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Rezensionen verfasst von
murphy68 "signals35" (Bielefeld)

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Criterion collection: The Exterminating Angel [US Import]
Criterion collection: The Exterminating Angel [US Import]
DVD ~ Silvia Pinal
Wird angeboten von RAREWAVES USA
Preis: EUR 28,27

5.0 von 5 Sternen Der Würgeengel, 8. Juni 2016
Es ist ein vornehmes Dinner, zu dem sich Mitglieder der besten Gesellschaft in Frack und Abendkleid einfinden. Doch etwas Merkwürdiges passiert. Als sie die vornehmen Räume verlassen wollen, hält sie eine Art Willenslähmung zurück, obwohl die Türen offen stehen. Tage und Wochen kampieren sie so miteinander, und mit den äußeren Hüllen ihrer Vornehmheit fällt allmählich jede Hemmung des Anstands...
Ein surrealistisches Gleichnis für das Nichtfunktionieren einer bourgeoisen Gesellschaft. Als mehrere Personen auf unerklärliche Weise in einem Raum eingeschlossen sind, entwickelt sich bei abnehmendem Respekt gesellschaftlicher Konventionen und zunehmender Aggression ein ziemliches Chaos.
Bunuel hat sich immer gegen Interpretationen seiner skurrilen Einfälle gewehrt, man weiß oft nicht, ob er die Wahrheit sagte oder ob er nicht doch mit Absicht gewisse Symbolismen in seine Geschichten eingebaut hat.Der Würgeengel lädt nun aber wirklich zu Deutungen ein, die abstrus sein mögen, aber einer gewissen Faszination nicht entbehren. Die Schafe - von der Gastgeberin selbst in der Wohnung drapiert - sind die Arbeiterklasse, die von den gutbürgerlichen Eingeschlossenen buchstäblich aufgefressen wird als es ums Überleben geht so wie sie die unteren Klassen auch sonst ausbeuten und vertilgen. Der Bär als Verkörperung des Bolschewismus, des Kommunismus, die äußerste, nicht faßbare Bedrohung für die Bourgeoisie. Der Bär kann sich als einziges Wesen ungehindert durch das ganze Haus bewegen. Und die Schlußszene, als sich beim Gottesdienst der unheimliche Bann wiederholt und die wohlbetuchten Besucher die Kirche nicht verlassen können läßt offen, ob die herbeiströmende Schafherde, die sich auf das Portal zubewegt, wieder einmal - als unterdrückte Arbeiterklasse - die katholische Kirche erlösen kann, sprich: die Katholiken leben von ihren Schafen, von den Bauern, Arbeitern und Tagelöhnern, von den Armen, die ihr Seelenheil in der Kirche suchen, deren Reichtum ausgerechnet auf dem Rücken derjenigen erwirtschaftet wurde, die Barmherzigkeit und Hilfe suchen. Wie hier - in der langsam fortschreitenden Degeneration aufgrund einer unerklärlichen Gefangenschaft - die Masken der Reichen und Schönen fallen, ist meisterhaft und sehr erhellend geschildert. Bunuel wollte in einer Hinsicht ursprünglich noch weitergehen: der verstorbene Gast sollte eigentlich von den Eingeschlossenen verspeist werden, aber mit diesem radikalen Kannibalismus (der für die Handlung nur konsequent gewesen wäre) hätte Bunuel wohl große Probleme mit der Zensur bekommen. Abgefahrene Grundidee - großartig ausgeführt!
Schade, daß es offensichtlich noch keine deutsche DVD-Veröffentlichung gibt - Fans müssen auf eine erneute TV-Ausstrahlung (die meines Wissens ungekürzt mit deutschen Untertiteln lief) warten.


Der Tod kennt keine Wiederkehr
Der Tod kennt keine Wiederkehr
DVD ~ Elliott Gould
Wird angeboten von chaosrecords
Preis: EUR 18,99

5.0 von 5 Sternen Der Tod kennt keine Wiederkehr, 21. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Der Tod kennt keine Wiederkehr (DVD)
Robert Altman, der in vielen seiner Filme mit (verlogenen) amerikanischen Mythen und Legenden aufräumt, nimmt hier ironisch Bezug auf den Film Noir. Chandlers berühmter Privatdetektiv Philip Marlow – unvergessen in der Verkörperung von Humphrey Bogart – wird hier in die 70er Jahre versetzt und erscheint als anachronistische Figur, der einen 1949er Lincoln fährt, seine Anzüge im Stil der 40er trägt und einen Ehrenkodex von Loyalität und Freundschaft hat, der sich im dekadenten und luxuriös-korrupen Kalifornien der Gegenwart nicht mehr aufrechterhalten läßt. Elliott Gould spielt den Privatdetektiv als sensiblen Verlierer, der seine Verletzlichkeit nur durch (Selbst-)ironie kaschieren kann und sich durch ein Labyrinth von Intrigen und falschen Spuren kämpfen muß. Beim Kinostart ein krasser Mißerfolg, ist dieser satirische Abgesang auf den „private eye“ erst mit den Jahren höhergeschätzt worden und gilt heute mit Recht als einer von Altmans besten Filmen. Der Schluß ist ähnlich bitter wie in Roman Polanskis ein Jahr später entstandenem „Chinatown“ und allein die hervorragende Darstellung von Veteran Sterling Hayden als deutlich Hemingway nachempfundenem alkoholkranken Schriftsteller Roger Wade lohnt das Ansehen. Die Desorientiertheit der Hauptfigur wird auch durch eine raffinierte Kameraführung sowie durch sich oft überlappende Dialoge (ein beliebtes Stilmittel bei Robert Altman) ausgedrückt.


Buffalo Bill - Der weiße Indianer
Buffalo Bill - Der weiße Indianer
DVD ~ Joel McCrea
Wird angeboten von eifel-dvd-vhs
Preis: EUR 44,99

3.0 von 5 Sternen Buffalo Bill - der weiße Indianer, 21. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Buffalo Bill - Der weiße Indianer (DVD)
Unfaßbar eigentlich! Ein Jahr vorher drehte William A. Wellman mit Der Ritt zum Ox-Bow einen Ausnahmewestern, der nicht nur heute zu den Klassikern des Genres gehört, sondern einer der ersten kritischen, engagierten Western war, der sich mit Lynchjustiz und unverblümt mit dem auch in den USA existierendem Faschismus auseinandersetzte. Hat sich Wellman dann von reaktionären Kritikern einschüchtern lassen? Wie sonst ist es zu erklären, daß dieser Film, Buffalo Bill der weiße Indianer, zwar formal ein guter Western ist, aber genau die verlogene Legende des als Buffalo Bill weltberühmt gewordenen William Cody nacherzählt wie sie zu dessen Lebzeiten durch zahlreiche erfundene Heldentaten in Groschenromanen verbreitet wurde. Zu dem Dreh der Glorifizierung gehört dann auch, daß Buffalo Bills Rückzug ins Showgeschäft hier als sein sozialer Abstieg erscheint während die Erfindung seiner Wildwest-Show in Wirklichkeit sein sozialer Aufstieg und der Beginn einer der ersten erfolgreichen amerikanischen Showbusiness-Karrieren war. Buffalo Bill war weder ein Westernheld noch ein Indianerfreund. Wie er annähernd wirklich gewesen sein muß, schildert Robert Altmans auf wahren Begebenheiten und dem Bühnenstück Indians von Arthur Kopit beruhender Film Buffalo Bill und die Indianer (der bei den Berliner Filmfestspielen 1976 als erster Western den Goldenen Bären gewann). Im Mittelpunkt dieses Films steht eine von Codys größten Lügen: zum Mittelpunkt seiner Show macht er die Schlacht am Little Big Horn, in der Sioux und Cheyenne dem amerikanischen Militär unter General Custer die schwerste Niederlage beibrachten. Bei Buffalo Bill überlebt Custer und wird - natürlich - zum Helden. Ebenso wahr ist die Mitwirkung des berühmten Häuptlings Sitting Bull (damals in der Reservation und Teilnehmer und "mastermind" in dem Little Big Horn-Event), der seine Rolle in der Wildwestshow würdevoll spielte und Buffalo Bills Drehbuch ständig demontierte. Wer die alten Mythen und Legenden des wilden Westens liebt, sollte sich Wellmans Film ansehen, wer sich mit kritischer Wahrheitsfindung auseinandersetzen möchte, guckt besser Robert Altman!


Der Seewolf [2 DVDs]
Der Seewolf [2 DVDs]
DVD ~ Thomas Kretschmann
Wird angeboten von Movie-Star
Preis: EUR 12,08

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4.0 von 5 Sternen Der Seewolf Thomas Kretschmann, 2. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Seewolf [2 DVDs] (DVD)
Das war zu erwarten - diese Seewolf-Neuverfilmung polarisiert. Schon die Pro7-Erstausstrahlung blieb weit hinter den Zuschauer-Quoten-Erwartungen zurück, weil natürlich viele dachten, das kann nur ein schaler Aufguß des unübertrefflichen (?) ZDF-Vierteilers mit Raimund Harmstorf sein. Der exzellenten Kritik von Krypto kann ich nur in einem Punkt nicht beipflichten: Harmstorf hat in vielen Szenen des Vierteilers sein Intellekt und sein Wissen betont, es gibt genügend Dialoge zwischen ihm und van Weyden, wo "philosophiert" wird - ich kann nicht erkennen, daß Harmstorf nur als reiner Kraftmensch erscheint. In Jack Londons Roman kommt ebenso wie im Vierteiler zum Ausdruck, daß der Seewolf mit der "Erziehung" von van Weyden durchaus Erfolg hat, weil sich der Schöngeist auch in Londons Vorlage zu einem abgehärteten Mann entwickelt, der "lernt, auf eigenen Füßen zu stehen". Aber ohne Moral, ohne ein Gewissen und ohne Liebe gibt es keinen "Übermenschen", und hier bin ich bei Thomas Kretschmann, dem ich eine gute Leistung assistiere, er bringt mit seiner Art den Zynismus und die fascistiode eltsicht Wolf Larsens noch besser auf den Punkt als Harmstorf. Bilder, Kameraführung und Schnitt sind natürlich dem heutigen "Kino"-Zeitgeschmack angepaßt, was hat man erwartet? Ich fand das gesamte Ensemble überzeugend, die Story ist stringent und spannend erzählt, die Szenen an Bord der "Ghost" finde ich überzeugender als bei Harmstorf - und vielleicht ist es für viele, die den ZDF-Vierteiler so verinnerlicht haben, schwierig zu akzeptieren, daß diese Verfilmung viel näher am Original von Jack London dran ist. Nein, dieser Kretschmann ist alles andere als eine Fehlbesetzung - die gab es in der alten amerikanischen Verfilmung, wo der sonst von mir hochgeschätzte Edward G. Robinson genau das nicht verkörpern konnte, was man Harmstorf zuschreibt: einen Kraftmenschen.


Tinto Brass' Caligula - Aufstieg und Fall eines Tyrannen - Das Original (35th Anniversary Special 3-Disc Edition, Digipak mit Schuber u. Goldprägung + 40 seitiges Booklet) [DVD + Blu-ray]
Tinto Brass' Caligula - Aufstieg und Fall eines Tyrannen - Das Original (35th Anniversary Special 3-Disc Edition, Digipak mit Schuber u. Goldprägung + 40 seitiges Booklet) [DVD + Blu-ray]
DVD ~ Malcolm McDowell
Preis: EUR 17,99

2.0 von 5 Sternen Caligula, 22. Februar 2016
Vorab: ich spreche hier über die ungekürzte 156 Minuten-Version, die in illegalen Quellen zugänglich ist. Unabhängig von meiner Filmkritik stimme ich mit den Vorrezensenten überein, daß diese gekürzte Fassung und dieser 3 Disc-Set ein schamloser Betrug ist - unabhängig von der Qualität eines Films bin ich grundsätzlich der Meinung: ich will Filme UNGEKÜRZT, unverfälscht und ungeschnitten sehen. Auf die eigentliche Fälschung, die dem Film selbst innewohnt, komme ich gleich:
Ein noch heute unglaublicher Schund- und Skandalfilm, den man entweder widerlich oder kultig findet. Wer sich darüber wundert, daß sich Weltstars wie Malcolm McDowell, Peter O'Toole und Sir John Gielgud für dieses Machwerk hergaben, muß wissen: Regisseur Tinto Brass hatte ursprünglich vor, einen durchaus seriösen Film über die auch historisch belegten Ausschweifungen des dekadenten Kaisers Caligula zu drehen, eine Skizze des beginnenden Untergangs des römischen Weltreiches. Das ist im Ansatz auch noch zu erkennen. Doch dann kam Bob Guccione, nahm Brass Drehbuch und Schnitt aus der Hand, nahm etliche von Brass gedrehte Sequenzen wieder heraus und drehte zahlreiche Hardcore-Szenen (der Film ist eigentlich ein echter Porno) nach, so daß sich der Film auf eine fast dreistündige immerwährende Orgie aufblähte. O'Toole und Gielgud sollen sich ebenso wie Tinto Brass von dieser Fassung entsetzt distanziert haben, während man das Gefühl hat, Malcolm McDowell gibt ähnlich wie in Uhrwerk Orange dem Affen richtig Zucker und genießt seine Rolle. Und so ist dieses spekulative (spektakulär nur was die Ausstattung betrifft) Filmchen ein Unikum der Filmgeschichte: wann kann man schon einen Porno-Film im legendären Bahnhofskino mit drei Weltstars sehen? Nur daß mancher Sexfilm aufregender ist, dieses Monumental-Film-goes-hardcore-Werk ist nämlich ein unendlicher Langweiler. Nein, das ist kein gelungener Spagatschritt zwischen Historienfilm und Edelporno, das ist ein Schritt in den Abgrund eines von perversen Obsessionen besessenen Herausgebers eines Nacktmagazins, der den alten Regie-Kaiser Tinto Brass vom Thron stürzte um uns mit seiner dekadenten Regie zu tyrannisieren.


Die Abenteuer des Robin Hood [Special Edition] [2 DVDs]
Die Abenteuer des Robin Hood [Special Edition] [2 DVDs]
DVD ~ Errol Flynn

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Abenteuer des Robin Hood, 17. Februar 2016
Aus Bedenken der Produzenten entstand eine der großen Qualitäten des Films: William Keighley traute man die Action-Szenen nicht zu, und so drehte der erfahrene Michael Curtiz fast alle Außenaufnahmen, während sich Keighley auf die „intimeren“ Innenaufnahmen beschränkte. Daraus entstand die eigentümliche, aber sehr wirkungsvolle Mischung aus Spaß, Romantik und düsteren Sequenzen. Und gerade der (anarchische) Spaß fehlt den neueren ambitionierten Robin Hood-Verfilmungen, etwa mit Costner oder Crowe, diese Filme nehmen sich allzu ernst. Das schöne Technicolor-Verfahren, die hervorragenden Nebendarsteller und nicht zuletzt die lyrische Musik von Erich Maria Korngold tun ihr übriges, um auch mich davon zu überzeugen: das ist bis heute der beste Robin Hood mit Errol Flynn als idealstem Hauptdarsteller – und dem Glücksfall, daß sowohl Flynn als auch Basil Rathbone hervorragende Fechter waren und wegen ihrer sportlichen Qualitäten sowieso keine Doubles brauchten. Einer der großen zeitlosen Abenteuer-Klassiker Hollywoods, der noch heute gute Laune macht.


Dressed to Kill
Dressed to Kill
DVD ~ Sir Michael Caine

3.0 von 5 Sternen dressed to kill, 17. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Dressed to Kill (DVD)
Als De Palma noch bei Hitchcock klaute: der Verehrer des Großmeisters der Spannung nimmt wie auch schon in anderen eigenen Streifen wie Blow Out, Schwarzer Engel oder Der Tod kommt zweimal Motive aus Alfred Hitchcocks Klassikern und variiert sie zu einem teilweise kruden Genre-Mix aus Horror, Erotik-Thriller und Psychodrama. Hier verwurstet De Palma leicht erkennbar Das Fenster zum Hof, Vertigo und Psycho, auch Kameraeinstellungen und ganze Sequenzen äfft er nach. Die Katharsis des Verbrechens wird bei De Palma gesteigert: Aus der frustrierten Janet Leigh in Psycho, die sich mit ihrem Liebhaber nur zu schnellem Sex in der Mittagspause treffen kann, wird in Dressed To Kill eine sexuell frustrierte Frau in der midlife-crises mit animalischen Phantasien unter der Dusche, aus dem Teleobjektiv, mit dem James Stewart in Das Fenster zum Hof seine Nachbarschaft beobachtet, wird ein Video-Aufzeichnungsgerät mit allen technischen Finessen, mit dem der Sohn der ermordeten Angie Dickinson akribisch die Tatverdächtigen filmt, die Dr. Elliotts Praxis verlassen. Und aus dem schizophrenen mutterkomplexgeplagten Anthony Perkins in Psycho wird mit Michael Caine alias Dr. Elliott ein Transsexueller der Psychiater selbst als krankhafter Triebtäter. Und hier scheiden sich die Geister: während gewiefte Hitchcock-Kenner sicherlich ihren Spaß haben beim Wiedererkennen der Motive aus des "masters of suspense"-Filmen, bemängeln Kritiker, daß De Palma von den Mechanismen der subtilen Spannungserzeugung a la Hitchcock keine Ahnung hat, stattdessen auf grelle Effekte setzt und viel Blut und nackte Haut zeigt. Das ist auch durchaus unterhaltsam und dem Zeitgeschmack angepaßt, man mag sich auch fragen, ob Hitchcock in der heutigen Zeit - wo die Zensurschranken gefallen sind - ähnlich gedreht hätte. Ich glaube nicht, denn Hitchcocks subtile Art Geschichten zu erzählen, erzeugt ohne viel Gewalt und Action Spannung auf ganz andere Art und auf einem ganz anderen Niveau.De Palma hörte mit dem Ausplündern der Hitchcockschen Schatzkiste dann auch auf und bewies, daß er wirklich ein talentierter und eigenständiger Regisseur ist, etwa mit Die schwarze Dahlie, den ich für seinen besten Film halte.


Chinatown
Chinatown
DVD ~ Jack Nicholson
Preis: EUR 7,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Chinatown, 17. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Chinatown (DVD)
Die konsequente Fortführung des Film Noir läßt den Privatdetektiv (Gittes) am Ende als endgültigen Verlierer erscheinen, weil er nicht mehr gegen Gangster kämpft, sondern gegen eine Gewalt, die sich längst institutionalisiert hat und in einem Geflecht aus Macht und Korruption die wichtigen Positionen in Wirtschaft, Stadtämtern und Politik besetzt hat - und dadurch unantastbar geworden ist. Schon am Anfang des Films, als Jack Gittes zum ersten Mal das Anwesen der echten Mrs. Mulwray aufsucht, bekommen wir einen sarkastischen Hinweis auf den Mörder ihres Mannes: Am Tümpel im großen Garten unterhält sich Gittes mit dem chinesischen Gärtner: "bad for glass", sagt er und meint mit seinem ethnischen Sprachfehler, daß die Feuchtigkeit des Tümpels "schlecht für das Gras" sei. Die Doppeldeutigkeit erschließt sich dem Zuschauer und Gittes erst am Ende des Films: schon beim ersten Mal erblickt Gittes im Tümpel tatsächlich "glass", nämlich "glasses", die Brille des Täters. Erst am Ende des Films fischt er die Brille aus dem Wasser - und bleibt doch genauso blind wie der Zuschauer, der ebenso wie der Detektiv, aus dessen Perspektive die ganze Geschichte erzählt wird, die falschen Schlüsse zieht. Am Ende, als Gittes, die wahren Zusammenhänge erkennt, ist es zu spät.Polanski wehrte sich erfolgreich gegen ein zunächst von den Produzenten geplantes happy-end und treibt den Detektiv konsequent in die Katastrophe. Von all den "Wiederbelebungsversuchen" Hollywoods in den 70er Jahren, Krimis zu drehen, die sich an die "schwarze Serie" der 40er und 50er anlehnen, ist dies wahrscheinlich der gelungenste: atmosphärisch dicht, ungemein spannend, mit einer überraschenden Auflösung und ständigen falschen Fährten wird der Film auch zur "Stadtgeschichte" San Franciscos, und die Story um Landspekulation und Betrug beruht auf wahren Begebenheiten. Nicholson und Dunaway spielen fabelhaft, und der Gastauftritt von John Huston (der als Regisseur mit dem "Malteser Falken" den ersten Film Noir gedreht hatte) ist wahrhaft diabolisch.


Der Schwarze Falke
Der Schwarze Falke
DVD ~ John Wayne
Wird angeboten von tvhits
Preis: EUR 9,13

5.0 von 5 Sternen Der schwarze Falke, 17. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Der Schwarze Falke (DVD)
Auch wenn Ford erneut aus der Perspektive der weißen Siedler und Pioniere erzählt, ist dies sein erster Film, der sich kritisch mit der Landnahme und Zurückdrängung der indianischen Urbevölkerung auseinandersetzt. Der deutsche Verleih hat ganz recht, wenn er den Häuptling "Schwarzer Falke" (im Original "Scar" - Narbengesicht) im deutschen Film-Titel zur Hauptfigur macht, denn um ihn dreht sich die ganze Geschichte - und Ethan Edwards (John Wayne), der die Lebensweise der Indianer bis ins Detail kennt, ist sein alter ego, ein Seelenverwandter, auf seine Art genauso entwurzelt und heimatlos wie die rote Rasse, die immer weiter vernichtet und aus ihren eigenen Ländereien vertrieben wird. Deshalb kann Ethan Häuptling "Scar" auch nicht selbst töten, obwohl er dazu Gelegenheit hätte. Die brutale Eroberung des Landes, die Desillusioniertheit der Weißen, die große Opfer bringen müssen und das eindeutige Recht der Indianer, die töten müssen, um ihre Heimat zu verteidigen, sind nur selten vor diesem Film so eindringlich dargestellt worden. John Waynes Charakter, eigentlich ein reaktionärer Rassist, ist so ambivalent, weil er so komplett ist: verbittert, zynisch, zärtlich, sensibel, aggressiv... Und dann setzt Ford dem Film noch die Narrenkappe auf, denn der erfolgreichste "Sucher" von allen ist der alte Mose Harper, der mehrere Male - nachdem die Spur schon verloren schien - John Wayne wieder auf den rechten Weg bringt, ein "närrischer Weiser", der als Einziger zum Schluß bekommt, was er sich gewünscht hat: Ruhe und einen Schaukelstuhl. Ethan Edwards dagegen bleibt ein "Entwurzelter": zunächst hat er als Angehöriger der Konföderierten den Krieg verloren, dann seine moralische Integrität als er - mit offensichtlich geraubten Goldmünzen - mit einer Guerillatruppe weiterkämpfte, dann verliert er die von ihm geliebte Frau seines Bruders. Eine Szene ist bezeichnend: In der Prärie finden Ethan und ein Suchtrupp ein offenes Grab mit einem toten Komantschen. John Wayne schießt ihm die Augen aus und erklärt sein brutales Vorgehen mit einem uralten Indianerglauben: "Wenn man einem Indianer die Augen zerschießt, findet er nach dem Tod keinen Frieden und ist gezwungen zwischen den Winden zu wandern". John Wayne selbst wandert als Heimatloser "zwischen den Winden", er ist den Indianern, deren Gebräuche er studiert hat, seelenverwandter als den Weißen, doch weil er sich selbst für sein verpfuschtes Leben haßt, muß er auch die Indianer hassen. 14 Jahre später hat sich Arthur Penn in seinem berühmten "Little Big Man" dieses Themas der Entwurzelung in satirischer Form noch einmal angenommen. Doch während sich Ethan Edwards vom Leben und der Zivilisation abwendet, ist Dustin Hoffman in Penns Film genau das Gegenteil: ein Weißer, der versucht am Leben teilzuhaben, aber immer wieder gezwungen ist, eine neue Identität zu finden, weil er durch aberwitzige Zufälle und Abenteuer ständig zwischen der weißen und indianischen Kultur hin- und herpendelt.


Unternehmen Staatsgewalt
Unternehmen Staatsgewalt
DVD ~ Burt Lancaster
Wird angeboten von media_honey
Preis: EUR 24,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unternehmen Staatsgewalt, 17. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Unternehmen Staatsgewalt (DVD)
Seltsam, daß dieser sehenswerte Film offensichtlich längere Zeit in Vergessenheit geraten ist. Im Gegensatz zu Oliver Stones aufsehenerregendem Streifen entwickeln Miller und Drehbuchautor Dalton Trumbo die Theorie, daß Kennedy von einer Gruppe einflußreicher Großindustrieller, Wirtschaftsmagnaten, Waffenhändler und (Ex-)Militärs umgebracht wurde - diese sahen nicht nur handfeste wirtschaftliche Interessen gefährdet, sondern entpuppen sich auch als Rassisten,die gegen Martin Luther Kings Bürgerrechtsbewegung Front machen und keine Emanzipation von Schwarzen, Juden oder anderen Emigranten in den Staaten wollen. Im Gegensatz zu Oliver Stones emotionsgeladenen, hyperstilisierten (und oft hysterischem und polemischem) Film haben wir es hier mit einer angenehm nüchternen, rationalen und abgeklärten Schilderung einer möglichen Verschwörung zu tun. Abgebrühte und umsichtige Profis sind hier am Werk, die jedes Kalkül sorgfältig durchplanen. Die Theorien wie Lee Harvey Oswald benutzt und in eine Falle gelockt wird, decken sich in weiten Teilen mit Oliver Stones Ansichten. Alles erscheint in dieser Version logisch und denkbar. Und: noch bevor in der breiten Öffentlichkeit darüber diskutiert wurde, geht dieser Film 1973 schon wie selbstverständlich davon aus, daß Kennedy von drei Schützen (einem professionellen Team) ins Kreuzfeuer genommen wurde. Hervorragende Darsteller - besonders derjenige, der Oswald spielt - runden diesen spannenden Film ab, der immer wieder echte Wochenschau-Aufnahmen mit Auftritten und Aussagen Kennedys einblendet, die verständlich machen, warum so viele Interessengruppen ein Motiv hatten, den Präsidenten zu töten.Die Profis in diesem Film schaffen sich lückenlose Alibis, nur einem - Burt Lancaster - könnte man eine Verbindung zu den Attentätern nachweisen - und der stirbt kurz nach dem Mord in Dallas an Krebs...


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