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Asphaltwolf (4942 Meilen bis Graceland)

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Let there be rock (1977) [Vinyl LP]
Let there be rock (1977) [Vinyl LP]

5.0 von 5 Sternen Es werde Rock N'Roll, 27. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Let there be rock (1977) [Vinyl LP] (Vinyl)
Obwohl "Let There Be Rock" einige von AC/DCs bekanntesten Stücken enthält und durch die Bank weg als eines der stärkesten Alben der australischen Starkstromer gilt, hat es weder den Bekanntsheitgrad noch den Status nachfolgender Alben. Vielleicht, weil es von allen Alben, die AC/DC je veröffentlicht haben, das ungezähmteste und zügeloseste ist. Es ist härter, schneller, garstiger, ungehobelter und brachialer als "High Voltage", "T.N.T.", oder irgendein anderes Album mit Bon Scott oder später mit Brian Johnson.

Selten hatten AC/DC auf Platte soviel Feuer unter dem Hintern, und ich schätze, solch eine Erhöhung des Drucks in der Musik von AC/DC dürfte damals sogar noch undenkbar gewesen sein, denn nicht viele Bands hatten zu Beginn der 70iger wohl soviel Antriebskraft und Energie wie die spitzbübischen und wilden AC/DC.

"Let There Be Rock" ist Adrenalin-getränkter, harter, von Blues, Boogie und Rock N'Roll beeinflusster, schweißtreibender Hard Rock. Der Sound ist rau und unpoliert, in solch einem zerrupften Gewand, wie es wohl nur AC/DC zu tragen vermochten. Die aufgekratzten, ruppigen Gitarren transportieren einige von AC/DCs fiesesten Riffs, für den Druck sorgen Phil Rudds simples, kraftvolles Schlagzeugspiel und Mark Evans pumpender E-Bass. Beim Anhören des Albums fühlt man sich, als ob man in einer Schrottpresse geplättet wird.

Die Original-Vinylausgabe beinhaltet die ruhige, aber immer noch kräftige Bluesnummer "Crabsody In Blue". Warum der Song für die CD-Ausgabe und die US-Amerikanischen Pressungen von Atlantic Records durch die editierte "Dirty Deeds .."-Nummer "Problem Child" ersetzt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis und meinem Verständnis. Vielleicht, weil der Songtext etwas zu schlüpfrig ist? Es geht um Filzläuse im Intimbereich. Meines Erachtens gibt es allerdings weitaus anzüglichere Lyrics auf "Let There Be Rock", wie z.B. die des abgefahrenen Boogie-Rockers "Go Down" oder des super High-Speed-Rock N'Rollers "Whole Lotta Rosie". Hat man mit Vinyl nichts am Hut und möchte den Song heute dem Album hinzufügen, lohnt sich eventuell die Anschaffung von Backtracks.

Trotz diesem Makel in der Veröffentlichungs- und Selbstzensurpolitik des Labels ist "Let There Be Rock" nicht nur ein Meisterstück von AC/DC oder ein Referenzwerk in Sachen des ungehobelten, räudigen Straßenrock, sondern generell ein Album, dass ich zu den ganz großen in der Geschichte der Rockmusik zählen würde.


The Almighty
The Almighty
Wird angeboten von Music-Mixer
Preis: EUR 17,96

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen The Almighty, 24. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: The Almighty (Audio CD)
Mit ihrem selbstbetitelten und sechstem Album legten die schottischen Heavy-Rocker The Almighty ein gewaltiges Comeback hin. Nach Veröffentlichung des damals durchaus trendgerechten, von Ska-/Pop-Punk inspirierten "Just Add Life" wurde die Band auf Halde gelegt, und Sänger Ricky Warwick ging nach Irland, um eine neue Band aufzustellen. Vier Jahre nach Veröffentlichung von "Just Add Life" entschied er sich aber wieder dazu, The Almighty wieder zu reaktivieren.

Zuallererst wird wieder heftig und nach Maß gerockt. Es lassen sich dabei aber nicht nur Spuren von allen bis dato veröffentlichten Alben von The Almighty finden, sondern auch ein paar neue Anstriche. Meines Erachtens tendierten Ricky Warwick & Co etwas in die musikalische Richtung von Backyard Babies und skandinavischem Rock N'Roll der späten 90iger. Die ursprünglich ohnehin schon sehr raue, ungehobelte Rockmusik von The Almighty nahm einige Schippen Punk Rock auf, und wurde auf versauten Rotz N'Roll eingestimmt.

Bereits der stampfende Opener "Broken Machine" stellt sofort klar, dass The Almighty nicht auf Gefangene aus sind. Aber trotz aller Härte sind die Lieder keineswegs super-brachial, sondern bewahren sich immer noch genug Melodie, sodass man auch mal dezent mitsummen kann. Auch wird das Gaspedal mit Ausnahme von den sehr schnellen, punkigen "Fat Chance" und "Barfly" eher weniger ganz runtergedrückt. Als Anspieltipps würde ich noch gerne das etwas Social Distortion-mäßige "White Anger Comedown", sowie die Rotz-Rocker "Usak 47" und "Big Black Automatic" erwähnen wollen.

The Almighty stellen hiermit natürlich keinen Abklatsch der schwedischen Backyard Babies dar, sondern brachten ihren eigenen Charakter mit ein, aber ich möchte trotzdem zu behaupten wagen, dass das Album soetwas wie eine Kreuzung aus " Total 13" und " Making Enemies Is Good" darstellt. Zumindest ich würde es als musikalische Brücke zwischen den beiden Babies-Alben wahrnehmen, zwischen denen doch irgendwie eine Lücke klafft. Einerseits eben heftig und hemmungslos, und andererseits sehr melodisch und rockig.

Wenn man die Band nur aufgrund ihrer ersten beiden Alben kennt, ist das selbstbetitelte Album vielleicht ersteinmal etwas gewöhnungsbedürftig. Kritikpunkte wären vielleicht, dass das Album mit voranschreitender Spieldauer etwas einförmig rüberkommt, und auf mich so wirkt, als ob ein bißchen die Handbremse drinnen wäre. Wer aber den Werdegang von The Almighty vefolgt hat, sollte hier auf jeden Fall mal antesten, genau wie diejenigen, die auf auf heftige, rotzige Rockmusik mit Querverweisen an Punk und Heavy Metal stehen.


Beautiful Curse
Beautiful Curse
Preis: EUR 19,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Yeah, die Quireboys sind wieder zurück!, 8. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Beautiful Curse (Audio CD)
Und das - also zumindest was mich betrifft - nicht nur zum richtigen Zeitpunkt, sondern auch mit einem exzellenten Rock N'Roll-Album. Nach den beiden sehr guten Alben "Well Oiled" und "Homewreckers And Heartbreakers" hatte ich die Band leider etwas aus den Augen verloren, was sich mit der Veröffentlichung von "Beautiful Curse" glücklicherweise wieder geändert hat. Der Musik und den Alben von Quireboys gelingt es immer wieder, meine Laune sofort zu heben. Hiervon nimmt sich "Beautiful Curse" keineswegs aus, sondern kann mit alter Frische sogar noch einen draufsetzen.

Waren bei der Reunion vor mehr als einer Dekade wenigstens noch 3/5 der Originalbesetzung mit dabei, sind von dieser bei "Beautiful Curse" nur noch Sänger Spike und Gitarrist Guy Griffin übriggeblieben. Dem Sound und den Songs tut dies jedoch keinen Abbruch. Es ist handgemachte, unprätentiöse, aber feine Rockmusik althergebrachter britischer Prägung. Musikalisch halten sich die Quireboys immer noch zwischen Rolling Stones, Faces, und auch Mott The Hoople auf. Ich meine, dieses Mal aber auch ein paar Reminiszenzen an eine Band wie Grand Funk Railroad wahrnehmen zu können. Im Speziellen mache ich das daran fest, dass manches Mal anstelle des für Quireboys typischen Honky-Tonk-Pianos der Klang eines Organs oder eines Clavinets zu hören ist, der dezent durch einen warmen, bluesigen Gesamtsound dringt. Beide Instrumente fügen sich, genau wie das Piano, gut in die von R&B geprägten Lieder ein.

Das Album setzt sich überwiegend aus rock n'rolligen Bluesrock-Stücken zusammen, von denen mir am Besten der Opener "Too Much Of A Good Thing" ("Honky Tonk Woman" lässt grüßen), das fette "Chain Smokin'", und "Homewreckers & Heartbreakers", ein lässiger und toller Bluesrocker mit schneidigen Riffs, gefallen. "For Crying Out Loud" ist dagegen ein etwas schnellerer, von Piano getriebener, Rock N'Roller, der meines Erachtens auch gut auf "A Bit Of What You Fancy" stehen könnte. Das swingende "Diamonds And Dirty Stones" überrascht mit einem Off-Beat, und "I Died Laughing" ist ein entspannter Rocker mit einem geringen Reggae-Flair. Musik ist immer noch Trumpf bei den Quireboys. Die Gitarren schütteln sich die lässigen Riffs und Licks ganz locker aus dem Ärmel, aber es wird nicht nur gerockt, sondern z.B. mit dem etwas verschlafenen "Talk Of The Town", oder dem ruhigen "Don't Fight" It auch etwas ruhiger und balladesker angegangen.

Der Sound ist auch weiterhin annährend so pur und unverfälscht wie der von AC/DC, dieses Mal allerdings weitaus rustikaler. Nicht nur das Songwriting, sondern auch der naturbelassene Sound erwecken den Anschein, als ob die Musik der Quireboys geradewegs aus den 1970igern in das Jahr 2013 gebeamt wurde. Sie klingt frisch, kräftig und unverbraucht, aber auch ein wenig angestaubt. Wie eine wertvolle Antiquität, die in einem Dachstuhl Staub angesetzt hat, und nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Die Produktion von Chris Tsangarides (Judas Priest, Thin Lizzy) unterstreicht meines Erachtens das Beste der Band und gefällt mir wirklich ausgesprochen gut. So darf Rockmusik auch im 21. Jahrhundert klingen. Nein, ich korrigiere mich: so sollte Rockmusik einfach auch heutzutage klingen.


Bitter Sweet & Twisted
Bitter Sweet & Twisted
Wird angeboten von forever_rock-de
Preis: EUR 29,90

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das zweite Album feuerte aus allen Rohren, 4. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Bitter Sweet & Twisted (Audio CD)
Das zweite Album der englischen Quireboys scheint unter Anhängern nicht ganz so beliebt zu sein. Oft konnte ich darüber lesen, dass es ein schwacher, kommerzialisierter Nachfolger des Debüts sei. Produziert von Bob Rock (Metallica, Mötley Crüe, The Cult) ist "Bitter, Sweet & Twisted" wirklich etwas auf den amerikanischen Markt zugeschnitten, und lässt sich durchaus mit Musik von Bands wie Guns N'Roses, Faster Pussycat, Cinderella und Aerosmith vergleichen.

Besonders etwas sleazige, bluesige Rocker wie der Opener "Tramps And Thieves", "White Trash Blues", das von einer Slide-Gitarre getriebene "My Saint Jude", und der von einer Cowbell akzentuierte Abschluss "Ain't Love Blind" tendieren musikalisch zum bluesigen US-Rock Ende der 80iger. Aber das bedeutet meines Erachtens nicht, daß die Quireboys ihren ureigenen, englischen Charme dafür aufgegeben haben. "Bitter, Sweet & Twisted" ist ein grundanständiges, feines Rock N'Roll-Album, das sich nach-wie-vor in der Tradition von britischen, von R&B beeinflussten Rockbands à la The Rolling Stones, Faces und Humble Pie befindet.

Im Gegensatz zu dem tollen Debüt "A Bit Of What You Fancy" kommen Quireboys sehr viel tighter und abgeklärter rüber. War ihr erstes Album noch recht verspielt und klang vielleicht etwas zu sehr nach den Faces, fanden Quireboys mit "Bitter, Sweet And Twisted" zu einem etwas eigenständigeren, ausgereifteren Klangbild. Das Album zeigt sich auch deutlich weiterentwickelt und sehr viel abwechslungsreicher, was durch so unterschiedliche, aber tolle Lieder wie der abgefahrene, etwas boogie-mäßige Pub-Rock N'Roller "Can't Park Here", das mit swingenden Bläsern angereicherte, schleppende, etwas nach Sinatra klingende "Debbie", dem aufpolierten Blues "Ode To You", und dem Country & Western-Stück "Hates To Please" ausgedrückt wird. Diesem Abwechslungsreichtum folgt "Brother Louie", ein fetziger, sehr swingender Song, der auf ein Lied von Errol Brown und Tony Wilson (die britische Pop-Band "Hot Chocolate") zurückgeht. Die sehr ruhige Ballade "King Of New York", "The Last Time", und "Take No Revenge" sorgen für besinnlichere Momente auf "Bitter, Sweet & Twisted". Das rock n'rollige "Wild, Wild, Wild" ist vielleicht der einzigste Song, der auch auch dem Debütalbum hätte stehen können. Ich seh' schon, ich zähle das komplette Album auf - 14 Songs, und meines Erachtens kein Ausfall dabei.

Im Hintergrund ist natürlich das für Quireboys typische Honky Tonk-Piano stets wahrzunehmen, das meiner Meinung nach viel besser in die Lieder integriert wurde, als noch auf "A Bit Of What You Fancy". Zudem griff die Band auf eine reichhaltige, facettenreiche Instrumentierung zurück, die durch Sitar, Mandoline, Mundharmonika, Hammond B3 Organ, Clavinet, Bläser und Streicher deutlich wird.

Veröffentlicht im Jahre 1993, erschien das Album viel zu spät, um im um-sich-greifenden Grunge-Boom noch etwas zu reißen, obwohl in dieser Zeit der sogenannte 'Roots'-Rock mit Bands wie den Black Crowes ein großes Revival feierte. Wenn man auf Rock N'Roll der 70iger-Jahre, und bzw. oder auf sleazigen, bluesigen US-Rock Ende der 80iger steht, sollte man "Bitter, Sweet & Twisted" durchaus mal antesten. Ich denke, dass sich das mehr als nur lohnt. Zumindest ich sehe das Album auf einer Augenhöhe mit solchen Alben wie "Pump" von Aerosmith, "Heartbreak Station" von Cinderella, oder auch "Use Your Illusion" von Guns N'Roses, ohne dass es einen Abklatsch darstellen würde. Die Quireboys sind keine Kopie, sie sind nicht Guns N'Roses oder die Rolling Stones. Sie sind auch nicht die Faces oder Rod Stewart. Sie sind auf jeden Fall eine verdammt fantastische Rock N'Roll-Band, die einen nicht enttäuscht. Schade, das den Quireboys kein ähnlicher Erfolg vergönnt war.


The Way Life Goes
The Way Life Goes
Preis: EUR 17,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lieder, die das Leben schreibt, 25. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: The Way Life Goes (Audio CD)
Die Geschichte des allerersten Soloalbums von Tom Keifer, bekannt als Sänger, Gitarrist und Hauptsongwriter der amerikanischen Hard Rock-Gruppe Cinderella, reicht weit in die Vergangenheit zurück. Irgendwie scheinen Cinderella und Tom Keifer alle Zeit der Welt zu haben, speziell was die Veröffentlichung neuer Musik betrifft. Einen nicht unerheblichen Anteil daran dürfte jedoch auch dem Umstand zugesprochen werden, dass Tom Keifer über mehrere Jahre hinweg massive Probleme mit seiner Stimme hatte.

Nach der Tour zu "Heartbreak Station" verlor er erstmals eine Stimme. Aufgrunddessen unterzog er sich mehreren Operationen, und musste Mitte der 90iger wieder damit beginnen, das Singen neu zu erlernen. Just in jenem Zeitraum, in dem Cinderella nach dem tollen, aber erfolglosen Album "Still Climbing" 1995 vorübergehend die musikalischen Aktivitäten einstellten, reiften in Tom trotz aller physischen Probleme erste Gedanken an ein Soloalbum, zu dem nach Jahren des Komponierens 2003 erste Aufnahmen gemacht wurden. In vergangenen Jahren geisterten immer mal wieder Meldungen über ein etwaiges Soloalbum oder gar ein neues Cinderella-Album durch die Medien, ohne das sich daraufhin etwas tat. Irgendwie habe ich schon gar nicht mehr damit gerechnet, dass es von dieser Seite aus je wieder neue Musik geben würde. Ich fragte mich ohnehin, wie man qualitativ an ein so herausragendes Album wie "Still Climbing" anknüpfen möchte. Nun, die Antwort darauf dürfte jetzt wohl "The Way Life Goes" sein. Und was für eine!

Die Produktion ist allerdings nicht ganz so ausgereift und druckvoll wie man es von Cinderella kannte. Ich schätze, man wird ganz einfach nicht mehr den einstigen finanziellen Rückhalt genießen, und das kann man auch hören. Aber das soll nicht bedeuten, das hier gepfuscht wurde. Das Album hat einen natürlichen, rauen und unverfälschten Sound, der mir gut gefällt. Und was die Vocals von "The Way Life Goes" betrifft, kann man Tom Keifer auf jeden Fall attestieren, dass ihm die Regeneration seiner Singstimme gelungen ist, selbst wenn sein Gesang nicht mehr ganz so frisch und vital wirkt wie anno dazumal. Dabei schreit er natürlich auch nicht mehr so schrill wie auf "Night Songs" oder "Long Cold Winter". Auch wirken seine Vocals an manchen Ecken fast etwas zerbrechlich, aber abgesehen davon ist seine Sangesleistung durchaus als stark zu betrachten. Fast alle Songs werden zudem von weiblichen Background-Vocals unterstützt, die vorallem von Toms Frau Savannah eingesungen wurden. Schließlich schrieb er die Lieder zu "The Way Life Goes" gemeinsam mit seiner Ehefrau.

Musikalisch knüpft Tom Keifer damit weniger an "Still Climbing", sondern viel mehr an "Heartbreak Station" an, allerdings ohne auf dessen vielfältige, reichhaltige Instrumentierung zurückzugreifen. Die Stimmung ist ähnlich entspannt und lässig, die Lieder sind nur weitaus rockiger. "The Way Life Goes" beinhaltet bodenständige, traditionelle und zeitlose Rockmusik in der Schnittmenge von AC/DC, Aerosmith, Faces, und Rolling Stones mit dezenten Einflüssen von Country und Blues.

Einzig ein Song wie "Welcome To My Mind" macht sich mit einer leichten Tendenz zu Grunge-/Alternative-Rock bemerkbar. Lieder wie die Akustik-Ballade "Ask Me Yesterday" und das rockige, von einer Mundharmonika getriebene, herausragende "Cold Day In Hell" geraten ziemlich nach Rolling Stones, und die feine Ballade "The Flower Song" scheint ein Ableger von Rod Stewarts "Maggie May" zu sein. Etwas härtere, schnellere Rocker wie "Solid Ground", "It's Not Enough", "Mood Elevator" (mit Jeff LaBar am Sechssaiter) und "Babylon, haben dagegen eher einen Hang zu "Still Climbing". Ich meine dabei eine besonders starke Aerosmith-Schlagseite in vielen Songs wahrnehmen zu können. Der Einfluss von Aerosmith war in der Musik von Cinderella immer präsent, und "The Way Life Goes" nimmt sich davon nicht aus, sondern verstärkt diesen Eindruck noch. Darüberhinaus trägt die Musik die typische Handschrift von Tom Keifer, und sollte daher ebenfalls alte Fans von Cinderella ansprechen können.

Vorallem wenn man auf "Heartbreak Station" steht, dürfte "The Way Life Goes" der nächste Zwischenstopp sein, der meines Erachtens einen musikalischen Verbindungspunkt zwischen den letzten beiden Cinderella-Alben darstellt. Und das ist durchaus beeindruckend, wie ich finde. Seine Gabe, packende und gute Musikstücke zu schreiben, hat Tom Keifer nicht verloren. Wenn man auf Cinderella oder/und gutgemachten, entspannten, aber soliden Rock N'Roll à la Aerosmith, Faces und Rolling Stones steht, macht man mit "The Way Life Goes" sicherlich nicht allzuviel verkehrt. Vielleicht fehlen nur ein wenig die wirklichen Höhepunkte, aber die braucht dieses Album meines Erachtens auch gar nicht. Die Journalisten schreiben, dass Tom Keifer den Fans von Cinderella genau das liefert, was sie haben wollen, und das ist sicherlich nicht verkehrt. Ich würde dazu aber noch behaupten wollen, dass er dabei genau die Musik macht, die ihm selbst am Herzen liegt, denn man kann das Herzblut wahrnehmen, das in diesen Songs steckt. 4,5 Sterne.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 31, 2013 11:17 PM MEST


Hollywood Rehearsal
Hollywood Rehearsal
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 104,77

3.0 von 5 Sternen Ausgemistet, 21. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Hollywood Rehearsal (Audio CD)
Hinter dem 1997 in Japan erschienen "Hollywood Rehearsal" steckt eine Zusammenstellung von frühen Demo- und Probeaufnahmen der kalifornischen Sleazer um L.A. Guns, die überwiegend Ende der 80iger aufgenommen wurden. Bei den Aufnahmen handelt es sich vorallem um diverse Cover von verschiedenen Musikern und Bands aus den 70igern und 80igern, die mit mit einem gelungenen Remix von "Long Time Dead", einem Phil Lewis-Solostück, sowie einer Demo-, und einer guten Liveaufnahme von "Guilty", angereichert wurden. Die Demoaufnahme zu "All The Way" ist eine eher etwas unscheinbare, blasse L.A. Guns-Nummer, und meines Wissens nur hier veröffentlicht wurden.

Klanglich darf man natürlich keine Offenbarung erwarten, für Rehearsal-Aufnahmen, die eigentlich nicht zur Veröffentlichung gedacht waren, sind sie unter dem Strich aber vollkommen in Ordnung. Bei manchen Songs ist der Sound etwas gedämpft ("I Feel Nice", "High On You") und sehr dumpf ("Rip-off, "Rock Candy"). Aber speziell die beiden Erstgenannten bekommen dadurch eine weitaus düstere, psychedelischere Stimmung.

Interessanter-, oder auch komischerweise, gefällt mir die Reggae-Nummer "Gunslinger" am Besten; ursprünglich wähnte ich hinter diesem Titel eine harte Rock N'Rollnummer, weswegen ich angesichts astreiner Reggae-Musik ersteinmal recht überrascht war. Mit "Gunslinger" gelingt es L.A. Guns ein astreines Reggae-Flair rüberzubringen, etwas, was man von solch einer Truppe wohl kaum erwartet hätte. Besonders gut kommen dabei auch die charakteristischen Vocals von Phil Lewis. Ungewöhnlich aber toll ist auch das relaxte "Strange Boat", welches im Original den Folk-Rockern The Waterboys entstammt.

Generell lässt sich für "Hollywood Rehearsal" sagen, dass es gut, aber nicht herausragend gemacht wurde. Manche Nummern kommen besser als andere, und unter den nachgespielten Stücken befinden sich eben auch Songs, die man nicht in erster Linie als Einfluss für die Musik der L.A. Guns betrachtet hätte. "Hollywood Rehearsal" sorgt für Kurzweil, und macht durchaus Spaß, ist aber wahrscheinlich nur etwas für eingeschworene Anhänger der L.A. Guns.


Villains De Vaudeville [Explicit]
Villains De Vaudeville [Explicit]

4.0 von 5 Sternen Schock Rock mit Varieté-Flair, 2. Mai 2013
Im Jahre 2008 formte der langjährige E-Bassist der Beautiful Creatures sein eigenes, musikalisches Projekt unter dem Namen Villains Of Vaudeville. Sein Engagement bei L.A. Guns schienen dieses musikalische Vorhaben dann jedoch ersteinmal auf Eis liegen zulassen, obwohl erste Songs im Internet zugänglich gemacht wurden. Nach seinem Austieg bei den Sunset-Strip-Sleazern trieb Kenny Kweens sein Projekt voran.

Am 30. Oktober 2012 erschien die erste Single "The Devil Is Waiting" samt zugehörigem Videoclip, in denen Kweens sein finsteres Konzept musikalisch und visuell eindrucksvoll darlegte. Beim ersten Anhören von "The Devil Is Waiting" war ich eher etwas weniger begeistert; mir hat nur der harte, raue Gitarrensound ziemlich gut gefallen, aber dann bin ich doch schnell an den Hooks und Kenny Kweens Vocals hängenblieben. Die haben einen schon an der Angel, da nimmt man den Haken noch nicht wahr.

Am 30. April folgte nun nach langem Warten sein Debütalbum "Villains de Vaudeville", mit dem er ein regelrechtes Brett von einem Album vorlegt. Klanglich befindet sich Kenny Kweens durchaus auf der harten Beautiful Creatures-Schiene, besonders die harten, rauen Gitarren-Riffs wirken so, als ob sie direkt an die Musik seiner einstigen Band anknüpfen wollen. Stilistisch fährt Kenny Kweens mit seinem Villains Of Vaudeville-Projekt dagegen einen ganz anderen Kurs an. Er steuert geradewegs durch die düsteren Klangwelten von Marilyn Manson, Rob Zombie und Alice Cooper. Die Musik von Villains Of Vaudeville ist eine dunkle, interessante, harte und homogene Mischung aus Gothic, Industrial, Glam, Hard Rock und Heavy Metal, mit nur sehr geringen Anleihen an seine Sleaze-Rock-Vergangenheit. Diesen musikalischen Schmelztiegel verknüpft er mit einem Vaudeville-Flair, einer amerikanischen Form des Varieté-Theaters, das von den 1860iger Jahren bis in die 1920iger Jahre hinein besonders an der ostamerikanischen Küste populär war, und das, einem Zirkus nicht unähnlich, vielen Gauklern, Künstlern und Musikern eine Plattform bot. Bekannt wurde das US-Amerikanische Vaudeville-Varieté besonders durch Freakshows und Burlesque.

Salopp zusammengefasst, könnte man sagen bzw. schreiben, dass die harte, aber melodische Villains Of Vaudeville-Musik eine interessante, finstere Kreuzung aus Beautiful Creatures, Marilyn Manson und Alice Cooper darstellt, deren Songs packende Melodien mitbringen. Kenny Kweens rauer Gesang kommt ziemlich gut, besonders das Alice Cooper-Cover "Is It My Body" singt er fast so charismatisch und rau wie einst der junge Prinz des Schock Rock. Im Grunde schafft Kenny Kweens mit seinen Villains Of Vaudeville nichts wirklich Innovatives, gelingt es meines Erachtens aber, dem bunten Universum der Rockmusik eine neue, eigenständige Facette hinzuzufügen.


Let It Rock
Let It Rock
Wird angeboten von rocktom5
Preis: EUR 43,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein versunkener Schatz, der es krachen lässt, 18. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Let It Rock (Audio CD)
Nach dem sehr tollen, aber auch sehr ruhigen, akustisch gespielten "Sail Away", kehrten Great White mit ihrem achten Album zurück zu ihrem bluesigen, typischen Hard Rock-Stil. Mit "Let It Rock" knüpften sie musikalisch direkt an das 1992 veröffentlichte "Psycho City" an. Das heißt, trotz verzerrter, rauer Gitarrenriffs und bluesigem, harten Rock, geht es auch besinnlicher zur Sache.

Great White haben sich im Laufe der Jahre in Klang und Stil zwar nur unwesentlich verändert, wurden jedoch viel bodenständiger und erdiger. In der Blütezeit des sogenannten Hair Metal schafften Great White mit Alben wie "Once Bitten" und "Twice Shy" einen geschickten Spagat zwischen poppigen Glam-Metal und bluesigen Rock, welchen sie mit dem '92er Album "Psycho City" zugunsten soliden, bluesigen Hard Rocks aufgaben. Mit "Let It Rock" knüpfen Great White nun an "Psycho City", wobei der Gitarrensound sogar noch etwas rauer ausgefallen ist. Der einst ziemlich geglättete, feine, für Great White ganz typische Sound verschwindet etwas in einem recht dreckigen Klanggewand. Abgesehen vom metallischen Debüt dürfte "Let It Rock" wohl das annährend ruppigste Album der amerikanischen Rock N'Roller von der Westküste sein. Warum Kritiker als Referenz immer nur "Once Bitten" erwähnen, möchte sich mir nicht so ganz erschließen, selbst wenn es natürlich nicht zu weit hergeholt ist.

Trotz hart rockender Lieder wie das atmosphärische "My World", das rock n'rollige "Lil' Mama", das fiese "Lives In Chains", das etwas swingende, sechsminütige "Anyway I Can", und das flotte Q5-Cover "Ain't No Way To Treat A Lady", befinden sich auf dem Album auch jede Menge etwas ruhigere Songs. Kantige Gitarrenriffs machen sich da oft nur noch hintergründig bemerkbar, wie bei den melodischen "Pain Overload" oder "Hand On The Trigger". Das entspannte Easy" grenzt schon fast an reinrassigen Blues, und die von Piano unterstützten "Where Is The Love?" und "Miles Away" sind gelungene, typische Balladen von Great White. Ein besonderes Sahnehäubchen ist dagegen die sehr ruhige, akustisch gespielte, leicht folkige, sehr stimmungsvolle Ballade "Man In The Sky", die sicherlich nicht nur gut auf "Sail Away" gepasst hätte, sondern auch dort zu den besten Liedern gehört hätte. Das Lied ist ein bezaubernder Song, der aus Sicht eines Mannes, der nach Gott sucht, gebetsartig gesungen wird, und gehört meines Erachtens gar zu den besten Stücken die Great White jemals verfasst haben.

"Let It Rock" ist ein abwechslungsreiches, melodisches und bluesiges Hard Rock-Album von Great White mit einfachen, aber packenden Hooks, und ohne wirkliche Ausfälle. Manche Songs kommen etwas besser als andere, aber selbst letztere sind gut genährte Fische im Haifischbecken von Great White. Leider erreilte "Let It Rock" ein ähnliches Schicksal wie seinerzeit "Psycho City" - nur sogar noch ungleich härter. Die einstigen Millionenseller Great White rockten weit abseits aller Trends und unbeachtet des Mainstreams. Bedauerlicherweise ist das Ding dadurch zu einem sehr raren, fast schon versteckten Juwel geworden. Bedenkt man den damaligen Erfolg des Roots-Rock und zugleich die Klasse von "Let It Rock", schießt einem unweigerlich ins Gedächtnis wie ungerecht das Leben oft sein kann. Das Album beinhaltet jedenfalls tolle Musik für die Straße, die in den Sonnenuntergang führt.


Can't Get There from Here
Can't Get There from Here
Wird angeboten von J4G
Preis: EUR 14,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Im Spätsommer von Great White, 3. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Can't Get There from Here (Audio CD)
Drei Jahre nach dem exzellenten "Let It Rock" legten Great White mit "Can't Get There From Here" 1999 ihr 9. Album vor. Ursprünglich wurde dieses Album als ihr wahrscheinlich letztes Studioalbum angekündigt, was sich im Nachhinein ja nicht bewahrheiten sollte. Im direkten Vergleich zum Vorgänger schienen Great White damit jedoch etwas ihren Biss verloren zu haben.

Das etwas AC/DC-mäßige, schnelle "Rollin' Stoned" ist ein harter Rock N'Roller par exellence und ein super Einstieg ins Album. Doch leider (je nachdem wie man es betrachten möchte) hauen Great White auf "Can't Get There From Here" keinen weiteren hart rockenden Song dieser angriffslustigen Klasse raus. Das Album beinhaltet überwiegend balladeskere, bluesigere, getragenere und ruhigere Stücke. Also stilistische Musik, die man von Great White in der Vergangenheit so immer wieder vernehmen konnte, doch kompositorisch ist an manchen Ecken doch etwas die Luft draußen. Einzig das nach Rolling Stones klingende "Saint Lorraine" und "Gone To The Dogs", das sich noch durch die Gegend prügelt, schlagen andere Töne an. Ich weiß nicht so recht, wie ich letzteren einschätzen sollte: 'Hardcore Great White' oder so ... gefällt mir als einzigste Nummer überhaupt nicht. Das nach Grunge klingende "Psychedelic Hurricane" ist dagegen noch ok, und entfernt sich nicht zu weit vom Great White-Sound.

Nach dem furiosen "Rollin' Stoned" war ich von dem Rest ehrlich gesagt zuerst doch etwas enttäuscht. Ich musste mich erst mit dem Opener und dem gelungenen Coverartwork trösten. "Rollin' Stoned" war in den Vereinigten Staaten soetwas wie ein kleiner Hit auf breiterer Ebene, ich hätte es sicherlich nicht schlecht gefunden, wenn die Band diese rock n'rollige Formel weiter verfolgt, und auf dem Album vertieft hätte.

Aber richtig brutal rockten Great White ja nur in ihren Anfangsjahren. In all den Jahren dazwischen bewegten sie sich überwiegend in weitaus bluesigeren, melodischeren Bereichen. Aus dieser Warte betrachtet, ist "Can't Get There From Here" sicherlich kein schlechtes Great White-Album. Wenn man sich ein bißchen damit beschäftigt, kann man viele gelungene Songs und Ideen entdeckten, aber halt leider nicht durchgehend. Gut kommen die Balladen "Silent Night" und "Freedom Song", das rockige "Wooden Jesus" und der Blues "Loveless Age". Das flotte, aber etwas melancholische "Hey Mister" schließt das Album nocheinmal gelungen ab.

"Can't Get There From Here" ist ein fundiertes, gutes Album von Great White, das ein paar sehr gute Lieder aufweisen kann, in seiner Gesamtheit jedoch weder mit den unmittelbaren Vorgängerwerken "Let It Rock" und "Psycho City", noch mit den ganz "großen" Alben der Band mithalten kann. Wirklich beklagen möchte ich mich nur darüber, dass es zu dem Album noch drei weitere Lieder gibt, die mit dem Blues-Rocker "The Good Die Young" auf die japanische Veröffentlichung, und "Hey Bulldog" und "Shine On" auf eine rare Limited Edition verteilt wurden.


Nothing to Lose [Explicit]
Nothing to Lose [Explicit]
Preis: EUR 8,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nichts zu bedauern?, 2. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Nothing to Lose [Explicit] (MP3-Download)
Vor 5 Jahren fanden sich der ehemalige W.A.S.P.-Gitarrist und der ehemalige motörhead-Schlagwerker Phil "Philthy Animal" Taylor in L.A. zu gemeinsamen Sessions zusammen, woraus unter dem Namen Hard Drive im Jahre 2008 soetwas wie eine erste Single das Licht der Welt erblickte. Im Dezember 2012 veröffentlichte Chris Holmes nun sein Soloalbum "Nothing To Lose", welches scheinbar aus der Kollaboration mit Philthy Animal entstand, der dabei auch in die Felle haut.

An dieser Stelle möchte ich sozusagen etwas vorgreifen: begleitend zu seinem Album veröffentlichte Chris Holmes zwei Videoclips zu der Ballade "They All Lie And Cheat" und dem Heavy-Rocker "Way To Be", wobei besonders erstere ziemlich dilettantisch und billig ausgefallen ist, was unter Kommentatoren teils Abscheu, Häme und Spott hervorrief. Ein Kritikpunkt, der mir dabei immer wieder ins Auge stach, war, dass nicht nur die Erscheinung und Präsentation von Chris Holmes, sondern auch seine Musik als Indikator für seine durch Drogen angegriffene Physis genommen wurde. Spätestens seit seinem berühmt-berüchtigten Auftritt in der Heavy Metal-Dokumentation "The Decline Of The Western Civilization II", in dem er betrunken ein Interview gab, und dabei seine anwesende Mutter beschimpfte, gilt Chris Holmes nicht nur als 'mean man', sondern auch als kaputte, kontroverse Persönlichkeit, die gerade auch in jüngerer Vergangenheit mit fragwürdigen Aussagen aufgefallen ist. Bekannt wurde Chris Holmes als Lead-Gitarrist von W.A.S.P., doch assoziiert man mit ihm auch rüpelhaftes, unbekümmertes Verhalten, und intensiven Alkohol- und Drogenkonsum. Seit Jahren scheint er Berauschungsmitteln zugetan zu sein, woran sich bis heute wahrscheinlich auch nichts geändert hat. Das kann man ihm anlasten, ist im Grunde aber allein seine persönliche Sache. Seine Fertigkeiten an der Gitarre scheinen davon nicht beeinträchtigt zu sein, und darum soll es jetzt gehen. Um die Musik.

Erschwerend kommt da allerdings noch hinzu, dass Chris Holmes selbst hinter das Mikro trat, und die Lieder selbst "einsang". Mit Betonung auf die Gänsefüßchen. Ganz gleich, was man davon halten mag, ein ausdrucksstarker Sänger, der mit seiner Stimme umzugehen weiß, ist er wirklich nicht. Viele Lieder kranken an ausdruckslosen und blassen Vokalmelodien. Positiv ist der raue Gitarrensound, der etwas an die Frühphasen von W.A.S.P. erinnert, wobei "positiv" ganz auf die Betrachtungsweise angekommt: der Gesamtsound ist leider weder einheitlich, noch allzu gut, sondern klingt immer wieder nach einem experimentellen Studioprojekt im Demostadium. An manchen Ecken hat das durchaus etwas, trübt aber den Eindruck doch.

Chris Holmes Gitarrespiel ist allerdings gar nicht mal schlecht ausgefallen, sondern ganz ordentlich. Die an-und-für-sich gelungenen Soli erinnern mich teilweise sogar an 'Fast' Eddie Clarke und frühe motörhead. An manchen Stellen fühle ich mich daher an 'frühe motörhead treffen auf frühe W.A.S.P.' erinnert, aber leider viel zu selten. Die Kompositionen sind zwar nicht willkürlich zusammengeschustert, aber vereinzelt doch ziemlich daneben und etwas konfus, wie z.B. "All F****d Up", "Mormon Moron" und "Down In The Hole", wobei sich letzteres aus ruhigeren und härteren Passagen zusammensetzt. Die akustisch gespielten Passagen sind gar nicht so übel, doch die verzerrte Gitarren verwandeln den Song in einen Soundmatsch. Zwiespältig sind auch der von einem Piano eingeleitete, rockende Titeltrack, das etwas nach Nirvana-meets-W.A.S.P. klingende "Loser", der Mid-Tempo-Rocker "Way To Be" und die etwas seltsam anmutende Ballade "They All Lie Und Cheat". Am Besten gefallen mir wohl die atmosphärisch recht düsteren Instrumental-Stücke "Heartbeat" und "Jazz Song", die ein wenig so erdröhnen, als ob sie vom '97er W.A.S.P.-Album "K.F.D." weggelaufen wären. Das melodische Hard Rock-Instrumental "A Flat Minor" am Ende gefällt mir auch noch recht gut, es klingt mir so, als ob es von 1985 von "The Last Command" übriggeblieben wäre.

Klammert man den laienhaften Sprechgesang aus, kann man ein paar nette Sachen und Ideen wahrnehmen, Chris Holmes Gitarrespiel ist wesentlich besser als sein Gesang und die etwas stümperhafte Produktion. Nachdem ich mich dazu getraut habe, mir das Album noch ein paar Mal anzuhören, blieb doch einiges hängen, total daneben ist die Musik also auch nicht, und selbst an Holmes Vocals konnte ich mich etwas gewöhnen.

Doch kann das nicht unbedingt darüber hinwegtäuschen, dass "Nothing To Lose" eine mehr als nur zwiespältige Angelegenheit ist. Ob sein Alkohol-und Drogenkonsum damit zu tun hat, vermag ich nicht zu beurteilen, weckt in mir aber das Gefühl, dass Chris Holmes viel mehr daraus hätte machen können. Würde ich mittels PC und Recording-Software solch ein Album bei mir im heimischen Keller einspielen, wäre ich sicherlich sehr stolz darauf, aber so bleibt leider ein bitterer Beigeschmack. Nachdem ich das Video zu "They All Lie And Cheat" gesehen hatte, wollte ich dem Album eigentlich aus dem Weg gehen, habe es mir dann aber doch gekauft. Ein Fehlkauf? Vor ein paar Jahren hat mich die Chris Holmes/Philthy Taylor-Kollaboration einfach interessiert. 'Animal' trommelt hier nur zahm und schattenhaft im Hintergrund herum. 3 Sterne wären trotz bruchstückenhafter Erinnerungen an frühe W.A.S.P. und die ein-oder andere gute Idee wahrscheinlich zu viel.


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