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Beiträge von W. Walz
Top-Rezensenten Rang: 46.788
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Rezensionen verfasst von W. Walz "RW" (Rheinland)
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4.0 von 5 Sternen
Der "Namenlose Reiter" besitzt doch eine Identität, 20. Mai 2013
Vielleicht ist das Eastwoods letzte Präsenz auf der großen Leinwand ? Wenn ja, scheint die Figur des Namenlosen Reiters endlich einen Hafen gefunden zu haben. Eastwood ergibt sich und dem von ihm ins Leben gerufenen Filmfigur des Namenlosen Reiters endgültig. Legt so die Vorherrschaft des dickschädeligen Desperados ab und begreift, dass diese Figur entweder nur durch gewaltsame Erlösung Erlösung findet (wie in " Gran Torino [Blu-ray]") oder aber durch den Verzischt des ewig währenden Kampfes zur Erlangung eines autarken Lebens; wessen es in seiner gezeigten Filmografie eines Poncho tragenden Pistolero und des Magnum ballernden Dirty Harry so gar nicht geben kann. Wie zuletzt in "Gran Torino" spielt uns Clint anfänglich, in seiner Dialektik, den gleichen Typus. Grantelnd, mit dem Alter hadernd, erwischen wir Eastwood zwischen Prostatanöten und Grünen Star. Ein tapsiger alter Kauz, der abseits seines Berufes als Baseballscout senil und angefressen wirkt; von Alpträumen geplagt für sein in den Sand gesetztes (Privat)Leben. Jedoch das Zepter der eastwoodschen Coolness gibt auch diese Figur, die des Scouts Gus, Eastwood nicht so leicht aus der Hand. Wenn, kann im Eastwooduniversum nur die nachfolgende Generation -der eigenen Genetik-, diese Art Eremitencoolness erben; hier in Form von seiner in Einsamkeit lebenden, jedoch im Beruf als Anwältin äußerst erfolgreichen Tochter; die ihrerseits, wie Gus selbst, durch den früher Tod der Mutter/Ehefrau das Brandmal eines Außenseiters (wie in -fast- allen Eastwoodcharakteren zu finden) mit sich trägt. Während Gus sich jedoch glücklich in seinen geliebten Beruf flüchtet, sein Leben weitestgehend darauf perfekt eingerichtet hat, ist seine Tochter mit der doppelten Last bestraft. Private Einsamkeit und ein zwar erfolgreiches aber letztlich eher ungeliebter Beruf gehen Hand in Hand, stehen ihr für den "großen Wurf" im Leben im Wege. Was Eastwood in den Anfängen seiner Karriere beiläufig durch seine gespielten Charakteren in Kauf nahm, den Tod von Hunderter, wird im zunehmenden Alter Eastwoods, durch seinen -realen- nahenden Tod, zum nicht lösbaren "Problem" des Helden, in seiner geradlinigen, konservativ politisch gefärbten Welt. Stapften die Eastwoodhelden eher pragmatisch durchs Filmleben, geraten seine Protagonisten (bzw. Eastwood selbst), im Alter, mit dieser eher platten Lebensmaxime, ins straucheln. Wenn auch spät, erfährt und erfasst der (sein?) Charakter die Sinnkrise des Hierseins. Eastwoods Verarbeitung mit seinem ablaufenden Leben und dem endgültigen Tod aus Sicht eines Atheisten; und der nun doch aufkeimenden Frage: Warum und weshalb das alles?, wirft zusehends, in seinen letzten Filmen, für den wenig religiös empfindenden Republikaner, wohl immense Gewissenskonflikte und daher wohl unlösbare Fragestellungen auf; in der ansonsten geradlinigen Welt des (Revolver)Helden. Versuchte er für sich noch mit " Hereafter - Das Leben danach [Blu-ray]" Lösungen für das Dasein auf Erden zu finden, für den Sinn unseres Lebens, ergibt sich hier scheinbar Eastwood endgültig diesen Fragekonstellationen und lässt wohl deshalb den Film mit einem doch für Eastwood ungewöhnlichen "schmalzigen" HappyEnd -auf allen Dramaebenen- enden (auch wenn er hier nicht den Regiestuhl inne hatte, wird wohl Eastwood nicht ohne sein Einverständnis den Film gelenkt haben). Das nämlich anfängliche Drama um einen Generationenkonflikt, im Genremix eines Sportfilms, endet als absoluter Wohlfühlfilm in eastwoodungewöhnlicher Capraperspektive. Die Altersmilde von Clint ergibt sich hier also letztlich dem ewigen Kampf des autarken (Über)Lebens, des Überichs vom Heldentypus eines ewigen Loners; und hat filmchronologisch ab eben " Erbarmungslos [Blu-ray]" erbarmungslos im Leben des realen Eastwood eingeschlagen. Die psychische Verarbeitung eines wortkargen (Film)Helden, wird durch das hohe Alter und dessen Nachrücken der physisch stärkeren -der nachfolgenden- Generation brutal ausgebremst (siehe "Gran Torino") und hier im Film zum Ende hin liebevoll widergespiegelt. Die aufgeworfenen Lebensfragen an Eastwood selbst und einem evtl. Trostspender hinsichtlich Religion, nähert sich zwar Eastwood, wird aber durch seinen genarbten Dickschädel nur zögernd angenommen (ähnlich der Badeszenen von Timberlakes und Adams intimer Annäherung); aber eben auch hier wird eastwoodmäßig hinterfragt ("Hereafter - Das Leben danach", " Million Dollar Baby [Blu-ray]"), " J. Edgar [Blu-ray]", " Letters from Iwo Jima [Blu-ray]" usw. sind so gesehen der filmische Beweis). Der Ausweg der letztlich übrig gebliebenen Alternative "Religion" (in welcher Form auch immer) wird hier von Eastwood ein weiteres Mal (vielleicht ein letztes Mal?) zwar -noch- kleinlaut umgangen. Der Film kompensiert daher das Thema, der von Eastwood aufgeworfenen Fragen nach Religiosität, im Verhau des Ursports der Amerikaner, der des Baseballs. Baseball ist schlichtweg (US-)Religion. Nicht umsonst lautet das Sprichwort: "Wer Baseball versteht, versteht Amerika ...". Und um dieses Verstehen -der Amerikaner- zu begreifen, muss man verstehen (und das tut Eastwood auch; und ärgert ihn wohl immens?), dass Amerika (die USA) ein tief religiöses Sendebewußtsein besitzt. Die Antwort scheint Eastwood also über den Weg des religiösen Glaubens (hier Baseball, in "Hereafter" das Übersinnliche) in Sinn einer funktionierenden Gemeinschaft zu suchen, im engsten Familienverbund; wie einst John Ford. Unterlag diese Formel bei Ford jedoch im fortgeschrittenen Alter -und seinen Filmen in chronologischer Folge- der Desillusion, lichtet sich bei Eastwood in ebenfalls chronologischer Sichtweise zu seinen Filmen die Desillusion zur möglichen bzw. zur einzigen Alternative. Scheinbar will Eastwood, in seinem ausgehenden Leben, sich dieser "Maxime" -noch- nicht komplett unterwerfen, denn meint auch sein Gus-Charakter hier ein winziges Schlupfloch gefunden zu haben. Übersieht aber, dass sein zum Schluss des Films alleine weiter des Weges gehen, der ruhenden Gewissheit unterliegt, dass sein "weiteres Leben", in Form seines Kindes, ein lebenswertes Dasein bevorsteht -besser als das Seinige-, geflochten durch die Verbindung eines liebenden Partners und der uramerikanischen, konservativen Einstellung, dass ein Beruf eine Berufung (einen Glauben) vertritt, den der Namenlosen Reiter nie besaß. Was den Film-Eastwood bisher also immer vergönnt bliebt ("Dollar-Trilogie", "Dirty-Harry-Reihe", " Die Brücken am Fluss", "Million Dollar Baby", "Gran Torino", " Der Texaner [Blu-ray]" usw.) und im Eastwoods realen Leben ebenfalls große Narben hinterließ, läßt dieser Film nun zu. Bemerkt er, dass Selbstständigkeit niemals ohne den ständigen Beistand einer starken Gemeinschaft (Familie, Partner; hier im Film seine Tochter) einhergeht. Dies ist die Stütze, der schützende Revolver an seiner Seite, den Eastwood in all seinen Film leugnen zu schien. Was also Eastwood in seinen vorangegangenen Filmen den Protagonisten durch physische Präsenz auszeichnete (Größe, Kraft, Waffe) und auf der seelischen Seite mangelte, hat im hier und jetzt, in der diffusen realen Welt -des Alters- keine Belange mehr. Die -republikanische- (Film)Welt der "Barchialkunst des Zuhauens" hat spätestens seit "Million Dollar Baby" ausgedient und in der Eastwoodsaga den ersten dicken Knacks erlebt, welches er in "Gran Torino" noch mit dem Heldentod ausbügeln wollte. Zudem begreifen und wissen die eigentlichen Eastwoodhelden nunmehr jetzt (nämlich meist seine dargestellten Frauenbilder; wie hier im Film oder auch in "Gran Torino" und " Der fremde Sohn [Blu-ray]" usw.), dass sie nur mit Cleverness -und dem nötigen Respekt zu anderen Menschen und dem Leben selbst- in dieser niemals geradlinig verlaufenden (Männer-)Welt, die uns die Dirty Harry & Co. damals rotzfrech präsentieren, überleben können. Eastwoods Frauen sind daher die eigentlichen Stützen der Gesellschaft und Helden seiner Filme (ähnlich bei Ford). Und somit sind sie dem verhärmten Dity-Harry- und eastwoodschen Cowboycharakteren, eben durch ihre Emotionalität, die seine Männerfiguren stets unterdrücken, weit überlegen. So auch hier in "Back in the Game". Fazit: Der Namenlose Reiter verliert also seine scheinbare schützende Anonymität durch das Alt werden, muss heraus aus seinem Panzer der Emotionslosigkeit und sich der Realität -auch durch seine starke Tochter- stellen; was glänzend durch die Spiegelszene, der mächtigen CloseUp des eastwoodschen Gesichtes, passiert. Eastwood bzw. seine Charakteren werden plötzlich vom Mythos zur Person, bekommen eine universellen Identität, mit all ihren Schicksalsschlägen. Auch durch das Leugnen, das Ausschalten des Lichtes, mögen die Geister des Lebens Gus (und nunmehr alle übrigen Filmfiguren Eastwoods, die in den letzten Filmen Schritt für Schritt eine Metamorphose zum Normalsterblichen unterlagen) plötzlich mit Namen gerufen haben. Eastwood und seine Figuren geben nun unumwunden zu, dass sie doch eine eigene Identität, eine Vergangenheit, ein nicht zu leugnendes Leben mit Fehlern tatsächlich besitzen. Die Figur des Gus hat damit einen versöhnlichen Abschluss erreicht und den endgültigen Schlussstrich in den von Eastwood entworfenen Protagonisten erreicht. Von daher ist der Originaltitel "Trouble with the Curve" der wesentlich passendere, als sein deutscher Verleihtitel "Zurück im Spiel"; denn das Leben ist eben nie geradlinig, enthält eine Menge ärgerliche Windungen, wohingegen ein vermeintliches "Back in the Game" nur einen traurigen Schwanengesang, im Angesicht des letzten Lebensabschnittes von Baseballscout Gus -und Eastwood selbst- predigt. 3 Sterne für den reinen Baseballfan 4 Sterne für einen anfänglich im Drama spielenden Wohlfühlfilm 3,5 Sterne Sterne für den "nostalgischen" Eastwoodfan 4,5 Sterne für den Eastwoodfan mit Baseballinteresse* (* meine Wertung) P.S. Hervorzuheben ist neben einer klasse Ensembleleistung aller Darsteller (bis hin zu Ed Lauter) die schöne Location, der in der ländlichen Provinz liegenden Baseballplätze rund um North Carolina, sowie die herrliche Kneipenatmosphäre.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Kritik zur BD-Umsetzung zu Rooster Cogburn und seinem Vorläufer, 15. Mai 2013
Die BD-Umsetzung ist gelungen und präsentiert sich in der Ratio 2.35:1 exzellent (Ebbe dagegen bei den Extras, da gar keine vorhanden sind). Die etwaigen kleinen Unschärfen, abseits der fokussierten Bildmittelpunktes, bei verschiedenen Kameraeinstellungen; in Verbindung mit der Ausleuchtung, sind -leider- die typischen Merkmale des Panavisionsverfahren (hier in der kleineren, in der 35 mm Variante gedreht). Ansonsten kann man nicht meckern, denn gegenüber dem Cinemascope, welches -damals- auch mit Unschärfen zu kämpfen hat, wirkt Panavision einfach "plastischer", "glatter". Und die Farben? Sie funkeln nur so, dass einem die tolle Oregon-Kulissen fernweh vermittelt (das ist evtl. der eigentliche, der heimliche Pluspunkt der BD-Umsetzung). Ebenfalls ist die True-Grit-Fortsetzung wesentlich besser in Szene gesetzt, da vielmehr mit "Licht" gespielt wird und der Film, im Gegensatz zum Vorläufer, daher einfach "wertvoller", einfach mehr nach großem Kino daherkommt. Der 16:9 gedrehte 1969 erschienene " True Grit - Der Marshal [Blu-ray]" (und gerade in seiner BD-Fassung), wirkt für mich einfach mehr nach einer großen TV-Adaption, als ein respektables Kinospektakel. Im übrigen oute ich mich hier eher als Freund bzw. seltener Fan dieser 1975er-Fortsetzung zu seinem Vorläufer. True Grit, der zwar in seinem Storyplot und den div. Charakteren natürlich "GROßES" verspricht (und auf den Oscar-Duke zugeschnitten ist), läuft -für mich- einfach an div. Stellen "unrund". Zuweilen wirkt er auch etwas "billig" in seiner gearbeiteten Kinematografie. Ebenfalls die steife Inszenierung der Kim Darby als Mattie Ross, bleibt letztlich ein kläglicher und zaghafter Mainstreamhollywoodversuch, denn aus dem emporkommenden New-Hollywoodkino hätte man wesentlich eindeutiger und "freier" die Charakterstudie der auf Rache sinnenden Mattie Ross inszenieren können; sprich: gewollt und nicht gekonnt -und mehr noch im Heute- tappt sich, gerade hinter dem politischen und kulturellen Umbruch der 68er, also die zu darstellende Mädchenfigur eher brav durch die Handlung. Und so bleibt das gesamte Spiel des Mattie-Ross-Charakters, trotz der 68er-Generation, ein hausbackener Backfisch aus einer gestriegelten 50er-Jahre-Produktion. Deshalb halte ich den berühmteren Vorgänger "True Grit", in Hinblick aus der Entstehungszeit eines massiven gesellschaftlichen Umbruches, als mutloses Konfektionskino der "68er". Anders aber hier der (African-Queen-)Gegenpart zum alternden Duke! DIE Hepburn (wirkt zwar mit ihren knapp 68 Jahre äußerst tatterig) heizt dem noch älteren Wayne aber mächtig ein; ohne dabei die gestelzte Aufdringlichkeit ihrer jungen Vorgängerin aus Teil 1 zu besitzen. Immer einen Schritt voraus, mit ihrem immerwährenden plappernden Bibelmundwerk, degradiert Schwester Goodnight Rooster in die zweite Reihe des Geschehens (was so der zweite Höhepunkt, eben neben der schon erwähnten Location, abseits der üblichen Westernaction ist). Hepburns gespielte Figur wirkt trotz -oder eben durch- des hohen Altersunterschied zum Mattie-Charakter wesentlich eloquenter und für den Zuschauer daher bereichender. Der Bonuspunkt des Alters, einhergehend mit der Erfahrung, machen hier den Unterschied der beiden Sidekicks an Waynes Seite. Und so reiht sich auch der viel zu früh verstorbene Richard Jordan mächtig gut in seinen Bösewichtpart ein; kommt mit seiner DeNiro-Brückner-Stimme gaunerhaft als Hawk daher. Fazit: Für mich ist, im Vergleich zu "True Grit/Der Marshal", "Rosster Cogburn/Mit Dynamit und frommen Sprüchen" einfach der "frischere" Film und durch seine kinematographisch Arbeit zudem das schönere Stück Kino. Aber: Nicht einer der besten Western von Mr. America, aber allemal in der BD-Umsetzung sehenswert; und natürlich ein MUST HAVE für jeden John-Wayne-Fan, um seine Blauscheibensammlung zu komplettieren.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Augen zu und durch ... oder vereinfacht: Wellmanns "Letztes Signal" im Wolfspelz, 7. Mai 2013
Wer kann es ihm verübeln. Den Tod seiner Frau verarbeitet uns Alleskönner (Wil)liam Neeson ein weiters Mal; erneut hier jedoch in der verschneiten Actionverpackung eines Abenteuerfilms a'la Jack London. Dass dabei ein dermaßen ausgewalzter Plot runtergekurbelt wurde, mit dem Ammenmärchen vom "Bösen Wolf", aus der eindimensionalen 30er-Jahre-Abenteuermühle (da waren nämlich die Indianer auch noch -und nur die- die Bösen) eines Faustjongleurtypus Clark-Gable-Plus ...., dass das, im heute, so "wertfrei" über den Kinoäther schippert, nachdem mir vor gut 35-40 Jahren Schimek, Sielmann und Cousteau die Welt der Tiere so liebevoll einimpften, ... da frag' ich mich: "Liest Herr Neeson sich noch überhaupt ein Drehbuch durch?" Wie gesagt, dass der wirklich gute Schauspieler evtl. einen gewissen Trost sucht und den plötzlichen Tod seiner 2009 verstorbenen Ehefrau mit absoluter Drehwut kompensiert (und der Film abseits des Werwolfsverhau "autobiografische Züge" für Neeson enthält), ist begreiflich, nur: jenes hier, das war Oberschmarrn und bräuchte der Schauspieler mit Schindlerkaliber nun wirklich nicht zu drehen; wenigstens nicht in solch bitterer, in solch platter Form. Wäre das Machwerk wenigsten aus den 80er-Jahre-Trashkino eines Menahem Golan entsprungen, hätte ich noch ein Rezensionsauge zugedrückt. Aber das Manko des Films ist: er nimmt sich, einschl. der Filmcharaktere von Herrn Neeson, selbst sehr ernst(!); so als hätten hier geklonte Nolan Brüder versucht ihren funkenden Intellekt zünden zu wollen, die aber ihrerseits nie über den Tellerrand des Dramaverlaufs der zehn kleinen Negerlein hinaus geschaut haben. Fazit: Absoluter Actionkracher der untersten Sternewertung, indem mich einzig die Location faszinierte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Schuster bleib bei deinen Leisten (!); oder eben einfach: An American Tragedy, 27. April 2013
Die mit 5 Sterne bewertete Rezension von @Tonio Gas kann man nur beipflichten. Ausgehend von den ganzen 5er-Rezis, sollte der unbedachte DVD-Jünger seine Erwartungen vom 1951 gedrehten Remake (Original aus dem Jahr 1931) leicht herunterschrauben. Im HEUTE wirkt der ein oder andere Monolog antiquiert. Was Montgomery Clift auf der einen Seite in genialer Schauspielkunst im Method Acting zeigt, ist im -leider nur damals gedrehten- 4:3 S/W-Format, für das Medium Kino, noch nicht ganz so ausgereift mit der Kamera eingefangen worden. Merkt man hier förmlich, wie sich Kamera und der "neue" Schauspielstil erst finden müssen (und sich so erst einige Filme später mit M. Brando und J. Dean im perfekten Einklang verflechteten). Wiederum zeigt uns Stevens hier ein paar Kameraeinstellungen die völlig neu für das damalige Hollywoodkino waren (CloseUp über die Schulter etc.) und bis Dato nur -rudimentär- im frühen europäischen Kino zu finden waren. Die Arbeit wurde daher auch zu Recht mit dem Kameraoscar für William C. Mellor belohnt. Manche dramaturgische Ausarbeitungen des Drehbuches erscheinen auch leider -fürs HEUTE- leicht dröge und der -deutsche- Text zuweilen arg verdreht bzw. aufgesetzt. Eine klare Direktheit traute man sich und dem Zuschauer noch nicht zu und daher wird zu oft um den "heißen Brei" monologisiert. Dazwischen aber immer geniale Momente, wie im Appartment von Alice Tripp. Wie da der Beischlaf durch einen kleinen Kamaraschwenk, mit wenig Worten, angedeutet wird, ist heute mit Wohlwollen zu genießen und zeigt mehr Intimität, als das schwitzige Gerangel von Neuproduktionen. Aber ..., all zu oft gibt sich der Film noch zäh, versuchen die Darsteller die Emotionalität dem Zuschauer zu erklären, was im "JETZT" standardmäßig die breite Masse auch in kurzen Andeutungen versteht. Daher wirkt mancher Dialog aus heutiger Sicht peinlich aufklärerisch, zuweilen auch langatmig hin- und hergedreht. Sowie manche Handlungen der Protagonisten -verständlich nach 60 über Jahren- altbacken erscheinen; bleibt aber trotz des Abstandes immer nachvollziehbar; sofern sich der Zuschauer Zeit für das Werk einräumt und ein Gefühl für die "alte Zeit" entwickelt. Klar auch, dass sich die gesellschaftlichen Konventionen nach der langen Entstehungszeit von "Ein Platz an der Sonne" stark verschoben haben, doch bleiben die eigentlichen Beweggründe und Verhaltensmechanismen der tragischen Personen und ihrer Beziehungen zueinander im Kern immer aktuell. Bemerkenswert daher wie "modern" einerseits Stevens durch die Handlung steuert und dabei die Zensur erstaunlich umschifft. Das Gelingen meiner Anmerkung wird aber haltlos erzielt, erkennt man die Dynamik der immerwährende Thematik -in einer "freien" Gesellschaft-, wo sich die gesellschaftliche Realität, durch die Autonomie der Gesellschaft des Einzelnen, praktisch so aufdrängt/einmischt, dass es -auch damals schon- irgendwie in der Kunst -und evtl. auch nur durch die Kunst- gezeigt werden muss(te); da eben die gesellschaftlichen und sozialen Tragödien der Realität entspringen und eine demokratische Gesellschaft immer im "offenen" Konsens steht. Wie sich da z.B. manch schwangere Zuschauerin gefühlt haben muss, als sie eine Shelly Winters -als des Zuschauers alter Ego- beim Arzt sitzen sieht, um sich das Wohlwollen einer Abtreibung zu erringen, war wohl damals einzigartig im (US-)Kino und scheint rückblickend bedrückend für das heranwachsende Publikum der 50er gewesen zu sein (und wäre wohl zwei, drei Jahre später nicht mehr so -in den USA- durch die "Zensur" gekommen, evtl. erst gar nicht filmisch so aufgegriffen worden, denn viele US-Nachkriegsfilme, bis Anfang der 50er, sind beispiellos offener in ihren Themen und deren gezeigten Thematik, und das über alle Genres hinaus, als die danach folgenden "Cimenascope-Verhaue"; bis Anfang der 60er langsam der Production Code aufweichte). Positiv auch, dass das Gespann Clift - Taylor so grandios funktioniert und man ahnt, dass dies auch nach Drehschluss nicht anders war (zu erwähnen in diesem Zusammenhang wäre da auch das excellente Zusammenspiel beider im Jahre danach erschienen " Das Land des Regenbaums / Raintree County [Spanien Import]" und natürlich in " Plötzlich im letzten Sommer"). Auch das von Stevens einiges genreübergreifend inszeniert ist, ist beispiellos leicht verwoben. Enthält "Ein Platz an der Sonne" einerseits die Melodramatik eines Sirks Werkes (hier eben nur aus der Sicht eines Mannes) und dann wiederum gibt es Thrillerelemente/-momente (z.B. die Bootsfahrt) eines frühen Hitchcocks. Ebenfalls klasse, die deutsche Synchronstimme für/von Montgomery Clift, die ich leider keinem Sprecher zuordnen kann (wer kennt sie?). Fazit: Regisseur Stevens (" Mein großer Freund Shane";" Giganten [Special Edition] [2 DVDs]n";" Die größte Geschichte aller Zeiten [Blu-ray]"; ") beweißt einmal mehr sein Ausnahmegespür und wandelt in den verschiedensten Genres immer stilsicher und wirkte stilbestimmend auf andere Filmemacher Hollywoods. Setzte er damals mit "A place in the sun" neue Maßstäbe, die Hollywood leider für mich nicht konsequent genug fortsetzte und zu wenige Ausnahmen gewährte (Kazan, Sirks u.a.). Also: ein -mit 6 Oscars ausgezeichnetes- kleines Meisterwerk für den Filminteressierten; jedoch evtl. ca. 3 Sterne für den bügelnden oder nachospeisenden Kinocouchallrounder! P.S. Zu den DVD-Extras: Interessant die Videostatements div. Hollywoodgrößen zu George Stevens (Fred Zinnemann, Frank Capra, Robert Wise, Warren Beatty u.a.).
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9 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Hollywood be(weih)räuchert sich selbst, 21. April 2013
Nicht, dass der Film schlecht ist, das nicht; aber der Beste Film 2013; wenn man denn den "Oscar" als MAßstab nimmt? Kurz gesagt, was in Deutschland einen netten TV-Film ergeben hätte (etwa mit Dauerbrenner Heino Ferch und/oder dem bebrillten Garant Matthias Brandt z.B.), verkauft uns Hollywood mal wieder als einzigartigen Hochkaräter. Nun denn, einer der großen Pluspunkte: hier wird mal nicht (bzw. kaum) geballert! Der geradlinig runtergekurbelte Film, entsprungen aus einem Reagankind der 80er (Affleck geb. 72), hält hier mal wieder kräftig -und zur Zeit mehr als nötig- das Banner der Freiheit haushoch. Und wie schon in " Company Men [Blu-ray]" fordert uns das Hollywood-Allroundtalent Affleck auf, mit der einfachen aber genialen Bob-der-Baumeister-Formel "Ja, wir schaffen das!". Und als Hobbycineast kann man wohlweislich nur zugeben: was vor 60 Jahren in Hollywood funktionierte, funktioniert bei den Mitgliedern der Academy auch heute noch!; streng nach dem Rudi-Carell-Motto: "Ein guter Witz, bleibt auch in Jahren noch ein guter Witz" (wobei die Gewichtung des Zitates hier mehr auf "Witz" liegt). Gewiss, die Thrillereinfältigkeit kennt hier kaum Grenzen: Hier und da ein Böser dunkel drein Schauernder mit Bart, ein paar verhüllte Damenköpfe in schwarzen Revolutionstüchern, ein paar unschuldige Staatsdiener, mit unförmigen West-Haarschnitten der ausgehenden 70er, und zudem garniert mit feinen Spitzfindigkeiten von Hollywood postwendend an Hollywood zurück; was natürlich dem partyverwöhnten LA-Insider gefällt. Da erkennt sich Hollywood "drin wieder". Und so wünscht sich die Filmprominänz ihre gute alte Rockfordzeit zurück, als gefälschte Visitenkarten den bösen Buben gar hinters Licht führten, ohne die Rambokracher der 80er auflaufen zu lassen. Und so fällten die Mitglieder der ehrwürdigen Oscartruppe ihr Votum und katapultierten Ben mit seinem Filmverhau endgültig zu den Ihrigen, in den intellektuellen Hollywoodolymp. BINGO! (Da fragt man sich ernsthaft: Warum vergeuden erfahrene Produzenten und wirkliche Regieasse an der Westküste ihr komplettes Leben damit, endlich diesen goldenen Kerl in den Händen zu halten, wenn's doch so einfach geht, wie es uns Afflecks "Argo" vormacht?). Aber, wirklich "schlimm" ist die Auszeichnung natürlich nicht für "Argo; höchstens in ihrer Peinlichkeit, da mal wieder nichts besseres vorzuweisen war. Belegt es nur erneut, dass Hollywood durch und durch seine Kunst, auch mit politischen Mittel, wirtschaftlich an den Mann/Frau bringt; damit der Rubel ...ähhh, Dollar rollt, denn ganz ehrlich, von künstlerischen Gehalt ist "Argo" Durchschnittsallerlei. Und so war eben die Zeit wieder reif, im gebeutelten Land of Freedom, und brachte dem z.Z. auflösenden -amerik.- Patriotismus, einen weiteren Film entgegen, der die Stellschrauben nachjustiert und Licht am Ende des lähmenden Tunnels aufzeigen will. Eine Nation gespickt mit Helden, die hier aber ihr Heldentum verbergen müssen, damit andere Nationen nicht das gleiche blutige Schicksal erleiden müssen, wie die gefallenen Helden selbst (wirkt da im Film die erwähnte John-Wayne-Anspielung nicht wie eine mahnende Erleuchtung?). Die amerikanische Aufopferung kennt erneut keine Grenzen und macht aus den "einfachen" Helden den gebrochenen, den -klassischen- Superhelden. Hier im Gewand eines ausgebeulten, sakkotragenden Schluffis, mit der wortkargen Dialektik des eastwoodschen Namenlosen Reiters, oder besser noch, zum kastrierten Dirty Harry. Die amerikanische Identität, transportiert über das Medium Film, wird so, nach den Nolans, ein weiteres Mal ad absurdum geführt; ein nächster Dark Knight, mit all seinem intimen Schmerz, ist (wieder)geboren und verunsichert, im Fahrwasser des oscargekrönten Werkes, erneut den republikanischen Wähler an der Kinokasse. Affleck propagiert den amerikanischen Mythos und zerstört ihn gleichermaßen. Die Obsession des Berufes ist hier Fetisch, nicht das erreichen des Heldentums selbst oder gar ein finanzielle Vorteil. Hier schimmert deshalb das religiöse Sendebewußtsein des nordamerikanischen Purantismus durch die verklärte US-Geschichte der Neuzeit. Und so erklingt ein weiteres Mal die oft zitierte (US-)Parabel: "Frage nicht was dein Land für dich tun kann, sondern was DU(!) für dein Land tun kannst". Oder in seiner Obama-Kurzform: "Yes, we can!" All das mögen die Pluspunkte hinter der erzählten "wahren" Story sein, sind aber kaum für dessen Oscargewinn verantwortlich. Aber ..., Affleck hantiert mit den Stilmittel der amerikanischen weißen Identität, ohne sich wohl dessen wirklich bewusst zu sein. Affleck, so scheint es, filmt nur ab, aus einem Potpourri der amerikanischen Kinogeschichte, was er als Jugendlicher in den USA zwischen Politik und Popkultur wahrnahm. Schade! ... und wie gesagt: Kein wirklich schlechter Film, aber auch kein wirklich guter! In jeder verstreichenden Filmminute, blieb bei mir das beruhigende Gefühl, dass die Flucht gelingt! Eindeutig würgte dies eine cineastisch, die dramaturgische Zuspitzung in der narrativen Handlung ab. Nichts erstaunt wirklich, alles wirkt bekannt, schon gesehen, altbewährt. 2,5 Sterne (mit dem Hinweis, dass Afflecks Regieerstlingswerk " Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel [Blu-ray]" immer noch die bessere Arbeit für mich ist ("Da hat er ja auch selbst nicht mitgemacht", behaupten böse Zungen;). P.S. Peinlich? Aufdringlich? Einfallslos? Wie in -fast- jedem Affleckfilm, dürfte auch hier wieder der schmollmundige, arme umherziehende, einsame Wolf zurück zur Angetrauten, ins sein heimeliges Nest. Soll heißen: Was das dicke Küsschen zum Schluß mal wieder sollte (natürlich, man will der Figur durch sein zerrüttetes Privatleben mehr "Tiefe" verleihen), begreif' ich einfach nicht? Affleck will immer alles perfekt abrunden, und das jedesmal mit dem sonnenunterganggetünchten Kitsch der Rosamunde-Pilcher-Variante. Das war schon beim oben erwähnten " Company Men [Blu-ray]", bei " The Town - Stadt ohne Gnade [Blu-ray]" usw.. Das drückt mächtig auf die ansonsten guten Plots des Herrn Affleck und macht so die -ernsten- (Unter-)Töne zum torsohaften Durchhaltewerk, im Kleide eines amerikanischen Heimatfilmes. Ahhh, jetzt versteh ich, deshalb wohl auch der Oscar!
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Sein oder nicht sein, das ...., 15. April 2013
Wie schon in " Swimming Pool" erzählt uns François Ozon hier eine Geschichte, die verschwommen zwischen Realität und Fiktion angelegt ist. Der Gymnasiast Claude Garcia, angespornt von seinem Lehrer, schreibt Aufsätze über seinen Schulfreund Rapha Artole und dessen Eltern. Das Leben der Mittelschicht, am Rande der Stadt, fasziniert den jungen Claude und er vermischt seine Phantasie mit dem Erlebten. Sein Lehrer (glänzend gespielt von Fabrice Luchini; " Nur für Personal! [Blu-ray]"; " Das Schmuckstück [Blu-ray]") und dessen Frau (Kristin Scott Thomas) verfolgen gespannt die Schreibergüße und verfallen den Ausführungen Claudes; sind hin und her gerissen von den Geschichten; zweifeln: ob echt oder nun doch erfunden (allein das von Claude besuchte Haus des Freundes, mit seinen in Einklang lebenden Eltern, scheint der Phantasie entsprungen, da es rein gar nicht französisch anmutet, es so gesehen eher in einem amerikanischen Vorort a'la Spielberg stehen könnte). Letztlich verfängt sich das kinderlose, intellektuell lebende Ehepaar in den Aufsätzen Claudes so, dass sich ihr Alltag, ausgelöst durch den schwellenden Voyeurismus ihres nicht wahrhabenden Kleinbürgertums, in Grundsätzen ändert und einen "bitteren" Verlauf nimmt. Anfangs noch fesselnd, in (s)einer französischen Art inszeniert, muss man Rezensent @Berlinoise erwähnen, der in seiner Rezi schrieb: "Über den eigenwilligen Regieeinfall, Germain später tatsächlich in Claudes Berichten als Zuschauer und Kommentator auftreten zu lassen, könnte ich noch hinwegsehen, ....". Ich leider nicht(!), denn ab hier wirkt die spannend erzählte Geschichte (der Roman ist mir nicht bekannt), die zwischen Milieustudie, leichter Komödie und Thriller angelegt ist, holprig und das schön geknüpfte Band rollt sich zusehends auf. Von "KLAMAUKIG", wie @Berlinoise es erwähnt, möchte ich auch nicht direkt sprechen, jedoch riss bei mir, ab dieser Stelle, der fesselnde Dramafaden merklich ab. Der Film verliert (und verlässt) hier eindeutig seine Linie und wässert vor sich hin. Plötzlich wirkt alles unausgegoren und man (ich) beginnt sich zu langweilen; auch den Dialogen fehlt plötzlich die Prägnanz der ersten Stunde. Schade, denn das Gespann Luchini und Thomas ergeben ein prima Schauspiel(ehe)paar, die sich -auch in der deutschen Synchro- gekonnt die Bälle zuwerfen. Zur BD (geliehen): Sie kommt mit den nun gängigen Standards daher (z.B. Outtakes, zusätzl. bzw. entfallene Szenen, einigen Trailern von Ozon-Filmen usw.) und das 16:9 Bild (also kein Cinemascope-Breitwand), sowie der Ton, hat den üblichen Qualitätsstandard von Neuproduktionen. Der Blu-ray-Standard wird und wirkt allmählich alltäglich. Die Synchro ist ebenfalls sauber gearbeitet und mit den gewohnten Stimmen für F. Luchini von Stephan Schwartz und K.S. Thomas von Traudel Hass besetzt. Fazit: knapp über drei Sterne (3,25); jedoch natürlich allemal sehenswert für den, der die Filme von F. Ozon mag oder -wie ich- Fabrice-Luchini-Fan ist.
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3.0 von 5 Sternen
Nackte Gewalt = herbe Ernüchterung ?, 11. April 2013
Vor ca. gut 30-35 Jahre das letzte Mal gesehen, war "The naked spur" ein spannend inszeniertes Western-Psychogramm, enttäuschte mich aber nun einmal mehr dieser Anthony-Mann-Film. Wie schon bei " Der Mann aus dem Westen [Blu-ray]", der in seiner Stimmung zwar klasse rüber kommt, ist für mich auch hier -im heute- das dramaturgische "Timing" und die Ausarbeitung der dramaspielenden Protagonisten nicht mehr so überzeugend. Mann-Western (und besonders seine Versuche im Monumentalgenre " El Cid (Digital Remastered) [Blu-ray]" und/oder auch " Der Untergang des Römischen Reiches (Digital Remastered) [Blu-ray]"), die zwar alle bombastisch gefilmt sind, aber sich -für heutige Maßstäbe- mehr quälend durch ihre Handlung drücken, sind zwar handwerklich glänzend bearbeitet (Location, Kamera, Ausstattung etc.), doch brechen die Wandlungen der Charaktere zu abrupt ab bzw. taumeln, ohne großen dramaturgischen Bruch, fallen für den Zuschauer urplötzlich, in ihren inneren Kampf, von ein Extrem ins andere. Den dafür erhältlichen Grund des abrupten Wandels -besonders in der deutschen Synchro- scheint zwar plausibel, doch nie recht ausgearbeitet, auf den Punkt gebracht (evtl. fehlt auch die ein oder andere dramaturgische Szene in den -deutschen- Fassung; sind der Schere zum Opfer gefallen). Zu schnell etwa erfüllt sich grenzenloser Hass in Nachsicht. Nach ein oder zwei kurzen Sätzen der Liebsten und einem Moment des Innehaltens, werden die dunklen Seiten, die Beweggründe Stewarts, einfach getilgt. Das wirkt heute stakkatohaft, unglaubwürdig, überzogen, kitschig. Dabei gleitet hier, in "Nackte Gewalt", Stewarts theatralische Schauspiel haarscharf auf der Naht. Seine mehr als übertrieben hupfender Gang, hervorgerufen von der Schussverletzung, sein hin- und herschleudern des Kopfes bzw. des ganzen Oberkörpers, wenn er zu Boden gerungen wird, seine weit aufgerissen tellergroßen Augen, die all den Wahn, den Hass, sein Übermannen, interpretieren sollen, dies wirkt -im heute- zu "klassisch", erinnert an gute Volkstheaterinterpretation, im folkloristischen Alpenpanorama Colorados. Ebenfalls wirken im On-Location-Kammerspiel zwei der fünf Darsteller fehl. Janet Leigh, mit wasserstoffblondierten Bubikopf, geht als Kindfrau, im harten Gebirgsdrama, regelrecht baden. Schlimmer noch der gestriegelte, pornobremsetragende Ralph Meeker, als aus der Armee unehrenhaft Entlassener. Die Schauspieler pass(t)en hier einfach nicht in ihre Rollen; das war zweite Wahl (genau wie die Rolle der Loren in Manns "El Cid", die eigentlich Senta Berger spielen sollte und viel typgerechter gewesen wär). Natürlich bleibt in der Story(line) genug Spannung, um den alten Westernliebhaber auch heute noch bei der Stange zu halten. So bleibt auch trotz des Alters "Nackte Gewalt" ein harter Western. Nicht dass das Gezeigte -zumindest 60 Jahre danach- äußerst brutal dargestellt wird, nein, sondern die geradlinig erzählte Geschichte ist gnadenlos in ihrer Aussage und bedingungslos zu den Personen. So gesehen schlummert in den Mann-Stewart-Western schon die italienische Variante des Westerners, die erst zehn Jahre später die Kinosaäle flutete. Auch Manns photografische Arbeit zählt ebenso zu den positiven Seiten des Films, ist -trotz seines 4:3-Formates- excellent abgelichtet und bietet Atmosphäre pur. In kaum einen anderen Film aus dem Genre, als in den Western Manns, verschmilzt Cowboy, Pferd und Landschaft zu einem "Natural". Doch wiederum gerade jenes, was Anthony Mann uns zeigen wollte, die Psychologie der gebrochenen Figuren, funktioniert heute nicht mehr so treffend, so reibungslos, als es evtl. noch die -stark?- zensierten 50er-Jahrefilme zuließen. Andersherum frag ich mich, ob die Western Manns nicht ihrer Zeit voraus waren und überhaupt von der breiten Masse der 50er Jahre Zuschauer überhaupt so verstanden worden sind, wie es uns die Kritiker heute weiß machen. Immerhin, die klassische Story, vom dem vom Hass getriebenen Stewart, ergäbe auch heute ein packendes und damit hervorragendes Remake. Ferner zu meiner Kritik, drückt die gesehene DVD-Ausgabe mächtig auf die Wertung. Das Bild ist ähnlich matschig wie Fords genialer " Der Sieger" (zum Vergleich, und 12 Jahre älter, sollte man " Verfluchtes Land" heranziehen, denn ich letzten sah. Was dort auf einer "nur" DVD möglich ist, im Blu-ray-Zeitalter, ist erstaunlich). Den dumpfen -deutschen- Ton nimmt man als Liebhaber des Genres in Kauf, könnte aber auch eine Generalüberholung vertragen. Schade auch bzw. enttäuschend, denn ich dachte in Erinnerung zu haben, dass Stewart hier seine -meisterliche- Stimme des Siegmar Schneider trägt. Weit gefehlt, denn Jimmy wird hier von Horst Niendorf (des öfteren für Hackman und Lancaster im Einsatz) synchronisiert. Nicht das Niendorf seine Sache als alter Sprecherhase schlecht erledigt, nein, das nicht. Ist es halt nur enttäuschend, dass es nicht Schneider ist. Summa summarum: einhergehend mit den -technischen- DVD-Mängeln nur knappe 3 Sterne!
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4.0 von 5 Sternen
Erfolg hat seinen Preis! Die Gültigkeit des Sprüches hat nichts von seiner Wahrheit verloren., 9. April 2013
Hier zeigt Kirk Douglas mal wirklich, warum er eine Hollywoodlegende ist. Verkörpert er einzigartig einen Filmproduzenten, für den Erfolg die Lebensmaxime ist! In Rückblenden erzählen drei Hochkaräter des amerikanischen Filmbusiness (eine Schauspielerin; gut gespielt von Lana Turner, ein zum Starregisseur aufgestiegener Freund aus den Karriereanfängen und ein Literaturprofessor, der den Fängen Hollywoods als Drehbuchautor nicht entfliehen kann), deren Ruhm in der Zusammenarbeit mit dem Produzenten Jonathan Shields (K. Douglas) begann bzw. zu Grunde liegt und der seinerseits den Aufstieg in Hollywood seiner koketten, geradlinigen und dreisten Art zu verdanken hat, die ihn letztlich aber das Genick bricht. Nach seinen Abstürz wagt er -nach einem guten Jahrzehnt- den Neuanfang, mit der unverhohlenen Bitte an seine ehemaligen Zöglinge, ihm dabei zur Seite zu stehen. Und diese ziehen nun ihr bitteres(?) Resümee (anhand der Rückblenden) und treffen daraus ihre einstimmige Entscheidung (können sich aber, so die letzte Szene, die fast versöhnlich ausklinkt und das Ende doch noch offen lässt, nicht seinem Charisma entziehen). Damals, anfangs der 50er, ein wohl grandioser Blick hinter die Kulissen der "Stadt der Illusion", verarbeitet Regisseur Vincente Minelli das Thema ähnlich wie " Sunset Boulevard". Was aber in Wilders Film an einem Mord abgehandelt wird, wird hier aus den Karriererückblenden von drei Hollywoodgrößen erzählt (die so gesehen -wohl- alle realen Personen entsprungen sind, die Hollywood bis dahin hervorgebracht hat. Spielt Kirk Douglas in seiner Charaktere hier nicht einen David O. Selznick? Und dieser Von Ellstein? Er kann im realen Hollywood nur auf E. v. Stroheim gemünzt sein. Gräbt man weiter, wird man auch das passende Pendant zu den anderen gespielten Charaktere finden; da bin ich mir sicher!). Douglas als Selfmade-Produzent Shields, scheint ein Gefangener seiner selbst, der die Spitze erreichen will und in seinem blinden Eifer, seiner grenzenlosen Selbstüberschätzung, in der Form von: "Alles ist machbar", letztlich, auf der Spitze, die er längst erreicht hat, nur scheitern kann. Zwar hilft Shields anderen Menschen, treibt sie mit seiner Begeisterung, seinem Enthusiasmus -zu Höchstleistungen- an, tragisch nur, dass seine Hilfe einzig dem Zwecke dient, sein Ego, seinen Erfolg, sein Wollen zu füttern. Ein ewig Suchender, der beim erreichen des Ziels nicht jenes findet, was er hoffte zu entdecken (Klasse Szene als Lana Turner beim Erfolg Douglas in seiner Villa aufsucht). Die Wunden, die er anderen dabei zufügt, in dem er sie für den Erfolg "missbraucht", sie bloßstellt, mit ihnen spielt, sie durch sein erdrückendes Wesen vereinnahmt und seinem Habitus grenzenlos alles einräumt, als wären es Schachfiguren auf seinem Spielbrett, rechtfertigt er damit, dass sie durch ihn am Erfolg -finanziell- teilhaben und im Glanz des Ruhmes stehen. Dabei zeigt der Douglas-Charakter durchaus auch Selbstkritik zu seinem Handeln, sofern es sein Handwerk, seine Arbeit betrifft. Kann er aber nur daraus sein "Tuen" punktgenau reflektieren, weiß um die Schwächen und Fehler seines Charakters; aber nur aus seinem Können heraus. Doch sein unaufhaltsame Treiben, welches einem Wahn gleichkommt, gepaart mit seinem absoluten Perfektionismus und dem unaufhörlichen Drang des Erfolgreichseins (um auf der gegenüberliegenden Seite natürlich auch ein nimmersattes Publikum zu befriedigen) liegt wie ein Fluch, wie ein immer schwingendes Damoklesschwert über seinem Haupt. Veranlasst es ihn zu einem Tanz auf den Vulkan; den man so nur verlieren kann. Douglas Rolle, des vor "Kraft" strotzenden und in seiner Seele "krankhaften" Produzenten sitzt perfekt zu seinem strengen Äußeren. Wie Douglas dies hier runterspielt, dabei auch -kleine- Einsichten in hollywoodianische Märchenland gewährt, kann/muß den Zuschauer auch heute noch faszinieren; sofern man -natürlich- Klassiker liebt. Glänzend -auch in der deutschen Fassung- die Dialoge (zum Beispiel wenn der Drehbuchautor zu Shields/Douglas sagt: "Es schmeichelt mir, dass sie mich haben wollen und es wurmt mich, dass sie mich bekommen haben"), die immer noch fesseln und ihre Gültigkeit über die Jahre bewahrt haben; und wohl nie verlieren werden. So mancher Filmschaffende wird auch heute nickend zustimmen, wenn er die Leiden der Turner, des Douglas und den anderen gefallenen Engel sieht; wie sie dem Fluch des Ruhmes verfallen und die dunkele Kehrseite stets über den Auserwählten wache hält. Fazit: 4,5 Sterne-Kino wird hier gezeigt, welches sich selbst als Thema hat.
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6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
"UMuV" vs. "BoB" = Germany goes HBO, 7. April 2013
Viele Negativkritiken verweisen auf HBOs "BoB", was man anhand der Storyline des Frontgeschehens, jetzt nur aus heimischer Sicht, zwar befürworten mag, doch vermischt sich hier die Argumentation des Vergleiches zur Königsklasse HBO-Miniserien natürlich mit dem geschichtlichen Dilemma der Deutschen; aus Sicht für den teutonischen Zuschauer. War "BoB" geniale Kinokunst fürs TV produziert und mit dem Duktus -und der Tatsache- dass hier aus der Sicht der Befreier hemmungslos drauf los gedreht worden konnte (nur hier und da wirft "BoB" zur eigenen Identität des Amerikaners kritische Fragen auf; etwa die Erschießungszenen der deutschen Gefangenen von Capt. Speirs oder etwa die Ansprache des deutschen Generals an seine gefangenen Truppen; die aber auch nur im Original korrekt und unverfälscht das Widerspiegelt, was der alliierte Landser ebenfalls empfand, denn die deutsche Synchro vertuscht hier bedauerlicher Weise die selbstkritischen Töne der BoB-Macher; und da wirft der Ableger "Pacific" schon gewollt kritischere Fragen auf, hatte aber deshalb auch -etwas- geringeren Anklang beim -weltweiten- Publikum). Und hier unterscheidet sich, einschließlich der Tatsache, dass auch aus Sicht von zwei Frauen der Erzählstrang am Laufen gehalten wird, der komplette Dramaaufbau und Dramaablauf zu "BoB" (aber weniger zu "Pacific"). Hier, in "UMuV" wird nämlich gezeigt, wie durch eingepeitschte Ideologie eine Jugend verfeuert wird, indem ein Überfall als ideologische Befreiung einer angeblich kulturell überlegenen Gesellschaft/Rasse verkauft wird und so letztlich, durch die Willkür einer Diktatur, nicht vom -kämpfenden- Individuum selbst hinterfragt werden darf. "Bob" ("Uns wen’ge, uns beglücktes Häuflein Brüder") hingegen vereint die einzelnen Kämpfenden, die Soldaten der Truppe, in einem fremden Land, als Ganzes, als eine Bande von Brüdern. Aus Sicht der fünf deutschen Freunde in "UMuV" entzweien jedoch die schrecklichen Ereignisse die gemeinsamen Gefährten. Schon die Trennung der Einberufung lässt das Band durch die räumliche Distanz zerbrechen. Im Laufe der Geschehnisse, durch deren schicksalhafte Reifungsprozesse, verblasst die brüderliche Verbundenheit aus Jugendtagen vollends, da jeder für sich begreift, dass sie einer Lüge aufgesessen sind, in die ideologische Zwickmühle eines politischen Systems geraten sind. Die Konsequenzen und Rückschlüsse, die jeder nun aus seiner Tragödie ziehen muss/kann, jenes individuelle Angleichen zum Überleben im mörderischen System, dessen sie aufgesessen sind und es keinen schadlosen Ausstieg gewährt, zudem die individuelle, moralische Schuld eines jenen untilgbar ist, diese Fatalität lässt die fünf Protagonisten zum seelischen Krüppel verkümmern. Der Amerikaner hingegen, er nimmt sich sein (Ur)Recht (Bill of Rights) ideologisch individuell zu handeln, es entspringt aus seinem Naturell. Der Deutsche, im Dritten Reich hingegen, darf nur als -arische- Gemeinschaft auftreten und in der Masse einer ideologischen Einheit funktionieren; er unterwirft seine Individualität dem trügerischen Gemeinwohl für seine Gemeinschaft (der Nazi eigentlich nur dem Führer; Führerkult); der Amerikaner aber bietet seine Individualität -für ein Gemeinwohl- seiner Gemeinschaft an (Nach dem Kennedy-Motto: Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was ihr für euer Land tun könnt). Die moralischen und ethischen Gründe veranlassen deshalb die fünf Jugendfreunde zur unausweichlichen -politischen- Hinterfragung und fordern im Verlauf ihres Überlebens -politisches- Handel als eigenständiges Individuum, aus einem totalitären System heraus; in einer sich auflösenden, vom Krieg zersplitterten Gesellschaft. Unweigerlich treiben sie so in ein Dilemma. Sie wollen plötzlich moralisch korrekt handeln, können das Geschehene aber nicht rückgängig machen, im einem brutalen, verhärmten und rücksichtslosen (Kriegs)System. Die jungen Menschen müssen, nicht wie etwa in "BoB", "nur" Verantwortung aus ihrer Bestimmung als Soldat bzw. Krankenschwester tragen, sondern diese Verantwortung, die (selbst)aufgetragene Bürde, moralischen stemmen, und für sich selbst verarbeiten; dies jedoch kann, durch die -eigenen- verursachten Verbrechen (Zivilisten, Kinder, Frauen hinrichten; Verrat, Karriere im Nazisystem etc.), einhergehend mit und in ihrer Gemeinschaft bzw. Truppe, und sei es auch nur das Wegschauen oder Leugnen von Verbrechen, eben so nicht gelingen bzw. nicht seelisch verarbeitet werden. Von daher ist "UMuV" vs. "BoB" mit ihren erzählten Geschichten und den daraus resultierenden Aussagen nicht deckungsgleich bzw. nicht vergleichbar. "Bob" schweißt die Akteure in den geschichtlichen Geschehnissen zusammen, heroisiert in Teilen zudem das traurigen Sterben der Soldaten (der reale Winters im Abspann: "Seid ihr Helden, Opa?" "Nein, ich habe mit Helden gedient"). Die zwar gebrochenen "Heldenseelen" der 101. US-Luftlandedivision zweifeln aber nicht an ihren befreienden Auftrag; starben also für eine ethisch vertretbare Idee, während "UMuV", genau konträr zeigt, wie eine vorhandene Bande tragisch zerbricht. Die geschichtlich erlebten Tragödien der fünf jungen Menschen schweißt also nicht zusammen, wär moralisch gar nicht vertretbar. Durch die Verbrechen wäre es so nun vielmehr eine Bande von Verbrechern, als eine Bande von Brüdern. Zieht man allerdings den BoB-Ableger "Pacific" heran, ergibt sich plötzlich eine gewisse Überschneidung zu "UMuV". Auch hier geraten die Charaktere, durch den bedingungslosen Krieg, in den Strudel des seelischen Zerrüttung. Die GIs werden zu leeren Menschenhüllen, sind ausgebrannt und tragen nur noch marginal den "befreienden Helden" in sich (Europa sollte befreit werden; der Kampf in Asien und den umherliegenden Insel hingegen, fußt in eine Art "Verteidigungskampf" als "Bollwerk zur der Heimatfront") Der Kampf, um die kargen Inseln in "Pacific", entstand zwar nicht aus einer ideologischen Lüge der zuhause praktizierenden Politiker, schien jedoch im Verlauf wert(e)los und nicht nachvollziehbar für den einzelnen US-Kämpfenden. Wie in "UMuV" kämpft hier letztlich jeder für sich, um sein nacktes Überleben. Daher liegt "Pacific" näher an "UMuV". Handwerklich hingegen kann man "UMuV" natürlich mit den beiden HBO-Serien und "Soldat James Ryan" absolut vergleichen und braucht da den Vergleich nicht zu scheuen; wird ähnlich, da bin ich mir sicher, das angelsächsische Publikum bei einer Ausstrahlung faszinieren, wie seiner Zeit "Das Boot". Actionsequenzen z.B. wurden perfekt im Stile von Kameramann Janusz Kamiński kreierten Effekt kopiert, ohne aber als aufdringliches oder plattes Plagiat zu gelten, da zu professionell in Szenen gesetzt (Zwar wirkt hierbei der deutsche Landser unter Feuer -auch durch seine steife Uniform-, in seinen Filmstunts steifer, nicht so straight (Anmerk.: schon in Peckinpahs "Steiner" wirkt der "Actiondeutsche" weniger gelenk), als sein grün getünchter, ewig Lucky-Strike-rauchender und mit Reißverschluss ausgestattete hemdsärmelige, individuelle kämpfende amerikanisches Pendant). Location und Ausstattung sind ebenfalls perfekt gewählt, obwohl hier einige aus purer Schlechtmacherei das Gegenteil behaupten. Das ist absoluter Quatsch, wenn man sich mit dem Steckenpferd "II Weltkrieg" wirklich beschäftigt hat. Alles scheint gelungen (da sollten sich z.B. mal der ein oder andere Amazonkritiker die etwas "falschen" Vehikel in den 1A-Spielbergadaptionen ansehen, wenn bei "UMuV" die Maßlatte derart hochgelegt wird). Dramaturgisch reißt "UMuV" natürlich haarscharf -gerade im letzten Teil- an der Naht des typischen deutschen TV-Tränendrüsenkitsches vorbei, behält aber die Dramawendungen dann doch noch gekonnt auf Spur (hier kommt halt die etwas gezerrte deutsche TV-Schmalzveredelung zum tragen). Die ein oder andere Begegnung, in der Weite Osteuropas ist natürlich dramaturgisch unabwendbar, verständlich und nimmt man in Kauf, aber zum ansonsten realistischen Bild des TV-Werkes fast unmöglich. Zum Schnitt: die Sprünge zu und zwischen den div. Schauplätzen und Geschehnissen lassen den Spannungsbogen selten reißen. Die Schnittfrequenz in den "Actionszenen" liegt auf dem z.Z. geltenden Niveau des Action- und Abenteuerkinos, mag aber den ein oder anderen Zuschauer, besonders des älteren Kalibers, verschrecken. Am Musicscore ist ebenfalls nicht zu kritisieren; einzig der immer wieder kehrende -dramaturgisch gesetzte- Schlager scheint mir nicht so passend für die 40er Jahre. Und zu guter Letzt: die Darsteller agieren nicht minder schlechter als in den hochdotierten HBO-Serien (Joseph Mazzello z.B. als E. Sledge, in " Pacific", wirkt ein bisschen unbeholfen in seiner Rolle, mit der McArthurischen Pfeife; auch der ansonsten gute David Schwimmer, als Ausbilder Sobel in "BoB", kommt leicht hölzern rüber). Fazit: Die Miniserien ist wirklich sehenswert und setzt sich von den ansonsten zum Verdruss gezeigten deutschen II-Weltkriegs-TV-Schmatfetzen merklich ab. Ebenfalls setzt sie in der hiesigen TV-Landschaft, für eine deutsche Produktion, neue Maßstäbe. Und so wirft "UMuV" ein trauriges, ein realistisches Bild auf die Verwerfungen und die seelische Verkrüppelung einer kompletten Generation, durch ein gnadenloses Regime im Rücken der jugendlich Unschuldigen, die das pubertäre Taumeln und Träumen einer kompletten Jugend(kultur) schamlos ausnützte und sie mit dreisten und perfiden Versprechen verführte, sie in den Abgrund jeglicher Menschlichkeit warf. Teil 1: 4 Sterne Teil 2: 3,5 Sterne Teil 3: 3 Sterne Als großer Fan von "BoB" und "Pacific" ist damit der deutsche Ableger "UMuV", der zwar handwerklich und stimmungsmäßig fast unverblümt -aber eben das professionell- abkupfert, allemal SEHENSWERT und ist beeindruckend, vom und fürs TV, inszeniert worden!
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3.0 von 5 Sternen
Mit der "Geierwally" wohl die Mutter aller Heimatfilme, 5. April 2013
Vorweg: John Wayne -in seinem ersten Farbfilm- agiert hier nicht, wie es das DVD-Cover versprechen mag, in einem -typischen- Western, sondern in einer Art Alpenadaption, im Stile eines melodramatischen Douglas-Sirks-Verhau. Auch ist der 1941 entstandene Film, unter der Regie von Meister Henry Hathaway (" True Grit - Der Marshal [Blu-ray]", " Niagara" u.v.a.), kein auf John Wayne gemünzter Schmachtfetzen, sondern eine stattliche Ensembleleistung, mit den üblichen Gesichtern aus den 40er und 50er rund um Wayne (Harry Carey, Ward Bond usw.). Das Konglomerat rund um die Vater-Sohn-Beziehung besticht vor allen in seiner 1A-Location und seiner guten Kameraarbeit; 1941 wurde Farbe noch richtig in Szene gesetzt, gepaart mit ein paar klasse Bildeinstellungen, in der liebevollen Ausstattung rund um die Blockhüttenwelt. Die Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans "The Shepherd of the hills" agiert aber bisweilen etwas unseicht in seinen Dramawendungen, rund um die Schwarzbrennerfamilie des jungendlichen John Wayne. Die ein oder andere Drehbuchattitude wirkt/wird holperig in Szene gesetzt. Handwerklich wird zudem versucht mit neuen Spannungselementen -damals zumindest- zu hantieren, die aber von der Regie und vom Schnitt noch nicht -besonders für heutigen Sehgewohnheiten- zur Zufriedenheit umgesetzt worden sind. Einiges wirkt unrund und manches deshalb stakkatohaft erzählt, zu hastig dramatisiert, zu schnell entknoten. Daher beschleicht einen das Gefühl, als ob die ein oder andere Szene, nie gefilmt, oder aber der Schere zum Opfer fiel. Anscheinend wurde man -wie üblich- dem Roman in der knapp 95minütigen Filmumsetzung nicht gerecht. Noch dazu erinnert manche Closeup an die gute alte Stummfilmzeit. Auch darf man sich nicht an die schwülstige und klebrige Inszenierung der -deutschen- Dialoge stoßen. Zu dick, und im Heute mehr als aufgesetzt, kommen die mit voller Inbrunst vorgetragenen pastoralen Dialoge über die Heimkinoanlage. Besonders die unschuldig naivspielende Betty Field, die eine Art jungfräulich Erwachsene und immer barfußlaufende US-Heide mimt, dazu meist keck ihre bauchfreie Taille präsentiert, wirkt stark verklärt und gibt dem ganzen Gefilmten den Touch eines my(s)thischen Bergmärchens. Was aber wiederum auch gewollt, denn wie von Geisterhand scheint das ganze Land verflucht. Verflucht und nur mit des Blutes eines guten Hirten zu befreien (für mich besitzt der Film eine ähnliche magische Aura wie " Das Land des Regenbaums / Raintree County [Spanien Import]", obwohl storymaßig anders). Aber trotzdem, der Film hat etwas einzigartiges und sollte vom Hobbycineasten, die ihre Liebe zu Klassikern pflegen, nicht verpasst werden (und die mit dem Duke auf Kriegsfuß stehen, sollten dem Melodram, im Heimatfilmgewand, eine echte Chance geben, denn zu sehr blicken die Anti-Wayne-Fans auf den kruden, republikanischen 60er-Jahre-John-Wayne!) Fazit: 3,5 Sterne für die kinematografisch toll in Szene gesetzte Bergsaga, mit einem von Hass erfüllten Wayne, garniert mit einem starken Schuss Dramatik eines Oberammergauer Bauerntheaters. Zur Wertung: Der Film, erstmals Anfang der 90er im deutschen TV zusehen, ist leider mit einer preisgünstigen B-Synchronisation, aus der 90er-Jahre-Synchronküche, ausgestattet. Stummfilm- und Cowboystar Harry Carey senior, mit der Stimme von Lederstrumpf Lange, hat noch (eigentlich nur) die professionellste Stimmenleihgabe. Diese Manko fließt in meine Wertung mit ein. Immerhin, als Option ist der Originalton auf der ansonsten mager ausgestatteten DVD enthalten. Untertitel sucht man allerdings vergebens, dafür entschädigt aber das exzellente 4:3 Farbbild, das -abgespielt mit einem BD-Player- auf (m)einem 65 Zoll Plasma immer noch beeindruckt (und so wünscht man sich, als Fan des Films, eine neue Synchro auf einer Blu-ray-Disc).
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