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Rezensionen verfasst von
Grit

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Gipfelstürmer (Limited Deluxe Edition inkl. Doppel-CD im Digipack)
Gipfelstürmer (Limited Deluxe Edition inkl. Doppel-CD im Digipack)
Wird angeboten von Anverkauf
Preis: EUR 22,00

17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Klangfarbe, die fehlen wird, 13. Dezember 2014
Als Der Graf sagte, dies sei sein persönlichstes, bestes und eben auch letztes Album, hat er hohe Erwartungen gesetzt. Nun, da ich es ein paar Mal intensiv gehört habe, kann ich für mich sagen: „Gipfelstürmer“ ist ein großartiges Werk, das nahtlos an „Große Freiheit“ anschließt. Es markiert einen Abschluss, auf den Der Graf zu Recht stolz sein kann.
Intro und Outro bilden wie immer den Rahmen und sind auf gewohnt allerhöchstem Niveau. Wie viele Fans habe auch ich mir CDs zusammen gestellt, die nur aus Unheiligen Instrumentalstücken bestehen. Das hat Der Graf einfach drauf. Es macht Spaß, immer tiefer in die Musik hinein zu hören und immer wieder noch Neues zu entdecken, manchmal auch Bekanntes, das sich wie ein roter Faden durch die Jahre zieht.
Die Balladen haben mein Herz sofort gefangen. „Zwischen Licht und Schatten“ ist für einen (kürzlich) verstorbenen Freund entstanden. Der Schmerz ist greifbar, die Sehnsucht auch und das Bedauern, nicht da gewesen zu sein. Ein Punkt von vielen, der den Abschied von Unheilig erklärt. Man darf es nicht zulassen, dass einem geliebte Menschen einfach wegrutschen, nur weil man selbst zu abgelenkt ist von nur scheinbar Wichtigem. Der Song enthält ein beeindruckendes Bild: Zuerst ziehen Vögel „friedvoll in Formation“ am Himmel entlang. Später stehen Menschen „friedvoll in Formation“ und blicken, wohl vom Grabe des Verstorbenen aus, seiner Seele nach, die aufsteigt. Man ahnt, dass auch die Vögel über dieser Beerdigungsszene schwebten, beobachtet von den Menschen, die zurück bleiben.
„Glück auf das Leben“ setzt einen Kontrapunkt: hier wird das Leben gefeiert. Dass man den Augenblick leben soll, hört man so oft. Wenn man einmal damit konfrontiert war, dass das Leben tatsächlich endlich ist, begreift man vielleicht erst, was dieser Spruch wirklich bedeutet. Er stimmt nämlich zu einhundert Prozent.
„Alles hat seine Zeit“ treibt mir auf Grund seiner Schönheit, Wehmut und unbedingten Trotzhaltung die Tränen in die Augen. Denn hier versprechen Eltern einem schwer kranken Kind, dass alles wieder gut wird. Sie versprechen ihm, im wahrsten Sinne des Wortes, das Blaue vom Himmel, und trösten damit nicht nur das Kind, sondern auch sich selbst.
„Mein Berg“ ist das vielleicht ehrlichste Lied, das Der Graf je geschrieben hat. Nicht mehr verschlüsselt wie in „Spiegelbild“ wagt er, von seiner größten Angst zu erzählen, die er als Kind hatte. Worte so klar auszusprechen, braucht Mut. Zu seinen Gefühlen zu stehen, braucht Mut. Das Bild von dem eigenen Berg, den jeder nur selbst bezwingen kann, und die wunderschöne Melodie bleiben fest haften in Herz und Hirn.
In „Held für einen Tag“ wünscht sich Der Graf, genau das zu sein. Selbstlos für andere handeln, der Angst nicht nachgeben. Sicher eine Utopie, aber eine schöne. Ohne Ideale geht es nicht, ohne sie würden wir alle noch auf den Bäumen hocken. Manche nennen seine Botschaften einfach und vergessen dabei, dass es manchmal genau so einfach ist. Einfach machen, nicht kompliziert herumschwafeln, und die Welt ist ein kleines Stückchen besser.
„Dem Himmel so nah“ ist wieder so ein wundervolles Lied; denen gesungen, die nicht mehr direkt und doch irgendwie ständig bei uns sind. Eine herrliche Melodie, schon wieder. Was soll man machen – es sind eben Hammermelodien, die ihm da aus dem Herzen geflossen sind. Wer solche Lieder schreibt, zeigt sich verletzlich. Er macht sich damit auch angreifbar. Es wird genügend Besserwisser und Zyniker geben, die nicht begreifen wollen oder können, was die Qualität bei Unheilig ist. Sie müssten zuerst ihr Herz öffnen. Sie müssten Gefühle zulassen, sich selbst verletzlich zeigen.
Und es wird sie verwirren, dass derselbe Graf auch ganz anders kann. Kracher oder „Ballerburgen“, wie Der Graf sie nennt, setzen hübsche Akzente und gehen richtig ab. Alles mit einem Augenzwinkern natürlich, er bleibt auch hier der liebenswerte Kerl. Aber der kann richtig abrocken. Er hat auch die Stimme dafür. „Hinunter bis auf eins“ ist so ein Knaller, „Goldrausch“, „Wir sind die Gipfelstürmer“. Was werden hier nicht schon wieder Parallelen zu Rammstein bemüht von einigen Kritikern. Bloß weil die Gitarren gewittern und die Stimme endlich wieder schön dunkel röhrt. Als ob das nur Rammstein machen dürfen. Als ob nicht schon immer Elemente der Rockmusik von anderen aufgegriffen, benutzt und weiterentwickelt wurden.
„Zeit zu gehen“ ist den Fans gewidmet und bewusst nicht als traurige Ballade arrangiert. Der Graf ist nicht traurig, dass er geht; er will es so. Mit diesem Lied tue ich mich immer noch etwas schwer, und zwar nicht wegen des Themas. Den Abschied habe ich mittlerweile verstanden und für mich verarbeitet. Mir ist der Text hier etwas flach, viele aneinander gereihte Floskeln, die vielleicht trösten sollen. So wie es Der Graf bei „Die Weisheiten des Lebens“ auf die Spitze treibt und tatsächlich nur noch Sprichwörter aneinander reiht. Die Idee ist originell und auch ganz amüsant. Mitsingen beim Konzert ist garantiert. Mir persönlich fehlt ein Hauch Ironie im Refrain, denn eigentlich verleiert man doch nur die Augen, wenn man solche Sprüche hört. Das ist wie „Opa erzählt vom Krieg“. Nur dass Opa hier erst Mitte 40 ist.
Doch die anderen Songs machen diese beiden für mich schwächeren mehr als wett. „Wie in guten alten Zeiten“ gräbt sich sofort ins Ohr und will dort nicht wieder raus. Auch „Echo“ und „Hand in Hand“ bestechen mit ihrem Ohrwurmcharakter. Ich bin froh, dass mit „Hand in Hand“ kein trauriges Lied den Abschluss bildet, sondern ein hoffnungsvolles. Denn die Unheilige Musik wird mich weiter begleiten, auffangen und halten, auch wenn der Weg „bald Geschichte“ sein wird. Für mich das schönere Abschiedslied.
Das Album ist mir jetzt schon sehr, sehr lieb. Es knüpft an die besten Unheiligen Traditionen an. Nur an eine nicht. Ich hätte gehofft, auf dem letzten Unheiligen Werk wenigstens ein Lied zu finden, das etwas kritischere Töne anschlägt, so wie es in „Hexenjagd“, „Der Himmel über mir“, „Wie viele Jahre“, „Die Bestie“ und letztmalig vielleicht bei „Heimatstern“ der Fall war. Das fehlt mir, und diese Chance ist nun für immer vertan.
Ich hoffe trotzdem, dass „Gipfelstürmer“ noch einmal ein großer Erfolg wird. Das Album hätte es mehr als verdient. Es ist in seiner Gesamtheit das mit Abstand beste, was auf dem deutschsprachigen Markt zu finden ist. Diese Klangfarbe wird in Zukunft fehlen. Es war eine wunderschöne Zeit. Danke, Unheilig! Danke, Graf!


Auserwählt
Auserwählt
Preis: EUR 17,99

41 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DAS ist Musik!, 17. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Auserwählt (Audio CD)
Hier ist eine der für mich schönsten CDs der letzten Jahre entstanden. Ich weiß gar nicht, wovon ich zuerst schwärmen soll. Die Auswahl der Songs - exzellent. Es finden sich wunderbare Klassiker und persönliche Lieblingsstücke auf dem Album, Lieder, die jedem Fan ans Herz gewachsen sind und bei den gemeinsamen Konzerten von Manfred Krug und Uschi Brüning gefeiert werden. Neue, frische und überraschende Versionen der bekannten Songs wurden hier geschaffen. Die ausgezeichneten Musiker bestechen mit unbändiger Spielfreude. Uschi Brüning überzeugt sowieso immer, sobald sie singt. Eine wunderbare Künstlerin, die ihre beiden Solostücke "Ganz Paris träumt von der Liebe" und "Black Coffee" sich völlig zu eigen macht. Manfred Krug bezaubert durch eine Stimme, die so facettenreich ist, so tief gehend, so dermaßen gut, dass man gar nichts anderes mehr hören will. Was in dieser Stimme alles passiert, wenn er singt, wie viel Gefühl er im Stande ist zu transportieren, wie viel Timing er besitzt - das raubt einem den Atem. Die beiden improvisieren, spielen sich die Bälle zu - da stimmt jeder Ton, jede Pause. Ein musikalisches Traumpaar auf der Höhe ihres Schaffens. Gott, bin ich froh, dass der Mann wieder singt seit einigen Jahren. Dass er es immer noch gern tut. Und dass er mit Uschi Brüning eine Partnerin hat, die zu ihm passt wie die Faust aufs Auge. Einfach nur genial!


Alles hat seine Zeit - Best Of Unheilig 1999-2014 (Limited Deluxe Edition im Digipack)
Alles hat seine Zeit - Best Of Unheilig 1999-2014 (Limited Deluxe Edition im Digipack)
Wird angeboten von MEDIMOPS
Preis: EUR 47,08

5 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 15 Jahre passen nicht auf eine CD, 17. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
15 Jahre passen nicht auf eine CD, und das war das Dilemma. Jeder Fan hat andere Favoriten, man konnte es eigentlich nur falsch machen, egal, für welche Lieder man sich entschied. Also verfuhr man nach der Devise, lass uns die Auskopplungen der Alben nehmen.
Bis 2010 war es möglich, dass die Fans über die Auskopplungen abstimmen konnten. So kam es zu den einmaligen, wunderbaren EPs "Maschine", Schutzengel", "Freiheit", "Astronaut" und "Spiegelbild", jede für sich ein kleines Meisterwerk. Die Singles davor hießen "Sage Ja!" und "Komm zu mir", letzteres fehlt leider auf dem zu kritisierenden Album. Doch alle anderen sind da, auch "An deiner Seite" natürlich, das Lied, das der Graf für seinen sterbenden besten Freund geschrieben hat und das den Vorläufer zu "Geboren um zu leben" bildet. Damit sind sieben der 19 Songs aus den Jahren vor seinem riesigen kommerziellen Durchbruch. Acht, wenn man "Stark" mit dazu rechnet, welches allerdings in der moderneren Variante von 2012 erscheint. Sieben weitere Songs stammen aus der Zeit ab 2010, eben alle Singles. Ganz so ist es also nicht, dass NUR die neue Zeit gewürdigt wurde.
Für mich gab es vor allem einen Kaufgrund: die absolut genialen, absolut umwerfenden, absolut Unheiligen Instrumentals, also das Intro "Zeitgeist" und das Outtro "Rückblende", beide extra für dieses Album komponiert. Der Graf at his best. Hier entstehen sofort die herrlichsten Bilder im Kopf; stundenlang könnte ich sowas hören. Suchtgefahr.
Komplettiert wird die CD durch die beiden neuen Lieder "Als wär's das erste Mal" und "Wir sind alle wie eins". Beide gehen wieder mehr in die Unheilige Richtung, die ich so sehr liebe, mit großen Melodiebögen und viel Gefühl das eine, mit einem großartigen Text und treibendem Rhythmus das andere.
Meine Favoritenliste wäre eine andere gewesen, doch die CD ist nicht für mich allein, sondern musste einen Kompromiss eingehen. Auch einen zwischen den einzelnen Fangruppen. Schön wäre gewesen, man hätte die Lieder etwas mehr gemischt, alte und neuere durcheinander. Das hätte mehr Abwechslung ins Spiel gebracht. Unheilig hat großes Potenzial und eine enorme Bandbreite, immer noch. Doch die Auskopplungen spiegeln das oft nicht wider, und das ist schade, denn es wird dem Grafen nicht gerecht. Sehr deutlich wird das, wenn man nun die Lieder versammelt hintereinander hört. Trotzdem würde ich nie einen Stern deswegen abziehen, denn jeder Unheilige Song für sich genommen ist einfach toll.
Die DVD versammelt die Videos zu den Singles, ein "Maschine"-Liveauftritt ist auch dabei. Hier werden berührende Geschichten erzählt, lauter kleine Filme. "Wir sind alle wie eins" liebe ich besonders, weil es anders ist, künstlerischer, innovativ. "Für immer" mag ich sehr, da der Graf hier viel von seiner Energie und Kraft zeigt. "Winter" und "Unter deiner Flagge" berühren mich am meisten und zeigen vielleicht viel von dem, was Graf auch beim Schreiben der Lieder im Kopf hatte. Bei dem Livemitschnitt sieht man, wie viel Power dieser Mann hat, wie er Massen bewegen und jeden einzelnen im Publikum erreichen kann.
Absolute Kaufempfehlung für dieses Album. Wer die älteren Lieder noch nicht kennt, wird hier wundervolle Entdeckungen machen können. Wer alles schon hat, ist wahrscheinlich Sammler und Fan und wird sich an den Instrumentals erfreuen, an den beiden neuen Liedern und natürlich an den Videos.
Dass das Album auch vom Design her wieder einmal besticht, ist bei Unheilig Standart. An dieser Stelle sei auch auf die wunderbaren Singles "Als wär's das erste Mal" und vor allem "Wir sind alle wie eins" hingewiesen, deren Artwork sich an das Album anlehnt und die ebenfalls ganz großes Kino sind.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 1, 2014 1:31 AM MEST


Als wär's das erste Mal (Piano Version, exklusiv bei Amazon.de)
Als wär's das erste Mal (Piano Version, exklusiv bei Amazon.de)
Preis: EUR 1,29

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das erste Mal ist es nicht, 17. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Lied hat eine Weile gebraucht, bis es mich erreicht hat. Nicht musikalisch, hier hatte ich gleich das Gefühl, dass es Unheiliger klingt als das gesamte Album "Lichter der Stadt" von vor zwei Jahren. Vielleicht hat der Graf hier öfter neben dem Produzenten Kiko Masbaum gesessen als damals. Vielleicht arbeitet er auch schon länger mit ihm zusammen; "Geboren um zu leben" ist von dem selben Produzenten. Wie auch immer, das Arrangement hat mich sofort in seinen Bann gezogen.
Der Text beschreibt eine langjährige tiefe Liebe, was ja grundsätzlich toll ist. Doch besteht er in den Strophen über weite Teile aus Versatzstücken anderer Unheiligsongs. Das ist ärgerlich und unnötig, denn wenn der Graf eines ist, dann ein brillianter Komponist und Texteschreiber. Vielleicht ist es ihm selber gar nicht aufgefallen; er hört sicher nicht pausenlos seine alten Songs wie wir Fans. Trotzdem deswegen nur vier Sterne für ein ansonsten wunderbares Lied.
Die alternative Version besticht dadurch, dass sie nicht für den ESC-Vorentscheid auf drei Minuten zurecht gestutzt werden musste und dadurch mehr Spielraum für musikalische Ideen liefert.
Empfohlen sei aber auch die Pianoversion, die nicht auf der Single enthalten, aber herunterladbar ist. In dieser Version erreichte mich endlich auch der Text, und alle Wiederholung war vergessen. Der Graf singt hier mit einer Intensität, die den Atem raubt.


Wir Sind Alle Wie Eins
Wir Sind Alle Wie Eins
Preis: EUR 9,35

6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "And the world will live as one", 17. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Wir Sind Alle Wie Eins (Audio CD)
Über dieses Lied bin ich sehr, sehr froh.
Zuerst mal begeistert mich der Text, denn er zeigt endlich mal in einem als Single veröffentlichten Lied, wofür Unheilig schon immer gestanden hat. Schon im ersten regulären Album "Phosphor" findet sich der Cover-Hinweis: "Unheilig gegen Gewalt und Rassismus. Sage Ja! zu Toleranz". Jeder Mensch ist anders und trägt seine persönliche Heimat immer mit sich, doch schlussendlich sind wir alle eines, nämlich Menschen. Wir leben auf einer Erde, unter einem Himmel und sehnen uns im Grunde nach den gleichen Dingen. Von einander zu lernen, der Wille den anderen zu verstehen - das ist der Weg. Natürlich ist es auch ein Stück weit eine Utopie, doch wenn man diese Utopie nicht träumt, endet es in Willkür, Rassismus und Unterdrückung. Wie sang John Lennon in "Imagine"? "You may say I'm a dreamer but I'm not the only one. I hope some day you'll join us and the world will live as one." Es ist schön, dass es wieder eine Band gibt, die sich ohne Angst vor Zynikern erlaubt, diesen Traum zu formulieren.
Auch die musikalische Umsetzung hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Natürlich, da der Anlass der ESC-Vorentscheid war, ist das Lied auf drei Minuten begrenzt, was schade ist. Doch der Rhythmus ist treibend, die Melodien eingängig, es bleibt im Ohr haften.
Die Pianoversion ist ebenfalls wunderschön geworden und besticht vor allem durch die Gräfliche Stimme voller Eindringlichkeit und ein zu Herzen gehendes Pianospiel von Henning Verlage. Danke, Unheilig, für dieses Highlight!


Der Graf liest "Als Musik meine Sprache wurde" (Limited Deluxe Edition inkl. "Dreams and Illusions")
Der Graf liest "Als Musik meine Sprache wurde" (Limited Deluxe Edition inkl. "Dreams and Illusions")

16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Suchtfaktor, 23. Januar 2013
Dieses Hörbuch ist einfach wunderbar. Der Graf liest seine Autobiografie, und er tut das großartig. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass ein begnadeter Musiker auch ein begnadeter Vorleser ist, doch in diesem Fall kommt beides zusammen. Mit viel Humor, aber zuweilen auch mit großer Ernsthaftigkeit spricht er sich die Dinge von der Seele, die er uns mitteilen möchte. Er hat ein herrliches Erzähltalent; man hört ihm einfach gerne zu, und es wird keine Minute langweilig oder zu viel. Ich kenne Leute, die haben die sieben Hörbuch-CDs am Stück durchgehört, was ich vollkommen verstehen kann. Man kann nicht genug davon kriegen und denkt immer, komm, ein Kapitel geht noch...
Allerdings wurde ich durch die achte CD, die dem Hörbuch beiliegt, davon abgehalten, es diesen Leuten gleich zu tun. Denn die ist die eigentliche Überraschung: die erste CD des Grafen, der sich damals noch The Graf nannte, von 1994, ergänzt durch sein allererstes Werk überhaupt, das 1986 aufgenommene Instrumentalstück "Success". Da er im Buch über diese Musik ausführlich berichtet, war es natürlich nahe liegend, sie den Menschen heute auch zu Gehör zu bringen. Offiziell ist sie damals ja nicht veröffentlicht worden, da sie keine Plattenfirma haben wollte (was viel über die Plattenfirmen dieser Welt aussagt). Entstanden mit einfachen Mitteln im selbst zusammen gebastelten "Studio" (eine Ecke im Schlafzimmer), ist diese CD etwas ganz Besonderes. Ich war selten von Liedern so berührt wie von diesen und möchte die CD daher genau so rezensieren, als wäre sie gerade erst entstanden.
"Dreams and Illusions" ist sowohl Titel als auch Konzept. Fast durchgängig wird, wie es heute noch bei Unheiligen Alben üblich ist, eine Leitthematik verfolgt, hier also die Träume und Illusionen des Mitte Zwanzigjährigen. Viele Motive, die sich später auch in Unheilig-Liedern wieder finden, gibt es bereits in diesen Songs. In "Human nations" erklärt Gott, warum er die Welt erbaut hat. Ein mitreißender Auftakt, und das erste vom Grafen eingesungene Lied überhaupt. "Traveling in the moonlight" ist das erste Highlight - wunderschöne, zu Herzen gehende Melodien voller Zartheit. Der Mann im Mond, der gleichzeitig ein Engel ist, sehnt sich nach einer Erdenfrau, die er liebt. Doch er kann sie nur sehen, wenn das Mondlicht leuchtet. Danach folgt "Game of life", und schon der nächste Höhepunkt. Eine einfache, herrliche Melodie, und eine einfache Ansprache an Gott: Sieh her, dies sind die einsamen Menschen, die auf deiner Erde das Spiel des Lebens spielen! Überhaupt ist Einsamkeit das vorherrschende Motiv in fast allen Stücken, auch die Symbole Regen, Sonne, Mond, Wind, Himmel, Sand und Meer tauchen immer wieder auf. "Invader" ist sehr düster gehalten; der Eindringling kommt im Mondlicht auf einen zu; die Stimme ganz tief und verzerrt, dazu beeindruckende Klangeffekte. Danach folgt das Lied, welches mir jedes Mal vor lauter Schönheit die Tränen in die Augen treibt: "In my dreams", voller Sehnsucht, Zartheit und mit einer der gefühlvollsten Melodien ausgestattet, die ich jemals gehört habe. Einfach nur wundervoll! "When I saw you I saw Peter Pan flying" - darauf muss man erst mal kommen! Der Graf hat und hatte damals schon ein unglaubliches Talent dafür, Melodien zu finden, die ergreifen, mitreißen, das Kopfkino laufen lassen. Und weil die Möglichkeiten in der Fremdsprache begrenzt waren, war er geradezu gezwungen, sich genau zu überlegen, wie er mit dem Wenigen, das er zur Verfügung hatte, die größtmögliche Wirkung erzielen konnte. Die Symbolhaftigkeit seiner Sprache entstand vielleicht genau da. "Land of illusions" ist wieder schnell und mitreißend; der Graf lässt den Albatros fliegen. Als nächstes folgt ein herrliches Instrumentalstück, das zeigt, was für ein wunderbarer Filmmusikkomponist er geworden wäre, und das sofort Bilder im Kopf entstehen lässt. "Lonely King" gemahnt an kriegerische Zeiten und besticht durch einen verführerischen Rhythmus. "German story" setzt sich mit der Vergangenheit dieses Landes auseinander; auch hier eine beeindruckende Melodie, die einen nicht mehr loslässt. "Scare it away" ist wieder schneller gehalten und zeigt einen Menschen, den die Fantasien über den eigenen Tod, die eigene Vergänglichkeit nicht in Ruhe lassen, so sehr er sie auch verjagen möchte. "Night of the creature" lässt nun auch den Teufel zu Wort kommen, der eine Seele holen will. Vielleicht das düsterste Stück, schön gruselig, und die tiefe Stimme der Folgezeit deutet sich hier schon an. In den anderen Liedern ist der Gesang eher von tiefer Zärtlichkeit und Verletzlichkeit geprägt. "Jammerig", wie der Graf selber in seinem Buch meint, ist er jedoch überhaupt nicht. Mein zweites Lieblingslied bildet den Abschluss: "Sandman", eine wunderbare Traummelodie, die man nicht mehr aus dem Herzen bekommt, wenn sie sich einmal eingenistet hat, und das tut sie recht schnell. "Dreams never end; I'm your sandman tonight."
Fazit: Schon "Success" ist sehr professionell produziert und lässt keine Wünsche offen. "Dreams and illusions" aber hält, was der Titel verspricht - diese CD ist ein Traum! Absolute Kaufempfehlung für diese CD und das wundervoll eingelesene, spannende, berührende, humorvolle Hörbuch, das auch noch durch ein ausgesprochen geschmackvolles Design besticht. Einfach ganz großes Kino!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 24, 2013 11:50 AM CET


Als Musik meine Sprache wurde - Die offizielle Autobiografie
Als Musik meine Sprache wurde - Die offizielle Autobiografie
von Unheilig
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut, dass es dieses Buch jetzt gibt, 30. November 2012
Diese Autobiografie war längst überfällig, sind doch schon einige Bücher über Unheilig auf dem Markt, die nie autorisiert wurden und -milde ausgedrückt- auf etlichen falschen Annahmen beruhen. Nun erklärt der Graf selbst, was er den Fans erzählen möchte über seinen musikalischen Werdegang.
Er tut dies nicht zum ersten Mal. In der Fanbox zum Album "Große Freiheit" findet sich ein von ihm geschriebenes Buch, das den Titel "Bis zur Großen Freiheit" trägt und wohl für jeden Fan einen besonderen Stellenwert besitzt, unabhängig von der jetzt erschienenen Autobiografie. Völlig ungefiltert von irgendwelchen professionellen Autoren oder Lektoren erzählt der Graf hier aus seinem Leben, beschreibt viele kleine Anekdoten und besticht durch einen nicht unerheblichen Wortwitz. Da er es nun selbst auch einmal erwähnt hat - ja, auch Rechtschreibfehler inklusive. Man kann förmlich spüren, wie er diese Texte in seinen Computer tippt, kaum drüber liest, sich darauf verlässt, dass vielleicht später nochmal einer draufguckt, und nun sind diese sehr persönlichen Kapitel als Zeitdokument erhalten und zeigen ihn als durch und durch ehrlichen Menschen, der auch und vor allem zu sich selbst schonungslos offen ist. Er arbeitet hier tatsächlich mit hochgeklapptem Visier.
"Bis zur Großen Freiheit" bildete die Grundlage für "Als Musik meine Sprache wurde". Nun steht ein offizieller Verlag dahinter, ein Co-Autor wurde engagiert, das Buch von fast allen kleinen Schnitzern gereinigt. Leider fielen dem Lektorat auch etliche hübsche Gräfliche Ausdrücke zum Opfer, einiges wurde gekürzt oder zusammengefasst. Für jeden, der die inoffizielle Autobiografie nicht kennt, wird das jedoch unerheblich sein, da er den Vergleich nicht hat. So soll dies auch meine Wertung nicht negativ beeinflussen.
Sein unschlagbarer Humor, seine unbedingte Offenheit blieben an vielen Stellen erhalten. Außerdem verschob sich der Fokus etwas, da er erst seit etwa einem Jahr ganz vorbehaltlos über sein Stottern spricht; dies war in dem anderen Buch noch arg kaschiert. Gerade die Kinder-und Jugendjahre werden nun ausführlicher dargestellt, das Verhältnis zu seinen Eltern genauer beleuchtet, die Gefühlswelt eines Menschen mit Sprachproblemen erklärt.
Je weiter man in dem Buch voranschreitet, umso ungenauer werden die Angaben. Die Jahre 2010 bis 2012 werden eigentlich nur durch einige Schlaglichter erhellt. Gerne hätte man mehr erfahren über den veränderten Alltag und die Gedanken und Gefühle des Grafen, nachdem "Geboren um zu leben" und "Große Freiheit" so eingeschlagen waren. Doch auch hier - es ist seine Entscheidung, was er wem mitteilen möchte.
Für Leute, die Unheilig kennen lernen wollen oder an diesem Musikprojekt interessiert sind, ist es auf jeden Fall ein Buch, das sich zu kaufen lohnt. Für Fans, die Unheilig schon seit Jahren begleiten und dementsprechend informiert sind, ist es immer noch eine würdige Ergänzung zu "Bis zur Großen Freiheit", denn in beiden Büchern stehen Dinge, die im jeweils anderen nicht zu finden sind. Je nach dem, wie tief man in die Unheilige Geschichte eindringen möchte, sollte man trotzdem auch weiterhin nach Interviews Ausschau halten und natürlich die Liedtexte und genialen Melodien genau betrachten. Hier offenbart der Graf wirklich sein Innerstes, noch mehr, als es in einer (trotzdem sehr berührenden) Autobiografie möglich sein kann.


Stark (Limited Premium Single im Digipack inkl. Poster)
Stark (Limited Premium Single im Digipack inkl. Poster)
Wird angeboten von heinzman1
Preis: EUR 24,90

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wundervoll, 25. November 2012
Mit der Veröffentlichung dieser Single geht für mich ein Traum in Erfüllung, und zwar aus vielerlei Gründen.
Erstens handelt es sich um ein ganz besonderes Lied. Graf schrieb "Stark" im Jahre 1992 in der Nacht, als eine Frau, die ihm wie eine Oma war, starb. Kurz davor hatte er sich im Krankenhaus von ihr verabschiedet und war beeindruckt davon, wie ruhig und selbstverständlich sie ihr Schicksal annahm, wie sie voller Ruhe, Liebe und innerer Stärke war. Um diese Eindrücke und seine Trauer zu verarbeiten, schuf er "Stark", sein allererstes Lied in Deutsch. Schon hier lag auch der Beginn von Unheilig, denn nach Jahren in der Schublade sollte es auf Grafs erstem offiziellen Album "Phosphor" landen.
Zweitens hat es für jemanden, der selbst schon Verluste erleben musste, eine ganz tiefe Bedeutung. Bei aller Trauer ist die Botschaft, die dahinter steht, der unbedingte Glaube an ein Wiedersehen, Trost und Hoffnung zugleich.
Drittens ist es nun möglich, sich "Stark" auf den mp3-Player zu ziehen, ohne dass es an dem Hidden Track klebt, der bei "Phosphor" mit dabei ist. Gegen diese Grusel-Grabesstimme beim Hidden Track habe ich zwar grundsätzlich nichts, mag ich doch auch Songs wie "One on the dead" sehr gerne, doch zum Kontext von "Stark" passte sie nie.
Viertens wurde das remasterte Original von 1992 (bzw. von "Phosphor") mit auf die Single gepresst und erhält somit endlich die Aufmerksamkeit, die ihm schon lange gebürt. Es ist einfach ein wundervolles Lied mit einer starken Aussage, einer starken Melodie und voll zarter, liebevoller Lyrik.
Fünftens wurde "Stark 2012" nun mit den heutigen technischen Mitteln neu aufgenommen, und das Kunststück wurde geschafft, die Zartheit und Schönheit des Originals nicht nur zu erhalten, sondern zu übertreffen. Da jedoch 20 Jahre vergangen waren, hatte Graf das Gefühl, einige Textzeilen verändern bzw. ergänzen zu müssen, was ja auf jeden Fall ein großes Risiko darstellt. Nun "bleibt" nicht mehr die "Frage nach dem Sinn der Zeit", sondern es gibt eine Antwort: "Dein Lächeln bleibt." "Deine Liebe bleibt." Wer das kitschig findet, hat sowas noch nicht erlebt oder gefühlt, denn es ist die reine Wahrheit.
Sechstens wird nun dieser offenbar sehr lieben, besonderen Frau ein bleibendes Denkmal gesetzt, das viel mehr Menschen wahrnehmen können als 2001, zu "Phosphor"-Zeiten.
Siebentens kann nun jeder selbst entscheiden, welche Version er mehr mag. Mit der VÖ des Originals bekennt sich Graf zu seinen Wurzeln, mit der VÖ der neuen Version schließt sich der Kreis in der Gegenwart. Schlager, wie ich hier schon wieder lesen musste, sind beide Versionen nicht, natürlich nicht. Ganz wunderbare deutschsprachige Musik, tiefgründig und zu Herzen gehend - das gilt für die eine Version wie für die andere.
Achtens gibt es neben den zwei "Stark"-Versionen auch schon einen Auszug aus dem Hörbuch zur Autobiografie "Als Musik meine Sprache wurde", von Graf selbst eingelesen. Natürlich geht es inhaltlich hierbei um die Entstehungsgeschichte des Songs, so dass die Single insgesamt mit ihren über 12 Minuten Spielzeit eine völlig runde Sache ist.
"Stark" ist und bleibt eines meiner Unheiligen Lieblingslieder, in beiden Varianten. Ich bin so froh, dieses Schmuckstück zu meiner Sammlung hinzufügen zu können. Gerade heute - es ist Totensonntag - habe ich die beiden Stücke schon oft gehört. Sie schenken Ruhe, Kraft, Hoffnung und Trost. Danke, Graf, für diese Musik!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 1, 2012 8:23 PM CET


Lichter der Stadt Live
Lichter der Stadt Live

4 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Traum wird wahr, 20. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Lichter der Stadt Live (Audio CD)
Und zwar gleich in vielerlei Hinsicht.
Erstens sind die DVDs von absolut überzeugender Qualität, wunderschöne Aufnahmen, klanglich top. Dasselbe gilt für die CDs. Auch das Fotobuch ist einfach nur edel.
Zweitens ist genau das Konzert eingefangen worden, das den bisherigen Höhepunkt in der Karriere von Unheilig darstellt. So viele Menschen mit seiner Musik zu erreichen, zu begeistern, mitzureißen, muss ein unbeschreibliches Gefühl sein. Man sieht es ihm an, und man sieht es vor allem den Leuten im Publikum an, die einfach nur glücklich sind.
Drittens ist es für jemanden wie mich, der mehrere dieser Konzerte dieses Jahr erleben durfte, eine ganz tolle Erinnerung. Für diejenigen, die nicht dabei waren, ist es nun möglich, sich diesen Zauber, der von einem Unheilig-Konzert immer ausgeht, ins Wohnzimmer zu holen.
Da es in dieser Live-Edition um ein Konzert geht, auch zur Songauswahl noch einige kurze Bemerkungen: Die Mischung stimmt hundertprozentig, ruhige Lieder wechseln sich mit absoluten Krachern ab. Wer glaubt, weil "Lichter der Stadt" ein sehr ruhiges Album war, wird das hier auch so sein, wird schnell eines besseren belehrt. Sämtliche harte Nummern des Albums sind vertreten, genau so wie "Nachtschicht" und der neue Song "Auf ewig", ebenfalls ein rockiger Titel. Fans der ersten Stunden wird der eine oder andere Klassiker fehlen, doch so ein Konzert kann nun mal nicht ewig dauern (das heißt, für mich eigentlich am liebsten schon), und dass neben den Songs des aktuellen Albums vor allem Lieder des letzten, so erfolgreichen, präsentiert werden, halte ich für logisch. Es war ja kein Clubkonzert.
Der Graf ist live einfach unschlagbar. Muss man erlebt, gesehen, gefühlt haben. Es gibt Gründe, warum man immer wieder zu diesen Konzerten möchte, selbst wenn man sie schon in- und auswendig kennt. Die Atmosphäre, die Dynamik, diese Power, dieses ehrliche Gefühl - man nimmt so viel mit nach Hause. Die DVDs und CDs sowie das Fotobuch spiegeln das auf sehr eindrucksvolle Art.


Wie Wir Waren (Limited Deluxe Edition inkl. Poster)
Wie Wir Waren (Limited Deluxe Edition inkl. Poster)

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schade, Universal, 3. September 2012
Vorab, ich werde diese Single nicht kaufen. Das tut mir in der Seele weh, denn es wird die erste Scheibe sein, die nicht in meiner Unheiligen Plattensammlung landet, einer Sammlung, die mit so viel Mühe und Herzblut in den letzten Jahren erstellt worden ist. Sie ist vollständig, und ich hätte nie gedacht, dass ich es sein würde, die die erste Lücke reißt.
Dies hat zunächst gar nichts mit "Wie wir waren" selber zu tun, sondern mit Universal und deren Vermarktungspolitik. Schon, dass man die Scheibe rezensieren kann, ohne sie erworben zu haben, zeigt das Problem - es ist nichts Neues drauf, nichts, was einen Kaufanreiz bietet, nichts, was ein Fan wert schätzen könnte oder was ihm das Gefühl vermittelte, selbst wert geschätzt zu werden. Mit minimalstem Aufwand wird hier versucht Kapital aus dem Projekt Unheilig zu schlagen. Was an dieser Single ist "Deluxe"? Wer soll sich eigentlich diese ganzen Poster an die Wand hängen? Auf wie viele Exemplare ist die Edition limitiert?
Seit "Geboren um zu leben" ein so großer Erfolg wurde, wird der Graf in diese balladeske Schiene gepresst. "Unter deiner Flagge", "Winterland", "So wie du warst", "Wie wir waren", selbst "Lichter der Stadt" - immer wird nur die softe, sanfte Seite des Grafen gezeigt, die er ja auch hat, die aber nur einen Teil seines künstlerischen Werkes ausmacht. "Für immer" bildete eine kleine Ausnahme, wurde aber so wenig beworben, dass ihm kein sehr großer Erfolg beschieden war. Sollte hier eine Weiche gestellt werden, indem man dieses Lied durchfallen ließ?
Universal, was soll das? Null Sterne (wenn das ginge) für diese völlig lieblose Behandlung eines Künstlers und seiner Fans!
Warum habe ich trotzdem noch drei Sterne gegeben? Weil ich das Lied "Wie wir waren" selbst wunderschön finde. Ich vergleiche es nicht mit all den tiefgründigeren, ausführlicheren Songs, die Unheilig auch zu bieten hat, mit all den härteren, rockigeren Stücken, mit all den längeren, abwechslungsreicheren Produktionen der Vergangenheit. An denen hängt auch mein Herz, sehr sogar. Ich hoffe inständig, dass diese Dinge in Zukunft wieder eine größere Rolle spielen, dass vor allem der Unheilige Sound wieder klar erkennbar wird. Doch "Wie wir waren" bewegt mich, da ist eine zu Herzen gehende Melodie voller Sehnsucht, da ist ein Text voller Melancholie über ein Gefühl, das wohl vielen nicht ganz fremd ist. Man geht die Wege der Kindheit nach, erinnert sich, weiß um die Unwiederbringbarkeit dieser Jahre, Erlebnisse, Freundschaften. Wie sich Andreas Bourani und der Graf hier die Bälle zuspielen, ist schon gelungen.
Graf selbst hat erzählt, wie der Song entstand, dass er genau diese Situation so erlebt hat, als er nachts durch Aachen ging. Ich verstehe auch, dass er sich Andreas Bourani als Duettpartner ausgesucht hat, denn offensichtlich liegen beide auf einer Wellenlänge, rein menschlich, und Graf ist für neue Erfahrungen ja immer offen. Wer die beiden live gesehen hat, wie sie das Lied präsentieren, weiß, wie sehr sie beide Freude an der Zusammenarbeit haben. Das ist schon ehrlich. Für mich ein sehr wichtiges Kriterium, wenn es um Unheilige Musik geht.


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