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Beiträge von Hedwig
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Rezensionen verfasst von
Hedwig

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Holzbox, Aufbewahrungsbox, Holz-Schachtel, Linde unbehandelt
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Wird angeboten von MidaCreativ/ MidaStore
Preis: EUR 6,85

5.0 von 5 Sternen Super, 21. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr gut gearbeitet und nicht nur lieblos zusammen geleimt. Schöne glatte Oberfläche. Keine bzw. wenige Nacharbeiten erforderlich. Entspricht in vollem Umfang den Erwartungen. Klare Kaufempfehlung!


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Wird angeboten von AnkerDirect
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Gutes Kabel, gute Preise, 21. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Schnelle Lieferung, gute Verarbeitung. Im Gegensatz meiner alten Kabel, sitzen die Stecker stramm in der Buchse. Alles gut. Jetzt muss es nur noch durchhalten, aber da sehe ich keine Probleme.


Peculiar Life
Peculiar Life
Preis: EUR 6,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbare Scheibe, 25. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Peculiar Life (MP3-Download)
Genauso gut (fast jedenfalls) wie "Shelter Me". Schade, dass es von dieser Art Musik so wenig gibt und Richard Page nicht so bekannt ist hier.


Der geheimnisvolle Garten: Roman
Der geheimnisvolle Garten: Roman
von Annette Dutton
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Inhalt ist besser als die Verpackung, 3. August 2012
Natascha kommt durch puren Zufall bei der Auflösung des Haushalts ihrer gerade verstorbenen Mutter auf ein lange gut gehütetes Familiengeheimnis: halb verbrannte Briefe lassen den Rückschluß zu, dass sie offenbar großmütterlicherseits von Aborigines abstammen könnte, die unter der puren Willkür deutschstämmiger Altlutheraner entsetzlich zu leiden hatten. Nicht nur die Kinder der Aborigines, sondern vorrangig Kinder, die aus Mischbeziehungen hervorgingen, wurden einfach entführt und entweder zwangsmissioniert oder zur Adoption freigegeben. Ziel des Ganzen war, die Aborigines über kurz oder lang auszurotten. Natascha fährt nach Australien und recherchiert die Vergangenheit ihrer Großmutter. Wird sie das Geheimnis lüften können und selbst Trost und eine neue Heimat finden?

Der Roman ist wunderbar aus verschiedenen Perspektiven und in gelungenen Zeitrückblicken geschrieben, die mit der Recherche Nataschas in der heutigen Zeit wechseln. Es ist sehr spannend zu lesen, wie sich alles wirklich verhalten hat und welches Geheimnis Nataschas Großmutter tatsächlich über die Jahre hinaus bewahrte. Der Titel des Romans und das zugegebenermaßen hübsche Coverbild, das in ähnlicher Form allerdings mittlerweile auf -zig Romanen prangt und nicht sehr aussagekräftig ist, tut dem wirklich spannenden Roman allerdings keinen Gefallen, denn die Geschichte behandelt ein wirklich trauriges, dunkles Kapitel aus der australischen Geschichte. Um einen geheimnisvollen Garten geht es in dem Buch nur ganz kurz und einen Vergleich mit anderen Romanen braucht diese Schriftstellerin wirklich nicht scheuen. Die Geschichte ist stimmig geschrieben (selbst die offenbar obligatorisch vorkommende Liebesgeschichte bei Sommerromanen) und kann offenbar auch wirklich so passiert sein.

Also: nicht vom Titel und Coverbild abschrecken lassen. Das Buch ist gehaltvoller als es auf den ersten Blick wirkt und das ist gut so! Sehr lesenswert.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 8, 2012 8:22 PM MEST


Als die Steine noch Vögel waren. SZ Junge Bibliothek Band 28
Als die Steine noch Vögel waren. SZ Junge Bibliothek Band 28
von Marjaleena Lembcke
  Gebundene Ausgabe

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wann lerne ich endlich fliegen?, 18. Mai 2011
Das vorliegende Buch Als die Steine noch Vögel waren" ist Teil einer ganzen Serie von 6 Büchern, die die Autorin über ihre eigene Kindheit schrieb. Sie sind zwar inhaltlich zusammenhängend, können aber unabhängig voneinander ohne Vorkenntnisse über die anderen Bücher gelesen werden.
In diesem Roman geht es hauptsächlich um ihren behinderten Bruder Pekka, seine Wahrnehmung bzw. sein Verhalten gegenüber seiner Umwelt und umgekehrt das Wirken seines Verhaltens auf seine Umgebung.
Pekka ist, anders als seine übrigen Geschwister, durch Kaiserschnitt zur Welt gekommen und musste nach der Geburt verschiedene Operationen in einem Kinderkrankenhaus -- in Finnland Lastenlinna (Kinderschloss) genannt - wegen körperlicher Anomalien über sich ergehen lassen. Erst im Alter von zwei Jahren durften ihn seine Eltern zum ersten Mal zur Familie nach Hause holen, aber auch später muss sein Körperbau immer wieder durch Operationen nachkorrigiert werden, um ihm eine ausreichende Entwicklung zu ermöglichen. Dennoch unterscheidet er sich von anderen Kindern schon rein optisch und seine Mama nennt ihn liebevoll ihren kleinen Frosch.
Sein auffälligstes Verhalten für seine Mitmenschen ist allerdings sein stark gefühlsoffenes, vertrauensvolles Zugehen auf alles und jeden in seiner Umgebung. Pekka drückt es sogar selbst, als er endlich sprechen kann, so aus ... Zitat: Ich liebe...." Auch anderen Menschen gegenüber sagt er dies frei heraus, was den einen oder anderen doch etwas irritiert. Pekka ist es aber auch genauso wichtig, dass ihn alle lieb haben. Er ist durch seine Familie gewohnt, dass ihm niemand etwas Böses will und sein Urvertrauen so stark ausgeprägt wie das eines Kleinkindes.
Einige Vorkommnisse verdeutlichen noch seine innere Einstellung: Beim gemeinsamen Blaubeerpflücken zum Beispiel isst Pekka seine gesammelten Beeren gleich auf, hat aber, bei einer entsprechenden Rüge seitens seiner Geschwister sofort eine Lösung parat: Er bietet an, auf seinen Teil des Blaubeerkuchens zu verzichten, da er ja seinen Anteil der Beeren schon gegessen habe. Er ist auch der festen Ansicht, dass Steine einst Vögel waren und sich irgendwann auch wieder in Vögel zurückverwandeln werden, die dann einfach wegfliegen. Als er da von seiner Schwester darauf hingewiesen wird, dass das ein Kindermärchen sei und es wohl nie passieren werde, dass die Steine, die Pekka ins Wasser wirft, tatsächlich einmal zu Vögeln würden, antwortet er gelassen und ruhig wie immer: Es muss ja nicht alles immer so bleiben, wie es jetzt ist. Es gibt auch andere Möglichkeiten."
Jede Mutter und jeder Vater kann nachvollziehen, dass man so ein Kind am liebsten vor allem Übel beschützen möchte, wohlwissend, dass das nicht geht. Außerdem würde dann ja aus einem Kind auch kein selbstständiger Erwachsener werden. Also soll natürlich auch Pekka etwas mehr lernen, als es innerhalb der familiären Umgebung möglich ist, und, wie jedes andere Kind auch, zur Schule gehen, obwohl seine Eltern -- besonders seine Mutter -- starke Bedenken hat, ob er mit seinem sonnigen Gemüt und überhaupt mit seiner auch optischen Andersartigkeit nicht von den anderen Kindern eventuell nur gehänselt wird. Sie weiß am besten, dass sich Pekka nicht wehren wird.
Anfangs hat Pekka denn auch große Schwierigkeiten mit den anderen Kindern, denn seine Geschwister können ihn außer in den Pausen auf dem Schulhof nicht ständig vor den unausbleiblichen Hänseleien und Tritzereien beschützen. Aber auch Pekkas Lehrerin ist mit ihm überfordert. Für sie redet er zeitweise wie ein weiser Alter, in anderen Situationen kann sie wiederum nicht mit seiner einfacheren Art umgehen. Er sei ja nicht dumm, aber...Kurzum: Pekka bleibt zunächst wieder zuhause und lernt, so gut es geht, von seinen Geschwistern.
Dazu benutzt er einfach die Schulbücher seiner Geschwister. Als er zum Beispiel im Religionsbuch seines Bruders Tuomo von Gott erfährt, zeichnet er ein Bild der Welt mit Vulkanen, Menschen, Pflanzen und Tieren und Gott als riesengroßen Vogel. Auf Nachfrage erklärt er, dass Gott gerade erst von einem Stein zu einem Vogel geworden sei und natürlich sowieso ein Vogel sein müsse, denn nur so habe er doch alles auf der Welt im Blick. Auf die weitere Nachfrage, woher er denn Vulkane kenne, da es in Finnland doch keine gäbe, antwortet er, dass er das aus den Büchern wisse. Die Bücher zeigten einem Menschen eben die anderen Möglichkeiten!
Als Leena ihm das Foto eines versteinerten Vogels zeigt, ist das auch wieder für Pekka nur ein weiterer Beweis, dass seine Vorstellung stimmt. Er hält das Foto für eine Art Schnappschuss der gerade einsetzenden Morphose eines Steins in einen Vogel und Leena bringt es nicht übers Herz ihn darüber aufzuklären, dass dieser Vogel seinen Flug schon vor langer Zeit beendet hatte und nie wieder fliegen würde.
Pekka vermisst die anderen Kinder aus der Schule allerdings und versucht erneut, mit ihnen zurechtzukommen. Leicht wird es ihm mit seiner friedvollen Art nicht gemacht, bis ein schlimmer Vorfall das Blatt plötzlich zugunsten Pekkas wendet. Die Kinder spielen nach der Schule verbotenerweise oft auf einem Grundstück hinter der Schule, auf dem auch ein verfallenes Haus und ein alter Brunnen stehen. Der größte, angesehenste und stärkste Junge der Schule schubst Pekka in diesen wasserlosen Brunnen und Pekka erleidet starke Kopfverletzungen. Auf die Nachfrage, wer das denn getan habe, schmunzelt er jedoch nur und sagt, die Hauptsache sei doch, dass der es selbst wisse. Ab diesem Zeitpunkt hat Pekka dann den besten Fürsprecher in der Schule, den man sich nur denken kann.
Das, was ich hier so stümperhaft und vermutlich langatmig versucht habe wiederzugeben, wird von der Autorin übrigens auf den ersten 30 Seiten -- das Buch hat insgesamt nur 80 - in meisterhafter Manier erzählt, auf die ich später nochmals eingehen werde.
Pekka muss wieder ins Krankenhaus, wo er sich noch einigen Operationen unterziehen muss: Sein leicht schief auf dem Hals sitzender Kopf wird gerichtet, seine Augen werden begradigt -- bis dato sah es für andere Menschen immer so aus, als blicke er an ihnen vorbei -- kurzum, er sieht immer mehr aus, wie jeder andere Junge in seinem Alter. Doch seine Art, sein Wesen - also das, was ein Individuum wirklich ausmacht - verstärkt sich eher noch.
Die hohen Ausgaben für die vielen Operationen belasten die Familie schwer und die Eltern suchen nach einer Möglichkeit, die Familie finanziell besser über die Runden zu bringen. Der älteste Sohn, Matis, ist schon ins nahe Schweden gezogen, weil seine Arbeit dort besser bezahlt wird und die Familie denkt nun ernsthaft über eine Auswanderung nach Kanada nach. Auch, wenn es ihnen anfangs nicht leichtfällt, ihre Freunde und ihre Heimat zu verlassen, hält die Familie jedoch zusammen und zieht an einem Strang. Alles wird vorbereitet für das große Abenteuer: sie lernen die englische Sprache, suchen Käufer für ihr Haus, trennen sich von liebgewordenen Utensilien. Auch die bürokratischen Hürden müssen bewältigt werden und sich nicht zuletzt von allen Dorfbewohnern, Freunden und Bekannten verabschiedet.
Als endlich alles gut geordnet ist und die Familienmitglieder sozusagen in den Startlöchern steht, um das gemeinsame Abenteuer in Angriff zu nehmen, kommt vom Hausarzt der Familie die erschütternde Diagnose, dass Pekka offensichtlich an Leukämie erkrankt sei.
An dieser Stelle werde ich natürlich nicht mehr weiter erzählen, was noch geschieht, um das eigene (Er-)Lesen nicht vorweg zu nehmen. Aber ich kann versprechen, dass es lesenswert ist, wie Pekka und seine Familie damit umgehen. Mir hat es jedenfalls allergrößte Achtung und Respekt abgenötigt, obwohl ich selbst es mit meiner Familie wohl kaum anders gehandhabt hätte ... und im Prinzip ja sogar auch dabei bin, unser Schicksal in ähnlicher Weise anzunehmen.

***Stilistische Besonderheiten***

Der Roman ist aus der Sicht von Leena geschrieben, der ältesten Tochter der Familie. Sie erzählt einzelne Anekdoten und Vorkommnisse aus dem Leben mit ihrem Bruder und dennoch hat man das Gefühl, einen vollständigen Roman gelesen zu haben. Die Sprache ist einfach, ja fast schlicht und des Öfteren durchsetzt mit wörtlicher Rede. Letzteres meistens dann, wenn ein Satz, eine Reaktion aus bestimmten Gründen sozusagen im Raum stehenbleiben und wirken soll.
So sehr ich manchmal Bücher liebe, deren Schriftsteller Metaphern und poetische Vergleiche benutzen, bei denen man überlegen muss, wie es denn auf einfacherer Ebene gemeint sein könnte, ziehe ich doch oft genug die hier angewandte Schreibweise vor, die praktisch die umgekehrte Form für mich darstellt: einfache Sätze, aber eine tiefer gehende Bedeutung, die man oft nur mit anderen Sinnen als dem rein sachlichen Verstand begreift.

***Fazit***

Nach der Lektüre dieses Buches ist mir wieder einmal klar geworden, dass es doch sehr nachdenkenswert ist, welches Recht wir uns alle doch manchmal damit herausnehmen, wenn wir etwas als normal oder nicht normal bezeichnen, welche Arroganz und/oder eigene Unsicherheit dahinter eigentlich steckt. An Letzterem sollten wir jeder selbst arbeiten und nicht nicht daran, Menschen ein-und auszusortieren oder gar wegzusperren.
Wieviel Eigenheiten und Verrücktheiten haben wir selbst, bei denen wir nur gegenüber den besten Freunden wagen, sie auch zu offenbaren und inwieweit sind wir selbst bereit, Menschen in all ihrer Andersartigkeit an uns heranzulassen?
Dieses kleine, schmale Buchbändchen hat, trotz seiner geringen Seitenzahl, durch die wirklich hervorragende Fähigkeit der Autorin, Dinge haargenau auf den Punkt zu bringen und schwierige Situationen klar und einfach aufzulösen, genau die Worte gefunden, die mich berührt und meine Seele angesprochen haben. Behaupten kann und möchte ich allerdings nicht, dass ich nun mit jeder geistigen und seelischen Behinderung oder Andersartigkeit umgehen könnte. Das wäre wohl auch etwas zuviel verlangt. Auch ich bin nur ein Mensch und ganz sicher nicht unfehlbar oder kann mich von allen Ängsten oder Vorurteilen mal eben im Handumdrehen oder durch ein Buch ändern.
Nachdenklich hat es mich aber auf jeden Fall gemacht und ich möchte daher eine dicke Empfehlung aussprechen.


Der Zauber der ersten Seite: Roman
Der Zauber der ersten Seite: Roman
von Laurence Cossé
  Gebundene Ausgabe

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie macht man seine Träume wahr?, 18. Mai 2011
Ich habe mir schon manchmal Gedanken darüber gemacht, was ich antworten soll, wenn ich gefragt werde, was ich eigentlich gerne oder am liebsten lese. Eigentlich ist die Antwort doch ganz kurz und lautet: Ein gutes Buch. Doch diese drei Worte beinhalten ein ganzes Universum an Büchern, wobei der Vergleich sogar ganz treffend gewählt ist, wenn man den Wissenschaftlern glaubt, die behaupten, das Universum dehne sich immer weiter aus ;-))
Schwieriger ist es aber, anderen gegenüber genau zu definieren, was man denn mit dem unscheinbaren Wörtchen "gut" eigentlich meint. Ich will jetzt gar nicht darauf hinaus, dass es natürlich unterschiedliche Geschmäcker gibt - oft auch stark abhängig vom Alter und Erfahrungsstand des jeweiligen Lesers - und jede/r etwas anderes als "gut" bezeichnen würde. Das ist ja selbstverständlich und ist unter wirklichen Lesefreaks gar kein Streitpunkt oder sollte es zumindest nicht sein.
Nein, bei allen unterschiedlichen Lesevorlieben gibt es einige, übereinstimmende Kriterien an Büchern, bei denen jeder Leser und jede Leserin zustimmen würde, wenn man behauptet, dass wir aufgrund ihres Vorhandenseins ein Buch als "gut" oder "nicht so gut" bezeichnen: Es handelt sich um die Bücher, bei denen wir das Essen und Schlafen, Termine und ähnliches als störende, nervige Unterbrechung des Lesens empfinden! Weil es uns wichtiger erscheint, zu wissen, wie es auf den folgenden Seiten weitergeht, wir eben gefesselt, gebannt, berührt oder angeregt genug sind, um das Buch nur mit Bedauern aus der Hand legen zu können.
Und nun stelle man sich mal vor, man hätte in einer Bücherei oder einer Buchhandlung NUR eben solche GUTEN Bücher. Wäre das nicht ein wundervoller Traum?
Der Roman "Der Zauber der ersten Seite" handelt genau davon und wir werden im Folgenden sehen, ob es tatsächlich ein Traum ist:

Ivan George, kurz Van genannt, führt in einem kleinen französischen Wintersportstädtchen die Buchabteilung im Keller eines Gemischtwarenladens. Der Besitzer des Geschäftes kümmert sich um das gesamte andere Sortiment im Laden und lässt Van freie Hand bei den Büchern. Dieser tauscht das Buchsortiment nach und nach gegen Bücher aus, die er selbst am liebsten lesen möchte und von denen er der Meinung ist, dass sie viel zu wenig Beachtung gefunden hatten. Dafür schickt er oft Neuerscheinungen nach kurzer Prüfung an die Verlage zurück und nimmt sogar Bestseller nicht auf, wenn sie ihm nicht gut genug erscheinen. Dieses Vorgehen bleibt natürlich nicht lange unbemerkt, sowohl bei den Kunden, bei denen Vans außergewöhnlicher Buchkeller bald als Geheim-Tipp gilt, als auch beim Geschäftsführer, dem irgendwann die sinkenden Verkaufszahlen auffallen. Auch häuft sich die Anzahl erboster Kunden, die erstaunt bei ihm nachfragen, warum dies oder jenes Buch nicht in seinem Laden zu finden ist.
Als der Besitzer des Geschäftes Van daraufhin vor die Wahl stellt, entweder sein Verhalten zu ändern, oder entlassen zu werden, hat Van allerdings schon zwei Frauen kennengelernt, die neben den Büchern, das Wichtigste in seinem zukünftigen Leben werden: Die sehr scheue Anis, die Vans Leseleidenschaft und -ansicht teilt und die sehr reiche und faszinierende Francesca, die ihm außerdem die Verwirklichung seines Traumes ermöglicht: sie schlägt ihm vor, gemeinsam in Paris genau die Buchhandlung zu eröffnen, die er sich immer erträumt hat: voller wirklich guter und oft schwer erhältlichen Romane.
Enthusiastisch, voller Elan und Träume entwickeln sie ein geniales Konzept: Ein Komitee aus acht, von ihnen beiden sehr geschätzten Schriftstellern, soll unabhängig voneinander Bücher vorschlagen, die sie selbst in einer solchen Buchhandlung zu finden wünschen würden. Keiner der Komitee-Mitglieder soll allerdings von der Teilnahme der anderen erfahren, damit einerseits ein breites Spektrum des Buchangebots gewährleistet ist, keine Absprachen stattfinden und andererseits größtmögliche Objektivität gegeben ist.
Francesca und Van haben keineswegs vor, Leser zu erziehen, sondern ihr Traum ist es eher, mit anderen Gleichgesinnten eine Art Lese-und Diskutierclub zu gewinnen und zu gründen, der vielleicht sogar nicht nur auf Frankreich beschränkt bleibt, sondern auf der ganzen Welt Nachahmer findet. Auf Gewinn kommt es ihnen dabei gar nicht an, sondern sie hoffen, unter Gleichgesinnten sein zu können, ihnen und sich als Freunde einen Raum zum Kommunizieren schaffen zu können...und ganz nebenbei, dass ihr Traum sich finanziell einfach irgendwann selbst tragen und Van plus einige weitere Angestellte ernähren wird.
Francesca übernimmt dabei die gesamte Finanzierung des Projekts als im Hintergrund bleibende Mäzenin. Ja, ihr ist sogar aus mehreren Gründen sehr daran gelegen, dass ihre Person offiziell gar nicht im Zusammenhang mit "Der gute Roman", so der Name der Buchandlung, gebracht wird.
Sie ist gerade dabei, über den Tod ihrer Tochter Violette hinwegzukommen und erhofft sich durch dieses Projekt neue Impulse für ihr zwar luxuriöses und gesellschaftlich hoch angesehenes, aber für sie sinnfrei gewordenes Leben an der Seite ihres einflußreichen Mannes, der im Laufe seiner Karriere zu einem zynischen Geschäftsmann und abgeklärten Politiker geworden ist. Später kommt in dem Roman noch ein anderer Grund dazu, über den sie selbst sich allerdings anfangs selbst nicht ganz im Klaren ist.
Mit Feuereifer gehen sie nun ans Werk und gehen bei der Planung und Durchführung ihres Projekts oft vor wie vom Weihnachtsmann höchstpersönlich beschenkte Kinder und freundlich gestimmte Verschwörer für eine gute Sache. Francesca blüht förmlich auf und überrascht Van mit immer neuen genialen Einfällen. Van seinerseits empfindet großes freundschaftliches Vertrauen gegenüber Francesca. Er liebt allerdings die elfenhafte Anis, die, durch üble Erfahrungen in ihrer Kindheit verschreckt, wie ein Sonnenstrahl in sein Leben tritt, sich aber noch viel öfter wie hinter nebelhaften Wolken zurückzieht.
Und das Wunder geschieht: "Der gute Roman" eröffnet und wird zunächst ein großer Erfolg. Nicht nur, dass die Menschen bald in Scharen zur Buchhandlung kommen, sie bleiben auch - wie erhofft - zu Gesprächen wie unter guten Freunden und müssen bei Schließung des Geschäfts in den späten Abendstunden fast mit liebevoller Gewalt dazu aufgefordert werden, zum Essen und Schlafen über Nacht nach Hause zu gehen. Auch ein Internetauftritt des Buchladens erweist sich als gute Idee, die begeistert von den Lesern aufgenommen wird.
Soviel Glück kann es erfahrungsgemäß leider nicht auf Dauer geben und als Leser dieses tollen Romans ist man auch schon fast versucht, laut: "Vorsicht, seid doch nicht so auffällig laut" zu rufen. Und richtig, der erste Angriff auf den Buchladen lässt nicht lange auf sich warten: erst erscheint ein hämischer und zynischer Artikel in einer Zeitung, der Fragen nach dem Finanzier der Buchhandlung stellt. Dann wirft man den Betreibern Arroganz und Sektiererei vor. Verlage beschweren sich, nicht im Angebot geführt zu werden und eindeutig gekaufte Pseudo-Kunden machen dem Buchladen mit verärgerten Nachfragen nach nicht im Angebot befindlichen Büchern das Leben schwer.
Als jedoch auch noch drei der Schriftsteller des doch absolut geheim gehaltenen Komitees sich mit massiven tätlichen Übergriffen konfrontiert sehen, die beinahe tödlich geendet hätten, wenden sich Francesca und Van an Kommissar Heffner und bitten ihn um Hilfe. Der literaturbegeisterte Kommissar nimmt die Ermittlungen auf, während sich die Buchhandlung immer größeren Schwierigkeiten gegenüber sieht.
An dieser Stelle möchte ich allerdings nichts mehr weiter verraten, um die eigene Lesefreude nicht zu nehmen und die Spannung nicht zerstören, ob der Buchladen und seine Initiatoren die Bedrohungen überleben. Allerdings verrate ich wohl nicht zuviel, wenn ich sage, dass man fast bis zur letzten Seite wirklich nicht ahnt, wie die ganze Sache ausgeht.

***Stilistische Besonderheiten***

Der Roman beginnt damit, dass in der neutralen Erzählform von den Anschlägen auf die geheimen Komiteemitglieder an unterschiedlichen Schauplätzen erzählt wird, woraufhin Ivan George und Francesca Kommissar Heffner mit den Ermittlungen betrauen und ihm alle Zusammenhänge mit der Buchhandlung "Der gute Roman" aus ihrer Perspektive schildern. Dies geschieht quasi geschachtelt in Form eines Rückblicks der ganzen Geschichte der Buchhandlung von der Idee bis zu den Anschlägen auf die Schriftsteller. Zu guter Letzt wechselt die Autorin für den weiteren Fortgang zu einem personellen Ich-Erzähler, wobei erst völlig zum Schluß klar wird, wer da eigentlich erzählt. Das klingt nur kompliziert und verwirrend, ist es beim Lesen aber keineswegs.
Die Autorin meistert diese schriftstellerischen Kunstgriffe im Gegenteil so souverän, dass man als Leser meines Erachtens einfach gebannt ist. Es ist allerdings wahr, dass es sich doch schon um eine anspruchsvollere Schreibweise und Roman-Konstruktion handelt, die die Aufmerksamkeit des Lesers mehr fordert. Zum schnellen Lesen oder sogenanntem Überfliegen der Seiten ist das Buch eher nicht geeignet. Ich habe oft nur ein zwei Seiten gelesen, weil ich das Bedürfnis hatte, über das Gelesene nachzudenken, ja, mir sogar Alternativen zur Vorgehensweise der Betreiber der Buchhandlung zu überlegen.

***Fazit***

Anfangs dachte und erwartete ich, wie schon angesprochen, einen Krimi, der irgendwie in der Welt der Bücher spielt. Im Grunde ist es ja auch ein Krimi, denn die Gegner der Buchhandlung "Der gute Roman" greifen zu Mitteln, die man durchaus ja als den "Gang über Leichen" bezeichnen muss. Allerdings wird sehr schnell klar, dass der Roman doch zum einen noch viel subtilere Methoden anspricht und aufzeigt, wie ein Gegner außer Gefecht gesetzt werden kann als man zunächst nach den drei Mordanschlägen erwarten konnte. Zum anderen bietet der Roman, wie weiter oben schon kurz angesprochen, noch einiges mehr.
Nicht nur, dass man einen sehr guten Einblick bekommt, wie das Buchgewerbe, der -handel damit und der gesamte Marketingapparat funktioniert und ein Zahnrad ins andere greift, macht der Roman - sofern man sich darauf einlässt und bereit ist, selbst darüber nachzudenken, natürlich - klar, wie man am besten seine ganz individuellen Träume wahr machen kann und wie offen man darüber nur reden darf.
Um also nochmals zu meiner Eingangsfrage an mich selbst zurückzukommen und damit zum Ende dieses Buch-Berichts:
Dazu möchte ich einen wichtigen Teil der Gegendarstellung Francescas, als die Presse-Angriffe auf die Buchhandlung immer massiver werden, zitieren:
"Wir wollen Bücher für die Nächte, in denen wir trotz aller Erschöpfung keinen Schlaf finden; Bücher, die wir einer Freundin mitbringen können. Wir wollen Bücher, die für uns geschrieben wurden. Wir wollen Bücher, die uns Luft zum Atmen geben. Wir wollen gute Romane." Das würde ich für mich nämlich genau so beschreiben.
Verwoben ist dieser Traum Francescas allerdings mit ihren anderen, oft viel komplizierter gelagerten Träumen und auch Träumen anderer Protagonisten, die sich manchmal scheinbar nur in winzigen, aber wesentlichen Nuancen von den ihren unterscheiden. Letztendlich führt nur die innere Einstellung einiger zu einem Erfolg, der von vielen - nicht nur in unserer Gesellschaft - sogar als das genaue Gegenteil angesehen werden würde, mich persönlich nach der Lektüre allerdings hochzufrieden sein ließ.
Wunderbar ausgearbeitet fand ich auch die Darstellung und Beziehung beider Frauen gegenüber dem Buchhändler Van und seinen sensiblen Umgang mit beiden. In Bezug auf diesen Protagonisten kann man sogar von einem Entwicklungsroman sprechen, der meines Erachtens einen äußerst positiven Verlauf nimmt.
Um nun endlich zum Schluß zu kommen: Es handelt sich bei dem Buch "Der Zauber der ersten Seite" um einen wunderbar vielschichtigen, recht anspruchsvollen Roman, den ich nur jedem empfehlen kann, der gerne mal ab und zu innehält und sich dazu verführen lässt, darüber nachzudenken, was man für sich selbst eigentlich für Träume verwirklichen möchte und auf welche Weise das vonstatten gehen soll.


Inspektor Oktavius und die Käseexplosion Band 1
Inspektor Oktavius und die Käseexplosion Band 1
von Alan Sunderland
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erster Band einer tollen Kinder-Krimi-Reihe, 22. März 2011
Auch jüngere Kinder haben schon Spaß an guten und durchdacht angelegten Krimis. Sicher muss man als Eltern sehr darauf achten, was man seinen Kindern zum Lesen anbietet, um sie weder zu über- noch zu unterfordern. Daher möchte ich diesmal den ersten Band einer Kinderkrimireihe um die Polizeiratte Oktavius vorstellen, den ich freundlicherweise vom arsEdition-Verlag zum Rezensieren bekommen habe, wofür ich mich wieder ganz herzlich bedanke und von dem ich der Meinung bin, dass man ihn Kindern ohne Bedenken zum Lesen geben kann.

Laut Statistik soll es ja zumindest in jeder Großstadt dreimal so viele Ratten wie Menschen geben. Da kann man sich gut vorstellen, wie der Autor Alan Sunderland auf die Idee kam, Nagerstadt zu erfinden, in der die Rattenbevölkerung ähnlich wie die Menschen lebt und ihre Belange auch recht ähnlich organisiert.

Also gibt es dort auch eine Rattenpolizei, die eingreift, wenn ungewöhnliche Dinge geschehen, die den Alltag der Rattenbevölkerung stören. Keine ehrliche Ratte kann eben dem Gewerbe des Stehlens menschlicher Abfälle nachgehen, wenn sich eine Mäuserebellen-Gang in die Belange der Rattengesellschaft einmischt und Chaos verbreitet.

Inspektor Oktavius, kurz Ocko genannt, hat seit geraumer Zeit recht häufig mit dieser Mäuse-Gang zu tun, die durch Anschläge und Störung des Rattenfriedens von sich reden macht. Daher hat er diese auch sofort in Verdacht, als sich in einer der Käsefabriken von Nagerstadt eine Explosion ereignet und er mit der Aufklärung des Falles beauftragt wird. Tatsächlich findet sich bei der Untersuchung des Tatorts auch ein Mäuse-Fußabdruck in einem geschmolzenen Käseklumpen und für Ocko ist der Fall schon so gut wie gelöst, als er plötzlich zu einem der reichsten und einflussreichsten Bürger von Nagerstadt, Bernhard Schelte, gerufen wird, der ihm zum Fortgang der Ermittlungen so merkwürdige Fragen stellt, dass Ocko hellhörig und misstrauisch wird.

Zwar teilt ihm Bernhard Schelte mit, dass er der Besitzer der Fabrik sei und deswegen starkes Interesse an der Aufklärung des Falles habe, benimmt sich aber dennoch so merkwürdig, dass Ocko beschließt, sich am gleichen Abend den Tatort nochmals gründlicher anzusehen.
Leider hat er seine Taschenlampe vergessen mitzunehmen und ruft durch sein ungeschicktes, lärmendes nächtliches Eindringen in die Fabrik den Hausmeister Boskin auf. Dieser leiht Ocko zwar seine eigene Taschenlampe für die Untersuchung, erwähnt allerdings auch, dass in letzter Zeit merkwürdige, heimliche Treffen stattgefunden hätten, an denen ausser Bernhard Schelte viele einflußreiche, wichtige Ratten von Nagerstadt teilgenommen hätten.
Nach langer Suche und ziemlich vielen Ausrutschern auf geschmolzenem Käse stößt Ocko mehr zufällig unter einer dicken Schicht geschmolzenen Gorgonzolakäses tatsächlich auf eine im Fußboden eingelassene Falltür, die ein Geheimfach verbarg. Die Brandspuren daran zeigen ihm, dass die Mäusebande es offenbar darauf abgesehen hatten, diese Falltür aufzusprengen, um an den Inhalt des Geheimfaches zu gelangen.

Ocko stellt gerade noch fest, dass ihnen das auch gelungen ist, denn das Geheimfach ist leer. Da bekommt er einen Schlag auf den Kopf und wacht im Kreis der River Road Mäusebande wieder auf.
Die sehr hübsche Anführerin der Mäusebande, Spencer, die durch ihr selbstbewußtes Auftreten ziemlichen Eindruck auf Ocko macht, klärt ihn dann über die eigentlichen Ziele der Mäuse-Rebellen auf und zeigt ihm ein Buch, das die Mäuse in Bernhard Schelters Geheimfach gefunden haben. Denn dass Bernhard Schelter eine Ratte ist, die sehr ehrgeizige, geheime Pläne verfolgt und dabei vor nichts zurückschreckt, ist der Mäusebande schon lange aufgefallen und sie haben bisher mit mäßigem Erfolg und auch nicht unbedingt mit den richtigen Mitteln versucht, darauf aufmerksam zu machen. Die Mäuse geben Ocko das gefundene Buch, in dem Berhard Schelter einen teuflischen Plan ausgeheckt und niedergeschrieben hat. Ein todbringender Plan, der alle aus Nagerstadt betrifft und der unbedingt verhindert werden muss.

Dazu ist es unbedingt notwendig, dass die Mäuse-Gang sich mit Ocko verbündet, denn nur gemeinsam können sie gegen die Mächtigen aus Nagerstadt und gegen die Menschen, die die ungeliebten Nager loswerden wollen, etwas ausrichten.
Mehr soll zum weiteren Abenteuer nicht verraten werden, aber es wird nun sehr schnell noch richtig spannend und fordert von den zunächst unfreiwilligen Freunden einiges an Einfallsreichtum ab.

Ocko, aus dessen Perspektive der ganze Roman geschrieben ist, wirkt zwar anfangs oft tollpatschig und leicht zerstreut, ist aber im Grunde ziemlich pfiffig und auch mutig, wenn es darauf ankommt. Mir drängte sich sofort der Vergleich mit dem allseits bekannten TV-Inspektor Columbo auf, der auch immer dann am schusseligsten wirkte, wenn er schon lange die Fährte des Bösen aufgenommen hatte.
Die Mäusegang ist sehr pfiffig und etwas vorwitzig dargestellt und es wird schnell klar, dass jeder von ihnen über ein gutes, mutiges Herz verfügt. Gerade in den pfiffigen Mäusen, von denen jede ein anderes Talent hat, werden sich Kinder gewiß wiedererkennen können. Die Moral, wenn man so will, liegt völlig klar darin, dass man nur gemeinsam zum Ziel kommt und sich wehren kann und dass man dazu seine eigenen Vorurteile über Bord werfen muss. Dabei kommt der Spaß an einem rasanten Abenteuer/Krimi nicht zu kurz und man kann sich gut vorstellen, dass die Freunde auch noch in weiteren Bänden gefährliche Abenteuer gemeinsam bestehen können.

***Fazit***

Der Kinder-Krimi ist meiner Ansicht nach sehr gelungen und enthält in ausgewogener Mischung Witz, Spannung und unaufdringlich Lehrreiches. Daher kommt von mir unbedingt eine Kauf-und Leseempfehlung.
Ich habe mir darüber hinaus mal Gedanken macht, warum ein Buch, welches Tiere als Protagonisten hat, eigentlich so gut bei Kindern ankommt. Ich bin kein Psychologe, daher kann ich nur als Laie sprechen. Vermutlich hat es ja viel damit zu tun, dass bestimmte menschliche Verhaltensweisen ziemlich witzig wirken, wenn man sie Tieren zuschreibt. Indem man über etwas lachen kann, verliert es meist einen großen Teil seiner Bedrohlichkeit und Gefährlichkeit. Gefahrensituationen oder kriminelle Taten können dementsprechend herunter- bzw. kleingedacht werden können und, falls die Seele des Kindes es erfordert, als unbedrohlich eingestuft werden können. Der pädagogische Lerneffekt und die Unterscheidungsmöglichkeit, was gut und was böse ist, ist für das Kind dennoch vorhanden und kann in individuell gewählten Häppchen verarbeitet werden.

Ein weiterer Grund wird vermutlich darin liegen, dass die meisten Tiere, die in Kinderbüchern vorkommen, immer noch kleiner als Menschenkinder sind oder als Protagonisten werden Tier-Babys genommen, so dass ein hohes Identifikationspotential für den jungen Leser gegeben ist.
Ob meine Überlegungen so richtig sind, weiß ich natürlich nicht. Meiner Ansicht nach werden in dem Buch sowohl gesellschaftliche Probleme, wie Vorurteile und Ausgrenzung, als auch kriminelle Straftaten, die in unserer Welt tatsächlich vorkommen, auf sehr kindgerechte Art und Weise und auf humorvolle Art behandelt und gelöst. Außerdem werden Denkanstösse gegeben, wie ein Zusammenleben unterschiedlicher Lebewesen ohne Gewaltanwendung machbar ist.


Nox , Das Erbe der Nacht
Nox , Das Erbe der Nacht
von Michael Borlik
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Flache, unstimmige Lektüre in wunderschöner Aufmachung, 11. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Nox , Das Erbe der Nacht (Gebundene Ausgabe)
Ich bekam diesen Roman vom Thienemann-Verlag zum Rezensieren, bedanke mich herzlich dafür und war wirklich ziemlich gespannt, da ich schon öfter die Bücher dieses Autors als Lese-Empfehlung bekommen hatte.

Dieser Roman trifft jedoch nicht meinen Geschmack. Da sich jedoch über unterschiedliche Geschmäcker kaum streiten läßt, hier meine Meinung zum Roman:

Die siebzehnjährige Tara MacLear ist zum wiederholten Mal aus einem Internat abgehauen, weil sie wieder einmal durch ihr unvorsichtiges Verhalten Gefahr lief, dass ihre Identität bekannt wurde. Denn sie ist mit ihren Eltern schon seit ihrer Geburt ständig auf der Flucht und die verschiedensten Wesen versuchen, entweder ihrer habhaft zu werden, um sie für ihre Zwecke zu benutzen oder sie sogar zu töten. Dazu gehört sogar ihre eigene Großmutter, die während der Schwangerschaft ihrer eigenen Tochter eine Prophezeiung aussprach, die sich ihrer Meinung nach unbedingt erfüllen muss.

Tara trägt erblich nämlich zu gleichen Teilen die Eigenschaften einer Hexe und eines Vampirs in ihren Genen und würde, wenn sie sie sich mit einem Werwolf paaren würde, ein uraltes Wesen wiedergebären, welches einst schon einmal Krieg und Unglück in die Welt der Menschen brachte und dies mit ihrer Wiedergeburt nochmals tun würde. So befürchtet es jedenfalls der geheime Rat der Nox, ein Bündnis der mächtigsten Vertreter aller Rassen, die auf Erden leben: Menschen, Vampire, Werwölfe, Hexen und Dämonen.

Asmodis, dem Dämonenfürsten, gelang es einst, das Tor zur Hölle zu öffnen, so dass ein Zugang seiner Welt zur Welt der Menschen geschaffen war. Die Engel des Himmels sahen diesem Treiben allerdings nicht tatenlos zu, sondern: Zitat: "Seit Anbeginn der Zeit tobt in den Dimensionen des Himmels und der Hölle ein immerwährender Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Engel und Dämonen."

Das Wesen, welches Tara zur Welt brächte, wäre niemand anderes als Lilith, Urmutter der "Kinder der Nacht". Lilith, einst eine der mächtigsten Engel des Himmels verliebte sich in einen der mächtigsten Dämonen der Hölle, Lucius, und sie vermischten ihr Blut miteinander. Dadurch erhielt Lilith die Macht, mithilfe von auserwählten Menschen, die sie von ihrem Blut trinken ließ, neues Leben zu schaffen und die Wesen, die sie erzeugte, waren Hexen, Vampire und Werwölfe. Lilith selbst wurde zwar von Dämonen, die ihr nicht vertrauten, getötet und der Krieg zwischen Gut und Böse dadurch zunächst beendet, dass die Engel das Dämonentor fanden und verschlossen, die Kinder der Nacht allerdings blieben unter den Menschen. Ruhe und Frieden gab es deshalb aber noch lange nicht, sondern die kriegerischen Zustände hielten an, bis endlich ein Rat geschaffen wurde. Ein Bündnis von Menschen, Vampiren, Hexen und Werwölfen, das aus jedem der Völker einen mächtigen und einflussreichen Vertreter entsandte und sich die Aufgabe gab, dafür zu sorgen, dass Frieden bzw. Waffenstillstand eingehalten wurde.

Durch die Prophezeihung von Taras Großmutter bzw. deren drohender Erfüllung droht nun dieses äußerst empfindliche Gleichgewicht wieder zu kippen und ein erneuter großer Krieg auszubrechen:

Zitat: "Drei Blutlinien, die sich vereinen,
werden den gefallenen Engel gebären:
Lilith, die Mutter und Königin.
Ihr Wille wird die Kinder der Nacht lenken
und sie werden ihr in die Schlacht folgen,
die Anfang und Ende ist."Zitatende

Soweit die Anlehnung Borliks an uralte Mythen und Legenden.

Tara kommt also nach Hause und findet das Haus verwaist vor. Ihre Eltern sind unauffindbar, keine Nachricht und auch keine Spuren. Stattdessen erscheint ihre Großmutter, die eigentlich längst auf dem Scheiterhaufen ihr Leben ausgehaucht hatte...so hofften es jedenfalls alle, nicht zuletzt Tara selbst. Wer ist auch schon gerne Spielball von unheimlichen Prophezeihungen und dunklen Mächten, wenn man ein siebzehnjähriges junges Mädchen ist? Dass Tara selbst über Hexenkräfte und einen eigenen Willen verfügt, hat sie bisher nie so recht unter Beweis stellen müssen.

Das ändert sich nun schlagartig und der bisher gar nicht mal uninteressante Fantasy-Roman entwickelt sich quasi in Nullkommanichts zum rasanten Road-Trip.

Als Tara keinerlei Anzeichen zeigt, den Willen ihrer Großmutter zu erfüllen, macht diese Anstalten, sie zu töten. Im letzten Moment kommt Tara ein Mann zu Hilfe, der sich ihr als Halbdämon mit Namen Skype offenbart. Er verhilft ihr zur Flucht und gemeinsam suchen sie einen Hexer auf, von dem sie einen Hinweis bekommen, wie Tara eventuell geholfen werden kann. Sie sollen Eden aufsuchen, dort würde ihnen Hilfe durch einen Engel zuteil.

Messerscharf schließt Tara aus diesem Tipp, dass natürlich keinesfalls das Paradies damit gemeint sein soll, sondern Recherchen im Internet ergeben, dass es sich wohl um ein Bio-Labor in Berlin mit dem Wort "Eden" im Namen handeln müsse. Und, wie es der Zufall will, stellt sich im weiteren Verlauf der Geschichte natürlich heraus, dass dort geheime und auf jeden Fall dem Rat der Nox nicht bekannte Versuche gemacht wurden, einen Engel zu erschaffen/zu klonen.
Skype und Tara haben sich im Verlauf ihrer Flucht mittlerweile zwei junge Männer angeschlossen, die ebenfalls kein großartiges Interesse daran haben, mit den Kopfjägern des Rates zu tun zu bekommen...und von denen einer, Taylor mit Namen, natürlich - wen wundert's? - ein wunderschöner Werwolf mit Waschbrettbauch (in menschlicher Gestalt natürlich) und ansonsten liebem, treuem Hunde-Gemüt ist.

Skype entpuppt sich als homosexuell und findet sofort in dem zweiten jungen Mann, Danny, einen willigen Partner, gemeinsam wird der Engel aus dem Labor befreit und dessen Kräfte genutzt, um ein uraltes Artefakt der Macht wieder aufzuladen, welches man noch benötigen wird, um Taras Großmutter nun endlich zum Schweigen zu bringen und die Erfüllung der Prophezeihung zu verhindern. Bei der Befreiung des Engels geschehen durch diesen übrigens einige Morde, die nicht nur die Protagonistin Tara zum Speien fand. Der größte Lapsus des Autors bestand allerdings darin, dass der vermeintlich gefangen gehaltene Engel gar nicht gefangen gehalten wurde, sondern jederzeit aus dem Labor herausspazieren hätte können. Auf die Frage, warum er denn dort verblieben sei und sich habe quälen lassen, kommt von diesem mächtigen Wesen nur: "Ich habe auf Dich gewartet."

Natürlich! Was auch sonst?

An dieser Stelle werde ich mal nichts weiter verraten, denn vielleicht ist das Buch ja doch für den einen oder anderen Teenager spannend, interessant und ganz reizvoll und ich einfach von gut durchdachter Fantasy-Lektüre etwas zu sehr verwöhnt.

Das Buch ist zum größten Teil aus Taras Sicht geschrieben, mit der ihr Schicksal meistens für sie verwirrend ziemlich heftig umspringt. Nicht nur für sie verwirrend, sondern auch als Leser fühlt man sich ziemlich gebeutelt und hat oft das Gefühl, man habe irgendwie den ersten Teil nicht gelesen.

Unterbrochen wird der Fortgang in der Geschichte von den schwarzen Seiten, wo Taras Gegenspieler auftreten und man etwas mehr von der dunklen Seite und den Ratsmitgliedern und deren Zielen erfährt. Das ist wirklich eine gute Idee gewesen, die mir nicht nur rein optisch gefiel.

Nur: der Leser erfährt ja durch diese dunklen Seiten etwas, was Tara und ihre neuen Freunde eigentlich nicht wissen KÖNNEN. Und da sind dem Autoren meines Erachtens nach ein paar Schnitzer unterlaufen...oder Tara und ihre Freunde haben irgendwelche Intelligenz-Pillen geschluckt.

Jedenfalls waren mir manche Lösungen plötzlich zu glatt oder etwas, was vorher als so imens schwierig erschien, wurde dann plötzlich im Handumdrehen gelöst.

***Fazit***

Ich würde den Roman nicht nochmal lesen wollen und von mir bekäme er noch nichtmal für junge Mädchen eine Empfehlung. Mag sein, dass ich wirklich durch gut gemachte Fantasy-Romane verwöhnt wurde oder der Zielgruppe einfach nicht mehr entspreche. Aber mehr als ein ziemlich flach angelegter Teenager-Roman um erstes Verliebtsein, Freundschaft und Vertrauen - und ohne irgendwelche Spannung - ist das Buch meines Erachtens wirklich nicht...nur eben, dass ein paar Werwölfe, Vampire, Hexen und Dämonen die Szenerie bevölkern. Ansonsten nicht näher ausgearbeitete Legenden, die auch vage angesprochen bleiben und eher in den Bereich diffusen Aberglaubens und undefiniertem Bösen schlechthin fallen.

Im Gegenteil: Wäre ich noch eine dreizehnjährige junge Frau, würde ich mich fast ein wenig beleidigt fühlen, dass man mir in unserer modernen Zeit unterstellt, nur auf Waschbrettbäuche und irgendwas undefiniert "Dunkles", "Machtvolles", "Geheimnisvolles" zu stehen. Ich hoffe, junge Mädchen sind denn doch etwas intelligenter und anspruchsvoller.

Keine Lese-Empfehlung von mir.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 17, 2013 5:40 PM CET


Hase und Holunderbär - Die große Pechsträhne: Eine Abenteuergeschichte von Walko
Hase und Holunderbär - Die große Pechsträhne: Eine Abenteuergeschichte von Walko
von Walko
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie ein abergläubischer Holunderbär Selbstvertrauen lernt., 7. März 2011
Man wird es bestimmt schon gemerkt haben, dass ich ein Fan von Kinderbüchern bin, die von einfallsreichen Illustratoren gemacht wurden. Ein solcher ist Walko mit seinen Buchreihen für Leseanfänger, die die Fantasie der Kinder besonders gut anregen und noch besser ist es natürlich, wenn diese zum Selbst-Aktiv-Werden förmlich auffordern.
In der Buchreihe Walkos um die Pappenburg sind es z.B. Mäuse, die sich verschiedene fantastische Dinge, wie z.B. eine Rakete, aus Pappe basteln...und die man durchaus nachbasteln kann.

Eine andere Buchreihe über zwei unzertrennliche Freunde ist von ihm ebenfalls im arsEdition-Verlag erschienen und handelt von Abenteuern, die direkt der Erlebniswelt kleiner Kinder entlehnt sind, die das Glück haben, draussen spielen zu dürfen. Diese Bücher suchen in Wort und Illustrationen ihresgleichen. Ähnlich gute Geschichten kenne ich bisher in der Qualität nur noch von Janosch und Erwin Moser, die manchen Eltern ebenfalls ein Begriff sein dürften und bei denen Tiere - wie zum Beispiel der kleine Bär und der kleine Tiger die Rolle der Menschenkinder übernehmen.

Ein Buch aus der Abenteuer-Reihe "Hase und Holunderbär" von Walko möchte ich Euch nun heute vorstellen und zwar ist es schon der 6. Band aus dieser Reihe mit dem Titel "Die große Pechsträhne".

Ein sehr gut gebundenes Bilderbuch mit wunderschönen Illustrationen. Die Seiten wirken fest und haben eine gute Qualität, wirken etwas beschichtet und machen auf mich den Eindruck, als ob man Flecken, die durch klebrige Kinderhände entstehen können, durchaus vorsichtig abwischen könnte, ohne dass die Seiten darunter leiden. Das sollte man aber bestimmt sofort tun, einer völligen Durchnässung halten sie gewiß nicht Stand, genau so wenig, wie sie reissfest sind. Aber im Alter von 6-7 Jahren wissen Kinder in der Regel ja schon, wie man mit Büchern vorsichtig umgeht, damit man lange etwas davon hat.

Das Buchcover ist aus richtig dicker, beschichteter Pappe gefertigt und zeigt auf der Frontseite eine Szene aus der Buch-Geschichte. Die Rückseite enthält außer einem Logo der Kinderbuchreihe über die Abenteuer von Hase und Holunderbär eine kurze Zusammenfassung, worum es in der Geschichte geht und nochmals eine kleine Szene aus der Geschichte. Die Illustrationen auf dem Cover und im Buch selbst sind in sehr natürlichen, warmen Farben gehalten, wie sie draussen in der Natur zu finden sind. Denn alle Geschichten, die bisher von den zwei tierischen, dicken Freunden erschienen sind, spielen sich draussen im Freien ab und laden Kinder geradezu dazu ein, die kleinen Abenteuer nach zu spielen.

Die inneren Buchseiten sind meist so aufgeteilt, dass jeweils 2/3 der Seite von den Illustrationen eingenommen werden und das restliche Drittel enthält den sehr angenehm zu lesenden Text in mittelgroßer Schriftgröße. Wenn es die Situation im Fortgang der Geschichte erfordert, steht allerdings auch manchmal nur ein einziger Satz unter oder neben einer interessanten Illustration.

Insgesamt gesehen eignet sich das ganze Buch sowohl zum Vorlesen, während die Kinder die Bilder betrachten, als auch zum Selberlesen.
Allerdings sollte man beim abendlichen Vorlesen vor dem Zubettgehen einplanen, dass es gut eine halbe bis ganze Stunde dauern könnte, bis man das Buch durchgelesen hat. Die tollen Illustrationen enthalten nämlich sehr viele witzige Details, wie z.B. eine ganze Biberfamilie, die an unterschiedlichen Stellen hinter Baumstämmen hervorlugt. Als Kind kann man dadurch, dass man den Vorleser darauf hinweist, natürlich perfekt das Lesevergnügen hinauszögern, wie jede Mama und jeder Papa bestimmt bestätigen kann ;-)

Der Holunderbär und der Hase, der auch von vielen Ritter Freund genannt wird und immer einen tollen Helm und ein Glücksschwert aus Holz trägt, spielen an einem sehr windigen Tag im Freien, in der Hasenheide. Sie haben viel Spass daran, zuzusehen, wie Blätter, kleine Stöckchen und andere Kleinigkeiten, die sie in die Luft werfen, vom Wind fortgetragen werden. Bis ein starker Windstoß den Strohhut vom Kopf des Holunderbären weht und der Wind ihn mit sich fortträgt. Dieser Hut ist nämlich der Glückshut des Holunderbären, weil ein vierblättriges Kleeblatt, das die Freunde einmal gefunden hatten, hinter dem roten Band des Hutes steckt. Der Holunderbär ist fest davon überzeugt, dass ihm sein Strohhut deswegen immer Glück gebracht hat.

Die beiden Freunde suchen in der Richtung, in der der Wind den Hut davongetragen hat, alles ab. Bis zum Einbruch der Dämmerung finden Hase und Holunderbär ihn allerdings nicht und müssen unverrichteter Dinge ihr gemütliches Baumhaus aufsuchen. Der Holunderbär wird allerdings immer betrübter, weil er sich in den Kopf gesetzt hat, dass er bestimmt kein Glück mehr haben wird ohne ihn. Und tatsächlich stolpert er prompt über eine Baumwurzel.
Sein Freund versucht, ihn aufzumuntern und tröstet ihn damit, dass sie am nächsten Morgen nochmals alles gründlich absuchen werden.

Gesagt, getan. Sie fragen alle anderen Tiere, ob diese den Hut eventuell gesehen oder gefunden haben. Jeder behauptet, den Hut in einer anderen Richtung wegfliegen gesehen zu haben. Eine Fluggans vermutet sogar, der Hut habe sich in wärmere Gefilde aufgemacht. ;-) Familie Biber am Bach hat sogar einen Hut gefunden. Allerdings ist es leider der falsche Hut, der dem Hasen aber dennoch irgendwie bekannt vorkommt. Als Ersatz bekommt der Holunderbär den Hut von Papa Biber sogar geschenkt, aber seine Pechsträhne scheint trotzdem nicht abzureissen.

Der Holunderbär wird immer betrübter und steigert sich, durch einige Missgeschicke bestärkt, die ihm nun tatsächlich passieren, immer mehr in die Vorstellung hinein, dass ihm nun nichts mehr richtig gelingen würde und möchte sich am liebsten gar nicht mehr aus dem Baumhaus fortbewegen. Doch selbst dort brechen durch sein Gewicht auf der umlaufenden Holzveranda ein paar morsche Bretter unter ihm weg. Auch der Hase weiß nun nicht mehr, wie er seinen Freund aufmuntern kann. Auch mit Humor kommt er nicht weiter, weil der Holunderbär argumentiert, dass "Ritter Freund" ja sein Glücksschwert noch habe, dass ihn beschützt.

Am nächsten Morgen fällt dem Hasen plötzlich ein, an wem er den Hut sonst immer gesehen hat. Dem alten Einsiedler Jonny am Fuß des Hasensteins gehörte er nämlich und dem Hasen gelingt es sogar, den Holunderbär dazu zu überreden, Jonny den Hut zurück zu bringen. Aus lauter Angst, dass ihm wieder etwas Schlimmes passieren könnte, bewegt sich der Holunderbär aber übervorsichtig und kann nicht begreifen, wie sein Freund so völlig sorglos über Stock und Stein hoppst.

Wie es weiter geht, wollen wir mal nicht verraten. Aber es wird noch ganz schön spannend und die Geschichte nimmt nicht nur eine unerwartete Wendung, sondern hat auch gleich noch etwas wertvolle Weisheit und sogar eine kleine Pointe zu bieten.

Ein Bilderbuch sollte im Prinzip selbsterklärende Bilder und Zeichnungen beinhalten. Ein Vorlesebuch darf natürlich mehr Text enthalten. Ein Buch für die ersten Lesejahre sollte beides in stimmiger, harmonischer Mischung enthalten.

Diese Bücher von Walko sind meiner Ansicht nach mit fröhlichen Bildern versehen, die von Witz und sehr viel Detailliebe geprägt sind und eine sehr gelungene Mischung aus einer spannenden und fröhlich, leichten Geschichte und wirklich dazu passenden Bildern darstellen. Etwas Ähnliches ist mir bisher in dieser Qualität nur noch von Erwin Moser, Sven Nordqvist und Janosch bekannt, wobei ich aber nicht ausschließe, noch einige schöne Entdeckungen machen zu können.

Ich würde diese Buchreihe von Walko ohne Bedenken für die angegebene Altersstufe empfehlen und kann mir vorstellen, dass Kinder sie nicht nur gerne immer wieder betrachten und lesen, sondern gerne auch alle Bände sammeln.

Mir gefallen sie jedenfalls sehr gut und ich werde sie gerne für die Enkel aufheben.


Stachelbeerjahre
Stachelbeerjahre
von Inge Barth-Grözinger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Morgen ist Heute schon Gestern, 3. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Stachelbeerjahre (Gebundene Ausgabe)
Zunächst gilt also mein herzlicher Dank dem Thienemann-Verlag dafür, dass ich dieses Buch zum Rezensieren bekommen habe. Ich gebe ehrlich zu, durch dieses Buch eine Autorin gefunden zu haben, die bei mir wirklich einen Nerv getroffen hat und deren weitere Bücher ich mir nach und nach auf jeden Fall zulegen möchte. Es existiert auch schon ein erstes Buch mit der Grunbacher Dorf-Gesellschaft, das allerdings unabhängig vom vorliegenden Buch gelesen werden kann. Außerdem ist sogar noch ein drittes Buch von der Schriftstellerin geplant, da sie nach eigener Aussage Gefallen daran gefunden habe, eine Art Grunbach-Trilogie zu schaffen. Darüber freue ich mich als restlos begeisterte Leserin natürlich sehr.

Die Bevölkerung ist durch den zweiten Weltkrieg dezimiert, viele junge Männer sind gefallen oder noch in Gefangenschaft. In jeder Familie hat der Krieg auf die eine oder andere Art seine Spuren hinterlassen, die im weiteren Verlauf der Geschichte zu Tage treten und die Haupthandlung harmonisch und sinnvoll ergänzen.

Zur Haupthandlung und somit zum Ursprung der Geschichte, um die sich mehrere kleine Nebenschauplätze ranken:

Marianne Holzer lebt mit ihrer Mutter und älteren Schwester Sieglinde bei den Großeltern väterlicherseits. Schon als Kleinkind spürt sie, dass es in der Familie auf vielfache Art und Weise gärt. Nicht nur rein optisch ist sie anders als ihre Verwandten, sondern auch von ihrem ganzen Wesen her. Das strenge Regiment im Hause Holzer führt die Großmutter Hedwig, die zu jedem ruppig und hart ist, außer zu Mariannes Schwester Sieglinde. Das Verhältnis der Schwestern untereinander ist liebevoll, aber von recht unterschiedlichen Interessen und Verhaltensweisen geprägt. Während Marianne unter der strengen Großmutter leidet, am liebsten alleine für sich ist, sich unter dem Küchentisch mit der damals obligatorischen Wachstuchtischdecke versucht, möglichst unsichtbar zu machen oder gerne im nahegelegenen Wald beim Beeren-oder Holzsammeln alleine ist, nimmt Sieglinde das ganze Geschehen zuhause gar nicht ernst, macht sich oft über "die Alte", wie beide Mädchen sie insgeheim nennen, lustig und weiß im richtigen Moment die verbitterte alte Frau immer um den Finger zu wickeln.

Der Großvater Gottfried entflieht der Keiferei seiner Frau meist in den Stall zu seiner Kaninchenzucht, mit denen er entweder redet oder diese aus für Marianne unerklärlichen Gründen schlägt, ist aber sonst wortkarg und eindeutig durch den Krieg und den Tod seines einzigen Sohnes traumatisiert. Er versucht ständig, an die neuesten Nachrichten heranzukommen, um vor dem Herannahen des Bösen, wie er es Marianne gegenüber nennt, gewappnet zu sein.

Mariannes Mutter arbeitet bei dem einzigen Großarbeitgeber der Gegend, Tournier. Ihre Arbeit wird aber nicht näher benannt, nur, dass es mit kleinen Schräubchen und Rädchen zu tun hat, die die Arbeiter mühevoll einsetzen und präzise per Hand einstellen müssen. Anstrengende Arbeit, von der die Mutter sich oft erholt, indem sie abends in ein Tanzcafe ausgeht und, wie selbst sagt, einfach ihren Spass haben will. Dies geschieht sehr zum Missfallen ihrer Schwiegermutter, die dies als Verrat an ihrem gefallenen Sohn ansieht und ihr bei jeder Gelegenheit unter die Nase hält, dass sie ihre Schwiegertochter als Hure ansieht und ihre Enkelin Marianne als "Kuckuckskind".

Als in Mariannes Klasse als Hausaufgabe gefordert wird, einen Familienstammbaum zu fertigen, kommt heraus, dass Marianne gar nicht die leibliche Tochter von Walter Holzer ist, sondern ihr vermeintlicher Vater bei ihrer Zeugung schon längst im Krieg war. Für Marianne hört an diesem Tag im Prinzip ihre Kindheit auf. Das unerklärliche Gefühl, gar nicht richtig zum Haushalt der Holzers zu gehören, bekommt eine reale Begründung und sie beginnt, geschockt und verletzt durch die Hänseleien der anderen Kinder, die die Wahrheit ihrer Herkunft schon lange kannten, sich für alles andere, was im Dorf geschieht zu interessieren. Niemals wieder will sie unwissend sein oder irgendetwas ohne Erklärung hinnehmen und nimmt ab sofort ihre Umwelt weitaus kritischer unter die Lupe. Ihr wird klar, dass sie nicht nur äußerlich mit ihrer Familie kaum etwas gemein hat, sondern sucht Liebe und Glück - ein einfach leichtes, wärmendes Gefühl, wie sie es ausdrückt - in der Beziehung zu zwei Mädchen aus der Nachbarschaft. Diese beiden Freundinnen, von denen eine geistig behindert ist, werden auf ganz unterschiedliche Art mehr zu den Lieferanten dieses Glücksgefühls als irgendjemand aus ihrer eigenen Familie und tragen wesentlich zu ihrer eigenständigen Entwicklung bei.

Das Verhalten ihrer Mutter, der es nur um die finanzielle Absicherung und die eigene Wahrung des Rufes geht, wird ihr immer befremdlicher und sie nimmt sich vor, viel zu lernen und später einmal ihren französischen Vater aufzusuchen, der nach Ende der Besatzungszeit wieder in seine Heimat zurückkehrte. Letzteres Vorhaben wird von ihrer Mutter allerdings als nutzlose und undurchführbare Spinnerei abgetan, da der Name ihres Vaters, Yves Dupont, ein solch häufiger Allerweltsname in Frankreich sei, so dass es ihrer Meinung nach völlig unmöglich sei, ihren Vater ausfindig zu machen. Sie selber habe es ja schließlich auch nicht geschafft, seine Adresse ausfindig zu machen, damals, als sie in der Garnison nachgefragt habe, nachdem sie festgestellt habe, dass sie schwanger von ihm war.

Doch Marianne wird allmählich immer bewußter, dass ihr eigener Charakter sich stark vom Wesen ihrer Mutter unterscheidet, die meist den Weg des geringsten Widerstandes wählt und deren Interessen sich nur auf Oberflächlichkeiten reduziert haben. Am wichtigsten ist der Mutter ihr Ansehen im Dorf, finanzielle Absicherung und die allmählich wieder erreichbaren Luxusgüter, die man mit dem noch recht bescheidenem Einkommen erwerben kann. Ihr einziges zusätzliches Engagement liegt noch darin, endlich einen respektablen Ehemann zu ergattern, durch das sämtliches Gerede über sie, ihrer Meinung und Hoffnung nach, zum Verstummen käme.

Sieglinde übernimmt im Verlauf der Geschichte immer mehr die Verhaltensweise ihrer Mutter. Marianne aber ist ganz anders gestrickt. Sie interessiert sich mittlerweile für alles, was im Dorf vor sich geht, nimmt auf ihre zwar distanziert bleibende, aber nichtsdestotrotz herzliche Weise immer mehr am sozialen Geschehen teil, ist an den historischen und jetzigen politischen Vorgängen interessiert und liest heimlich die Bücher von Walter Holzer, die sie durch puren Zufall beim Holzbevorraten in einem abgewetzten, alten Koffer gefunden hat. In ihr reift der Entschluß, ebenfalls das Abitur zu machen, das ihr nicht leiblicher Vater wegen des Krieges nicht absolvieren konnte. Eine Ambition, die bei Familien aus einfachen Verhältnissen noch gänzlich ungewöhnlich und oft auch nicht erwünscht war.

Welch tragischer Umstand ihr dann allerdings doch ermöglichte, ihren Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen, werde ich nun nicht verraten, um das eigene Leseerlebnis nicht zu schmälern. Es sei aber erwähnt, dass es keineswegs vorhersehbar war und auf keinen Fall das Einzige ist, was diesen Roman so spannend und überaus interessant machte.

***Stilistische Besonderheiten***

Die Geschichte beginnt damit, dass Marianne Holzer mit starken Kopfschmerzen und allgemeinem schlechten Befinden im Bett ihrer Mutter erwacht. Da sie noch nicht einmal als Kleinkind bei Krankheiten dieses Privileg geniessen durfte, wundert sie sich zunächst, was so Schlimmes passiert sein könnte, dass man ihr das erlaubte, sieht bei dem Versuch, sich zu erinnern aber sofort jede Menge Blut vor ihrem geistigen Auge und verdrängt zunächst instinktiv, was genau passiert ist.

Danach springt die Handlung einige Jahre zurück in die Jahre ihrer frühen Kindheit und wir dürfen in Form eines Rückblicks die Handlung aus der Perspektive von Marianne verfolgen. Sehr selten - also den Lesefluß des Handlungsstrangs keineswegs störend - wird diese fortlaufende Haupthandlung durch kurze Abschnitte unterbrochen, in der Marianne in der Gegenwart versucht, sich wieder aufzurappeln und allmählich zu einem Entschluss kommt, wie ihr Leben nun nach einer tödlichen Eskalation in ihrem Familienleben weitergehen soll.

Neben einer wirklich spannenden Handlung und einer ebenso interessanten Zeitdokumentation erfährt man eine Unmenge mehr an Wissenswertem rund um die Deutsche Geschichte und Politik. Geschickt bringt die Autorin die große Deutsche Geschichte und auch weltweite Vorgänge in das dörfliche Geschehen durch Gespräche zwischen den Dorfbewohnern, Radio und der Nvität Fernseher mit ein und spart auch die menschlichen Folgen von KZ-Aufenthalt und langjähriger Gefangenschaft nicht aus. Denn seien wir doch mal ehrlich: wenn wir in einem sachlich gehaltenem Geschichtsbuch über solche Dinge lesen, wird uns dann eigentlich die wahre Bedeutung und Auswirkung auf menschliche Lebewesen wirklich klar und bewußt? Ich denke nicht so stark wie in diesem Roman über ganz normale Menschen, die sich eigentlich nur ihr Leben schön und vernünftig einrichten wollten und das Pech hatten, in eine Zeit großer geschichtsrelevanter Katastrophen, politischer Vorgänge oder deren Auswirkungen hineingeboren zu werden.

Am Schluß des Buches ist eine kurze Auflistung wichtiger historischer Stationen, die für Deutschland damals relevant waren und auf die eine oder andere Art auf jeden Protagonisten Auswirkungen hatte.

***Fazit***

Ich könnte auch noch viel mehr aus diesem großartigen Roman erzählen. Die Autorin versteht es nämlich meisterhaft, die Zeit zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der ersten zaghaften Jahre des Wirtschaftswunders lebendig zu machen. Hauptsächlich um Mariannes Entwicklung vor dem Hintergrund der Nachkriegsjahre in dem schwer gebeuteltem Grunbach mit all seinen Familienschicksalen geht es in diesem, wie ich finde, wichtigem Buch. Wichtig finde ich dieses Buch deswegen, weil man in den Schulen sehr viel über die großen geschichtlichen Ereignisse lernt, aber eher seltener, wie es ganz normalen, kleinen, unbedeutenden Leuten dabei ging. Dadurch ist eine Identifikation und auch ein tieferes Verständnis wohl eher schwierig. Wenn dieses Buch dagegen gelesen wird, kann man als junger Mensch viel eher nachvollziehen, wie es den eigenen Vorfahren ergangen ist und es kann die Grundlage für Gespräche sein, die zu einem besseren Verständnis führen können.

Mein Geburtsjahr fällt zwar nicht so ganz mit dem Geburtsjahr der fiktiven Marianne zusammen. Es ist eher die Generation meines um zehn Jahre älteren Bruders, aber die Gegebenheiten und Entwicklungen in dem Dorf Grunbach sind so ähnlich mit denen im Dorf meiner Kindheit, dass ich sehr oft ein richtiges Déjà-vu hatte.
Es handelte sich da um z.B. die Wachstuchdecken auf dem Küchentisch, die Sissi-Filme, die Musik von Peter Kraus und Elvis Presley (die allerdings eher mein Bruder mit Begeisterung hörte), der Kaninchenzucht meines Großvaters, der auch Gottfried hieß (meine Oma hieß allerdings nicht Hedwig und war nur ein ganz lieber, alter Drachen), dem Beeren- und Pilzesammeln im Wald, Babypuppen mit Schlenkergliedern, die Einrichtung eines Dorfkinos, die Ungeheuerlichkeit, dass ich selbst schon auf das Gymnasium durfte, als andere Mädchen noch Sekretärinnen und Hauswirtschafterinnen wurden, durchaus schlimme dörfliche Ereignisse, wie die Selbsttötung eines Nachbarn und vieles, vieles mehr. Meine Kindheit ist mir durch dieses Buch wieder lebendig geworden. Die Erkenntnis, ebenfalls auf solch normale Weise irgendwo auch zur Deutschen Geschichte zu gehören war außerdem eine sehr schöne und interessante Erfahrung für mich.

Warum das Buch übrigens "Stachelbeerjahre" heißt und was zwei Stubenfliegen und eine Raupe damit zu tun haben, findet Ihr wohl am besten selbst heraus.
Ich kann das Buch nur rundherum empfehlen.


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