Fashion Sale Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Fußball Fan-Artikel calendarGirl Prime Photos Sony Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego NYNY
Profil für W. Walz > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von W. Walz
Top-Rezensenten Rang: 20.373
Hilfreiche Bewertungen: 2949

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
W. Walz "RW" (Rheinland)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Creed - Rocky's Legacy [Blu-ray]
Creed - Rocky's Legacy [Blu-ray]
DVD ~ Michael B. Jordan
Wird angeboten von glaskunst-bastick
Preis: EUR 12,89

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen (K) alter Kaffee in neuen Schläuchen, 28. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Creed - Rocky's Legacy [Blu-ray] (Blu-ray)
Aufgegossene Storyelemente aus den vorangegangenen Rocky-Filmen erwartet einen.
Viele finden es klasse - anderen (alte?) Fans mag es langweilen.
Die Storyline des "Creed" ist für mich dabei mit etlichen Längen, einer typischen Pseudo-Identitätskrise, maues Training und einer altbekannten, wirklich drögen Liebesbeziehung gesegnet.
Einzig -für den Rockyfan- ist die Storyerweiterung des Italienischen Hengstes im Rockyuniversum interessant. Aber auch hier scheint altbekanntes durchgelutscht, warm aufgebrüht. Nur (s)ein erneuter Schicksalsschlag lässt den Rocky-Liebhaber -etwas- mitfiebern.
Für den -der wie ich- "Rocky I" schon damals aus dem Kinosessel ein Teil seiner Seele schenkte, mag also nur Rockys Schwanengesang auf seine eigene Vita von Belang sein.
Vielleicht störte mich auch, dass "Creed" eben aus der Sicht des jungen Creed gefilmt wurde. Mich hätte dagegen die selbe Geschichte aus Rockys Sicht bestimmt mehr gefesselt.
Damit muss sich der Käufer/Seher, der sich ebenfalls wie ich (und Rocky) seine Vergangenheitsfunden leckt, arrangieren, wenn er "Creed" aus Creeds Sicht sieht.

Was mir aber gut gefiel: die Kamera !
BabyCreeds erster Kampf kam ohne einen ersichtlichen Schnitt daher. Choreografisch ein kleines Meisterwerk !
Die Kamera schwenkt hin und her, mal mit Gegner im Bildausschnitt, mal frontal in Creeds Angesicht - fährt beim Pausengong in Rockys Ecke - verweilt, um anschließend nahtlos in die zweite Runde einschwenkt. Klasse!
Auch die Punches, Haken und Jabs treffen hier "richtig"; also anders noch als in den alten, ersten Rockyteilen.
Ebenfalls positiv: die Geschichte um Creed bemüht sich -gottlob- nicht nochmals ein abgenudeltes "Rapperdrama" zu zeigen, was uns sonst das "schwarze US-Kinos" zu Verdruss servieren kann (da hatte ich anhand des Trailers eindeutig "schlechteres" erwartet).
Aber wie gesagt: "Creed" bemüht sich, doch die Story mag nicht so recht ans Laufen kommen. Alles scheint zu bekannt, zu durchgekaut. Das langweilte mich.

Fazit: für den Hype um "Creed", sowie Slys Oscarnominierung in der Nebenrolle, einfach ein zu dünnes Drehbuch gebohrt. Dramaturgisch zu fad aufgearbeitet, da es einfach nur neuzeitlich (pop-art-gerecht) umgekrempelt - auf links gedreht wurde.
Gerade das, was mich am Charakter der Figur des Rocky fasziniert, wird im Weiterspinnen des Rockyuniversums hier mit flotter Harschheit abgewandelt.
Natürlich, der Film heißt ja auch "Creed"; eröffnet eine andere Perspektive; degradiert den Rentner Rock aufs Nebengleis des filmischen Aufbaus. Aber dafür, dass hier ein neuer Charakter ins Leben der Filmreihe gerufen wurde, ist es eher erbärmlich schwach und einfach zu einfallslos gestrickt, was den Zuschauer hier an Schweiß, Familienbande und unnötiges Liebesgeplänkel geboten wird.
Die Zielgruppe ist -auch natürlich- ein neues, junges Publikum für die Saga zu begeistern. Anhand der guten Rezis ist dies auch gelungen.
Für mich allerdings, bleiben "Rocky I & II" sowie "Rocky Balboa", die wirklichen sehenswerten Teile der Reihe, da sich diese Teile mehrheitlich dem Charakter der Person Rocky widmen.

Schade, hatte durch die guten Kritiken dann doch mehr erwartet, doch letztlich täuschte mich mein erster Eindruck nicht, den ich vorab vom Teaser und Trailer hatte.
2, 5 Sterne !


Der Besessene - Extended Version/Digital Remastered [Blu-ray]
Der Besessene - Extended Version/Digital Remastered [Blu-ray]
DVD ~ Marlon Brando
Preis: EUR 9,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bisher die "beste" Veröffentlichung ..., 23. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
des Klassikers von und mit Marlon Brando.

Im Gegensatz zu der letzten Blu-ray-Veröffentlichung, welche unter dem Titel "Noch hänge ich nicht", dem Fan sozusagen untergejubelt wurde (dazu hatte ich auch eine Rezi gepostet), zeigt diese Umsetzung ein bedeutend satteres Farbbild; auf 65 Zoll-TV.
Auch scheinen grobe Verunreinigungen beseitigt (oder es handelt sich wirklich um ein "neues" bzw. anderes Mutterband).
War also die letzte Veröffentlichung mit dem oben erwähnten Alternativtitel ein "Remastered-Versuch", wie es das Cover titelte, lag die aufgearbeitete, äusserts blasse Bildqualität wohl einer VHS-Kasette zugrunde. Die Blu-Ray-Ausgabe hier -zum Vergleich- scheint dagegen "remastered" von einer DVD, um es mal laienhaft und platt auszudrücken.
Ich glaube jedoch, dass hier einfach die letzte Fassung durch ein handelsübliches Bildbearbeitungs-Softwareprogramm geschleift wurde; also keine aufwendige Restauration am Computer per Hand (bzw. Stift) und Bild für Bild bearbeitet wurde.
Auch habe ich das Gefühl, beim kurzen Durchzappen und dem synchronen Vergleich der "alten" Blu-ray-Version zu der neuen Auflage, dass hier der Ton etwas dumpfer gehalten ist (also auch Anzeichen für ein Durchschleifen mit einem Optimierungsprogramm).

Sum­ma sum­ma­rum muss man sich als Fan nun -wiedermal- zufrieden geben.
Ist aber dieser Disc besser als alle bisher erschienen Versuche.
Bleiben wir beim Genre Western, ist er demnach von der Bildqualität vergleichbar mit dem John-Wayne-Klassiker "Hondo" oder Fords Blu-ray-Titel "Der letzte Befehl".
Wenn wir Vista-Vision-Filme als Basis für einen Bildvergleich heranziehen, würde ich sagen: ähnlich "schlecht" wir der auf Blu-ray zu erhaltende "Krieg und Frieden"!
Also, dieser in VistaVision gedrehte Brando Klassiker "One-Eyed Jacks" ist leider nicht zu vergleichen (aber warum nur?) mit etwa der Blu-ray von "Vertigo" oder gar "The Searchers/ Der schwarze Falke", die ebenfalls im "quergedrehten" 35 mm Format gefilmt wurden und ein süperbes Bild für den heutigen Heimkinogenuss besitzen.

Fazit: Besser geht immer, aber die neue Ausgabe hier ist bisher die BRAUCHBARSTE !
Kommentar Kommentar | Kommentar als Link


Fargo - Season 2 [Blu-ray]
Fargo - Season 2 [Blu-ray]
DVD ~ Ted Danson
Preis: EUR 32,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwanengesang, Nullen und Einsen, Ufos und etwas Schnee, 18. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fargo - Season 2 [Blu-ray] (Blu-ray)
Langsam aber taff erzählte Geschichte, bestehend aus Mixturen diverser Filmhits.
Mit einer rhythmischen Erzähldichte und deren dramaturgischer Filmstruktur erinnert sie mich an die erste Staffel von "True Detective". Weiter sind Elemente des Coen-Spielfilm "No country for old man" auszumachen. Sowie sich natürlich -und auch mit Recht geworben wird- etliche Portionen der tarantinoscher Pulp-Fiction-Erzählungen durch die Laufzeit der 10 Folgen lotzen.
Thematisch würde ich aber noch einen Film beistellen, der ebenfalls wie in der zweiten Season von "Fargo" den Niedergang rund um die Bandenkartelle thematisiert, nämlich Martin Scorseses "Casino"!
Wie in "Casino", so wird auch hier von der "archaischen Mafia" berichtet, die mit ihrem monopolistischen bzw. regionalen Wirken, zu Beginn der 80er, mit den eintretenden technischen und politischen Umwälzungen zerfällt.
Der Übergang zu den Achtziger, mit den Anfängen der Digitalisierung, der über die -bürgerliche- Gesellschaft einbricht und dem sich somit auch die Syndikate stellen müssen, wird natürlich hier anders als in "Casino", eben durch die Handschrift der Coen-Brüder, skurriler aufgezeigt; aber für die jetzige Filmlandschaft passend aktuell inszeniert.
Sozusagen ist "Fargo 2" einen Schwanengesang auf die Mafie, zumindest so, wie man meint sie zu kennen.
Der so ausgelöste Bandenkrieg setzt chronologisch ablaufende Missverständnisse in Gang. Sowie er seinen Ursprung durch einen eher tragischen Unfall erfährt. In Gang gesetzt wir dies von völlig Unbeteiligten. Das Fehlverhalten der naiv Unbedachten schwört damit eine Kette von Gewalt herbei, die -wie gesagt- skurril, mal drastisch, mal mit leisem Humor von der Kamera eingefangen wird.

Letztlich löschen sich dabei die alten Mafiamethoden, mit ihrer Herangehensweisen, also die physische Plattheit oder gewalttätigen Einschüchterungen, in und durch ihr eigenes Ungelenk, ihre rohen Gewalt, selbst aus.
Ein Zerreibungsprozess par excellence erwartet den Zuschauer.
Herren im edlen Zwirn, deren Ziel nur Gewinnmaximierung heißt, brechen dabei das Machtgefüge einstiger gesetzloser Familienclans. Aus Wolkenkratzern heraus schwingen die neuen aalglatten Machthaber ihr Zepter, geben mit "bürokratischen" Geschäftsmethoden den Ton an - zwischen Dinner und Golf; die die reaganianische Politik der kommenden 80er (unbeabsichtigt ?) in Gang setzt.
Der Kriminelle, mit Waffen und Schlagring im Köcher, geht seinen letzten Weg. Entweder schlägt er die neue Etikette ein, degradiert zum Schreibtischlakaien, oder er verglüht im neu hereinbrechenden Zeitalter.

Taktgeber in "Fargo 2" ist nunmehr nicht mehr die intuitive Mafiaschläue, Taktgeber sind plötzlich Nullen und Einsen aus der computerisierten Buchhaltung der Großkartelle, die die Syndikatsgewinne exorbitant maximieren; die Verluste -als Abschreibungen- minimieren. Drogen-, Waffenhandel, Schutzgeld, etc. wird als "reines" Geschäftsmodell verkehrt; metamorphosiert zum Gewand einer riesigen Industriemaschinerie. Ein Geschäft also, in der das Risiko Gewalt, der Berechenbarkeit von Schreibtischen und Computern weicht. Und wie in "Casino" weicht langsam das Hinterzimmerglücksspiel, der plumpe Drogenschmuggel, Zuhälterei, einem "klinischen" Stil.
Hingegen versucht der Fargo-Durchschnittsamerikaner (geläutert von den Kriegen aus der Vergangenheit) sich aus diesen Strudel der anlaufenden Gewaltspirale, und seines alltäglichen Kampfes in der carterischen Wirtschaftsmisere, zu befreien.
Einige in '"Fargo 2"' suchen dabei die Flucht in festen Familienstrukturen. Andere in der aufkommenden Selbstverwirklichung, der schwindenden Hippiebewegung der frühen 70er.
Und einer von ihnen gar analysiert die Verformungen der Gesellschaft; interpretiert alles als ein babylonisches Sprachgewirr. Versucht deshalb, mit einer eigens erfundenen Bildersprache, die aus einfachen Zeichen erkennbar bleibt für jedermann, das Gleichgewicht des Untereinanderverstehens in Einklang mit der tobenden Umwälzung zu bringen.

Eine Sisyphusarbeit aller Protagonisten deckt 'Fargo-2' auf. Ein immer wieder, nie endender Kampf des Individuum steckt hinter der angelegten Thrillerstory. Ein Kampf des Schicksal (hier z.B. Krebs)? Ein Kampf mit dem Zufall (Unfall, UFO etc.)?
Hintergründig schlägt der Wunsch, ein Erstreben nach Ruhe und Sicherheit ungeahnt den Ahnenden entgegen, bevor der bevorstehende Sturm des digitalen Zeitalters, des kommerziellen Alleshabenwollens, der mit dem Beginn der "Dallas- und Denver-Achtzigern" seine ersten Früchte trägt, die Menschheit in eine neue gesellschaftliche Ära katapultiert.

Dies alles und noch mehr ist in der zweiten Staffel von 'Fargo' rhythmisch verwoben, dazu versehen mit Unmengen an Verweisen des 70er Jahre Kinos.
So erinnert denn auch die an Krebs erkrankte Frau des Polizisten an Rockys Adrian. Oder die koksende Tochter des deutschstämmigen Verbrecherclans der Gerhardts - ist sie nicht an Travoltas Anhängsel aus "Saturday Night Fever" angelehnt? Und die UFO's! Natürlich, sie geben das damals unweigerliche Gefühl aus den sperrigen Holzkinosesseln zurück, welches Spielbergs "Unheimliche Begegnung der dritten Art" einer ganzen Kinogeneration gab.
Optisch scheint für mich alles so bekannt! Ähnlich dem Ticken der Uhr, welches aus meiner Kinderzeit mich an Peter Pans Krokodil erinnert, dessen er dem Reptil flugs ein Schnippchen schlug.

Die Ausnahmeserie spiegelt somit, aus ihren Bildern, Locations und Requisiten, ein -verklärtes- Bild für jenen Zuschauer hervor (also meiner Jugenderinnerungen), welche uns das damalige amerikanische Kino der beginnenden Reaganära, mit all seinen Geschichten, vorgaukelte.
Deshalb ist gerade diese Mini-Serie für "unsere" Generation, die diese Zeit kennen und miterlebten, eine Exklusivität am Serienhimmel.

Bemängeln könnte man nur, dass die Story, in ihrer gleichmäßig "ruhigen" und oft brutalen Erzählweise, ab Folge 8 etwas an Kontinuität verliert; sich hier und da plötzlich auf die eigenen Dramaturgiefüße tritt, bevor dann die letzten drei, vier Szenen, der letzten Folge, die immer wieder gesellschaftlich relevanten und für das Individuum wichtigen Fragekonstellationen des Seins und einer Selbstfindung bindet und stellt; so, für den versierten Zuschauer, eine Art nebulöse Dichotomie preisgibt, die einen beim konzentrierten Betrachten absolut fesselt und einnimmt.

Im Vergleich zur ersten Staffel muss sich Season 2 mit vollen 4 Sternen nur knapp geschlagen geben !
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 30, 2016 8:10 AM MEST


Lawman
Lawman
DVD ~ Burt Lancaster
Wird angeboten von First Box
Preis: EUR 6,24

3.0 von 5 Sternen Lawman, dass fleischgewordene Gesetz walzt alles platt, 12. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Lawman (DVD)
Klasse Drehbuch, was heute aktueller denn je ist - und in der Jetztzeit des Kinos erst wieder so drückend durch "Batman - The Dark Knight" aufgegriffen wurde.
Hier verschwimmt also zusehends die Linie zwischen Gut und Böse, wird zum schmalen Grat. Und so stellt sich die Frage: wie "Böse" darf das "Gute" sein, um das "Schlechte" auszumerzen! Und welche Beweggründe erwecken das "Böse", was da so leise aus der bürgerlichen Mitte empor keimt, aus vermeintlich guten Vorsetzten plötzlich erwächst (AfD lässt grüßen) ?

Natürlich, kannte man 1970/71, gerade durch die Italo-Western, diese Herangehensweise und neue Erzähldichtung etlicher Western, doch selten wie hier, mit einer so politischen Haltung und rigorosen Zerstörung jener amerikanischer Werte.
Evtl. könnte man die letzten Ford-Western dieser Kategorie des "Lawman" chronologisch vorsetzen. Die letzten Western Fords aber ( wie z.B. "Der Mann, der Liberty Valance erschoß") bergen eine gewisse Melancholie, aus der vermeintlich guten Vergangenen des amerikanischen Traumes heraus. Dies wiederum fehlt aber gänzlich in "Lawman".

Ebenfalls positiv, die mehr als eine Handvoll exzellenter Schauspieler, neben den damals drei Größen Lancaster, Ryan, Cobb (viele davon am Anfang Ihrer Karriere, die später in Serien und wie etwa Robert Duvall, auf der großen Leinwand zu Stars wurden/sind).
Diese prima gemixte Darstellerriege, in Verbindung mit den geradlinigen, guten Dialoge (die man so geradlinig von Budd Boettichers Western kennt), sind selbst in der deutschen Fassung klar in ihrer politische Statement erkennbar; zu den beginnenden 70er Jahren und ihrem Umbrüchen. Beispieldialog: "... von meinem Standpunkt ausgesehen richtig." - "Dann solltest Du mal den Standpunkt wechseln." Dies ist nur einer von vielen knackigen Dialogen.

Mager dagegen und großer Kritikpunkt ist -für mich- die Kameraarbeit !
Hier hätte ich mir eine klare amerikanische Hollywoodarbeit gewünscht.
Zu sehr ist Sie an den "billigen" Italo-Western" angelegt. Das Stilmittel des Heranzoomen z.B. ist neben ein paar anderen Kamerafauxpas (billige Ausleuchtung), das große Manko an "Lawman".
Mir gefällt die technische Seite des Films einfach nicht. Erinnert an billiges Hongkong-Eastern-Kino, indem das Zoomen die Kosten niedrig hält. Dadurch Schnitte spart, diese wiederum Drehzeit verkürzen, denn immer wieder neue Kameraperspektiven suchen, Equipment aufbauen usw. ist teuer. Selbst die Location ist eher mau zu nennen, sowie die Ausstattung auch an alte TV-Western erinnert, als an epische Breitwandwestern der Güteklasse 1A.

Positiv bleibt aber: Die Psychologie einzelner Personen ist wie an den großen 50er US-Western (psychologische Western; Anthony Mann u.a. Westernspezialisten) angelegt, die dann wiederum, in der Verbindung des einzelnen Protagonisten zur sich auflösenden Wild-West-Gesellschaft mutiert, also in eine zivile Bürgergesellschaft. So entsteht eine Art "soziologischer Western"; in dem die Grenzen zwischen Freiheit, dem individuellen US-Sinn auf Gerechtigkeit und andererseits der Einhaltung gesellschaftlicher Strukturen, mit deren Lobbyismus, Seilschaften und Absprachen, krass aufeinander stoßen.
So bleibt dann auch die Rolle Lancasters ein Reptil der Vergangenheit, ein Alptraum geboren aus einem Freiheitstraum, indem ein "Lawman", hinter der Frontier, individuell agieren, handeln musste. Hier jedoch, holt ihn der Fortschritt, der Lauf der Zeit ein. Auch abseits einer Stadt ohne Bahnanbindung, ohne Industrie schrumpft die Weite des Wilden Westens auf Westentaschenformat. Der "Lawman" wirkt demnach anachronistisch. Er bleibt ein Überbleibsel seiner selbst. Ein Auslaufmodell, dessen Werte edel, aber in einer komplexen Gesellschaft zu eindimensional agiert, fest rennt, scheitern muss. Sein deontologisches Handeln stößt sich an den Kanten des -kapitalistischen- Utilitarismus; den der Ranger und die von ihm profitierenden Bürger in ein beschauliches stillschweigendes Abkommen eingingen.
Ähnliches kannte man ja auch schon vom Jahre zuvor abgedrehten Lancaster-Ryan-Western "Die gefürchteten Vier", der ebenfalls mit Gut und Böse hantiert und es im Laufe der Spielfilmdauer verkehrt. Dieser ist auch der handwerklich solidere Film (da hatte man noch finanzielles Vertrauen in das Genre Western), möchte die beiden Streifen vergleichen. Wiederum aber zu "Lawman", prangert der 1966 entstanden Western (noch) nicht das Bürgertum an, sondern zielt auf das amerikanische Establishment.

Der Schluss in "Lawman" ist dann auch, für einen klassischen (US-)Western, eher untypisch. Burl Ivers z.B., in "Weites Land", lässt Peck mit männlicher Sprachlosigkeit, nach dessen Sohnes Tod, verbittert ziehen. Hier reagiert Cobb, auf den Tod seines Filmsohnes, als ansonsten hartgesottener Westerner, konsequent, zerstörerisch, desillusioniert. Solch markige Sichtweise, auf dem amerikanischen Mythos schlechthin, also den Western, konnte wohl so nur von einem Regisseurs umgesetzt werden, der ein Ausstehender des amerikanischen Way of Life war/ist. Und so verwundert es nicht, dass für diese amerikanische Pferdeoper der Brite Michael Winner die Regie inne hatte (der danach noch weitere anklagende Filme zum American Dream machte; wie z.B. "Ein Mann sieht rot").

Fazit: Das Manko meiner Kritik, also der reinen kinematografischen Handwerkskunst, des Abbilden des Filmbildes, zieht den ansonsten sehr guten Western enorm runter und der deshalb zurecht nicht das Prädikat "Edelwestern" verdient.
Schade !


The Program - Um jeden Preis
The Program - Um jeden Preis
DVD ~ Ben Foster
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Lance, gefallener Engel im Millionenspiel Sport !, 9. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Program - Um jeden Preis (DVD)
Für den wirklichen Radsportfan, der sein(e) Pferdchen startbereit in der Garage -oder gar im Wohnzimmer- stehen hat, wenig Neues.

Seit den 80ern (Fignon vs. LeMond) erst -Eurosport sei Dank- kann man(n) als deutscher TV-Konsument den Radsport etwas "lückenloser" am TV verfolgen.
Und seit dieser Zeit bin ich auch begeisterter Fan und verfolge die großen Klassiker und Rundfahrten (und einen riesen Dank an Karsten Migels und Jean-Claude Leclercq; ihr seid die BESTEN).

Rominger, Indurain, Pantani und Co. waren meine Helden. Dabei war mir ehrlich gesagt immer bewusst, dass die Leistungen nicht mit Müsli, hartem Training und sexueller Enthaltsamkeit zu bewerkstelligen war bzw. ist. Selbst pedaliere ich meine ca. 6000 km jährlich ab und erfahre dabei, als sauberer ambitionierter Freizeitsportler, dass selbst im Hobbybereich mit handelsüblichen Aspirin hantiert, die Leistung damit turborisiert wird (noch schlimmer, was sich im Amateurbereich abspielt, um so überhaupt den Sprung zum professionellen brötchenverdienenden Radsport zu schaffen).
Verfolgte man also die Tour mit Reflexion, musste einem klar sein, dass der an Krebs erkrankte Armstrong, der bis zu seiner gesundheitlichen Schicksalsschlag eher Wasserträger der Großen war, diese Metamorphose vom "Durchschnittsprofi" zum absoluten Supersportler nur mit Lug durchleben konnte (sollte aber nicht vergessen, dass im Peloton auch andere schwarze Schafe grasen).
Der Film erzählt mir deshalb wenig Neues bzw. nichts was meine Erwartung reicher macht an Erkenntnis.

Da "ärgert" es einem umso mehr, sieht man, wie sich ein halbwegs guter Schauspieler eher mittelprächtig durch die Rolle strampelt. So fahrig, wie sich Ben Foster auf seinen Carbonrennboliden durch die Berge quält und mit Schuss zum Ziel fliegt, so aufgesetzt wirkt sein Spiel auch ohne den Rennsattel unter seinem Hintern. Kennt man die Figur Lance Armstrong in seiner Vita, tun sich zur Spielfilmfigur zwei eher unterschiedliche Figuren auf (da war mir z. B. die Verkörperung einer anderen Sportlegende, die des Muhammad Ali, gespielt von Will Smith, wesentlich näher am "Original").
Auch abseits der für mich mageren, eher hastig sortierten Story, sind selbst die Landschaftsaufnahmen aus der Sattelsicht (die nun mal das Salz in der Suppe beim TV-Liveerlebnis Rennradsport sind), hier im Breitwandspielfilm, äußert mager eingefangen. Hier hätte ich ebenfalls mehr erwartet, da mir ja schon die Dramaturgie wie eine nicht ganz korrekte Kettenschaltung funktionierte .

Letztlich wirkt alles etwas ziellos inszeniert. Und mit Verlaub: die Regie ahnte eine gute Story, doch konnte sie den Radsport nicht seine Faszination und andererseits ihre moralischen Abgründe von Macht, Geld und Egoismus aufzeigen, für die große Leinwand entlocken, die trotz der Lüge nun mal die Infizierten heroisieren.
So wirkte dann auch der ganze Cast -auf mich- eher lustlos agierend, da sich viele der Schauspieler nicht in die Welt des Radsports einfühlen konnten. So hat mich dann nur die Rolle des recherchierenden Reporters irgendwie überzeugt (nun, der saß auch auch nicht im Sattel ... und für die Rolle des Lance ..., da hätte man doch Lance fragen sollen?).

Was für mich letztlich hängen blieb, ist in der gezeigten Filmanklage ambivalent. Denn die auf der Leinwand reflektierte Figur des Texaners, als gefallener Engel, erscheint mir eher sympathischer, als ich ihn noch vor Jahren, nach seinem Starabsturz, über die TV-Kanäle wahrnahm.

Fazit: Wie einst Kevin Costner ein klägliches Bild auf dem Rennrad abgab ("American Flyers"), ist auch dieser Radsportfilm nicht das, was dem Drahteselbesessenen (also mich) vom Hocker reißt.
Da lob' ich mir doch den kleinbudgetierten Radfilm über den Exzentriker Fignon, der mit dem deutschen Titel "Schlussetappe" manchmal auf Arte zu sehen ist. Hier weiß der Schauspieler zu begeistern. Und wenn auch wenig aus der Sattelperspektive gefilmt wurde, die Story ist "herzzerreißend", die ebenfalls tragische Figur zudem wesentlich facettenreicher, interessanter und zwiespältiger aufgebaut.
"The Program" wirkt -dagegen- einfach für ein breites Publikum gemacht, einfach zu "eindimensional", zu sehr "aufs Auge gedrückt".

P.S.
Komisch: Wird beim Sport gedopt, wenden sich viele ab. Fussball, wohl die ertragreichste Art mit Sport Geld zu häufen, dürfte eigentlich gar nicht mehr stattfinden (man denke nur an die enorme Laufleistung der Spieler in den 90 Minuten, was vor knapp 10 Jahren noch ein Novum gewesen wäre). Vielleicht sollte ja das Dopen endlich freigegeben werden, denn die Scheinheiligkeit auf allen Seiten ist das eigentlich ärgerliche. Viele Zuschauer würden sich dann komplett dem Sport abwenden, da der Heldenstatus durch Anabolika, Epo und Co. flöten ging, und so das Thema Geld und Macht im Leistungssport in Hintertreffen käme.

Und noch etwas zum Doping und dem daraus resultierenden erreichen von Höchstleistungen: wenn in der Kunst Höchstleistung mit Doping (Drogen, Alkohol usw.) erreicht wird, schaltetet da einer z. B. das Radio aus, weil er sich von einer "gedopten" Amy Winhouses hintergangen fühlt?


Grabenplatz 17 - mit Gert Fröbe (Filmjuwelen)
Grabenplatz 17 - mit Gert Fröbe (Filmjuwelen)
DVD ~ Gert Fröbe
Preis: EUR 12,03

2.0 von 5 Sternen Eher enttäuscht als angenehm angetan, 14. April 2016
Ich sehe mich als Fan von Klassikern, nationale wie internationale Produtionen, die ab Beginn der Tonfilmzeit bis ca. Mitte der 70er abgedreht wurden. Hier sei allerdings Vorsicht für den Ungeahnten geboten.
Spielen zwar allerhand bekannte Gesichter des deutschen Nachkriegskinos in "Grabenplatz 17", ist jedoch abseits der sehr kleinen Rolle des großen Gert Fröbe nur der zwielichtige Charakter des Harald Flint (Carl Lange) bemerkens- und sehenswert. Carl Langes Gangsterinterpretation würde auch in heutigen Krimis der Dramaturgie standhalten; vermittelt so, mit seinem Igelhaarschnitt und der bebrillten Verschlagenheit, zeitlose Präsenz.
Viele Schauspieler bleiben dagegen in und durch die Inszenierung blass bzw. dürftig geführt. Wirken die Protagonisten doch reichlich angestaubt, klassisch eindimensional und fürs heutige TV-Zeitalter ungelenk; abseits der Erwähnten Fröbe und Lange.
Hier hätte die Regie den ansonsten professionellen Theatercast einfach besser führen müssen. Der z.B. typische deutsche Nachkriegskommissar (gespielt von schauspielerisch oft unbeholfen wirkenden Wolfgang Preiss) ist hier der gute Onkel von der Polizei, der ein geselliges Schnäpsschen im Dienst nicht verwehrt, aber auch mal, im bis dato gewohnt getreuen (sprich: lauten) Wehrmachtston, seine Autorität unter Beweis stellen kann.
Das wirkt jedoch reichlich antiquiert. So wollte man vielleicht den Ordnungsdienst zur Adenauerzeit sehen, verhagelt es zuweilen den Film mächtig, lässt ihn -heute- naiv und nicht zeitlos agieren; wie es doch z.B. "Es geschah am helllichten Tag" immer noch kann.

Aber, der Film hat auch unterhaltende Seiten.
Da wäre die Location, die Bauten. Alles ist für das damals knappe Budget nett gestaltet. Manchmal glänzt auch kurz die Kamera mit schattigen Film Noir auf. Und Wolfgang Wahl, als eine Art "Harry-fahr-den-Wagen-vor", spielt den Good Guy zeitgemäß souverän, bleibt ein netter Sidekick an des ungelenken Kommissars Seite.

Der Film bleibt also nur für den eingefleischten Klassikliebhaber empfehlenswert und sollte als eine Art "Vorläufer" der damals anlaufenden Edgar-Wallace-Film-Reihe gesehen werden.

2 Sterne


Ich werde dich auf Händen tragen - Collectors Edition
Ich werde dich auf Händen tragen - Collectors Edition
DVD ~ Kristina Söderbaum
Wird angeboten von best_buy_media
Preis: EUR 16,25

3.0 von 5 Sternen Der braune Tausendsassa des deutschen Films, 14. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein ambivalentes Filmwerk vom wohl umstrittensten deutschen Regisseur Veit Harlan.
Ambivalent ist dieses Stück Kino des Harlan diesmal nicht wegen seiner politischen Aussage (seine Filme zur NS-Zeit) oder dem ein Jahr zuvor entstanden gesellschaftlichen Weckruf zur Homosexualität der 50er Jahre ("Anders als du und ich"), sondern deshalb, weil zur Wirtschaftswunderzeit neben den gängigen Heimatfilmen oder Komödien eines Heinz Erhardt u.a., dieser Film durchaus heute noch in seiner Geschichte Präsenz zeigt.
Harlans Frau Söderbaum spielt hier Ines, die zweite Ehefrau Rudolfs. Rudolfs (Hans Holt; bekannt als Trappvater) kleine Tochter aus erster Ehe aber akzeptiert die neue Mutter nicht. Die kleine Person lebt in einer Welt der Glorifizierung zu ihrer verstorbenem, leiblichen Mutter.
Heute noch gäbe der Stoff eine seriöse Vorlagen für einen hochfertigen TV-Film.
Harlan versteht es also immer noch, nach seiner großen Zeit unter Goebbels, sein kinematografischer Geschick abzurufen; einen soliden Kinofilm auf die Beine zu stellen. Mit der üblichen Symbolik, allerlei handwerklichen Filmkönnen, hantiert er spürbar sicher. Wie zu seiner "großen Zeit", die ihm letztlich zum Verhängnis wurde, münzt er diesen "kleinen Film" geschickt spannend um (Harlan war zwar Filmprofi durch und durch, ein genialer Regisseur was das reine Handwerk des Film anbelangt, doch fehlte ihm -durch seine dunkle Vergangenheit- nun das Vertrauen der Produzenten. Er war mit Recht gebrandmarkt. Das spiegelte sich in seinen Nachkriegsfilmen wieder, die allesamt keine großen Produktionen mehr waren).

"Ich werde Dich auf Händen tragen" funktioniert aber irgendwie noch immer. Dies liegt natürlich auch an Söderbaum und Holt. Erstere, man muss es zugeben, hat etwas "faszinierend künstliches" im Spiel. Eine Überhöhung des realistischen, was irgendwie der Zeit entrückt und sie, die Söderbaum, an die großen Stars des Stummfilms erinnert; nur eben, dass diese spricht. Holt spult seine Rolle mit absolut sicherer Schauspielkunst runter; ein Profi der alten österreichischen Schule.

Der Film lebt also vom Drehbuch, von den Dialogen. Und wie z.B. die Söderbaum ihre Texte preisgibt, mit ihrer immer noch kindlichen Stimme, dem besonderen Akzent, bleibt eine Mischung aus Naivität, Herzensgüte, kindlich Unverbrauchtes (also das genaue Gegenteil zur Landsmännin Zarah Leander).

Manko am Film bleibt jedoch, dass er mit eher kleinen (finanziellen) Mittel abgedreht wurde. Die Räume der Villa zum Beispiel sind als Kulisse gut erkennbar. Immer wieder ist die große Empfangshalle Dreh- und Angelpunkt der Handlung (wirkt wie Boulevardtheater am Kürfürstendamm). Auch die spärlichen Außenaufnahmen Italiens sind da eher lieblos und schnell runtergekurbelt.
Hier kann der Film also keineswegs punkten.

Zur DVD selbst:
Die Farben des 4:3 Bildes sind mau. Unreinheiten sind auf dem Filmmaterial zu erkennen und der Ton verträgt eine digitale Wäsche.

Fazit:
Alles in allem aber immer noch ein sehenswerter Film.
Besonders für den, der sich für Kino und/oder den deutschen Film, mit seiner chronologischen Historie, interessiert.
Eine kleine Überraschung ist er also, da der Titel einen abgedroschenen Herz-, Schmerzfilm der 50er erwartet lässt, dieser aber eben in seinem Genre etwas anders ist, als die üblichen Wiederholungen einschlägiger Titel in den Dritten Programmen (sowie in etwa der zur gleichen Zeit in die Kinos gebrachte "Es geschah am hellichten Tag", der sein Genre, des "dramatischen Verbrecherfilm", deutlich aufmischte und sich so weit von seinem Genre, in dem er gehandelt wird, abhebt und sich durch seine Thematik immer noch in der Filmgegenwart behaupten kann).


Duell in den Wolken - Masterpieces of Cinema Collection [Blu-ray]
Duell in den Wolken - Masterpieces of Cinema Collection [Blu-ray]
DVD ~ Rock Hudson
Preis: EUR 13,49

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mein Duell mit dem Sirkschen Fliegermelodram, 14. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Douglas Sirks Masterpiece of Cinema "Duell in den Wolken" mag heute -in der deutschen Version- nicht mehr so recht überzeugen.
Zum einen ist die deutsche Übersetzung (die deutschen Stimmen sind natürlich hervorragend) stellenweise unerträglich schwülstig, nicht mehr modern zu nennen.
Weitere Kritik: ich bin immer schon der Meinung, dass Dorothy Malone (LaVerne) und Robert Stack (Roger Shumann) Fehlbesetzungen sind. Blondie Malones Augenrollen, ihre Seitenblicke etc. wirken, ob von Sirks gewollt oder nicht, theatralisch aufgesetzt, dass es stark an Soap erinnert (dazu ein Wim Wenders Zitat über Douglas Sirk: "Dante der Soap Operas"). Damals vielleicht noch als großer Ausdruck des Kunstgriffes der Regie zu vermelden, hat sich diese Art des abgefilmten Schauspiels, durch die Flut der billigen "Soap Operas", zu weit entfernt vom einer positiv künstlerischen Diktion.
Und auch Stack! Er spielt, entgegen Malone, den windigen Charakter mit einem fast eindimensionalen Gesichtsausdruck, dass dies wiederum auch nicht mehr zeitgemäß wirkt.
Hudsons und Carsons Charakterdarstellung dagegen mag auch nach über 50 Jahren noch fruchten, den Kinofan beglücken. Diese beiden Charakterstudien funktionieren in Sirks Regie auch heute noch.

Den vordergründigen Plot wird heute nur schwer zu vermitteln sein, denn Kriegsheldentum, mit der daraus resultierende Zerrissenheit, sind vom Kino so durchgelutscht, dass der Storyaufhänger ein halbes Jahrhundert später einem neuen, jungen Publikum wohl nicht vom Sitz reißen kann. Hier ist schon cineastischen Interesse von Bedeutung, sich diesem "Duell in den Wolken" hinzugeben.
Nebenbei erwähnt sind die typische Figurenkonstellation des William Faulkner erkennbar. Was natürlich nicht zu bemängel ist, bleibt aber ähnlich wie bei Urgestein Hemmingway, gerade aus Sichtweise ihres "Frauenbildes", reichlich angestaubt. Vermag nur für den interessant, der sich in die historische Dekade der zu spielenden Geschichten, und/oder deren zeitliche Niederschreibung, hineinversetzten mag.
Hier mag also Obacht gegeben sein, wer sich dieser oder ähnlichen Filmadaption von Faulkner & Co. nähert; sollten diese nicht "neuzeitlich" adaptiert sein.

Was jedoch hinter der ablaufenden Geschichte zu Faulkners Roman Sirks einem da preisgibt, ist im Kern -natürlich- immer noch modern.
LaVerne, in ihrem weißen Seidenkleid, ist ein Engel der vom Himmel fällt, beim Aufprall irdisch wird, mit allen Mängeln des menschlichen Charakters. Hier funkelt das Filmwerk hinter seiner angestaubten Fassade, besitzt obendrein starkes Remakepotenzial (würde in eine zeitgerechte Umsetzung mit allerlei Hollywoodstars im Kaliber eines Di Caprios und Co. glänzen).

Weiterer Pluspunkt und klar positiv zu erwähnen ist die "klare" Kameraführung bei diesen Sirks-Film ...
und für mich zugleich wieder ein Beweis für eines der schönsten Bildformate des Kinos, die des Cinemascope in S/W !
Ich liebe den scharfen Kontrast (obwohl bedingt vom Cinemascope einige Unschärfen im Bild zu erkennen sind), das nicht Ablenken von der Geschichte durch ein "Verwirren" von erdrückenden Farbgebungen. So kommen vieler meiner Lieblingsfilme in diesem Format daher, wie z.B. Kirk Douglas in "Einsam sind die Tapferen" oder Interpretation des Paul Newman im Hudschen Charakter des "Der Wildeste unter Tausend".
Gerade diese starke Abgrenzung des S/W Kontrastes bildet hier im Film eine Metapher zur gezeigten Geschichte der gefallenen Engel.
Für mich ist das breite S/W-Bild einer der großen Pluspunkte und unterstützt die "latente Aussage" des Films in genialer Weise.

Fazit: für mich leider ein durchwachsener Sirks-Film,
der mich in meiner Jugend noch überzeugen konnte, ich jedoch heute andere Filme Sirks favorisiere.
Zum Kauf rate ich also nur demjenigen, der "alte" Film liebt oder sich zumindest mit dem Melodramzirkus des deutsch-amerikaners Hans Detlef Sierck angefreundet hat (oder Fassbinderfan ist?).

Knappe 3 Sterne für diese auf Blu-ray bildlich sehenswerte Umsetzung.


Fast ein Held - Die Abenteuer des braven Kommandanten Küppers
Fast ein Held - Die Abenteuer des braven Kommandanten Küppers
DVD ~ Martin Held
Preis: EUR 14,69

1.0 von 5 Sternen Ernüchternd - Fast KEIN Held, 11. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nette Idee, doch ist der Plot ohne großen Schwung runtergedreht, wirkt gedehnt und reichlich angestaubt.

Als Fan von Martin Held ("Der Hauptmann von Köpenick"; "Rosen für den Staatsanwalt" u.a.) enttäuscht er in der Schwejkschen Rolle. Und das liegt etwa nicht an Held, sondern an der drehbuchmäßigen Ausarbeitung der Rolle. Held versucht sein Bestes, ist fast ein Held, doch die Dialoge, in denen Helds Witz mit seinem gnadenloses Schauspieltalent aufeinanderprallen, wirken platt und gequält. Man merkt: der Regisseur Rainer Erler kommt nicht über seine TV-Vergangenheit hinaus. Für die große Leinwand fehlt einfach die Extraklasse, die Kino gegenüber TV ausmacht.

Der Film ist zudem komplett "drübersynchronisiert"!
Held gibt sich hier zwar selbst die Stimme, doch -wie so oft- wirkt das dann äußerst ungenau bzw. es fällt die unkorrekte Lippensynchronität noch mehr ins Gewicht. Man kennt die Stimme des Darstellers, in diesem Fall Held, so gut, dass man deshalb sofort die feinen und fehlenden Nuancen merklich besser erkennt, als wenn eine "fremde" -deutsche- Leihstimme eines guten Schauspieler dies tut (dann doch besser die Seewolfvariante des Harmstorf, dem man eine neue Stimme verpasste).

Ärgerlich auch die DVD selbst.
Das Bild ist sehr blass und äußerst grobkörnig (auf 65 Zoll; DVD natürlich bei dieser TV-Größe grenzwertig; gibt es jedoch DVDs die weitaus besser rüberkommen). Ein Blick auf IMDb lässt erahnen woher das grobe Korn stammt. Die Bildratio ist dort mit 1:66 angegeben. Das DVD-Bild jedoch 1.77:1. Folglich: das Bild wurde leicht herangezoomt, damit es in die 16:9 Maske des Flatscreen passt. Daher wohl die Grobkörnigkeit !(?)
Ich behaupte zudem, dass der Film wohl "nur" auf 16 mm gefilmt wurde, deshalb so blass und mau rüberkommt (so ist auch das evtl. eher "seltene" 1.66:1 Format zu erklären).
Der Film, für die neue Technik und der dadurch verwöhnten Sehgewohnheiten, muss also dringend digital überarbeitet werden.

Alles in allem bin ich wirklich enttäuscht, da ich eine kleine Perle in der Art wie Helds "Die Festung - Verdammt zur Sünde" erwartet habe.

Summa summarum: magere und knappe 1,5 Sterne !


Piraten im Karibischen Meer
Piraten im Karibischen Meer
DVD ~ Ray Milland
Preis: EUR 6,99

4.0 von 5 Sternen Ein Hauch vom "Vom Winde verweht" umgibt den Film., 9. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Piraten im Karibischen Meer (DVD)
Hut ab! Auch heute noch weiß der aufwendig von Cecil B. DeMille gedrehte Abenteuerfilm zu begeistern.
Als erster Eyecatcher, neben der liebevollen Austattung, funktioniert immer noch das Spiel mit den Farben.
Die erste Farbfilmgeneration waren Kunstwerke, in denen "in Farbe" gedacht wurde. Alles scheint visuell perfekt inszeniert. Jedes noch so kleine Detail wurde farblich aufeinander abgestimmt. Die Kamera griff dieses pompöse Farbenspiel auf um so die Lust zum Sehen und Entdecken auf der Leinwand den Zuschauer anhielt sich im Szenenbild zu vergessen. Gegenstände wurden also damals nicht nur als bloßes Requisit abgelichtet, sondern ergaben mit dem Spiel der Darsteller, dem Handlungsstrang, eine feste Einheit, eine Verschmelzung zum Kunstwerk Film.
Das Kino heute hat dieses fast vollständig vergessen (ein Sergio Leone war wohl der letzte Regisseur, der es durchgehend Verstand Requisiten allein nur mit dem umgebenen Farbspektrum abzulichten und so Symbolik zu erzeugen).
Dies tut "Piraten im Karibischen Meer" und glänzt deshalb bravourös und auf ganzer Länge; fast so wie das wenige Jahre zuvor entstandene Monument "Gone with the Wind".

Auch die Kulissen(-bauten) sind mit Liebe zum Detail irgendwie so unrealistisch in Szene gesetzt, dass man meint Realität wäre fader Alltag, ein unwirklicher Traum. Die hier erbauten -künstlichen- Welten, sind wie verblasste Tagerinnerungen an einen nicht enden vollenden süßen Traum. Es sind verblümte Bilder, wie der Mensch sich die Realität wünscht. Egal ob auf einem Schiffsdeck, im Hafen oder im Gerichtssaal, alles wirkt so "warm", so passend zu der erfundenen Geschichten.
Für Abenteuerfilme ist deshalb das 30er und 40er Jahrekino das Nonplusultra im Kulissenbau, da hier aufwändig vom damaligen Studio-Hollywood, welches Steven Spielberg erst wieder mit seinen Indiana Jones reaktivierte, dies unterstützt wurde (ein Grund dafür, warum z.B. die "Fluch-der-Karibik-Filme" so gut funktioniert, da sie größtenteils in verzauberten Kulissen spielen, die die Natur so nicht wiedergeben kann).

Natürlich kann man den Film in seiner Aufarbeitung nicht mit heutig gängigen Abenteuer-, Actionfilmen vergleichen.
Ich sehe aber in der Umsetzung der damaligen Abenteurfilme, trotz ihres trashigen Flair, heute immer noch ein Stück Kino, welches sich neben dem Kommerz noch als visuelle Kunstform sah. Und deshalb bleiben manche Szenen in dieser Art des Kinos auch unvergessen (ähnlich der japanischen Zatoichi-Filme, wenn in den Kulissenbildern, z.B. an Wegesmauern, unter dichtem Schneegestöber, der letzte Kampf gefochten wurde. Dies erzeugt heute noch eine geniale Stimmung).

Zur Story: die Geschichte mag heute auch noch funktionieren; obwohl dramaturgisch eben nah am Operettenniveau angesiedelt. Vom Spiel zwischen Gut und Böse, vom Verdrehen der Tatsachen, vom Ausspielen des Bösen gegen das Ehrliche, bleibt er aber "spannend" und nimmt einige Fieslinge in der Kinogeschichte vorweg.
Einzig eben das etwas baukastenartige Schauspiel der Akteure. Allen voran der Duke, der hier noch versucht mit aufgesetzter, finsterer Mine zu punkten, aber in dieser "frühen Phase" seiner Karriere noch nicht sein Charisma entfalten kann.
Einzig Ray Milland, mit seiner überzogenen Eitelkeit, seinem aristokratischen Witz, hält den heutigen Standard stand und erinnert an Roger Moores Darstellung als Lord Sinclair aus "Die 2".
Mit zum Vergnügen gesellen sich noch ein paar nette Dialoge, die etwas SrewBall-Feeling aufblitzen lassen (wie üblich in diesem Genre; welches man natürlich auch aus den schon angesprochenen Indy-Filmen kennt).

Fazit: wer auf alte Filme steht, sollte sich nicht scheuen den Versuch des Sehens in Angriff zu nehmen.
Die nur "DVD" besitzt dazu noch ein tadelloses 4:3 Farbbild; welches auf 65 Zoll noch prima rüberkommt.

3,5 Sterne

P.S.
Kleiner Tipp: Zwar eine gänzlich anderes Genre und andere Handlung, aber wer auf alte Farbfilme steht (dazu noch Wayne-Fan ist) der sollte sich doch den 1941 gedrehten Film "Verfluchtes Land" ansehen (kein Western; auch wenn das DVD-Cover danach aussieht).
Auch hier gilt das gleiche künstlerische Spiel mit den Farben; vor der Erfindung des Cinemascope.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20