ARRAY(0x9c0a1cfc)
 
Profil für O. Behrendt > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von O. Behrendt
Top-Rezensenten Rang: 3.627
Hilfreiche Bewertungen: 1058

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
O. Behrendt (Berlin)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6
pixel
Deutschland von Sinnen: Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer
Deutschland von Sinnen: Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer
von Akif Pirinçci
  Broschiert
Preis: EUR 17,80

118 von 135 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen nach mir die Sintflut, 14. April 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Als der Berliner Jonny K. im Oktober 2012 auf dem Berliner Alexanderplatz totgetreten wurde, kam mir die Berichterstattung der Leitmedien zweifelhaft vor. Eine typische Berliner Partynacht sei es gewesen, die Täter unauffällig, nette Jungs eigentlich, da seien die Dinge aus dem Ruder gelaufen, tragisch das Ganze, eine Verkettung unglücklicher Umstände. Als der junge Daniel S. in Kirchweyhe auf ähnliche Art ums Leben kam und die Stadt in ihrer ersten Reaktion einen "Runden Tisch gegen rechts", ausgerechnet gegen rechts!, organisierte, dachte ich, in diesem Land laufen einige Dinge ernsthaft aus dem Ruder.

Akif Pirincci war der einzige, der darauf hin laut und mächtig die Stimme erhob: "Das Schlachten hat begonnen!" Ein erstaunlicher Aufsatz, der wie Donnerhall durchs Land ging. Pirincci kloppt drauf ohne Rücksicht auf Verluste. So unästhetisch das bisweilen klingt, so wichtig war diese Wutreaktion doch. Die Gegenreaktionen auf Pirincci stehen für sich, müssen kaum weiter kommentiert werden und fassen hervorragend zusammen, wo der Schuh drückt - die heiligen Mantras sind unantastbar, und wer daran rüttelt, wird geächtet.

Ich stimme Pirincci nicht in allen Belangen zu. Mit seinem Kapitel über die Frauen konnte ich nicht so viel anfangen, ich bin mir nicht ganz sicher, worauf er da hinauswill, seinen Thesen zum öffentlich.rechtlichen Rundfunk würde ich teilweise widersprechen, wenngleich auch ich die politisch korrekte Linie, die der ÖR fährt, immer unerträglicher finde. (Aber über das bisschen Qualität, das man da bisweilen noch findet, bin ich schon ganz froh, etwa behutsam und sensible Langzeit-Reportagen wie "Berlin Ecke Bundesplatz").

Ansonsten: vorbehaltlose Zustimmung. Pirincci gebührt der Verdienst, den Konsens dieser ganzen wahnsinnig gewordenen Nutznießer des linksgrünen Mainstreams zu zerschlagen, auch wenn man, wie ich, kein "Rechter" ist, sondern sich in der liberalen Mitte verortet und sich nicht für dumm verkaufen lässt. Pirincci stößt die heiligen Säulen um: Der Islam gehört nach Deutschland, der weiße Mann ist ein Auslaufmodell und schuld an allem, ein Kind braucht nicht Mama und Papa, muslimische Jugendliche sind zerrissen und orientierungslos, es gibt ein drittes Geschlecht. Gegen diese zementierten Wahrheiten muss man mnachmal anbrüllen, um gehört zu werden, und den Presslufthammer auspacken, damit dieses Lügengebäude Risse bekommt.

Das Buch hat mir einfach Spaß gemacht. Natürlich übertreibt der Autor, natürlich vergreift er sich mitunter im Ton - warum denn auch nicht? Das einzige Problem: wir brauchen viel mehr Autoren wie ihn, die den Mut haben, sich mit der geballten Macht der Medien anzulegen. Die Unabhängigkeit Pirinccis ist sein größter Vorteil, nach dem Motto "nach mir die SIntflut" zu schreiben können sich nicht viele leisten. Insofern: weiter so!
Kommentar Kommentare (19) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 15, 2014 7:22 PM MEST


Glück schlägt Geld. Generation Y: Was wir wirklich wollen
Glück schlägt Geld. Generation Y: Was wir wirklich wollen
von Kerstin Bund
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen ich-bezogene Banalitäten, 18. März 2014
Wer die Autorin im Radio erlebt hat (auf InfoRadio vom RBB durfte sie ihre Gedanken eine knappe Stunde lang vorstellen), der ahnt, was ihn mit diesem Buch erwartet: Oberflächlichkeiten, Banalitäten, Allgemeinplätze und ein gerüttelt Maß anmaßende Ich-Bezogenheit.

Schon diese gekünstelte Einteilung in angebliche Generationen - wer nimmt die denn vor, wie willkürlich werden hier Grenzen gezogen? Die ab 1980 Geborenen sollen ganz anders ticken als die davor - gibt es da eine genetische Unterscheidung? Ich kann mit solchen Konstrukten nichts anfangen, zumal sie in einer Weise verallgemeinert werden, die unzulässig sein sollte. Die Generation-Y-Kinder dürfen mitentscheiden, wohin die Familie in den Sommerurlaub fährt - aha, ist das bei allen so? War das bei den Älteren nie so?

Die Autorin stellt Behauptung um Behauptung auf, eine jede davon einhergehend mit der Gewissheit, es besser zu haben und besser zu machen als frühere Generationen, und das verärgert. Totarbeiten wollen sie sich nicht, je nun, wer will das schon. Auch ich als 73er Jahrgang schaue, dass ich mir beruflich Freiräume schaffe, um mich meiner Familie widmen zu können. Wieso sollte das eine Errungenschaft einer herbei halluzinierten "Generation Y" sein?

Nein, diese Lektüre ist nichts für mich. Naive Tagträumereien einer egozentrischen Journalistin, die so privilegiert ist, bei der ZEIT schreiben zu dürfen, und die vermutlich eines Tages merken wird, dass sie mit ihren postpubertären Befindlichkeiten nicht weit kommt.


Das Brotbackbuch: Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot
Das Brotbackbuch: Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot
von Lutz Geißler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen jetzt schon das Standardwerk, 15. Juli 2013
Wer sich mit Hingabe dem Kochen widmet, den treibt vielleicht auch irgendwann der Wunsch, eigenes Brot zu backen, zumal man mit den Produkten der großen Bäcker-Ketten unzufrieden sein darf. Da werden Millionen TK-Teiglinge aus China importiert und hier als Brötchen verkauft, wird mit chemischen Treibmitteln gebacken, Gesundheit durch Zugabe von brauner Farbe (Zuckercouleur?) vorgegaukelt usw. Erste Gehversuche, unter konsequentem Verzicht auf Backmischungen oder Backautomaten, ähnelten dennoch einem Desaster: die Brote gingen nicht auf, waren kompakt wie Ziegelsteine, rissen und bröckelten, der Sauerteig aus der Tüte bewirkte höchstens geschmacklich etwas, viel zu große Mengen Hefe verdarben den Geschmack. Im Ergebnis also enttäuschend.

Dann trat Lutz Geißler in mein Leben, in Form seines Brotblogs [...]. Und schnell wurde klar: Brote backen, das macht man entweder richtig oder gar nicht. Richtig backen heißt: mit eigenen Sauerteigen arbeiten, geringe Hefemengen verwenden, dafür extrem lange Gehzeiten (bis zu drei Tagen), vernünftiges Equipment, sorgfältiges Formen der Brote, ordentlich Dampf beim Backen. Und so fand ich meinen Weg in die Welt der Brote, aus der ich noch nicht wieder herausgefunden habe. Baguettes, Vollkornbrote, Bauernbrote, Brötchen, mit Lutz Geißlers Rezepten und seiner engelsgeduldigen Art, jede Frage (zur Not zum zehnten Mal) zu beantworten, gibt es kaum noch Grenzen.

Nun hat der Mann sein geballtes Wissen (endlich) in Buchform gepackt, und heraus gekommen ist die deutschsprachige Bibel der Brotbackkunst. Wunderschön in der Aufmachung, theoretische Anleitungen, die keine Frage offen lassen, dutzende Rezepte, die gut nachzubacken sind, hier bleibt kein Wunsch offen. Die eine oder andere grafische Darstellung kann ich nicht nachvollziehen (das Stülpen der Baguettes kapiere ich einfach nicht), aber zur Not gibt es ja auch noch Videoanleitungen. Festzuhalten bleibt, dass das Backen ein Handwerk im ursprünglichen Sinne ist, das muss man lernen, und das dauert. Professionelle Bedingungen werde ich nicht immer erreichen, so kann ich z.B. meine Küche nicht auf die 26 oder 28 Grad bringen, die mancher Teig zum Gehen braucht. Aber mit diesen kleinen Einschränkungen kann ich leben.

Wer sich dem Hobby des Brotbackens ernsthaft hingeben will, für den ist dieses Buch ein Muss. Es lohnt sich.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 10, 2013 12:28 AM CET


Der kleine Ritter Trenk
Der kleine Ritter Trenk
von Kirsten Boie
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nichts zum Vorlesen, 15. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Der kleine Ritter Trenk (Gebundene Ausgabe)
Wir haben dieses Buch weggelegt, nach unzähligen Anläufen, unserer sechsjährigen Tochter vorzulesen. Möge sie es in naher Zukunft selber lesen und Spaß daran haben, zum Vorlesen ist es nichts und hat mir den letzten Nerv geraubt.

Ich behaupte nach wie vor, dass man die Qualität eines Kinderbuches am Vorlese-Erlebnis messen kann. Nicht von ungefähr lassen sich die Klassiker auch am besten lesen: Preußler, Lindgren, Ende, Janosch, das hat Rhythmus, das ist stimmig, kein Wort zuviel, das "flutscht" beim lauten Lesen. Diese Autoren, man mag sie "nur" für Kinderbuchautoren halten, sind große Stilisten und Puristen. Kirsten Boie dagegen ist - im Unterschied zu den Vorgenannten - promovierte Literaturwissenschaftlerin, und das ist vermutlich auch das Problem. Anstatt mit dem Herzen schreibt sie mit dem akademischen Kopf, und das produziert dann verschachtelte Endlos-Sätze, vor allem eine unfassliche Anzahl von überflüssigen und jeden Leserhythmus zerstörenden Füllwörtern wie "auch", "eigentlich", "nun", "ja nun aber auch", "zudem doch" usw. Ganz abgesehen von der permanenten persönlichen Ansprache ("wie du dir ja sicher denken kannst"). Ich für meinen Teil finde das wirklich grauenhaft zu lesen.

Inhaltlich möchte ich es nicht beurteilen, da wir nicht weiter als bis zur ersten Hälfte gekommen sind - die fand ich sehr zäh und wenig ansprechend, aber das sollen die Kinder beurteilen.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 10, 2013 11:44 PM MEST


In einer Person
In einer Person
von John Irving
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen ein weiterer Tiefpunkt, 3. April 2013
Rezension bezieht sich auf: In einer Person (Gebundene Ausgabe)
Wann hat eigentlich John Irving aufgehört, gute Romane zu schreiben? Das letzte Buch, das mich in jeder Hinsicht zufrieden gestellt hat, muss „Zirkuskind“ (1995) gewesen sein – seitdem hat Irving nichts Überzeugendes mehr geschrieben.

Auffällig ist vor allem die permanente Abwesenheit einer Handlung, einer Geschichte, die uns von A über B nach C führt und in deren Verlauf im besten Falle noch etwas Spannendes, vielleicht sogar Dramatisches passiert. Das ist in Irvings letzten Werken durchweg nicht der Fall. Der Autor, der so große Geschichten wie den Wassertrinker, Hotel New Hampshire, Cider House Rules etc. geschrieben hat, führt uns durch ein struktur- und konturloses Gebilde aus Raum und Zeit, wirft uns mal hier einen Satz, mal dort eine Begebenheit hin. Die völlige Abwesenheit von Situationen, von echten Dialogen, von herausgearbeiteten Szenen, in denen etwas Konkretes geschieht, von Höhepunkten, auf die der Roman zusteuert, lässt mich, seit über 25 Jahren treuer Irving-Fan, frustriert zurück. Das neue Buch ist da keine Ausnahme.

Dass der Humor ebenfalls komplett auf der Strecke geblieben ist, ist um so bedauerlicher und wird auch nicht durch Irvings repetitiven Stil („Oh!“) geheilt. John Irving begeht den Fehler, eine Thematik anstelle einer Handlung in den Vordergrund zu stellen, vorliegend das Thema Bisexualität und Transsexualität. Nun ja, daraus kann man ja was machen. Macht er aber nicht. Denn mehr kommt da nicht. Der bisexuelle Bill bleibt uns ebenso fremd und gleichgültig wie seine Jugendfreundin Elaine, dann gibt es noch die unrealistische Mrs. Frost, endlose Details zu Schultheater-Aufführungen und jede Menge Verwandtschaft, deren Biographie mir herzlich gleichgültig war. Annähernd alle Personen in diesem Buch werden irgendwann zur Frau und/oder sterben an HIV, bevorzugt auf den letzten 200 Seiten. Aber was wollte Irving uns denn nun erzählen?

Dass er der Romancier mit dem größten Herz für Außenseiter ist, dass er Romane geschrieben hat, die an unsere Toleranz appellieren, wichtige, bedeutende Romane, ist ihm nicht hoch genug anzurechnen. Aber muss er deshalb nun langweilig werden?

Nein, auch „In einer Person“ konnte mich nicht überzeugen, und beim nächsten Irving werde ich nicht instinktiv, sondern erst dann zugreifen, wenn ich überzeugt bin, es lohnt sich.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 2, 2013 5:56 PM MEST


Sony BDP-S185 Blu-ray/DVD-Player (Internet Video) schwarz
Sony BDP-S185 Blu-ray/DVD-Player (Internet Video) schwarz

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen so ein Mist, 11. Februar 2013
Acht Wochen hat er gehalten. Dann fing er plötzlich (beim Fernsehen) an, sich selber einzuschalten, ohne dass ich ihn wieder ausschalten konnte, das ging nur per Steckerziehen. Einige Tage später versagte die Fernbedienung (nein, es waren nicht die Batterien), die Schublade konnte ich noch per Taste am Gerät öffnen, aber nicht mehr schließen, und am Ende spielte er eingelegte Discs einfach nicht mehr ab - jetzt geht gar nichts mehr.

Täuscht mich mein Gefühl oder haben die Dinge, allgemein gesprochen, früher länger gehalten? Wenn ich nur an den vierzig Jahre alten Wasserkocher meiner Eltern denke... im wahrsten Sinne deutsche Wertarbeit.


Upside Down
Upside Down
Preis: EUR 19,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Recycling, 27. März 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Upside Down (Audio CD)
Jazzanova sind Meister der Wiederverwertung, des Recyclings - das betrifft im Positiven ihren Umgang mit Samples, im Negativen ihre eigene kommerzielle Verwertung. Die vielen überflüssigen und oft nichtssagenden Compilations mit dem Jazzanova-Sticker drauf hatte ich bereits an anderer Stelle erwähnt.

Hier nun fiel mir erstmal auf, dass mindestens vier der zehn Stücke bereits gute alte Bekannte sind und sich bereits auf Jazzanovas "Mixing..." (2004) oder "Broadcasting" (2006) fanden. Insofern haben wir es hier, nach der umfangreichen "Remixed"-Doppel-CD, mit einer Art Resteessen zu tun.

Positiv hervorheben würde ich die Remixe von Hendrik Schwarz und Motor City Drum Ensemble, die zwar auch schon ein paar Jährchen auf den Buckeln haben, aber was soll's, und einen recht aktuellen Remix von Jazzanova-DJ Alexander Barck. Schöne Nummern!

Es bleiben ein paar Tracks, die mehr oder weniger interessant sind, die man haben kann, aber sicherlich nicht muss. Wer also ein neues, aufregendes Album von Jazzanova erwartet hat oder wenigstens etwas, das qualitativ ihren eigenen Remix-Zusammenstellungen gerecht würde, wird enttäuscht sein.


Die Nacht des Zorns: Roman (Kommissar Adamsberg ermittelt, Band 8)
Die Nacht des Zorns: Roman (Kommissar Adamsberg ermittelt, Band 8)
von Fred Vargas
  Gebundene Ausgabe

45 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wurm drin?, 26. März 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Vorab, ich fand die Übersetzungen von Tobias Scheffel und Julia Schoch auch besser.

Daran liegt es aber nicht in erster Linie, dass mich der neue Vargas - wie auch schon sein Vorgänger "Der verbotene Ort" - nicht so sehr fesseln kann. Ich würde sterben für Fred Vargas und ihre Adamsberg-Krimis, aber seit dem Höhepunkt "Die dritte Jungfrau", den ich hier hoch gelobt habe, ist irgendwie der Wurm drin, ohne dass ich genau sagen kann, woran es liegt.

Missraten ist jedenfalls die Auflösung des Falls, das ist mir zu weit hergeholt, zu konstruiert. Vargas schreibt zwar selten Krimis, die mitten aus dem Leben gegriffen sind, die romantisch-gruselige Komponente gehörte schon immer zu ihren Lieblingszutaten, das mögen Vampire, Werwölfe oder andere alte Legenden sein, aber am Ende machte doch immer alles Sinn - hier aber konnte ich mich nur schwer mit dem Ende abfinden.

Hinzu kommt, dass "Nacht des Zorns" phasenweise doch ein wenig - ich sage es nur ungerne - langweilig ist. Ich schätze und respektiere Vargas für ihre gemächliche Erzählweise, gerade weil sie blitzschnell auf atemraubende Spannung umschalten kann, aber dies hier ist und bleibt tempolos und behäbig, Spannung kommt selten auf. Es fehlt der genialische Moment, der die Vargas-Krimis ansonsten aus der Masse herauskatapultiert. Auch in der ansonsten so faszinierenden Interaktion zwischen den Polizisten, vor allem Danglard und Retancourt, springt der Funke nicht wirklich über.

Davon abgesehen verstehe ich nicht, warum man den Originaltitel ("L'armée furieuse" - "Das wütende Heer") nicht einfach wörtlich übersetzt hat, sondern zu diesem etwas reißerischen Don-Winslow-Titel greifen musste.

Alles in allem einer der schwächeren Vargas-Krimis, an ihren eigenen Maßstäben gemessen, und doch ein überdurchschnittlich gutes Buch.


Shibumi
Shibumi
von Trevanian
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen so langweilig kann die Hölle sein, 29. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Shibumi (Taschenbuch)
Ich gebe es zu, auch ich habe "Shibumi" als Komplettierung zu Don Winslows "Satori" erworben, und das ist auch notwendig, um letzteres zu verstehen.

Mit Nicholas Hel ist Trevanian eine überaus bemerkenswerte Figur gelungen, die es verdient hätte, in weiteren Romanen aufzutreten. Und hierin liegt auch gleich mein Hauptproblem: der Thriller wirkt überwiegend wie eine Ouvertüre, in welcher Nicholas Hel vorgestellt, eingeführt wird. Wer seine Figur derartig "vorbereitet", sie mit soviel Geschichte und Hintergrund versieht, muss mehr im Sinn haben. Insofern konsequent, die Figur Nicolas Hel von Winslow neu aufleben zu lassen.

Die große Schwäche eines ansonsten hervorragenden Buches ist die Gewichtung, und die kann ich nicht nachvollziehen: das Buch hat 550 Seiten, auf Seite 350 geht es langsam mal los mit der eigentlichen Geschichte, der Rest ist Einführung. Wir erfahren allerlei über den Zweiten Weltkrieg in Asien, das Go-Spiel, Hels Gefangenschaft, die Höhlenkletterei und anderes, doch all dies ist sozusagen Vorspiel. Für die konkrete Handlung bleiben gerade 200 Seiten. Ich finde das unverzeihlich. Und so erwartet den Leser nun sicherlich alles andere als ein "Höllenritt" von Thriller.

Ein solcher Aufbau macht nur Sinn, wenn Trevanian diesem Buch fünf weitere Hel-Romane hätte folgen lassen - hat er aber nicht. So wird mit viel Anlauf eine Figur aufgebaut, die nur allzu schnell wieder die Bühne verlässt. Das hat mich schwer irritiert. Ansonsten ist das letzte Drittel ziemlich spannend und auch der Rest durchaus lesenswert.


Herr aller Dinge: Roman
Herr aller Dinge: Roman
von Andreas Eschbach
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen zu viel Science-Fiction, 20. Oktober 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Herr aller Dinge: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich möchte vorwegschicken, dass ich überzeugter Eschbach-Leser bin - was dieser Autor für die deutsche Unterhaltungsliteratur bedeutet, kann man nicht hoch genug schätzen. Durchweg anregende, querdenkende und hochinteressante, teilweise verblüffende und mutige Ideen.

Man kann ihm allerdings vorwerfen, dass er es mitunter nicht versteht, seine grandiosen Sujets zu einem stringenten Ende zu führen. Häufig ist man am Ende doch etwas unbefriedigt, dass es so endet, ich denke da etwa an "Eine Billion Dollar" oder "Ausgebrannt".

Der neue Roman schwächelt dagegen schon ab der Mitte. Bis dahin hat es Spaß gemacht, ab dann wird es mir zu Sci-Fi-mäßig und Action-lastig, erinnert mich teilweise an Dan Browns "Meteor".

Abgesehen davon hält der Roman leider nicht, was er laut Klappentext verspricht. "Was mit einer bahnbrechenden Erfindung beginnt, führt ihn allerdings bald auf die Spur eines uralten Geheimnisses und des schrecklichsten aller Verbrechen" - so etwas kann ja nur enttäuschen. Weder geht es hier um ein Geheimnis noch um ein Verbrechen. Auch kann man in Frage stellen, dass es in "Herr aller Dinge" tatsächlich darum geht, alle Menschen reich zu machen.

Eschbach kann gute SciFi-Romane schreiben, und er schreibt hervorragende "realistische" Romane. Vorliegend vermengt er beides und gleitet ab ins Reich der Spekulation: interessante Gedanken zur Zukunft der Menschheit mischen sich mit der Fiktion früher, uns überlegener, aber verschwundener Zivilisationen, aus einem Genie der Robotik wird ein allmächtiger "Demolition Man" - nun ja.

Dennoch äußerst unterhaltsam und durchaus empfehlenswert, auch wenn es nicht Eschbachs stärkster Roman ist.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 10, 2011 1:27 PM CET


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6