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Rezensionen verfasst von
Georg

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To Mega Therion
To Mega Therion
Preis: EUR 13,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einflußreiches Meisterwerk, 18. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: To Mega Therion (Audio CD)
Ursprünglich als Hellhammer gegründet, waren die Schweizer Metal-Urgesteine um die beiden Bandleader Tom G. Warrior und Martin Eric Ain die erste Band überhaupt, die anhand einer rohen Produktion und minimalistischer Riffs eine ernsthaft düster-okkulte Atmosphäre schuf.
Wo andere Bands versuchten, den Heavy Metal musikalisch weiter voranzubringen, standen Hellhammer für die häßliche Fratze dieser damals neuen und sich rasant entwickelnden Szene. Zwar waren Venom als Ideengeber anfangs noch allgegenwärtig, doch änderte sich dies spätestens mit der Gründung von Celtic Frost 1984 und der Aufnahme der Debüt-EP "Morbid Tales", die im Untergrund einschlug wie eine Bombe. Simple, aber sehr effektive und vor allem erdrückend schwere Genickbrecher wie "Into the crypts of ray", "Visions of mortality", "Dethroned Emperor" oder "Procreation of the wicked" hatte man vorher noch nicht gehört. Eine soundtechnische Pionierleistung wie sie nur selten geleistet worden ist!
Nur ein Jahr später enterten Celtic Frost erneut das Studio und veröffentlichten das von einem genialen H.R. Ginger Artwork gekrönte Meisterwerk "To Mega Therion", auf dem sie ihren meist mittelschnellen und eigentümlich groovigen, ungemein eigenständigen Spielstil perfektionierten. Das von etlichen Musikern insbesondere der skandinavischen Black Metal-Szene nahezu vergötterte eigentliche Celtic Frost-Debüt ("Morbid Tales" war ja nur eine Mini-LP) fährt die volle Breitseite an für damalige Verhältnisse sehr tief gestimmten Gitarren, dunkel-knurrigen Gesang und Doublebass-Einsatz auf.
Das ganze Album klingt wie eine schwerfällig manövrierende aber zielsicher und erbarmungslos punktgenau agierende Kriegsmaschine, vor der es kein Entrinnen gibt. "The Usurper", "Jewel Throne", "Dawn of Meggido" und das von der "Emperors Return"-EP entnommene "Circle of the tyrants" killen ohne Gnade - und lassen sich noch Zeit dabei. Wenn Gitarrenriffs jemals das Prädikat heavy verdient haben, dann ja wohl diejenigen der oben genannten Songs. Groovy und mörderisch zugleich, Celtic Frost auf dem Metal-Thron!


Individual Thought Patterns-Deluxe
Individual Thought Patterns-Deluxe
Preis: EUR 19,53

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Technischer Death Metal auf höchstem Niveau, 12. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Individual Thought Patterns-Deluxe (Audio CD)
Death entwickelten den selbst ins Leben gerufenen Proto-Death Metal mit jedem Album so konsequent weiter, daß dabei stets ein komplett neues Level hinsichtlich der musikalischen Klasse erreicht wurde. Das fünfte Album "Individual Thought Patterns" stellt den vorläufigen Endpunkt der mit dem 87er Debüt begonnenen musikalischen Entwicklungslinie dieser Ausnahmeband dar. Danach wurden die Songs immer progressiver, ohne jedoch weiterhin instrumental in neue Dimensionen vorzustoßen.
Es gilt rückblickend die Formel: Mit jedem Album wurde ein Stück infernalischer, kraftvoller Rohheit zugunsten spielerischer Klasse und komplexeren Arrangements geopfert. Death gelang dabei das einmalige Kunststück, nicht nur die Entwicklung des Death Metals in entscheidender Weise mit jedem Album geprägt, sondern auch ausnahmslos nur absolute Überflieger veröffentlicht zu haben.
Mit "Individual Thought Patterns" war der Prozeß, weg vom ungeschliffenen Death Metal und hin zu technischer Perfektion, abgeschlossen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Tech-Death-Metal-Combos war es Chuck Schuldiner jedoch immer vorbehalten, das Songwriting trotz aller Sound-dominierenden Fertigkeiten an den Instrumenten sowie der ungemeinen Komplexheit der Strukturen für den Hörer nachvollziehbar zu gestalten. Das Ergebnis ist letztendlich ein Album ohne Ausfälle, welches vor allem im Gitarrenbereich mit überragenden Soli, Licks und kurzen jazzigen Einlagen zu beeindrucken weiß. Darüber hinaus liefert Drumgott Gene Hoglan, den Schuldiner auf "Individual Thought Patterns" für sich gewinnen konnte, hier einmal mehr eine brillante Ausnahmeleistung ab und entfacht einen alles mitreißenden Wirbel an halsbrecherischen Breaks und Fills.
Killer-Tracks wie "In Human Form", "Jealousy", "Mentally Blind" und der völlig gnadenlose Titeltrack sind ohne Zweifel eine Klasse für sich. Ach ja, und mit dem alles niederreißenden, aggressiven Opener "Overactive Imagination" befindet sich einer der drei besten Death-Songs überhaupt auf dieser 93er Großtat.


Left Hand Path
Left Hand Path
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Ewiger Klassiker, 11. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Left Hand Path (Audio CD)
Mit "Left Hand Path" setzte der schwedische Death Metal sein erstes, überdeutliches Ausrufezeichen. 1989 aus der Asche der sagenumwobenen Nihilist hervorgegangen, der wohl ersten echten Death Metal Band Schwedens, war es den mächtigen Entombed vorenthalten, mit ihrer Mischung aus schierer Brutalität, qualitativ hochwertigen Riffs und dem brachialen Sunlight-Studio-Sound ein neues Subgenre des Heavy Metal zu begründen.
Weitere wichtige Zutat war der druckvolle, dynamische, abwechslungsreiche Drumstil Nicke Anderssons, der in dieser Intensität bis dato noch auf keinem anderen Album zu vernehmen war. Hier trifft die Aussage vom Drummer als wichtigstes Bandmitglied, als Kommander, der seine Truppen in die Schlacht führt und den Rhythmus vorgibt, uneingeschränkt zu.
"Left Hand Path" setzte die Maßstäbe für alle weiteren Veröffentlichungen aus diesem Sektor. Die unbarmherzigen Songs mit ihren mahlenden Gitarren dürfen bis zum heutigen Tage allesamt getrost als zeitlose Death-Metal-Standards bezeichnet werden. Ewige Klassiker wie die alles vernichtenden "But Life Goes On", "Bitter Loss" oder "Drowned" zeichnen sich durch eine perfekte Kombination aus blutiger Roheit und songdienlicher Eingängigkeit aus.
Über allem schwebt aber natürlich der überragende Titelsong, der sich mit einer Länge von über sechs Minuten und seinem epischen Konzept von den anderen, eher kurzen und mit Crust-Elementen durchsetzten Tracks abhebt.
"Left Hand Path" (das Lied) ist reinster, unverfälschter schwedischer Death Metal in seiner ursprünglichen Form, wie er besser nicht gespielt werden kann; nicht mehr und nicht weniger als der Referenzsong des gesamten Genres. Genauso wie "Left Hand Path" (das Album) nicht mehr und nicht weniger als das Ground-Zero-Album der gesamten schwedischen Death Metal Szene darstellt.


British Steel
British Steel
Preis: EUR 6,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zeitloser Metal-Klassiker, 7. März 2011
Rezension bezieht sich auf: British Steel (Audio CD)
1980 geht als das Jahr in die Musikgeschichte ein, indem der Heavy Metal erstmals in voller Kraft auf der öffentlichen Bühne in Erscheinung trat. Die NWOBHM hatte in den vorangegangen zwei Jahren im Untergrund den Weg geebnet, indem die aggressive, ungehobelte aber durchweg innovative Spielweise des Punk mit dem Bombast-Hardrock der 70er vermengt und etwas völlig Neuartiges geschaffen wurde.
Die Dekade, welche heute als goldenes Jahrzehnt des Heavy Metals bezeichnet wird, wurde gleich mit einer ganzen Batterie an Klassiker-Alben eingeleitet, die allesamt einen ungeheuer kreativen Input für die Szene leisteten und deren Status im Laufe der Zeit noch weiter angewachsen ist: Als da wären Maidens Debüt, Black Sabbaths Comeback "Heaven And Hell", Motörheads Meisterstück "Ace Of Spades", Saxons Göttergabe "Wheels Of Steel" und schließlich Judas Priest mit "British Steel".
Priest gelang es auf ihrer sechsten Studioplatte die bereits auf "Stained Class" und "Killing Machine" angedeuteten Stärken in Sachen Songwriting zur kompletten Entfaltung zu bringen und ein Album voller ultimativer Metal-Hymnen zu kreieren. Vorab sei gesagt, daß gerade die bekanntesten Songs gegenüber den eigentlichen Highlights qualitativ abfallen.
"United" (lahmer Mitsingpart) weiß nur wenig mehr zu überzeugen wie der Schwachpunkt und einzige Ausfall "Living After Midnight". Bei "Metal Gods" wäre mit ein bißchen mehr Druck im Refrain deutlich mehr drin gewesen (wie übrigens ausgerechnet Tim Owens auf dem 2001er Livealbum unter Beweis stellt). "Breaking The Law" überzeugt dagegen mit unbestrittenen Ohrwurm-Charakter, wirkt gegenüber zeitlosen und Heavy-As-Shit aus den Boxen donnernden Gnadenhämmern wie "Rapid Fire", "Grinder", "The Rage" und "Steeler" aber sogar noch relativ verhalten.
Mit letztgenannten Songs schufen sich Judas Priest ihr eigenes Denkmal und hinterließen die Blaupause des urtypischen Metal-Songs mit seinem Wechselspiel aus kraftvoll-melodischen Gesangslinien und sich auf zwei, drei Weltklasse-Riffs beschränkenden doppelten Leadgitarren. Dazu kommt eine einzigartige, sich nur mit dem dieser Musik damals anhaftenden Flair des Neuen und Gefährlichen zu erklärende, durch und durch metallische Atmosphäre.
Der Bruch mit allen herkömmlichen Songmustern (wie ihn später zunächst der Thrash- und dann endgültig der Death-Metal bewerkstelligen sollten) war 1980 noch nicht vollzogen. Hier herrscht noch der Anspruch, einen zwar verdammt harten, aber trotzdem schnell ins Ohr gehenden, sehr musikalischen Song zu schreiben. So wie Judas Priest auf "British" Steel ist das keiner anderen Band gelungen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 28, 2011 2:53 PM MEST


Thundersteel
Thundersteel
Preis: EUR 10,71

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Essentieller Klassiker!, 31. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Thundersteel (Audio CD)
Eigentlich sind Riot das minimale Pflichtprogramm für jeden Metaller - denn so dermaßen rein klingt wohl keine andere Band.
Schon auf dem Zweitwerk "Narita" zeigte sich die einmalige Klasse der Gruppe um Gründer und Leadgitarrist Mark Reale. Hammer-Songs wie "49er" und "Kick down the wall" dürften 1979 aufgrund ihrer Heaviness eine Vielzahl von Hörern schlicht überfordert haben. Von "Road Racin", dem allerersten Speed-Metal-Lied überhaupt, ganz zu schweigen. Auf "Fire Down Under" setzten Riot ihre Linie dann konsequent weiter fort: "Swords and Tequila", "Fire Down Under", "Outlaw" (Stadion-Rock in Perfektion) und das in Sachen Geschwindigkeit selbst "Road Racin" noch toppende "Run for your Life" sind Standards, die 1981 den Hardrock-Underground aufwühlten und der US-Metal-Szene gemeinsam mit der NWOBHM den Weg bereiteten.
Trotz der unbestritten hohen Qualität der Alben und der Ausnahmestellung der Band aufgrund ihrer musikalischen Pionierleistungen lösten sich Riot 1984 zunächst auf. Allerdings zum Glück nur kurzzeitig - denn auch wenn Mark Reale bei der Reunion auf seinen Weltklasse-Sänger Guy Speranza verzichten mußte, ist "Thundersteel" Riots bestes Werk und darüber hinaus das ultimative Melodic-Speed-Metal-Album.
Auf "Thundersteel" vereinen sich hohes technisches Können, progressive aber dennoch eingängige und sehr Melodie-orientierte Songstrukturen und ein ungebremster, am Thrash Metal angelehnter Energiefluss zu neun herausragenden Kompositionen. Hit reiht sich an Hit - was oftmals behauptet wird, auf "Thundersteel" trifft es wirklich zu. "Fight or Fall", "Sign of the crimson storm", "Flight of the warrior", "Bloodstreets"... Jeder einzelne Song ist geprägt von mitreißenden Riffs und begnadeten Refrains!
Bleibt noch zu erwähnen, daß Riot mit dem Nachfolger "The Privilege of Power", der musikalisch in die gleiche Kerbe wie "Thundersteel" schlägt, ein weiteres unverzichtbares 10-Punkte-Album abgeliefert haben.


Ppppppppppp (Digi)
Ppppppppppp (Digi)
Preis: EUR 14,53

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Mann mit der Troll-Maske ist wieder da!, 31. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Ppppppppppp (Digi) (Audio CD)
Elfmal die Thurisaz-Rune, 11 Songtitel, die mit Þ beginnen. Arckanums fünftes Studioalbum und Shamaatae läßt einmal mehr und diesmal umso nachhaltiger das anti-kosmische Chaos über uns hereinbrechen.
Sozusagen Darkthrone auf schwedisch verbunden mit unverfrickelten At The Gates zu ihrer "Gardens of Grief"-Phase oder eben einfach Arckanum, und zwar so überzeugend wie seit "Kostogher" nicht mehr.
Nicht wirklich neu, was uns der verrückte Schwede mit der Troll-Maske (man denke nur an das einzigartig-abartige Kostogher-Artwork) hier serviert; aber packend und überzeugend dargeboten wird es allemal. Rauh und unpoliert dröhnen die Gitarren, die sparsam eingesetzten Melodien haben hohen Wiedererkennungswert, genauso wie Shamaataes charakteristisches Gebell. Dieser Mann hat einfach ein Gespür für den wahren Black Metal-Spirit.
Wie sagte er doch jüngst im Interview: Black Metal sei was für Antagonisten mit eisernem Willen und die heutige Szene doch ziemlich verweichlicht. Mit ÞÞÞÞÞÞÞÞÞÞÞ tritt er nun den Beweis an, daß die alte Garde noch lange nicht zum alten Eisen gehört.


The Eye (Re-Issue)
The Eye (Re-Issue)
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 14,37

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen All Hail The King, 31. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: The Eye (Re-Issue) (Audio CD)
Hier geht es nicht nur um Musik, hier geht es nicht nur um geniale Songs in Überfluss, hier geht es nicht nur um die dunkle Seite der Macht. Auch geht es nicht nur um die Frage, ist das nun Power Metal, Black Metal, klassischer Heavy Metal oder alles zusammen. Natürlich ist es letzteres und noch viel mehr als das - denn es geht um den King.
Wohl kaum ein Musiker aus dem Metal-Genre kann auf eine solch unfaßbar lange Reihe an überragenden Alben zurückblicken wie King Diamond - Mercyful Fate lassen grüssen.
Nun also "The Eye": die ersten Töne erklingen - wie, kein Sprechintro? Nein, diesmal geht es gleich in die Vollen. Glasklarer Sound, die typischen Andy LaRoque -Traumleads und Kings unverwechselbare Stimme, die hier endlich mal wieder wie in frühen Fate-Tagen zwischen bösem Knurren und hohem Falsetto beständig hin und her wechselt (anstatt wie ansonsten bei King Diamond üblich eher hauptsächlich die hohen Tonlagen zu treffen). Schon der Opener "The Eye Of The Witch" entpuppt sich als absolute Weltklasse.
Die im 17. Jahrhundert angesiedelte Konzeptstory um die junge Nonne Madeleine, die aufgrund niederträchtiger Intrigen später als Hexe gebrandmarkt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird, übertrifft in seiner erzählerischen Wucht sogar "Abigail". Ganz wichtig: man sollte davon ausgehen, daß Father Picard kein Freund ist - was sich vor allem im genialen "Behind These Walls" äußert. Selten einen mitreißenderen Song gehört: Memories of sreams in the night? Fürwahr, Madeleines Schicksal ist nichts für schwache Nerven.
Was für ein Lied, was für ein Album. All hail the King!


Addicts Black Meddle Pt.II
Addicts Black Meddle Pt.II
Preis: EUR 10,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Innovativer Post-Black-Metal, 31. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Addicts Black Meddle Pt.II (Audio CD)
Auf "Black Meddle Pt. I - Assassins" folgt "Black Meddle Pt. II", und die Addicts um den Rotwein-Trinker und Chefideologen Blake Judd setzen die schon in den Albumtiteln zum Ausdruck gebrachte Vermischung von Pink Floyd und räudigem Schwarzmetall konsequent fort.
Dies gelingt dem Quartett mit der langen Besetzungsliste ehemaliger Bandmitglieder hier so überzeugend, daß sich so manche starke Neuveröffentlichung der letzten Monate dem psychedelischen Weltuntergangs-Soundtrack aus Chicago beugen muss.
Bei der Güteklasse dieses Albums sollte ernsthaft erwogen werden, ob die neue Elite des Black Metals entgegen aller skandinavischen Bemühungen nicht mittlerweile doch in den ehemals verlachten USA zu orten ist; man denke nur an Wolves In The Throne Room. Im Gegensatz zu letztgenannten brechen Nachtmystium jedoch deutlich mit den ehernen Gesetzen der Zunft und lassen ihrer Vorliebe für metallfremde Einflüsse freien Lauf - insbesondere der düstere Gothic-Avantgarde-Rock von Fields of The Nephilim und Killing Joke oder der Neofolk von Death In June haben es Blake hörbar angetan.
Hat man die gelungene old-schoolige Überrumpelungsattacke "High On Hate" erstmal verarbeitet, gipfeln diese Einwirkungen in sehr eingängigen, aber niemals dramaturgisch flachen Kompositionen wie "Nightfall", "No Funeral" (mit genialer 70er-Keyboard-Widerhaken-Melodie) , "Then Fires" und "Ruined Life Continuum".
Die Atmosphäre könnte in seiner verneinenden Düsternis und inneren Abkehr vom menschlichen Alltag kaum beklemmender sein.
Nachtmystium haben mit "Black Meddle Pt. II - Addicts" ihr bisher bestes Album abgeliefert. Es scheint so, als ob das immense kreative Potential dieser Formation aber noch lange nicht am Ende ist. Glänzende Aussichten für alle Freunde innovativer Musik.


Human-Deluxe ed.
Human-Deluxe ed.

5.0 von 5 Sternen Stärkstes Death-Album, 3. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Human-Deluxe ed. (Audio CD)
Sich bei der legendärsten Band der Death-Metal-Geschichte auf das beste Album festlegen zu wollen, ist objektiv nahezu unmöglich. Jede der ersten fünf Scheiben ist für sich betrachtet ein innovatives, richtungsweisendes und aufgrund seiner musikalischen Klasse herausragendes Meisterwerk.
Nachdem auf den beiden Frühwerken noch die ungeschönte Todesblei-Breitseite abgefeuert wurde, variierte Schuldiner auf "Spiritual Healing" erstmals das Tempo und ließ komplexere Motive in seine Kompositionen einfließen. Diesen Weg gingen Death dann auf "Human" in von anderen Bands unerreichter Stringenz weiter, das spielerische Niveau war jedoch mittlerweile beängstigend hoch. Stellt "Spiritual Healing" das Bindeglied zwischen den alten, eher simpel-durchschlagskräftig agierenden Death und der neuen, Technik-orientierten Spielweise dar, so ist "Human" das Monument des infernalischen Frickel-Death Metals schlechthin. Eben weil Schuldiner hier seine Instrumentalakrobatik auf einzigartige Weise mit der ungeschliffenen Urkraft seiner Anfangstage in Einklang bringt.
Wahnwitzige Geschwindigkeit und staubtrocken-präzise hämmernde Drums verbinden sich mit den intensiven, jede Silbe betonenden, heiseren Growls zu überaus düsteren Klanglandschaften, die vor dem geistigen Auge unweigerlich das Bild einer dem gleißenden Sonnenlicht ausgesetzten, menschenleeren SciFi-Trümmerlandschaft entstehen lassen.
Die tragenden Eckpfeiler des ungemein kompakten Albums werden von den gnadenlos killenden Death-Metal-Definitionen "Flattening Of Emotions", "Suicide Machine", und "Vacant Planet" gebildet. Absolutes Prunkstück von "Human" ist jedoch "Lack Of Comprehansion", Schuldiners stärkster Song überhaupt.


Battles in the North
Battles in the North
Preis: EUR 20,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frostklirrender Norwegen-Klassiker, 20. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Battles in the North (Audio CD)
Als Mitinitiatoren der zweiten Black-Metal-Welle erschufen Immortal zu Beginn der neunziger Jahre mit ihren ersten beiden Alben (zunächst von vielen noch verkannte) Meilensteine des Genres.
"Diabolical Fullmoon Mysticsm" ist ein frühes und räudig-ungestümes Statement des sich machtvoll im Untergrund erhebenden norwegischen Schwarzstahls. Auf "Pure Holocaust" entwickelten Immortal ihren Stil zu einem Soundbild der Apokalypse, geprägt von pausenlosen Blastspeed-Attacken, nahezu bassfreien und in Lichtgeschwindigkeit heruntergerissenen Rasierklingen-Riffs sowie den tonlosen Krächzgesang von Immortal-Gitarrist und Mastermind Abbath; am besten nachzuempfinden bei den beiden zeitlos genialen Sturmangriffen "Unsilent Storms In The North Abyss" und "The Sun No Longer Rises".
Danach verfeinerte die Bergener Black-Metal-Institution ihre Stilelemente, indem auf "Battles In The North" eine druckvollere, transparentere aber dennoch untergrundtreue, rohe Produktion gewählt und das Songwriting von kleineren Schwächen befreit wurde.
So sind "Battles In The North", "Grim And Frostbitten Kingdoms", "Cursed Realms Of The Winterdemons" und "Circling Above In Time Before Time" Visionen von frostklirrender, einsamer Finsternis, die neue Variante des alten Metal-Leitbilds von Nietenarmbändern und Evilness, jetzt ins ewige Eis verfrachtet und dort auf dem Amboss der reinen Lehre zu dunklen, stählernen Opfergaben für Blashyrkh, den Herrscher des Immortalschen Winterreichs, geschmiedet.
Die gesamte Scheibe ist ein im Wahnsinnsgalopp zurückgelegter, von schwarzen Stürmen vorangetriebener Ritt über Mondschein-Felder, der seinen Ausgangspunkt auf den Schlachtfeldern des Nordens nimmt und den Reiter durch frostige Königreiche und die Ewigen Hallen hin zu Blashyrkh führt. Eben jenem ist mit "Mighty Ravendark" schließlich das letzte Kapitel gewidmet, zweifellos eines der fünf besten Black-Metal-Lieder aller Zeiten.


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