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Rezensionen verfasst von
Heinz Herbert "HMcM" (Catalköy, Nordzypern)

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The Porsche Book
The Porsche Book
von Elmar Brümmer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 98,00

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Knapp 4 kg Porsche pur, 25. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: The Porsche Book (Gebundene Ausgabe)
Der Herausgeber Henrik teNeues ist sicherlich ein beschäftigter Mann, und doch ließ er es sich nicht nehmen, das neue Porsche Book" von Frank M. Orel der interessierten Öffentlichkeit selbst vorzustellen. So etwas kommt nicht all zu oft vor. Wer jedoch Bildbände dieser Art verlegt, weiß Exklusivität und Luxus zu schätzen. Zitat: *Luxus ist etwas, das nicht alltäglich ist. Es hat verschiedene Facetten*. Ob das langt? TeNeues wird auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Porsche-Fan sein.
Kein Wunder, dass die Presse dieses in jeder Hinsicht außergewöhnliche Teil als *Turbo unter den Sportwagen-Büchern* bezeichnet und dabei nicht zu viel verspricht. Nicht nur die außergewöhnlichen, großformatigen 140 Fotografien begeistern auch den letzten Kritiker sportlicher Fahrzeugentwicklung, sondern auch mancher Fan wird Details im Bild (und im Text, aus der Feder von Elmar Brümmer) finden, die ihm bisher nicht bewusst waren.
Vielleicht eine PS-Bibel oder ein persönliches Road Movie, mit Sicherheit aber ein Beweis für die künstlerische und informative Kraft der Fotografie im Allgemeinen und der außergewöhnlichen Begabung des Fotografen Frank M. Orel im Besonderen, trockene Materie so umzusetzen, dass der Betrachter Metall, Leder und Benzin nicht nur riecht, sondern das auch herrlich findet.
Orels Motto *Aufnahmefähig bleiben und sich Freiheiten nehmen* muss eigentlich nicht ausdrücklich zitiert werden. Jeder wird beim genüsslichen Anschauen der Fotos in der Lage sein, diese Arbeitsthese des Künstlers selbst zu erkennen und nachzuvollziehen.
Mir fällt zu diesem fotografischen Werk der Spezialistenklasse nur das Adjektiv grenzenlos ein, um das Wesen der oben zitierten *Freiheiten* erfassen zu können. Der Drang, vermeintliche Grenzen und Fesseln eines Themas zu sprengen, ist jeder Aufnahme anzusehen, in einer Weise, die ich in Bezug auf die Automobilszenerie vor Kurzem noch für unmöglich gehalten hätte.
Die Texte in englischer, französischer, russischer, chinesischer Sprache und natürlich auf deutsch.
Sehr empfehlenswert als Sammlerband und als Geschenk für jeden Porschefan sowieso. HMcM


South Africa
South Africa
von Michael Poliza
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 75,00

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen EIN RIESIGES DICKES TOLLES TEIL, 15. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: South Africa (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich von diesem ganz besonderen Fotografen die herrlichen Bände ANTARCTIC - Life in the Polar Regions und Africa gesehen hatte, war eines klar: SOUTH AFRICA musste her.
Und alles war eingetroffen, was ich mir erhofft hatte: ein aufwändig gebundener, 272 Seiten starker und 3700 gr schwerer Bildband, der einem zeitweise den Atem raubt, rappelvoll mit herrlichen Landschafts- und Tieraufnahmen, Fotografien von Menschen, von Fußballstadien, die in einer Gewaltaktion hochgezogen worden sind. Aber auch einige Schattenseiten des Landes bleiben nicht ungesehen.

Es mag sein, dass der TeNeues Verlag etwas Druck machte, um rechtzeitig vor der anstehenden Fußballweltmeisterschaft in Südafrika noch dieses grandiose Werk auf den Markt zu bringen und Poliza hat sich vielleicht deshalb die Unterstützung von acht weiteren Fotografen erbeten, die natürlich dazu gerne bereit waren.
Für mich nicht überraschend, hat das dem Gesamtwerk in keiner Weise geschadet, und auch dem Star Poliza konnte es in keiner Weise abträglich sein. Vielleicht rücken dadurch einige dieser besten südafrikanischen Fotografen wie Chris Fallows, Vanessa Cowling, Justin Fox, Craig Fraser, Chris Kirchhoff, Mandla Mnyakama, Obie Oberholzer und Thomas P. Peschak endlich in den Fokus der Öffentlichkeit, was sie längst verdient haben.
Poliza selbst hatte eigentlich Australien auf seiner Agenda, aber er hat es offensichtlich auch nicht bereuen müssen, Südafrika bevorzugt und erneut zu bereisen. Dieses Land voller Gegensätze bedurfte vielleicht sogar auch einer etwas breiter gefächerten Sicht, und so entstand diese absolut gelungene Mischung von 114 Aufnahmen in der beachtlichen, fast ausschließlichen Größe von 55 x 37 cm.
Poliza selbst hatte bereits sieben Jahre in Kapstadt gelebt und zu seiner eigenen Verwunderung war sein Portefeuille an Aufnahmen, die seinem heutigen Anspruch genügten, nicht vorhanden.

Dieses Buch ist ... anders als meine früheren Werke. Dort habe ich mich eher auf das pure Schöne konzentriert und weniger Ästhetisches gerne ausgeblendet. Hier bekommen Sie nicht nur die Schokoladenseiten zu sehen", sagt Poliza selbst, und das Ergebnis bestätigt ja auch seine Ankündigung: Die hier gezeigte Fotografie wird Ihnen eine neue Perspektive verschaffen".

Was mehr soll man dazu sagen? Mir fehlen eh die Adjektive, um diese Flut an Farben, Formen, Situationen und Eindrücken zutreffend zu beschreiben.
Allerdings, die Warnung sei erlaubt: Das ist kein Buch für Kurzbrenner, die schnell durchblättern und das Teil dann irgendwo im Regal verschwinden lassen, weil es so schön dick und attraktiv aussieht. Sie werden es mehrfach und lange ansehen, immer wieder und nach ein paar Wochen erneut. Nach ein paar Monaten sowieso.
Ich kann nur jedem Freund der Fotografie anraten: Machen Sie sich die Freude. HMcM


Africa
Africa
von Michael Poliza
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Poliza ein neuer Marco Polo, 19. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Africa (Gebundene Ausgabe)
*Michael Poliza ist ein Marco Polo unserer Jahrtausendwende*, sagt Florian Langenscheidt in seinen knappen, deshalb nicht minder beeindruckenden einführenden Worten zu diesem in jeder Hinsicht gewaltigen Bildband.
Gewaltig das Format 41,4 x 31,8 cm, gewaltig die 180 Aufnahmen in eben dieser Größe (!), gewaltig das Gewicht von rund 4 kg und im Verhältnis zu alledem ein absoluter moderater Preis für das Erlebnis, in diesem außergewöhnlichen Bildband blättern zu dürfen.
Aber *dick, groß und schwer* ist nur ein sich flugs auflösender erster Eindruck. Schnell bekommt der sofort begeisterte Betrachter eine Vorstellung davon, wie es sein muss, einen ganzen Kontinent zu erleben und durch die Kamera nahezu endlose Eindrücke festzuhalten. Die aufwändige Bindung dieses Fotobandes ermöglicht eine Bildebene, die das Ansehen der genialen Tier- und Landschaftsaufnahmen zu einem ungetrübten Erlebnis werden lässt. Wieder und immer wieder, denn die Vielfalt der Motive ist gewaltig, und es gilt eine solche Menge an visuellen Eindrücken zu verarbeiten, dass es des Anschauens dieser Aufnahmen immer wieder bedarf, um überhaupt einen Überblick zu erhalten. Unabhängig von den faszinierenden Tieraufnahmen - deren Intensität vielleicht sogar die Tierfotografie an sich revolutioniert - haben mich auch die Landschaftsaufnahmen tief beeindruckt. Wasserläufe oder Sanddünen, aus großer Höhe gemacht, vermittelten mir den Eindruck, selbst in einem Leichtflugzeug zu sitzen und die schier endlose Weite zu überfliegen.
Als Teilnehmer dieser Reise mittels eines Fotobandes spüre ich, dass Poliza selbst von dem Zauber dieses Kontinents gefangen war, einem Zauber, dem er offensichtlich erlag und der sein künftiges Schaffen prägen wird. Wir erkennen seine sorgfältige Arbeit mit dem Teleobjektiv, mit dem er Details bei seinen Motiven herausarbeitet und sein Gefühl für die lockende Weite der Landschaften, aufgenommen mit dem Weitwinkelobjektiv aus einem Fluggerät.

Ich kann diesen Fotoband nur empfehlen. Ich bin sicher, jeder Betrachter wird dieser ungeheuerlich beeindruckenden Bildflut erliegen, wobei man gerne vergisst, wie viele Stunden Aufwand, Geduld und fachliches Können für praktisch jedes Foto notwendig gewesen sind.
Polizas Lebensmotto *Wenn du Spaß hast, bist du gut. Wenn du gut bist, kannst du erfolgreich sein* steht für dieses absolut gelungene Werk: Poliza hat offensichtlich mächtig viel Spaß gehabt, dadurch wurde seine Arbeit weit mehr als gut und kein Zweifel: Damit wird er erfolgreich sein und bleiben.
Wie auch in seinem aktuellen Bildband ANTARCTIC - Life in the Polar Regions ist die Kommentierung zum Fotoband erfreulicherweise vielsprachig gehalten und zwar in Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch, was ihn auch als *Geschenk für Freunde vieler Nationalitäten* attraktiv macht. HMcM


Limassol: Roman: Politthriller
Limassol: Roman: Politthriller
von Yishai Sarid
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DAS IST REALITÄT, 14. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Limassol: Roman: Politthriller (Broschiert)
*Wir müssen reden* ist ein immer wiederkehrender Moment in diesem unglaublich packenden Roman des mir bis dahin nicht bekannten israelischen Autors Yishai Sarid.

Der Protagonist arbeitet für den *Schabak*, Israels Inlandgeheimdienst. Diese Organisation ist Teil eines dicht gearbeiteten Geflechts aus Geheimdienstarbeit, Militär, Polizei und Grenzbehörden. Eine absolut effiziente Waffe im Kampf gegen Terror, die sich auf verschiedene Aktivitätsstränge stützt: Elektronische Aufklärung, Einsatz eigener Undercoveragenten in feindlichen Gebieten, Abschöpfen gegnerischer Quellen und Ausschalten feindlicher Akteure bis hin in Führungspositionen. Der Schabak hat den Ruf, selten sein Ziel zu verfehlen, wenn es einmal fest ins Auge gefasst werden konnte. Schabak ist längst zum Synonym geworden für Gegenschläge mit tödlichem Erfolg, das Israel *präventive Verteidigung* nennt, während die Organisationen der Betroffenen von *gezieltem Mord* sprechen - was einem verwundert, als würden die nicht gerade Tag für Tag dem Zufall überlassene Opfer durch Körperbomben-Attentäter in großer Anzahl hinschlachten, alleine mit dem Ziel, möglichst viele Menschen in den Tod zu reißen.
Abgesehen von den unterschiedlichen Sichtweisen verblüfft die Tatsache: Fast alle bisher gezielt von den Israelis liquidierten Palästinenser waren Aktivisten der *Hamas*, des *Heiligen Dschihad* oder der Fatahorganisation *Tansim*, die bis dahin allesamt längst zu *Massenmördern* geworden waren. Umgekehrt bomben in aller Regel die Palästinenser wahllos Unbeteiligte in den Tod, die sich zufällig am *falschen Ort* befanden. Aber, wer will sich anmaßen, da zu unterscheiden und zu werten.

Auch die Liquidierung nach Liste ist nur eine der Perversionen, die bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Völkern nach sich ziehen. Jede Seite behauptet im Besitz des wahrhaftigen *Rechts* zu sein und führt vermeintlich *zwingende Argumente* an.
Oft ist die Form des Romans ein vortrefflicher Weg, auf solche Probleme hinzuweisen, insbesondere dann, wenn der Autor und Rechtsanwalt selbst ehemaliger Nachrichtenoffizier der israelischen Armee war und genau weiß, von was er schreibt.
Im Verlauf des Plots schildert Yishai Sarid, wie sein icherzählender Protagonist sich einer Zielperson annähert, während ihm sein eigentliches Leben immer mehr entgleitet und sich zur selbstzerstörerischen Bedrohung entwickelt. Wir erhalten Einblick in den Aufbau des israelischen Geheimdienstgefüges, nehmen an Verhören teil, bei denen *die Guten* versuchen, sich nicht den Gewaltstrukturen *der Bösen* unterzuordnen - und doch erliegen sie über kurz oder lang dem direkten oder indirekten Druck der Situation, der Notwendigkeit schnell Hinweise bekommen zu müssen, weil wieder ein Selbstmordattentäter in seiner dummen Verblendung meint, Werkzeug seines Gottes oder auch nur seiner eigenen Wahrheit zu sein.
Die einschränkende Bemerkung eines jüdisch-orthodoxen Führungsoffiziers *Für Juden gelten Menschenrechte* lassen einen zwingenden Umkehrschluss zu.
Der Autor schildert glaubhaft dieses moralische Dilemma, in dem sein Protagonist steckt, ohne Chance, sich daraus befreien zu können, längst auch ohne Kraft, sich daraus befreien zu wollen. Die von ihm als notwendig erkannte *Arbeit* macht ihn fertig, er opfert gar sein privates Glück und doch drängt ihn sein Tun immer weiter aus der Gesellschaft, die er ja eigentlich schützen will.
Und da bin ich wieder bei meinem Einführungssatz: *Wir müssen reden*, was bedeutet: *Alle MÜSSTEN miteinander reden!* Der Ermittler mit seiner Frau, der Terrorist mit seinen potentiellen Opfern, der Vorgesetzte mit seinen Untergebenen, die Mutter mit dem Sohn, die Frau mit dem Exgeliebten, Politiker mit Politikern, doch es kommt nicht dazu, weil es auch in der Realität nicht mehr dazu kommt.
Die Spirale der Gewalt dreht, bis es im zyprischen Limassol zum Treffen des sterbenden palästinensischen Dichters, als Köder missbraucht, mit seinem terroristischen Sohn kommt, der genau bei dieser Gelegenheit zur Beute werden soll, nachdem er als Strippenzieher des internationalen Terrorismus unterwegs ist und nur noch aus ganz privaten Gründen auf vermeintlich neutrales Gebiet gelockt werden kann.
Das Ende des Romans ist so ungewöhnlich wie sein Inhalt.
Er liest sich trotz des bedrückenden Plots Dank der einfühlsamen Übersetzung aus dem Hebräischen durch Helene Seidler so, als wäre er in Deutsch geschrieben und eben nicht, wie aus einer anderen Sprache übertragen. Heutzutage, in denen schludrige Übersetzungen an der Tagesordnung zu sein scheinen, keineswegs ein Sachverhalt, der als normal unterstellt werden kann und deshalb ausdrücklicher Erwähnung bedarf. HMcM


Imperfect
Imperfect
von Cellina von Mannstein
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 45,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen AUFFASSUNGSSACHE, 6. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Imperfect (Gebundene Ausgabe)
Da lese ich von der Fotografin Cellina von Mannstein, deren Alter mit dreißig angegeben wird, sie sei als Assistentin für Terry Richardson tätig gewesen und habe mit ihren Fotografien bereits viermal hintereinander den Medienpreis *Lead Award* gewonnen. Terry Richardson, Jahrgang 1965, ist mir u.a. aus der Modefotografie ein Begriff, und ich dachte: keine schlechte Empfehlung.
Dann sah ich mir das Cover ihres neuen Bildbandes IMPERFECT an - und wurde neugierig. Jetzt liegt dieses aufwendig gestaltete Teil vor mir. Ich habe es mir mehrfach angesehen und bin irgendwie sprachlos.
Ein Zitat der überaus begabten Fotografin kommt mir in den Sinn: *Ich liebe die Menschen, die ich fotografiere*.
Ist sie wirklich dieser Auffassung? Oder hat sie das nur gesagt, weil das so viele Kollegen und Kolleginnen auch sagen? Jedenfalls kann ich mir gut vorstellen, dass - vielleicht schon in nur wenigen Jahren - eine gewisse Anzahl abgelichteter Menschen diese Aufnahmen bereuen und sich lieber nicht mehr an den *Moment der Tat* erinnern möchte. Oder aber, es ist ihnen eh egal, wie sie von anderen Menschen gesehen werden, zumal sie sich selbst schon lange Zeit nicht mehr erkennen (können). Aber auch da gibt es eine gewisse Verantwortung des Fotografen, denn schließlich wird hier alles andere als eine Milieustudie gezeigt oder ein Reality-Produkt präsentiert.
Die Medien berichten denn auch über diesen sicherlich beachtlichen Bildband irgendwie *einäugig*. Ich lese von dem *jungen Model, das sich lasziv mit schwarzer Augenbinde im Stroh wälzt* von den *provokativen und originellen Leckerbissen für Fotokunstfreunde*, von *brüchigen und merkwürdigen Situationen* und *sorglosen Bildern*.
Na gut, vielleicht sahen die *mit anderen Augen* und die Aufnahmen wurden tatsächlich *sorglos* geknipst. Auf jeden Fall treffen auf eine Vielzahl der Exponate die Adjektive exzessiv, unästhetisch, vielleicht auch punkig oder pornolastig zu, selten cool und spontan.
Ich habe den nachhaltigen Eindruck, dass selbst die Aufnahmen, die einem Schnappschuss ähneln, alles andere als spontan sind. Da steckt sehr viel Arrangement und natürlich technisches Können dahinter. Für mich allerdings zu viel an Arrangement, und so zwingt sich mir die Frage auf: Warum so viel Aufwand für dieses Produkt? Und: Will ich mir das wirklich so ansehen, bzw. NOCHEINMAL ansehen?
Es wird eine Menge Menschen geben, die genau diese Form der Fotografie als *toll* und *ungewöhnlich* apostrophieren. Aber die Qualität solcher Meinungen darf ja angezweifelt werden.

*Das Erzählen einer Geschichte steht im Mittelpunkt der Bilder von Mannsteins*, schreibt eine begeisterte Journalistin und sieht die Atmosphäre düsterer Märchen vermittelt, angereichert mit traumhaften und obskuren Elementen. Die Frage ist, wie kaputt muss der Mensch innerlich sein, um die gezeigten Aufnahmen dort einzuordnen und eine solche Thematik als sehenswert zu empfinden?
Circa fünfzig Prozent der Aufnahmen hätte ich mir nicht ansehen müssen, weil nichts darauf zu sehen war, das meine Sinne in irgendeiner positiven Weise ansprach. Der Rest haute mich auch nicht wirklich von den Socken.
Trotzdem: Natürlich alles eine Frage eigener Präferenzen. HMcM


"Stern Spezial Fotografie. Ehemals: ""Portfolio""": "Stern Spezial Fotografie. Ehemals: ""Portfolio""": Fotografie Portfolio 58. Herb Ritts
"Stern Spezial Fotografie. Ehemals: ""Portfolio""": "Stern Spezial Fotografie. Ehemals: ""Portfolio""": Fotografie Portfolio 58. Herb Ritts
von Herb Ritts
  Gebundene Ausgabe

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen REDUZIERT AUF DAS MAXIMUM, 2. April 2010
Dieser Porträt-Bildband ist bereits 3/2009, also gut vor einem Jahr, erschienen, und ich wollte ihn mir die ganze Zeit besorgen, denn dieser US-amerikanische Fotograf war mir bis zu seinem Tod 12/2002 bereits durch seine Arbeiten im Bereich der Modefotografie aufgefallen. Als begeisterter Anhänger der Schwarz-Weiß-Aufnahmen war und ist Herb Ritts für mich schon immer ein Begriff.
Ritts war Autodidakt, der seine unbestreitbare Begabung durch Fachkurse zur Meisterschaft reifen ließ, und so waren es gerade die *frühen Erlebnisse* mit dem wilden Nachbarn Steve McQueen und *erste Zufallsshots* von seinem Freund Richard Gere, die seinen Blick auf Umfeld und Objekt schärften, die *Angst vor großen Namen* reduzierte, denn die kannte er auf einer ganz anderen, einer privaten Ebene besser. Er wusste, jeder Promi ist auch nur ein Mensch und genau das, das Menschliche am lebenden Objekt konnte er herausarbeiten.
Herb Ritts wird mit dem Ausspruch zitiert, er sei froh, nie auf einer Fotoschule gewesen zu sein, denn *das Wissen um Belichtung, Blenden und Verschlusszeiten* helfe nicht, wenn man keinen Blick für das Motiv habe. *Das Wichtigste für mich war, meinen Blick feinzuschleifen*, der *reduziert auf das Maximum*, wie andere sagten, früh zu erkennen war.
Prägend für ihn dürften die 1980er und 1990er Jahre gewesen sein, in denen er hauptsächlich für Magazine wie Harper's Bazaar, Rolling Stone, Vanity Fair und Vogue arbeitete.
Mehr über den Künstler findet der geneigte Betrachter dieses beeindruckenden Porträtbandes im Editorial, geschrieben von dem Stern-Artdirector Donald Schneider und der den Aufnahmen weiter vorangestellten Biografie, verfasst von Jochen Siemens. Die Textteile sind zweisprachig, deutsch und englisch.

Die vorliegende Bildserie hat nichts mit seinen *Modestrecken* zu tun, sondern hier liegt der Schwerpunkt auf Herb Ritts ungewöhnlichen Porträts von Persönlichkeiten wie Kofi Annan, dem Dalai Lama, Cindy Crawford, Madonna, Sir Elton John, Jack Nicholson, Elizabeth Taylor und vielen anderen mehr, die aufgrund ihrer Jugend oder der außergewöhnlichen Perspektive der Aufnahmen oft erst auf den zweiten Blick zu erkennen sind.
Die herrlichen Porträts, überwiegend im Format 26 x 36, beeindrucken nicht nur jeden Freund der Schwarz-Weiß-Fotografie, sondern auch jeden, der einen Blick für den Moment, die außergewöhnliche Gelegenheit hat. Die Aufnahmen lassen verstehen, dass 1996 das Museum of Fine Arts in Boston 230 seiner Arbeiten in einer Museumsausstellung präsentierte, die von einer Viertelmillion Menschen gesehen wurde.
Eine Bereicherung für jede Sammlung außergewöhnlicher Porträts, ebenso wie die Bildbände Herb Ritts. Retrospektive: Naomi by Roversi - Thirty Photographs (Schirmer art books on film, showbusiness & performing arts) und Eros jedes Fotoregal schmücken. HMcM


Backstage Mercedes-Benz Fashion Week Berlin
Backstage Mercedes-Benz Fashion Week Berlin
von Claudius Holzmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Menschen, nicht *nur* Models, 22. Februar 2010
Vielleicht fieberte zunächst nur die Modewelt der *Mercedes-Benz Fashion Week Berlin* vom 20.-23.1.2010 entgegen, mit der die Veranstalter zweimal im Jahr *Trends setzen* und *kreative Grenzen* verschieben wollen. Auch die *Designer für Tomorrow* erhalten dort eine unvergleichliche Möglichkeit, erstmals ihre Kollektionen im großen Rahmen zu präsentieren, dort wo neben etablierten Modedesignern und Make-up-Artisten bezaubernde Models dafür sorgen, dass aus einem Modeentwurf ein Gesamtkunstwerk werden kann.
Sogenannte Fashion-Victims (das Gegenteil von Modemuffeln), Topmodels, junge Frauen die durch stetige Medienpräsenz auffallen oder auffallen möchten und ein Teil der großen Welt der Modemacher haben längst einen neuen Treffpunkt gefunden, Berlin.
Natürlich gibt es die üblichen kritischen Stimmen, besonders laut von denen, die sich eventuell nicht genügend gewürdigt sahen, wie vielleicht Wolfgang Joop, der in der FAZ meinte: *Die Leute sind toll, die After-Show-Partys sind toll. Alles perfekt - bis auf die Mode!*

Selbst wenn das so zuträfe - was ich nicht beurteilen kann - spiegelt dieser faszinierende Bildband die sicherlich außergewöhnliche Atmosphäre auf dieser Modewoche wider, weil er Mode nicht einfach *abgelichtet* zeigt, sondern Einblick in die Dramatik hinter den Kulissen gewährt.
Dafür steht der Fotograf Claudius Holzmann, den man gerne auch mit Michael Schumacher vergleicht, weil beiden *Schnelligkeit, Präzision und ein Gespür für entscheidende Augenblicke* nachgesagt werden.
Es ist durchaus möglich, dass dieses Back-Stage-Model-Shooting dem Düsseldorfer Fotografen ganz besonders liegt, denn seine Aufnahmen sind von ganz außergewöhnlicher Präsenz, die mich als engagierten Hobbyfotografen schlichtweg vor Begeisterung erstaunen lässt.
Auch wenn dieser Profi Holzmann sicherlich von *Routine* sprechen würde, man sieht es seinen herrlichen Momentaufnahmen nicht an wenn es denn so sein sollte, zumal ein Shooting mit Models eine handfeste Herausforderung bleibt, mit der man Karrieren durchaus befördern kann. Das Gegenteil ist ebenso möglich.
So zeigen seine *Shots* ungewohnte Facetten der Persönlichkeit der Models, zeigen ein Ergebnis, das man aus den Klatschseiten der Hochglanzblätter nicht kennt. Bei aller Spontanität der Fotos, die hier in diesem Band dankenswerterweise großformatig zu sehen sind, spielt Retusche offenbar keine große Rolle. Die Abgelichteten dürfen auch kleine Schönheitsfehler haben, auch wenn man die wirklich suchen muss. Und genau das macht das Ergebnis so interessant und authentisch.

Claudius Holzmann (Jahrgang 1968) fotografiert Porträt und Fashion, aber auch Stills und Architektur und zählt somit auch als Werbefotograf zu den außergewöhnlichen Allroundern. Er sagt von sich und seiner Kunst in seiner bescheidenen Art und Weise: *Mich faszinieren die vielfältigen Möglichkeiten der Fotografie. Das spiegelt sich in meiner Arbeit wider.*
Was gibt es mehr dazu zu sagen?

Ein toller Bildband und alles andere als lediglich die Ablichtung von Models auf dem Laufsteg.
Diesen Fotoband empfehle ich gerne und nachdrücklich. HMcM


Der Baader-Meinhof-Komplex
Der Baader-Meinhof-Komplex
von Stefan Aust
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial - und natürlich ist alles bereits dazu gesagt, 15. Februar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (Taschenbuch)
Selten kam ein Journalist und Autor mit den Akteuren seines politischen Sachbuchs in einen so engen Kontakt, wie Stefan Aust. Denn er war - wenn auch nur zu einem relativ geringen Teil - selbst Gegenstand seines Plots. Er befreite 9/1970 auf eigene Initiative die Zwillingstöchter von Ulrike Meinhof (von der RAF nach Sizilien verschleppt) mit Hilfe des RAF-Aussteigers Peter Homann und führte sie deren Vater zu, der das Sorgerecht hatte. Dem aus Rachegelüsten gegen Aust durchgeführten Mordanschlag konnte er vorgewarnt entkommen.
Dieses großartige Sachbuch vermittelt, wie kein Zweites, Einblick in ein von Vielen verdrängtes Thema der deutschen Nachkriegsgeschichte. Immer wieder geäußerte Vorwürfe, das Buch bewege sich auf einem schmalen Grat zwischen Sachbuch und Räuberpistole, erscheinen mir oberflächlich, denn wer es aufmerksam liest, erkennt, dass der Sachverhalt eben eine nahezu unglaubliche Räuberpistole ist.
Mir liegt eine Ausgabe der 2008 erschienenen Neuauflage vor, die kurz vor dem Start des Eichinger Films DER BAADER MEINHOF KOMPLEX erschien, und ich gebe zu, ich habe selten ein so detailgetreu recherchiertes Sachbuch zu einem politischen Thema gelesen wie dieses. Zu Recht darf man es als DAS STANDARDWERK zur frühen RAF bezeichnen, denn - und davon wird der mit Sicherheit schnell interessierte und gefesselte Leser ausgehen - dieser hartnäckige Rechercheur hatte und hat unvergleichliche Möglichkeiten, eben durch seine frühen Kontakte zur Szene (bereits 1967 hatte er in der Redaktion des linken Magazins KONKRET die damalige Kolumnistin Ulrike Meinhof kennengelernt), die jedem Anderen verschlossen bleiben mussten.
*Der Angriff kam aus dem Innersten der Gesellschaft, von den eigenen Kindern*, sagte Aust und lässt seine Philosophie bei Aufbau des Buches und Bearbeitung des Themas erkennen, wenn er in seinem Vorwort unter anderem schreibt: *Dieses Buch sollte und soll keine Anklageschrift sein und nicht das Plädoyer eines Verteidigers. Es ist auch kein Urteil, weder in juristischer noch in moralischer Hinsicht. Es soll ein Protokoll sein, eine Chronik der Ereignisse ... *

Das ist ein Teil der Geschichte, die wir *68er* hautnah in Frankfurt mitverfolgten und mehr oder weniger auch miterlebten. Der Teil, in der eine kleine Gruppe dilettantisch agierender Linksradikaler ihr Konzept der *Stadtguerilla* auch durch ihre anfangs ebenso dilettantische Bekämpfung propagieren konnten. Erst die überzogene Aufmerksamkeit, die hektische Bekämpfung und letztlich die mit teilweise fragwürdigen Mitteln durchgeführte juristische Abarbeitung, ermöglichten die unheilvolle Entfaltung ihrer durchaus unausgereiften Thesen.
Ein MUSS für den politisch und gesellschaftlich interessierten Menschen in Deutschland.


Last Drinks
Last Drinks
von Andrew McGahan
  Taschenbuch

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein Hautgout schalen Weins, 14. Februar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Last Drinks (Taschenbuch)
Der Autor wählt die Form des Kriminalromans und behauptet, die flächendeckende Korruptionsgesellschaft des australischen Queensland und dessen Hauptstadt Brisbane um 1989 offenzulegen. *Ein sehr fesselnder politischer Thriller, der viel Tiefe zeigt ...*, beurteilt der NDR. *Hervorragend geschrieben und übersetzt!* lässt der Bayerische Rundfunk verlauten und der Sydney Morning Herald versteigt sich zu der Einschätzung *Ein politischer Thriller, zugleich eine Reise in die dunkelsten Winkel der Seele ...*.
Welches Buch haben die gelesen?, frage ich mich. Brisbane wird zwar als seinerzeit schlimme Gegend geoutet, in der Politiker, Bullen und die sonstigen Stützen von Politik und Wirtschaft alles Schurken und Gangster waren, die soffen und hurten ohne Sinn und Maß und es kommen auch eine Menge Schurken und ein grausiger Mord vor. Aber das war es denn auch. Denn das bleiben nur Nebenkriegsschauplätze.
Der Protagonist des Romans, George Verney, hat sich in ein Kaff namens Highwood, irgendwo in den Outbacks, verzogen, hurt und säuft seit 10 Jahren nicht mehr, als er eine Leiche (seinen Freund Charlie) identifizieren soll. Die wurde in eben der zuvor angedeuteten Mordszenerie aufgefunden.
Verney macht sich - um selbst Klarheit zu finden - auf eine Reise, zurück in die Vergangenheit. Er fährt nach Brisbane und durchlebt nocheinmal in ausschweifenden Erinnerungen die Zeit *vor dem großen Korruptionsprozess*, um herauszufinden, wer ein Interesse am Tod des Freundes hätte haben können.
Vor Selbstmitleid triefend erinnert er sich an die ausufernden Trinkgelage, die riskanten Geschäfte seiner Clique, seiner heimlichen Liebe zu Maybellene, Charlies Frau.
*Suff und Politik* werden dabei ganz groß und ausufernd beschrieben. Und das in einer Weise, dass der Leser das Ende gar nicht mehr wissen möchte, zumal der Faktor *Thrill* zur Bedeutungslosigkeit verkümmert.
Wen interessiert, was exzessiver Alkoholgenuss alles anrichten kann oder wenn Hemmungslosigkeit zum Maßstab öffentlicher Institutionen verkommt und nur die im Hintergrund agierenden Figuren mit leichten Blessuren davonkommen, der mag diesen Roman genießen.

Ebenso wie George Verney am Ende erkennen muss, dass er lediglich die Zeit als Narr überstand, wird der Krimifreund feststellen: Auch er wurde an der Nase herumgeführt. Erfahren hat er allerdings eine Menge über Drinks, Suff, und Saufereien in ebenso erschöpfenden, wie ermüdenden Zwiesprachen des Protagonisten mit ehemaligen Saufkumpels.

Langatmig, weitschweifend, ermüdend, zähflüssig, denn es passiert praktisch nichts. Stillstand ist Programm, und selbst ein geduldiger Leser wie ich, konnte am Ende nur noch gelangweilt abnicken, dass Korruption von Übel ist. Wer bei rororo diesen Krampf protegierte, vielleicht zu Lasten eines guten Schreibers, hat am Ende selbst zu viel Interesse am Alkohol, wie dieser stocksaure Rezensent recht unwillig vermutet. HMcM


Roter Tod
Roter Tod
von Walter Mosley
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die dramatische Welt des Schwarzen USA der 50er, 14. Februar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Roter Tod (Taschenbuch)
Wenn der Protagonist *Ezekiel Porterhouse Rawlins* heißt, in Texas am *3.11.1920* (somit Sternzeichen Skorpion) geboren wurde und Anfang der 50er Jahre im Schwarzen Los Angeles lebt, *Easy* gerufen wird und bei *fast einsfünfundachtzig* 82 kg wiegt (*... außer an Weihnachten. Da wieg ich fünfundachtzig.*), sind bereits diese Fakten Programm.
In der Welt der LA-Romane, auch nicht im Bereich des *Roman Noir* spielten zu diesen Zeiten Latinos, Asiaten und Schwarze keine Rolle, schon gar nicht ein schwarzer Privatschnüffler.
Und genau hier hakt der außergewöhnliche Autor (Sohn eines Schwarzen und einer Jüdin, geboren in Los Angeles) ein. Er ruft *Easy* ins Leben und bringt eine einzigartige Serie zu Papier, die mit *Teufel in Blau* beginnt und mit Blonde Faith endet, mittlerweile auf elf Bände angewachsen, die zwischen 1990 und 2010 überwiegend auch in Deutsch erschienen. Easy Rawlins ist ein grenzwertiger Typ, der sich mit windigen Geschäften ein kleines Vermögen anhäufte, zu dem er sich offiziell nicht bekennen mag und lieber klammheimlich in Backsteinen anlegte. Von den Mieten kann er gut, wenngleich nicht ganz unauffällig leben, denn plötzlich taucht ein außergewöhnlich hartnäckiger Steuerfahnder auf, der alle Register zieht, um ihn in Bredouille zu bringen. Die kleine, fast heile Welt des schwarzen, sympathischen Windhunds ist bedroht. Dass ein weißer FBI-Beamter gleichzeitig seine Hilfe benötigt und ihn schützt, ist einer der Momente, die diesen Easy-Plot so speziell machen, denn genau das war zu dieser Zeit eher außergewöhnlich als normal. Der Zweite Weltkrieg, an dem Easy in Europa teilnahm und in dem er gegen die Nazis kämpfte, sogar mit seinem Truppenteil ein Konzentrationslager befreite, erweiterte seine Erfahrung mit Weißen in ganz spezifischer Sicht.
Wenn es einmal eng wird für ihn, weiß Easy, dass sein Jugendfreund Raymond *Mouse* Alexander zur Stelle sein wird, der zwar ein bösartiger, rücksichtsloser Killer, aber trotzdem der beste Freund des Helden ist, denn Mosley romantisiert nicht! Er lässt das Leben realistisch toben.
In diesem Roman hat es Easy ganz schnell nicht nur mit Steuerproblemen, sondern auch mit einem undurchsichtigen Mordfall zu tun, und erst ganz zum Schluss erfährt er, weshalb er in all diesem Wust von Gewalt, Rassismus und Korruption überhaupt eine Rolle spielte.
Wer Jazz und Blues liebt, wird auch Mosleys Romane mögen, die ich nachhaltig empfehle. HMcM


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