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Rezensionen verfasst von
Norbert Carls
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Rebel Heart (Limited Super Deluxe Edition)
Rebel Heart (Limited Super Deluxe Edition)
Preis: EUR 25,99

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Flop Nr. 3, 18. März 2015
„Rebel Heart“ klingt an manchen Stellen etwas frischer und innovativer als die beiden Stagnationsalben „Hard Candy“ und „MDNA“. Oder besser: es scheint so. Denn hier rebelliert nur die Langeweile gegen sich selbst. Weder Akustikgitarren, die zugegeben sehr gut im Zusammenspiel mit der Elektronik klingen, noch Madonnas an einigen Stellen angenehm natürliche und tiefe Stimme füllen dieses Loch. Und dann machen die Songs, in denen Madonna wie eine quäkende 15-jährige Casting-Show-Kandidatin klingt, sowieso jeden Rest von Stimmung, der bei Songs wie „Devil Pray“ oder auch „Rebel Heart“ aufkommen könnte, komplett zunichte.

Dieses Album ist überhaupt nicht zu retten. Und das ist sehr schade, denn es klingt sehr dynamisch und ist keineswegs auf Formatradio abgestimmt. Aber wir sehen wieder einmal: auch Audiophiles kann musikalischer Ausschuss sein – was einige Audiophile nicht stört, ok, diese Zielgruppe wird an diesem Album vielleicht ihren Spaß haben. Ausschuss im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Samples, die man in der Vergangenheit rausgeschnitten hat, wurden hier neu zusammengefügt, dies aber sehr lieblos, kalt und dilettantisch obendrein. Dilettantisch, weil es so offensichtlich ist. Was Lady Gaga auf ihren ersten Alben kunstvoll umsetzte, nämlich das „Zusammenklauen“ von bekannten Elementen und deren raffiniertes Re-Compiling, wird auf „Rebel Heart“ zur Realsatire.

Caroline Kebekus, das Thema Helene Fischer ist abgenudelt, sag mal was zu Madonna. Ach ja, Caroline, und wirf dabei einen Blick auf die Texte, die scheinen mir nämlich die ein oder andere fundamentalchristliche Botschaft zu enthalten.

Madonna erfand sich mal stets selbst, und das machte sie richtig gut, es klappte bis „Confessions on a Dance Floor“ (2005). Die beiden Folgealben waren schon sehr nichtssagend, aber immerhin stand sie da noch zu sich selbst. Auf „Rebel Heart“ kopiert sie nun nur noch die, von denen sie einst kopiert wurde. Forever young geht anders!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 31, 2015 8:28 PM MEST


Der Pianist (Einzel-DVD)
Der Pianist (Einzel-DVD)
DVD ~ Adrien Brody
Preis: EUR 5,99

5.0 von 5 Sternen Geschichte in der Geschichte, 17. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Der Pianist (Einzel-DVD) (DVD)
Dass diesem Film die Musik fehle, stimmt ja nicht!

Das genau Gegenteil ist der Fall. Die Musik ist sogar das zentrale Thema dieses Films. Schließlich lautet der Titel ja auch „Der Pianist“. Nur, dass diesem Pianisten die Musik für lange Zeit abhanden kommt…

Aber der Pianist überlebt das Grauen, und so endet der ansonsten „musiklose“ Film mit Musik, so wie er begonnen hat. Die Musik hat sich dem ganzen Horror widersetzt und ist wieder da, als ob nichts gewesen wäre. Der Pianist aber ist nicht mehr der, der er vorher war, er wird das Erlebte bis an sein Ende in sich tragen, und das sollte uns bewusst sein und auch zum Nachdenken anregen.

„Nebenbei“ wird der Schrecken des Warschauer Ghettos und der Nazi-Willkür sehr eindringlich und halbdokumentarisch dargestellt. Das ist außerordentlich gut gelungen. Die Episode mit dem Nazi-Offizier zeigt uns, dass das mit Versöhnung und Reinwaschung von Schuld nicht so einfach ist. Ja, der Offizier hat unseren Pianisten gerettet, aber er bekommt dafür keinen eigenen Film, sondern stirbt ein paar Jahre später als anonyme Häftlingsnummer in Russland.

Doch, dieser Film ist ein Meisterwerk, auch und gerade weil er uns zeigt, dass zum Verständnis dieser Zeit die Betrachtung der Einzelschicksale wichtig ist. Und ich denke, da gibt es noch viel zu erzählen.


Same (1989)
Same (1989)
Wird angeboten von musicwebshop
Preis: EUR 18,45

5.0 von 5 Sternen Just a memory now..., 9. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Same (1989) (Audio CD)
Paul Kantner, Grace Slick, Jorma Kaukonen, Jack Casady und Marty Balin treffen sich noch einmal und machen ein Album, das noch einmal all das enthält, was diese legendäre Gruppe ausmacht.

Da wird man wehmütig, denn so überraschend wie der Augenblick dieser Reuinon gekommen war, so schnell und unspektakulär war er schon wieder vorbei.

Noch einmal hören wir Grace Slick, wie sie mit ihrer unverwechselbaren Stimme ihre eigenen, starken Songs singt. Mit Songs wie "Freedom" und "Common Market Madrigal" öffnet sie noch einmal ihr Herz und sagt uns kraftvoll Tschüss. Nicht weniger eindrucksvoll die Gesangesbeiträge der Jefferson-Airplane-Gründer Marty Balin und Pauil Kantner. Mit "Ice Age" kommt Jorma Kaukonen, der sich in den Jahren nach 1974 sehr rar gemacht hatte, noch einmal richtig zurück. Und mit "Summer of Love" schenkt die Hippie-Gruppe der Hippie-Zeit und allen überlebenden Hippies von heute einen würdigen Song, und die Jüngeren, die nicht dabei waren, ahnen, dass das toll gewesen sein muss. Mit "Upfront" gibt es Gitarrenunterricht mit Jorma, und was für einen!

Auch alle anderen Titel sind stark, es kommt keine Sekunde Langweile auf. Eine zeitlos gute Platte, die seinerzeit vollkommen zu Unrecht abgewertet wurde. Egal, wie die Umstände damals waren, dieses Album kommt hochemotional rüber und nimmt den Zuhörer mit in eine Welt der Liebe und Leidenschaft!


Senza Paura
Senza Paura
Preis: EUR 20,68

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Angst, ich schreie nicht!, 2. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Senza Paura (Audio CD)
Italienische Popmusik ist ja in Deutschland sehr populär, aber das gilt vor allem für die männlichen Künstler, Eros Ramazzotti, Zucchero, Paolo Conte u.v.a. Die Frauen kommen nicht ganz so gut an, was daran liegen mag, dass ihr Gesang oft in Geschrei ausartet und zuweilen ziemlich krächzt, ohne dabei zu rocken. Andere Sängerinnen aus dem Bereich des italienischen Schlagers haben sicher auch mit der starken, meist blonden Konkurrenz in Deutschland zu kämpfen.
Giorgia trifft mit ihrer nicht zu hohen, aber auch nicht zu tiefen, warmen, samtigen und etwas souligen Stimme sicher mehr den teutonischen Geschmack als so manche ihrer italienischen Kolleginnen. Und auf „Senza Paura“ wird es auch keine Sekunde langweilig, die von verschiedenen italienischen Autoren stammenden Titel passen ihr allesamt wie angegossen. Die eher ruhig und dabei sehr sinnlich auftretende Sängerin fällt in Italien angenehm aus dem Rahmen - wer Norah Jones, Alicia Keys oder vielleicht Katie Melua mag, wird sich mit ihren Liedern sehr wohl fühlen.


Cheek to Cheek (Deluxe Edition)
Cheek to Cheek (Deluxe Edition)
Preis: EUR 15,49

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Cruisin' Gaga, 2. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Cheek to Cheek (Deluxe Edition) (Audio CD)
Dieses Album ist nichts für “Jazzfans” oder gar “Jazzkenner”. In Anführungszeichen, weil mir, naja, sorry, diese „Jazzkenner“ zuweilen etwas auf den Geist gehen mit ihren Standardkritiken „Das ist kein Jazz“, „Unterirdisch“ usw. Solche eng gefassten Sichtweisen widersprechen eigentlich dem Geist des Jazz, der eher nach allen Seiten hin offen ist. Zumindest seitens der Musiker, die es leider oft mit einem sehr engstirnigen Publikum zu tun haben.

Also, „Cheek to Cheek“ ist kein Jazz. Zufrieden?

Es ist einfach Lady Gaga, die sich einen Spaß daraus macht, mit einem alten Crooner, der eigentlich auch kein Jazzer ist, ein Album aufzunehmen. Und offenbar macht es ihr Spaß. wen kümmert es denn, wie man das nennt?

Die richtige Musik für entschleunigte Momente, nicht mehr und nicht weniger. Und Lady Gaga kann singen, hat eine schöne, sinnliche, erotische, und geben wir es doch zu, geile Stimme im wahrsten Sinne des Wortes. Wer das trotz der tollen Dynamik der Aufnahme nicht aushält, kann auf das Album auch verzichten, letztlich verpasst er nicht so viel.

Aber drüber aufregen muss man sich auch nicht.


Steel Wheels
Steel Wheels
Preis: EUR 25,42

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser oder schlechter?, 28. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Steel Wheels (Audio CD)
Wir schreiben das Jahr 1989. Die Stones sind Mitte Vierzig, bis auf Bill Wyman, der ist schon 53. Aber das sind nur Zahlen in Personalausweisen, denn die Jungs legen hier noch einmal richtig los. Und heute wissen wir, dass sie damals erst die Hälfte ihrer mittlerweile über 50-jährigen Karriere hinter sich hatten!
Das Album hat alles, was eine Stones-Scheibe braucht, es rockt, es wird bluesig, und bei „Continental Drift“ kommen sogar Erinnerungen an die Psychedelic der 60er-Jahre auf. Da fehlt wirklich gar nichts!
„Steel Wheels“ wurde seinerzeit eher wenig wahrgenommen, positiv schon gar nicht, aber ich denke, es lohnt sich, mal vorurteilsfrei hineinzuhören. Wer davon müde geworden ist, seit 47 Jahren darüber zu schimpfen, „Aftermath“ sei das letzte gute Stones-Album gewesen, kann das ja auch in einem gemütlichen Sessel tun. Das Album klingt nämlich keineswegs wie die typischen glattgeschliffenen Formatradioalben der 80er, sondern bietet erstklassigen, schmutzigen und gleichzeitig dynamischen Stones-Sound, und wir ahnen: die 90er-Jahre sind nicht mehr weit, und da sollte man sich ja bekanntlich auf die 70er-Jahre zurückbesinnen.
Ich persönlich empfehle die Original-Vinyl aus dem Jahr 1989, findet man problemlos in den Weiten des Plattenhandels.
Ein definitiv bis heute unterbewertetes Stones-Album, das ich, sollte es tatsächlich jemanden geben, der die Stones nicht kennt, sogar als Einstieg empfehlen würde, weil es wie kaum ein anderes die Zeitlosigkeit des Rhythm and Blues und natürlich der Rolling Stones markiert.
Besser? Schlechter? Ich denke, man sollte jedes Album der Stones getrennt, ohne diese ewigen Vergleiche, bewerten. Zumindest aus der Distanz betrachtet sind alle Stones-Alben gut.


Dragon Fly
Dragon Fly
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 23,95

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schnittstellen, 25. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Dragon Fly (Audio CD)
"Dragon Fly" erschien 1974 als erstes Album unter dem Namen Jefferson Starship. An manchen Stellen gibt es noch Verweise auf die frühen Alben der 60er-Jahre, und die unverkennbare Stimme Grace Slicks verleiht dem Ganzen seine charakteristische Note. Es stimmt, was ein anderer Rezensent bemerkte: man muss die Stimme schon mögen, das gilt insbesondere für dieses Album.

Wie schon die Alben aus den 60er-Jahren zeichnet sich auch dieses durch Vielseitigkeit aus. Folk, Rock, manchmal fast Metal, etwas Soul und natürlich eine Portion Psychedelic werden hier eher spontan zusammengemixt, das macht alles ziemlich viel Spaß.

Grace Slicks metallische und dabei sinnliche Stimme, der Wechsel mit anderen männlichen Vocals, Klavierpassagen, die fordernde E-Gitarre Craig Chaquicos und natürlich die E-Violine von Papa John Creach sorgen dafür, dass es auf diesem Album keine Sekunde langweilig wird.

Ob diese remastered Edition gelungen ist, vermag ich nicht zu beurteilen, ich besitze die Original-Vinyl und schreibe hier über die Musik. Die Vinyl-Version hat eine sehr gute Klangqualität. Wer die Vinyl nicht kennt, dem kann das vielleicht egal sein. Es gibt allerdings auch non-re-mastered CD-Editionen, der Vollständigkeit halber.

Musik irgendwo zwischen den Welten, nicht 60er und nicht 70er, könnte auch aus 2015 sein. Nur schwer fassbar. Anhören!


Paul Kantner - Planet Earth Rock And Roll Orchestra - RCA - PL 84320
Paul Kantner - Planet Earth Rock And Roll Orchestra - RCA - PL 84320

4.0 von 5 Sternen The Empire Blows Back, 25. Februar 2015
Das 1983 erschienene Album "Planet Earth Rock and Roll Orchestra" ist ein überraschendes "Spätwerk" von Paul Kantner, der uns hier auf eine Zeitreise mitnimmt: nach den eher mainstreamigen Jefferson-Starship-Alben der 1970er-Jahre wie "Dragon Fly", "Spitfire", "Earth" oder "Octopus", bei denen er auch maßgeblich mitwirkte, werden hier sofort Erinnerungen an das 1971 unter Paul Kanter/Jefferson Starship erschienene Psychedelic-Rock-Konzeptalbum "Blows Against The Empire" wach.

Mit von der Partie natürlich Grace Slick, und die Zusammenarbeit mit ihrem damaligen Partner Paul Kantner gestaltet sich wieder einmal äußerst produktiv. Es entsteht hier Anfang der 1980er-Jahre noch ein stimmiges "Hippie"-Album. Titel wie "Lilith's Song" erinnern sogar an die frühen Jefferson-Airplane-Alben der 1960er-Jahre.

Musikalisch besticht das Album in guter Jefferson-Airplane-Tradition durch Vielseitigkeit und atmosphärische, durch den eindringlichen Gesang Grace Slicks getragene Dichte, wobei zusàtzliche spannende "Kontrapunkte" durch die rockige, manchmal fast metallische Gitarre Craig Chaquicos gesetzt werden. Interessant dabei ist, dass letzterer ebenso wie Mickey Thomas und Grace Slick auch auf dem nur ein Jahr später erschienenen Starship-Album "Knee deep in the hoopla", das noch einmal ein großer kommerzieller Erfolg werden sollte, mitwirken. "Knee deep in the hoopla" entstand 1984 ohne Paul Kantner und klingt ganz anders als alles andere der "Familie" je zuvor.

Diese Albumauflage mit der Katalognummer PL 84320 erschien 1983 und bietet leider eine für Jefferson/Airplane/Starship/Kanter-Verhältnisse relativ schlechte Tonqualität. Es klingt zum Teil verzerrt und wenig dynamisch. An manchen Stellen hat man den Eindruck, die Nadel "springe" etwas, wobei äußerlich kein Schaden festzustellen ist. Es könnte sich also um leichte Pressfehler handeln (das Album wurde seinerzeit auch mit einem "Cut-out" versehen).

Vielleicht lohnt sich hier ausnahmsweise mal ein Versuch mit der 2005 im Selbstvertrieb von Paul Kantner erschienenen re-mastered CD. Es wäre nämlich schade, wenn dieses Album in Vergessenheit geriete, es ist auch für Einsteiger durchaus interessant.

Schweren Herzens ein Punkt Abzug in der Gesamtwertung wegen der genannten technischen Mängel, für den künstlerischen Output sind es in jedem Fall 5 Sterne!


Surrealistic Pillow [Vinyl LP]
Surrealistic Pillow [Vinyl LP]
Preis: EUR 25,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Original!, 22. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Surrealistic Pillow [Vinyl LP] (Vinyl)
Oft wurden und werden ja die Beatles als die wichtigste und einflussreichste Band aller Zeiten genannt. Da mag eingeschränkt betrachtet etwas dran sein. Aber: es gibt mit Sicherheit auch Musik, die zeitgleich mit den Beatles vollkommen unabhängig von diesen entstand, und dazu gehören in jedem Fall auch und vor allem Jefferson Airplane. "Surrealistic Pillow" ist das zweite Album von Jefferson Airplane und das erste mit der unvergleichlichen Grace Slick.

Das, was wir hier erleben, mit "Westcoast" zu beschreiben, ist zu verkürzt und vereinfachend und wird dieser - ich nenne sie mal so - Worldmusic nicht gerecht. Auch "Psychedelic" trifft es nur unter gewissen Aspekten. Die frühe Musik von Jefferson Airplane ist äußerst vielseitig, sie basiert sicher zunächst einmal auf Blues- und Folkelementen, verzeichnet aber auch deutlich andere Einflüsse, vor allem spanische und orientalische.

Und das Beste an diesem Album: es war keine Eintagsfliege, es sollten recht bald weitere folgen. Noch im Erscheinungsjahr dieses Albums (1967) erschien der Nachfolger "After Bathing at Baxter’s", ein Jahr später dann "Crown Of Creation", diese Alben sind mindestens genauo innovativ und expimentierfreudig wie "Surrealistic Pillow", aus meiner Sicht bilden die drei Alben eine Einheit. Zu nennen wären in diesem Zusammenhang sicher auch "Volunteers" (1969) und "Bark" (1971).

Diese Musik klingt auch heute noch sehr modern und könnte durchaus auch von einer heutigen britischen Independent-Band stammen. Dabei besticht sie mit einem exzellenten Sound, wobei ich noch einmal bei den Beatles wäre, deren Sound aus den gleichen Jahren kommt da im Vergleich eher schwerfällig-verzerrt und weniger dynamisch daher - nur unbeirrbare Beatles-Fanatiker werden bestreiten, dass Beatles-Alben letzlich nach nichts klingen. Aber Jefferson Airplane ist nun mal - auch - Westcoast, und das bedeutet Klarheit, Leichtigkeit, Dynamik.

Die vorliegende Vinyl-Version wurde mit den Original-Mastern gepresst und ist auch deshalb schon wärmstens zu empfehlen, denn den damaligen Sound kann man durch Remastering im günstigsten Fall erhalten, aber sicher nicht verbessern. Die nach dem Jahr 2000 erschienenen Remastered CD-Versionen sind daher mit Vorsicht zu genießen, auch im Hinblick auf den Preis - das könnte eine Enttäuschung werden.

Deshalb: hier zuschlagen, wer die Vinyl nicht besitzt. Die CD-Version kann man sich selbst herstellen, indem man die Vinyl mit einem guten Plattenspieler verlustfrei aufnimmt und dann selbst auf CD "mastert".


Ghost Stories
Ghost Stories
Preis: EUR 8,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das unerwartete Meisterwerk, 3. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Ghost Stories (Audio CD)
Viele große Alben der Pop- und Rockgeschichte haben eine eher kurze Spieldauer, die sich irgendwo bei +/- 40 Minuten bewegt. "Ghost Stories" reiht sich in diese Historie ein und lädt mit allen nur erdenklichen Emotionen, Lachen, Weinen, Ironie, Tanz zu einem Fest ein - man sieht förmlich das Live-Event, auf das hier sicher so mancher Lust bekommt.

Das Ganze gebettet in einen großartigen dynamischen Sound, den selbst "Y" nicht bietet. Abgesehen davon ist dieses neue Album den früheren Coldplay-Werken sehr ähnlich, "Viva la Vida" und "Mylo Xyloto" erscheinen da jetzt im Nachhinein als etwas unglückliche Ausreißer.

Chris Martin soll kürzlich gesagt haben, er wolle jetzt noch ein Album machen und dann würden Coldplay sich auflösen. Da darf man nun gespannt sein, denn dieses Album hier ist schwer zu toppen. Er sollte sich das noch einmal überlegen und die Dinge erst weiter reifen lassen.


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