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Beiträge von Sebastian Prignitz
Top-Rezensenten Rang: 2.318
Hilfreiche Bewertungen: 1080
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Rezensionen verfasst von Sebastian Prignitz "prignitz-berlin"
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11 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Der Heilige Harry liest..., 30. Dezember 2006
Generationen von Theologen versuchten anstößige Stellen der Bibel ins Gleichnishafte zu verklären. Die vorliegende Sammlung der "schweinischsten Stellen" aus dem Alten Testament zeigt, dass selbst in der 1912 vom Deutschen Evangelischen Kirchenausschuss genehmigten Fassung der Lutherübersetzung, die der CD zugrunde liegt, der Text seine erotische Wucht behält. Wer könnte diese Sammlung besser, in tieferer Überzeugung :o) und mehr Spaß lesen als Harry Rowohlt? Der Hamburger Übersetzer und Kolumnist, der nach eigener Auskunft von den 5 Euro lebt, die er für die Beantwortung der Frage verlangt, ob er was mit dem Rowohlt Verlag zu tun habe, verleiht den biblischen Figuren Eigenleben: Meine Lieblingsstelle ist seine Interpretation der Schlange im Garten Eden, aber das sollte schon jeder selber hören!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Enttäuschend, 27. Dezember 2006
Thieles Buch über die sieben Weltwunder handelt die kanonischen Wunder in einzelnen Kapiteln ab. Diese sind so aufgebaut, dass immer zunächst die historischen Umstände der Entstehungszeit, dann das Aussehen und die Rekonstruktion des Werkes, schließlich die Umstände seiner Zerstörung geschildert werden. Als ich den Band gekauft hatte, hoffte ich auf eine kompetente Betrachtung zur jeweiligen Entstehungszeit und auf eine Präsentation und Besprechung der - durchaus vorhandenen - Reste der Weltwunder. Ich wurde enttäuscht: Bis auf die Pyramiden findet sich nicht ein einziges Photo der Überreste wie z.B. des Frieses des Maussoleions von Halikarnass. Sehr bemerkbar macht sich auch das Fehlen einer Karte mit Angaben zur Lage aller Weltwunder. Dazu kommen fachliche Mängel. Mit sich selbst uneins scheint Thiele beispielsweise, wann denn nun der chryselephantine Zeus von Olympia aufgestellt wurde, ob im Jahre "433" oder "nach der Fertigstellung des Tempelinneren 430 v. Chr.". In der Tat ist das Datum kaum aufs Jahr genau festzulegen, allerdings sollte man in diesem Fall auch kein Wissen vortäuschen, wo keins vorhanden ist und auch keins vorhanden sein kann - zumindest aber sollte man sich nicht selber im Text widersprechen. Auch sprachlich kann der Band nicht überzeugen, so erweckt der ständige Gebrauch einfacher, kurzer Sätze den Eindruck, der Text sei für schlichte Gemüter geschrieben. Dazu kommen orthographische Ausrutscher wie "das (!) Fries". Schließlich wird nicht einmal eine Bibliographie der Primärquellen geliefert. Nie gibt Thiele im einzelnen die wissenschaftliche Literatur an, in den seltensten Fällen die antiken Quellen, die er zitiert. Wenn man schon ein Buch ausschließlich aus anderen Büchern zusammenschreibt, dann sollte man doch wenigstens angeben, wo man abgeschrieben hat, damit der Leser die Informationen anhand der Sekundärliteratur überprüfen kann. Das aber ist hier nicht möglich. Fazit: Ein Buch, das an keiner Stelle über das Bekannte hinausgeht und wegen der vielen Fehler nicht einmal recht als Einstieg taugt. Es kann keinesfalls das gleichnamige Buch von Werner Ekschmitt (Zabern 1996) ersetzen oder auch nur ergänzen. Warum also noch zwei Sterne vergeben? Weil die schlechteste Bewertung immer noch Leuten wie Däniken vorbehalten ist, und vor abstrusen Theorien hütet sich Thiele zum Glück. Die Kapitel zu Babylon (neben den Hängenden Gärten werden hier immerhin noch die Mauern von Babylon als weiteres Weltwunder außer den kanonischen sieben erwähnt) und zum Koloss von Rhodos sind auch etwas besser als das restliche Buch. Und noch etwas Gutes: Der Preis von nur 5 Euro ist erfreulich niedrig.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Harry ist Kult!, 23. Dezember 2006
Wer wie ich Harry Rowohlt schon auf einer Lesung erlebt hat, dem muss diese CD eigentlich gar nicht eigens empfohlen werden, weil er weiß, was ihn erwartet. Allen anderen kann diese Sammlung nur wärmstens ans Herz gelegt werden. Die CD enthält 5 Weihnachtsgeschichten bzw. -betrachtungen von Kingsley Amis, Dan Kavanagh, David Lodge, Flann O'Brien und John Updike, die Harry Rowohlt in meisterhafter Weise vorträgt. Durch die Wandlungsfähigkeit seiner Stimme gelingt es ihm spielend, alle Charaktere ganz alleine zu verkörpern und sie für den Zuhörer lebendig werden zu lassen. Die Geschichten sind allesamt erfrischend bissig und satirisch, mein persönlicher Favorit ist Dan Kavanaghs "50 Pfennig-Weihnachtsmann". Zum Erlebnis wird das Zuhören, weil man merkt, wie Harry Rowohlt sich selber für die Texte begeistert und sich diese Begeisterung auf den Hörer überträgt. Bei uns hat die ganze Familie gelacht und Freude an der CD gehabt: Also - Kaufen, Bruder!
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Jesus
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von Jürgen Roloff Taschenbuch |
| Preis: EUR 8,95 |
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38 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Literaturhistorische Arbeit, sehr zu empfehlen!, 21. Dezember 2006
Eines gleich am Anfang: Dieses Büchlein über Jesus befasst sich rein mit der historischen Figur, die Kernfigur des Neues Testaments wurde. Abwegige Theorien, es habe einen historischen Jesus nie gegeben, weist Roloff völlig zu Recht mit dem kurzen, aber treffenden Verweis auf Jesu Erwähnung bei den römischen Historikern Sueton und Tacitus zurück. Der Band ist in sinnvoller Weise aufgebaut: Auf eine Beschreibung der jüdischen, christlichen und römischen Quellen folgt eine Einordnung in das historische Umfeld. Roloff hebt hier das zeitgenössische Lebensumfeld Jesu in der jüdischen Gemeinde Palästinas besonders hervor. Immer interpretiert und beschreibt Roloff die Quellen in streng wissenschaftlichem Vorgehen unter den Voraussetzungen des 1. vorchristlichen und des 1. nachchristlichen Jahrhunderts; spätere Intentionen und Prägungen des Textverständnisses werden durchweg nur am Rande erwähnt. Zwei Beispiele: Die im Lukasevangelium geschilderte Geburtsgeschichte, die zum Kernbestand weihnachtlichen Brauchtums zählt, wird als mit der Schilderung des Matthäus unvereinbar und "in ihren erzählerischen Details unwahrscheinlich" bezeichnet - Roloff geht es nicht um Glauben oder Nichtglauben, sondern allein um einen möglichen historischen Kern. Was die jungfräuliche Geburt angeht, so verweist er auf das Matthäusevangelium, das Jesus als Sohn Davids und Abrahams vorstellt und damit auf eine leibliche Abstammung von Josef ziele; diese Schilderung müsse damit auf älterer Tradition fußen. Tatsächlich verortet er die Idee einer jungfräulichen Geburt in alttestamentlichen Vorstellungen des Messias, ja sogar im antik-heidnischen Heroenkult: Für griechisch-römische Heroen wird ja tatsächlich typischerweise von der Vaterschaft eines Gottes berichtet. Es ist deutlich: Mit Mitteln der Literaturkritik und unter Berücksichtigung des historischen Umfelds versucht Roloff in angemessener Weise den historischen Jesus darzustellen, ihn sozusagen aus der intentional überformten Überlieferung der frühchristlichen Gemeinden herauszuschälen, in deren Umfeld die Evangelien entstanden sind. Abschluss des Bandes ist eine Betrachtung zu modernen Jesusbildern. Roloff zeigt teils bewusste Verfälschungen der historischen Figur auf, die sich als an modernen Bedürfnissen und Wünschen ausgerichtet erweisen. Er schließt mit der Bemerkung, dass diese Darstellungen seit dem 18. Jahrhundert in erstaunlicher Konstanz mit immer denselben Stereotypen arbeiten. Dieses Kapitel ist, gerade im Lichte jüngerer und jüngster Jesusbilder in den Medien, ein passender Abschluss eines Buches, da gut geschrieben ist und eigentlich keine Wünsche offen lässt.
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4.0 von 5 Sternen
Systematischer Überblick, 18. Dezember 2006
Ulrich Manthes Buch ist nicht nur für Juristen, sondern auch für Altertumswissenschaftler geeignet, die sich über das römische Recht kundig machen wollen. Der Band behandelt vor allem das Privatrecht, da das heutige Privatrecht noch am stärksten im römischen Vorbild wurzelt. Der Autor geht chronologisch vom archaischen Recht vor den 12 Tafeln aus, das nicht direkt überliefert ist, sondern aus der späteren Entwicklung erschlossen werden muss. Das zweite Kapitel handelt das Recht der 12 Tafeln ab, schließlich geht es in weiteren Abschnitten um das hellenistische, kaiserzeitliche und justinianische Recht. Die Beschreibung der Rechtsvorschriften, die Argumentation bei der Erschließlung der ältesten Rechtsstufen, die Übersetzungen der lateinischen Texte - all dies legt Manthe in klarer, auch für Nichtjuristen (wie den Rezensenten) verständlicher Form vor. Manchmal ist die Abhandlung etwas theoretisch und trocken, insgesamt aber erhellend und ein guter, verständlich geschriebener Einstieg.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Gelungene Fortsetzung, 18. Dezember 2006
Peter David macht erneut die Beziehung zwischen Riker und Deanna zum Thema eines Buches. Diesmal wird - der letzten TNG-Staffel entsprechend - auch Trois Verhältnis zu Worf einbezogen. Der zweite Handlungsstrang dreht sich um eine Intrige der Romulanerin Sela und Tom Riker, der von ihr... aber es soll nicht alles verraten werden. Die Haupthandlung spielt unmittelbar im Anschluss an "Treffen der Generationen", und zwar zunächst an Bord der Farragut, die Picard und Riker von der zerstörten Enterprise D hochgebeamt hat. Der Roman setzt wirklich direkt nach dem Ausblenden der letzten Filmszene ein, Verbindungen werden allerdings bis ans Ende der 6. DS9-Staffel gezogen und (im Nachhinein) auch zum Film "Der Aufstand" (das Buch erschien in den USA kurz vor dem Film). David spricht in seinem Buch vieles aus, was sich der Kinobesucher auch gedacht haben mag, zum Beispiel dass Worf und Troi nicht wirklich zusammen passen. Dieser Vorteil ist zugleich ein großer Mangel: Weil die Beziehung wegen der späteren Geschichte scheitern muss, wird Worf und Deanna von allen Figuren so penetrant von einer Heirat abgeraten (sogar von Gowron) bzw. Riker seine Liebe zu Troi eingeredet (selbst von Picard!), dass man es am Ende nicht mehr hören kann. Die Geschichte ist jedoch im Ganzen sehr kurzweilig geschrieben, und man sieht die Figuren beim Lesen vor sich: Dieser Roman hätte es wirklich verdient gehabt, verfilmt zu werden. Als Leser sollte man einige Vorkenntnisse haben, da hier Nebencharaktere wie Lwaxana, Sela, Tom Riker und Admiral (ja, inzwischen Admiral!) Jellico auftreten und zahlreiche offene Fragen beantwortet werden. Insbesondere für das Verständnis wichtig sind die TNG-Episode "Riker: 2=?" und "Defiant" (DS9 3. Staffel). Besonders die Zeichnung des Tom Riker beweist, welches Potential diese Figur nach ihrem letzten Auftreten in DS9 gehabt hätte - leider hören wir im Fernsehen nie mehr von ihm. Denkt man an den folgenden Kinofilm "Der Aufstand", in dem die Beziehung zwischen Riker und Deanna wieder aufgenommen wird, hat David wirklich großes Glück gehabt, dass sein Buch im Nachhinein wirkt, als habe es diesen Aspekt des Films vorbereitet und damit perfekt zur kanonischen Geschichte der TNG passt - oder sollte es gar kein Zufall sein, haben die Macher des Filmes vielleicht wirklich an diesen Roman gedacht??
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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Feinsinnig geschriebene Biographie, 30. November 2006
Wolfgang Schullers Kleopatrabiographie hebt sich wohltuend von vielen anderen Werken ab durch den historisch-kritischen Blick auf die Überlieferung, zugleich ist sie doch in unterhaltsamer Weise und gutem Stil flüssig geschrieben. Die Biographie ist in drei große Abschnitte unterteilt, deren erster ("Grundlagen") das Fundament errichtet, auf welchem der Verfasser dann seine Darstellung aufbaut. Die ägyptische Vergangenheit, die ptolemäische Dynastie sowie Kleopatras Vater Ptolemaios XII werden hier behandelt. Der zweite Abschnitt ("Kleopatras Leben") handelt die Regierungszeit der Königin chronologisch ab, während im dritten ("Ergebnisse") ihre Herrschaft unter einer Reihe wichtiger Gesichtspunkte beurteilt wird. Die ansprechendsten Teile sind dabei Schullers Überlegungen zur "Königin in drei Kulturen" und zum konkreten Handeln der Herrscherin im Regierungsalltag. Die Betrachtungen des letztgenannten Kapitels werden mit einer Reihe Papyri belegt - eine angemessene Berücksichtigung dieser wertvollen zeitgenössischen Quellen. Positiv fällt zudem ins Gewicht, dass im Anhang ein reicher bibliographischer Apparat und Anmerkungen zu jedem Kapitel geboten werden, so dass der Interessierte jeden Einzelpunkt weiter verfolgen kann. Letztlich läuft die Darstellung darauf hinaus, Kleopatras Handeln als Konsequenz ihrer Herkunft und ihrer naturgemäßen Rolle einer hellenistischen Herrscherin aufzufassen. Viele befremdliche Züge ihres östlich geprägten Auftretens und Handelns, die nach dem Sieg des Augustus in der römischen Historiographie und Dichtung entsprechend verurteilt worden sind, werden dadurch verständlich. Das Werk ist jedoch nicht geschrieben, um Kleopatra und Antonius zu entschuldigen. Es gehört eher zum guten Handwerkszeug des Historikers, die augusteische Propaganda gegen seine Gegner quellenkritisch zu lesen. Nein - wenn man denn etwas an diesem Buch bemängeln will, dann eher die recht kritiklose Übernahme der von Bernard Andreae befürworteten Gleichsetzung der Venus vom Esquilin mit Kleopatra. Insgesamt ist Schullers Buch für Fachleute wie für alle Geschichtsinteressierten in gleicher Weise zu empfehlen. Die größten Vorzüge liegen im angenehmen, nie zu trockenen Stil und in der gleichwohl wissenschaftlich sauberen Präzision.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Unterhaltsam, genügt aber wissenschaftlichem Anspruch nicht, 19. November 2006
Caligula, Nero, Elagabal - diese Trias der verderbtesten unter den "bösen Kaisern" Roms steht im Zentrum der Abhandlung Kissels. Caligula soll die Senatoren gefoppt, sogar gequält haben und schließlich sein Pferd Incitatus zum Konsul gemacht haben. Das Bild vom Künstlerkaiser Nero, der das brennende Rom besingt, ist seit "Quo Vadis" (1961) fast jedem geläufig. Schließlich Elagabal, der verweichlichte orientalische Priester auf dem Thron. Das Buch setzt sich das Ziel, das "Klischee vom Caesarenwahnsinn, von Sex and Crime im Alten Rom" (Klappentext) kritisch zu überprüfen und die Überlieferung auf ihren Realitätsgehalt zu untersuchen. Dem wird der Text jedoch nur selten gerecht, stattdessen beschränkt sich der Verfasser darauf, die antiken Anekdoten - in zugegebenermaßen ganz unterhaltsamer Form - nachzuerzählen. Wirkliche Überlegungen zu deren Glaubwürdigkeit erscheinen nur am Rande, und wenn, dann häufig in widersprüchlichen Bewertungen. Vor allem störend ist die unsägliche Flapsigkeit im Ausdruck. Vom "Egotrip des weiblichen Alpha-Tieres" über die "Wellness-Anlage" Kaiser Trajans bis hin zu Autoren, die "eins drauf setzen" reicht die Palette, Sueton endlich wird als "antike[r] Enthüllungsjournalist" bezeichnet. Kurzum: Ein verbaler Lapsus jagt den nächsten, der Verfasser ist nie auf der Höhe wissenschaftlicher Formulierung. Die peinlichste Unzulänglichkeit sind Münzen, die als "Tageszeitungen der Antike" bezeichnet werden. Zudem ist der Text gespickt mit Druckfehlern, z.B. "Phaethon" statt richtig Phaeton. Erstaunlich, dass das Manuskript in dieser Form den Verlag Artemis und Winkler verlassen konnte. Fazit: Wer Unterhaltsames zu den berüchtigten Kaisern sucht, das fundierter ist als die schrecklichen "Historischen Romane", ist mit diesem schnell und flüssig zu lesenden Band bestens bedient. Wer - wie der Rezensent - eine wissenschaftliche Untersuchung lesen will, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Wegen des immerhin erfüllten Unterhaltungswertes zwei Sterne.
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Literaturhistorische Arbeit zu Mose, 7. November 2006
In diesem Buch geht es um den historischen Mose und sein Bild in späteren Jahrhunderten, das aus der Rezeption des Pentateuch hervorging. Auf eine Orientierung zur Moseerzählung im Alten Testament folgen Abschnitte zur Suche nach dem historischen Mose und zu der Bedeutung dieser Figur im 7., 6. und 5.-4. vorchristlichen Jahrhundert. Otto versucht dabei aus dem Aufbau des Alten Testaments herauszufinden, welche Teile des Pentateuchs wann und unter welchen politischen Interessen der Zeit zwischen ca. 800 und 300 v. Chr. entstanden sein könnten. Es folgen Ausführungen zur hellenistisch-römischen Zeit und zum Mittelalter. Ottos literaturhistorischer Ansatz berücksichtigt die Interessen, die sich zu verschiedenen Zeiten mit Mose und der Deutung dieser Figur verbunden haben. Nicht zuletzt wurde der identitätsstiftende Charakter des Mose als Mittler zu Gott, Prophet und Kulturbringer zu allen Zeiten im Judentum hoch gewertet. Gerahmt werden die Ausführungen von Abschnitten zur künstlerischen (Michelangelo) und literarischen (Sigmund Freud, Thomas Mann) Adaption Moses in der Neuzeit. Besonders positiv fällt ins Gewicht, dass der Verfasser sogar Gelegenheit hat, die neueren Thesen von Jan Assmann ("Moses der Ägypter") zu diskutieren. Das Büchlein geht damit weit über ein Nacherzählen des Alten Testaments hinaus. Es legt knapp aber gründlich den momentanen Stand der Forschung zur Entstehung des Pentateuch sowie seine Rezeption bis in die jüngste Vergangenheit dar - eine Geschichte, die sich mit dem Namen Mose verbindet.
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23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Einführendes Werk zu den römischen Reichgrenzen in Deutschland, 21. Oktober 2006
Egon Schallmayer legt ein Büchlein vor, das trotz seiner nur 130 Seiten ein gutes Grundlagenwerk über den Limes und damit über die Geschichte der Römer in Deutschland generell darstellt. Einleitend wird die Geschichte der römischen Reichgrenzen in einem Abriss dargelegt, wobei der Autor mit besonderem Nachdruck auf den Defensivcharakter der militärischen Grenzziehung zwischen römischem Reich und den Barabren jenseits des Limes verweist. Durch Zementierung des "Grenzweges" (limes) legte sich das Reich auf das Ende seiner Expansion und auf die Verteidigung des Erreichten fest. Nachfolgend wird die Militärgeschichte des Limes unter den verschiedenen Kaisern dargelegt, bevor stärker archäologisch ausgerichtete Kapitel zu Ausbauphasen und Anlagen folgen. Naturgemäß liegt der Schwerpunkt der Ausführungen auf den Teilen des Limes, die im heutigen Deutschland lagen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Darstellung der Truppen und der Truppenlager am Limes sowie des Hinterlandes der Anlage. Abgerundet wird der Band durch ein Kapitel zur Forschungsgeschichte, das seltsamerweise im ersten Drittel des Buches und nicht an dessen Ende erscheint. Die Darstellung wird aufgewertet durch Karten und Graphiken, auf denen die meisten im Text genannten Orte erscheinen und die damit dem topographisch weniger bewanderten Leser die Lektüre erleichtern. Zu bemängeln sind nur wenige Doppelungen und Lässlichkeiten. Als einführendes Werk, das gleichwohl auf weiterführende Literatur im Anhang verweist, ist es zu empfehlen.
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