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karin1910
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Texte, die es nicht geben dürfte: Mysteriöse Schriften und Botschaften aus aller Welt
Texte, die es nicht geben dürfte: Mysteriöse Schriften und Botschaften aus aller Welt
von Reinhard Habeck
  Gebundene Ausgabe

2.0 von 5 Sternen Oberflächliches Sammelsurium diverser Artefakte, 28. April 2015
Der Titel dieses Buch ist etwas irreführend, werden hier doch nicht nur Texte präsentiert, sondern diverse Arten von historischen Hinterlassenschaften angesprochen.
Vor allem die ersten zwei Drittel bieten dabei kaum Überraschungen. Angebliche Runen in Nordamerika, seltsam geformte Figuren der Inka, Pyramidentexte, Geheimnisse des Sphinx usw – eben eine bunte Mischung von Themen, die von den sogenannten Grenzwissenschaftlern immer wieder gerne angesprochen werden.
Im letzten Kapitel wird der Inhalt dann zumindest etwas origineller, dieses befasst sich mit rätselhaften Schriften und Bauwerken, die mit den Habsburgern in Verbindung stehen, beispielsweise in Schönbrunn oder – besonders ausführlich – an der Fassade des Goldenen Dachl in Innsbruck.

Reinhard Habeck versucht also, relativ viel Inhalt auf nur 200 Seiten unterzubringen, was zwangläufig dazu führt, dass die einzelnen Punkte jeweils nur sehr oberflächlich behandelt werden können. Das könnte aber vielleicht durchaus beabsichtigt sein, überdeckt es doch, dass der Autor über keine wirklich tiefergehenden Informationen verfügt. Statt aus wissenschaftliche fundierten Bemerkungen besteht ein nicht geringer Teil seiner Ausführungen daher aus mehr oder weniger gewagten Spekulationen.

Als kurz gefasster Überblick darüber, was für (angebliche) Rätsel unsere Welt zu bieten hat , ist dieses Werk daher vielleicht ganz brauchbar, es gibt aber auch abseits der etablierten Wissenschaft bessere Autoren.


Der letzte Paladin: Historischer Roman
Der letzte Paladin: Historischer Roman
von Richard Dübell
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Roland und Afdza, 14. April 2015
Richard Dübell präsentiert hier seine Version des Rolandsliedes, einer des berühmtesten Sagen im Zusammenhang mit Karl dem Großen, an dem er natürlich manches verändert oder weiter ausbaut, um zu einer dramaturgisch ansprechenden Handlung zu gelangen.

Im Mittelpunkt seiner Geschichte stehen drei Persönlichkeiten: Roland, Neffe und einer der wichtigsten Krieger Karls des Großen, Afdza Asdaq, "bester Mann" des maurischen Statthalters von Medina Barshaluna (des heutigen Barcelona), die einander erstaunlich ähnlich und sogar in Freundschaft verbunden sind, wegen der Feindschaft zwischen ihren Völkern aber dazu verdammt scheinen, einander eines Tages auf dem Schlachtfeld gegenüber zu stehen – sowie die Frau, die sie beide lieben: Arima Garcez, seit dem Tod ihres Vaters die Herrin der Burg Roncevaux auf dem Ibaneta-Pass, welcher die Grenze zwischen dem Reich der Franken und jenem der Mauren markiert.
Arima wird es schließlich gelingen, ein Geheimnis aufzudecken, dass die Vergangenheit der beiden Krieger wie auch ihrer Herrscher betrifft. Doch kann sie es noch schaffen, die sich anbahnende Katastrophe abzuwenden?

Ich muss zugeben, dass ich mich vor der Lektüre dieses Buches nie näher mit dem Rolandslied befasst habe, dank des sehr ausführlichen Nachwortes weiß ich nun aber doch einiges darüber, insbesondere aber auch über die Zeit Karls des Großen. Der Autor legt hier detailliert dar, welche Elemente seiner Romanhandlung sich auf die historische oder literarische Überlieferung stützen und wo er aus dramaturgischen Gründen davon abgewichen ist.

Die Geschichte ist flott erzählt und durchaus fesselnd. Man kann sich gut in die Protagonisten hineinversetzen und vor allem Arimas Zerrissenheit zwischen den unterschiedlichen Gefühlen für zwei Männer, der Liebe zu ihrer Heimat und der Treue gegenüber ihrem König gut nachfühlen. Roland und Afdza wirken dagegen beinahe etwas zu klug und geschickt und edel und selbstlos - eben "heldenhaft", doch das muss bei einem Heldenepos wohl so sein.
Besonders gegen Ende wird manches dann aber doch zu unrealistisch und die Geschehnisse spitzen sich übertrieben dramatisch zu. Auch ist die Auflösung des großen "Geheimnisses" zumindest in den Grundzügen relativ bald erahnbar.

Dennoch hat dieser Roman mehr zu bieten als nur eine weitere Variante des Themas "Frau zwischen zwei Männern" garniert mit einigen Kampfesszenen (die für meinen Geschmack auch weniger ausführlich hätten ausfallen können).
Die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit werden anschaulich dargestellt und es zeigt sich, welch dramatische Folgen es haben kann, wenn Menschen zum Spielball der Mächtigen werden und Herrscher sich anmaßen, über das (Liebes)Leben der ihnen Unterworfenen zu bestimmen oder aus machtpolitischen Gründen Entscheidungen treffen, die den Tod vieler einfacher Bürger, verwüstete Landschaften und auf Jahre einzementierte Feindschaften zwischen ganzen Völkern zur Folge haben.


Österreichs parlamentarisches Schimpfbuch: Stilblüten und Geistesblitze unserer Volksvertreter
Österreichs parlamentarisches Schimpfbuch: Stilblüten und Geistesblitze unserer Volksvertreter
von Tatjana Duffek
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

4.0 von 5 Sternen Umgangston im Hohen Haus, 2. April 2015
Dass im österreichischen Nationalrat oftmals nicht gerade ein Umgangston herrscht, der dem "Hohen Haus" angemessen wäre, ist regelmäßigen Beobachtern der Parlamentsberichterstattung ohnehin bekannt. Wenn hier auf 250 Seiten Beispiele all der "Freundlichkeiten" aufgelistet werden, mit denen unsere Abgeordneten einander in den letzten Jahrzehnten bedacht haben, wird dies aber besonders deutlich.
Die Autorin hat hier Auszüge aus den Protokollen des Nationalrats zusammengestellt, beginnend mit der Nachkriegszeit, der Schwerpunkt liegt aber auf den Jahren vor dem Erscheinungsdatum, insbesondere dem Zeitraum 2006 – 2010.
Obwohl die Namen mancher Politiker dabei natürlich häufiger vorkommen als andere, zeigt sich doch, dass sämtliche Parteien ihren Anteil an den ungehobelten verbalen Auseinandersetzungen haben
Neben diversen Schimpforgien kann man hier aber auch manch witzigen Schlagabtausch, einige schlagfertige Antworten sowie amüsante Stilblüten nachlesen, und es werden Erinnerungen an die großen politischen Themen und Skandale der letzten Jahre wach.


Zeit der wilden Orchideen: Roman
Zeit der wilden Orchideen: Roman
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Liebesdrama vor exotischer Kulisse, 26. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nicole C Vosseler erzählt hier eine epische Liebesgeschichte, die vor der exotischen Kulisse des Singapurs der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angesiedelt ist.
Wir begleiten Georgina und Raharjo über mehrere Jahrzehnte auf ihrem Lebensweg. Erstmals begegnen sie einander, als die 10jährige Georgina den verletzten Organ Laut, Mitglied eines legendären Stammes von Seenomaden, in einer verwilderten Ecke ihres Gartens findet und heimlich gesund pflegt. Obwohl er eines Tages plötzlich verschwindet, kann sie ihn doch nicht vergessen und als sie sich einige Jahre später wiedertreffen, beginnt eine Liebesbeziehung, die von großer Leidenschaft, immer wieder aber auch von dunklen Stunden, bisweilen sogar regelrechtem Hass, geprägt ist. Denn ihre Herkunft und Lebenswelten scheinen zu unterschiedlich zu sein, um zu einem glücklichen Zusammenleben zu gelangen.

So ist dies kein typischer Liebesroman mit tollem Happy End. Dafür lernt man hier interessante Persönlichkeiten kennen, die durchaus auch ihre Schwächen und Widersprüche aufweisen, und kann beobachten wie sie sich im Laufe der Zeit verändern, welche Schwierigkeiten und Schicksalsschläge sie zu meistern haben, wie sie aber auch allzu oft alte Fehler wiederholen.
Daneben erfährt man einiges über die Geschichte Singapurs und kann dessen Entwicklung nachvollziehen, von einem entlegenen Außenposten des britischen Empire, der vor allem wagemutige Händler und Glücksritter anzog, zu einer vollwertigen Kolonie, deren neue Einwohner europäischen Lebensstil importieren, die aber weiterhin auch von einem bunten Gemisch asiatischer Völker (insbesondere von Malaien, Chinesen und Indern) geprägt war.
Der Erzählstil ist mitreißend, lebendig und so anschaulich, dass nicht nur die Bilder von atemberaubenden Landschaften und gefühlsgeladenen Szenen vor dem inneren Auge entstehen, sondern auch die sie begleitenden Geräusche und Gerüche vermittelt werden.


The Mentalist - Die komplette fünfte Staffel [5 DVDs]
The Mentalist - Die komplette fünfte Staffel [5 DVDs]
DVD ~ Simon Baker
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Jagd nach Red John, 18. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie schon bei der vierten Staffel lässt die Aufmachung der DVD-Ausgabe auch diesmal zu wünschen übrig.
Der Inhalt ist dafür besonders emotionsgeladen und packend.
Mehr als in den anderen Staffeln steht die Jagd nach Red John im Mittelpunkt. Endlich konnte Patrick Jane mit Lorelei Martins einer von dessen Vertrauten habhaft werden und obwohl sie sich weigert, seinen Namen zu nennen, gibt sie Patrick doch wertvolle Hinweise, die es ihm ermöglichen, seinem Erzfeind so nahe wie nie zuvor zu kommen. Doch wieder scheint Red John ihm einen Schritt voraus zu sein.
So wird viel Spannung aufgebaut, man kann sich aber auch gut in die Gefühlslage der Protagonisten hineinversetzen, vor allem Patricks Pendeln zwischen der Hoffnung, sein großes Ziel endlich zu erreichen, und der Verzweiflung, wenn er wieder einen Rückschlag erleidet, wird sehr gut dargestellt.
Daneben ist natürlich auch wieder in einer Reihe von unterschiedlichsten Mordfällen zu ermitteln, die vom CBI-Team in gewohnter Manier gelöst werden.


Schwarze Löcher gibt es nicht. Rowohlt E-Book Only: Mit einer Erläuterung von Bernd Schuh
Schwarze Löcher gibt es nicht. Rowohlt E-Book Only: Mit einer Erläuterung von Bernd Schuh
Preis: EUR 1,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessantes Konzept, 18. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Konzept dieses von Rowohlt herausgegebenen E-Books gefällt mir ausgesprochen gut: Zunächst wird ein wissenschaftlicher Artikel wiedergegeben, dessen Inhalt und Hintergrund anschließend auf allgemein verständliche Weise erläutert werden.

Schwarze Löcher sind ein Thema, das auf Experten wie auch Laien eine besondere Faszination ausübt, über das schon viele Spekulationen angestellt und (populär)wissenschaftliche Werke verfasst wurden. Dabei hat gerade Stephen Hawking immer wieder spannende Beiträge geliefert. So fand auch seine neuste Idee, wonach schwarze Löcher zumindest nicht in der Weise existierten, wie es bisher angenommen wurde, viel Beachtung.

Durch den ausführlichen Kommentar von Bernd Schuh werden die diesbezüglichen Problemstellungen und Diskussionen nun auch für Nicht-Fachleute zumindest in den Grundzügen nachvollziehbar. Er beginnt mit den Grundlagen von Relativitäts- und Quantentheorie und erklärt dann Schritt für Schritt und in relativ einfachen Worten, warum die Existenz von schwarzen Löchern postuliert wurde und welche Folgerungen und Paradoxien sich daraus ergeben, sodass auch Leser ohne besondere Vorkenntnisse seinen Ausführungen leicht folgen können.


Ein Cent für ein Leben
Ein Cent für ein Leben
Preis: EUR 1,49

5.0 von 5 Sternen Kurz, aber gehaltvoll, 8. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein Cent für ein Leben (Kindle Edition)
Die Story führt ins New York der 1920er-Jahre, wo skrupellose Verbrecherbanden nach der Maxime leben, dass man lernen muss, sich zu nehmen, was man will, während die Gewerkschaften um bessere Lebensbedingungen für die Arbeiter kämpfen.
Jacob Berkowitz alias Kid Schlammer und Sholem Lipsky sind Söhne jüdischer Einwanderer aus Russland, ihre Väter sind eng befreundet, doch die beiden haben gänzlich unterschiedliche Lebenswege gewählt. Dennoch scheinen ihre Schicksale irgendwie verknüpft zu sein, was ihnen letztlich zum Verhängnis wird.

Trotz ihrer Kürze kann diese Geschichte mit einer gut konstruierten Handlung, die auch über einen gewissen Tiefgang verfügt, überzeugen. Einiges ist zwar vorhersehbar, der Inhalt wirft aber auch eine Reihe brisanter Fragen auf und regt zum Nachdenken an.


Moorteufel: Historischer Roman
Moorteufel: Historischer Roman
Preis: EUR 2,99

4.0 von 5 Sternen Ein Dorf voller Geheimnisse, 5. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieser Roman führt ins westfälische Ahlbeck des Jahres 1814, bei dem es sich auf den ersten Blick um ein beschauliches, etwas abseits gelegenes Dörfchen handelt, wo aber einige dunkle Geheimnisse ihrer Aufdeckung harren.
Hauptfigur und Ich-Erzähler ist der 18jährige Jeremias Vogelsang, der als Deserteur gesucht wird, weil er nicht an dem Kriegszug gegen Napoleon teilnehmen möchte. Doch dies ist bei weitem nicht das einzige Problem, mit dem er sich auseinander zu setzen hat. Er erfährt, dass er nicht der leibliche Sohn seiner Eltern ist und versucht nun, herauszufinden, wer seine richtige Mutter gewesen sein könnte. Außerdem befasst er sich mit der Geschichte eines Bauernhofes, der vor 20 Jahren unter mysteriösen Umständen abgebrannt war, was mit dem Tod des Bauern und dem plötzlichen Verschwinden von dessen Frau zu tun hatte. In den Ruinen des Hofes begegnet er auch noch dem ehemaligen Schulzen Bernhard Lanvermann, der das Dorf vor einigen Jahren fluchtartig verlassen musste, nachdem ihm der Mord an seiner Gattin vorgeworfen worden war. Was hat seine plötzliche Rückkehr zu bedeuten? Jeremias beschleicht der Verdacht, dass all diese seltsamen Vorgänge irgendwie zusammenhängen könnten.

Die Handlung erstreckt sich nur über wenige, dafür aber sehr ereignisreiche Tage. Das Geschehen schreitet meist flott voran, sodass man beim Lesen kaum Verschnaufpausen hat.
Der Erzählstil ist mitreißend und es ist durchaus spannend, Jeremias bei seinen Erlebnissen zu begleiten und mitzuverfolgen, wie er immer mehr über die Vergangenheit erfährt und die einzelnen Puzzlestücke schließlich ein Gesamtbild ergeben.
Die Art, wie dieser Wahrheitsfindungsprozess voranschreitet, ist auch deshalb interessant, weil verschiedene Personen hierbei jeweils ihre eigenen Versionen der Geschehnisse berichten und dabei auch nicht immer ganz ehrlich sind, sodass es sowohl Jeremias als auch dem Leser oft schwer fällt, Lügen und Wahrheit voneinander zu unterscheiden und es einige doch überraschende Wendungen gibt.
Allerdings basieren manche Handlungselemente zu sehr auf Zufall, dass etwa jemand genau zur rechten Zeit am rechten Ort ist, und es wirkt auch etwas unrealistisch, dass Leute, die zuvor Jahre oder Jahrzehnte geschwiegen haben, dann sofort bereit sind, Jeremias ihre Geschichte zu erzählen.


Vatikan gesteht ein: Erde vermutlich doch keine Scheibe: Die besten Tagespresse-Meldungen
Vatikan gesteht ein: Erde vermutlich doch keine Scheibe: Die besten Tagespresse-Meldungen
von Die Tagespresse
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

4.0 von 5 Sternen Unterhaltsame Satiren, 2. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich muss zugeben, dass mir die Tagespresse bisher nicht bekannt war, in Zukunft werde ich aber sicher öfters einen Blick auf ihre Homepage werfen.
Dieses Buch enthält eine Auswahl der dort veröffentlichten Meldungen, einschließlich eines kurzen Kommentars dazu, in welchem Kontext diese entstanden sind, sowie meist auch einiger Reaktionen von Lesern, von denen einige offensichtlich nicht erkannt haben, dass es sich hierbei um eine Satire handelt.
Persönlichkeiten und Ereignisse aus Politik und High Society (siehe beispielsweise die Schlagzeilen "Dunkle Mächte verhindern den Wahlsieg von Ewald Stadler", "Stronach gründet neue Partei in der Ukraine" oder "Richard Lugner zieht sich aus Privatleben zurück") werden ebenso aufs Korn genommen wie ganz alltägliche Ärgernisse (etwa "Weltrekord: Schlange vor Billa-Kassa erreicht Bratislava" oder "Ministerium erlässt Reisewarnung für U6") thematisiert werden.
Die einzelnen Beiträge sind eher kurz, haben aber doch viel Aussagekraft, sodass sie sich gut als amüsante und manchmal auch zum Nachdenken anregende Lektüre für zwischendurch eignen.


Das Zeugenhaus: Nürnberg 1945: Als Täter und Opfer unter einem Dach zusammentrafen
Das Zeugenhaus: Nürnberg 1945: Als Täter und Opfer unter einem Dach zusammentrafen
von Christiane Kohl
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Brisantes Zusammenleben, 24. Februar 2015
Dieses Buch behandelt ein interessantes und zuvor in der Öffentlichkeit wenig bekanntes Thema der deutschen Nachkriegsgeschichte: Während der Nürnberger Prozesse haben die Amerikaner eine beschlagnahmte Villa in der Novalisstraße verwendet, um dort wichtige Zeugen, sowohl solche der Anklage als auch der Verteidigung, unterzubringen.
Manche "Gäste" wie etwa Hitlers Leibfotograf Heinrich Hoffmann oder der Gründer der Gestapo Rudolf Diels haben dort für längere Zeit logiert, andere blieben nur für eine Nacht. Geleitet wurde das Haus zunächst von der in Thüringen aufgewachsenen und dann in Ungarn verheirateten Gräfin Ingeborg Kalnoky, deren "Amtszeit" hier im Mittelpunkt steht, dann von Annemarie von Kleist, deren Gatte, der während der Nachfolgeprozesse als Dolmetscher fungierte, mit den Eltern von Christiane Kohl befreundet war.
Durch ihn wurde diese also auf die einigermaßen bizarre Situation aufmerksam, dass hier (Mit)täter und Opfer unter einem Dach leben mussten, und sie begann daraufhin bereits in den 1980er-Jahren, erste Nachforschungen anzustellen.

Man muss der Autorin auf jeden Fall zugute halten, dass sie sich mir ihren Recherchen viel Mühe gemacht hat, es ist ihr gelungen, viele noch lebende Zeitzeugen von damals aufzuspüren, mit ihnen ausführliche Gespräche zu führen und diverse Dokumente unterschiedlicher Herkunft einzusehen.
Dennoch wirkt das vorliegende Buch irgendwie unvollständig, einem Großteil des Textes liegen persönliche Erinnerungen zu Grunde, die natürlich subjektiv gefärbt und nach so langer Zeit sicherlich unvollständig sind. Vieles muss offen bleiben, beispielsweise können eine Reihe von Eintragungen in den Gästebüchern des Zeugenhauses keiner konkreten Person zugeordnet werden, anderes beruht eher auf Vermutungen.

Außerdem kann man beim Lesen die Atmosphäre, die in diesem Haus geherrscht haben muss, nicht wirklich fühlen. Dafür sind die Ausführungen dann doch wieder zu sachlich.


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