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"Der_Misanthrop" "*war mir ein Vergnügen*" (6 feet under)

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Nymphomaniac Vol. I & II [2 DVDs]
Nymphomaniac Vol. I & II [2 DVDs]
DVD ~ Charlotte Gainsbourg
Preis: EUR 14,99

16 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen leicht enttäuscht, 9. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Nymphomaniac Vol. I & II [2 DVDs] (DVD)
Nymphomaniac als Gesamtfilm (1+2) hat mich leicht enttäuscht.

zunächst ganz kurz zur Story:

Verletzte und erschöpfte Frau wird von Mann gefunden. Er nimmt sie nach Hause und pflegt sie. Sie erzählt ihm dass sie eine Nymphomanin ist und er ist ein Mann der Literatur, der Kunst und der Wissenschaft. Dabei kennt er alles nur aus Büchern, ein reiner Theoretiker also.
Sie erzählt ihm ihre krasse Lebensgeschichte und er bringt dafür viel Verständnis entgegen. Bis zum Ende...

So, bevor ich anfange den Film zu kritisieren und darzustellen, warum er mir nicht ganz zugesagt hat, möchte ich erwähnen, dass ich Lars von Trier für den vielleicht wichtigsten derzeit aktiven Regisseur der Gegenwart halte, auch wenn er mittlerweile etwas zu sehr "gehyped" wird.
Dancer in the Dark, Dogville, Antichrist, Melancholia und nun Nymphomaniac habe ich mir allesamt im Kino angeschaut und mehr oder weniger genossen. Zudem habe ich mir noch Epidemic, Riget (Kingdom), Breaking the Waves, The Boss of it all und "Idioten" von ihm reingezogen. Bin also nicht ganz unbewandert in Sachen Lars von Trier.

Nun, warum gefällt mir Nymphomaniac nicht mehr so gut? Für mich war das besondere an den von Trier Filmen immer die schauspielerische Leistung der Akteure sowie die beklemmende Atmosphäre, die durch tabubrechende Dialoge und Kameraeinstellungen (Wackelkamera etc.) erzeugt wurde.
Was mich bei Antichrist auch schon gestört hat, tritt nun hier bei Nymphomaniac noch stärker in den Vordergrund: Sex und Gewalt statt schauspielerischer Leistung, Hochglanzpolierte Bilder statt beklemmender Atmosphäre.

Vor allem finde ich einige Rollen ECHT schlecht besetzt. Christian Slater als Joe's Vater. Sehr schlecht. Habe Slater noch nie so schlecht spielen sehen, oder es ist mir vorher nicht aufgefallen. Willem Dafoe bleibt hinter seinen Möglichkeiten, seine Rolle gibt leider auch nicht viel her. Die junge Joe gefällt mir nicht sonderlich, da man sie vor allem im ersten Teil sehr lange sieht, ist das ein echtes Manko. Shia Labeouf und sein älteres Pendant sind irgendwie so lala. Vor allem, warum nimmt man die ganze Zeit LaBeouf als Darsteller in einer im Film spielenden Zeitspanne von über 10 Jahren? Nach einer Zeitspanne von 3 Jahren wechselt dann auf einmal der Darsteller. --> Nicht gut gelöst.
Meinen alten Lars von Trier "Freund" Udo Kier hätte ich dafür gerne mal länger gesehen, er hatte nur eine recht kurze Cameo-Rolle. Wird Zeit dass er mal eine Hauptrolle bekommt.

Irgendwo konnte einen die ganze Thematik garnicht so packen, es war weder schockierend noch erotisch oder was auch immer.

Doch der Film hatte auch eindeutig seine Stärken. Die Musikauswahl war mal wieder herrlich. Bach, Beethoven, Rammstein (hmm naja...). Vor allem die Episode der kleinen Orgelschule hat mir persönlich die Musik von Bach wesentlich näher gebracht als alle anderen Musiklehrer, Kurse etc. davor. Jamie Bell fand ich überraschend gut, die Episode mit ihm gefiel mir mit am besten. Und dann Charlotte Gainsbourg und Stellan Skarsgard! Was die beiden für ein tolles Kammerspiel abgezogen haben, war sehenswert. Jedesmal wenn der Film KEINE Sexdarstellungen oder sonstige Episoden enthielt, sondern sich einfach nur auf das Schlafzimmer von Zeligman (Skarsgard) und Joe (Gainsbourg) fokussierte wurde es richtig GUT.

Ok, ich fange gleich an zu spoilern, deshalb bitte nicht weiterlesen, wer den Film noch nicht gesehen hat.
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Zeligman präsentierte sich als überaus belesenen, aber absolut theoretischen Menschen. Bei jedem Thema kannte er sich aus, egal ob Fliegenfischen, Knotenkunde, Musiktheorie etc. Aber Joe, die weit weniger intellektuell, aber viel mehr Lebenserfahrung hatte, konnte ihm argumentativ das Wasser reichen und ihn teilweise sogar übertreffen. Die beiden erinnerten mich irgendwie an Narziss und Goldmund aus den gleichnamigen Werk von Hermann Hesse.
Dabei kamen Themen zur Aussprache, die in modernen westlichen Gesellschaften viel stärker tabuisiert sind als diese "Sexgeschichte".
Nämlich Antisemitismus bzw. Antizionismus, Rassismus und Zensur, Pädophilie, Christentum.
Joe und Zeligman lieferten einen Diskurs stellvertretend für UNS ab. Wo Politiker und sonstige Menschen des Rampenlichts Berührungsängste haben und sich nicht trauen, heikle Themen anzugehen, so taten diese beiden es für uns.

Das Ende des Filmes hingegen überraschte mich nicht sonderlich, ähnlich kannte man es schon aus "Dogville". Joe MUSSTE Zeligman erschießen. Zeligman war der erste Mensch dem sie absolut vertrauen konnte und wollte und den sie als ersten Freund ansah. Dass er sich dann letztlich als genauso "primitiv" und egoistisch entpuppte wie alle anderen, muss sie so dermaßen geschockt und ihr letztes bisschen Vertrauen vollends vernichtet haben, so dass sie ihn auch vernichten musste.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 23, 2014 1:08 PM MEST


Snowpiercer [Blu-ray]
Snowpiercer [Blu-ray]
DVD ~ Chris Evans
Preis: EUR 9,97

74 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Luhmann-Habermas Debatte als Sci-Fi-Movie!, 7. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Snowpiercer [Blu-ray] (Blu-ray)
Mal wieder ein toller Film, der an den Kinokassen leider untergegangen ist.

Snowpiercer ist entweder ein Science-Fiction/Actionfilm mit philosophisch-soziologischer Note, oder eine gesellschaftstheoretische und philosophische Debatte, die in einem Action-Korsett eingebettet ist.

Kann man sich aussuchen.

Worum gehts? (in Stichworten):
- düsteres Endzeit-Zukunftsszenario
- letzte überlebende Menschen in einem unentwegt fahrenden Zug eingesperrt
- Passagiere in Zug getrennt zwischen "Oberschicht" und "Unterschicht"
- Unterschicht will (mal wieder) Revolte anzetteln, um ihre prekäre Lebenssituation zu verbessern

Was sieht man in dem Film? (in Stichworten):
- einen Zug
- einen überzeugenden Chris Evans
- eine grandiose Tilda Swinton
- massenweise Action und Gemetzel (Brutalität hält sich aber in Grenzen)
- ein überraschendes, gutes und nachdenkliches Ende

Was gefällt an dem Film?
- Der Handlungsverlauf
- überraschende, unvorhersehbare Momente
- stimmige Action
- Der intelligente Inhalt
- Chris Evans (mal) als seriöser Darsteller
- Tilda Swinton
- John Hurt

Was kann nicht überzeugen?
- Die teilweise billigen Computer-Effekte
- einige wenige Logikfehler (der kleine Pelzmantel etc.)
- die dunkle Vergangenheit des Helden kommt irgendwie nicht glaubwürig daher.

So, jetzt kommt der Teil mit den SPOILERN, SPOILERN, SPOILERN, ab hier nicht weiterlesen, wer nicht zu viel erfahren will...
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Das eigentlich grandiose an dem Film ist die Philosophie, die dahinter steckt. Es werden dabei zwei verschiedene "Weltanschauungen" gegeneinandergestellt.
Zum einen hat man die "Klassenkampf"-Theorie der Unterschicht bzw. jene des Anführers, gespielt von John Hurt. Dabei geht es darum, dass die Unterschicht von der herrschenden Oberschicht ausgebeutet und unterdrückt wird. Ziel des Kampfes ist es, die soziale Ungerechtigkeit zu überwinden und die Klassen letztlich aufzulösen. Klassischer Marxismus halt. Das ist auch die Position des deutschen Philosophen und Intellektuellen Jürgen Habermas.

Die andere Theorie ist die der "Systemtheorie". Das Leben im Zug (und in der Welt?) ist ein in sich geschlossenes System, welches eine bestimmte Balance aufweist und nur in dieser Balance Bestand hat und funktionieren kann. Es ist eine Theorie, die alles rechtfertigt, was es in diesem System gibt, da es systemerhaltend ist und wirkt. So sind die soziale Ungleichheit, die Gewalt, das Stehlen der Kinder, die Genozide und sogar die Revolten und Aufstände nötig, um das Gleichgewicht im Zug aufrecht zu erhalten. Das ist vergleichbar mit der Position des deutschen Soziologen Niklas Luhmann (†).
Diese Theorie ist wesentlich perfider, da sie sogar die Theorie des Klassenkampfes inkludiert, aber sie insofern pervertiert, indem sie sie für die Aufrechterhaltung der Balance und somit der sozialen Ungleichheit rechtfertigt, und somit umkehrt.

Dies ist auch der Kasus Knaxus im Film.

Als der Hauptdarsteller Curtis (Chris Evans), der für den Klassenkampf und die Klassenüberwindung steht, nämlich am Ende des Films zu dem Erschaffer und Herrscher des Zuges gelangt, um diesen zu beseitigen, erwidert dieser, überzeugend gespielt von Ed Harris, dass er auf Curtis gewartet habe, da Curtis sein Nachfolger werden solle, um die Hierarchie und die Balance innerhalb des Zuges aufrecht zu erhalten.

Wilford (Ed Harris), der Herrscher des Zuges, geht sogar noch einen Schritt weiter. Er behauptet, dass der geistige Mentor von Curtis, von Wilfords Plänen gewusst habe und ständig mit ihm zusammengearbeitet habe und das auch die von ihm angezettelten Revolten nur dafür da gewesen seien, die Population zu reduzieren und das System im Zug stabil zu halten. Auch habe er gewusst, dass Curtis der neue "Führer" des Zuges werden solle.

Bezogen auf die Theorien von Habermas und Luhmann würde das in etwa bedeuten, dass Habermas garnicht die soziale Ungleichheit und das Klassensystem überwinden wollte, sondern mit der Systemtheorie konform geht und den Klassenkampf nur für die Erhaltung des Klassensystems will.
Ganz schön harter Tobak und eine ganz schöne Anschuldigung.

Curtis ist verständlicherweise extrem geschockt durch diese Behauptung, sein ganzes "Weltbild" gerät aus den Fugen und er muss sich entscheiden, ob er der neue "Führer" werden-, oder das gesamte System auslöschen soll.

Ich weiß, das ist meine Interpretation, und vielleicht lehne ich mich dabei ganz schön aus dem Fenster, aber man kann es durchaus so deuten.

Übrigens denke ich, dass die Besetzung von Ed Harris in der Rolle von Wilford eine ganz klare filmische Anspielung auf die "Truman-Show" ist. Dort verkörpert Ed Harris nämlich ebenfalls den Strippenzieher, als "Regisseur".

Ja, warum vergebe ich nur vier Punkte und keine fünf? Der Film ist gut, vielleicht sogar sehr gut, aber die fünf hat er nicht verdient, da er dann doch nicht das Zeug zum Klassiker oder Kultfilm hat. Trotzdem sehr sehenswert!
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 31, 2015 12:32 AM CET


Heidelberger Spieleverlag HE532 - King of Tokyo
Heidelberger Spieleverlag HE532 - King of Tokyo
Preis: EUR 25,80

1 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Reines Glücksspiel, vergleichbar mit Kniffel!, 8. September 2013
= Haltbarkeit:2.0 von 5 Sternen  = Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen  = Pädagogisch wertvoll:1.0 von 5 Sternen 
King of Tokyo ist vergleichbar mit Kniffel und basiert demnach aus 90% Glück und 10% Strategie.

Als eines von fünf möglichen Monstern müssen sie Tokyo heimsuchen, Erfahrungspunkte und Blitzpunkte sammeln, dabei aber gleichzeitig nicht sterben.

Was sich anhört wie ein spannendes Taktikspiel besteht fast ausschließlich aus Würfelglück.

Strategisches Können ist nicht gefragt, zudem sind die Zusatzkarten, die durch die Blitzpunkte "gekauft" werden können, extrem unausgeglichen. Da gibt es Karten die nahezu nutzlos sind, und wiederrum andere, die das ganze Spiel ausmachen.

Alles in allem nicht empfehlenswert, auch für Kinder gibt es da weitaus besseres, z.B. das verrückte Labyrinth.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 24, 2014 5:25 PM CET


Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger
Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger
DVD ~ Suraj Sharma
Preis: EUR 6,49

12 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Cast Away" trifft auf "Big Fish" - oder doch nicht?, 15. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger (DVD)
Kurzbewertung:

4/5 Sterne

Positiv:
- 3 Bedeutungsebenen
- Der Hauptdarsteller
- Musik

Negativ:
- Computeranimierte Tiere
- der etwas lange Mittelteil auf dem Boot

Möchte ich einem Freund oder Bekannten auf die Frage antworten, wie der Film "Life of Pi" sei, habe ich zwei Möglichkeiten.

Habe ich wenig Zeit und schätze ich den Bekannten als etwas "bodenständiger" und wenig philosophisch-/ theologisch interessiert ein, dann sage ich ihm "Life of Pi" wäre eine Mischung aus "Cast Away" mit Tom Hanks und "Big Fish" von Tim Burton.

Habe ich aber etwas mehr Zeit und ich merke dass mein Gegenüber mit mir auf einer Wellenlänge ist, so fange ich an zu erzählen:
"Weißt Du, es geht um eine wundervolle indische Parabel, die ein intelligenter und humorvoller Mensch erzählt. Es geht um die Subjektivität von Wahrheit und den Sinn von Religion. Die aus dem Trailer bekannte Szenen mit dem Tiger und dem Boot sind große und nicht unwichtige Bestandteile des Filmes, aber sie sind nicht die entscheidenden. Die entscheidenden sind die in denen der reife Pi dem jungen Schriftsteller etwas erzählt.

Jetzt wird es langsam schwierig weiterzumachen ohne zu spoilern, deshalb:

SPOILERWARNUNG!
SPOILERWARNUNG!
SPOILERWARNUNG!

Der Film offenbart 3 Bedeutungsebenen:

Die erste Ebene: Die Handlung die man sieht. Ein junger Mann gerät durch ein Schiffsunglück auf offene See. In seinem Boot befinden sich mehrere Tiere.
---> Das ist die cineastische Unterhaltungsebene

Die zweite Ebene: Ein junger Schiffbrüchiger muss einen unmenschlich grausamen Überlebenskampf auf einem Boot ausfechten. Er sieht wie seine Mutter ermordet wird, wird Zeuge von Kannibalismus und tötet letztlich den Mörder seiner Mutter. Um dieses traumatische Erlebnis überhaupt verkraften zu können, flieht er in die erste Ebene.
---> Das ist die psychologische Ebene

Die dritte Ebene: Ein weltgewandter, intelligenter und gewitzter Inder, der seine Spiritualität nicht verloren hat, erklärt einem jungen, westlichen Autor mit Schreibblockade, warum und wie es möglich ist, Anhänger mehrerer Religionen zu sein, warum Religion in Zeiten knallharten Rationalismus und Logismus immer noch wichtig ist und warum Wahrheit letztlich immer subjektiv ist und dass es nicht immer Sinn macht nach dem "Warum" bzw. der Ursache aller Dinge zu forschen, sondern sich auf das hier un jetzt zu konzentrieren.
---> Das ist die philosophische Ebene.

Die Handlung wirkt also auf den ersten Blick simpel und überschaubar, entfaltet sich aber mit zunehmenden Denken und lädt ein zum Sinnieren und Philosophieren.

Allerdings hat mir das, was die anderen Zuschauer gut finden und was auch im Trailer ausgiebig gezeigt wurde nicht so gut gefallen.

Da wären: die Tiere. Nahezu alle Tiere im Film sind computeranimiert. Das lässt die Natur künstlich erscheinen, zumindest ich konnte auch kein Mitgefühl bzw. keine Empathie zu den Tieren aufbauen. Das fand ich sehr bedauerlich.
Deshalb kamen auch einige Szenen nicht authentisch rüber, vor allem die, in denen Tiere von anderen Tieren gefressen werden.
Mir ist dabei vollkommen klar, dass man diese Szenen nicht mit realen Tieren drehen konnte. Aber dies ist auch ein Grund, warum das Buch lange als unverfilmbar galt.

Die speziellen Bootsszenen, wie etwa der komplette "Charakter" Richard Parker, bei dem jeden Katzenkenner sofort erkennt, wo die Grenzen der Computeranimation liegen, oder die Quallen oder der Wal oder der künstliche Sonnenuntergang- alles nette Effekthascherei, aber umgehauen hat es mich nicht.

Meine Lieblingsszene im Film ist übrigens die "Märchenerzählung" in der es darum geht, dass Krishna Dreck gegessen haben soll. Als der Zuschauer in Krishnas Mund schaut, sieht er das ganze Universum in leuchtenden Farben. WOW!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 22, 2013 3:41 PM MEST


Der Hobbit: Eine unerwartete Reise
Der Hobbit: Eine unerwartete Reise
DVD ~ Sir Ian McKellen
Preis: EUR 4,99

4 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fast alles richtig gemacht. Tolles Popcorn-Kino, 9. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Hobbit: Eine unerwartete Reise (DVD)
Ich bewerte diesen Film aus der Perspektive von jemandem, der "Der Herr der Ringe" und "Der Hobbit" gelesen hat, bevor die jeweiligen Filme ins Kino kamen.

Generell stehe ich Tolkien und seinen Werken relativ neutral gegenüber, bin also nicht der allergrößte Fan.

So, zum Hobbit.

Der Film fängt ruhig und gemächlich an. Gut, es gibt genug Zeit für den Handlungseinstieg und die Charakterentwicklung. Das finde ich immer wichtig.

Martin Freeman als Bilbo finde ich wesentlich gelunger als Elijah Wood in der Rolle des Frodo.

Der Darsteller des Thorin Oakenshield, dessen Name mir nicht bekannt ist, erfüllt die Rolle des ehrgeizigen, aber auch etwas egoistischen Anführers recht gut.

Ian McKellen als Gandalf ist gut wie eh und je.

Den Gastauftritt von Christopher Lee als Saruman fand ich ebenfalls nicht störend, obwohl dieser im Buch garnicht auftaucht. Es ist, ganz im Gegenteil sogar, erstaunlich, dass dieser Mann in seinem hohen Alter noch als Schauspieler tätig ist.

Das von vielen kritisierte "Sauf- und Fressgelage" der Zwerge bei Bilbo Beutlin finde ich gelangen, es bringt einem die einzelnen Personen näher und man baut Sympathien zu eben jenen auf. Auch finde ich diese Sequenz nicht zu lang.
Das eingestimmte Lied saugt einen in die Tolkien-Welt ein und baut viel Atmosphäre auf.

Den Rest der Handlung finde ich auch sehr gelungen.

Die Änderungen bzw. Hinzudichtungen im Vergleich zu dem Buch "Der Hobbit" empfinde ich als gelungen und stimmig.

Das Einbetten der Geschichte rund um den "Hexenmeister" finde ich spannend, lenkt aber auch nicht zu sehr von der Haupthandlung ab.

Radagast, der Braune, hat mir sehr gut gefallen. Ein sehr mächtiger, aber auch verschrobener und etwas verwirrter Zauberer, der im Einklang mit den Tieren und der Natur lebt, ist mir sehr sympathisch. Sein genialer Kaninchenschlitten war für mich fast das Highlight des Films. Ich fühlte mich an die Rennschnecke aus der "unendlichen Geschichte" und dem Killerkaninchen aus "Die Ritter der Kokosnus" erinnert.

Die Handlung des Films gewinnt mit der Zeit immer mehr an Fahrt, wie ein Felsen der ins Rollen kommt. Teilweise war es mir sogar ein wenig zuviel Action.

Ein paar Sachen haben mir nicht ganz so gut gefallen:

Die Filmmusik ist nicht schlecht, sie ist aber im Vergleich zum Herr der Ringe weniger opulent, auch gibt es nicht so viele verschiedene Themen, bzw. neue Themen.

Die Begegnung mit den Felsriesen ist viel zu übertrieben und unglaubwürdig. Das würde keiner überleben!

Die Actionszenen in den Ork-Katakomben fand ich ebenfalls übertrieben. Es ist etwas unglaubwürdig, dass eine Gruppe von Zwergen sich besser in den Katakomben auskennen und diese zu ihrem Vorteil nutzen als die Orks, die dort schon seit Urzeiten leben.

Insgesamt hat der Film großen Spaß gemacht beim Sehen, er war sehr unterhaltsam, die häufigen, humorvollen Einlagen haben das ganze aufgelockert und waren nie unpassend, im Gegensatz zum Herr der Ringe, wo man mit einem Skateboardfahrendem Legolas vorlieb nehmen musste.
Auch kamen die Charaktere einem lebendiger, tiefer und sympathischer rüber als bei Herr der Ringe.
Deshalb würde ich den Hobbit dem Herrn der Ringe vorziehen, was ich aber auch bei der Buchform ebenfalls so sehe.


Portal 2
Portal 2
Wird angeboten von Gameland GmbH
Preis: EUR 54,99

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ganz nett!, 20. Dezember 2012
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Portal 2 (Computerspiel)
Portal 2 wird gerne als "3-D Ego-Puzzle-Shooter" verkauft.

Zum einen hat das Spiel mit einem Shooter nichts gemeinsam, das es hier nicht ums Ballern geht sondern um das "Rätsel lösen".

Wir haben also ein Puzzle- Spiel in einer Ego-Perspektive.

Die Grafik ist gut, die deutsche Sprachausgabe ebenfalls. Bugs sind mir keine aufgefallen.

Die Rätsel sind mittelschwer, ich habe für den Single-Player-Mode 12 Stunden gebraucht.

Räumliches Denken und kombinatorisches Geschick sind sehr hilfreich, ein gutes Timing bzw. eine schnelle Reaktionszeit sind eher selten gefragt.

Zum Co-Op-Modus kann ich leider nichts sagen, da ich diesen noch nicht ausprobiert habe.

Meine Empfehlung für dieses Spiel ist, dass man es ruhig mal durchspielen kann, ein absolutes Kultspiel oder einen großen Wiederspiel-Wert hat es aber nicht.

Mein Tip: Wer auf richtig knackige Rätsel steht, wo auch gutes Timing gefragt ist und man auch teilweise richtig schnell reagieren muss, dem sei das Spiel "Kula World" auf der Playstation 1 wärmstens empfohlen.
Es ist das beste Rätse-Spiel das ich bis jetzt gespielt habe.


Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten
Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten
von Daniel Kehlmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen unsägliches Geschreibsel!, 26. August 2012
Eigentlich dürfte ich über dieses Buch keine Rezension schreiben, da ich bei "Ruhm" nur eineinhalb Kapitel ausgehalten habe.

Der Grund:

Es ist einfach in meinen Augen grauenhaft schlecht geschrieben.

Der Schreibstil ist so dermaßen 08/15 durchschnittlich, dass dies jeder halbwegs ambitionierte Deutsch-LK Schüler mindestens genauso gut hinbekommen hätte.

Die Charaktere wirken leblos und schemenhaft. Die innerliche Gedankenbeschreibung ist kümmerlich. Eine Beschreibung der Umgebung findet nahezu nicht statt.
Frauen kommen einfach sauschlecht weg.
Frauen sind in diesem Roman Wesen, die dauernd schlecht gelaunt sind, zur Hysterie neigen, einen schlechten Geschmack haben und auch noch dumm sind.

Vielleicht bin ich auch einfach nur zu verwöhnt durch Hesse, Dostojewski und Kafka, aber selbst im deutschsprachigen Bereich sehe ich für Kehlmann bzw. diesen Roman keine Daseinsberechtigung.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 27, 2013 9:31 PM MEST


Drive
Drive
DVD ~ Ryan Gosling
Preis: EUR 7,99

3 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen enttäuschend!, 4. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Drive (DVD)
In froher Erwartung auf einen guten, anspruchsvollen, spannenden Film, mit einer guten Charakterentwicklung und einer durchdachten Handlung, schaute ich mir Drive an.

Doch ich wurde in fast allen Belangen enttäuscht.

Ein wortkarger Held, der die Zähne nicht auseinanderbekommt, ein "Immer-Nacht"-Szenario, eine schreckliche 80er-Jahre-Musik, Bösewichte, die so blass und interessant daherkommen wie Rauhfasertapete, eine Handlung, die man in einem 20-minütigen Kurzfilm unterbringen könnte, übertriebene Brutalität.

Das alles ist Drive.

Meiner Meinung nach hat der Regisseur zu oft GTA - Vice City bei Nacht gespielt und sich gedacht:"Daraus mache ich einen Film".

Nein, nein. Ein anspruchsvoller und vor allem guter Independent-Film schaut anders aus.


Load
Load
Preis: EUR 10,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Metallicas bestes Album., 21. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Load (Audio CD)
Für mich ist Load das beste Album von Metallica.

Warum?

Der Stil: Mit "Load", aber eigentlich auch schon mit dem Vorgängeralbum "Black Album" wandten sich Metallica ab von ihren pubertären Metal-Wurzeln, und wandten sich erwachseneren, ausgereifteren Musikstilen zu, wie etwa dem Hardrock und dem Blues. Das merkt man an der Musik und an dem Feeling. Das ganze Album wirkt sehr erdig, sehr stark, sehr rockig, sehr erwachsen. Es riecht nach Benzin, Whiskey, Rauch und Pistolen.

Der Sound: Das Album ist sehr satt und fett aufgenommen. Vorbei sind die Zeiten von schlecht abgemischten Alben wie etwa "Kill em all" oder "And Justice for All". Auch Hetfields Stimme ist hier sehr gereift und hat qualitativ gewaltig einen Sprung nach oben gemacht. Super!

Die Kompositionen: Das Album ist abwechslungsreich wie nie. Ob richtige "Rock"-Songs, Metal-Tracks, (Halb)-balladen, Blues oder sogar ein Countrytrack, alles gibts auf Load. Die Lieder sind richtig gut arrangiert und zeugen von einem durchdachten und gereiften Songwriting. Zudem gibts auch wieder einige überlange Lieder wie den genialen Abschluss-song "The Outlaw Torn", den ich persönlich für einen der besten Metallica Tracks aller Zeiten halte. Zudem ist die Spielzeit von knapp 79 Minuten unschlagbar gut.

Anspieltips: ain't my bitch, the house jack built, until it sleeps (!), Hero of the day, mama said (!), the outlaw torn (!)

Das Artwork: Erstmals sieht das Metallica-Logo nicht mehr aus wie ein reines Metal-Logo, es wirkt etwas dezenter, aber nicht minder selbstbewusst eindrucksvoll.

Die Abbildung des Covers, eine Melange aus Blut und Sperma, den Quell alles Lebens, zeigt schon an wohin die musikalische Reise geht, nämlich Back to the roots, also zurück zum Ursprung des heutigen Metals und Hardrock, nämlich zum Blues. Und genau das hört man den Songs an.
Das Booklet wartet ebenfalls mit einer so großen Anzahl an Seiten und Bildern auf, wie ich es bei noch keinem anderen Album gesehen habe. Sehr eindrucksvoll!

Leider ließen sich Metallica zu sehr von ihren alten Fans belabern, und lieferten nach dem genialen Load und dem schwächeren Reload, ein sehr enttäuschendes, dem "Nu-Metal" anbiederndes St.Anger ab und danach einen eher lahmen Kaffesatzaufguss namens Death Magnetic, der zum einen schlecht aufgenommen ist und zum anderen den Charme von zweitklassigen "Master-of-Puppets" und "Justice-for-All" - Tracks versprüht.


Moonrise Kingdom
Moonrise Kingdom
DVD ~ Bruce Willis
Preis: EUR 5,69

9 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Bild & Ton Topp, Charaktere und Handlung Flopp!, 9. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Moonrise Kingdom (DVD)
Zugegeben, mit Wes Anderson kann ich micht nicht so recht anfreunden.

Auch nicht bei diesem Werk.

Zunächst die positiven Aspekte des Films:

- Kamera: Es gibt sehr originelle Kamerafahrten, Einstellungen und Aufnahmen. Auch das Bild ist sehr gut.

- Musik: Die Musik ist mit Abstand das beste am Film. Mal skurril, mal humorvoll-kindisch, mal romantische Stücke von Schubert, mal Eigenkomposotionen.

Kara Hayward als Suzy: Ein pubertierendes, aufbegehrendes Mädel, dass sich von den spießbürgerlichen Konventionen missverstanden fühlt. Sehr gut gespielt!

Jetzt kommen die negativen Aspekte:

- Die Handlung: Junge und Mädchen verlieben sich in einander, türmen zusammen und werden verfolgt. PUNKT. Sehr dünne Handlung, ziemlich vorhersehbar. Zudem gibt es einige unpassende, überflüssige Szenen.

- Die "Altstars": Im Film gibt es eine ganze Riege von Stars und Altstars: Bill Murray (mal wieder), Bruce Willis (recht gut), Tilda Swinton, Harvey Keitel und Edward Norton (hätte man noch mehr draus machen können).

Die meisten von ihnen wirken im Film ziemlich blass und eindimensional, es gibt kaum Charakterentwicklungen, wenig glaubwürdige, emotionale Szenen.

Die Erwachsenen wirken vielmehr wie gesichtslose Platzhalter, wie symbolische Figuren für bestimmte Cliché - Erwachsenen.
Dafür hätte man keine Top-Stars gebraucht!

- Der übertriebene "Style"-Faktor: Die Kamerafahrten sind zwar sehr originell, insgesamt wirkt der Film aber viel zu konstruiert, zu berechnend, zu konzeptionell.
Es gibt insgesamt zu wenig wenig Freiheiten für die Charakterentwicklung innerhalb der straffen Handlung.
Stellenweise hat mich der Film an einer Dauerwerbesendung für ein Lifestyleprodukt wie "H&M" oder "Calvin Klein" erinnert.
Alles war SO PERFEKT in Szene gesetzt. Wie bei einer Werbung.
Sogar der kleine, männliche Hauptdarsteller wirkte mit seiner Retro-Ray-Ban-brille und seinem Weirdo-Auftreten wie ein wichtigtuerischer, metrosexueller Internet-Bohéme mit eigenem Modeblog.

Von daher 2/5.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 12, 2013 10:01 AM MEST


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