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Beiträge von Heinz Herbert
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Rezensionen verfasst von
Heinz Herbert "HMcM" (Catalköy, Nordzypern)

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Rückkehr der Musketiere [VHS]
Rückkehr der Musketiere [VHS]
VHS

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kindliches Vergnügen, 28. Dezember 2009
*Einer für alle, alle für einen!* Das Buch habe ich mit 13 Jahren erstmals gelesen. DIE 3 MUSKETIERE, und gleich nachgeschoben Der Vicomte de Bragelonne II und ZWANZIG JAHRE NACHHER.
Und da finde ich dieses alte Video-Teil im Schrank - und ich sehe es mir wieder an und bin begeistert, wie seinerzeit als 13-jähriger Bub.
Die Musketiere sind gealtert und erstklassig besetzt mit Richard Chamerlain als Aramis, der Fechtkünstler mit dem Hang zum Geistlichen, dem edlen Athos, den Oliver Reed vielleicht etwas zu kauzig gibt, Porthos, dem ewig hungrigen und polternden Haudegen (Frank Finlay) und natürlich D'Artagnan, dem Michael York altes Temperament einhaucht.
Sie stehen auf unterschiedlichen Seiten, raufen sich aber bald wieder zusammen und ziehen an einem Strang. Ein Stoff, der den Akteuren garantiert genauso viel Spaß beim Dreh bereitete, wie dem Zuschauer beim Ansehen des Produkts. Und wieder schallt es *Einer für alle, alle für einen!* HMcM


Born to be Waldi: Live aus dem Studio des Lebens - Gast-Stars: Harald Schmidt & Ottfried Fischer
Born to be Waldi: Live aus dem Studio des Lebens - Gast-Stars: Harald Schmidt & Ottfried Fischer
von Waldemar Hartmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen GAG auf GAG, 12. Dezember 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit dem Buch wird Kult-Moderator Waldemar Hartmann zum Kult-Unterhaltungsschreiber erster Güte. Passend zum Untertitel Live aus dem Studio des Lebens" erzählt der Autor köstliche Storys aus seinem Leben als Moderator der bayerischen ARD-Fakultät.
Dieser Typ Moderator - weit weg von den weichgespülten Schwachmaten der gegenwärtigen Sport-Siez-Journalie - droht auszusterben. Solche werden - weil sie keine *Funktioner* sondern wirkliche *Reporter des Lebens* sind - seltener bis zur Ausnahmeerscheinung.
Es ist, denke ich, kein Zufall oder Gag, wenn der Autor immer wieder durchblicken lässt, dass er eigentlich lieber sein eigener *Programmdirektor* gewesen wäre, denn Talente und Spürnasen für außergewöhnliche Möglichkeiten sind bei den *Hochschulabgängern*, die heutzutage das Fernsehpublikum langweilen, kaum zu finden und auch nicht erwünscht.
In diesem Buch verrät Waldi eine gute Auswahl an Geschichten, skurrilen Erlebnissen, die er im Fernsehen immer für sich behalten musste, z. B.:

- wie er seinerzeit Muhammad Ali entführte und ein paar gute Mark nebenbei machte
- wie sich ein Bundesliga-Schiedsrichter nicht traute, Mehmet Scholl vom Platz zu stellen - weil er seinem Sohn das Original-Scholl-Trikot versprochen hatte
- wie Uli Hoeneß einen Rathausbalkon vermietete, der ihm gar nicht gehörte
- wie Günther Jauch als Jungspund beim Bayerischen Rundfunk beim Moderatoren-Casting durchfiel
- wie er einen tennisspielenden ungarisch-rumänischen Bobfahrer erfand
- warum unser *Kaiser* für ihn der Größte ist u.v.a.m.

Waldemar Hartmann vermittelt seinen Lesern Spaß, das Gefühl, mit ihm zusammen an irgendeiner Bar einen gemeinsam *reinzuziehen*. Trotzdem: Es geht um mehr als Gags rund um den Sport. Der Autor spart nicht mit ätzender Kritik an den Fernsehschaffenden - spaßig ummantelt zwar, aber immer deutlich zu lesen.
Schlichtweg ein Vergnügen bereiten seine erträumten Fernsehrollen (man sieht ihn geistig sofort und weiß, das wäre wirklich was geworden!) bei: *Kerner kocht, Waldi würzt*, *Pfarrer Waldi Braun* oder *Bergdoktor Waldi*.

Lesenswert von der ersten bis zur letzten Zeile. Kurzweilig sowieso.
Und noch etwas: Waldi, auch ich vermisse deinen Schnauzbart. - Und wie der verlustig ging ...? Ich weiß nicht, ob diese Geschichte wirklich stimmt :-))) HMcM


Ganzheitliche Heilkunde für Körper, Geist und Seele
Ganzheitliche Heilkunde für Körper, Geist und Seele
von Dirk Ohlsen
  Taschenbuch

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schulmediziner: aufpassen!, 12. Dezember 2009
Dirk Ohlsen ist Heilpraktiker. Also ein Mensch, der sein Wissen hauptsächlich auch aus praktischen Erfahrungen zieht und somit das Gegenteil von einem Theoretiker.
Und jetzt darf der interessierte Leser nicht den Fehler machen, dem viele folgen und denken, ein Heilpraktiker verfügt über kein theoretisches Wissen und alle Schulmediziner sind blind für Resultate aus der Praxis.
Weil das aber eine breite Schicht der Bevölkerung so sieht, verweist der Autor bereits vor seiner ersten Textzeile darauf, dass sein Buch der Information dient und nicht die Schulmedizin ersetzen, sondern eher ergänzen und bereichern soll. Letztlich ist ja auch jeder selbst für seine Gesundheit und die Behandlungsmethoden verantwortlich, die er vorzieht. Dirk Ohlsen konzentriert sich nach eigenen Worten besonders auf neue Ansätze der *Muskel-/Schmerztherapie und die Therapiekonzepte einer energetischen Medizin, welche die Macht des Unterbewusstseins als körperliche Steuerungszentrale* mit einbezieht.
Und was dann über rund 390 Seiten folgt, ist gebündelte Information nicht nur für den interessierten, medizinischen Laien, sondern auch ganz vorzüglich geeignet für diejenigen Schulmediziner, die selbst auf den ersten Blick unfassliche Entwicklungen aus ihrer Praxis zwar registrieren, deren Ursachen aber längst nicht mehr nachgehen, weil ihnen genau für so etwas die Zeit fehlt. Oft genug überwiegt auch die Motivation des Geldverdienens die des Heilens, aus welchen verständlichen Gründen auch immer.

Ohlsens Erfahrungen basieren offensichtlich auf dem Erkennen: *Ein biologisches System funktioniert, kann sich selbstständig korrigieren und ist auf Selbsterhaltung ausgelegt.*
Und wenn dieses Selbsterhaltungssystem gar *spiritueller* Heilwege bedarf, gleich welcher Weise, scheut dieser Heilpraktiker nicht davor zurück, diese anzuwenden.
Wer das Kapitel *Der Mensch als kybernetisches System* aufmerksam liest, wird verstehen, dass der Autor dem Begriff des *Unterbewusstseins* einen breiten Raum gewährt (was keinen Psychiater oder Psychologen verwundert, wohl aber manchen Schulmedizin-Verdiener).
Vielleicht sind die *forschenden Heilpraktiker* vom Schlage eines Dirk Ohlsen *moderne Schamanen*, die wie eben solche eher einer Berufung als einem Beruf folgen. Sie leben Ihrer Fähigkeit, eigene Energien in Verbindung mit erworbenem Wissen zum Wohle anderer Menschen einzusetzen.
In meinem schon etwas fortgeschrittenen Leben habe ich von einer guten Anzahl tapferer Ärzte gehört, die ihren Patienten nichts anderes bei Schmerz, Stress, Schockzuständen oder chronischen Beschwerden zu verordnen wussten, als irgendwelche Pillen der *Breitbandmedizin*. Dabei wäre Ursachen*er*forschung angemessen, um den wahren Verursacher zu erkennen, um dort die naheliegende Behandlung anzusetzen. Genau diesen *Fließbandärzten* und vielleicht insbesondere denen wäre angeraten, diesen ernsthaften *Behandlungsratgeber* zu lesen und Nutzen daraus zu ziehen.
Was ich überflüssig fand: Der Autor streut immer wieder Zitate irgendwelcher kluger Zeitgenossen der Menschheitsgeschichte ein, die seine Thesen in ihren Aussagen letztlich unterstützen sollen, obgleich die Zitierten - weil längst verstorben - selbst genau dazu ja nichts sagen können. Auf solche Wiedergaben aus Zitatensammlungen hätte verzichtet werden können, denn der aktuelle Inhalt des Buchs spricht für sich und hat solche *Klugmeiereien* nicht nötig. Aber das nur ein kleiner zu vernachlässigender Mangel, der vielleicht auch nur mich stört.

Fazit: Ein lesenswertes, medizinisches Sachbuch, das eine Vielzahl der Hintergründe von Krankheitsursachen zeigt, die oft von der standardisierten Sichtweise der Schulmedizin vernachlässigt werden. Es stellt eine Bereicherung in der Bibliothek eines jeden insoweit Interessierten dar. Ich empfehle weiter, sollten sie an Langzeitbeschwerden gleich welcher Art leiden, nehmen Sie es mit zu Ihrem Arzt und bitten Sie ihn, darin zu lesen. HMcM
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 16, 2009 2:18 PM CET


Liebe und anderer Schlamassel
Liebe und anderer Schlamassel
von Ilan Heitner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Schnitten, Schlampen und netten Mädels, 15. Oktober 2009
Da lese ich dieses Buch - und denke mir: Ein noch junger Autor. Dann kommt mir mittendrin Tucholskys Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebtein den Sinn. Ich muss schmunzeln bei diesem Vergleich und doch lasse ich mich auf Ilan Heitners Text mit Vergnügen ein.
Zwischendurch las ich etwas über den verdammt gut aussehenden Autoren - das darf man doch als Mann sagen, wenn es so ist, oder?, und ich kann mir vorstellen, dass manche Maid beim Betrachten des geschickt platzierten Fotos des Autoren auf der Umschlagrückseite ins Schwärmen gerät, sich vielleicht gar an die Stelle der heißumworbenen Philly wünscht. Aber Vorsicht Mädels, der Autor ist Jahrgang 1970 und sicherlich abgeklärter als sein Protagonist Amir, der es ach so schwer mit sich und den Phillys dieser Zeit hat, denen er - egal wie sie dann heißen - hinterher hechelt, bis zu einem beachtlichen Schnitten-Auftrieb der Extraklasse in einem Hotel mit letztendlich acht *Damen*, die sich auch hinterher noch gerne erinnerten :-)))

Apropos *Schnitten*: Nicht nur der Autor lebte sich genüsslich aus. Ganz offensichtlich auch Helene Seidler, die diesen Stoff ganz offenbar mit Vergnügen aus dem Hebräischen in die deutsche Sprache übersetzte, auch wenn sie für die munter agierenden Jagdtrophäen Amirs immer wieder ideenreich neue Begriffe hervorzaubern musste, um sich nicht zu wiederholen. Keine einfache Sache. Trotzdem wirkt der Text zu keiner Zeit *gestelzt*, *konstruiert* oder *verdolmetscht*. Bravo.

Natürlich ist es *nur* - mag manch einer sagen - eine Lovestory. Aber es ist eine turbulente und der taffe Autor gilt auch bereits als das neue Sprachrohr einer neuen Generation von Israelis, die Dank ihrer Wohlstandssituation auch einen anderen Blick auf die Welt bekommen, durchaus routiniert und eher gelangweilt eben dieser Welt Auskunft über ihre persönlichen und die allgemein gültigen Befindlichkeiten Israels geben.
So lässt der Autor seinen in den Endzwanzigern befindlichen und doch noch nicht wirklich reifen, sondern eher rumtollenden und ausprobierenden Protagonisten Amir, geboren wie der Autor auch in Tel Aviv, sehr genau sein jeweiliges Umfeld beobachten und beurteilen, was durchaus - ob gewollt oder nicht - ins Zynische abgleiten kann.
Vielleicht ist Amir auch schon ein bisschen zu alt für seine Einstellung *alles haben, alles können, alles ausprobieren wollen*. - Zu alt? Unfug, jetzt erinner ich mich wieder. - Das auf eine Liebespartnerschaft ausgedehnt führt natürlich zu herrlichen Erlebnissen, Spannung und Erregung, aber auch zu Enttäuschungen und schlichtweg letztendlich erhellenden Erkenntnissen, insbesondere wenn das Objekt des durchgehenden Interesses ein rund acht Jahre jüngeres *Küken* ist. Das kann in den Altersabschnitten, in denen sich Heitners Figuren bewegen, eine Ewigkeit sein.

Amir lässt seine nun zu Ende gehenden Twen-Jahre Revue passieren und der große Fehler dieser Twenzeit ist für ihn ein flotter Dreier, der letztendlich zur Selbstreflexion und kritischen Sicht, nicht nur auf die Tel Aviver Gesellschaft und ihre Gefühlswelt, führt.
Wie weit das Buch autobiografisch ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Alles würde ich dem Autoren nicht wünschen, erlebt zu haben. Außerdem sind erdachte oder angelehnte Abenteuer oft besser als die seinerzeitigen Realitäten, an die man sich im Nachhinein ganz besonders gerne erinnert.
Berührende Texte wie:
*Ein kleiner Vogel lässt sich auf einem Strommast nieder und zwitschert, ich aber höre Phillys Moritat vom Huhn, das als Frikadelle im Topf endet, und lasse meinen Tränen freien Lauf*,
wechseln mit eher profanen Erkenntnissen der Art ab:
*Ihr Po wölbt sich, wie es nur südamerikanische Pos vermögen, obwohl auch bei uns ein paar ordinäre Schlampen mit ähnlich kessen Wölbungen ausgestattet sind.*
Trotzdem: Ein kurzweiliges Buch, das Spaß macht, das sicherlich bei allem Augenzwinkern des Autoren auch einen sehr ernsten und tiefsinnigen Hintergrund hat, wenn man bedenkt, wie schwer man sich selbst seinerzeit mühte, als man erkannte: Teenie ist Geschichte und die Zeit als Twen ist auch schon vorbei.

Fazit: Schönes Buch. Lesen! HMcM


ANTARCTIC  - Life in the Polar Regions
ANTARCTIC - Life in the Polar Regions
von Michael Poliza
  Gebundene Ausgabe

20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen UMWERFEND - FASZINIEREND - TOLL - RIESIG - UND DOCH `NE MINIMACKE, 4. Oktober 2009
Es dauert seine Zeit, bis so ein gewaltiges Teil den Weg nach Nordzypern findet. Die Maße des Bildbandes 30,2 x 37,6 X 5 cm (aufgeschlagen somit 60,4 x 37,6 cm) machen vorstellbar, welch optischer Genuss bevorsteht - zumal die durchweg genialen Fotografien allesamt die vorgenannte, größtmögliche Bildbreite von 60,4 cm ausfüllen.
Das hat bei einigen Aufnahmen auch Nachteile, für die der Fotograf nichts kann; aber dazu komme ich später.

Das Format führt dazu, dass Sie eine Fläche freiräumen müssen. Sie schlagen die Seiten auf und: Ich garantiere, Sie verschwinden in der grandiosen Menge von 180 unglaublichen Tier- und Landschaftsaufnahmen der Antarktis und vergessen das Hier und Jetzt.
Sie werden fast erschlagen von den - man fasst es kaum - Farben und der Objektflut, die auf den Betrachter einwirken, der vielleicht nur *übliche Tierknipsereien mit aufgemüpften Schwarz-Weiß-Effekten in Schneelandschaften* befürchtete.
Schnell merkt er, dass diese Kunstwerke - wie sonst kann man diese wundervollen Fotografien benennen - weit weg sind von üblichem Tierkitsch.
Dieser Fotograf war nah dran, hatte den Blick für die Einmaligkeit der Situation und der Gedanke drängt sich auf, war dieser Mensch Poliza in einer früheren Inkarnation vielleicht selbst Robbe, Möwe, Eisbär oder Pinguin? Denn nur so ließe sich irgendwie schlüssig erklären, wie der Mann zu solch nahezu intimen Aufnahmen gekommen ist.
Beim Durchblättern des Bildbandes - ich wette, den werden Sie sich tagelang immer wieder ansehen - bekam ich zwingend eines Vorstellung, wie es ist, eine solche Gegend zu bereisen. Ich kann jetzt verstehen, wenn Forscher von den gewaltigen farblichen Dimensionen in diesen kalten Gegenden sprachen, die ja fast bar jeder Botanik sind.
Was gibt es da alles zu sehen! Es ist sinnlos, das zu beschreiben. Sie müssen es sich ansehen, denn was ich dazu sagen könnte sprengt den zur Verfügung stehenden Raum, um meine Gefühle beim Betrachten zu beschreiben.

Dabei ist Michael Poliza gar kein *gelernter Fotograf*. Er war als ganz junger Mensch zunächst von 1968 - 1978 Kinderdarsteller und Jungschauspieler in über 60 Filmen, Fernsehspielen und Serien, tätig am Hamburger Thaliatheater und den dortigen Kammerspielen.
Selbst sah er sich jedoch nicht als Schauspieler. Bis 1987 verschaffte er sich in den USA Kenntnisse im Bereich Computer Sciences, belegte erste Fotografiekurse und studierte schließlich in Hamburg Informatik.
Er gründete in der Folgezeit Firmen, war erfolgreich - aber er hatte die juckende Stelle unterm Schuhleder noch nicht gefunden.
Erst Tauchexpeditionen und erste Erfolge hinter der Kamera, verbunden mit dem Verkauf diverser Produktionen (Schwerpunkt Abenteuer/Natur bei VOX, PRO7 oder Discovery Channel), sowie erste Veröffentlichungen im STERN 1996 machten eine breite Öffentlichkeit auf diesen außergewöhnlichen *Aktivisten* aufmerksam.
Der bereiste 2002 - 2006 Afrika (Botswana, Namibia, Zimbabwe, Tansania, Kenia u.a.) und veröffentlichte dann die sensationellen Bildbände bei TeNeues Africa und Eyes Over Africa, die Michael Poliza in die erste Garde der Weltstars der Fotografie katapultierten.
Der Künstler sagt über seinen Blick durch die Linse selbst:
*Ich halte die Natur für einen genialen Designer, was Farbkombinationen angeht. Das hab` ich schon gedacht, als ich in Indonesien unter Wasser unterwegs war und ich gesehen hab`, wie frech die Natur Farben kombiniert und sagt: Das mach ich jetzt mal so, und das sieht auch noch geil aus*.

Diese außergewöhnlichen Aufnahmen, gekonnt festgehalten bezüglich der Objekte, absolut professionell hochwertig technisch umgesetzt, verdienen 5 von 5, 10 von 10, 100 von 100 möglichen Punktabstufungen.

Aber, ich muss redlicherweise auch zurückkommen auf die eingangs erwähnten *Nachteile des gewählten Formats*. Wenn ich die Buchbreite von 30,2 cm aufschlage und die Fotografien in der Größe von 60,4 cm allesamt zeige, weiß jeder: Ein Buch hat eine Falz. Die muss nicht zwingend stören, will ich Fotografien über die größtmögliche Breite im aufgeschlagenen Zustand zeigen.
Da muss die Bildredaktion mal ein paar Zentimeterchen nach links oder rechts rücken, damit die Buchfalz nicht mitten durch das Gesicht eines Tieres oder das fundamentale Zentrum einer egal wie gearteten Fotografie gehen.
Wäre der Verlag kein Fachverlag, würde ich meinen: Die hatten niemand, der das *gesehen hat*.
Hier würde ich sagen: Den Praktikanten, den man da rangesetzt hat, sollte man zu keiner Zeit fest einstellen. Und demjenigen, der für die Endabnahme zuständig war, sollte man dringend eine andere Arbeit besorgen. Diesem Duo möchte ich eine exakt gegensätzliche Bepunktung als oben angeführt verpassen, ginge es darum.

Hier geht es aber vordringlich um den Künstler und seine wundervolle Auswahl an Bildern, sodass jeder die kleinere Anzahl an Totalpatzern beim Fotosatz zumindest nicht Michael Poliza anlasten wird.
Weil das so ist, empfehle ich den Bildband jedem, der ein Gefühl für Fotografie im Allgemeinen und Tierfotografie im Besonderen hat, ohne Einschränkung. HMcM


Thirty Years and Five Minutes
Thirty Years and Five Minutes
von Michel Comte
  Gebundene Ausgabe

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielleicht eine letzte große Ausnahme, 28. September 2009
Über diesen Fotografen gibt es eine Menge zu lesen. Nicht immer steht der 1954 in Zürich geborene Künstler im Mittelpunkt der Berichterstattung, allzu oft auch der Mensch - aber gerade das macht ihn interessant, vermittelt Profil mit Ecken und Kanten.
Comte, Sohn einer nicht gerade unvermögenden Familie, genoss zwar eine Ausbildung als Restaurierer - wie umfangreich auch immer die gewesen sein mag - aber sein Temperament bestimmte ihn zum typischen Autodidakten, und genau auf diese Weise näherte er sich der Fotografie, die für ihn zur Passion werden sollte, egal ob im Umfeld der Star- und Modefotografie oder eher im journalistischen Bereich.
Bereits als 25-jähriger erhält er seinen ersten Werbeauftrag von Karl Lagerfeld für die Marke Chloe und zieht nach Paris. Es folgen die Stationen New York (1981) und Los Angeles, wo er für die Vogue und Vanity Fair arbeitet. Da bleibt es nicht aus, dass er bald zu einem der meistgebuchten Mode- und Magazin-Fotografen mutiert. Stars wie Carla Bruni, George Clooney, Whitney Houston, Jermey Irons, Sophia Loren, Demi Moore, Michael Schumacher, Sylvester Stallone, Sharon Stones, Tina Turner und Mike Tyson (um ein paar zu nennen) posieren vor seiner Kamera, erhalten durch ihn ein ganz anderes Gesicht.
Dabei scheute er zu keiner Zeit, auch Paparazzo-Arbeiten auszuführen.
Zur Abwechslung bewegt er sich als Fotojournalist in Somalia, Angola, Sierra Leone, dem Kosovo und in Afghanistan. Wahrscheinlich sind es die dort gewonnenen Eindrücke, die ihn veranlassen, das holländische Magazin *Deutsch* zu kaufen, mit dem er allerdings in die Pleite schlittert.
Er realisiert Fotoprojekte für Museen und Galerien, arbeitet gar als Reporter für das Internationale Komitee des Roten Kreuzes, begründet die *Michel Comte Water Foundation* und steckt ein Gutteil seiner Einnahmen aus seiner Kosmetika-Reihe *Shared Water* in eben diese Stiftung.
Wie er sagt, hat ihn eine teure Scheidung gezwungen, all seine Rechte und Copyrights zu verkaufen.

Ich weiß jetzt einiges über den Menschen und kann mich seinen Fotografien widmen. Und da wird in dem großformatigen Band seitens des TeNeues-Verlages, wie dankenswerter Weise so oft, nicht gekleckert sondern üppig geklotzt.
Das Format 28 x 37,2 x 4 cm über 304 Seiten ermöglicht die großzügige Abbildung von 155 Schwarzweiß- und 69 Farbaufnahmen. Gruppiert in Porträts, Szene, Akt, Paparazzo- und politisch-kritische Aufnahmen, die jeden Fan der Fotografie begeistern. Absolut jeder, der überhaupt nur den Hauch eines Bezugs zur Fotografie verspürt, wird erkennen, dass dieser geniale Künstler mit einem einmaligen Talent gesegnet ist. Er blickt den Menschen in die Seele, veranlasst, dass die sich öffnen und Gefühle zeigen.
Comtes Aufnahmen werden längst aufgrund ihrer beeindruckenden Intensität als *Geldanlage* gehandelt, weil: Seine Fotografien sind einzigartige Abbildungen, Manifestationen eines Moments für die Ewigkeit.
Als Comte seine Rechte an seinen Fotografien bis 2007 verkaufte, wird das seinen finanziellen Grund oder seine sonstige Notwendigkeit gehabt haben.
Wie ihn das andererseits aber auch antrieb, lassen die Aufnahmen seiner jetzigen Frau Ayako erkennen, die er fast schon obsessiv zu fotografieren scheint. Comte ist längst wieder auferstanden und - was er neu machen will - ist die direkte Vermarktung seiner Werke, ausschließlich als Unikate.

Um so mehr bietet sich hier die außergewöhnliche Möglichkeit, diesen Künstler in einer großen Bandbreite seines Schaffens noch einmal zu verfolgen, sein Wirken in einer Welt des Scheins und Glamours bis hin zu seinen dokumentarischen Arbeiten in Drittweltstaaten mit zu erleben.

Fazit: hochinteressant, informativ und künstlerisch wertvoll. HMcM


His Holiness the Dalai Lama
His Holiness the Dalai Lama
von Don Farber
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als erwartet, etwas weniger als erhofft, 23. September 2009
Don Farber, ein mir bis jetzt unbekannter Fotograf, zeigt hier eine Auswahl von Fotografien des Dalai Lama und seines Umfelds. Entstanden sind sie seit 1977, also über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren. Sie haben den Anspruch, den Repräsentanten des Tibetischen Buddhismus in seiner offiziellen Funktion, aber auch privat zu zeigen, seltene Einblicke in das Leben dieses weltweit bekannten Menschen zu gewähren.
Der Dalai Lama selbst schrieb dazu ein kleines Vorwort, in dem er Farber als alten Freund" und einen bezeichnet, der dokumentierte wie er älter aber vielleicht auch etwas weiser wurde und er wirbt bei dieser Gelegenheit auch für die ihm so wichtigen drei Aufgaben seines Lebens, als das sind:
Die Förderung menschlicher Werte (Mitgefühl, Vergebung, Toleranz, Zufriedenheit und Selbstdisziplin).
Förderung von Harmonie und Selbstverständnis zwischen verschiedenen religiösen Traditionen.
Verpflichtung gegenüber dem Tibetischen Volk, als dessen freier Sprecher er sich sieht, der für Freiheit und Gerechtigkeit eintritt.
Thubten Jinpa, der Chefübersetzer des Dalai Lama in die englische Sprache, schreibt dann auch noch ein paar freundliche Worte, bezeichnet seinen Arbeitgeber als einen von uns" und lobt den Fotografen, dass der ein großartiges Buch herausgebracht hat.
Aber 73 Fotografien in einem solchen Zusammenhang können viel - aber auch wenig aussagen.

Ohne Zweifel muss dieser Dalai Lama eine bestimmte Kraft besitzen, denn alle die ihm persönlich begegneten sprachen von einem großen Mitgefühl, das von ihm ausginge.
Nun gut, ich bin ihm bisher nicht persönlich begegnet, kenne ihn lediglich aus Fernsehbildern und mag diesen buddhistischen Mönch Tenzin Gyatso trotzdem, sein herzerfrischendes Lachen, das ihm auch manches Mal aus einer gewissen Verlegenheit zu helfen scheint, seine außergewöhnliche Vita.
Kurz gesagt: Ich war gespannt auf diesen Bildband!

Und dann lag er vor mir. 27 x 36 cm. Der TeNeues Verlag hat dankenswerter Weise keine Scheu vor großen Formaten und ich konnte mir mit Genuss die technisch gelungenen Aufnahmen ansehen.
Einige folkloristische Aufnahmen lockern das Thema Dalai Lama" auf, den wir natürlich auch in einigen Szenen der großen Öffentlichkeit sehen.
Vorwiegend jedoch hat Don Farber eher Wert bei der Auswahl seiner Fotografien für diesen Bildband gelegt, auf die Momente der Begegnung mit Ordensbrüdern (wo sind die Ordensschwestern, denn buddhistische Nonnen gibt es auch) oder einfachen Menschen in kleinem Rahmen, auf engem Raum, abgesehen von den intimen Momenten, denen man anmerkt, dass da dem durchs Fotografenauge *Beobachteten* entging, dass er *gesehen* wurde (beispielhaft Fotos Seite 44 - 49).

Fazit: Insgesamt eher eine Auswahl *schöner Fotografien* als eine Dokumentation *außergewöhnlicher Momente*, aber das soll den Wert dieser Bildersammlung nicht schmälern, denn: Man kann sich noch so lange in der Nähe eines Menschen in dieser außergewöhnlichen Situation aufhalten, bestimmte Bereiche werden einem neugierigen Betrachter immer verborgen bleiben.
Was ich mir wünschen würde ist: Dass einer wie der Dalai Lama auf die alberne Bezeichnung Seine Heiligkeit" ein für allemal verzichten würde. Aber, das ist ein ganz anderes Thema.
Wer sich für Buddhismus *im Bild* interessiert, sei auch der Bildband The Spirit of Buddhaempfohlen. HMcM


Elliott Erwitt's Rome
Elliott Erwitt's Rome
von Elliott Erwitt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 59,90

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rom erklärt sich ohne Worte, 22. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Elliott Erwitt's Rome (Gebundene Ausgabe)
Ein erfolgreicher Künstler im Spätherbst des Lebens muss Verständnis dafür aufbringen, dass man von ihm als ALTMEISTER spricht. Elliott Erwitt wird es nicht stören, denn er ist ein wirklich Großer seines Fachs und für mich einer der besten Schwarz-Weiß-Fotografen seiner Zeit. Unvergessen sein herrlicher Bildband Elliott Erwitt`s Dogs.
Aber hier, in der vorliegenden Auswahl, haben wir es mit einer Sammlung an Ablichtungen zu tun, die uns eine Stadt in ihrer Gesamtheit nahebringen soll und trotzdem gerne als *tierisch gut* apostrophiert werden darf.
Kein einfaches Unterfangen, eine etwas abgegriffene Stadt im Bild einzufangen, denn Rom, mit ihren Bewohnern und Besuchern, ihren gigantischen Bauten und kleinen Nebengassen verführt zur Momentaufnahme, wo ein Porträt angebracht wäre und umgekehrt.
Erwitt schönt nicht die Szene, die sich seinem Auge bietet. Er hält fest, dokumentiert. Er hat den Nerv, innerhalb eines Ablaufs zu selektieren. So achtet er bei einer Vielzahl seiner Aufnahmen auf Kleinigkeiten, lässt sich Zeit, nimmt bei anderen dann die Situation schnappschussartig auf, hält drauf, wie man so schön sagt und lässt das Ergebnis einfach auf den Betrachter wirken, der, immer mehr erstaunt entdeckt, neu entdeckt, wieder entdeckt.

Kein Wunder, dass Erwitts Abbildungen dieser alten Stadt zwar immer dramatisch, nie aber bedrohlich und düster wirken. Die Kunst, Personen schnell zu fotografieren ohne zu hudeln und sorgsam bei Gegenständen, Skulpturen oder Landschaften zu arbeiten, ohne detailversessen zu sein, lässt diesen außergewöhnlichen Fotografen zum Kunstschöpfer mutieren.
Erwitt selbst hat seine Arbeiten immer auch *politisch* gesehen, und es ist sicherlich ein politischer Akt, wenn einer wie er den Menschen einen Spiegel vorhält und ihnen damit zeigt, wer sie wirklich sind, wie sie auf andere wirken.
Diesen Aspekt finde ich insbesondere bei den Aufnahmen herausgearbeitet, in denen er sich mit Vertretern der Kirche, den Beamten und Politikern, beschäftigt.
Dort achtet er auf den Ausdruck des Gesichts, den Moment der Wahrheit, den Augenblick der Demaskierung, während er den Normalbürger eher in seinem Umfeld zeigt, ihn dort einbettet und die Gesamtheit der Situation wirken lässt.

Eine gelungene Auswahl von 133 Einzelfotografien, die allesamt dank des großformatigen Bandes (37 x 27,6) den der TeNeues Verlag ermöglicht, intensiv auf den Betrachter wirken, ja den sogar durchgehend außergewöhnlich faszinieren.
Elliott Erwitt, bereits ein Hero in seiner Zeit, möchte man sagen, dessen Geheimnis ganz offensichtlich nicht ist, dass er dabei war und knipste, als etwas vor seinen Augen geschah, sondern, dass er es gesehen hat.
Ein Glück, dass wir daran teilhaben können.
Erwitt ist in Mailand und Paris aufgewachsen. Er emigrierte elfjährig 1939 mit seiner Familie in die USA, wo er seit 1953 über lange Jahre für Magnum arbeitete, deren Präsident er gar von 1966 bis 1969 war. Uneingeschränkte Empfehlung von mir. HMcM


Gemüse in aller Munde: Mehr als 290 vegetarisch-vollwertige Köstlichkeiten
Gemüse in aller Munde: Mehr als 290 vegetarisch-vollwertige Köstlichkeiten
von Ute-Marion Wilkesmann
  Broschiert

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine geballte Ladung, 19. September 2009
Es bedurfte einer Menge von 500 gr Papier in einer Abmessung DIN A5 über 332 Seiten, um diese wohldosierte Menge von mehr als 290 vegetarisch-vollwertigen Köstlichkeiten unterzubringen.
Wie von der längst nicht nur bei Vollwertlern bekannten Fachautorin gewohnt, ist auch dieses Buch über eines unserer wichtigsten Nahrungsmittel, das Gemüse, wieder ein rundes Teil.
So wurden sämtliche Rezepte beim Kochen protokolliert, ähnliche Vorgänge bei Bedarf erneut beschrieben (was zeitraubendes Nachschlagen erspart) und die benutzten Kräuter auf solche beschränkt, die üblicherweise überall zu haben sind.
Ich selbst - alles andere als ein Vollwertler - fand auf Anhieb eine Menge an Anregungen, wie ich diese fantasievoll zusammengestellten Gemüsespeisen (für die Autorin offensichtlich gedacht als Hauptgericht) als Beilagen zu üblichen Hauptspeisen serviere.
In ihrer Einleitung *Ab in die Küche* finde ich auch eine umfangreiche Austauschtabelle. Dort sind für einzelne Gewürze und Zutaten, die vielleicht im Durchschnittshaushalt nicht vorhanden sind, übliche Ersatzmittel angeführt.
Jedes einzelne Gericht ist von einem Foto begleitet (teilweise farbig) und mit einer Kurzinformation überschrieben, die die Mengenangaben für die Personenanzahl relativiert, Hinweis gibt auf Eiweißgehalt, die Vorbereitungszeit und die Monate anführt, in denen die Gemüse frisch beim Händler zu bekommen sind.
Die Angaben - wie immer bei dieser Autorin - klar, übersichtlich bis hin zur Beschreibung des Herstellungsvorgangs.
Erhellend auf Seite 317 Basisrezepte für Dinkelsauerteig, Gemüsebrüheextrakt, Knoblauchpaste, um nur einige zu nennen.
Das Register ist alphabetisch geordnet mit den entsprechenden Seitenergänzungen, gefolgt von einem kleinen Vollwert-Einmaleins.

Eine uneingeschränkt empfehlenswerte, geballte Ladung Gemüse, sicherlich auch bald in Ihrem Mund. HMcM


Manifest des evolutionären Humanismus: Plädoyer für eine zeitgemässe Leitkultur
Manifest des evolutionären Humanismus: Plädoyer für eine zeitgemässe Leitkultur
von Michael Schmidt-Salomon
  Broschiert
Preis: EUR 10,00

11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein beeindruckendes Werk, 27. Juli 2009
Der zeitgenössische Mensch steht unter dem Einfluss jahrtausendealter Mythen. Er ist eine Kombination von höchstem technischen Know-how und naivstem Kinderglauben. Dieses Manifest ist ein Plädoyer für eine alternative politische Leitkultur.
Das sind Aussagen, die aufmerken lassen, neugierig machen, auch wenn der Begriff Manifest zunächst bei mir rein politische Assoziationen auslöste, in der Art des Manifestes der Kommunistischen Partei o.ä.
Und so ist dann diese Schrift letztlich alles andere als unpolitisch, auch wenn der Autor eher wissenschaftlich argumentiert: *Nichts enttarnt die Irrtümer der althergebrachten Welterklärungsmodelle schonungsloser als die wissenschaftliche Erhellung der realen Sachverhalte ...*. Oder: *Wer sich auf Wissenschaft, Philosophie und Kunst berufen kann, weiß, dass den Religionen weit bessere weltliche Alternativen gegenüberstehen*.
Somit ist es kein weiter Weg zur Erkenntnis des Autoren, dass die traditionellen Religionen mit den Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung schlichtweg NICHT in Einklang zu bringen sind, zumal deren Aussagen nicht nur theoretisch hinreichend widerlegt, sondern sich auch in der Praxis nicht gerade durchgehend als gute Ratgeber erwiesen haben.
Nicht erfassen kann ich allerdings, ob der Autor sich ausreichend mit dem Buddhismus auseinandergesetzt hat, dessen Verlautbarungen ja eben auch nicht auf Glauben und göttliche Einflussnahmen, sondern ausschließlich auf menschliches Erkennen abstellt, ja sogar mit keiner Silbe im Gegensatz zu Schmidt-Salomons Auffassung steht, wonach das ICH nur ein fiktives Konstrukt des Gehirns ist.
Der schnell vom Inhalt dieses hochbeachtlichen Schriftwerks gefesselte Leser erkennt bald die positive, humane Alternative, die der Autor insbesondere zu den monotheistischen Religionen anbietet, indem er unter Verweis auf ein an sich sinnleeres Universum das Privileg des Menschen hervorhebt, *den Sinn des Lebens aus seinem Leben selbst zu schöpfen*.
Hierbei ist ihm offensichtlich bewusst, dass es fast unmöglich ist, Menschen mit logischer Argumentation von der Unhaltbarkeit irrationaler Annahmen abzubringen, die eben ihren Glauben an unbewiesene Annahmen nicht durch logische Argumente gefunden haben.
*Sollte es sich wider Erwarten herausstellen, dass Horoskope, Kaffeesatzlesen oder Beten verlässlichere Einsichten vermitteln, wären diese der Methode der Wissenschaft vorzuziehen*, schreibt der Autor. Und längst nicht mehr erstaunt nimmt der Leser zur Kenntnis, wie Salomon fast genüsslich die *Zehn Gebote* als Richtschnur ethischen Verhaltens demaskiert, denn, so fragt er, wer macht sich bewusst, dass z. B. im 10. Gebot Frauen mit Sklaven, Tieren und sonstigen Besitztümern in eine Reihe gestellt sind? Oder, dass der Gott Jahwe kurz nach seiner Anweisung *Du sollst nicht morden* präzise Anweisungen für genau solche Mordtaten gibt: *Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen. Jeder, der mit einem Tier verkehrt, soll mit dem Tod bestraft werden. Wer einer Gottheit außer Jahwe Schlachtopfer darbringt, an dem soll die Vernichtsweihe vollstreckt werden.*
Die Endlösung der Judenfrage zu Nazizeiten, denke ich, ist wohl der *Endlösung der Ungläubigenfrage* in der Hölle, deren reale Existenz von vielen christlichen und muslimischen Fundamentalisten nach wie vor nicht bezweifelt wird, entlehnt.

Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund. Er verweist darauf, dass die heute anerkannten Menschenrechte dem offiziellen Christentum in erbitterten Kämpfen Stück um Stück abgepresst werden mussten, dass Pius IX. - erst 2000 seliggesprochen - alle Errungenschaften des modernen Zeitalters verdammte, wie: Rationalismus, Naturalismus, Liberalismus, Demokratie, Trennung von Staat und Kirche.
Was auch ich nicht wusste: Bis zum heutigen Tag hat der Vatikan die Europäische Menschenrechtskonvention nicht ratifiziert!
Wie ist so etwas überhaupt möglich?
Wir erfahren, dass in Deutschland seit 2003 die Konfessionslosen mit 32% die größte gesellschaftliche Gruppe ist, gefolgt von den Katholiken und Protestanten mit rund jeweils 31,3%, oder dass in den USA 93% der Spitzenwissenschaftler religionsfrei sind.
Da fragt sich der geneigte Leser, wo sind all diese konfessionslosen Menschen (samt dem hohen Prozentsatz der Papiergläubigen) in den Medien und Parteien vertreten, in einer Zeit, in der selbst Exkommunisten es schon wieder für opportun halten, in die Kirchen zu rennen, wenn es die vermeintliche öffentliche Meinung erforderlich erscheinen lässt? Da wird geheuchelt und rumbekreuzigt bis zum Geht-nicht-mehr, nur um noch eine vermeintliche Zustimmung eines Pseudoreligiösen zu erschleimen, die sich vielleicht in einer Wählerstimme niederschlägt.

Salomon präsentiert mit diesem Manifest eine knallharte, kompromisslose Analyse, die den neuesten Stand der Hirnforschung, der Psychologie und der Soziobiologie berücksichtigt. Er fasst klar und präzise die Vorstellungen für eine neutrale Ethik zusammen, die meines Erachtens absolut tauglich ist, die Grundwerte zu einer Leitkultur zu begründen, auf die sich letztlich alle Menschen einigen könnten.
Ein Traum? Vielleicht nicht, denn irgendwann einmal muss doch Schluss sein mit den Lügen der Märchenerzähler aus Eigennutz. Wann das sein kann? Spätestens dann, wenn der aufgeklärte Mensch auch sein Hirn zum denkenden Erkennen nutzt. Ganz einfach. HMcM


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