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Rezensionen verfasst von
O. Behrendt (Berlin)
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Rico, Oskar und die Tieferschatten
Rico, Oskar und die Tieferschatten
DVD ~ Anton Petzold
Preis: EUR 5,99

15 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Aber sowas von daneben, 5. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Rico, Oskar und die Tieferschatten (DVD)
Verfilmung des gleichnamigen, preisgekrönten Kinderbuchs von Andreas Steinhöfel.

Schon das Thema - autistischer (oder was?) 10-jähriger Junge jagt Kindesentführer - kommt mir absolut kindgerecht vor. Der Bösewicht, Mr. 2000, entführt serienweise kleine Kinder und lässt sie gegen ein Lösegeld von 2.000 Euro frei - anderenfalls, so sagt man, schickt er sie "stückweise" zurück, zuerst die Ohren, so munkeln die Kinder, dann die Hände, dann die Beine. FSK 0 scheint mir gerechtfertigt. Pädagogisch absolut wertvoll.

Das Umfeld - die Geschichte spielt im Kreuzberger Graefekiez - ist erfrischend authentisch, mit Alkoholikern, Hartz-IV-Empfängern und Pennern aller Art. Eine Frau im Nachbarshaus ertrug ihre Lungenkrebs-Diagnose nicht und drehte das Gas auf - der Explosion fiel nicht nur sie, sondern auch das Haus zum Opfer, das seitdem einsturzgefährdet ist und dem Entführer als Versteck dient. Prima, die Themen Krebs und Selbstmord gehören unbedingt in einen Kinderfilm!

Ricos Mama strippt in einer Bar und nimmt sich vor, sich in zwei Jahren "neue Möpse" zu kaufen, während die Nachbarsfrau dem kleinen Rico erklärt, was Callgirls sind. Mama arbeitet nachts und lässt Rico alleine, der sich in seinem Bett vor den Schatten und dem Chaos in seinem Kopf fürchtet. Als Mama zu ihrem - Achtung: ebenfalls krebskranken - Bruder fährt, findet sie überhaupt nichts dabei, Rico ein paar Tage alleine zu lassen. Kann man mit 10-jährigen ja machen. Der nutzt die Zeit, eines der freigelassenen Entführungsopfer, die kleine Sophia, zu besuchen, die traumatisiert und apathisch in ihrem Zimmer sitzt, während ihre Mama betrunken im Wohnzimmer sitzt und Trash-Talkshows guckt.

Was für ein Spaß! Das Publikum ist begeistert, das Feuilleton kommt aus dem Jubeln nicht mehr heraus. Ich warte sehnsüchtig auf die Verfilmung von Steinhöfels "Mitte der Welt", wo dem 15-jährigen schwulen Protagonisten von seinen Eltern zum Geburtstag ein gleichaltriger (!) Callboy geschenkt wird. Explizite Schilderungen des Erlebten fehlen nicht, glaubt man den Besprechungen.

Irgendwie haben sich die Zeiten seit "Wir Kinder aus Bullerbü" geändert...
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 27, 2015 5:58 PM MEST


Brotbackbuch Nr. 2: Alltagsrezepte und Tipps für naturbelassenes Brot
Brotbackbuch Nr. 2: Alltagsrezepte und Tipps für naturbelassenes Brot
von Lutz Geißler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

35 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Buch für Fortgeschrittene, 13. April 2015
Lutz Geißlers Brotbackbuch Nummer 1 hatte ich bereits euphorisch besprochen, die Fortsetzung, zusammen mit Björn "Brotdoc" Hollensteiner geschrieben, überzeugt mich ebenso. Ein Nachfolger für Fortgeschrittene - damit meine ich nicht fortgeschrittene handwerkliche Fähigkeiten (obwohl man voraussetzen sollte, dass der Hobbybäcker die Grundlagen beherrscht und auch über eigene Sauerteige verfügt), sondern fortgeschrittene Interessen.

So sehr das erste Buch mit Misch-, Bier-, Kartoffel-, Körnerbroten, Brötchen, Baguettes, Fladen-, Stangen- und Toastbroten in die Breite ging, so sehr geht das zweite Buch in die Tiefe. Das ist mutig, weil nicht einfach nur noch mehr Rezepte vorgestellt werden, sondern die Autoren einen ganz anderen Ansatz wählen. Im Vordergrund steht weniger die Vielfalt der Gebäcksorten, sondern die Vielfalt der Zubereitungsmethoden bestimmter "Grundbrote". Dasselbe Brot in der Basisherstellung und drei Abwandlungen, der Sauerteigvariante, der No-kneed- und der Übernachtvariante. Hier wird fündig, wer sich für die Nuancen interessiert.

Für den Einsteiger würde ich eher das erste Buch empfehlen, das zweite sollte sich jeder zulegen, der ins Detail gehen und sich den "Untiefen" des Backens nähern will und Begeisterung für die Vielfalt dieses wunderbaren Handwerks mitbringt.

Der wiederum Maßstäbe setzende Inhalt wird abgerundet durch eine wunderschöne, edle Aufmachung und ansprechende Fotografien. Ich bin gespannt auf Band 3!


4
4
Preis: EUR 14,99

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen ist das noch Boozoo Bajou?, 27. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: 4 (Audio CD)
Wenn man sich vor Augen hält, woher Boozoo Bajou musikalisch kommen, was sie auf "Satta" geleistet haben, welche Dance-Bomben sie so rausgehauen haben, "Divers", "Night Over Manaus". den "Chocolate Elvis"-Remix für Tosca oder "Killa", wenn man berücksichtigt, in welchem Ausmaß sie die Club-Sounds der späten 90er geprägt haben mit ihren blubbernden, warmen Dub-Sounds, dann konnte man schon vom Vorgänger-Album "Grains" milde enttäuscht sein, muss spätestens bei "4" aber sanft wegdämmern.

Bei gerade zwei von acht Tracks lässt sich überhaupt noch so etwas wie ein Rhytmus ausmachen, wenn man die Minimal-Percussion so nennen darf, der Rest geht unter in unstrukturierten Ambient-Sphären-Klangwolken. Kein Dub mehr, nirgends, kein Bein zuckt, nichts blubbert oder piepst, rappelt oder groovt.

Weiterentwicklung muss sein, niemand soll verpflichtet sein, immer nur das zu liefern, was man von ihm kennt. Mit "4" haben sich Boozoo Bajou aber so weit von dem entfernt, wofür sie mal standen, dass ich persönlich an dieser Stelle aussteige, wobei das Album sicherlich seinen Reiz hat für Hörer, die auf diese Art von Musik stehen.


Kein Titel verfügbar

443 von 533 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen nach mir die Sintflut, 14. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als der Berliner Jonny K. im Oktober 2012 auf dem Berliner Alexanderplatz totgetreten wurde, kam mir die Berichterstattung der Leitmedien zweifelhaft vor. Eine typische Berliner Partynacht sei es gewesen, die Täter unauffällig, nette Jungs eigentlich, da seien die Dinge aus dem Ruder gelaufen, tragisch das Ganze, eine Verkettung unglücklicher Umstände. Als der junge Daniel S. in Kirchweyhe auf ähnliche Art ums Leben kam und die Stadt in ihrer ersten Reaktion einen "Runden Tisch gegen rechts", ausgerechnet gegen rechts!, organisierte, dachte ich, in diesem Land laufen einige Dinge ernsthaft aus dem Ruder.

Akif Pirincci war der einzige, der darauf hin laut und mächtig die Stimme erhob: "Das Schlachten hat begonnen!" Ein erstaunlicher Aufsatz, der wie Donnerhall durchs Land ging. Pirincci kloppt drauf ohne Rücksicht auf Verluste. So unästhetisch das bisweilen klingt, so wichtig war diese Wutreaktion doch. Die Gegenreaktionen auf Pirincci stehen für sich, müssen kaum weiter kommentiert werden und fassen hervorragend zusammen, wo der Schuh drückt - die heiligen Mantras sind unantastbar, und wer daran rüttelt, wird geächtet.

Ich stimme Pirincci nicht in allen Belangen zu. Mit seinem Kapitel über die Frauen konnte ich nicht so viel anfangen, ich bin mir nicht ganz sicher, worauf er da hinauswill, seinen Thesen zum öffentlich.rechtlichen Rundfunk würde ich teilweise widersprechen, wenngleich auch ich die politisch korrekte Linie, die der ÖR fährt, immer unerträglicher finde. (Aber über das bisschen Qualität, das man da bisweilen noch findet, bin ich schon ganz froh, etwa behutsam und sensible Langzeit-Reportagen wie "Berlin Ecke Bundesplatz").

Ansonsten: vorbehaltlose Zustimmung. Pirincci gebührt der Verdienst, den Konsens dieser ganzen wahnsinnig gewordenen Nutznießer des linksgrünen Mainstreams zu zerschlagen, auch wenn man, wie ich, kein "Rechter" ist, sondern sich in der liberalen Mitte verortet und sich nicht für dumm verkaufen lässt. Pirincci stößt die heiligen Säulen um: Der Islam gehört nach Deutschland, der weiße Mann ist ein Auslaufmodell und schuld an allem, ein Kind braucht nicht Mama und Papa, muslimische Jugendliche sind zerrissen und orientierungslos, es gibt ein drittes Geschlecht. Gegen diese zementierten Wahrheiten muss man mnachmal anbrüllen, um gehört zu werden, und den Presslufthammer auspacken, damit dieses Lügengebäude Risse bekommt.

Das Buch hat mir einfach Spaß gemacht. Natürlich übertreibt der Autor, natürlich vergreift er sich mitunter im Ton - warum denn auch nicht? Das einzige Problem: wir brauchen viel mehr Autoren wie ihn, die den Mut haben, sich mit der geballten Macht der Medien anzulegen. Die Unabhängigkeit Pirinccis ist sein größter Vorteil, nach dem Motto "nach mir die SIntflut" zu schreiben können sich nicht viele leisten. Insofern: weiter so!
Kommentar Kommentare (69) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 15, 2016 2:10 AM CET


Glück schlägt Geld. Generation Y: Was wir wirklich wollen
Glück schlägt Geld. Generation Y: Was wir wirklich wollen
von Kerstin Bund
  Gebundene Ausgabe

11 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen ich-bezogene Banalitäten, 18. März 2014
Wer die Autorin im Radio erlebt hat (auf InfoRadio vom RBB durfte sie ihre Gedanken eine knappe Stunde lang vorstellen), der ahnt, was ihn mit diesem Buch erwartet: Oberflächlichkeiten, Banalitäten, Allgemeinplätze und ein gerüttelt Maß anmaßende Ich-Bezogenheit.

Schon diese gekünstelte Einteilung in angebliche Generationen - wer nimmt die denn vor, wie willkürlich werden hier Grenzen gezogen? Die ab 1980 Geborenen sollen ganz anders ticken als die davor - gibt es da eine genetische Unterscheidung? Ich kann mit solchen Konstrukten nichts anfangen, zumal sie in einer Weise verallgemeinert werden, die unzulässig sein sollte. Die Generation-Y-Kinder dürfen mitentscheiden, wohin die Familie in den Sommerurlaub fährt - aha, ist das bei allen so? War das bei den Älteren nie so?

Die Autorin stellt Behauptung um Behauptung auf, eine jede davon einhergehend mit der Gewissheit, es besser zu haben und besser zu machen als frühere Generationen, und das verärgert. Totarbeiten wollen sie sich nicht, je nun, wer will das schon. Auch ich als 73er Jahrgang schaue, dass ich mir beruflich Freiräume schaffe, um mich meiner Familie widmen zu können. Wieso sollte das eine Errungenschaft einer herbei halluzinierten "Generation Y" sein?

Nein, diese Lektüre ist nichts für mich. Naive Tagträumereien einer egozentrischen Journalistin, die so privilegiert ist, bei der ZEIT schreiben zu dürfen, und die vermutlich eines Tages merken wird, dass sie mit ihren postpubertären Befindlichkeiten nicht weit kommt.


Das Brotbackbuch: Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot
Das Brotbackbuch: Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot
von Lutz Geißler
  Gebundene Ausgabe

44 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen jetzt schon das Standardwerk, 15. Juli 2013
Wer sich mit Hingabe dem Kochen widmet, den treibt vielleicht auch irgendwann der Wunsch, eigenes Brot zu backen, zumal man mit den Produkten der großen Bäcker-Ketten unzufrieden sein darf. Da werden Millionen TK-Teiglinge aus China importiert und hier als Brötchen verkauft, wird mit chemischen Treibmitteln gebacken, Gesundheit durch Zugabe von brauner Farbe (Zuckercouleur?) vorgegaukelt usw. Erste Gehversuche, unter konsequentem Verzicht auf Backmischungen oder Backautomaten, ähnelten dennoch einem Desaster: die Brote gingen nicht auf, waren kompakt wie Ziegelsteine, rissen und bröckelten, der Sauerteig aus der Tüte bewirkte höchstens geschmacklich etwas, viel zu große Mengen Hefe verdarben den Geschmack. Im Ergebnis also enttäuschend.

Dann trat Lutz Geißler in mein Leben, in Form seines Brotblogs [...]. Und schnell wurde klar: Brote backen, das macht man entweder richtig oder gar nicht. Richtig backen heißt: mit eigenen Sauerteigen arbeiten, geringe Hefemengen verwenden, dafür extrem lange Gehzeiten (bis zu drei Tagen), vernünftiges Equipment, sorgfältiges Formen der Brote, ordentlich Dampf beim Backen. Und so fand ich meinen Weg in die Welt der Brote, aus der ich noch nicht wieder herausgefunden habe. Baguettes, Vollkornbrote, Bauernbrote, Brötchen, mit Lutz Geißlers Rezepten und seiner engelsgeduldigen Art, jede Frage (zur Not zum zehnten Mal) zu beantworten, gibt es kaum noch Grenzen.

Nun hat der Mann sein geballtes Wissen (endlich) in Buchform gepackt, und heraus gekommen ist die deutschsprachige Bibel der Brotbackkunst. Wunderschön in der Aufmachung, theoretische Anleitungen, die keine Frage offen lassen, dutzende Rezepte, die gut nachzubacken sind, hier bleibt kein Wunsch offen. Die eine oder andere grafische Darstellung kann ich nicht nachvollziehen (das Stülpen der Baguettes kapiere ich einfach nicht), aber zur Not gibt es ja auch noch Videoanleitungen. Festzuhalten bleibt, dass das Backen ein Handwerk im ursprünglichen Sinne ist, das muss man lernen, und das dauert. Professionelle Bedingungen werde ich nicht immer erreichen, so kann ich z.B. meine Küche nicht auf die 26 oder 28 Grad bringen, die mancher Teig zum Gehen braucht. Aber mit diesen kleinen Einschränkungen kann ich leben.

Wer sich dem Hobby des Brotbackens ernsthaft hingeben will, für den ist dieses Buch ein Muss. Es lohnt sich.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 21, 2015 11:43 AM MEST


Der kleine Ritter Trenk
Der kleine Ritter Trenk
von Kirsten Boie
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

31 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nichts zum Vorlesen, 15. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Ritter Trenk (Gebundene Ausgabe)
Wir haben dieses Buch weggelegt, nach unzähligen Anläufen, unserer sechsjährigen Tochter vorzulesen. Möge sie es in naher Zukunft selber lesen und Spaß daran haben, zum Vorlesen ist es nichts und hat mir den letzten Nerv geraubt.

Ich behaupte nach wie vor, dass man die Qualität eines Kinderbuches am Vorlese-Erlebnis messen kann. Nicht von ungefähr lassen sich die Klassiker auch am besten lesen: Preußler, Lindgren, Ende, Janosch, das hat Rhythmus, das ist stimmig, kein Wort zuviel, das "flutscht" beim lauten Lesen. Diese Autoren, man mag sie "nur" für Kinderbuchautoren halten, sind große Stilisten und Puristen. Kirsten Boie dagegen ist - im Unterschied zu den Vorgenannten - promovierte Literaturwissenschaftlerin, und das ist vermutlich auch das Problem. Anstatt mit dem Herzen schreibt sie mit dem akademischen Kopf, und das produziert dann verschachtelte Endlos-Sätze, vor allem eine unfassliche Anzahl von überflüssigen und jeden Leserhythmus zerstörenden Füllwörtern wie "auch", "eigentlich", "nun", "ja nun aber auch", "zudem doch" usw. Ganz abgesehen von der permanenten persönlichen Ansprache ("wie du dir ja sicher denken kannst"). Ich für meinen Teil finde das wirklich grauenhaft zu lesen.

Inhaltlich möchte ich es nicht beurteilen, da wir nicht weiter als bis zur ersten Hälfte gekommen sind - die fand ich sehr zäh und wenig ansprechend, aber das sollen die Kinder beurteilen.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 15, 2016 3:02 PM CET


In einer Person
In einer Person
von John Irving
  Gebundene Ausgabe

9 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen ein weiterer Tiefpunkt, 3. April 2013
Rezension bezieht sich auf: In einer Person (Gebundene Ausgabe)
Wann hat eigentlich John Irving aufgehört, gute Romane zu schreiben? Das letzte Buch, das mich in jeder Hinsicht zufrieden gestellt hat, muss „Zirkuskind“ (1995) gewesen sein – seitdem hat Irving nichts Überzeugendes mehr geschrieben.

Auffällig ist vor allem die permanente Abwesenheit einer Handlung, einer Geschichte, die uns von A über B nach C führt und in deren Verlauf im besten Falle noch etwas Spannendes, vielleicht sogar Dramatisches passiert. Das ist in Irvings letzten Werken durchweg nicht der Fall. Der Autor, der so große Geschichten wie den Wassertrinker, Hotel New Hampshire, Cider House Rules etc. geschrieben hat, führt uns durch ein struktur- und konturloses Gebilde aus Raum und Zeit, wirft uns mal hier einen Satz, mal dort eine Begebenheit hin. Die völlige Abwesenheit von Situationen, von echten Dialogen, von herausgearbeiteten Szenen, in denen etwas Konkretes geschieht, von Höhepunkten, auf die der Roman zusteuert, lässt mich, seit über 25 Jahren treuer Irving-Fan, frustriert zurück. Das neue Buch ist da keine Ausnahme.

Dass der Humor ebenfalls komplett auf der Strecke geblieben ist, ist um so bedauerlicher und wird auch nicht durch Irvings repetitiven Stil („Oh!“) geheilt. John Irving begeht den Fehler, eine Thematik anstelle einer Handlung in den Vordergrund zu stellen, vorliegend das Thema Bisexualität und Transsexualität. Nun ja, daraus kann man ja was machen. Macht er aber nicht. Denn mehr kommt da nicht. Der bisexuelle Bill bleibt uns ebenso fremd und gleichgültig wie seine Jugendfreundin Elaine, dann gibt es noch die unrealistische Mrs. Frost, endlose Details zu Schultheater-Aufführungen und jede Menge Verwandtschaft, deren Biographie mir herzlich gleichgültig war. Annähernd alle Personen in diesem Buch werden irgendwann zur Frau und/oder sterben an HIV, bevorzugt auf den letzten 200 Seiten. Aber was wollte Irving uns denn nun erzählen?

Dass er der Romancier mit dem größten Herz für Außenseiter ist, dass er Romane geschrieben hat, die an unsere Toleranz appellieren, wichtige, bedeutende Romane, ist ihm nicht hoch genug anzurechnen. Aber muss er deshalb nun langweilig werden?

Nein, auch „In einer Person“ konnte mich nicht überzeugen, und beim nächsten Irving werde ich nicht instinktiv, sondern erst dann zugreifen, wenn ich überzeugt bin, es lohnt sich.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 2, 2013 5:56 PM MEST


Sony BDP-S185 Blu-ray/DVD-Player (Internet Video) schwarz
Sony BDP-S185 Blu-ray/DVD-Player (Internet Video) schwarz

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen so ein Mist, 11. Februar 2013
Acht Wochen hat er gehalten. Dann fing er plötzlich (beim Fernsehen) an, sich selber einzuschalten, ohne dass ich ihn wieder ausschalten konnte, das ging nur per Steckerziehen. Einige Tage später versagte die Fernbedienung (nein, es waren nicht die Batterien), die Schublade konnte ich noch per Taste am Gerät öffnen, aber nicht mehr schließen, und am Ende spielte er eingelegte Discs einfach nicht mehr ab - jetzt geht gar nichts mehr.

Täuscht mich mein Gefühl oder haben die Dinge, allgemein gesprochen, früher länger gehalten? Wenn ich nur an den vierzig Jahre alten Wasserkocher meiner Eltern denke... im wahrsten Sinne deutsche Wertarbeit.


Upside Down
Upside Down
Preis: EUR 18,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Recycling, 27. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Upside Down (Audio CD)
Jazzanova sind Meister der Wiederverwertung, des Recyclings - das betrifft im Positiven ihren Umgang mit Samples, im Negativen ihre eigene kommerzielle Verwertung. Die vielen überflüssigen und oft nichtssagenden Compilations mit dem Jazzanova-Sticker drauf hatte ich bereits an anderer Stelle erwähnt.

Hier nun fiel mir erstmal auf, dass mindestens vier der zehn Stücke bereits gute alte Bekannte sind und sich bereits auf Jazzanovas "Mixing..." (2004) oder "Broadcasting" (2006) fanden. Insofern haben wir es hier, nach der umfangreichen "Remixed"-Doppel-CD, mit einer Art Resteessen zu tun.

Positiv hervorheben würde ich die Remixe von Hendrik Schwarz und Motor City Drum Ensemble, die zwar auch schon ein paar Jährchen auf den Buckeln haben, aber was soll's, und einen recht aktuellen Remix von Jazzanova-DJ Alexander Barck. Schöne Nummern!

Es bleiben ein paar Tracks, die mehr oder weniger interessant sind, die man haben kann, aber sicherlich nicht muss. Wer also ein neues, aufregendes Album von Jazzanova erwartet hat oder wenigstens etwas, das qualitativ ihren eigenen Remix-Zusammenstellungen gerecht würde, wird enttäuscht sein.


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