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Rezensionen verfasst von
karin1910
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Töchter des Nordlichts: Norwegenroman
Töchter des Nordlichts: Norwegenroman
Preis: EUR 7,49

4.0 von 5 Sternen Schicksale im hohen Norden, 9. April 2014
Dieser Roman erzählt von zwei Frauen auf der Suche nach ihrer Identität.
Finnmark, 1915: Die glückliche Kindheit der neunjährigen Samin Ailu findet ein jähes Ende, als sie zwangsweise in ein Internat eingewiesen wird, wo samische Kinder zu "richtigen" Norwegern erzogen werden sollen. Noch Jahre später nagt das Gefühl, nirgendwo richtig dazuzugehören, an ihr.
Oslo, 2011: Nora hat erst vor kurzem erfahren, dass ihre Mutter ihr die Wahrheit über ihren Vater lange verschwiegen hat. Im hohen Norden lernt sie schließlich ihre samischen Verwandten kennen. Von vielen wird sie freundlich aufgenommen, muss aber auch mit heftiger Ablehnung zurecht kommen.

Diese beiden Geschichten werden jeweils abwechselnd erzählt, wodurch durchaus eine gewisse Spannung entsteht.
Die Handlung ist allerdings oftmals vorhersehbar und es sind einige unrealistische oder zumindest unwahrscheinliche Wendungen eingebaut. Es wird viel Platz auf die Schilderung des Innenlebens der Protagonistinnen verwendet, was es zwar leicht macht, sich in sie hineinzuversetzen, teilweise werden ihre Gedankengänge aber ein bisschen zu ausführlich dargestellt. Vor allem Noras ständige Grübeleien und Selbstvorwürfe werden mit der Zeit langweilig.

Dafür kann dieses Buch aber mit interessanten Informationen zur Lebensweise der Sami und den Problemen der samischen Minderheit in Norwegen, sowie mit anschaulichen Landschaftsbeschreibungen punkten.


Wasserspiele: Meranas zweiter Fall
Wasserspiele: Meranas zweiter Fall
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Mord in der High Society, 27. März 2014
Auch in seinem zweiten Fall (nach Jedermanntod: Kriminalroman) hat es Kommissar Martin Merana mit einem prominenten Mordopfer zu tun: Wolfgang Rilling - von Berufs wegen Direktor des Gartenamts, bekannt aber vor allem wegen seines ausschweifenden Lebensstils - wird am Tag nach seinem extravaganten Geburtstagsfest in einer beliebten Attraktion der Hellbrunner Wasserspiele gefunden - erschlagen, mit einer roten Schlinge um den Hals und völlig durchnässt. Wenig später wird auch die Wirtschaftsanwältin Aurelia Zobel, die eine Affäre mit Rilling gehabt haben soll, auf ähnliche Weise ermordet.
Das Ermittlerteam der Salzburger Polizei geht einer Vielzahl von Spuren nach und hat eine Reihe von Verdächtigen zu überprüfen, bis die Lösung des Falles schließlich in einer ganz anderen Richtung gefunden wird.

Wie schon beim Vorgängerroman hat mir die grundsätzliche Konstruktion der Geschichte gut gefallen. Merana und seine Kollegen gehen mit klassischer Polizeiarbeit und viel Engagement an die Sache heran und einige interessant gezeichnete Nebenfiguren (wie der als "Orakel von Salzburg" bezeichnete "Fiaker-Rudi" oder eine nervtötende amerikanische Touristin) sorgen für einen gewissen Unterhaltungswert.
Daneben werden Salzburg und Umgebung sehr gut in Szene gesetzt.

Allerdings kann man ziemlich schnell erraten, wer hinter den Morden steckt, und obwohl es auch sonst einige interessante Enthüllungen aus dem Leben der Opfer gibt, geht dadurch doch viel Spannung verloren. Weiters bleiben am Ende eine Reihe von Fragen offen, insbesondere wird nicht wirklich geklärt, warum die Tatorte denn nun auf genau diese Weise (überschwemmt und mit Schlinge um Hals des Opfers) arrangiert wurden.
Deshalb ein Punkt Abzug.


Coffeeshop: Einmal Liebe zum Mitnehmen. Roman
Coffeeshop: Einmal Liebe zum Mitnehmen. Roman
von Gerlis Zillgens
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Sachensucherin Sandra, 12. März 2014
Im Mittelpunkt dieses hinreißend komischen Romans steht die "Sachensucherin" Sandra, die neben einem ungewöhnlichen Job, der viel Kreativität und Einsatzfreude erfordert, auch über einen interessanten Freundeskreis verfügt. Ihr liebster Aufenthaltsort ist der von einem ihrer besten Freunde betriebene "Coffeeshop", wo sie nicht nur ihre Kunden empfängt, sondern sich auch von all den kleinen und großen Katastrophen in ihrem Leben erholt.

Da Sandra in Ich-Perspektive erzählt, kann man sich ganz besonders gut in sie einfühlen und an ihren Erlebnissen teilhaben. Obwohl die Handlung an sich eher seicht ist, möchte man doch immer wieder wissen, wie es weitergeht und was als nächstes passieren wird.
Natürlich wird hier vieles sehr überzeichnet und teilweise klischeehaft dargestellt, und es ist schon ziemlich unrealistisch, in wie viele absurde Situationen die Protagonistin innerhalb von nur 300 Seiten gerät.
Doch das tut dem Lesespaß keinen Abbruch, zu dem auch die gelungene Aufmachung dieses Werkes beiträgt. So sorgen die öfters eingefügten Facebook-Beiträge von Sandras "im Kopf drinnen blonder" Freundin Klaudi für einige Lebendigkeit und die einschließlich Rezepten abgedruckten Tagesgerichte des Coffeeshop, die immer einen gewissen Zusammenhang mit der Handlung haben, deuten auf die liebevolle Gestaltung hin.

Sicherlich kann man hier keine Weltliteratur erwarten, als amüsante Lektüre für zwischendurch eignet sich dieses Buch aber hervorragend. Ich würde mich freuen, bald mehr über Sandra und ihre Clique zu lesen.


Die Henkerstochter: Teil 1 der Saga (Die Henkerstochter-Saga)
Die Henkerstochter: Teil 1 der Saga (Die Henkerstochter-Saga)
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Der Henker und der Medicus, 10. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Schongau, 1659: Als tote Kinder mit seltsamen Zeichen auf dem Rücken gefunden werden und noch weitere eigenartige Dinge geschehen, gelangen die Bewohner mehr und mehr zu der Überzeugung, dass hier Zauberei im Spiel sein muss. Schnell gerät die Hebamme Martha Stechlin in Verdacht, eine Hexe zu sein. Der Henker Jakob Kuisl soll mittels Folter ein Geständnis von ihr erzwingen. Doch er glaubt nicht an die Schuld der alten Frau und macht sich gemeinsam mit dem Medicus Simon Fronwieser daran, die wahren Hintergründe aufzudecken.

Zwar ist diese Ausgangssituation vielversprechend, ich hatte allerdings zu Beginn gewisse Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzukommen, was vor allem an dem (zu) häufigen Wechsel der Erzählperspektive lag.
Auch wird durch den "Kriminalfall" nicht wirklich viel Spannung aufgebaut, man kann schon früh erkennen, wer hinter der ganzen Sache steckt, wenngleich erst am Ende sämtliche Zusammenhänge aufgedeckt werden.
Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass die Titelheldin, die Henkerstochter Magdalena Kuisl, in Wahrheit nur eine Nebenrolle spielt. Da drängt sich der Verdacht auf, dass dieser "weibliche" Titel vom Verlag vor allem aus Marketinggründen gewählt wurde.

Nichtsdestotrotz ist der Roman aus historischer Perspektive sehr gelungen. Wie aus dem Nachwort hervorgeht, ist der Autor sogar ein echter Nachfahre der Kuisls, bei denen es sich tatsächlich um eine berühmte Henker-Dynastie gehandelt hat.
In diesem Buch, für das er auch auf das Privatarchiv von an Ahnenforschung interessierten Familienmitgliedern zurückgreifen konnte, kann man vieles über das Leben in einer Stadt der frühern Neuzeit, den damaligen Stand der Medizin und vor allem auch über die Lebensumstände und den Tätigkeitsbereich des Henkers erfahren. Schließlich handelt es sicher hierbei um einen Berufsstand, der in historischen Romanen in der Regel keine besonders große und erst recht keine besonders sympathische Rolle spielt.
Zwar wirkt Kuisl schon fast ein bisschen zu gut und schlau und überlegen und der Autor hat sich sicherlich die eine oder andere dichterische Freiheit erlaubt, die Lektüre gestaltet sich aber jedenfalls unterhaltsam und interessant.


Nicht auf die Größe kommt es an: Großartiges und Unvermutetes aus Österreich
Nicht auf die Größe kommt es an: Großartiges und Unvermutetes aus Österreich
von Gregor Auenhammer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

3.0 von 5 Sternen Geschichten über Österreich(er), 6. März 2014
Gregor Auenhammer hat hier (laut Vorwort) "eine Sammlung alltäglicher, aber auch exzentrischer Exkursionen, die Österreich greifbar, nie aber begreifbar macht" verfasst.
Er berichtet etwa von der Erfindung des Baguettes, diversen aufsehenerregenden Kunstprojekten, einer "Weltraummission" in der Wüste Marokkos unter Innsbrucker Leitung, der "letzten Femme fatale", einer Totenkopfuhr und vielem mehr.

Man kann hier sicherlich einiges Neues und Interessantes über Österreich(er) erfahren.
Wobei es allerdings bisweilen etwas gezwungen wirkt, wenn beispielsweise jemand, dessen Vorfahren aus einem Teil der Ukraine stammen, der damals zur Habsburgermonarchie gehörte, als Österreicher gewertet wird, und ähnliches. Auch sonst ist der Zusammenhang mit Österreich öfters nicht so wirklich eindeutig erkennbar. Aber eine gewisse "elastische" Interpretation ist in diesem Bereich ohnehin üblich.

Was mich bei der Lektüre aber wirklich störte, war, dass der Autor es nicht lassen kann, immer wieder negative Bemerkungen einfließen zu lassen.
Es reicht ihm beispielsweise nicht, einen innovativen Künstler zu loben - nein, er muss auch über "Kleingeister" oder "selbsternannte Sittenwächter" herziehen, die dessen Arbeit nicht zu würdigen wissen.
Oder, um ein weiteres Beispiel anzuführen: Muss Hansi Hinterseer in einem Buch zum Thema "Großartiges und Unvermutetes" überhaupt vorkommen? Meiner persönlichen Meinung nach ist er weder das eine noch das andere. Deshalb hätte er hier einfach nicht erwähnt werden sollen. Dass ihm dennoch ein ganzes Kapitel gewidmet wird, nur um ihn darin ständig schlecht zu machen, halte ich daher für überflüssig.

Es ist unbestritten, dass es in Österreich auch Kritikwürdiges gibt. Diese Kritik könnte aber auch auf freundlichere, vielleicht humorvollere Art artikuliert werden. Ansonsten sollte zumindest der (Unter)titel des Buches anders lauten.
Außerdem ist generell schwer erkennbar, wo hier der rote Faden verläuft bzw was die eigentliche Aussage dieses Sammelsuriums von jeweils ca zwei bis fünf Seiten langen Geschichten sein soll.


Leben: Verblüffende Erfindungen der Evolution
Leben: Verblüffende Erfindungen der Evolution
von Nick Lane
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Am Puls der Wissenschaft, 3. März 2014
Nick Lane hat für dieses Buch 10 von ihm als besonders bedeutsam angesehene Errungenschaften der Evolution herausgegriffen – Entstehung des Lebens, DNA, Photosynthese, komplexe Zellen, Sex, Bewegung, Sehen, Warmblütigkeit, Bewusstsein, Tod – und beschreibt, wie sich die aktuelle Wissenschaft ihr Auftreten erklärt.
Er stellt dabei eine Reihe interessanter Theorien vor, erläutert, was für und gegen sie spricht, setzt sich mit der von ihm favorisierten jeweils ausführlicher auseinander, versäumt aber auch nicht darauf hinzuweisen, dass es sich bei alldem lediglich um der derzeitigen Stand der Dinge handelt und die Problemstellungen durch eine neue Idee bald wieder in einem anderen Licht erscheinen könnten.

Wie in den bisherigen Rezensionen bereits angemerkt wurde, ist dies sicher kein Buch, das man flott nebenbei lesen kann. Es ist jedenfalls die Bereitschaft, sich tief in die Materie hineinzudenken und über das Gelesenen nachzudenken von Nöten – und selbst dann wird man ohne gewisse naturwissenschaftliche Vorkenntnisse wohl nicht sämtliche Details nachvollziehen können, vor allem die Kapiteln über die Entstehung des Lebens und die Photosynthese behandeln doch einige kompliziertere chemische Prozesse.

Nichtsdestotrotz ist die Lektüre lohnend, bekommt man hier doch einen guten Einblick in die Praxis der wissenschaftlichen Arbeit, darin, wie Forscher auf den Leistungen ihrer Vorgänger aufbauen, wie alte und neue Modelle immer wieder diskutiert und im Lichte neuer Erkenntnisse modifiziert oder verworfen werden.

Vor allem zeigt sich dabei auch, wie viel – allen Unkenrufen von Kreationisten zum Trotz – die Evolutionsbiologie bereits zu erklären in der Lage ist.

Fazit: Dieses Werk eignet sich für jeden, der an einer tiefschürfenden Betrachtung von biologischen Phänomenen interessiert ist. Für einen ersten Einstieg in das Thema Evolution würde ich allerdings andere Bücher empfehlen.


Eine kurze Geschichte der Menschheit
Eine kurze Geschichte der Menschheit
von Yuval Noah Harari
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Füllhorn spannender Überlegungen, 23. Februar 2014
Yuval Noah Harari gibt hier einen breit angelegten Überblick über die Geschichte des Menschen – von unseren Anfängen als eine zunächst noch relativ unauffällige Affenart in der afrikanischen Savanne bis zum 21. Jahrhundert, wo wir an der Schwelle zu Neuerungen stehen, die das gesamte Wesen unserer Spezies grundlegend verändern könnten.

Er verliert sich dabei nicht in Details, sondern es geht ihm darum, die großen Zusammenhänge und Entwicklungslinien aufzuzeigen, insbesondere hinsichtlich der bedeutenden Revolutionen, die unsere Vergangenheit prägten – etwa der kognitive Sprung nach vorn, welcher die Menschen erst zu dem machte, was sie heute sind, für dessen Ursache es aber eine Reihe verschiedener Theorien gibt, die Entstehung der Landwirtschaft, die auf den ersten Blick ein großartiger Fortschritt zu sein scheint, in Wirklichkeit aber viel Leid für Mensch und Tier verursacht hat oder der Aufschwung der Wissenschaften zu Beginn der Neuzeit, der im Verbund mit der industriellen Revolution zu einer tiefgreifenden Änderung unseres Alltags sowie zur ersten globalen Kultur der Geschichte führte.
Bei all den Ausführungen und Erklärungsansätzen wird immer ein besonderes Augenmerk auf das Innenleben des Menschen gelegt, darauf, welch bedeutende Umwälzungen es oftmals zur Folge hatte, wenn neue Gedanken oder Einstellungen sich in einer Gesellschaft durchsetzten.

Dabei entsteht eine interessante Sichtweise auf viele Fragestellungen und es werden eine Reihe spannender Denkansätze vorgestellt.
Beispielsweise versucht der Autor zu erklären, wie die ursprüngliche Untergliederung in einzelne Stämme mit jeweils einer Hand voll Mitgliedern von Staaten mit Tausenden oder Millionen Untertanen abgelöst werden konnte oder wieso es gerade den Europäern nach dem Jahr 1500 gelang, große Teile der Welt zu kolonialisieren und ihre Lebensweise über den ganzen Erdball zu verbreiten, und vieles andere mehr. Sogar die Frage, wie ein glückliches Leben gelingen kann und ob die Menschen im Lauf der Geschichte tatsächlich, wie manche Fortschrittsgläubigen vermuten, immer glücklicher geworden sind, wird nicht ausgespart.

Manche Aussage, wie etwa dass Menschenrechte und Staaten Fiktionen seien oder dass es sich beim Kapitalismus und beim liberalen Humanismus auch nur um eine Art von Religion handle, wird sicher nicht jeder gerne hören, gerade der Mut zu solchen Überlegungen machte die Lektüre für mich aber so interessant.

Sicherlich sollte man beim Lesen im Hinterkopf behalten, dass viele der hier behandelten Themen kontrovers diskutiert werden und man kann dem Autor bisweilen durchaus den Vorwurf machen, dass er relativ unstrittige Tatsachen und bloße Spekulationen nicht immer sorgfältig voneinander abgrenzt.

Doch dies ist eben ein populärwissenschaftliches Buch, dem es aber jedenfalls hervorragend gelingt, auch komplexere Themen allgemein verständlich aufzubereiten und dessen Lektüre durch den flüssigen und amüsanten Schreibstil zum Vergnügen wird.


A Dog's Purpose
A Dog's Purpose
Preis: EUR 4,38

4.0 von 5 Sternen Die vier Leben eines Hundes, 18. Februar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: A Dog's Purpose (Kindle Edition)
Ein Hund berichtet hier von seinen Erlebnissen – und da hat er einiges zu erzählen, hatte er doch nicht nur ein Leben, sondern deren vier. Denn nach jedem Tod wird er zu seiner eigenen großen Überraschung als Welpe wiedergeboren. Er findet sich dabei jeweils nicht nur als Angehöriger einer anderen Hunderasse, sondern auch unter ganz unterschiedlichen Lebensumständen wieder, begegnet den unterschiedlichsten Menschen und erfährt die verschiedenen Rollen, welche Hunde in der menschlichen Gesellschaft einnehmen.
Währenddessen fragt er sich zunehmend, was das alles soll und worin der Sinn seiner Existenz besteht.

Es gelingt dem Autor hier durchaus gut, die Perspektive eines Hundes einzunehmen und darzustellen, wie menschliche Verhaltensweisen und Beziehungsmuster auf ein solches Tierchen wirken müssen.
Natürlich dürfen dabei einige Klischees nicht fehlen und manchmal wirkt es etwas übertrieben, wie viel der Hund teilweise versteht und welch schlaue Pläne er entwickelt, während er in anderen Situationen wieder so gar nicht erfasst, worum es den Menschen eigentlich geht. Doch bei einer Geschichte, die aus der Sicht eines mehrmals wiedergeborenen Hundes erzählt wird, darf man selbstverständlich keinen Realismus erwarten.
Sehr gut gefallen hat mir jedenfalls, dass hier auch thematisiert wird, wie schlecht Hunde von uns Menschen bisweilen – teils aus Bosheit, teils aber auch einfach aus Unwissenheit oder mangelndem Einfühlungsvermögen – behandelt werden, sodass hier nicht nur fröhliche Geschichten erzählt, sondern diverse Facetten der Beziehung zwischen Mensch und Hund ausgeleuchtet werden.

Alles in allem ist dies ein nettes und flott lesbares Buch für alle Hundeliebhaber, das oftmals zum Schmunzeln animiert, aber auch traurige Momente nicht ausspart.


Schöne Tage. 1914, Vom Neujahrstag bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges
Schöne Tage. 1914, Vom Neujahrstag bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges
von Gerhard Jelinek
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Panorama eines geschichtsträchtigen Jahres, 14. Februar 2014
1914, das Jahr, das die Welt für immer verändern sollte, beginnt ganz normal: mit Silvesterfeiern, Opernpremieren und sportlichen Wettkämpfen.
Bertha von Suttner ist mit den Vorbereitungen für eine im September geplante Friedenskonferenz beschäftigt, und die interessierte Öffentlichkeit kann via Medien an politischen Auseinandersetzungen im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn oder auch an der Aufklärung spektakulärer Verbrechen teilhaben.
Doch während die Bürger ihr normales Leben führen und sich an den Segnungen der Moderne erfreuen, wird hinter den Kulissen bereits die Notwendigkeit eines baldigen Krieges erörtert.
Selbst als mit der Ermordung des Thronfolgers der spätere Kriegsgrund eintritt, hat dies zunächst wenig Auswirkungen auf den gewohnten Alltag – bis schließlich tausende junge Männer einberufen werden, für einen Krieg, der sogar von vielen Angehörigen der kulturellen Elite zunächst freudig begrüßt wird.

Von all dem erzählt Gerhard Jelinek in diesem Buch. Er berichtet von weltgeschichtlich bedeutsamen wie auch von banalen Geschehnissen, die sich zwischen dem 1. Jänner und dem 3. August 1914, dem Tag, an dem mit der Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich endgültig der Weltkrieg ausbrach, ereignet haben. Dabei stützt er sich auf Zeitungsartikel sowie auf Briefe und Tagebuchentragungen von Zeitzeugen. Dadurch gelingt es sehr gut, die Stimmungslage jener Zeit einzufangen, wobei der Autor es nicht versäumt, in knappen Kommentaren immer wieder auf das bevorstehende Unheil hinzuweisen.

So ist dieses Werk nicht nur als historische Rückschau interessant, sondern zeigt auch, wie schnell aus scheinbar heiterem Himmel eine Katastrophe hereinbrechen konnte und wie gut es den Mächtigen gelang, das einfache Volk in die Irre zu führen und zu manipulieren.


Der Sandmann: Kriminalroman
Der Sandmann: Kriminalroman
von Lars Kepler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Verbrechen des Jurek Walter, 13. Februar 2014
Seit 13 Jahren sitzt Jurek Walter unter strenger Isolation im Sicherheitstrakt der Gerichtspsychiatrie. Er gilt als der schlimmster Serienmörder in Schwedens Geschichte. Da taucht eines Tages plötzlich eines seiner mutmaßlichen Opfer auf – lebend.
Mikael Kohler-Frost, der 13 Jahre zuvor als Zehnjähriger zusammen mit seiner jüngeren Schwester entführt und vor sieben Jahren für tot erklärt worden war, irrt über eine verschneite Eisenbahnbrücke.
Wer ist der seltsame "Sandmann", der ihn all die Jahre gefangen hielt?
Kommissar Joona Linna hegte schon immer den Verdacht, dass Jurek einen Komplizen hatte. Wird es dem Ermittlerteam jetzt endlich gelingen, den Fall restlos aufzuklären und mögliche weitere Opfer zu retten? Sie entschließen sich zu einem riskanten Manöver.
Für Joona hat das Ganze auch eine sehr persönliche Komponente, lag es doch an Jurek, dass er sich von seiner Familie trennen musste.

"Der Sandmann" ist ein flott erzählter und spannender Thriller, der mit einiger Dramatik, rasanten Actionszenen und teilweise überraschenden Wendungen aufwartet und den Leser durchaus zu fesseln versteht.

Um das Buch wirklich genießen zu können, darf man allerdings keine allzu hohen Anforderungen an den Realismus stellen und muss bereit sein, über einige Ungereimtheiten hinwegzusehen.
Vor allem die Darstellung des Jurek Walter fand ich reichlich übertrieben. Er scheint geradezu ein Genius des Bösen zu sein, ist mühelos in der Lage, sämtliche Menschen zu manipulieren, durchschaut sofort jede Situation, ist den anderen immer einen Schritt voraus und verfügt nebenbei auch noch, obwohl er schon ein älterer Herr ist und nach jahrelanger Haft, über überdurchschnittliche physische Kräfte. Das war einfach zu viel "des Guten", sollte wohl ein besonders dramatisches Bedrohungsszenario konstruieren, wirkte aber teilweise beinahe lächerlich.
Auch sonst passt einiges nicht zusammen – Mikael ist nach langer Gefangenschaft unter schlimmsten Bedingungen in erstaunlich gutem Gesundheitszustand, die Verantwortlichen der Gerichtspsychiatrie agieren oftmals geradezu himmelschreiend fahrlässig, etc – und zum Ende hin hatte ich überhaupt den Eindruck, dass die Logik oftmals der Dramatik geopfert wird.

Bis zu einem gewissen Grad muss man bei Büchern dieses Genres aber eben mit derartigem rechnen. Daher vergebe ich dennoch vier Sterne, denn gut geschrieben ist der Roman allemal.


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