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Rezensionen verfasst von
darkdancer (Berlin Deutschland)

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Neuzeit
Neuzeit
Preis: EUR 5,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der I Heart Sharks-Evergreen mit exklusivem Track und fünf Remixen - limitiert auf 300 Stück!!, 1. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Neuzeit (Audio CD)
"Neuzeit" ist als meistgespieltes Stück heute schon der Band-Evergreen. Der echte I Heart Sharks-Fan sollte diese Maxi-CD schon deshalb besitzen, weil sie auf 300 Stück limitiert ist. Die Wahrscheinlichkeit ist also groß, dass sie bald vergriffen ist. Die Band hat das Inlay (mit hübschen Fotos der Bandmitglieder und den Texten zu "A Ruin" und "Neuzeit") selbst in das Digi-Pack eingeklebt. Wahrscheinlich war es Pierre, der wie immer für das Artwork verantwortlich war.

Darüber hinaus enthält die Maxi neben der Originalversion von "Neuzeit" das exklusiv nur hierauf erhältliche Stück "A Ruin", das musikalisch auch prima auf das Album "Summer" gepasst hätte. Es ist ein schnelles Stück mit netten Gitarrenriffs und schönen breaks. Es geht um Sarah, ein kaputtes Model: "But I've never seen a ruin like you before / Never seen a wreck so beautiful". Ich liebe die Textzeilen "You spend your hours in Mitte cafés / Discussing Frida Kahlo and wasting days / Reading dull magazines, who's in and who's out / Yeah, you're a model but you don't sieh gut aus"

Was die Remixes angeht:
Bereits der Dadajugend Polyform Remix gefällt mir ausgesprochen gut: Er enthält Sequenzen, die mich ziemlich stark an eines meiner Lieblingsstücke von den Pet Shop Boys, "In The Night", erinnern. Dieser Remix mischt gekonnt die 80er mit dem Jahr 2011.
Der Plemo Remix geht gut nach vorne, ist ziemlich elektronisch und beschleunigt "Neuzeit" nochmal ein ganzes Stück. Ich hätte zwar Angst, wegen der langen beatlosen Zwischensequenz von 2:19 bis 2:52 das im Club aufzulegen, aber dieser Remix ist für mich der beste der Maxi.
Mit dem Blitzkids MVT Remix kann ich etwas weniger anfangen, weil er mir persönlich zu reduziert und zu monoton ist und das Stück so verfremdet, dass es nicht mehr erkennbar ist. Könnte aber in einem Club gegen 5 oder 6 Uhr morgens prima gehen.
Der Alloynix Remix hört sich für mich ein wenig nach den 90ern an, um genau zu sein, nach Steve Rodway (besser bekannt als Motiv8). Ist mir etwas zu straight und zu eurodancig, aber nicht schlecht.
Der Ginger Redcliff Rework ist fantastisch! Die deutsche Schauspielerin und Sängerin Hanna Plaß alias Ginger Redcliff hat "Neuzeit" komplett überarbeitet und neu eingesungen. Dabei hat sie den Text teilweise ins französische übersetzt, und instrumentiert ist das Ganze sparsam mit Piano, Streicher und etwas Percussion. Herausgekommen ist Nouvelle Vague in gekonnt.

Ich kann Euch nur raten: Gönnt Euch dieses herausragende Stück Bandgeschichte!


Summer
Summer
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hier stimmt einfach alles - was für ein Debüt!, 13. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Summer (Audio CD)
Es gibt Liebe auf den ersten Blick, und es gibt auch bei Musik Liebe beim ersten Hören. So ging es mir mit dem Debütalbum von I Heart Sharks. Schwankend zwischen Indie-Electro und Indie-Pop, aber immer aufregend und eigenständig. Zwar selbst produziert, aber hier passt einfach alles zusammen: Die Musik, die Texte, das Artwork, und auch die Produktion.
Pierre wünscht sich, dass er den Text zu "Slow Show" von The National geschrieben hätte, aber Zeilen wie "I know she carries scars / We both carry scars, don't we? / Lick your wounds and stand tall" oder "She moves her lips and I get butterflies but we still don't speak the same language" (beides aus "Neuzeit") sind einfach nur weise und groß. Oder: "Two strangers in a room full of lonely souls / With fumbling hands and bad intent" ("Rien Ne Va Plus").
"Summer" geht sowohl zuhause, als auch im Club perfekt.
Besonders gerne mag ich die schnelleren Stücke, also "Monogamy", "Neuzeit" (Klar, der I Heart Sharks-Evergreen ;)), "Rien Ne Va Plus", "NY BLN" und meinen persönlichen Favoriten "The World Is Yours", aber es gibt auf dem Album keinen Ausfall, den ich beim Hören überspringe.
Habe ich erwähnt, dass Pierres Sinn für Ästhetik auch zu superschönen Videos geführt hat? Das Video zu "Neuzeit" finde ich immer noch genial, weil es einfach und reduziert und trotzdem auf dem Punkt ist. Idiotisch, dass youtube das zwischenzeitlich gesperrt hatte (Nackte Brüste...;)).

Ein perfektes Debüt!


Anthems
Anthems
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The wicked second album, 12. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Anthems (Audio CD)
Bei vielen Bands ist das zweite Album das kritische: Der Erstling wurde vielleicht noch als innovativ gelobt und hatte eine eingeschworene Fangruppe. Aber eine Band möchte sich weiterentwickeln und vielleicht auch mal kommerziellen Erfolg haben und von ihrer Musik leben können. Das finde ich legitim.
Leider schaffen viele Bands den Sprung nicht: Das zweite Album wird unter großem innerem und äußerem Druck überambitioniert angegangen und häufig ein Flop, weil alte Fans verprellt und keine neuen hinzugewonnen werden.
Das ist bei I Heart Sharks hoffentlich nicht der Fall. Ich kann nur für mich sprechen: Ich habe das erste Album "Summer" geliebt, und ich liebe auch "Anthems". Es ist ein Riesensprung nach vorne geworden. Klar ist "Anthems" kommerzieller als "Summer". Aber das finde ich völlig ok. Müssen wir immer alles in Schubladen stecken? War "Summer" jetzt "Indie-Electronic" und ist "Anthems" jetzt "Indie-Pop" oder auch "nur" Pop?
"Anthems" heißt nun mal übersetzt "Hymnen", und das trifft es auch ganz gut: Eingängig, mit einem guten Schuss Pathos und Melancholie, dabei dynamisch und fett und mit viel Hall produziert.

Zur Musik: Die Produktion von Joseph Cross hat nicht dazu geführt, dass aus I Heart Sharks jetzt eine Kopie von Hurts geworden wären. Es sind immer noch Pierre, Simon und Martin = I Heart Sharks. Allerdings ist die Produktion natürlich ein Stück glatter geworden im Vergleich zu "Summer". Ich finde sie ziemlich perfekt. Sie holt das Maximale aus den Stücken heraus. Schlimm? Ich finde nicht. Allerdings empfiehlt sich für "Anthems" eine gute Anlage und das Hören in einem großen Raum. Ein Kammerspiel ist "Anthems" titelgerecht nicht. Wer danach sucht, der kann ja Mazzy Star hören.
Im Übrigen hat Joseph Cross nicht alle Stücke produziert: Bei "Only Love" hat Henning Sommer von der Hamburger Band Wilhelm Tell Me an den Reglern gesessen und "To Be Young" und "Karaoke" zumindest mitproduziert. 5 Stücke sind von Henning Sommer abgemischt worden. Davon abgesehen, dass ich das Wilhelm Tell Me-Album "Excuse My French" super finde, haben I Heart Sharks sicher nicht ohne Grund in den liner notes geschrieben: "We would like to thank. ... Henning, the architect and secret partner, the wizard and master. ..."
Also nix mit Hurts! Allerdings klingt "Eleanor" etwas nach Wilhelm Tell Me... ;))

Pierre singt wesentlich gefühlvoller als auf "Summer", und er holt wirklich alles aus seiner Stimme heraus. Ich hätte diese stimmliche Variabilität nicht von ihm erwartet. Großes Kino. Châpeau!

Die Stücke, die mir am meisten ins Ohr gehen:
- "The High Rise": Das ist mit Abstand mein Lieblingsstück des Albums. Melancholisch und doch schnell. Dazu möchte ich sowohl tanzen als auch heulen (weil es so schön und so traurig ist)
- "Us": Das Intro erinnert mich an das von "This Town Ain't Big Enough For Both Of Us" von den Sparks...
- "Half A Heart": Was für ein fulminanter Schluss! Fängt langsam an und hört langsam auf, aber der Mittelteil ist völlig unerwartet das Rockigste, das ich von I Heart Sharks bis jetzt gehört habe. Wenn das nächste Album rockiger werden soll, dann wäre "Half A Heart" jedenfalls eine gelungene Vorlage...
- "Headlines"
- "Reykjavik (Stay Here)"
- "Anthems"

Fazit: Es gibt auf dem ganzen Album kein schlechtes Stück. "Anthems" ist eine gelungene Weiterentwicklung. Klare Kaufempfehlung!


Playing With Fire
Playing With Fire
Preis: EUR 8,33

4.0 von 5 Sternen Gelungenes Electro-Pop-Debüt, 4. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Playing With Fire (Audio CD)
Auf Drownsoda bin ich nur zufällig beim Stöbern bei Amazon gestoßen. Die Debüt-EP "Playing With Fire" hat mir schon beim Reinhören so gut gefallen, dass sie gleich bestellt werden musste. Also: Drownsoda ist ein Ein-Mann-Projekt von Julien Agot aus Limoges, der, glaube ich, momentan in Kulmbach in Oberfranken lebt. Diese EP hat er 2008 bei sich zuhause aufgenommen und produziert. Er selbst gibt als Referenzen New Order, Weezer und Daft Punk an. Ich höre auf "Holograms" und "Lost" neben Daft Punk teilweise auch die frühen Human League raus - was ja auch keine schlechte Referenz wäre. Richtig gut gefällt mir Track 4, "Casual Situation" - das hat eine tolle Melodie und eignet sich hervorragend zum Tanzen. Es ist auch das ausgefeilteste und am besten durchkomponierte Stück auf "Playing With Fire". Es erinnert mich auch etwas an die guten Stücke von Jeanne Mas ("En Rouge Et Noir") und Gazebo ("Lunatic"). Ein bisschen schade finde ich, dass sich "Playing With Fire On A Cold Winters Night" etwas in Ideen verliert - da sind wunderschöne Ideen und Sequenzen drin, und wenn man das überarbeiten würde, könnte das noch ein kleiner Hit werden. Das letzte Stück, "Roads And Ocean", fällt dann ein bisschen ab, klingt aber immer noch wie ein besseres Stück von The Human League aus der "Dare!"-Zeit, vermischt mit New Order-Elementen aus der "Low Life"-Periode.
Julien Agot hat nicht die beste Stimme der Welt, aber sie ist sehr weich und passt sehr gut zu seiner Musik, und außerdem mag ich den französischen Akzent.

Fazit: Selten habe ich knappe 5 Euro besser angelegt.


Tenement Symphony
Tenement Symphony
Wird angeboten von scheuss68-cd-dvd-berlin
Preis: EUR 11,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das poppigste Album von Marc Almond (feat. Dave Ball), 2. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Tenement Symphony (Audio CD)
"Tenement Symphony" ist nach wie vor mein Lieblingsalbum von Marc Almond. Der Höhepunkt kommt dabei gleich am Anfang: "Meet Me In My Dream" ist das beste Stück, das Soft Cell nie veröffentlicht haben. Ich war lange der weltgrößte Soft Cell-Fan und untröstlich über die Auflösung 1984. Als "Tenement Symphony" 1991 heraus kam, habe ich es blind gekauft. Dann die CD eingelegt, und ich war so überwältigt, dass ich heulen musste.
"Meet Me In My Dream" hat einen tollen Text, und das Stück ist voller Gefühl ohne dabei schwülstig zu klingen. Die Melodie ist umwerfend schön. Unglaublich, dass das nicht als Single ausgekoppelt wurde.
Bei genauerem Blick ins Booklet stellte ich fest, dass das Stück von keinem geringeren als Dave Ball mitgeschrieben worden war. Meine geliebten Soft Cell waren also schon halb wiedervereinigt! Richard Norris, der damalige Partner von Dave Ball bei The Grid, hat zwar auch mitgewirkt, das hört man aber nicht.
Insgesamt hat Dave Ball noch bei weiteren drei Stücken mitkomponiert: "I've Never Seen Your Face", "Prelude" und "My Hand Over My Heart", das als Single ausgekoppelt wurde.
Völlig baff war ich, als ich dann sah, dass "What Is Love?" aus der Feder von Trevor Horn und Bruce Woolley stammt - das sind quasi die Ur-Buggles (Ohne ihren Keyboarder Geoff Downes), die viele noch von ihrem 1979er-Welthit "Video Killed The Radio Star" kennen. Trevor Horn hat auch die "Trois Chansons de Bilitis" arrangiert und bei "The Days Of Pearly Spencer" die Hammond-Orgel gespielt.
Marc Almond-Fans werden auch Martin Watkins, den Stammpianisten von Marc, wiederfinden. Bei "Champagne" hat er das erste Mal mit Marc zusammen gearbeitet.
Wie ist das Album musikalisch, von "Meet Me In My Dream" abgesehen? Nun, sehr abwechslungsreich. Es hat quasi zwei Bereiche: Die ersten fünf Stücke, und die Tenement Symphony, die die übrigen sechs beinhaltet.
"Beautiful Brutal Thing", "Vaudeville And Burlesque" und "Champagne" sind typische, schöne, chansoneske Marc-Stücke.
Die Tenement Symphony ist dagegen von Trevor Horn produziert. Er ist für mich in den 80ern der beste Pop-Produzent der Welt gewesen, und seine Klasse hört man sehr deutlich. Die Single-Auskopplungen "Jacky" (Ein Jacques Brel-Cover), "The Days Of Pearly Spencer" (Ein David McWilliams-Cover) und "The Hand Over My Heart" waren sämtlich Hits. "The Days Of Pearly Spencer" war immerhin auf Platz 4 in England.
"What Is Love?" ist einfach nur lustig - ein Dance-Stück von den Buggles 1991 mit der Stimme von Marc Almond!

Fazit: Mit der "Tenement Symphony" macht man auch 21 Jahre danach nichts verkehrt!


The Hunter Ep
The Hunter Ep
Preis: EUR 10,65

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das ist besser als Bloc Party!!!, 18. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Hunter Ep (Audio CD)
Von Bloc Party mochte ich nur die Remixe, was bei mir die Ausnahme ist. Kele geht solo noch einen Schritt weiter und verbannt die Gitarren gleich ganz.

Mir gefällt die "The Hunter"-EP ausgezeichnet, egal ob andere von Eurodance oder Eurotrash fabulieren.
"What Did I Do?" ist ein toller Opener. Ich würde mich nicht trauen, das irgendwo aufzulegen, weil einige Breaks drin sind und 13 bzw. 12 Sekunden ohne Beat ganz schön lang werden können... Die hohe Stimme von Lucy Taylor passt jedenfalls sehr gut zu den hohen, sphärischen Bereichen, ebenso wie Keles Stimme zu den dunkleren Passagen. Sehr abwechslungsreich.
Sehr gut finde ich auch "Devotion" (Das würde ich auflegen). Keles soulige Stimme ist für elektronische Musik wie gemacht, weil er damit Gefühl und Wärme als Kontrast zur Kühle der Elektronik rein bringt. "Devotion" ist tanzbar und zugleich anrührend, es ist als würde er das was er singt leben.
Besonders gefreut hatte ich mich auf die Q Lazzarus-Coverversion "Goodbye Horses". Das Original kennen einige vielleicht noch aus dem Film "Das Schweigen der Lämmer". Von dem Original gibt es mittlerweile einige Coverversionen, die meisten schlecht. Mir gefällt die Version von Kele sehr gut, ich finde sie sogar besser als das auch schon 23 Jahre alte Original, weil sie tanzbarer ist und die melancholische Grundstimmung trotzdem erhalten bleibt.
Schön finde ich auch das ruhige "Cable's Goodbye". Höhepunkt dieser EP ist für mich das unerwartet gefühlvolle "Love As A Weapon", bei dem Kele zu stimmlicher Hochform aufläuft. Ich habe schon lange niemanden mehr so intensiv singen gehört.
Mit "You Belong To Someone Else" schließt die EP wieder clubtauglich. Afrikanische Elemente mit Dance und Pop in den Mixer gesteckt und vermischt. Am Anfang mochte ich es überhaupt nicht, mittlerweile liebe ich es.
Nur das zweite Stück, "Release Me", ist nicht ganz mein Fall, aber das ist halt Geschmackssache.
Fazit: Diese EP enthält 6 tolle Stücke für vergleichsweise wenig Geld.


The Black Album
The Black Album
Preis: EUR 17,45

5.0 von 5 Sternen Das bisher beste Album von The Exploding Boy, 18. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Black Album (Audio CD)
Diese Band fasziniert mich: Bin durch Zufall beim Stöbern bei Amazon darauf gestoßen und war schon von den Hörproben begeistert. Meine Lieblingsbands sind bis heute unter anderem The Cure, Sisters of Mercy, The Chameleons und New Order. The Exploding Boy klingen zwar eigenständig, aber wer die vier genannten Bands mag, der müsste auch The Exploding Boy mögen. Endlich mal wieder eine Indie-Band, die gute Stücke schreiben kann! Die Reminiszenz an The Cure kommt ja schon im Namen zum Ausdruck - "The Exploding Boy" war die B-Seite der "Inbetween Days"-Single von 1985.

Ich finde "The Black Album" von den drei erschienenen Alben am besten, weil es das eingängigste und eigenständigste ist.
Johan Sjöblom hat jetzt nicht die beste Stimme der Welt, aber die Melodien...
The Exploding Boy arbeiten mit Akustikgitarre, Leadgitarre, Rhythmusgitarre, Keyboards und Gesang, und das alles mit viel Hall abgemischt wie es in den 80ern üblich war (und jetzt wieder verbreitet ist). Für die Drums ist wie bei Sisters of Mercy "Dr. Avalanche", also ein Computer zuständig.

Besonders gut gefallen mir "Torn", das ohne weiteres auch auf "Faith" oder "Seventeen Seconds" von The Cure enthalten sein könnte, und "Sweet Little Lies". "Sweet Little Lies" ist sehr treibend, absolut clubtauglich und sehr gut komponiert. Verglichen damit fällt der Rest des Albums etwas ab. Es ist auch das eigenständigste Stück, mir fallen beim besten Willen keine Vergleiche dazu ein. Ein Rezensent schrieb irgendwo, dass ihn "Sweet Little Lies" an die Killers erinnert. Wirklich nicht! In den 80ern/90ern wäre das ein Riesen-Hit in den einschlägigen Discos/Clubs geworden und die Zillo hätte Elogen auf "The Exploding Boy" geschrieben, und vielleicht wird ja auch jetzt noch irgendjemand darauf aufmerksam.
Schön finde ich auch noch "Here Comes The Rain"

Schon wegen "Sweet Little Lies" bekommt "The Black Album" 5 Sterne von mir.


Gilgamesh
Gilgamesh
Preis: EUR 18,71

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der musikalische Höhepunkt des Jahres 2011, 25. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Gilgamesh (Audio CD)
Ich hatte Gypsy & the Cat das erste Mal am 12.9.2011 im ARD-Morgenmagazin gesehen, wo sie live "Jona Vark" gespielt haben. Auch wenn Xavier dieser Auftritt laut eigener Aussage ziemlich peinlich ist - ich fand Gypsy & the Cat so genial, dass ich sofort Single und Album haben musste. "Jona Vark" ist ein echter Ohrwurm und der verspätete Sommer-Hit des Jahres, und ich finde Gypsy & the Cat trotz der Vergleiche mit Empire of the Sun oder gar Fleetwood Mac (Bitte!) einzigartig. Das liegt ganz maßgeblich an der wirklich tollen Stimme von Xavier Bacash, der nicht nur Tenor singt, sondern auch mit seiner Kopfstimme umgehen kann. Er singt dabei aber nicht so nervig hoch wie Jimmy Somerville sondern schafft es, mich bei den richtigen Stücken (wie "Parallel Universe", das vom selbsterlebten Ende einer Beziehung handelt) zu Tränen zu rühren.
Wie beschreibt man die Musik am besten? Natürlich klingen Gypsy & the Cat sehr 80s-lastig. Dabei ist Xavier Bacash gerade mal 23 (Auch wenn die Webseite 21 sagt - er wird mich kaum angelogen haben ;-)) und Lionel Towers ist auch noch weit von den 30 weg. Aber die CD ist mit sehr viel Hall produziert, was charakteristisch für die 80er ist. Und sie ist trotz des Einsatzes von Gitarre und Bass sehr synthesizerlastig. Trotzdem: In erster Linie sind es einfach toll komponierte und produzierte Popstücke, die mal sommerlich-leicht, mal romantisch-verträumt, mal hymnisch klingen. Ich würde die Schubladen also zu lassen.
Mein Lieblingsstück auf "Gilgamesh" ist "Parallel Universe", aber es gibt auf dem Album kein schlechtes Stück. Man kann es gut am Stück durchhören. Heraus ragen ansonsten noch "Jona Vark", ""Breakaway", "Watching Me, Watching You", "The Pipers's Song" und "Human Desire".
Ich hatte das Glück, Gypsy & the Cat am 23.9.2011 in Berlin live zu erleben, und das war ein wirklich gutes Konzert (Es gab noch einen Schlagzeuger und einen Gitarristen als Begleitband). Xavier spielte Bass und hat live noch besser (ausdrucksstärker) gesungen als im Studio. Anschließend hat er sich noch unter die Menge gemischt. Er ist ein witziger, super netter und ganz unkomplizierter Typ. Gypsy & the Cat sind also keine reine Studio-Band.
Fazit: Der beste Pop-Export Australiens seit Real Life mit einem Ausnahme-Debüt-Album.


Feasting With Panthers (Limited Edition)
Feasting With Panthers (Limited Edition)
Preis: EUR 19,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vertont klingt wahre Schönheit und emotionale Tiefe genau so, 2. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich war schon von der "Gabriel & The Lunatic Lover"-EP von Marc Almond und Michael Cashmore begeistert. Nun gibt es endlich ein ganzes Album der beiden. Ich bin absolut begeistert! Etwas perfekteres habe ich schon lange nicht mehr gehört. Ist das noch Pop? Ist das Chanson? Oder sogar schon Klassik? Keine Ahnung. Es hat jedenfalls mehrere Jahre gedauert, das Album aufzunehmen. Michael Cashmore, der die meisten Stücke der früheren Industrial-Band Current 93 geschrieben hat, hat Gedichte von Count Eric Stenbock, Zeb Xander, Arthur Rimbaud, Jean Genet, Jean Cocteau, Gerard de Nerval und insbesondere Jeremy Reed vertont. Jeremy Reed ist in England einer der bekanntesten Lyriker und Übersetzer. Er hat die Gedichte der französischsprachigen Autoren für dieses Album ins Englische übersetzt. Marc Almond hat die Stücke erst im Nachhinein eingesungen. Michael Cashmore und er waren nicht zusammen im Studio. Das ist also eine ähnliche Konstellation wie beim "The Art Of Falling Apart"-Album von Soft Cell, bei dem Dave Ball wochenlang alleine Soundsequenzen zusammengeschnipselt hat und sich Marc Almond die textlichen Inspirationen dazu im Nachtleben New Yorks gesucht hat.
Toll finde ich, wie gut die Stimme von Marc Almond zu den Kompositionen von Michael Cashmore passt. Die Stücke sind alle ruhig, die Instrumente weitgehend akustisch. Marc kann dadurch unangestrengt singen und muss nicht pressen wie beim letzten Soft Cell-Album.
Die vertonten Gedichte haben irgendwo alle einen homoerotischen Kontext (Wenn man die Autoren kennt, sollte einen das nicht verwundern). Die Musik ist schwer zu beschreiben. Etwas Vergleichbares kenne ich nicht (und das bei über 2.000 Tonträgern im Schrank). Sie ist im besten Sinne "romantisch" und voller Emotionen. Was für Emotionen? Wenn man will, kann man Sehnsucht, Liebe in all ihren Facetten, Trauer oder auch Glück heraushören. Hauptsächlich verwendete Instrumente sind Klavier, Streicher und Akustikgitarre (Orgel und Mundharmonika kommen unter anderem auch vor). Nur bei "Boy Caesar" und "Feasting With Panthers" (teilweise) wird es etwas elektronischer, rockiger und düsterer.
"Feasting With Panthers" ist also das richtige Album für die, die sich trauen, tiefe Gefühle zuzulassen und zu leben. Für Leute, die cool sein wollen, ist das nichts.
Anspieltipps habe ich nicht. Das ist eins der ganz wenigen Alben, das ich durchhören kann ohne Stücke überspringen zu wollen. Die Stücke haben eine emotionale Tiefe und ein textliches Niveau (kein Wunder), dass es mir wahrscheinlich in Jahren noch nicht langweilig ist.
Für mich ist "Feasting With Panthers" der musikalische Höhepunkt des Jahres 2011.


Join the Dots (New Version)
Join the Dots (New Version)
Preis: EUR 33,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine tolle Box, nicht nur für Hardcore-Fans, 13. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Join the Dots (New Version) (Audio CD)
Das ist absolut großartig! The Cure habe ich schon immer geliebt, aber diese Zusammenstellung aus B-Seiten, Promo-Versionen und unveröffentlichten Stücken ist ein wirklicher Höhepunkt. Etliche der 70 Stücke, die auf den insgesamt 4 CDs enthalten sind, hätten auch als normale Single ausgekoppelt werden können und wären wahrscheinlich Hits geworden.
Diese Box enthält insgesamt 4 CDs. Abgedeckt werden die Zeiträume 1978 bis 1987, 1987 bis 1992, 1992 bis 1996 und 1996 bis 2001. Daneben gibt es ein 75-seitiges Booklet (schon eher ein richtiges Buch), das Erläuterungen zu den einzelnen Zeiträumen gibt und eine vollständige Diskographie bis 2001 enthält.
Besondere Höhepunkte sind für mich die B-Seiten aus der "Japanese Whispers"-Zeit und einige Stücke von der vierten CD, die den Zeitraum von 1996 bis 2001 abdeckt. Zu nennen sind hier insbesondere der Acoustic Mix von "Maybe Someday" und "Coming Up", die beide das "Bloodflowers"-Album deutlich aufgewertet hätten. "Maybe Someday" ist in der Acoustic Version von Mike Hedges abgemischt worden, der schon die Alben "Seventeen Seconds" von 1980 und "Faith" von 1981 mitproduziert hat. Genial auch die bislang unveröffentlichte 12"-Version von "Doing The Unstuck". Manches ist zwar nicht wirklich kommerziell, aber wenigstens spannend, wie die Cover-Versionen von "Hello I Love You" (The Doors), "Purple Haze" (Jimi Hendrix), "Young Americans" (David Bowie) und "World In My Eyes" (Depeche Mode).
Natürlich sind die Stücke "Burn" aus dem Soundtrack von "The Crow" sowie der "Dredd Song" aus dem Film "Judge Dredd" enthalten.
Das Tolle bei dieser Box ist, dass sie, wie die 14 Studio-Alben von The Cure bis 2001, sehr abwechslungsreich ist und zumindest ich sie immer wieder hören kann und trotzdem noch neue Facetten entdecke.
So viel Cure für so wenig Geld - da kann ich den Kauf auch The Cure-Anfängern bedenkenlos empfehlen.


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