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Rezensionen verfasst von
Hugo Humpelbein "das Viech" (in Sicherheit)
(TOP 500 REZENSENT)   

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Die Pulvermänner - Die komplette Serie [2 DVDs]
Die Pulvermänner - Die komplette Serie [2 DVDs]
DVD ~ Georg Wondrak
Wird angeboten von sofort lieferbar
Preis: EUR 6,94

5.0 von 5 Sternen Als das Fernsehen noch nicht an den Nerven zerrte..., 23. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie sehr sich die Menschheit in den letzten (nur) 40 Jahren gewandelt hat, sieht man besonders gut beim Betrachten der Zeit- und Gesellschaftsdokumente, die das Fernsehen damals in Form von Serien und Spielfilmen zu Tage gefördert hat. Die Menschen redeten ganz anders miteinander, als sie noch alle Aug' in Aug' und nicht von Display zu Display kommunizierten, und die Kinder machten nachmittags noch richtige Spiele, hatten Geheimverstecke usw.
Während heutzutage das Fernsehen allgemein (und auch speziell eine für Kinder gemachte Serie) meist von Hektik, Lärm und Ungemütlichkeit in Bildern und Sprache geprägt ist, war Fernsehen in den 70ern noch eine Entspannung für die Seele. "Die Pulvermänner", die vorletzte Serie der stets 13-teiligen Alfred Greven-Produktionen, macht keine Ausnahme. Selbst wenn ab und zu mal die Story einer Folge nicht 5 Sterne verdient, so kann man sich immer noch am wohltuenden Ambiente jener Ära erquicken. Ich bedaure alle Fernsehkritiker, die nichts Besseres zu tun haben, als im zeitgenössischen Programm bemüht nach irgendwas Starkem zu suchen und stattdessen immer nur Schwaches finden. Die wären gut beraten, nach ihrem ersehnten Filmgold dort zu graben, wo es liegt: in der Vergangenheit.


Terms of My Surrender
Terms of My Surrender
Preis: EUR 16,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Alte Leute müssen Gas geben, 21. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Terms of My Surrender (Audio CD)
I surrender. Ich ergebe mich. Ich mache meinen Diener vor Altmeister John Hiatt und gebe mich geschlagen. Ich kann nicht mehr mit ihm Schritt halten. Er ist schneller als ich, und zu geschwind für mein Wahrnehmungsvermögen. So schnell wie der neue Alben auf den Markt wirft, komme ich nicht nach mit den "alten". An den "alten" hab ich mich noch gar nicht satt gehört, ach, noch nicht einmal richtig vertraut mit ihnen gemacht. Beinahe jedes Jahr ein neues Studioalbum anzubieten, wenn man als alter Haudegen schon so viele gemacht hat, bringt nicht nur Vorteile mit sich. Manch ein Sammler denkt sich langsam: Soviel Platz ist nicht in meinem Regal bei Buchstabe H - ich muss an dieser Stelle das Sammeln einstellen. Zumindest mal Luft holen und vielleicht irgendwann später im Leben weitersammeln, wenn ich wieder Hiatt-Hunger verspüre.
Mit dem Älterwerden erlangt manch ein Fan auch die Fähigkeit zu sagen "Es ist genug - mehr brauche ich nicht zu meinem Glück." Nimmersatt John Hiatt macht aber ohne Luft zu holen weiter, ganz nach dem Motto "Old people are pushing" (Song #10). Okay, man lebt nicht ewig, das sehe ich ein. Was aber seine "Bedingungen für mein Aufgeben" (--> Albumtitel) sind, konnte ich aus den neuen Songtexten nicht heraushören. Überhaupt finde ich nichts Besonderes an dieser Art Blues, die er so ausgiebig wie nie zuvor zelebriert; ich liebe Hiatt mehr für seine Mischung aus Country-Roots und Alternative-Rock. Aber selbst wenn das 2014er Album mir geboten hätte, wofür ich den John so schätze, würde ich immer noch hinterher hinken mit dem Verdauen der zuletzt gekauften CDs.

Fazit: My Terms: Slow down, John, you're too quick for me to follow you.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 23, 2014 12:44 AM MEST


The Twilight Zone - Die gesamte zweite Staffel [6 DVDs]
The Twilight Zone - Die gesamte zweite Staffel [6 DVDs]
DVD ~ Rod Serling
Preis: EUR 39,99

5.0 von 5 Sternen Ideenreiches, Erstaunliches und Phantastisches aus der fünften Dimension, 20. Juli 2014
Es gibt eine fünfte Dimension, jenseits dessen, was dem Menschen bekannt ist. Es ist eine Region, die wir die Twilight Zone nennen. Ab und zu öffnet sich ein Tor von unserer Dimension in die Welt des Phantastischen, und was man dann erleben kann, davon berichtet die wegweisende Kult-Mysteryserie der 60er Jahre.

Heutzutage wird man als jemand, der die "Twilight Zone"-Staffeln im Regal stehen hat, von Besuchern gefragt, ob das die Twilight-Vampir-Kinoreihe sei. Man muss dann immer entnervt erklären, dass die "Twilight Zone" eine eigene (und viel wertvollere) Serie ist.
5 Staffeln gab es in der ersten Ära, dann nochmal 3 in den 80ern ("The New Twilight Zone", bisher nicht auf Deutsch im Handel) und nochmal rund 40 Folgen im neuen Jahrhundert (auch nur auf Englisch zu kaufen).
Rod Serling, der Schöpfer und Gastgeber, welcher in der letzten Folge der ersten Staffel als Gaststar im Bild auftauchte, ist ab Staffel 2 jedesmal am Anfang als einleitender Erzähler zu sehen. Der Mann, der mit nur 50 Jahren unsere irdische Dimension #4 verließ, weil es ihm in Dimension #5 besser gefällt, war ein Quell an brillanten Story-Ideen. Viele der besten Drehbücher hat er selber geschrieben. Oft waren seine Scripts von dem Wunsch nach ewigem Leben oder der Möglichkeit, durch die Zeit zu reisen, beseelt. Die Kurzgeschichten dieser großartigen Serie haben das gewisse Etwas und versprühen neben ihren Science-Fiction-Gedankenspielen unendlich viel Zeitgeist-Charme, so wie jede alte Serie automatisch Zeugnis ablegt von der durch den Zeitpunkt ihrer Entstehung bestimmten Lebenssituation von uns Erdlingen.
Es ist ein bisschen traurig, dass die deutschen Erzähltexte immer auf das Schlagwort "Twilight Zone" verzichten, und es stets mit "unwahrscheinliche Geschichte" übersetzen. Mir gefiel immer sehr, wie Rod Serling im Originalton vor und nach jeder Story den sprachlichen Bezug zur "Twilight Zone" herstellte. Aber es ist sehr erfreulich, dass langsam endlich auch das deutsche Publikum das Recht auf Qualität zugebilligt bekommt und die "Twilight Zone" nicht länger im UK-Import gucken muss.


Schneider 151276 XB 7er-Etui mit 6 Stück Kugelschreiber Slider und 1 Rave Sparpack, schwarz
Schneider 151276 XB 7er-Etui mit 6 Stück Kugelschreiber Slider und 1 Rave Sparpack, schwarz
Preis: EUR 11,61

5.0 von 5 Sternen Von mir eine unfachmännische Note 1, 17. Juli 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Ich bin kein Experte für Kugelschreiber. Ich weiß nicht, wo die Unterschiede in der Verarbeitung sind, und was mir der Aufdruck "Viscoglide-Technology" versprechen soll. Ich weiß nur, was mir tierisch auf den Senkel geht, wenn ich meine Stiftesammlung durchsuche, nämlich dass ich bei den ganzen alten Schreibern aus dem Nachlass meiner Oma ständig auf Kugelschreiber stoße, deren Tinte nicht anständig fließt. Ich hasse es, wenn ich jeden Buchstaben regelrecht malen muss, damit er deutlich und ohne Tintenlücken zu sehen ist. Und ich hasse es, wenn aus einem mir unerklärlichen Grund trotz eines vollen Tintentanks vorne keine Tinte rausfließt. Beides ist mir so oft passiert, dass das Schreiben mit diesen neuen Schneider-Slidern eine wahre Erholung für Hand und Nerven ist. Kein Kratzen über das Papier, kein mühsames Nachzeichnen der Wörter - einfach nur schreiben, genießen und fertig. Da darf auch der Laie, der nie eine Kugelschreiberfabrik von innen gesehen hat, eine sehr gute Bewertung abgeben.


Columbo - Des Teufels Corporal [Blu-ray]
Columbo - Des Teufels Corporal [Blu-ray]
DVD ~ Peter Falk
Preis: EUR 11,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei gegensätzliche Welten prallen stilvoll aufeinander, 11. Juli 2014
Zu beinahe jeder Columbo-Folge gibt es irgendwo zu lesen "Ein Highlight der Serie". Das liegt daran, dass nahezu 50% der insgesamt 69 Krimis Sternstunden der TV-Krimikultur sind. Peter Falk bestand von Anfang an darauf, eine überschaubare Anzahl Episoden pro Jahr zu produzieren und nicht wie etwa bei uns der "Tatort" jede Woche auf Sendung zu gehen. Durch die Seltenheit im Programmplan konnte gewissenhaft an jedem Drehbuch so lange herumpoliert werden, bis es glänzte. "By Dawn's Early Light", Howard Berk's erster von zwei Beiträgen zur Serie, rangiert bei mir zwar nicht unter den besten zehn, und auch die ARD sah damals, wenig überzeugt vom Endergebnis, von einer Ausstrahlung ab, weshalb der 1974 auf einer Militärschule in South Carolina gedrehte Krimi hierzulande erst 1992 Premiere hatte. Dennoch erhielt Patrick McGoohan für seine Darstellung des patriotischen, disziplinierten Colonels, der seinen Widersacher mit einer verstopften Kanone hochgehen lässt, einen Emmy und durfte drei weitere Male im Verlauf der Serie zum Mörder werden und fünfmal Regie führen.
Es ist im Wesentlichen die Atmosphäre, die der Schauplatz ausstrahlt, weshalb diese Folge von vielen so geliebt wird. Männer fühlen sich dabei an ihre Jugendzeit bei der Bundeswehr, an die Zeit echter Kameradschaft erinnert und geraten wehmütig ins Schwelgen. Auch Columbo liebt die Akademie, an der er ermitteln muss: Er darf deswegen in der Kaserne übernachten, "bei Ihren Jungs... Leben! Verstehen Sie?"

(Spoilerwarnung)
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Der durchaus charmante Schlussclou mit dem Cidre gehört nicht zu den Paukenschlag-Überführungen, wie es sie bei Columbo oft gibt. Der Zuschauer muss ein bisschen viel Zufall akzeptieren: genau zu der Zeit, genau an dem Ort... In "Stirb für mich" hat Columbo es mal so ausgedrückt: "Das ist so, als wollten Sie einen Blitz in 'ner Flasche einfangen." In der Tat etwas unglaubwürdig, aber wirkungsvoll inszeniert.
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Was zum großen Vergnügungsfaktor der Episode beiträgt, ist das Aufeinanderprallen zweier gegensätzlicher Lebenswelten: Der glatt gekämmte, ordnungsbewusste, aufrecht in Uniform stehende Staatsdiener gegen den kraushaarigen, krumm gewachsenen, zerstreut herum tapernden Straßenköter. Strenge, Sitte und Moral trifft auf unbekümmerte Leichtfüßigkeit, und dreimal dürfen Sie raten, wem der Sieg vergönnt sein wird.


Derrick Collector's Box, Folge 1 - 15 [5 DVDs]
Derrick Collector's Box, Folge 1 - 15 [5 DVDs]
DVD ~ Horst Tappert
Preis: EUR 21,99

4.0 von 5 Sternen Startschuss für eine langlebige Kultserie, 3. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
1974 startete im zweiten Programm ein monatliches Krimi-Format, das zur weltweit erfolgreichsten deutschen Serie werden sollte. Gerade die Anfänge finde ich besonders reizvoll, da die frühen Derricks noch keine Whodunits waren, bei denen man mitraten musste, wer der Mörder ist. Ganz offensichtlich ließ sich Autor Herbert Reinecker dabei vom gigantischen Erfolg der Columbo-Serie in den USA antreiben. So kam es dann auch, dass Deutschlands größte Programmzeitschrift Hörzu im Februar 1975, als "Columbo" donnerstags um 21 Uhr auf ARD anlief, schrieb: "Einen wird das gar nicht freuen, wenn der zerknitterte, unrasierte und ewig müde Anti-Star Peter Falk seine Mordfälle löst: >Derrick<, unser heimisches Gewächs. Sämtliche Folgen des neuen Riesenkrimis sind nach dem selben Muster gestrickt: Der Täter ist von Anfang an bekannt. Allerdings löst Peter Falk sein Puzzlespiel nicht so bierernst wie das Horst Tappert im ZDF tun muss."
Ich füge hinzu, dass Columbo auch niemals seinem Kontrahenten zornig an den Kragen packen würde, wie Derrick das am Ende der Folge "Mitternachtsbus" tut.

Mir gefällt sehr das Ambiente der 70er Jahre, der über allem schwebende Zeitgeist, der automatisch rüberkommt, wenn man einen alten Fernsehfilm sieht. Die Leute redeten anders miteinander, hatten andere Gesprächsthemen, einen anderen Umgangston, auf den Straßen fuhren andere Autos und aus dem Fernseher tönten seriösere Sprecherstimmen.
Die Schauspieler von damals finde ich auch um ein Vielfaches angenehmer als Leute von heute. Oder gibt es heutzutage noch Darsteller von dem Format eines Curd Jürgens?
Was vielleicht keine so große Idee war: Warum musste alle Folgen derselbe Autor schreiben? Er selbst gab schon nach wenigen Folgen zu, dass Derrick ihn ziemlich überforderte. Wenn ihm nichts Besseres zum Schluss einfiel, ließ er den Mörder einfach ein Geständnis ablegen. Kein Wunder, dass die Derrick-Reihe ab März 1975 nicht mehr der größte Publikumsliebling der Fernsehzuschauer war, denn schlichte Geständnisse hat es bei "Columbo" nie gegeben. Vielleicht war auch die uneinholbare Stärke des ARD-Konkurrenten der Grund dafür, dass Derrick sich nach 25 Fällen zu einer "Wer war der Täter?"-Serie entwickelte. Man konnte und wollte wohl dem ständigen Vergleich zum Vorbild aus Amerika nicht länger standhalten.


Das Haus der Krokodile - Die komplette Serie [2 DVDs]
Das Haus der Krokodile - Die komplette Serie [2 DVDs]
DVD ~ Thomas Ohrner
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Unverkennbares 70er Flair, 2. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein Haus ohne Eltern und ein geheimnisvoller Eindringling - wer mag es sein und warum? Und wurde das Mädchen, das hier einst über das Treppengeländer stürzte, vielleicht ermordet?

"Das Haus der Krokodile" in seiner 1975er Originalversion verhält sich zu modernen Kinderkrimis wie eine Strandpromenade zu einem Sportfest-Sprintlauf. Mit aller Zeit der Welt erzählt, (und deshalb knapp 3 Stunden lang), und ganz ohne Action. Ein gut erträgliches Maß an Suspense der alten Schule. Enttäuscht hat mich lediglich das Ende. Immer wenn einem Krimiautor nichts Besseres einfällt, greift er zu der unbefriedigenden Methode, den Täter einfach alles gestehen zu lassen.
Im Bonus-Material der DVD erzählt der erwachsene Tommi Ohrner ein halbes Stündchen von seinen Erinnerungen an seine Zeit als Kinderstar. Die Krokodil-Serie war nämlich nicht seine erste Erfahrung mit der Kamera.

Fazit: In den 70er Jahren war nicht alles besser, wohl aber das Kinderprogramm im deutschen Fernsehen.


Lieber Frankie
Lieber Frankie
DVD ~ Emily Mortimer
Wird angeboten von Eliware
Preis: EUR 42,90

5.0 von 5 Sternen Geht ganz tief rein und geb ich nie wieder her, 26. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lieber Frankie (DVD)
Vor sieben Jahren floh Lizzie mit ihrem kleinen Sohn Frankie vor dessen gewalttätigem Vater, von dem der Junge einen Hörschaden davongetragen hat. Heute hat das kluge, empfindsame Kind, das perfekt Lippen lesen gelernt hat, keine Erinnerung mehr an den Vater. Lizzie will Frankie die Illusion lassen, er habe einen Daddy, der ihn liebt. Deshalb schreibt sie Frankie im Namen seines Vaters jeden Monat Briefe, aus denen hervorgeht, dass Daddy auf hoher See arbeitet und darum nie bei ihm sein kann. Den Namen des Schiffes und alles andere denkt Lizzie sich bloß aus. Eines Tages geht aber ein Schiff mit ebendiesem Namen am heimischen Glasgower Hafen vor Anker. Ein Mitschüler Frankies zeigt ihm die Zeitung mit der entsprechenden Meldung, und die Mutter gerät nun in Zugzwang. Ihre barmherzige Lügengeschichte droht aufzufliegen, wenn jetzt kein Daddy zu Frankie kommt, also heuert sie aus der Schiffsbesatzung einen "Eintagsvater" an, der für Geld so tut, als sei Frankie sein Sohn.
Genau zur selben Zeit liegt Frankies leiblicher Vater im Sterben und verlangt, sein Kind ein letztes Mal zu sehen...

Seit seiner Kinopremiere fliegt bei mir ein Zeitungsartikel zu "Lieber Frankie" rum, der mich daran erinnern soll, diesen Film unbedingt anzuschauen, wenn er mal im Fernsehen kommt. Er kommt aber einfach nie! (Wen wundert das angesichts des niedrigen Niveaus unserer Fernsehsender?) Darum hab ich mir in letzter Konsequenz das Familiendrama mit dem tauben Jungen blind gekauft. Als erstes schaute ich mir das Bonusmaterial an, in dem Regisseurin Shona Auerbach davon erzählt, wie der tschechische Erfolgsfilm "Kolya" sie zu "Lieber Frankie" inspiriert hat. Da dachte ich: Prima, von "Kolya" bin ich auch Fan, allerdings geht mir Frankie noch um ein Vielfaches näher. Einerseits weil die Geschichte und ihre Wendungen noch ergreifender sind (und dabei kitschfrei bleiben), andererseits weil der glänzend durch Mimik und Körpersprache agierende Jack McElhone einem Buben zum Verwechseln ähnlich sieht, für den ich zum Zeitpunkt des Drehs selber mal eine Art Ersatzpapa war. In einer Szene fragt Frankie "Wem sehe ich ähnlich?" Die Mutter antwortet "Nur dir selbst", aber ich antworte mit einem Kloß im Hals "Dem Jungen von damals". Ich könnte mich selbst ohrfeigen, dass ich so viele Jahre mit der Anschaffung dieses Meisterwerks der leisen Töne und Gesten gewartet habe, denn mittlerweile dürfte Frankie erwachsen sein.
Und ich hätte ihn doch so gerne adoptiert.


Criminal Man
Criminal Man
Preis: EUR 26,11

2.0 von 5 Sternen Hier können Sie Geld sparen!, 25. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Criminal Man (Audio CD)
Jonah Tolchin, für mich ab heute mit dem wenig ruhmreichen Beinamen "der singende Frosch" behaftet, gehört in die Sparte "Country-Folk/Singer/Songwriter", also eigentlich eine Musikrichtung, bei der man als Käufer nicht viel falsch machen kann. Von diesem 2012er Album rate ich aber vehement ab. Ich habe es auf dem Hin- und Rückweg zur Arbeit gehört und war heilfroh, dass ich nach der Hälfte zu einer Pause gezwungen war. Eine Dreiviertelstunde am Stück wäre schwer auszuhalten gewesen. Es hat nicht der Einsatz der Instrumente Schuld; ich liebe Akustikgitarre, Fiddle, Pedal-Steel und auch eine singende Säge. Schuld hat einerseits das nur durchschnittliche Songwriting ohne Ohrwürmer oder sonstige Mitreißer, andererseits die unerträglich quäkige, stechende, nasale Sängerstimme, mit der es Jonah dem singenden Frosch gelingt, sogar die ein, zwei brauchbaren Lieder kaputt zu quaken. Zu diesen zwei guten Titeln gehört "Rocks and Nails", das letzte Stück auf der CD, wohl auch, weil man danach durch ist und froh sein kann, es geschafft zu haben.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 28, 2014 6:18 AM MEST


Enid Blyton's Adventure Series [4 DVDs] [Australien Import]
Enid Blyton's Adventure Series [4 DVDs] [Australien Import]
DVD ~ Alexis Jackson
Wird angeboten von DaaVeeDee-DEU
Preis: EUR 27,99

3.0 von 5 Sternen Als Australien-Import noch halbwegs genießbar, 22. Juni 2014
Wie aus den Rezensionen hervorgeht, enthalten die DVDs entgegen dem Versprechen auf der Hülle keinen englischen Originalton, was einer bodenlosen Frechheit nahekommt, denn gerade der O-Ton ist es, der den Genuss der 1995 verfilmten Enid Blyton-Abenteuerserie noch halbwegs gestattet. Auf Deutsch nerven mich nämlich (mit Ausnahme der Synchronsprecher von Jack und Lucy-Ann) sämtliche Sprecherstimmen. Philips deutsche Stimme klingt zu alt, Dinahs Stimme klingt zu zickig, Bill Cunningham klingt zu eindimensional und die Mutter zu theatralisch. Auf Englisch bleibt wenigstens dieser Störfaktor außenvor. Die Schauspieler sind trotzdem oftmals Fehlgriffe. Auch formal sind nicht alle 8 Filme, die 1997 im ZDF als zerstückelte Serie mit 25 min pro Folge Premiere feierten, gelungen. Den Vergleich zu den Büchern kann ich nicht ziehen; ich habe als Kind nur die sechs Hörspielkassetten aus den 80er Jahren gehabt, aber auch gemessen an denen ist die TV-Serie kein Ruhmesblatt. Auch wurden die Inhalte allzu oft abgewandelt. Der Totalausfall "Woods of Aventure" (deutsch: "Das Schloss der Abenteuer") hat mit dem vortrefflichen EUROPA-Hörspiel "Die Burg der Abenteuer" rein gar nichts mehr gemeinsam. Mir scheint, als hätte als Motto über der Produktion gestanden "Das junge Fernsehpublikum ist heutzutage dümmer als die Leserschaft zu Blyton-Zeiten, also passt euch dem gesunkenen Niveau an!" Folglich wirken alle Bösewichte aus allen Abenteuern wie unglaubwürdige Karikaturen, wie klischeehafte Stereotypen, so borniert, dass selbst Kinder mit ihnen fertig werden können, und die trotz ihrer Schusswaffen irgendwie ungefährlich daherkommen. Die Dialoge sind platt und langweilig; es fehlt an allen Ecken und Enden an Charme.
DVD 4 verdreht unnötigerweise die letzte und vorletzte Folge: Der Abschluss der Reihe, "River of Adventure", ist als Episode 7 vermerkt. Der Import enthält ein 45-minütiges Making Of und keinerlei Untertitel, läuft aber immerhin weltweit auf allen Playern, weil er keinen Regionalcode hat.


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