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Beiträge von karin1910
Top-Rezensenten Rang: 598
Hilfreiche Bewertungen: 795
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Rezensionen verfasst von karin1910
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Locker-flockiger Frauenroman, 17. Mai 2013
Eva Völler hat hier einen flott geschriebenen und hinreißend komischen Frauenroman verfasst. Hauptfigur und Ich-Erzählerin ist Charlotte, die mit Ende 40 ihr Leben nochmal praktisch neu beginnen muss. Denn nachdem sie sich hatte überreden lassen, zu ihrem (wie sich später herausstellte untreuen und mittlerweile auch noch verstorbenen) Freund Klaus nach Frankfurt zu ziehen und ihm noch dazu eine größere Geldsumme zu leihen, findet sie sich nun arbeits- und praktisch mittellos auf dem Sofa ihrer Freundin Doro wieder. Weil sie nicht für immer auf diesem Sofa leben möchte, entschließt sie sich, in eine zwar bezahlbare, dafür aber auch stark renovierungsbedürftige Wohnung zu ziehen - die sich aber immerhin in einer interessanten Nachbarschaft befindet. Vor allem ihr neuer Nachbar Adrian scheint eine faszinierende Persönlichkeit zu sein... Doch Charlottes Hoffnung, dass ihr Leben nun bald wieder in geordneteren Bahnen verlaufen werde, wird jäh zunichte gemacht, als Klaus Tochter Jennifer plötzlich vor der Tür steht und sie dazu überredet, sich für ein paar Tage um ihre beiden Kinder samt dem russischen Au-Pair Olga zu kümmern. Sie selbst müsse dringend zu ihrem Mann nach London. Was es mit dieser Reise nach London auf sich hat und was sie dort erlebt, erfahren Charlotte (und die Leserinnen) durch Beiträge in Jennifers Blog im Internet. Diese Ausgangssituation klingt nun schon verwirrend genug, doch im Laufe der Handlung wird sich Charlotte noch mit einer Reihe weiterer Verwicklungen auseinander setzen müssen. Bei all diesen Erlebnissen hat man als Leserin das Gefühl, hautnah mit dabei zu sein. Charlotte war mir von Anfang an sehr sympathisch, sie wirkt zwar ein bisschen zu naiv für eine langjährige Geschäftsfrau und ist nicht gerade mit einem besonders großen Selbstbewusstsein gesegnet, dafür ist sie aber eine herzensgute Person, welche die Schwierigkeiten, mit denen das Leben sie konfrontiert, mit einer gewissen Gelassenheit und einer großen Portion Humor zu meistern versteht. Auch die übrigen Protagonisten sind sehr gut und lebendig gezeichnet - allen voran die beiden Kinder Paulinchen und Max, die immer wieder für heiteres Chaos sorgen und durch ihre witzigen Bemerkungen die Handlung auflockern. Sogar bei den Nebenfiguren hat die Autorin sich noch viel Mühe gegeben, diese farbenfroh zu charakterisieren, sodass sie alle mühelos vor meinem inneren Auge zum Leben erweckt wurden. Natürlich gibt es dabei auch eine Reihe von Klischees - beispielsweise treten ein untreuer Ehemann, der mit der sexy 22jährigen fremdgeht, ein pingeliger Hausmeister oder ein russisches Partsgirl auf. Aber damit muss man bei Büchern dieses Genres eben rechnen. Genauso wie man auch bereit sein muss, über einige Ungereimtheiten, die teilweise ziemlich vorhersehbare Handlung und das etwas unrealistisch wirkende Happy End hinwegzusehen. Einen besonders anspruchsvollen Roman darf man hier also nicht erwarten, man kann mit dem Buch aber einige kurzweilige Stunden verbringen. Ich wurde hier jedenfalls hervorragend unterhalten!
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4.0 von 5 Sternen
Wie wir wirklich ticken, 7. Mai 2013
Viele der Vorstellungen, die wir von uns selbst haben, erweisen sich bei genauerer Überprüfung als nicht zutreffend. Wir halten uns gerne für unabhängige Individuen, die ihre Entscheidungen nach objektiven Kriterien treffen und sich auch in schwierigen Situationen vernünftig verhalten. David McRaney beleuchtet hier 48 derartige Irrmeinungen und stellt ihnen die Wahrheit gegenüber. Er beruft sich dabei meistens auf die Ergebnisse psychologischer Experimente, wobei mir allerdings bisweilen gewissen Zweifel gekommen sind, ob die Leute sich im "richtigen" Leben tatsächlich genauso verhalten wie in der Versuchssituation. Nichtsdestotrotz ist dieses Buch sehr lesenswert, man kann dadurch sein eigenes Verhalten sowie auch das Verhalten anderer besser verstehen und wird vielleicht in Zukunft eher in der Lage sein, die eigenen Empfindungen kritisch zu hinterfragen, und nicht mehr so leicht auf manche psychologischen Tricks (wie sie beispielsweise von Verkäufern verwendet werden) hereinfallen.
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4.0 von 5 Sternen
Überraschende Ergebnisse, 30. April 2013
Christian Hesse präsentiert hier eine Zusammenstellung von weit verbreiteten Denkfehlern, die alle mit den Methoden der Mathematik aufgedeckt werden können. So wurde beispielsweise ein falsches Verständnis des Gesetzes der großen Zahlen schon vielen Spielern zum Verhängnis, selbst Ärzten ist selten klar, dass ein Patient, dessen Krebstest positiv war, in den meisten Fällen in Wirklichkeit gar nicht an Krebs erkrankt ist und Fehler, die sich aus der Verwechslung von Korrelation und Kausalität ergeben oder auf eine (un)geschickte Darstellungsform oder Interpretation von statistischen Daten zurückzuführen sind, begegnen einem regelmäßig in den Medien. Außerdem zeigt sich, dass es unmöglich ist, ein Wahlsystem so auszugestalten, dass das Wahlergebnis den Wählerwillen tatsächlich perfekt widerspiegelt. Alle diese Ausführungen werden mit immer wieder eingeschobenen Witzchen und amüsanten Cartoons aufgelockert. So ist dies eine unterhaltsame, aber auch lehrreiche Lektüre, vor allem erkennt man, dass unsere Intuition nicht besonders gut darin ist, manche Dinge wie etwa bedingte Wahrscheinlichkeiten richtig zu beurteilen - ich war jedenfalls von vielen der hier errechneten Ergebnisse überrascht. Allerdings sollte man dieses Buch nur lesen, wenn man gewisse Vorkenntnisse, vor allem über Wahrscheinlichkeitsrechnung, hat, und es einem außerdem Spaß macht, sich mit mathematischen Fragen und durchaus bisweilen auch etwas komplizierteren Gedankengängen auseinander zu setzten.
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5.0 von 5 Sternen
Gutes Preis-Leistungsverhältnis, 22. April 2013
Ich habe inzwischen schon mehr als ein Dutzend Bücher unter Zuhilfenahme dieses Wörterbuches gelesen und bin damit absolut zufrieden! Selbstverständlich ist hier nicht jedes englische Wort in jeder nur möglichen Übersetzung enthalten - dies könnte wohl kein derartiges Werk, das schließlich keinen unbegrenzten Umfang haben kann, leisten. Dennoch erhält man hier für nicht einmal drei Euro eine teilweise überraschend umfangreiche Auswahl englischer Wörter, die durchaus auch ungewöhnlichere Begriffe einschließt. So habe ich es beispielsweise auch bei der Lektüre einiger populärwissenschaftlicher Bücher verwendet, wobei es ebenfalls hilfreich war. Bloß Ausdrücke, die zum absoluten Grundwortschatz gehören, sind hier nicht enthalten, deren Kenntnis kann aber wohl bei jedem, der sich an ein englisches Werk im Original heranwagt, vorausgesetzt werden. Ein gewisses Manko besteht nur darin, dass die Suche von Deutsch auf Englisch nicht gut funktioniert es wird aber auch ausdrücklich als "Englisch-Deutsch" vermarktet. Insgesamt kann ich dieses Wörterbuch zu diesem Preis also nur weiterempfehlen.
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7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Das übliche Strickmuster, 22. April 2013
Dan Brown hat also wieder einen neuen Roman verfasst - und nach dieser bereits Wochen vor dem Erscheinungsdatum mit großem Marketingaufwand verbreiteten Vorschau zu urteilen dürfte hier einmal mehr das übliche Strickmuster um Einsatz kommen. Robert Langdon muss, gemeinsam mit einer schönen Frau (die wohl bereits in Gestalt der Ärztin Sienna Brooks eingeführt wurde), diverse Rätsel lösen, um so eine "furchterregende Bedrohung" abzuwenden. Es gelingt dem Autor aber immerhin sehr gut, von Beginn an eine gewisse Spannung aufzubauen, bereits der Prolog wirkt dramatisch und dann möchte man natürlich doch gerne wissen, wie Langdon in diesem Krankenhaus gelandet ist. Dass die Handlung um Dantes Göttliche Komödie kreist, verspricht durchaus interessant zu werden, eine darum konstruierte Verschwörungstheorie dürfte allerdings schon arg weit hergeholt sein. Leser, denen Dan Browns bisherige Bücher gefielen, werden aber wahrscheinlich dennoch auch an dieser Fortsetzung ihre Freude haben.
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4.0 von 5 Sternen
Wissenschaftsgeschichte(n), 18. April 2013
Dieses Werk enthält eine Zusammenstellung von ca 50 Kapiteln, die sich mit weniger bekannten Ereignissen aus der Geschichte der Wissenschaften auseinander setzen. Sie berichten beispielsweise von gefährlichen (Selbst)versuchen im Namen der Medizin und von Wissenschaftlern, die bei der Erforschung von Vulkanen oder bei Temperaturmessungen in schwindelerregenden Höhen ihr Leben riskierten. Ebenso wird erklärt, wieso Surfer noch heute von Methoden profitieren, die während des zweiten Weltkriegs zur Unterstützung der alliierten Truppen entwickelt wurden, wie es Hitler zur selben Zeit gelang, seine Feinde mittels aufgezeichneter Radiobotschaften in die Irre zu führen und warum Techniken aus der Astronomie zur Interpretation von Shakespeare-Werken herangezogen werden können. Besonders interessant fand ich weiters die Abschnitte, die sich mit Archäologie befassen, wo unter anderem die Verbreitung von Krankheiten im ersten Jahrhundert erforscht oder nach einer zuvor nur aus Pharaonengräbern bekannten Frucht gesucht wird. Alle hier wiedergegebenen Beiträge sind ursprünglich in einer Kolumne der Zeitschrift "New Scientist" erschienen, und diese journalistische Herkunft merkt man ihnen durchaus an. Sie sind in einem eher einfachen, unterhaltsamen Stil geschrieben, enthalten weniger "harte" Fakten, sondern erzählen eher die Geschichten drumherum. Die Lektüre ist somit jedenfalls amüsant, man kann aber auch einiges Neue dazulernen, und erhält Impulse, sich auch einmal mit Themen abseits der üblichen Pfade zu befassen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Die Schattenseiten der modernen Medien, 16. April 2013
Diverse Medien bestimmen heute unser Leben. Schon für Babys gibt es spezielle Fernsehsendungen, viele Kindergärten sind bereits mit Computern ausgestattet, für Schulaufgaben wird im Internet "recherchiert" und Jugendliche verbringen viel Zeit mit Computerspielen und Facebook. Manfred Spitzer ist der Ansicht, dass all dies nicht ohne Folgen bleiben kann - und seiner Meinung nach sind diese Folgen praktisch ausschließlich negativ. Diese Meinung führt er hier sehr eloquent aus, wobei er sich auf viele wissenschaftliche Studien stützt. Dennoch ist das Buch in einer einfachen Sprache geschrieben und auch ohne besondere Vorkenntnisse leicht lesbar. Man erhält einige interessante Informationen über das Gehirn, seine Funktionsweise und die Art, wie wir Lernen. Die Argumentation des Autors, wenn er vor den Gefahren der digitalen Medien warnt (wobei er sich in erster Linie mit Computer(spielen) und Internet befasst, aber auch Fernsehen, Navis etc behandelt), ist großteils durchaus nachvollziehbar. So wird immer wieder betont, wie wichtig eine geeignete Stimulation ist, damit das Gehirn von Kindern sich richtig entwickeln kann und dass regelmäßiges und sinnvolles Training notwendig ist, um lebenslang geistig leistungsfähig zu bleiben. Auch der Zusammenhang mit dem Auftreten von Demenzerkrankungen wird sehr gut erklärt: Je höher die geistige Leistungsfähigkeit eines Menschen ist, umso länger wird es dauern, bis der durch eine Demenzerkrankung ausgelöste geistige Abbau zu messbaren Problemen führt. Gerade wegen der hier immer wieder betonten Wissenschaftlichkeit, fand ich die mangelnde Objektivität allerdings besonders störend. Es werden eben vor allem jene Forschungsergebnisse präsentiert, durch welche die Meinung des Autors untermauert werden kann, und wenn doch einmal eine Studie angesprochen wird, die nach Ansicht ihrer Verfasser positive Effekte der neuen Medien belegen soll, wird gleich dazugesagt, warum man diesen Ergebnissen nicht trauen kann oder sie falsch interpretiert wurden. Auch neigt Herr Spitzer dazu, manches zu stark zu generalisieren und stürzt sich im Bestreben, die Medien schlecht zu machen, geradezu auf jeden nur irgendmöglichen Kritikpunkt. So werden beispielsweise auch rein technische Schwierigkeiten immer wieder angeführt. Trotzdem kann die Lektüre dieses Werkes lohnenswert sein, wird hier doch einmal ein Blick auf die Schattenseiten der neuen Technologien geworfen. Denn dass es in diesem Bereich auch problematische Entwicklungen gibt, ist sicher richtig und vor allem für Leute, die mit der Erziehung oder Ausbildung von jungen Menschen befasst sind, ist es sinnvoll, sich zu vergegenwärtigen, dass viele moderne Anwendungen (wie Sprachlern-CDs für Kleinkinder oder Smartboards im Klassenzimmer) nicht immer das halten, was sie versprechen. Die Chancen, durch dieses Buch etwas zu bewirken, wären allerdings größer, wenn der Autor bereit wäre, auch die Vorteile der digitalen Welt anzuerkennen, um so wirklich praktisch hilfreiche Tipps zum Umgang damit geben zu können.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Sammelsurium für Mathe-Fans, 4. April 2013
Christian Hesse lädt die Leser hier zu einem unterhaltsamen Streifzug durch die Welt der Mathematik ein. In 151 Beiträgen leuchtet er dieses weitgefasste Gebiet in verschiedenen Facetten aus, präsentiert spannende Rätsel, erzählt amüsante Anekdoten, erklärt, wie man die Mathematik auch auf alltägliche Situationen anwenden kann und zeigt, wie Mathematiker ticken. So kann man hier viel Neues entdecken und auch wenn der Titel, dass "Mathematik glücklich macht" vielleicht ein bisschen übertrieben klingt, gelingt es dem Autor doch sehr gut, die Faszination seines Themas spürbar zu machen und zu einer weiteren Auseinandersetzung mit der einen oder anderen angesprochenen Frage zu inspirieren. Ein paar Vorkenntnisse bzw eine gewisse Aufgeschlossenheit gegenüber der mathematischen Schreibweise sind allerdings schon von Nöten, um dieses Werk wirklich genießen zu können.
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4.0 von 5 Sternen
Kurzweilig, aber mit wenig Tiefgang, 27. März 2013
Der unter einen Pseudonym agierende Autor verarbeitet hier Erlebnisse aus seiner drei Jahre dauernden Ausbildung zum Krankenpfleger. Er erzählt von Lehrern, Vorgesetzten, Kollegen und natürlich auch so manchen Patienten, porträtiert interessante Persönlichkeiten, berichtet von Erfolgen, die er feiern konnte, stellt aber vor allem auch die Schattenseiten dieses Berufes und die Probleme im britischen Gesundheitswesen dar. Das Buch ist in einem eher einfachen, lockeren Stil verfasst und man kann durchaus einige spannende Erkenntnisse gewinnen. Allerdings bleiben die Ausführungen des Autors eher oberflächlich, tiefergehende Analysen werden nicht angestellt und es findet wenig Reflexion über das Geschehene statt. Bisweilen erweckt er den Eindruck, dass manche Dinge, zum Beispiel der Entschluss, sein Fachgebiet zu wechseln, eher mit ihm passiert sind als dass er sich tatsächlich aktiv dazu entschieden hätte. Dennoch ist dies eine kurzweilige und interessante Lektüre.
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5.0 von 5 Sternen
Medizinstudium in Padua, 19. März 2013
Padua, 1601: Die junge Witwe Celestina hat einen großen Traum: Wie ihr verstorbener Ehemann möchte sie als Arzt tätig sein. Da kommt es ihr gerade recht, das ihre Tante sie und ihre Stiefschwester Arcangela zu sich nach Padua einlädt. Denn dort gibt es die berühmteste medizinische Fakultät des Landes. Schade nur, dass Frauen nicht zum Studium zugelassen werden. Doch auch davon lässt Celestina sich nicht abhalten und greift zu einem riskanten Trick: In Männerkleidung und unter dem Namen "Marino" gelingt es ihr schließlich, sich zu immatrikulieren. Doch ihre Verkleidung und die damit verbundenen Gefahren sind nicht die einzigen Probleme, mit denen sie sich in Padua auseinander setzen muss. Sie wird auch noch in eine seit Jahren währende Familienfehde hineingezogen, ist an der Aufklärung von mehreren Morden beteiligt und erstmals seit dem Tod ihres Mannes beginnt sie wieder, sich der Liebe zu öffnen. Dazu kommt noch, dass fast jeder, mit dem sie zu tun hat, irgendetwas zu verbergen zu haben scheint. Charlotte Thomas ist hier wieder einmal ein sehr gut und flott geschriebener historischer Roman gelungen. Das Thema "Frau in Männerkleidung" wird durchaus glaubwürdig dargestellt und man kann beim Lesen einiges über das Wesen der Medizin und das Medizinstudium in der Renaissance erfahren. Doch dieses Buch handelt bei Weitem nicht nur von Celestinas Erlebnissen an der Universität und den sich daraus ergebenden Verwicklungen. Es gibt eine Reihe verschiedener Handlungsstränge und dass fast jeder Protagonist irgendwelche Geheimnisse hat, sorgt für einige Spannung. Vor allem der letzte Teil liest sich streckenweise beinahe wie ein Krimi. Dabei fällt es aber dennoch immer leicht, den Überblick zu behalten. Sämtliche Figuren sind so anschaulich und lebendig charakterisiert, dass man problemlos in die Geschichte eintauchen kann und die Geschehnisse vor dem inneren Auge zum Leben erweckt werden. Nur das Ende wirkt dann teilweise etwas überstürzt, über manche Hintergründe und Zusammenhänge hätte ich gern etwas mehr erfahren, auch wie es mit Celestina und den anderen Hauptfiguren wirklich weitergehen wird, bleibt relativ offen. Dennoch ist dies ein sehr lesenswertes Buch, das eine spannende Geschichte mit großen Gefühlen verbindet.
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