 2011
"Das Schlafzimmer ist seltsam. Fremd. Ich weiß nicht, wo ich bin, wie ich hier gelandet bin. Ich weiß nicht, wie ich nach Hause kommen soll." Als Christine Lucas an diesem Tag aufwacht, weiß sie nicht mehr, wer sie ist oder wo sie sich befindet, auch der Mann neben ihr ist ihr fremd. Was sie zu diesem Augenblick noch nicht weiß: so beginnt sie jeden Morgen seit den letzten zwanzig Jahren. Durch einen Unfall vor sovielen Jahren hat sie ihr Gedächtnis verloren und fängt nun jeden Tag von vorne an. Ihr Mann Ben muss ihr jedesmal neu erklären wer sie ist und was passierte. Mit einem Arzt versucht sie nun schon seit Monaten an ihrer Besserung zu arbeiten und sie schreibt zur besseren Erinnerung Tagebuch. Als sie es an diesem Tag aufschlägt, liest sie den ersten Satz: "Vertrau Ben nicht!"....

Bereits der Titel verspricht einen spannenden Psychothriller. "Ich.darf.nicht.schlafen." lässt schon erahnen, dass der Leser frühestens nach den 400 Seiten die Augen schliessen kann. Der britische Autor S.J. Watson hat das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben und beginnt gleich mit dem Morgen der ahnungslosen Hauptperson, so dass man als Leser direkt in die Geschichte geworfen wird und einen persönlichen Bezug spürt. Immer stärker wird man in das Leben von Christine Lucas gezogen, entwickelt immer mehr Mitgefühl und kann sich dennoch nicht dem Gefühl erwehren, dass da irgendetwas nicht stimmt. Ich habe beim Lesen teilweise die Luft angehalten und mit den Tränen gekämpft, so sehr nahm mich die Handlung mit. Allein die Vorstellung, dass mir Ähnliches passieren und ich meine Lieben und meine wertvolle Vergangenheit täglich verlieren könnte, bricht mir fast das Herz. Genauso muss für mich ein Psychothriller sein und hat deswegen volle fünf Sterne verdient: sofortige Gänsehaut, langsame, aber stetige Steigerung der Spannung über die Seiten (und das sogar ohne viel Blut oder Verfolgungsjagden) und eine Handlung, die mich zum Nachdenken und Mitfühlen bringt und das noch nach Beenden des Buches. Für mich bisher eines der besten Bücher 2011! Wäre da nicht dieses für mich absolut unpassende und unansehnliche Cover, hätte ich wahrscheinlich schon viel eher dazu gegriffen!

Eiswind: Kriminalroman
Eiswind: Kriminalroman
von Sandra Gladow
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unterhaltsamer Krimi mit einigen Schwächen, 3. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Eiswind: Kriminalroman (Taschenbuch)
Die junge Anna Lorenz ist Staatsanwältin in Lübeck und stürzt sich aktuell täglich mit vielen Überstunden in ihre Arbeit. Vor wenigen Monaten hat sie ihr Baby verloren und damit ging auch die langjährige Beziehung zu ihrem Freund Tom in die Brüche, beides macht Anna immer noch schwer zu schaffen. Doch ein Serienmörder verschafft ihr ungewollt Ablenkung: in den Wäldern um die Stadt wurden bereits zwei junge Joggerinnen erstochen und ein Zusammenhang scheint bisher nicht in Sicht, geschweige denn eine Spur des Täters. Als Anna die Fälle übernimmt, rückt sie damit in die Aufmerksamkeit des Täters und schwebt auf einmal selbst in größter Gefahr....

Prinzipiell ist der Krimi gut aufgebaut: wir lernen Stück für Stück die Staatsanwältin Anna Lorenz und ihr Ermittlerteam kennen, die Autorin beschreibt aber gleichzeitig auch die Gedanken des Serienmörders. So wird Spannung aufgebaut und der Leser sehr schnell in die Handlung mit einbezogen. Man rückt also von beiden Seiten immer näher und alles findet in den Wäldern um Lübeck sein blutiges Ende. Allerdings erschien mir auch vieles unlogisch und die Auflösung des Mörders am Ende völlig unrealistisch, genauso wie die gesamte Handlung der Staatsanwältin Lorenz an sich - sie scheint mit dem Fall an sich eigentlich nicht viel zu tun zu haben (was aber vielleicht Absicht war und der Arbeit eines Staatsanwalts entspricht - dafür fehlt mir das Fachwissen) und wirkt oft naiv und unprofessionell. Bis zum Ende habe ich auch den Zusammenhang vom Titel "Eiswind" zur Handlung gesucht - als Lübecker Regionalkrimi scheint mir der Fall besser positioniert als mit einem Cover samt Titel, der einen spannenden Thriller vortäuscht. Aber im Endeffekt habe ich das Buch gern gelesen, habe zusammen mit den Ermittlern (Bendt & Braun) Detektivarbeit geleistet und mir gingen auch die Gedanken des Serienmörders unter die Haut. Drei Sternen für einen unterhaltsamen Krimi, der aber leider noch einige Schwächen aufweist!

Das Lied des Schweigens: Thriller
Das Lied des Schweigens: Thriller
von Ingrid Elfberg
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vielseitiger Thriller zum Thema Kindesmissbrauch, 3. August 2011
Eva Seger ist schwer traumatisiert: in ihrem eigenen Garten wurde ihr 2-jähriger Sohn Sebastian entführt und danach missbraucht, auf der Suche nach ihm verunglückt sie mit ihrer kleinen Tochter. Sebastian wird lebend aufgefunden, nur begrenzt kann er die Geschehnisse wiedergeben und dennoch wird der Täter danach gefasst: sein Kindergärtner wird verhaftet und in einem Gerichtsprozess für schuldig befunden. Doch Eva kommt über das Ereignis nicht hinweg, sie wird täglich von Angstattacken und schwersten Vorwürfen geplagt, ein normales Weiterleben erscheint ihr unmöglich. Als sie dann auch noch ein Brief aus dem Gefängnis erreicht, scheint sie ihren Verstand vollkommen zu verlieren. Könnte der Kindergärtner tatsächlich unschuldig und der wahre Täter noch in Sebastians Nähe sein? Weder ihre Familie noch die Polizei wollen ihr glauben und so macht sie sich verzweifelt selbst auf die Jagd.....

Die Autorin Ingrid Elfberg beschreibt einen kaum auszuhaltenden Albtraum mitten in Göteborg: nur stückenweise erfährt der Leser von den Geschehnissen um Eva und ihren Sohn Sebastian - gleichzeitig wird aber sehr schnell klar, dass der wahre Täter wohl immer noch hinter ihm her ist bzw. seine Tat wiederholen möchte. Das Trauma der Mutter wird bis ins Detail glaubwürdig und nachvollziehbar beschrieben, ihre Angst wächst mit jeder Seite und damit auch die Spannung, ebenso glaubhaft die Begründung, warum sie selbst ermitteln muss. Ein sehr unterhaltsamer Thriller, der sich gegen Ende des Buches noch einmal zuspitzt. Gleichzeitig wird einem als Leser auch ein bisschen die Hilflosigkeit von Ermittlern aber auch Angehörigen bewusst, die Pädophilen oft nur schwer auf die Schliche kommen, zumal wenn die eigene Familie noch den Deckmantel des Schweigens darüber legt. Einige Dinge erschienen mir allerdings bis zum Schluss unklar bzw. unrealistisch, es fehlten mir Feinheiten, die die Spannung und das bittere Gefühl in der Magengrube noch besser herausgestellt hätten, deswegen ein Stern Abzug. Allerdings ansonsten ein sehr spannender Thriller auf 411 Seiten, der vor allen Dingen (im Gegensatz zu vielen aktuellen Trendthrillern) mal ohne viel Blutvergießen auskommt!

Mission Marathon Oder: Wie ich kein Superläufer wurde
Mission Marathon Oder: Wie ich kein Superläufer wurde
von Lothar Koopmann
  Broschiert
Preis: EUR 8,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Humorvoller Eigenbericht für Hobbyläufer - zur Nachahmung geeignet!!!, 10. Juli 2011
Lothar Koopmann beginnt erst relativ spät mit dem Laufen, eigentlich erst kurz vor seinem 50. Lebensjahr läuft er zuliebe seiner Frau los. Das Ehepaar trifft sich mit anderen Sportlern zu einem Lauftreff und lernen dort erst einmal, dass sie bisher viel zu schnell und übereifrig gelaufen sind und ehe sie es sich versehen, macht es ihnen mehr Spaß, als sie anfangs gedacht hätten. Wenn da nicht diese vielen Hindernisse wären: ständig stehen einem Hunde (und zwar nicht nur Schweinehunde) im Weg, es müssen neue Sportsachen gekauft werden und die Ernährung geändert werden und wer erst einmal anfängt, der will ja auch unter einem gelaufenen Marathon nicht mehr aufhören.
Mit viel Humor erzählt Koopmann da von seinen eigenen Erfahrungen mit dem Laufen, berichtet von all seinen Rückschlägen, von den positiven Erlebnissen, aber auch von den Dingen, die selten in Profilaufbüchern stehen: wie oft man hinfällt, dass Frauen ständig in die Büsche müssen, welche Ausreden einem täglich durch den Kopf gehen und dass eigentlich alles eine einzige Qual ist - die aber leider relativ schnell zur Sucht wird.
Zusätzlich gibt es im Buch noch jeweils kleine, humorvolle Kommentare der Redaktion und des Verkaufsleiters, die ständig etwas rumzumäkeln haben, garniert mit tollen Karrikaturen von Thomas Plaßmann - eine tolle Abrundung für den humorvollen Inhalt.

Ich laufe schon seit mehreren Jahren hobbymässig durch Wald und Wiesen und habe bereits meinen ersten Halbmarathon hinter mir. Allerdings ist das zwei Jahre her und ich suchte ein Buch, welches mich nun für den Sommer wieder neu motiviert - diese Aufgabe hat der Autor sehr gut gemeistert. Anstatt besserwisserisch und belehrend über die mangelnde Disziplin mancher Sportler zu mäkeln (dieses Gefühl schleicht sich bei mir leider oft bei solchen Büchern ein), berichtet Koopmann so selbstkritisch von seinen eigenen Fehlschlägen, dass ich mich ab sofort für keine noch so langsame Laufzeit mehr schäme - schliesslich bin ich ja überhaupt losgelaufen. Ausserdem kann man so ein bisschen von seinen Erfahrungen lernen, dass sich die Anschaffung von neuen Schuhen nämlich sehr wohl lohnt, dass man Leistung nicht erzwingen kann und ein schlechter Tag eben auch mal ausgerechnet auf einen Marathontag fällt und dass man vor allen Dingen nie zu alt ist um einfach anzufangen!

Ein tolles Laufbuch, welches für mich alles mitbringt, um fünf Sterne zu bekommen: so humorvoll, dass ich mehrmals die Lachtränen wegwischen musste, Erfahrungen sowie Praxiswissen und am Ende ein extra Schub Motivation! Es hat mir sehr geholfen, vielen Dank dafür an Lothar Koopmann!

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