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Rezensionen verfasst von
Riotgun

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Resonance of Fate
Resonance of Fate
Wird angeboten von gamedealer online - Preise inkl. Mwst - Impressum und AGB finden Sie unter Verkäuferhilfe
Preis: EUR 29,90

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Riotguns RoF-Rezension: Ungewöhnlich, gewöhnungsbedürftig...frisch!, 27. Mai 2010
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Resonance of Fate (Videospiel)
Als vor einigen Wochen eine kleine Flaute auf dem Markt der PS3-Neuerscheinungen herrschte, fiel mir ein Titel auf, über den ich im Vorfeld nur wenig bis gar nichts gehört hatte. Zwar war mir tri-Ace seit dem Erscheinen des ersten Star Ocean 1996 ein Begriff, aber wirklich produktiv war die Schmiede bis heute nicht, nur wenige Titel zieren ihr Portofolio. Umso gespannter war ich, als ich von dem relativ unorthodoxen Setting und Kampfsystem hörte. Ich legte mir den Titel zu.

Steam-Punk! Eine willkommene Abwechslung
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Bis auf Troikas 'Arcanum', das mittlerweile schon in die Jahre gekommen ist, sucht man Steam-Punk-RPGs bis heute vergeblich inmitten von Fantasy, Endzeit und Science-Fiction. Die Spielwelt von Resonance of Fate wird dominiert von Mechanik, gigantische Konstruktionen und Zahräder zieren den futuristischen Turm Basel, der als letzte Zuflucht der Menschen in einer niedergehenden Welt errichtet wurde. Über 12 Ebenen erstreckt sich eine Spielwelt, die so auch aus einem Roman Jules Vernes stammen könnte, in der es keinerlei natürliche Vegetation gibt und in der die MGs und Revolver in krassem Gegensatz zu den anachronistischen Bauten des späten 19. Jahrhunderts stehen.

Ein weiterer höchst interessanter Punkt ist die Tatsache, das der Turm aus vielen, vielen Sechsecken besteht. Erst als Kmapfbeute kann die dreiköpfige Heldengruppe sogenannten Energie Hexes erbeuten, um die Spielwelt nach und nach freizupuzzeln. Eine unglaublich motivierende Angelegenheit, verstecken sich unter manchen Feldern doch Extra-Waffen und Spezial-Munition. Verstärkt wird das Ganze noch dadurch, dass sich auf den Ebenen sogenannte Terminals befinden, welche Boni wie z.B. doppelte Erfahrungspunkte, mehr Schaden durch Feuer gewähren. Durch farbige Hexes können diese Area-Effekte nun beliebig ausgebaut werden, über Aufzüge sogar über Levelgrenzen hinweg...eine prima Idee, sich so für die Dungeons zu wappnen! Vielfältige Kombinationsmöglichkeiten inklusive.

Spielwelt & Setting: 8/10

Das Kampfystem - unorthodox, aber bis zum Ende knackig
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Oh ja...so ungewöhnlich 'oldschool' die Spielwelt auch erscheinen mag, so knackig ist das Kampfsystem, das in Grundzügen an das erfolgreiche System aus 'Valkyria Chronicles' erinnert. Die drei Helden Vashyron, Leanne und Zephyr bewegen sich in Echtzeit über das Gelände und können ihren Gegnern zwei Arten von Schaden zufügen. Während MGs Streifschaden bewirken, der sich regeneriert und den Feind nicht tötet, sorgen Treffer mit Granaten und Pistolen dafür, dass der 'virtuelle' Schaden zum 'echten' Schaden wird. Dieses System bedingt gerade in späteren Levels einige Grundsatzentscheidungen des Spielers. Statte ich lieber zwei Charaktere mit MGs aus oder vertraue ich doch auf die Lähmungsfunktion der Pistolen? Oder verwende ich lieber Feuer- oder Eisgranaten, wenn ich weiß, dass die nächsten Gegner gegen dieses Element empfindlich sind? Und überhaupt: In welcher Reihenfolge sollen meine Recken ihre Angriffe starten, wo sollen sie stehenbleiben und welchen Gegner nehme ich als erstes aufs Korn?

Das Kampfsystem hier detailliert zu erläutern, würde den Rahmen der Rezension sprengen. Soviel vorweg: Wer das Spiel beginnt, sollte unbedingt einen Abstecher in die Arena machen und dort das 16-teilige (!) Tutorial durchspielen, einzelne Aspekte ruhig auch zweimal. Wer jetzt Angst bekommt, ihm würde das System über den Kopf wachsen, braucht sich keine Sorgen zu machen. Die Lernkurve zeigt anfangs steil nach oben. Dennoch ist RoF gerade so erfrischend, weil es sich erfreulicherweise von dem Trend zum Casual-Gaming abhebt. Das Spiel ist nie einfach, zieht in Punkto Schwierigkeitsgrad auch mal richtig an und wer die Waffen anfangs nicht wechselt, muss sich auch mal damit abfinden, in der Arena zu leveln.

Das Leveln funktioniert übrigens bewusst simpel. Je mehr Schaden man mit einem Waffentyp anrichtet, desto eher steigt mal eine Stufe auf, gewinnt an Tragkraft und an Lebenspunkten und schaltet ab gewissen Grenzen im späteren Spielverlauf entscheidende Boni wie Lähmung frei. Der fließende Wechsel der Waffen ist also Pflicht, will man nicht schon früh im Spiel auf übermächtige Gegner treffen.

Ein Wort noch zu der Quest-Struktur: Im Großen und Ganzen begegnet uns Standard-Kost. 3-4 Nebenquests begleiten pro Kapitel die Main-Quest und bestehen größtenteils aus Botengängen und Monsterschnetzeln. Hier habe ich Abwechslung vermisst, hier habe ich auch echte NPCs vermisst, denn die Nebenfiguren verbleiben über das ganze Spiel hinweg schrecklich eindimensional. Eine wirklich wichtige Errungenschaft wird man in den Nebenaufgaben kaum erfüllen, genauso wenig eine Entscheidungsfreiheit, wie man eine Quest lösen will. Es gibt nur einen einzigen Lösungsweg...vielleicht das größte Manko des Spiels.

Das Kampfsystem: 9/10
Das Leveln: 6/10
Die Queststruktur: 5/10

Die Story - Typische Charaktere aus JRPGs?
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Auf die Details der Story möchte ich hier nicht lange eingehen. Entdeckt sie für Euch. Lange, vielleicht zu lange bleiben die Zusammenhänge unklar und verworren. Die Rolle der drei Helden ist miteinander verwoben, soviel wird schon aus dem cineastisch perfekt in Szene gesetzten Intro deutlich, aber die Antagonisten, der Spielort und deren Ziel bleiben lange verborgen. Etwas unglücklich ist auch, dass die Story-Cutscenes nur zu Beginn eines von insgesamt 16 Kapiteln und nach dem Lösen der einen Hauptaufgabe erscheinen. Vermisst habe ich die Option, alle bislang freigeschalteten Videos nochmal betrachten zu können. Gerade wer für die Terminals schon mal farbige Energie Hexes farmt oder in der Arena levelt (Achtung: Wer die Platin möchte, sollte Geduld mitbringen...500 Arena-Kämpfe sind eine der Voraussetzungen), lässt schon mal 6-10 Stunden zwischen den Kapiteln verstreichen. So leidet RoF auch unter dem herausgerissenen Kontext.

Die Geschichte an sich ist ein wenig typisch für Japano-RPGs, viele Charaktere sind weniger Individuen als vielmehr Charaktertypen ohne jegliche Entwicklung. Dabei treibt es RoF allerdings nie so weit wie z.B: die Final-Fantasy-Reihe...gerade die drei Hauptfiguren und Kardinal Rowen sind vielschichtiger, als man es einem JRPG zugetraut hätte.

Die Verpackung - verwaschene Farben, repetitive Klänge
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Wenn ein Spiel so oldschool daherkommt, hat es seinen Reiz. Dazu gehört sicher auch die vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäße Grafik. Kann die Architektur in Ebel City noch gefallen, die verwaschenen Texturen nett anzusehen sein, zeigt sich spätestens in den Dungeons die Grenze des Budgets. Diese bestehen aus aneinandergereihten, gleich aussehenden Räumen..langweilig und mit einer Tücke: Wer merkt, dass er gegen die Gegner keine Chance hat oder schlicht das Equipment tauschen will, muss den Dungeon erst verlassen, ein grober Schnitzer.

Was westliche RPGs mit der Vertonung (darf ich hier die Mass Effect- und KotoR-Reihe nennen?) anstellen, da kommt leider ein Japano-RPG nicht heran. Da ist die Gewichtung von vornherein eine andere. Auf eine cineastische Inszenierung wird z.B. weniger Wert gelegt als auf das inhaltliche Element des Kampfsystems. Das merkt man leider auch RoF an. Die Melodien beginnen sich bereits nach 15 Stunden zu wiederholen und die Sprachausgabe bekommt man leider nur in den Videosequenzen zu hören, einige vermeintlich lustige One-Liner der Helden nach einem überstandenem Kampf mal abgesehen.

Die Spielzeit sprengt den normalen Rahmen gehörig! Wer am Ball bleibt und z.B. die Platin erreichen will (möglich, nur Geduld sollte man mitbringen) kommt etwa nach 90 Stunden ans Ende seiner Reise durch Basel. Wer einfach nur der Story folgen will, kann rund 50 Stunden miteinplanen. Sehr korrekt!

Grafik: 6,5/10
Sound: 6/10
Spielzeit: 9/10

Fazit:
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ZU wenig Resonanz für Resonance of Fate? Wird dem Spiel der zeitnahe Release zu FFXIII zum Verhängis? Ist das Spiel ZU speziell? ZU schwierig? Vielleicht von allem ein bißchen. Wer jedoch gerne auf RPGs zurückgreift und für jedes bißchen Innovation zu haben ist, der wird an RoF viel Freude haben können. Auch wenn ein paar grobe Schnitzer (Arena-Leveln, Dungeons) den Gesamteindruck trüben, bietet das Spiel viel Neues!

Wertung: 8.3/10
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 4, 2011 10:21 PM CET


Grand Theft Auto: Episodes from Liberty City - Zwei komplette Spiele: "The Lost and Damned" + "The Ballad of Gay Tony"
Grand Theft Auto: Episodes from Liberty City - Zwei komplette Spiele: "The Lost and Damned" + "The Ballad of Gay Tony"
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 12,99

70 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Riotguns GTA-ELC-Rezension: Mehr als nur zwei Add-Ons, 27. Mai 2010
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Was war 2008 die Warterei lang, bis Rockstars Flaggschiff GTA IV endlich erschien. Ähnlich lange mussten Fans der Serie nun auf die Episodes from Liberty City warten. Die gute Nachricht: das Warten hat sich gelohnt. Gewohnte Qualität, schräge Figuren, packende Missionen...das Add-On bietet alle Qualitäten des Originalspiels und setzt insbesondere mit der The Ballad of Gay Tony noch ein Ausrufezeichen.

The Lost & the Damned
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TLD thematisiert den Werdegang des Bikers und Alphamännchens Johnny Klebitz, der verzweifelt mitansehen muss, wie der gerade aus dem Gefängnis entlassene Chairman der Biker erst einen Krieg mit der rivalisierten Bande anzettelt, um dann ein Schisma innerhalb der Gang auszulösen. Verrat, Intrigen, jede Menge Easy Rider und Feuergefechte zeichnen seinen Weg. Alles in allem gelingt Rockstar hier ein schräges, manchmal sogar nachdenkliches Porträt einer Heldengruppe, die bislang in den GTA-Teile unterrepräsentiert war. Chopper (und zwar jede Menge!), Death Metal und Lederkleidung bringen einen frischen Wind ins GTA-Universum, obwohl das Missionsdesign sich bereits nach den ersten paar Stunden leider zu oft zu wiederholen beginnt. Auch die Gang Wars, die eigentlich nur Schießereien an wechselnden Schauplätzen sind, und die Bikerrennen mit Baseballschläger (Hommage an den Klassiker Road Rash!) erweisen sich letztlich nicht als ausreichendes Rettungsseil, um der korrekten, aber etwas monotonen Episode zu den 5 Sternen zu verhelfen. Die Spielzeit bewegt sich im Rahmen von etwa 8 Stunden, die beigefügten Trophies sind mit 5 Stück auch recht schmal ausgefallen.

7,5/10

The Ballad of Gay Tony
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Ich musste gerade überlegen, wann ein Add-On das Originalspiel das letzte mal in Sachen Spielspaß und Design abgehängt hat. Ich muss passen... TBOGT ist so ein Fall. Viele kritische Stimmen monierten bei GTA IV noch das repetitive und einfallslose Missionsdesign, das in der Regel meist aus den Einlagen Verfolgungsjagd, Schießerei, Flucht bestand. Dieses fantastische Add-On räumt nun damit auf. Fallschirmsprünge und Infiltration, Verhöre auf dem Golfplatz, Fight-Club-ähnliche Stahlkäfige und ein Triathlon-Rennen bestehend aus Fallschirmsprung, Boots- und Autorennen sind ausgefallene Missionen, die mir auf Anhieb einfallen und die jenseits des Einheitsgraus im Gedächtnis haften bleiben.

Auch das Setting ist grandios. Als puerto-ricanischer Partner Luis des Homo-Nightclub-Königs Tony Prince bügelt man allerhand Schnitzer seines drogenabhängigen Freundes aus, der sich insbesondere dadurch auszeichnet, den Karren immer noch tiefer in den Dreck zu fahren. Humor, Satire und Parodie wird hier großgeschrieben und allerlei Anspielungen auf klassische Gangsterfilme bekommt der Spieler während den wie immer grandios vertonten Cutscenes zu sehen. Wessen Eindruck des Originalspiels noch frisch ist, der wird sich zudem freuen können, dass die Episode ein neues Licht auf bekannte Figuren wie Brucie wirft. An manchen Stellen überkreuzt sich die Story sogar mit dem Originalspiel, tauchen Niko und Johnny Klebitz auf der Gegenseite auf. Sehr charmant! Das hat schon das Flair eines guten Episodenfilmes à la 11:14.

9,5/10

Die Verpackung:
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Grafisch hat sich in Liberty City nicht viel getan. Die Episoden fußen immer noch auf der gleichen Grafik-Engine wie das Originalspiel. Wer von den Social Activities nicht genug bekommen kann, kann jetzt seine Freunde auch zum Airhockey einladen. Bowling, Darts, Pool sind natürlich auch mit von der Partie. Die beiden Add-Ons präsentieren darüber hinaus einzelne neue Vehikel und Waffen, so warete ein feiner NOOSE-Anti-Riot-Panzer nach dem Durchspielen der zweiten Episode und wer Chaos sähen möchte, wird viel Freude an den Haftgranaten haben. Übrigens: In dem Spiel ist auch der vollwertige Online-Modus und Multiplayer inbegriffen, eine faire Sache.

Einen Ear-Lift haben die Radiostationen verpasst bekommen. Ich möchte es kaum sagen, aber die Qualität liegt noch unter dem Lvel von GTA IV. Beim mittlerweile fünften Titel mit eigener musikalischen Untermalung machen sich die Ohrwürmer zunehmend rarer. Zwar sorgt z.B. Marillions "Kayleigh" noch für rhythmisches Schaukeln auf dem Sofa, aber selbst der früher so guten Liberty-City-Rock-Sender bietet bis auf Iron Maidens "Run to the Hills" wenig Wiedererkennbares, viel Unbekanntes. So lobenswert die Bemühungen war, für die beiden Add-Ons eigens neue Sender zu kreieren, so bitter muss man mittlerweile feststellen: die großen Hits wie z.B. noch in VC und SA gehören der Vergangenheit an. Dennoch immer eine Empfehlung wert: Die Talk-Radios, die immer noch herrlich böse die US-amerikanische Kultur parodieren.

Fazit
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Episodes from Liberty City gehört sicher zu den Highlights des Jahres für Sonys Konsole. Darüber hinaus entwickeln sich beide Erweiterungen zu echten Zeitfressern. 25 packende, humorvolle, mitreißende Stunden sind in dem Paket mindestens inbegriffen. Wie ich finde zu einem fairen Preis. In einer Zeit, in der Bioware 6 Euro für eine 45-minütige Quest und eine Lagetruhe (Dragon Age) möchte, lege ich mein Geld lieber in dieses mit Liebe und Verstand designte Bundle. Allein Gay Tony wäre das Geld bereits wert gewesen, überholt diese Episode das Original in Sachen Missionsdesign, Spaß und Setting. Alle Fans können und sollten zugreifen.

Wertung:
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8.9/10
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 19, 2013 7:07 PM CET


Dead Space
Dead Space
Wird angeboten von media-games-berlin-tegel
Preis: EUR 42,00

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Riotguns Dead Space-Rezension: Mein Spiel des Jahres 2008, 30. März 2009
= Spaßfaktor:1.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Dead Space (Videospiel)
Wie seltsam inkonstant die FSK der Unterhaltungsindustrie doch mit ihren Produkten ist...Steht hinter einem Spiel ein großer Publisher oder eine erfolgreiche Franchise (GTA), wird das rote 18er Logo oft gewährt, auch wenn vergleichbare Titel wie z.B. Clive Barker's Jericho mit einer Indizierung zu kämpfen hatten. Noch merkwürdiger ist es dann, wenn die deutsche Version von der UK/US-Version auch gar nicht abweicht. So verhält es sich mit EA's Sci-Fi-Horror 'Dead Space', so dass dem Spielspaß erstmal nichts im Wege steht.

Die Story - Sci-Fi-Survival-Horror vom allerfeinsten
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Freunde des klassischen Science-Fiction-Settings waren in den letzten Jahren wahrlich nicht verwöhnt. Bis auf Biowares Weltraum-RPG 'Mass Effect', gab es kaum einen echten Spitzentitel. EA hat mit diesem Mangel aufgeräumt und die Story um Schiffsmecheniker Isaac Clarke schlägt Freunde sofort in ihren Bann.

Eine Woche vor dem Einsetzen des Plots ist der Kontakt zur USG Ishimura abgebrochen, dem größten Minenschiff seiner Klasse, mit mehr als 1000 Menschen an Bord. Isaac gehört zu einer Erkundungsmission, die die Geschehnisse aufklären und rekonstruieren soll. Vor allem ist die Hauptfigur auch persönlich involviert, befindet sich seine Verlobte Nicole doch unter der Besatzung des havarierten Planet-Crackers. Schon bei der Ankunft der fünfköpfigen Besatzung fallen zwei Kollegen degenerierten alienförmigen Kreaturen zum Opfer und Kapitän Hammond, Wissenschaftlerin Kendra und Isaac werden getrennt. Es beginnt die Hast durch dunkle Korridore, schwerkraftlose Antriebsräume und durch das Vakuum des Alls und nach und nach erschließen sich dem Spieler - ähnlich wie im grandiosen Action-Meilenstein 'Bioshock' die Geschehnisse durch über 150 Video-, Audio- und Text-Logs, die sich um eine Meuterei und ein uraltes, geborgenes Alien-Artefakt an Bord der Ishimura drehen.

Auch wenn die Story niemanden überraschen dürfte, muss man zugeben, dass diese doch so grandios spannend erzählt wird, dass der Spieler sofort in ihren Bann geschlagen wird. Hier stimmt nämlich fast alles. Das Puzzle, das sich nach und nach zusammensetzt täuscht darüber hinweg, dass es sich bei 'Dead Space' eigentlich nur um einen Horror-Shooter handelt und erreicht eine Referenz wie 'Bioshock' spielend leicht.

Story: 9/10

Das Spielprinzip - Überraschend innovativ und creepy
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Natürlich ist 'Dead Space' sehr linear, aber das Spiel macht aus dieser Tatsache sogar noch einen Trumpf. Denn wer gedacht hat, hier steht eine vorgeschriebene Route samt gescripteter Schieß-Einlagen im Vordergrund hat nur zum Teil recht. Der Titel setzt natürlich auch auf diese Merkmale und lehnt sich somit an Klassiker wie 'Doom 3' an. Auf der anderen Seite sind die einzelnen Level so gut aufeinander abgestimmt, das sich ein stimmiges, aufeinander aufbauendes Gesamtbild erschließt.

So muss man im ersten der insgesamt 12 Level erstmal das interne Tram-System der Ishimura zum Laufen bringen, um die Reisemöglichkeiten innerhalb des gigantischen Schiffs zu gewährleisten, später dann die Kommunikationssystem reparieren, bevor daran gedacht werden kann, ein Notsignal abzusetzen. Isaac ist schließlich nicht umsonst Techniker und das Spiel verknüpft die Missionen immer mit einer Rätsel-Einlage, die zwar nie wirklich herausfordernd sind, aber den doch relativ anstrengenden Action-Teil sehr schön auflockern.

Dem Spieler werden dabei einige neue Spielelemente präsentiert, die 'Dead Space' aus der Masse bestehender Titel herausragen lassen. Die Necromorphs sind nämlich besonders anfällig, wenn man ihre Gliedmaßen abtrennt. Sehr schnell kommt man auf den Trichter, erst auf die Beine zu zielen, um schließlich die Arme und andere Gliedmaßen aufs Korn zu nehmen. So kann man sich die Viecher nämlich vom Leib halten und Munition für die insgesamt nur 7, dafür aber abwechslungsreichen und mit Sekundärfeuer ausgestatteten Waffen sparen. Dass der Titel ziemlich Gore ist, fällt hier auf: Rotierende Kreissägen, Plasmacutter und Flammenwerfer gehören zum Inventar, das in den über den Levels verteilten Stores eingekauft und an Werkbänken mithilfe von wertvollen Power Nodes aufgerüstet werden kann. So kann der Schaden erhöht, die Nachladezeit verringert, der Luftvorrat des Anzugs erhöht oder die Dauer der Stasis erhöht werden. Sehr motivierend!

Desweiteren hat man die Stasis eingebaut, eine Art Bullet-Time-Modus, in der Abläufe wie schnell zuschlagende Türen, umherzappelnde Starkstromleitungen und natürlich auch extrem agile Gegner verlangsamt werden können. Dies bringt viel Abwechslung ins Spiel, genau wie das Kinetik-Modul, das eigentlich nicht viel mehr ist, als die Gravity Gun aus 'Half-Life 2'. So können weit entfernte Pick-Ups erreicht werden und die Kinetik ist oft auch Lösung für kleinere Mini-Rätsel im Spiel. Den ganzen Gesamteindruck abrunden tut das Umherspringen im schwerkraftlosen Raum, das ein echtes 3D-Gefühl vermittelt, sowie das Umherhetzen im Vakuum bei begrenztem Luftvorrat und die eindrucksvollen Zwischenboss-Kämpfe.

Spielprinzip: 10/10

Die Präsentation - Gekonntes Spiel mit Schatten, kein HUD
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Grafisch sticht bei 'Dead Space' vor allem das Spiel mit der Beleuchtung hervor. Man ertappt sich am Anfang, wie man extrem langsam durch die dunklen Korridore schleicht, immer gefasst auf einen durch die Lüftung brechenden Necromorph und die perfekt abgeleuchtetn Räume erstmal absucht. Natürlich entwickelt man mit der Zeit eine gewisse Resistenz dagegen, aber langweilig wird es nie, die Spannung kann 'Dead Space' größtenteils halten und das ist schon stark. Ein weiteres Plus ist, dass sich das Intérieur des Schiffes niemals wiederholt. Hier sind die Entwickler geschickt der Falle ausgewichen, die einzelnen Abschnitte zu ähnlich zu gestalten. Zwar erreicht der Titel nicht die grafische Abwechslung eines 'Bioshock', hat es angesichts seines Settings auf nur einem Schiff aber auch wesentlich schwerer und macht das beste daraus. Darüber hinaus kann das Spiel auch echte Ausrufezeichen setzen, meistens immer dann, wenn man das Schiff für kurze Zeit verlässt und sich im luftleeren Raum umschaut. Tolle Panoramaaufnahmen wechseln sich mit schönen Vakuum-Effekten z.B. von Flüssigkeiten ab. Weniger gelungen sind die Körper und Gesichter der Protagonisten. Kendra und Hammond und auch die Video-Logs samt vermisster Freundin Nicole können mit dem sonst starken Eindruck nicht ganz mithalten. Super dagegen, dass man auf ein HUD verzichtet hat, um den Spieler noch tiefer in diesen Sci-Fi-Albtraum eintauchen zu lassen. Alle relevanten Informationen lassen sich direkt am Anzug oder den Waffen ablesen und intensivieren somit das Spielerlebnis noch.

Die Soundkulisse steht der grafischen Präsentation in nichts nach und unterstreicht wie in einer Symbiose das creepy Bedrohungsszenario der einzelnen Levels. Immer, wenn das automatische Notfall-System einzelne Räume absperrt, die Alarmsirene losschlägt und man sich darauf gefasst macht, in einem engen Raum gleich um sein Leben zu fürchten, steigt der Adrenalin-Spiegel des Spielers in ungeahnte Höhen. Und der Score ist so gut, dass man ihn wahrnimmt, auch wenn er allein gesehen nicht besonders hervorstechen würde. Die Synchronisation ist im Englischen (gespielt wurde die UK-Version) extrem dicht und der Titel bestätigt die Tatsache, dass deutsche Lokalisationen zwar durchaus solide und akzeptabel sind, man im Zweifelsfall aber immer besser daran tut, die Systemsprache seiner PS3 auf Englisch umzustellen. Schade nur, dass Spielfigur Isaac wie die Hauptfigur aus 'Bioshock' nie die Geschehnisse kommentiert und keine Antworten in "Dialogen" gibt. Das hätte das Involvieren des Spielers nochmals gesteigert.

Grafik: 9/10
Sound: 8/10

Sonstiges - Spielzeit, Ladezeiten und Langzeitmotivation
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Die insgesamt 12 Level sind für geübte Spieler im normalen Schwierigkeitsgrad in 10-13 Stunden abgehandelt, wobei gerade die späteren Levels recht groß und lang werden können. Das Trophy-System motiviert neben der Qualität des Spiels zu weiteren Durchgängen in höheren Graden. Da fällt auch der fehlende Multiplayer nicht ins Gewicht. Dabei ist das Spiel nie unfair, arbeitet mit fair verteilten Speicherpunkten und sollte man mal im Spiel den Necromorphs zum Opfer fallen, wird man ebenfalls an fair verteilte Checkpoints versetzt.

Sehr angenehm sind auch die Ladezeiten. Die gibt es im Spiel explizit nämlich nur sehr selten. Ansonsten haben die Entwickler darauf gesetzt, die Module im Hintergrund immer dann laden zu lassen, wenn man Drucktüren öffnet oder mit dem Aufzügen fährt. So wird gewährleistet, dass das Spiel so selten wie möglich unterbrochen wird und auch die Stabilität des Titels ist handwerklich solide Arbeit. Kein Freeze, kein Absturz bei mittlerweile 2 Durchgängen und rund 20 Stunden Spielzeit.

Spielzeit: 7/10
Ladezeiten/Stabilität: 9,5/10

Fazit
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Dead Space ist eines, wenn nicht das beste Spiel, das derzeit für Sonys Konsole zu haben ist und das erscheint angesichts der Konkurrenz, die sich nach mühseligem Beginn etabliert hat wie ein Qualitäts-Zeugnis. Natürlich muss man als Spieler ein Faible für Science-Fiction und für Horror mitbringen, darf man sich vom Gore-Gehalt des Spiels nicht abschrecken lassen. Wer damit kein Problem hat, kommt an dem Spiel nicht vorbei. In meiner Gunst steht Dead Space sogar über Blockbustern wie GTA IV und dem thematisch ähnlichen Bioshock. Definitiv ein Spiel für die Hall of Fame, ein Spiel zum Sammeln und Behalten. Normalerweise bin ich mit Wertungen jenseits der 90% sparsam aber hier gibt es;

Spielspaß: 9,6/10
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 26, 2009 7:45 PM CET


Mortal Kombat vs. DC Universe
Mortal Kombat vs. DC Universe
Wird angeboten von audiovideostar_2
Preis: EUR 32,95

24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Riotguns Mortal Kombat vs. DC Universe Rezension - Spaßiger, aber entschärfter Prügler, 13. Januar 2009
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Mortal Kombat vs. DC Universe (Videospiel)
Wussten Sie, dass in Deutschland in den letzten Jahren nur eine Handvoll Spiele beschlagnahmt worden sind und dass ausgerechnet die ersten drei Teile der Mortal Kombat-Reihe (bis auf die Game-Boy-Versionen) unter diese Form der staatlichen Zensur fiel? Wie weit sich die Reihe davon entfernt hat, zeigt der mittlerweile 11. (!) Teil der Franchise, der in Deutschland sogar eine FSK 16 erhielt.

Die Story - Kampf der Universen
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Der Titel wartet mit 2 Story-Modi auf, die die perfekte Gelegenheit darstellen, sich mit den Charakteren des Spiels vertraut zu machen. Nacheinander übernimmt man die Kontrolle über unterschiedliche Spieler der Fraktion und ist, je nachdem welche Seite man gewählt hat auf der Suche nach dem Grund dafür, dass plötzlich "fremde Krieger" in die Dimension einbrechen und dort ein Chaos veranstalten. Die Cutscenes sind herrlich trashig ausgefallen und mir hat sehr gut gefallen, dass die Kämpfe hier fast nahtlos ineinander übergehen und sich das Spiel nicht selbst ganz ernst nimmt. Ich finde, hier ist eine gute Einleitung für die weiteren Spielmodi gelungen und jeder, der vorher gemeint hatte, hier treffen zwei völlig inkompatible Universen aufeinander, kommt nicht herum, anzuerkennen, dass hier der Coolness-Faktor der Comic-Helden zuschlägt. Es macht ganz einfach Spaß, Flash, Batman, Superman oder den Joker zu steuern und die DC-Helden bringen einen frischen Wind in das Mortal-Kombat-Universum, dass mit schon über 10 Ablegern etwas Staub angesetzt hatte.

Story: 7/10

Steuerung - Solide Aufarbeitung
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Der Titel zeigt während der Kämpfe zwei neue Extras. Das ist zum einen der Free Fall-Kombat, in der man seinen Gegner über die Brüstung einer Ebene schlägt, um ihn anschließend im freien Fall zu malträtieren. Aber obacht: Sollte der Unterlegene zum richtigen Zeitpunkt die gleiche Taste wie der Angreifer drücken, kontert dieser und der ganze Schaden geht auf die Kosten des am Schluss am Boden liegenden. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Nahkampf. Einige fies aussehende Schläge ins Gesicht, die der Angegriffene mit schneller Reaktion kontern kann. Neu ist auch der Rage-Modus. Mit jedem kassierten Treffer und mit jedem ausgeteilten, aber blockierten Schlag, wächst der Wut-o-Meter. Einmal im Kampfrausch, steckt man kaum noch Schaden ein und übergeht den Block des Gegners. Ein Mittel also, das einen Hauch Taktik in die Kämpfe bringt.

Zur Steuerung sei gesagt, was die meisten schon wissen dürften. MK bewegt sich schon traditionell am anderen Ende der Skala, in der sich beispielsweise die Virtua Fighter-Reihe befindet. Das Spiel ist einsteigerfreundlich und erschlägt den Spieler nicht mit einer ganzen Reihe von Special Moves. Zudem sind fast immer die gleichen Bewegungs- und Tastenkombinationen für alle Spielfiguren identisch und auch komplizierte Bewegungen im Uhrzeigersinn sucht man vergeblich, so dass man sich schnell in das Spiel einfindet.

Zu den Fatalities sei kurz gesagt: Sofern bekannt, einfach umzusetzen und natürlich nicht mehr so spektakulär wie noch zu Beginn der Reihe. Hier gibt es eine sehr heterogene Linie. Einige Figuren sind recht lahm (Batman, Liu Kang...), dafür sind andere wieder witzig und teilweise auch richtig böse, der Joker ist mein Favorit. Wer also auf Blutfontänen nicht verzichten möchte, ist hier definitiv falsch, siehe auch deie FSK 16. Ich kann mit den Fatalities aber gut leben.

Steuerung: 9/10
Fatalities: 7/10

Die Spielmodi - Kombo Challenges als Suchtfaktor
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Aber Achtung: Das Einsteiger-Konzept gilt nicht für die brutal schweren Kombo Challenges. Für jede der 22 Spielfiguren (2 zusätzliche Charaktere werden nach dem Durchspielen des Story-Modus freigeschaltet) haben die Entwickler 10 Kombos ausgetüftelt, die es in sich haben und die den Spieler lange über das normale Maß hinaus an den Bildschirm fesseln werden. Und so entpuppen sich diese Kombo-Trainings als absoluter Zeitfresser, auch wenn man sich hier bisweilen fragt, wie zum Teufel man diese Pro Moves aneinanderreihen soll, ohne sich die Finger zu verrenken, denn fieserweise gilt bei jedem Move ein anderes, leider nicht definiertes Zeitfenster. Hier ist also viel Ausprobieren angesagt und auch sehr viel Befriedigung, wenn einem tatsächlich alle 10 Kombos einer Figur gelingen und das Trophäensymbol aufpeppt. Ein guter Rat: Schaut bei youTube. Dort findet Ihr Tipps und Videos zu den Challenges.

Darüber hinaus gibt es wie bei jedem Prügler den Trainigsmodus, den Arcade-Modus und den Versus-Modus gegen einen Freund. Hier kann man stückweit entweder seine Lieblingsfigur versuchen zu perfektionieren oder sich an verschiedenen Schwierigkeitsgraden probieren. Auf dem Weg zum MK-Thron warten wie immer 10 Gegner und wahlweise legt man fest, ob man auf Kämpfer aus dem MK-, dem DC-Universum oder einer Mischung aus beiden antritt. Wer schon mal einen Prügler gespielt hat, der weiß wie der Hase hier läuft. Sauer aufgestoßen ist mir nur die Tatsache, dass im Trainings-Modus die Moves nicht auf dem Bildschirm erscheinen, sondern mühsam über die Optionen angewählt werden und verinnerlicht werden müssen. Das wäre auch bequemer gegangen, etwa wie es schon das erste Dead or Alive seinerzeit schon auf der PSX gezeigt hat.

Sehr gelungen ist dagegen der extrem stabile Online-Modus. In den nach Fortgeschrittenen-Grad unterteilten Lobbies finden sich immer ein Haufen Spieler. Leider gibt es darunter auch einen kleinen Anteil, die sich das missratene Balancing der Figur Flash zu Nutze macht. Beherrscht man diese Figur inkl. den Kombos sehr gut, gibt es fast nichts, was man dagegen unternehmen kann. Ein Fehler der Entwickler, diese Spieler nutzen dieses Schlupfloch nur aus und werden im allgemeinen als "Flashholes" bezeichnet.^^

Kombo Challenges: 9/10
Trainigsmodus: 6/10
Online-Modus: 8/10

Die Präsentation - Keine Genrereferenz, aber befriedigend
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Mortal Kombat vs. DC Universe bedient sich einer Grafik, die zwar nicht alles aus Sonys Konsole herausholt, aber dennoch in zufriedenstellender Art und Weise die vielfältigen Schauplätze und die Kampfanimationen präsentiert. Zudem ist die Umgebung dynamisch und einzelne Hindernisse in der Arena können zum eigenen Zweck genutzt werden. Die vor allem im Story-Modus anzutreffenden Zwischensequenzen sehen auch alles andere als billig aus und mit Lags und Kantenflimmern hat der Titel auch vergleichsweise wenig zu kämpfen. Solider Durchschnitt über die ganze Linie, das gilt auch für den relativ beliebigen Soundtrack, der nur durch die knackigen Kampfgeräusche aufgepeppt wird und die Ladezeiten, die angesichts der Präsentation schon etwas kürzer hätten ausfallen können, dem Spieler aber nicht den Nerv rauben.

Positiv anzumerken ist, dass das Spiel bei rund 15 Stunden Spielzeit kein einziges Mal einfror oder abschmierte. Dass dies für Konsolenspiele heute leider nicht mehr Standard ist, zeigte z.B. Fallout 3. Zur gerade genannten Spielzeit: Klar, der Story-Modus für beide Fraktionen ist in knapp 3-4 Stunden absolviert und wer mit jedem Kämpfer den Arcade-Modus packen will, braucht dafür rund 7 Stunden. Die restliche Zeit geht in die Kombo Challenges, wenn man sich anfangs nicht decouragieren lässt und ein paar Online-Matches. Nicht ganz einfach, hier die Spielzeit zu bewerten, da der Titel sicher auch beim nächsten Freundesbesuch zum Tragen kommt.

Grafik: 6,5/10
Sound: 7/10
Spielzeit: 8/10
Stabilität: 10/10

Fazit
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Der neueste Ableger der Mortal Kombat Reihe ist zweifelsohne ein recht spaßiger Prügler geworden, der dank neuer, cooler Figuren, den Fatalities, einem humorigen und trashigen Story-Modus und vor allem aufgrund des Suchtfaktors der Kombo Challenges den Spieler länger am Bildschirm hält, als vergleichbare Spiele und im Versus-Modus einen netten Charme entfaltet, wenn man dem Freund eine Fatality einschenkt.

Spielspaß:
8.0/10
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 16, 2009 8:19 AM MEST


Mirror's Edge
Mirror's Edge
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Preis: EUR 12,90

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Riotguns Mirror's Edge Rezension - Innovativ, aber mit kleineren Schwächen, 11. Januar 2009
= Spaßfaktor:1.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Mirror's Edge (CD-ROM)
Selten war ich dieses Jahr auf einen Titel so gespannt, wie auf EA's Ego-Runner Mirror's Edge, einfach weil hier den Spieler ein völlig neuartiges Spielkonzept erwartet, von dem ich mir viel versprach. Letztendlich ist der Titel allemal ein Anspielen wert, auch wenn er dem Hype in letzter Konsequenz nicht ganz standhalten konnte.

Das Spielkonzept - Keep on runnin' Faith
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Laufen, klettern, hangeln, balancieren, sprinten, abrollen und Wallruns. Das sind die Zutaten, mit denen das Spiel auskommt. Hauptfigur Faith ist nämlich im Gegensatz zu ihrem ähnlich gestrickten Kollegen aus der Prince of Persia-Reihe alles andere als eine Kämpferin, so dass sie in schwindelerregenden Höhen über den Dächern einer fiktiven, totalitären Stadt voll auf ihre Trumpfkarte Geschwindigkeit und Agilität setzt. Zwar kann Faith Waffen tragen, aber auf ein offenes Feuergefecht mit der sie notorisch verfolgenden Staatsmacht in Form von Polizisten, Sonderkommandos oder Scharfschützen sollte sie sich trotzdem nicht einlassen, denn da zieht Faith klar den Kürzeren.

Aus der Ego-Pesperktive heraus entsteht bei Mirror's Edge also ein wirklich fabelhaftes Flucht-Gefühl, das immer dann zum Tragen kommt, wenn Faith durch die teilweise glänzend designten, aber sich wiederholenden Dächer-Level gehetzt wird. Immer wenn der Spieler den Funkverkehr der Polizei, Schüsse oder Schreie hört, springt somit auch der Adrenalinspiegel des Spielers in ungeahnte Höhen. Zwar kann Faith einzelne Gegner durch geschickte Manöver entwaffnen, aber dies erfordert taktisches Vorgehen und Herauslocken einzelner Gegner, denn oft gilt: Schon der zweite, mit Sicherheit der dritte Polizist ist einer zuviel und in den späteren Levels heften sich sogar Runner an ihre Fersen, die nicht so einfach abgeschüttelt werden können.

Leider treibt der Titel dieses Spiel im späteren Spielverlauf etwas zu weit. Geübte Spieler werden sich jedenfalls ein wenig darüber ärgern, dass die Wegfindung niemals eine echte Herausforderung darstellt und man keine Probleme hat, sofort Kanten, Flächen für Wallruns oder Sprungrouten und somit die weitere Levelroute erspähen kann. Eine Ausnahme bildet da vielleicht das vorletzte Kapitel in einer Hochhaus-Baustelle, das ziemlich tricky ausgefallen ist. Da haben sich die Entwickler wohl gedacht, die sowieso schon zu kurze Spielzeit wenigstens durch schon im normalen Schwierigkeitsgrad extrem fiese Stellen zu kompensieren, in denen sich eine ganze Übermacht an mit vollautomatischen Waffen ausgerüsteten Sonderkommandos auf Faith stürzt.

Nochmal auf den Punkt gebracht: Gerade zu Beginn wird der Spieler durch das neue und erfrischende Konzept, sowie die fabulöse Flucht-Thematik in den Bann des Titels gezogen, ehe er sich daran gewöhnt und etwas spielerische Abwechslung vermissen wird. Die Tatsache, Faith mit zunehmender Spieldauer neue Moves lernen zu lassen, hätte dem vielleicht entgegengewirkt.

Spielkonzept 8,5/10

Die Story & das Leveldesign
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Kann Mirror's Edge mit der Story punkten? Ich muss gestehen, die Story ist extrem dünn und wirkt allenfalls als Aufhänger für das Wetzen über Hochhausdächer und Zäune. Zwar bringt das Spiel im Intro glaubhaft das Bild einer totalitären Gesellschaft rüber und erklärt Faith's Werdegang von der Waisen zum Runner, aber spätestens als schon sehr früh im Spiel klar wird, dass hier die Aufklärung einer Verschwörung und eines Mordfalls im Vordergrund steht, bei dem Faiths Schwester in die Rolle des Bauernopfers gedrängt wird, verflacht die Geschichte zu einer Story, die man in ähnlicher Form schon sehr oft gesehen hat. Loben muss ich aber die wenn auch kurzen Videosequenzen zwischen den Kapiteln, die in aparter Comic-Grafik den tollen Look des Games unterstützen. Dass Comic-Grafik und Standbilder nicht immer für ein Spiel sprechen, zeigt z.B. Folklore, aber bei Mirror's Edge gelingt der Spagat.

Kommen wir zum Leveldesign. Tja...irgendwo hastet der Spieler immer nach dem gleichen Prinzip durch die Levels, aber jedenfalls haben sich die Entwickler Mühe gegeben, der Eintönigkeit so gut es geht vorzubeugen. Zwar wird der Spieler die meiste Zeit über den Dächern der Stadt unterwegs sein, aber auch die Kanalisation, ein Frachter und das Innere diverser Gebäude und Metroschächte sind zu erkunden. Für Abwechslung wird also gesorgt, auch wenn die Wegfindung wie anfangs beschrieben nur in den allerwenigsten Fällen zu einer echten Herausforderung mutiert. Wer ein wenig gespielt hat, sollte daher die rote Hervorhebung der Route abschalten, um den Titel noch etwas länger genießen zu können.

Story 6/10
Leveldesign 8,5/10

Die Präsentation - Cooler Look und ein grandioser Soundtrack
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Mirror's Edge setzt nicht nur in Punkto Spielkonzept Innovationen, sondern auch die Grafik ist etwas ganz Besonderes und fügt sich perfekt in den Titel ein. Das ganze Geheimnis besteht darin, für die einzelnen Levelabschnitte eine Abmischung von zwei dominierenden Farbtönen zu finden und miteinander zu kombinieren. Mal ist es das blendende Weiß der Dächer, dass sich gegen den strahlendblauen Himmel abhebt, das Orange der Metrostationen oder das dominierende Grün im Inneren der Gebäude. Es ist gerade das Sterile, das auf diese Weise hervorgehoben wird und somit den eigenständigen und innovativen Look von Mirror's Edge unterstreicht. Der Titel setzt dieses Konzept als erstes Spiel um und ist in dieser Hinsicht ein Trendsetter, auch wenn manche monieren mögen, dass die Spielwelt am Boden wie leergefegt aussieht, sich nur höchst selten Zivilisten zeigen oder es so gut wie gar keinen Verkehr gibt.

Auch die Musik gehört mit zum Besten, was für den Spielemarkt 2008 erschienen ist. Als Indiz dafür kann ich gelten lassen, dass ich mit fortlaufendem Spiel immer wieder in das Extra-Menü geschaut habe, ob ich neue Themes, Scores oder Songs freigeschaltet habe, um diese ganz entspannt anzuhören. Ganz besonderen Anteil daran, hat Lisa Miskovskis Head-Titel "Still Alive", der im Menü als Instrumental-Version so einen Eindruck auf mich gemacht hat, dass er direkt bei iTunes eingekauft wurde. Musikalisch ist Mirror's Edge für mich der heißeste Anwärter auf den Soundtrack des Jahres 2008. Auch die deutsche Lokalisation ist solide ausgefallen. Die Dialoge, die Faith mit ihrem Operator oder ihrer Kollegin führt, wurden von soliden Sprechern gesprochen. Natürlich ist hier die englische Version um Längen besser und wer des Englischen mächtig ist, tut gut daran, die Systemsprache seiner PS3 umzustellen.

Kommen wir zur Spielzeit. Ich habe etwa 8 Stunden Spielzeit gebraucht. Klar, die Spielzeit bewegt sich somit am unteren Drittel derzeit verfügbarer Spiele und wer die Levels ein paar Mal gespielt hat, wird immer bessere Routen entdecken und so immer schneller zum Ziel kommen. Das ist der positive Knackpunkt des Spiels, der die kurze 9 Kapitel umfassende Solo-Kampagne entschärft. Denn Mirror's Edge bietet den Time Trial-Modus an, bei dem es gilt, auf den Parcours die beste Route und die passendsten Manöver zu finden, um die anfangs horrend erscheinende Bestzeit zu knacken. Da die Auswahl an Levels groß ist, verbringt man hier locker so viel Zeit, wie beim Spielen des Story-Modus und kann sich sogar Ghosts anderer Spieler herunterladen. Ärgerlich ist nur, dass man für das Ranglistensystem und Herunterladen von Ghosts ein extra EA-Konto benötigt. Wer eins hat, der kann damit leben, aber die großen Publisher sollten endlich mal aufhören an jeder Ecke Zusatz-Features von Spielen mit Zwangsregistrierungen zu verknüpfen.

Grafik: 9/10
Sound: 10/10
Spielzeit: im Single-Player 5/10, mit Time-Trial-Modus 7,5/10

Fazit
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Ich habe es mir nicht leicht gemacht bei der Bewertung, denn Mirror's Edge kratzt am fünften Stern. In der Präsentation kann man dem Spiel keinen Vorwurf machen, nur hätte man sich eine ausgefeiltere Story, einen größeren Umfang und ein paar Herausforderungen mehr bei der Wegfindung gewünscht. Wäre der Titel nicht im späteren Verlauf so inflationär mit knüppelschweren Feuergefechten umgegangen, so hätte ich trotz der Schwächen wohl noch von 4,5 auf den fünften Stern aufgerundet.
Mirror's Edge bleibt dennoch ein Titel, den man ausprobiert haben sollte, allein schon aufgrund seines neuen Ego-Runner-Konzeptes.

Spielspaß: 8,2/10


Fallout 3
Fallout 3
Wird angeboten von Strongvision-Videogames
Preis: EUR 29,95

15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Riotguns Fallout 3-Rezension: Auf der PS3 konkurrenzlos, 7. Januar 2009
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Fallout 3 (Videospiel)
RPGs für Sonys Konsole sind absolute Mangelware, jedenfalls für die Spieler, die sich nicht mit Japano-RPGs anfreunden können. Bethesdas Fallout 3 ist das erste "westliche" Blockbuster-RPG für die PS3 und steht im Moment relativ konkurrenzlos da. Zum einen durch seine große Qualität, zum anderen durch seine Monopolstellung. F3 gehört sicher zu den absoluten Top-Titeln des Jahres 2008, macht sich den Platz im Olymp der RPGs aber durch entscheidende Fehler zunichte.

Story & Setting: Post-Nuclear Apocalypse
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Herrlich! F3 hat mir als erfahrenem Rollenspieler den wohl besten Anfang seit langer, langer Zeit beschert. Das Spiel mit der eigenen Geburt zu beginnen und seinen Charakter als Kind durch das Tutorial zu führen, ist schon ein sehr gelungener Einstieg in die Welt des Vault 101. In dem Moment, als der Vater der Hauptfigur aus dem Bunker flüchtet, ist es mit der Ruhe jedoch vorbei. Der Spieler folgt ihm und gelangt zum ersten Mal aus der behüteten und abgeschotteten Welt der Vaults in das verwüstete und verrohte Ödland der Hauptstadt. Ab hier spannt sich zuerst eine Spurensuche und man bereist das Ödland, um die Gründe für das Abtauchen seines Vaters zu ergründen, spricht mit mannigfaltigen Personen und erfährt nach und nach, dass dieser einen längst begrabenen Lebenstraum verwirklichen möchte.

Soviel zur Story ohne spoilern zu müssen. Hätte ich es nicht vorher gewusst, so hätte ich gewettet, dass Bethesda hier am Werke war. Wie schon in Morrowind oder Oblivion, ist die Main-Quest nur ein grober Aufhänger für ein offenes RPG mit frei erkundbarer Welt. Zwar gelingt es F3, den Spieler anfangs durch die Suche nach dem Vater durchaus in seinen Bann zu ziehen, aber spätestens nach der sehr stimmigen Quest 'Tranquility Lane', die den Spieler in eine alternative Traumwelt entführt, pendelt sich die Story leider auf banalstem Niveau ein, auch wenn man lobhaft anmerken muss, dass F3 eine ernste Thematik anspricht und stellenweise auch zum Nachdenken anregt. Paradoxerweise tut das Spiel dies aber eher in den Nebenquests, aber dazu später mehr. Traditionell zählt die Story bei Bethesda (im Gegensatz zu z.B. Bioware) nicht unbedingt zu den Knüllern ihrer Spiele, so auch in F3, dass zudem mit einem recht enttäuschenden Abspann endet.

Wuchern kann das Spiel jedoch mit seinem Setting. Auf viele Spieler dürfte die Aussicht in einer Welt umherzuwandern, die um Haaresbreite dem nuklearen Holocaust entgangen ist, eine morbide Faszination ausüben und natürlich ist das Setting bis auf die beiden Vorgänger in RPGs unverbraucht. Endlich mal keine Elfen, keine Orks und keine Fantasywelten. Fallout 3 ist die Antithese zu diesen Spielen und spielt diesen Trumpf auch voll aus. Es sind die Ruinen, verlassenen Häuser, heruntergekommenen Industrieanlagen, die zerstörten, urbanen Zentren der Hauptstadt, die das Spiel mit einer formidablen Atmosphäre speisen. Und wer sich dank der sehr guten Weitsicht einen Sonnenaufgang über dem Kapitol, dem Obelisken des Washington Monuments oder dem Lincoln Memorial anschaut, der taucht in diese Spielwelt tief ein. Und mal ehrlich, in welchem anderen Spiel gibt es Städte auf rostigen Flugzeugträgern, "Republiken", die aus 5 Bewohnern bestehen oder eine Stadt, die der Spieler schon nach 10 Minuten in die Luft jagen oder retten kann? Das sind nur vereinzelte Beispiele für eine extrem detailreiche Spielwelt. In den allermeisten Ruinen oder Modulen finden sich zudem Unique Items, Computerterminals oder Notizen, die eine komplette Geschichte des Ortes erzählen. Es ist schier unmöglich, alles von Fallout 3 kennenzulernen und daher wirkt das Spiel trotz seines Settings auf mich so lebhaft.

Story/MainQuest: 6,5/10
Setting/Spielwelt: 10/10

Questarchitektur & Leveln: Spitzenklasse!
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Eins vorweg: In F3 werden Sie nur eine begrenzte Anzahl an Quests finden, diese sind aber dafür so umfangreich und teilweise so liebevoll gestaltet worden, dass man hier sagen kann, die Qualität habe über die Quantität gesiegt. Super, dass man hier kaum auf 08/15-Aufträge wie Botendienste oder Monsterschnetzeln trifft. Die Aufträge warten zudem alle mit alternativen Lösungswegen auf, so dass hier das alte KotoR-Axiom wieder gilt: Spiele das Spiel mindestens zweimal! Jeweils gut und böse. Oftmals sind sogar mehr als zwei Lösungen möglich, (vor allem ein hoher Sprach-Skill führt zu vielen neuen Dialogoptionen) und die Art und Weise hat wiederum Auswirkungen auf die Quest-Belohnungen. Das ist mit Abstand die beste Quest-Architektur, die ich seit langem gesehen hab und auch die Quests selbst sind so fantasievoll und einfallsreich, dass es eine Freude ist. In Bäumen gefangene Mutanten, eine alte Dame, die gerne wieder Violine spielen würde und zwei konkurrierende Superhelden sind nur ein paar Beispiele und wem das noch nicht reicht, der versucht sich an dem Verfassen eines Überlebens-Führers des Ödlands und an den zahllosen versteckten Quests, die man in das Spiel implementiert hat. Diese Mini-Aufgaben kommen nicht ins Logbuch, können dem Spieler aber dennoch gutes/böses Karma, Geld in Form von Kronkorken oder spezielle Items und Waffen bescheren. Hier heißt es Augen auf!

Bethesda, RPG...da war doch was...? Wer jetzt an das völlig vergeigte Leveln in Oblivion denkt, kann sich beruhigen. Das Scaling, das dazu führte, das Gegner mit steigendem Level immer stärker wurden und nur noch mit Über-Items rumliefen, wurde Gott sei Dank nicht übernommen. Das Levelsystem von F3 ist sehr effektiv geraten. Man levelt Attribute wie Stärke, Wahrnehmung oder Charisma, die mit höherer Stufe jedoch an Wichtigkeit verlieren. An ihre Stelle treten die Fertigkeiten wie Waffen-Skills, Sprengstoffe, das Schleichen oder Hacken, die bis zu einem Maximum von 100 gebracht werden können. Das besondere Schmankerl sind jedoch die Perks, einzigartige Boni, die an bestimmte Mindestgrenzen gebunden sind und die den Spieler wahlweise Extra-Punkte in bestimmten Fertigkeiten, Extra-XP, eine höhere Wahrscheinlichkeit für kritische Treffer oder sogar einen mysteriösen Fremden beschert, der im Kampf mit seiner 44er-Magnum zu Hilfe kommt. Mit diesem sehr feinen Levelsystem ist es möglich, seinen Char schon von Beginn an, sehr durchdacht zu planen. Trotzdem ist den Entwicklern ein böser Patzer unterlaufen, das Levelcap von 20. Wieso bietet man eine riesige, nicht-lineare Spielwelt an, wenn bereits nach 20 Stunden das Maximum erreicht ist und man somit keine Stufe mehr steigen kann? Und das in einem Spiel, in dem man sich 50-60 Stunden nur durch Erforschen beschäftigen kann. Ist der Cap erstmal erreicht, geht auch stückweit der Reiz verloren. PC-Spieler können sich da wenigstens an Mods erfreuen, die das Cap aufheben oder das Leveln verlangsamen, aber erkundungsfreudige PS3'ler schauen in die Röhre. Das gibt einen dicken Abzug aufs sonst tolle Prinzip.

Quests: 10/10
Leveln: 8/10

Die Präsentation: Da war noch Luft nach oben
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Die grafische und akustische Präsentation auf der PS3 ist weit davon entfernt, Maßstäbe zu setzen. Leider nur absolutes Mittelmaß. Grafisch sind immer noch die Kinderkrankheiten von Oblivion zu erkennen, z.B., dass die allermeisten "Dungeons" (also hier Metrotunnels und Basen usw.) alle mithilfe der gleichen Musterabschnitte gebastelt worden sind. Außerdem kämpft die PS3-Fassung mehr als ihre Kollegen von PC und 360 mit Tearing und Kantenflimmern und wer sich Strukturen wie Wände oder Felsen aus nächster Nähe betrachtet, wird feststellen, dass die Texturen leider alles andere als hochauflösend sind. Dem gegenüber steht die phänomenale Weitsicht und die gut gemachten Animationen im V.A.T.S.-Kampfsystem. Hier ist es nett, wie über lange Distanzen, die Flugbahn der Kugel verfolgt wird.

Nun zur Akustik des Titels. Tja...der Titelsong ("I don't want to set the world on fire") ist klasse, aber mehr kommt da auch nicht wirklich. Die Musik fand ich für ein RPG erschreckend beliebig mit null Wiedererkennungswert. Wie man es besser macht, zeigt Bioshock, das sich musikalisch in der gleichen Epoche anlehnt. Zwar stehen zwei, später nach Lösen einer Quest auch ein dritter Radiosender zur Verfügung, aber die Meldungen die dort kommen, wiederholen sich nach einer Spielzeit von etwa 10 Stunden ständig, auch wenn man lobend erwähnen sollte, das 3Dog, der DJ von Galaxy News Radio Feedback auf gelöste Quests des Spielers gibt. Eine tolle Sache, die ich in der Form bisher nur in GTA IV gesehen habe. Die Note hebt allein die professionelle Vertonung sämtlicher Dialoge an. Hier gilt: Daumen hoch.

Die Spielzeit liegt jenseits des Durchschnitts der meisten derzeit erhältlichen Spiele für die PS3, von GTA IV vielleicht mal abgesehen. Ich habe mich etwa 60 Stunden im Ödland von D.C. umgetrieben. Zugegeben, ich habe die Karte fast komplett erforscht und der Levelcap bremste mich dann irgendwann in meinem Entdeckerdrang, aber ganz eilige Kandidaten seien gewarnt. Anders als in Oblivion ist nach dem Abschließen der Main-Quest, die mit etwa 8 Stunden zu Buche schlägt, Sense. Lasst die großartige Spielwelt also auf Euch einwirken, forscht und macht zumindest die meisten Sidequests, bevor ich Euch dem Ende widmet.

Was die Stabilität des Titels angeht, so muss ich leider feststellen, dass mir noch kein Spiel so oft eingefroren und abgeschmiert ist, wie Fallout 3. Gut bei einer Spielzeit von 60 Stunden, sind 8 Abstürze für PC-Verhältnisse kein Gradmesser für ein nicht sauber programmiertes Spiel, aber für eine Konsole, bei der immer die gleichen Voraussetzungen gelten, finde ich das schon etwas schlampig. Dafür sind wenigstens die Ladezeiten vertretbar.

Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Spielzeit: 10/10
Stabilität: 5/10

Fazit
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Dafür, dass F3 vor Release als Oblivion mit Gewehren von treuen Fans der ersten beiden Teile zerrissen wurde, hat Bethesda ein echt starkes Stück RPG abgeliefert, das in RPG-relevanten Punkten fast uneingeschränkt z8u überzeugen weiß und somit glaubwürdig unter Beweis gestellt, dass Bethesda lernfähig ist. Wenn jetzt endlich mal die Story besser wäre oder zumindest besser erzählt würde, das völlig missratene Levelcap nicht implementiert worden wäre, die grafische und musikalische Verpackung und die Stabilität (PC-Spieler sollen ja noch mehr leiden) gelungener ausgefallen wäre, so wäre Fallout 3 sicher ein Titel, dem ein Platz im Olymp der RPGs sicher wäre. Schon aufgrund der Tatsache, dass kaum westliche RPGs für die PS3 erscheinen, kann ich jedem nur zu einem Kauf raten und noch eine Sache zur Cut/Uncut-Diksussion: Freunde von mir, die ihr Spiel aus England oder Österreich importiert haben, klagen mittlerweile über den völlig übertriebenen Splattergehalt. Wer darauf verzichten kann, fährt auch mit der deutschen Lokalisation gut.

Spielspaß: 8,9/10
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 22, 2011 8:38 PM MEST


MotorStorm
MotorStorm
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 18,85

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Riotguns Motorstorm-Rezension: Nervenzerreissender Offroad-Racer, 27. Dezember 2008
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: MotorStorm (Videospiel)
Launchtitel für eine Konsole gehören im allgemeinen nicht wirklich zu den allerbesten Spielen und werden relativ bald von später erscheinenden Titeln abgelöst. Nur Motorstorm zehrte lange von seinem Ruf als erstes echtes Next-Gen-Spiel für die PS3 und so legte ich mir voller Neugier diesen Offroad-Racer zu, der mir wütende, spaßige und nervenaufreibende 10 Stunden bescherte.

Das Spielprinzip
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Jedes Jahr treffen sich Motorsportverrückte im Monument Valley, um ihre Lust an staubigen, schnellen Rennen auszuleben. Hier steigt das Motorstorm-Festival und Zugang zu den Rennen bekommt nur derjenige, der ein Ticket ergattern konnte. Diese Tickets sind die Eintrittskarte zu den Events, die anfangs mal ein oder zwei Rennen, meist jedoch mit vier Rennen aufwarten können. Im Spielverlauf des Karriere-Modus wird man an bis zu 21 Tickets teilnehmen können, was ca. 70 Rennen ausmacht. Diese Rennen steigen auf nur 8 verschiedenen Strecken. 8?! Das klingt nach einem äußerst geringen Umfang? Jein...nur halb wahr, denn diese Strecken beinhalten ihrerseits wiederum verschiedene Wege zum Ziel. Je nachdem welches der vielfältigen Fahrzeuge man steuert, ist man als schwerer Renntruck besser auf der Schlammpiste unterwegs, während Bikes und Quads diese Schlammbremsen um jeden Preis vermeiden sollten und erstmal nach Sprungpassagen und erhöhten Wegen Ausschau halten sollten oder als Fahrer eines Rallye-Wagens den Bonus der Höchstgeschwindigkeit auf möglichst geraden Strecken ausnutzen sollte. Das bedeutet auch: Umwege sind manchmal keine Umwege, sondern Strategie zum Sieg und eine genaueste Streckenkenntnis ist unabdingbar für spätere Erfolge.

Meist gibt Euch das Spiel die Wagenklasse vor, manchmal kann man selbst auswählen, welches Fahrzeug am Besten zur Strecke passt. Zur Auswahl steht eine breite Palette an fiktiven Offroad-Racern wie Motorrädern, Quads, Rallye-Fahrzeugen, Geländewagen, Renntrucks und Laster. Mit fortlaufendem Spiel können weitere Fahrzeuge und Lackierungen in den Klassen freigespielt werden, damit man nicht immer mit der gleichen Mühle unterwegs ist.

Streckenarchitektur: 7/10
Fahrzeugumfang: 7/10

Das Rennerlebnis - Offroad pur!
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Sehr zu überzeugen weiß Motorstorm dann, wenn endlich der Startschuss gefallen ist und man sich beim ersten Befahren erstmal ratlos fragt, wohin zum Teufel man eigentlich fahren muss. Bis die Strecken vergegenwärtigt sind, hängt man erstmal hilflos hinterher und auch der Gummiband-Effekt wirkt nicht ewig. Nicht schlimm, da hier wirklich das Gefühl von Offroad aufkommt, der Boost einem durch Bluring das pure Geschwindigkeitsgefühl vermittelt, die Crashs an Dramatik und Spektatkel fast an die Burnout-Serie erinnern und die Lernkurve dazu noch anfangs steil steigt. Darüber hinaus kann Motorstorm damit punkten, dass sich die Strecke dem Rennen anpasst. Das spürt man natürlich, wenn Hindernisse in der zweiten Runde nicht mehr dort liegen, wo man sie in der Runde zuvor noch passiert hat. Zusätzlich verändert sich der Boden, gerade im tiefsten Schlamm, wenn die Laster und Pickups tiefe Furchen hinterlassen haben. Ein toller Kniff, denn so fährt sich eine zweite und dritte Runde immer anders. Anders als bei ähnlichen Spielen bleibt man bei Motorstorm bis zum Ziel in allerhöchster Anspannung, denn der kleinste Fehler und der kleinste Anflug von Routine kann aufgrund des Gummiband-Effektes fatal sein. Dieser bewirkt, dass einem perfekte 4,5 Minuten nicht die Bohne nutzen, da man mit nur einem Crash sofort von der Spitze bis ganz nach hinten durchgereicht wird. In dieser übertriebenen Form leider ein Manko des Spiels.

Im Umkehrschluss bedeutet das auch, das die ersten beiden Runden leider entwertet werden, da man seine Aufholjagd problemlos in der letzten Runde starten kann. Das Siegrezept bei Motorstorm ist simpel, aber vor allem ab Ticket 15 gar nicht so einfach umzusetzen: Es genügt, die letzte Runde, auf einer dem Fahrzeug angepassten Strecke ohne Crash zu absolvieren. Kommen wir zur KI der Fahrer. Erstaunlich gut und nur mit ganz vereinzelten Aussetzern. Meist drängeln sie sich rücksichtslos an den Spieler und stoßen ihn bevorzugt im Sprung gegen Felsen oder andere Hindernisse. Da ist der Spielerfrust gerade gen Ende des Spiels ab Ticket 15 vorprogrammiert, da man, wenn man soweit gekommen ist, nicht mehr an eigenen Fehlern scheitert, sondern an den teils unfairen Attacken der KI. Natürlich macht das teils wütend, aber dennoch bringt dies auch eine gehörige Portion Abwechslung in den Titel, die der geringen Strecken-Abwechslung entgegenwirkt. Nimmt man die eingängige, für jeden Fahrzeug-Typ unterschiedliche Steuerung noch hinzu, stimmt bis auf wenige Ausnahmen das Rennpaket.

Offroad-Feeling: 9/10

Die Präsentation - Grafik, Sound & Weiteres
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Grafisch war Motorstorm bei Release seinen Launchkollegen schon sehr voraus. Der Titel kann heute noch gefallen und man nimmt ihm ab, dass seine 720p-Grafik die Ressourcen der PS3 schon gut zu nutzen wusste. Die Animationen sind ein echter Hingucker und manchmal staunt man schon, wenn Staub aufwirbelt, die Fahrzeuge mit hochauflösenden Texturen imposante Sprünge und spektakuläre Crashs zeigen. Leider gibt es keine Zwischen- oder Videosequenzen, die das Setting lebhafter hätten gestalten können und leider ist das ganze Setting im Monument Valley mit der Zeit etwas eintönig sandig, aber daraus wurde gelernt und der Nachfolger Motorstorm: Pacific Rift zeigt mit an die vier Elemente angelehnten Streckenkonturen da viel mehr Abwechslung.

Die beste Präsentation zeigt das Spiel in Sachen Sound und Musik. Ich habe in den letzten Jahren selten einen so eingängig und auf das Spiel so perfekt abgestimmten Soundtrack erlebt, wie bei Motorstorm. Die harten Riffs von Nirvana, Queens of the Stone Age oder Slipknot passen perfekt zum Geschwindigkeitsgefühl und zu dn Rennen. Und auch die Motorengeräusche dröhnen mit einer Inbrunst, dass es eine Freude ist, den Lautsprecher aufzudrehen. Viel besser geht es bei einem Racing-Spiel kaum noch.

So gut Grafik und Sound gelungen sind, desto mehr Abstriche muss der Spieler in Sachen Ladezeiten und Spielumfang machen. Die Ladezeiten vor jedem der Rennen gehen zwar mit etwa 15 Sekunden völlig in Ordnung und die nimmt der Spieler auch gerne in Kauf aber was gar nicht geht, sind die Ladezeiten vor der Auswahl der Boliden. Dabei ist die Präsentation in dieser Hinsicht sehr nüchtern und unspektakulär ausgefallen, so dass man sich beizeiten schon wundert, woher die 5 Sekunden Ladezeit pro Fahrzeug und pro Lackierung herkommen sollen. Entnervt wird man später vor allem deswegen meist das Basismodell nehmen, da sich die Boliden auch nur optisch unterscheiden.

Die Spielzeit ist mit etwa 10 Stunden Spielzeit auch nicht gerade opulent ausgefallen. So lange braucht man, um den Karriere-Modus bis zum 21. und letzten Ticket zu absolvieren. Aber Achtung: Um die letzten Tickets überhaupt spielen zu können, müssen in den Rennen der vorherigen Tickets zwingend alle Rennen als Sieger absolviert werden. Wer sich also auch mal mit einem 2. oder 3. Platz zufriedengibt, sieht dann am Ende in die Röhre. Eher suboptimal gelöst. Zudem flimmern nach dem letzten Sieg im letzten Rennen nur die Credits über den Bildschirm. Da muss man ehrlich sein und bekennen, dass Aufwand und Ertrag hier in nur schlechter Relation (es gibt auch keinen Trophy-Patch für das Spiel) stehen. Kein Abspann, keine Sequenzen, nur eine wenn auch eindrucksvolle Panoramafahrt über das Monument Valley. Die Extras sind allesamt auch nur Alibi, es gibt leider keinen Split-Screen, aber dafür wartet der Online-Modus mit stabilen Servern und nur wenigen Lags auf.

Grafik: 8/10
Sound: 10/10
Ladezeiten: 4/10
Spielzeit: 5/10

Fazit
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Motorstorm war lange der Referenz-Titel in Sachen Rennspiel für die PS3 und ist selbst heute noch sehr kurzweilig, wenn auch mit einigen kleinen Macken, die dem Spiel letztlich den fünften Stern kosten. Dennoch ist das Spiel zum aktuellen Preis allemal ein Anspielen wert und macht nebenbei noch Lust auf den Nachfolger Pacific Rift. Empfehlenswert!


Bioshock (Uncut)
Bioshock (Uncut)
Wird angeboten von IT-STATION
Preis: EUR 26,95

23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Riotguns Bioshock-Rezension: FPS next Level, 18. November 2008
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Bioshock (Uncut) (Videospiel)
FPS, im allgemeinen auch einfach Shooter genannt, haben seit Jahren das immer gleiche Erfolgsrezept. Der Spieler drängt sich durch extrem lineare Levelschläuche, folgt einer bestenfalls aufgesetzten Story und bewundert die Grafikpracht ringsum. Natürlich hat es immer wieder Ausnahmen gegeben, die mit innovativem Gameplay (Max Payne) oder einer durchdachten Story (The Fall of Max Payne oder teils auch F.E.A.R.) punkten konnten, doch dies waren eher Ausnahmen. Und dann kam Bioshock. Endlich kommen nun auch PS3-Besitzer in den Genuss des wohl besten FPS der letzten Jahre. Warum erfahren Sie in folgendem Test.

Die Story - Eine schwarze Utopie
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Auf dem Grundgerüst, auf dem 'Bioshock' fußt, hätte man ohne Probleme ein vielschichteriges Genre wie z.b. ein RPG aufbauen können. Der Spieler überlebt als einziger 1960 in der Mitte des Atlantiks einen Flugzeugabsturz und kann sich auf einen nahegelegenen Leuchtturm retten, der nichts anderes als der Einstieg in die fantastisch-utopische Unterwasserwelt Rapture ist. Eine Utopie, für Künstler und Wissenschaftler fern jeder Zensur geschaffen von dem paranoiden Visionär Andrew Ryan. Doch in dem Moment, als der Spieler Rapture betritt, ist der Stern schon längst im Sinken begriffen. Eine verheerende Mischung aus unmoralischer, wissenschaftlicher Gen-Forschung, die Paranoia Ryans, sowie Intrigen und Verrat um die wirtschaftliche Ausbeutung sensationeller Gen-Konzepte, haben die Stadt in ihren Grundfesten erschüttert. Die Bewohner sind von einem Wahnsinn ergriffen worden und der Spieler findet sich in einem Alptraum gefangen, den er erst nicht so recht zu durchschauen weiß.

Als Mentor fungiert ein gewisser Atlas, der der letzte normale Mensch in Rapture zu sein scheint und den Spieler per Funk durch die verfallenden Ruinen leitet. Nur komisch, dass er immer und immer wieder die Formel "Wärst Du so freundlich..." benutzt. Die Geschichte einer eingetretenen Katastrophe wird in Bioshock durch das Auffinden der insgesamt 122 in den Levels verstreuten Audio-Tagebücher erzählt. Ein toller Kniff, denn quasi sofort wird der Spieler durch die Story, die sich nur bruchstückhaft nach und nach erschließt in den Bann gezogen. Aus der Sichtweise einiger ausgewählter Personen wird mit fortlaufender Handlung ein Puzzle zusammengesetzt, dass eine so extreme Dichte aufweist, die vor allem im Action-Bereich der letzten Jahre seinesgleichen sucht und fast schon eine Orwell'sche Dramatik erreicht. Nicht umsonst soll Bioshock verfilmt werden.

Die Story: 10/10

Das Gameplay - von Plasmiden, Tonika & dem ADAM
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In letzter Zeit weisen immer mehr Spiele RPG-Elemente auf und Bioshock vollendet dieses Hybrid-Konzept für Shooter mithilfe aufgefundener Plasmide und Tonika. Bei den Plasmiden handelt es sich um neuartige Gen-Manipulationen, die dem Spieler erlauben, seine Gegner anzuzünden, einzufrieren, hinwegzuschleudern oder die Aufmerksamkeit der Sicherheitssysteme auf die degenerierten Bewohner Raptures (die Splicer) zu lenken. Das bietet dem Spieler intelligente Kombinations-möglichkeiten. Zündet man z.B. einen Splicer an, wird dieser sich Hals über Kopf in das nächstgelegene Wasser stürzen. Wer jetzt dem angeschlagenen im Wasser liegenden Gegner einen Elektroschock verpasst, hat das System begriffen und ist auch für die höheren Schwierigkeitsgrade gewappnet. Überhaupt sind auch die herkömmlichen Waffen wie Schrotflinte oder Revolver aufrüstbar und mit jeweils drei verschiedenen Munitionstypen ausgestattet, die alle gegen einen bestimmten Gegnertyp effektiv sind. Den Entwicklern ist mit der Multifunktionsarmbrust darüber hinaus ein echter Coup gelungen.

Die Tonika hingegen verschaffen dem Spieler dauerhafte Effekte wie erleichtertes Hacken, eine höhere Effektivität von Waffen, Medipacks oder eine erhöhte Resistenz gegen Feuer oder Kälte. Allerdings ist wie bei den Plasmiden die gleichzeitige Nutzung begrenzt. Welche der insgesamt 58 Tonika man also nutzt, hängt von Gegnern, Spiellevels und der Anzahl an freien Slots ab und hier kommen wir zum zentralen Punkt von Bioshock, dem ADAM.

Das ADAM ist eine chemische Substanz, mit deren Hilfe das EVE gewonnen wird, sozusagen der "Mana-Pool" des Spielers. Jedesmal, wenn dieser ein Plasmid nutzt, wird eine kleine Menge an EVE verbraucht, so dass das Auffinden von EVE und Extra-ADAM für den Kauf neuer Plasmide zu einem zentralen Punkt des Spiels wird. Und hier hat Bioshock einen extrem verstörenden Aspekt ins Spiel gebracht. Die Little Sisters, degenerierte Züchtungen kleiner Mädchen sammeln das ADAM aus dem Blut von Leichen. Da die Bevölkerung von Rapture ADAM-abhängig geworden ist, entwarfen die Wissenschaftler eine Eskorte für die hilflosen Kreaturen, die Big Daddys. Imposante und waffenstarrende Gestalten, die auf eine bizarre Symbiose mit den Mädchen geeicht wurden und die erst beseitigt werden müssen. Dann allein die Little Sisters können dem Spieler das so wertvolle ADAM verschaffen und hier entscheidet der Spieler, ob er den guten oder bösen Weg wählt. Beutet er die Mädchen aus, erhält er mehr ADAM, aber diese sterben bei der Prozedur. Diese Wahl beeinflusst auch das Ende des Spiels und den Abspann!

Das Gameplay: 9,5/10

Grafik, Leveldesign, Sound & Sonstiges
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Da Bioshock für die PS3 lediglich eine Portierung der früher erschienen PC und 360er-Fassungen ist, hat sich im Vergleich zu diesen Versionen technisch nicht sonderlich viel getan. Noch immer sieht Rapture fantastisch aus und die Wassereffekte sind vielleicht d e r zentrale grafische Aspekt des Spiels, den das Spiel anderen später erschienenen Titeln immer noch voraus hat. Wer sich nicht als absoluten Grafik-Fetischisten einschätzt, der kann hervorragend mit der Grafik leben, die auch weniger als vergleichbare Titel mit den Kinderkrankheiten der PS3, nämlich dem Tearing und vereinzeltem Kantenflimmern zu kämpfen hat. Von der Atmosphäre her würde ich Bioshock als "creepy" bezeichnen. Dieser englische Ausdruck bezeichnet am besten die unwohlige, doch faszinierende Grundhaltung, die den Spieler überkommt und das schon sehr früh im Spiel. Als Splatter würde ich Bioshock nicht bezeichnen, auch wenn der irre Schönheitschirurg Steinman viel Blut im Medical Pavillon verteilt hat. Vielmehr ist das Spiel eine Mischung aus unterschwelligem Horror, der gekonnt verschiedene Aspekte diverser dunkler Utopien und bekannter Horror-Archetypen vereint. Kaum zu toppen.

Das Leveldesign...tja....irgendwo ist Bioshock immer noch größtenteils linear. Aber diese leicht ernüchternde Tatsache wird teilweise dadurch kaschiert, dass der Spieler auch in größere Areale gesetzt wird und eben nicht Röhren durchläuft, so dass die Wegfindung und Aufgaben zwar immer noch, wenn auch nicht in extremer Art (wie z.B. bei Clive Barker's Jericho) vorgekaut werden. Von der Abwechslung der Levels hat man beinahe das Maximum erreicht. Dem Spieler werden an einigen Stellen wie dem Krankenhausdistrikt, dem Kraftwerskern und insbesondere im Vergnügungszentrum Fort Frolic die Augen übergehen, wie klasse die Schauplätze inszeniert worden sind, so dass man als Spieler wirklich das Gefühl hat, durch die Ruinen eines geplatzten Traumes zu wandeln. Dazu trägt natürlich auch die anachronistische Art-Deco-Einrichtung, Werbeplakate im Stile der 30er Jahre und die fantastisch pointierte Vertonung bei. Diese beinhaltet das breite Spektrum der 20er - 40er Jahre wer Bobby Darins "Beyond the Sea" im Hintergrund lauscht, während er sich durch die Korridore schleicht, taucht letztendlich wirklich in Rapture ein. Kritisieren könnte man, dass die Lautstärke der Funknachrichten und Audio-Tagebücher stark variiert, so dass man diese nochmals im Spiel-Menü nachhören muss. Leider hat man auch darauf verzichtet, Dialoge einzubauen und auch die Spielerfigur "empfängt" lediglich Kommentare und Anweisungen, gibt jedoch nie auch nur einen eigenen Kommentar. Schade, einer der wenigen Punkte, die man hätte besser lösen können. Dazu gehört auch, dass man unverständlicherweise die dazu noch langen Intro-Videos der Entwicklerlogos auf der PS3 nicht überspringen kann. Vielleicht der einzige Punkt, der an dem Spiel wirklich stört.

Grafik: 8/10
Sound 8/10
Atmosphäre: 10/10

Fazit
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Wow, selbst Spielertypen, die FPS als eintönig und ausgelutscht betrachten, können dem innovativen Charme und der extrem dichten Creepy-Atmosphäre eines Bioshock nicht widerstehen. Ich persönlich halte den Titel für einen der ganz, ganz wenigen Meilensteine im Shooter-Genre und kann jedem PS3-Besitzer nur zu einem Kauf raten. Denn es kann sehr gut sein, dass der erste rund 12-15 Stunden lange Durchgang, auch aufgrund des neuen Trophy-Systems nicht der letzte sein wird.

Spielspaß: 9,6/10
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 17, 2008 12:39 PM CET


Stuntman: Ignition
Stuntman: Ignition
Wird angeboten von trueplaya2k
Preis: EUR 22,89

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Riotguns Stuntman-Rezension: Achtung, hohes Suchtpotenzial!, 11. November 2008
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Stuntman: Ignition (Videospiel)
Wer erinnert sich noch an das erste 'Stuntman', welches seinerzeit auf der PS2 zu einem Überraschungshit wurde? Für die Next-Gen-Version hat man mit einem neuen Entwicklerteam eine inoffizielle Fortsetzung auf den Markt gebracht: 'Stuntman: Ignition'. Ob der Nachfolger nur eine spröde Abkupferung ist oder auch eigene Akzente setzen kann, erfährt Ihr im folgenden Test.

Das Spielkonzept...
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...dürfte niemanden überraschen, denn es beinhaltet exakt dasselbe, das schon den Vorgänger ausgezeichnet hat. Als Stuntman dreht man insgesamt 6 Filme à 6 Szenen, wobei sich das Spiel große Mühe gemacht hat, bekannte Franchisen aufs Korn zu nehmen. Wer sich also beim Film "Night Avenger" nicht an die Batman-Reihe erinnert fühlt oder die Bond-Persiflage "You never will kill me again" nicht erkennt und darüber lachen kann, hat entweder eine große Wissenslücke in Sachen Film oder nicht allzuviel Humor.

Da die Filme alle recht abwechslungsreich gestalten worden sind (u.a. auch an die Filme 'Bullitt', 'Ein Duke für alle Fälle' und 'Dantes Peak' angelehnt), hält sich die Eintönigkeit in Grenzen, auch wenn man spätestens beim dritten Film fast alle Stunt- und Regieanweisungen schon mal gefahren ist. Wem das nicht genug ist, der kann im Freistil-Modus, in Werbespots und Stuntshows noch weitere 12 Stuntszenen durchspielen, die auch alle etwas knackiger sind, da hier schon bei der ersten nicht oder falsch ausgefahrenen Anweisung unweigerlich neu gedreht werden muss.

Das Spielkonzept setzt also auf Bewährtes, ohne viel Innovation, was aber dennoch prima klappt, da der Suchtfaktor auch hier wieder zuschlägt.

Spielkonzept: 8/10

Grafik, Sound & Steuerung
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'Stuntman: Ignition' ist einer der frühen Titel für die PS3 und so ist es verständlich, dass das Spiel nicht allzuviel Ressourcen aus der Konsole herausholt. Die meiste Arbeit ist ganz klar in die Streckenabschnitte und Karossen geflossen, die der Spieler (be)fährt. Darüber hinaus sind leider am Streckenrand oftmals einfachste Texturen zu erkennen und auch die Gebäude, die nicht spektakulären Explosionen und Einstürzen unterworfen sind, sehen verdächtig nach PS2 aus. Aber überall dort, wo sich die Action abspielt, schafft der Titel es dennoch eine gehörige Portion Rasanz ins heimische Wohnzimmer zu transportieren, auch dank der Film-Trailer, die jedoch leider keine Originalaufnahmen des Spielers beinhalten, sondern vorprogrammiert sind.

Dazu trägt auch die Soundkulisse bei. Zu jeder Szene eines jeden Films hat man einen eigenen Score komponiert, der im Hintergrund abläuft und das Geschehen auf dem Bildschirm dramatisch unterlegt. Und dass ein Stuntman-Titel seine Hausaufgaben in Sachen Detonations-, Fahr- und Crashgeräuschen macht, gehört fast schon zum Selbstverständnis eines auf Stunts aufgebauten Spiels.

Die Steuerung ist ebenfalls nicht revolutionär, sondern effektiv und nach kurzer Eingewöhnungszeit sehr angenehm und intuitiv. Natürlich steuern sich Motorräder anders als Sportwagen, Pickups, Monster Trucks oder schwere Sattelschlepper. Hier muss erst für jeden Fahrzeugtyp das richtige Fahrverhalten ausgekundschaftet werden, bevor man sich in ernster Absicht an die Filmszenen wagt oder in einer Haarnadelkurve die Handbremse betätigt. An einer mangelhaften Steuerung wird man jedenfalls nicht scheitern.

Grafik 6,5/10
Sound 8/10
Steuerung 8,5/10

Schwierigkeitsgrad & Spielzeit
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Wenn THQ eins gelernt hat, dann dass das originale Stuntman selbst für geübte Spieler einfach zu schwer war. Daher hat man SI entschärft, so dass man sich bei jeder Filmszene 4 verkorkste Anweisungen leisten kann, ehe neu gedreht werden muss. Das bedeutet natürlich auch, dass man spätere Szenen wohl niemals im ersten oder zweiten Versuch schafft, dafür aber mit etwas Streckenkenntnis nicht mehr scheitern sollte. Hier stellt sich die Frage, ob hier nicht zuviel entschärft wurde, denn Spieler, die nur den Stunt zu Ende bringen wollen und sich nicht um die Sterne-Bewertungen kümmern, sind ratzfatz durch das Spiel durch.

Will man hingegen bei jedem Stunt 5 Sterne erreichen, so entfaltet das Spiel immer noch einen enormen Suchtfaktor. Hierzu ist es erforderlich die Stunt-Kette nicht abreißen zu lassen. Als Stunts zählen z.B. Lückenfahren, Sprünge, Regieanweisungen, knappes Fahren an Wänden, Autos etc. Jedesmal, wenn also ein Stunt ausgeführt wurde, zählt das Spiel einen 2-sekündigen Counter runter. Sollte bis dahin kein weiterer Stunt gemacht worden sein, ist die Kette gerissen und die 5 Sterne dahin.
Es ist also eine genaueste Streckenkenntnis erforderlich, denn oftmals muss man in einem ganz bestimmten Winkel an eine Kurve heranfahren, vor dem Sprung eng an einem Fass oder ähnlichem entlangfahren und so erarbeitet man sich in endlosen Versuchen langsam die perfekte Route. Da ist auch schon mal Frust vorprogrammiert, wenn ich an Szenen denke, die bis zu 3 Minuten dauern.

Leider bleibt festzuhalten, dass Geübte die 6 Filme schon in etwa 5 Stunden mit 5 Sternen abschließen. Das ist knapp und auch der wohlgemeinte, aber umständlich zu bearbeitende Konstrukteurs-Modus und der völlig verwaiste Online-Modus tragen nicht zu einer Wiederspielbarkeit bei.

Spielzeit SP: 4,5/10
Suchtfaktor bei 5 Sterne-Fahrten: 9,5/10
Online-Modus: nicht bewertbar, da es so gut wie keine Spieler mehr gibt.

Fazit
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Sicherlich nicht zum Vollpreis von 65 Euro, aber gebraucht um die 20 Euro ist das Spiel eine volle Empfehlung. Den Entwicklern gelingt der Spagat zwischen entschärftem Schwierigkeitsgrad und zu kurzer Spielzeit nicht ganz und so ist SI ein sehr kurzes, aber intensives Vergnügen mit hohem Suchtfaktor. Wer ein Faible für den Vorgänger hatte, greift hier zu und daher noch knapp: 5 Sterne.

Spielspaß: 8/10


Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer
Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer
Wird angeboten von dvdseller24
Preis: EUR 38,97

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Riotguns F4-Rezension: Billige Filmumsetzung, 28. Oktober 2008
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Auf der Suche nach einem günstigen PS3-Titel fiel mir 'F4 - Rise of the Silver Surfer' in die Hände, primär deswegen, weil ich als Kind ein großer Fan dieser Comic-Reihe gewesen war. Ob ich nun mit 26 reifer geworden bin, das Spiel selbst einfach nur unterirdisch ist oder beides, sei dahingestellt. Jedenfalls war das Spiel eine Enttäuschung.

Die Story
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Die Geschichte hangelt sich in groben Zügen am Film entlang, ist jedoch bis zu einem gewissen Grade eigenständig. Der Silver Surfer verursacht auf der Erde Anomalien, die die Menschheit bedrohen. Als die F4 diese Phänomene untersuchen, stellen sie fest, dass der Silver Surfer nur das kleinere Übel ist. Er soll die Erde für Galactus, den Weltenverschlinger vorbereiten...Galactus wird im Spiel zwar laufend erwähnt, kommt aber nie vor. Dafür sind mit Dr. Doom und Red Ghost bekannte Gegenparts von der Partie. Für Fans der Reihe wird also zumindest ein Mindestmaß an Wiedererkennung geboten. Die Story ist noch fast das Beste an dem Spiel. Das will was heißen, denn die stümperhaft inszenierten und gesprochenen Zwischensequenzen lassen nie auch nur das Flair der Comics oder zumindest die soliden Filmumsetzungen um Jessica Alba aufleben, sind sogar meist unfreiwillig komisch und streckenweise peinlich.

Story 4,5/10

Gameplay & Leveldesign
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Der Spieler steuert einen der vier Recken durch die Levels. Den Horden stupider Gegner, die sich kopflos auf die F4 stürzen, wird mit 2 (!) verschiedenen Schlagkombos eingeheizt, sowie 4 unterschiedlichen Superkräften. Wer jetzt meint, das verspräche doch zumindest Kurzweil, wird auch hier bald enttäuscht. Das Balancing der Figuren ist so unausgewogen, das man eigentlich die ganze Zeit nur The Thing spielt (einiger geskripteter Soloeinlagen zum Trotz), da nur eine seiner vier Kräfte sich als effektiv erweist. Die Unsichtbare und Mr. Fantastic sind ganz und gar nutzlos und die Flamme ist in ganz wenigen Situationen als Distanzkämpfer zu gebrauchen. So macht auch das implementierte Skill-System keinen Sinn! Der beste Punkt am Gameplay sind zunächst die Team-Attacken, eine kombinierte Superkraft zweier F4, die ordentlich Schaden anrichtet und zudem sogar nach einem Hauch Next-Gen aussieht.

Der Spieler kämpft sich durch ganze 6 extremst lineare Level, die zudem alle vom Reißbrett sind. Immer wieder rennt man durch die gleichen Korridore, öffnet gleichaussehenden Türen, benutzt immer die selben Mechanismen und löst einfachste Rätsel, die dem Spieler abfordern, an Schaltern und PCs eine Taste zu drücken, um den Weg anderswo freizumachen. In den Levels ist spielerisch und grafisch so wenig Abwechslung, da helfen auch die versteckten F4-Münzen nicht, die lahme Extras wie bereits abgelaufene Filmsequenzen oder Entwürfe freispielen.

Gameplay: 5/10
Leveldesign 3,5/10

Grafik, Sound & Spielzeit
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Ich habe die PS2-Version nicht gesehen, aber es würde mich wundern, wenn sich diese von der PS3-Version unterscheiden würde. Dem Spieler wird eine unterirdische Grafik präsentiert. Die Level sind die Gipfel der Langeweile, extrem steril und immer wieder mit den selben Texturen programmiert worden. Null Abwechslung und auch die Videos sind erstens sehr kurz (hier leidet die Story) und zweitens hässlich, grob und voller Kanten. Einer Jessica Alba würden die Augen übergehen, wenn sie wüsste, wie man sie hier entstellt hat. Niemals, NIEMALS ein Titel für die PS3.

Soundtechnisch ist das Spiel sogar in Ordnung, nur ist die Mängelliste bereits so groß, dass die ordentlichen Soundeffekte, vereinzelten sogar witzigen Sprüche der F4 leider kaum noch ins Gewicht fallen. Die Musikuntermalung ist erfreulich dezent.

Dem Fass den Boden aus, schlägt jedoch die Spielzeit. Ich habe 5 Stunden und 30 Minuten für das Spiel gebraucht, bin sogar an einigen hakelig programmierten Stellen und dem schwersten Fight im ganzen Spiel (gegen Boss Terrax im vierten der sechs Level) etwas hängengeblieben. Dennoch ist das eine Frechheit, denn hier fehlt ein MP-Modus, um die undiskutable Spielzeit auszugleichen. Zwar wurde ein Offline Koop-Modus in das Spiel eingebaut, der auch halbwegs spaßig ist. Aber mal ehrlich: Meine Freunde fühlen sich doch verschaukelt, wenn sie sich auf einen PS3-Abend gefreut haben und dann so eine Mogelpackung serviert bekommen.

Grafik: 3/10
Sound 6,5/10
Spielzeit: 2/10

Fazit
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Irgendwann ist man froh, dass es vorbei ist. Jedenfalls waren die Entwickler clever genug, das Spiel so dermaßen kurz zu gestalten, dass man selbst angesichts der langen Mängelliste das Spiel durchspielt. Das Spiel ist wirklich niemandem ernsthaft zu empfehlen, es sei denn, Sie sind DER F4-Nerd schlechthin.

Spielspaß 4,5/10


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