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Graf Goertz. Der große Unbekannte: Eine Entdeckungsreise in die Goethe-Zeit
Graf Goertz. Der große Unbekannte: Eine Entdeckungsreise in die Goethe-Zeit
von Norbert Leithold
  Gebundene Ausgabe

3.0 von 5 Sternen Leitholds Graf Görtz – vertane Chancen, 18. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
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Leithold mag es gelungen sein, auf Basis des bis dato eher unbeachteten großartigen Fundus der hauptsächlich in Französisch abgefassten privaten Briefe des Grafen Görtz, einem der Prinzenerzieher am Hofe der Herzogin Anna Amalia in Weimar, als auch der geheimen Korrespondenz im Rahmen seines späteren Dienstes für Friedrich II. ein so unterhaltsames wie interessantes Buch zu schreiben. Man blickt sozusagen aus intimer Sicht auf die Weltgeschichte im Kleinen wie Großen. Nebenbei erfährt der Leser auch etwas über Leitholds Zufallsfunde und Recherchen, die zu diesem Buch geführt haben. Von daher durchaus ein lesenswertes Werk.

Die Aber:
Die Biografie des Grafen an sich bleibt eher blass und irgendwie unvollständig. Das auf gut 60 Seiten ausgewalzte Kapitel über das „Dreiecksverhältnis“ Goethe, Anna Amalia und Charlotte von Stein ist fehl am Platz, egal wie man dazu stehen sollte; es hat mit Görtz nichts zu tun. Zudem fehlt eine wirklich wissenschaftliche Aufbereitung der Fakten - Beispiel:
Ausgerechnet im Kapitel „Goethes Schock“, das eine wesentlich Änderung der bisherigen Sicht auf Goethes einzige Berlinreise im Mai 1778 und deren Hintergründe und Beziehungen belegen soll, und wo es um geheime Verhandlungen des Weimarer Herzogs Carl August mit dem Prinzen Heinrich von Preußen geht, bleibt Lethold die Belegung seiner Aussagen im Grunde schuldig, mehr noch, seine Angaben stehen im Gegensatz zu Goethes Tagebuch und teilweise zu Goethes Schreiben an die Stein. Man findet diese Belege (u. a. Konzepte des Grafen zur Vorbereitung der Verhandlung und weitere Briefe an Görtzens Ehefrau) auch nicht in dem später veröffentlichten Buch „Liebesbriefe und Geheimdepeschen“, das eine Auswahl der Görtz-Briefe mit nur knappen Erläuterungen enthält.

Unterm Streich bleibt somit ein seltsamer Beigeschmack.


Kneer 8001209 Flausch-Biber Spannbetttuch Qualität 80, 120 x 200 cm - 130 x 200 cm, platin
Kneer 8001209 Flausch-Biber Spannbetttuch Qualität 80, 120 x 200 cm - 130 x 200 cm, platin
Preis: EUR 29,33

4.0 von 5 Sternen Lange gesucht ..., 16. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
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Der Flausch-Biber ist wunderbar kuschlig, man liegt wie auf Watte gebettet. Das helle Platingrau (Produktfoto entspricht der Realität) passt obendrein bestens zu unserer farbigen Biberbettwäsche. Nun ist alles rundum schön mollig - der Winter kann kommen! Die Passform für 120 x 200 Liegefläche ist selbst bei dicken Qualitätsmatratzen etwas großzügig bemessen, was wohl durch das von-bis-Maß bedingt ist. Die Verarbeitung macht einen soliden Eindruck. Der Hersteller gibt lt. Verpackung 5 Jahre Garantie.

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Ergänzung 12/2014 - Bewertung nach längerem Gebrauch - ein Stern Abzug
Nach längerem Gebrauch bzw. Wäsche (60 Grad Feinwäsche & Trockner) hat sich die Struktur des feinen Flausches und damit das anfangs supersofte Feeling verändert, es hat sich irgendwie verdichtet und sieht nun gänzlich anders aus. Das tut allerdings der guten Wärmewirkung keinerlei Abbruch. An der Verarbeitung an sich gibt es nach wie vor nichts zu beanstanden.

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Allgemeine Anmerkung:
Es ist ein Unding und immer wieder Ärgernis, dass Bettwäscheproduzenten unabgestimmt zu Bettenherstellern agieren und damit bestimmte Matrazengrößen einfach "ausblenden", zudem es nicht fertig bringen, komplett abgestimmte Wäsche (Bett- und Kissenbezüge aller Art sowie Laken) anzubieten. Was nützen dem Kunden durchgestylte Produktbilder, wenn man das Passsende nicht kaufen kann. Rationelle Stupidität - oder wie soll man dies bezeichnen? Bereits der Kauf "normaler" Laken für Matratzengröße 120 x 200 ist ein Problem, ganz zu schweigen davon, wenn man passende Farben zum Design sucht.
Eine solche Winter-Qualität für die o. g. Größe wie hier von Kneer via Amazon angeboten, scheint wirklich die Ausnahme zu sein; Flauschbiber wie auch Flauschfrottee (wird derzeit in vielen Farben via Marketplace angeboten) findet man (derzeit?) nicht einmal auf der Home bzw. im Shop des Herstellers.
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Goethe in Berlin: 1778
Goethe in Berlin: 1778
Preis: EUR 3,99

1.0 von 5 Sternen Mager, 21. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Goethe in Berlin: 1778 (Kindle Edition)
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So mager wie Goethes Hinterlassenschaften über diese einmalige Stippvisite sind, so mager ist dieses e-Heftchen. Es gibt nichts, was nicht anderswo längst und besser veröffentlicht worden wäre oder sich mit ein paar Klicks im Web zusammensuchen ließe. Kurzum: Erläuterungen wie anderswo Fußnoten - zudem unvollständig, teils nicht ganz korrekt und nicht fehlerfrei trotz Lektor. 20 Seiten über alles - inklusive Lebenslauf in Stichworten, mit einem Halbdutzend Bildern und großzügiger Formatierung.
Leider keine Empfehlung.
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Kästner im Schnee
Kästner im Schnee
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kästner im Schnee - verweht, 30. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kästner im Schnee (Kindle Edition)
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Kästner ließt sich immer. Grundsätzlich. Grundsätzliches schließt Ausnahmen ein.
Dieses „Geschenkbuch“ (Buchreihe des Atrium-Verlages Zürich) war für mich ein solche Ausnahme.
Gewissermaßen.

Das Büchlein - ein „schneethematischer Sammelband“ und von der Grundidee, Kästner rundum aus dieser Sicht zu betrachten, durchaus interessant und amüsant - wurde mir leider alsbald so unleidlich wie Tauwetter für Schneemann Kasimir.

Die mehrseitige Vorbemerkung der Herausgeberin ist recht informativ und das war das eigentlich Verlockende daran. Der Rest ist mehr oder weniger Beutelschneiderei.

Die Kapitel lauten:
Schlittschuhlaufen und Schneeballschlacht
Unterwegs in den Alpen
Winterfrische in Oberstdorf
Kitzbühel, Grandhotel und Wintervergnügen
Bruckbeuren – Drei Männer im Schnee
Garmisch-Partenkirchen: Wintersport
Davos – Schneezauberei und Maskerade
Kriegsende im Schnee

Insgesamt enthalten sind ein gutes Dutzend lockerflockiger, Kästner hin und wieder etwas holprig geratener Gedichte. Zudem gibt es zahlreiche kurze Zitate aus Briefen Kästners, die er aus seinen geliebten alpinen Winterfrischen an seine nicht minder geliebten Eltern schrieb, vor allem an seine vergötterte Übermutter Ida. Zumeist handelt es sich um alltägliche Belanglosigkeiten wie man sie eben so im Urlaub auf sonnenübergossenen Schneegipfeln aus dem Faulenzer von sich gibt. Diese Winterfrischen waren dem herzgeschwächten Autor in den 1930iger und 1940iger Jahren sowohl Orte der seelischen, geistigen und körperlichen Erquickung als auch Inspiration seines Schaffens wie man es nun in diesem Büchlein in Bruchstücken gesammelt erleben kann. Dekoriert wird die Szenerie mit ein paar Fotos aus dem Kästnerschen Nachlass, die sich leider im Paperwhite nicht zoomen lassen.

Neben einigen netten Kurzgeschichten wie z. B. „In Halbschuhen auf die Jungfrau“ machen jedoch vor allem seitenlange, wenngleich in sich fragmentierte Auszüge aus bekannten Geschichten die Hauptsache des Büchleins aus und das war mir das eigentliche Ärgernis. Die Druckversion des hier besprochenen Büchleins umfasst lt. Verlagsangabe wohl gemerkt gerade mal insgesamt 208 Seiten, von denen mehr als die Hälfte aus diesen Auszügen besteht.

Dies betrifft:
Drei Männer im Schnee,
Der Zauberlehrling,
Das Fliegende Klassenzimmer,
Zwei Schüler sind verschwunden (aus: „Das Schwein beim Frisör und andere Geschichten“).

Gegen ein paar kurze, prägnante Auszüge wäre nichts einzuwenden gewesen. Aber schon allein aus Kästners winterlichem Paradebeispiel einer mit Zuckerschnee bestäubten Verwechslungskömödie in zweigeteilter Klassen- und Nobelherbergswirtschaft, dem Buch "Drei Männer im Schnee", sind ca. 45 Seiten enthalten.

Für Kenner all dieser Geschichten sind diese Auszüge absolut verzichtbare Schneewehen.

Allen anderen sei dringend geraten, die kompletten Originale ohne diese Spoiler-Umwege durch verschneite Tannen zu lesen, denn nur das bringt in diesen Fällen wirklich Spaß an Kästners feinsinnigem Humor!

Hat man 88 % des Buches an Kästners Seite durchrodelt, folgt auf den letzten 12 % ein Anhang mit kapitelweise gegliederten Erläuterungen und Quellenangaben. Darauf wird, obwohl durchaus nützlich, zuvor nicht aufmerksam gemacht, da es außer der oben erwähnten Vorbemerkung weder ein Inhaltsverzeichnis noch entsprechende Fußnoten im Text gibt. Diese Anmerkungen sind zudem für einen eReader nicht optimal formatiert und deshalb etwas unübersichtlich geraten.

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TaylorHe Skin Folie Sticker Aufkleber mit bunten Mustern für Kindle Paperwhite
TaylorHe Skin Folie Sticker Aufkleber mit bunten Mustern für Kindle Paperwhite
Wird angeboten von TaylorHe
Preis: EUR 12,90

5.0 von 5 Sternen Perfekter Sitz, 29. Juli 2014
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Hatte ein zeitloses Skin für den Paperwhite (neue Gen.) gesucht, da man auf der stumpfen schwarzen Rückseite des Gerätes sehr schnell Schmierfinger sieht - trotz Händewaschen bedingt durch natürliches Hautfett, Schwitzen und Seife ist auch nicht fettfrei.

Die Briten haben hier wirklich sehr schöne Skins im Angebot, nach meine Geschmack TaylorHe sogar die besten. Das fällt die Wahl nicht leicht.

Das gelieferte Skin entspricht der Abbildung. Hell-cremige Grundfarbe ist am Original leicht gelbstichig, wirkt deshalb etwas "antik".

Der Zuschnitt ist sauber ausgeführt und vorn wie hinten passgenau.

Die Anbringung auf dem gründlich gesäuberten PW war einfach zu bewerkstelligen. Allerdings ist die Trägerfolie für das Latex-Skin recht starr, habe sie deshalb entgegen der Hersteller-Empfehlung gleich ganz abgezogen, wodurch die Positionierung "aus der Schwebe" einfacher ging. Zwecks eventl. Korrekturen lässt sich die Folie auch vorsichtig wieder abziehen (nicht zerren!). Bläschen gleich mit von der Mitte her mit weichem Tuch herausstreichen, dann damit sorgfältig andrücken, besonders die Ecken und Ränder.

Versand erfolgte mit DHL problemlos und dauerte rd. eine Woche.

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Amazon Kindle Paperwhite Lederhülle, Honiggelb [nur geeignet für Kindle Paperwhite (5. + 6. Generation)]
Amazon Kindle Paperwhite Lederhülle, Honiggelb [nur geeignet für Kindle Paperwhite (5. + 6. Generation)]
Preis: EUR 29,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eigentlich ein Scheidungsgrund ..., 23. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
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Das Grunddesign des Etuis ist in gewisser Weise gut durchdacht, aber vom funktionellen Konzept her (absichtlich) begrenzt. Vom äußeren Design her schlicht, schnörkel- und zeitlos passt zwar immer, aber manch einer mag andere Ansprüche haben, dafür ist die (Original-)Auswahl zu begrenzt.

Die Bezeichnung „Lederhülle“ ist irritierend:
Material: Unterschale - undeklarierte Hartplaste (PU?) mit weichem Gummirand;
Äußerer Bezug - beschichtetes (Womit: nur Farbe oder Schutzfilm?) Leder (Lederlogo vorhanden: cuir bovin);
Innendeckel synthetischer Stoff;
> Pflegehinweise fehlen

Farbe: Bezeichnung Honiggelb zutreffend, real wie Abbildung

Plus:
kein Geruch,
top verarbeitet
(was die Hülle und insb. der durchs Umklappen beanspruchte Lederfalz auf Dauer aushält, steht offen),
Haptik angenehm,
PW mit 3G funktioniert darin einwandfrei, Schlafen/Wecken ebenso

„Ultraslim“ gilt zwar für Hülle + PW 3G, beide Leichtgewichte vereint bringen das Gewicht eines 350-400 seitigen Buches auf die Wage - nicht allein mir viel zu schwer für entspanntes Einhand-Lesen oder Lesen im Bett, dafür braucht man keinen PW.
Hülle für Transport okay, aber nur dafür genutzt zu teuer. Das (generell) nicht bruchsichere PW-Display wird durch den harten Deckel geschützt. Wer auf irgendwelche niedlichen und kuschligen Stoffbeutelchen zurückgreift, ist aus diesem Grund nicht gut beraten.

PW-Einklippen in die Schale geht einfach, aber recht straff; pappt dann wie geleimt – das ist zugleich der Haken an diesem Konzept: „Auf ewig Dein!“, schrie sie und krallte sich mit aller Kraft an ihn, der sie schmählich verlassen wollte. Heißt: Man bricht sich eher die Finger, als den PW mal eben fix ausklippen zu können und muss sehr aufpassen, dass einem dabei das Ganze nicht aus den Händen schnippt.

Magnetverschluss des eh nur mit mm-Spalt schließenden Deckels ist etwas labberig, u. U. hat man nicht nur einen beleuchteten Rucksack, sondern schlimmstenfalls auch ein lädiertes Display.
Alternativ für jedermann freibleibend: die verhüllende Hülle mit Hülle verhüllen – sicher ist sicher :-).

Der leicht überstehende Verschluss ist unten eckig/kantig, daher bei umgeklapptem Deckel unangenehm für eine darauf ruhende Hand.

Unklar: Kann der Magnetismus (oder der PW im Standby) Karten mit Magnetstreifen und Chips schädigen (im Handbuch ist nur von möglichen „Störungen“ i. V. mit Strahlung des PW die Rede)?

Mini-USB ist ungeschützt. Wünschenswert: Stöpsel bereits beim PW inklusive.

Wer Halteschlaufen, integrierte Fächer und Aufsteller sowie eine Unterbringungsmöglichkeit für einen Bedienstift möchte, landet zwangsläufig bei zahlreichen, auch deutlich billigeren Alternativangeboten, ebenso, wenn man Cover selbst gestalten will (oder man legt sich ein Skin für den PW zu). Man sollte allerdings bedenken, dass jedes Zusatzteil eine Hülle um einen Ticken schwerer macht.

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Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 24, 2014 7:44 PM MEST


Letzte Reise: Roman
Letzte Reise: Roman
von Anna Enquist
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Autobiografisches Drama der Anna Enquist, 11. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Letzte Reise: Roman (Taschenbuch)
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Das Buch habe ich bereits vor einigen Jahren gelesen, als ich mich ausführlich mit Cooks Weltreisen befasste. Beim Lesen kam mir der Gedanke, dass es nicht nur um Elizabeth Cooks Leben bzw. ihre Familie gehen kann. Ein Blick ins Nachwort, obwohl es nur einen Satz zu meiner Vermutung gab, und ein wenig Recherche um die Autorin war mir Bestätigung …
Hier nun erwähnt es niemand, so dass ich mich aufgerafft habe, darüber zu schreiben.

* De Thuiskomst - Heimkehr – Selbstfindung *

Zwischen Fiktion und Wahrheit bewegt sich dieser beachtliche Roman – äußerlich um das Leben Elizabeth Batts (1741 - 1835), der Ehefrau des britischen Entdeckers und Weltumseglers James Cook (1728 – 1779). Der Roman beginnt mit Elizabeths Warten auf Cooks Heimkehr von dessen zweiter Weltreise, gleichwohl gibt es Rückblicke. Die Geschichte schließt kurz vor ihrem Lebensende als sie alle Brücken zur Vergangenheit abbricht.

Der Inhalt des Romans ist zugleich von autobiografischen Zügen durchwoben, dient m. E. im Grunde als Hülle für die eigenen unverarbeiteten traumatischen Erfahrungen der niederländischen Autorin Anna Enquist. Ein "Psychogramm" als historischer Roman also. Gleichwohl macht gerade diese Verbindung das Buch interessant. Die Darstellung ist depressiv, unterkühlt, selbst Helles erscheint getrübt. Wer für solche Emotionen empfänglich ist, eventuell ähnliche Erfahrungen machen musste, sollte Vorsicht bei der Auswahl von Enquists Büchern walten lassen.

Bei entsprechendem Vorwissen um die Umstände der Autorin(Näheres dazu unten)wird man das Buch mit anderem Verständnis lesen, als es der Verlag offeriert. Man hat es leider nicht verstanden, das Buch seiner Leserschaft wirklich nahezubringen und sie über Hintergründe aufzuklären. Der Klappentext etc. ist in dieser Hinsicht genauso daneben wie die Titelübersetzung. Damit erheben sich Zweifel, ob man beim Verlag das Buch, mehr noch die Autorin verstanden hat – oder vor allem sie sich selbst. Es erscheint fast unglaubwürdig, dass sich die Autorin schon lange vor dem Schreiben mit dem Thema Cook als Romanthema befasst haben will. Das Buch ist keine Liebesgeschichte im herkömmlichen Sinn, schon gar nicht ein spannender farbenprächtiger Abenteuerroman, denn Cook war kein Abenteurer. Infolge werden u. U. nicht nur falsche Erwartungen erweckt, es kommt ebenso zu Fehlinterpretationen.

Der Text besticht durch den anspruchsvollen, bannenden Schreibstil der Enquist. Die Kleinteiligkeit der Gedankenwelt der Hauptfigur Elizabeth erscheint einem wie das Tropfen von Zeit, einem langsam rieselndes Stundenglas. Manchmal braucht es Geduld, manchmal muss man zwischen den Zeilen lesen, was einen gewissen Freiraum für Eigenes lässt.

* Zu den Hintergründen *

Die Autorin hält sich bei den Darstellungen um Cook weitgehend an die historischen Tatsachen; von daher für Kenner der Materie nichts Neues. Dass die Autorin die Person Cook ansonsten nicht näher betrachtet, ist der Ausrichtung auf die Sichtweise seiner Ehefrau Elizabeth geschuldet.

James Cook, ein aus einfachsten Verhältnissen stammender ehrgeiziger Autodidakt und in der Royal Navy bis zum Post Captain aufgestiegen (er war nie Admiral wie im Klappentext behauptet wird), konnte auf keiner seiner Weltreisen die ihm von der Royal Society übertragenen Aufgaben vollumfänglich erfüllen, obwohl er und die mitreisenden Wissenschaftler auf vielen Gebieten Großartiges leisteten und Pioniertaten vollbrachten, die zahlreiche Folgeexpeditionen und -entdeckungen auslösten und von denen die Nachwelt noch heute profitiert. Cooks späte Entscheidungen - entgegen allen widrigen Umständen - wurden durch dieses „sich Beweisen wollen/müssen“ einerseits und „Versagen“ trotz Anerkennung sowie die auch damit verbundenen Anfeindungen andererseits beeinflusst. Sein Ende entspricht der Realität. Gleichwohl sind die letzten Elizabeth erreichenden Mitteilungen Fiktion und der persönliche Beweggrund von Cooks „Schmach“ und dessen Offenlegung eine Unterstellung. Diese Lösung erscheint indessen nicht unbedingt abwegig, wenn man neben den realen Gegebenheiten Cooks Wandlungen in Verbindung mit den äußeren Handlungen im Zeitlauf der Reisen in Betracht zieht. Welche ungeheuer kräftezehrenden physischen wie psychischen Strapazen diese Männer damals unterworfen waren, ist für uns heute nur mehr schwer vorstellbar.

Über das wahre Leben Elizabeth Batts, seiner Ehefrau und der Hauptperson des Romans, weiß man so wenig wie über Cooks ganz privates Denken und Fühlen – kurz vor ihrem Tod verbrannte sie alle Papiere, die der Nachwelt darüber Aufschluss hätten geben können. So bleibt einzig Cooks offizielle, meist bearbeitete und u.U. zensierte Hinterlassenschaft Quelle für einen solchen Roman, insbesondere Cooks Logbücher der Schiffsreisen und Briefe u. a. an die Admiralität sowie auch Tagebücher bzw. Berichte zeitgenössischer Dritter in deren eigenen Sichtweisen. Gerade über diese Drittmeinungen schwebt stets die Frage: Waren die Beurteilungen seines Charakters reel? Da ist von einem „milden“ Charakter die Rede, ebenso von gelegentlichen Wutausbrüchen. Er soll ein „vorbildlicher“ Vater und Ehemann gewesen sein. Was bedeutet das alles, vor allem unter dem Blickwinkel damaliger Ansichten und Vorstellungen? Muss man dem folgen, zumal dafür keinerlei private Belege mehr existieren?

Elizabeth war seit ihrem 21. Lebensjahr mit dem dreizehn Jahre älteren Cook vierzehn Jahre lang verheiratet. Nach ihrer Hochzeit verbrachten sie vier Monate zusammen, sie blieb (wie immer) schwanger zurück, er stach wieder in See. Vier Jahre sollte es überhaupt nur ein gemeinsames Leben geben. Dabei bleibt ungeachtet der fiktiv dargestellten Liebe zueinander unsäglich viel Raum für Distanz, Unverstand und Entfremdung, was die Autorin u. a. durch - wörtlich wie im übertragenen Sinn - mangelnde Dialoge zwischen den Ehepartnern auszudrücken versteht. Die immer wieder hervortretenden Diskrepanzen im Denken und Handeln Elizabeths haben auch darin ihre Wurzeln.
Zudem resultiert die Darstellung aus dem die Frauen an sich stark einengenden, patriarchisch geprägten Frauenbild des 18. Jahrhunderts. Frauen besaßen keinerlei Rechte, häusliche Gewalt war keine Ausnahmeerscheinung. Das Leben einer Frau war schwer, so und so, das einer Seemannsfrau besonders, obwohl und weil sie selbständig viel Verantwortung tragen musste, die sie weitgehend abzugeben hatte, wenn der Mann wieder zu Hause war, wenn denn das Hoffen und Bangen um dessen Heimkehr überhaupt einen positiven Abschluss fand. Diese Frauen mussten stark sein trotz aller Zerbrechlichkeit. Elizabeth hatte als Witwe zumindest den „Vorteil“, finanziell relativ gut gestellt und dadurch unabhängig zu sein. Nach ihrem Tode sorgte sie mit einer Stiftung sogar für die Unterstützung anderer Seemannsfrauen.
Sechsundfünfzig Jahre währte Elizabeths Witwenstand. Sie sprach von „Mr. Cook“ wie von einer öffentlicher Person, in Ehrfurcht, und nicht wie von einem vertrauten Ehemann. Ob ihr, zuvor wie währenddessen, außer ihrem Cousin Rear Admiral Isaac Smith, mit dem sie sich das Haus in Clapham teilte, jemand freundschaftlich oder intim zur Seite stand ist genauso unbekannt wie Cooks Verhältnis zu Frauen (oder Männern?) während seiner Reisen. So bleibt auch ihr Verhältnis zu Cooks fünf Jahre älterem Freund und Förderer bei der Admiralität, Sir Hugh Palliser, ungewiss.

Man kann vor diesem Hintergrund sagen, dass Elizabeth so gut wie alleinerziehend war. Aus der Ehe mit Cook gingen fünf Jungen und ein Mädchen hervor, von denen Elizabeth alle an Jahren weit überlebte. Im 18. Jahrhundert war die Kindersterblichkeit sehr hoch und die durchschnittliche Lebenserwartung generell gering, wobei im Falle der Cooks auch Unglücke eine Rolle spielten.
Die besondere Fixierung der Hauptfigur auf den Tod ihrer einzigen Tochter Elly und das damit verbundene Trauma und fortdauernde Leiden ist insoweit Fiktion, als die erst vierjährige Tochter tatsächlich an Wassersucht und nicht durch einen Unfall starb.
Man weiß nicht, wie die Jahr um Jahr daheim wartende Elizabeth und ihr weltumsegelnder Ehemann, der seine eigenen Kinder weniger kannte als die Männer seiner Schiffe, mit dem jeweiligen Verlust umgingen und ihn verarbeiteten. Sie dürfte es vermutlich schwerer verkraftet haben als er, der im Grunde ständig mit dem Tod konfrontiert war, was nicht heißen muss, dass er dem abgestumpft gegenüber gestanden hat. Dass Eltern einzelne ihrer Kinder bevorzugen ist keineswegs realitätsfremd – damals nicht und heute nicht. Gründe gibt es viele, manche lassen sich nur schwer erklären. Und mitunter münden bereits einzelne Verluste in der Zerstörung der Ehe bzw. Familie.

Die Parallelen sind mehr als deutlich:
Enquist selbst hatte zwei Kinder, im Jahr 2001 verlor sie ihre 27jährige Tochter durch einen Verkehrsunfall während sie im Ausland weilte, ihrem Sohn ist das Buch gewidmet. Verlust, Schmerz, Trauer und die Fragen nach Schuld versuchte sie in ihrem Roman „Kontrapunkt“ sowie in Gedichten zu verarbeiten. Auch in anderen Büchern vermochte sie sich offenbar nicht von diesem Thema zu lösen – vgl. „Die Eisträger“.
Dass die Autorin den Leser mitunter wie ihre Protagonistin alleinzulassen scheint, mag mit der hinterlassenen Leere, ihrer eigenen Depression und den daraus für sie nicht beantwortbaren Fragen zusammenhängen. Ihr ursprünglicher Beruf als Psychoanalytikerin macht(e) ihr die Bewältigung offensichtlich keinesfalls leichter. Ebenfalls spielt ihr (eigen-therapeutisches) Verhältnis zur Musik – sie ist ausgebildete Pianistin – immer wieder eine Rolle, hierzu sei insbesondere auf die wiederholt verwendete Bachthematik verwiesen.

In einigen Kundenrezensionen wird die Darstellung Elizabeths hinsichtlich Abkehr vom Glauben auf Grund des frühzeitigen Ablebens mehrerer ihrer Kinder als unrealistisch beanstandet und die somit angeblich zu moderne Betrachtungsweise abwertend bemängelt.
Als Kind war Elizabeth nach dem Tod ihres Vaters in eine Quäkerfamilie gegeben worden. Unter den Quäkern existierten viele Strömungen, so dass man hieraus nichts Nähers schließen kann. Cook selbst war Baptist und alle späteren Vorgänge deuten auf eine entsprechende Glaubenseinstellung der Familie hin. Baptisten vertraten das Prinzip der Glaubensfreiheit. Außerdem lebte die Familie in der Hauptzeit der Aufklärung, was überdies treffender formuliert gewesen wäre als „vorviktorianische Zeit“.
Das Verhältnis der realen Elizabeth zum Glauben ist ungeachtet der erwähnten Tatsachen unbekannt. Wahrscheinlich veranlasste sie ihren jüngsten Sohn, Baptisten-Prediger zu werden, statt dem bestimmenden Willen Cooks zu entsprechend und auch ihn zur Marine zu schicken. Vor erneutem Verlust hat sie diese Entscheidung dennoch nicht bewahrt. Unbeantwortbar bleibt die Frage, ob Cook sich für die seine beiden älteren Söhne betreffenden Entscheidungen ähnlich schuldig gefühlt hätte wie seine Frau wegen des Todes der Tochter.
Abgesehen davon, dass es zu jeder Zeit aus den unterschiedlichsten Gründen Glaubenszweifler und -abkehrer gab, ist die fiktive Haltung Eliszabeths durchaus verständlich und folgt vor allem im weitesten Sinn den Zweifeln der Autorin – am Sinn ihres eigenen Berufes, vielleicht auch am Glauben, was auch immer „Glauben“ bedeuten mag.

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Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 18, 2015 6:12 PM CET


Paul Neuhaus, Klemmleuchte, 1xG9 / 33W, chrom
Paul Neuhaus, Klemmleuchte, 1xG9 / 33W, chrom
Preis: EUR 49,99

2.0 von 5 Sternen Nicht nur nicht besser ..., 11. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
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Nachdem das Design des Neuhaus-Vorgängermodels (Halogen-Klemmleuchte mit Schalter) gefiel und viele Jahre zur Zufriedenheit genutzt wurde, lag es nahe, wieder eine Leuchte dieser Firma zu erwerben. Die Qual der Wahl entfiel, weil es das Schaltermodell nicht mehr gibt.

Nicht alles Neue ist zugleich besser und schöner:
Das dimmbare Touchmodell fällt weniger schlank, unauffällig, formschön aus als das alte Schaltermodel. Das war mit einem teilflexiblen Arm ausgestattet, der zur Ausrichtung völlig ausreichte. Der nun durchweg flexible Arm wirkt eher wie ein Brauseschlauch mit modernem Duschkopf. Der Leuchtenkopf ist deutlich größer, weil statt einer G4/20 W eine dimmbare G9/max. 33 W Halogenlampe darin steckt. Der Kopf samt daran befindlichem Stäbchen zum Drehen wird ohne wesentlich größere Lichtausbeute genauso heiß wie beim Vorgängermodel. Also Vorsicht, besonders wer Kinder hat!

Der Lichtton der gelieferten Halogenbestückung (1 Stück) ist angenehm warm. Die drei Helligkeitsstufen sind zum TV-Sehen, direktem darunter Lesen und im Schlafbereich in Ordnung. Für eine Arbeitsplatzbeleuchtung – begrenzt wie z.B. am PC mit einem Blatt anbei – ist die volle Helligkeitsstufe notwendig und die beleuchtete Fläche gerade ausreichend.

All-Over-Touch: An welcher Stelle man auch immer die Lampe berührt(auch mit Gegenständen), ohne An-Aus-Geflacker kann man sie nicht anfassen bzw. bewegen. Es kann passieren, dass man die Leuchte unabsichtlich berührt und somit einschaltet. Das fällt u. U. bei Tageslicht nicht auf, dann funzelt sie eben still vergnügt vor sich hin. Dimmer sind überdies keineswegs energiesparend; die Leistungsaufnahme bleibt unabhängig von der Stufe gleich.

Ärgerlich: Die damals beim Kauf in der Produktbeschreibung noch angegebene Glasabdeckung war bei Lieferung nicht vorhanden. In der alten Schalterleuchte bestand diese Abdeckung aus einem eingesteckten satinierten Glasröhrchen als (Staub-)Schutz und zur Minderung des Blendeffekts (insb. falls im Schlafbereich eingesetzt). Die jetzt frei liegende große Öffnung sieht dagegen einfach nur hässlich und unfertig aus, weil der Keramiksteckkontakt deutlich sichtbar ist. Sämtliche Original-Produktbilder sind bezeichnenderweise derart aufgenommen, dass man nicht sehen kann, wie die Öffnung beschaffen ist.

Da ich zunächst einen Mangel annahm, ging die Leuchte samt monstermäßiger Verpackung (seitens der Amazonier) retour.
Zweite und dritte Order - Ergebnis wie vor! Es bedurfte mehrerer Anrufe, bis der Amaz-Kundendients mein Anliegen überhaupt verstanden hatte. Jetzt ist zumindest die Produktbeschreibung angepasst.
Fazit zum „stylischen“ Neuhaus-Design - Wegrationalisierung nach dem üblichen Motto: „Wer keinen Vergleich hat, tappt sowieso im Dunkeln.“

Btw.: Anstelle einer 12seitigen, mehrsprachigen „Gebrauchsanweisung“ im A4 Format nebst zusätzlich beigelegter unzutreffender „Montageanleitung“ darf man sich bitte gern Papiersparenderes einfallen lassen.

Inzwischen:
Innerhalb nur eines Vierteljahres nach dem Kauf haben fünf (!) nicht gerade billige Halogenlampen – wohl gemerkt: unterschiedlicher Hersteller – den Geist aufgegeben, obwohl diese Lampen um 2000/2500 Stunden Brenndauer haben (sollen)!

Amazon wie Hersteller werben mit Qualität. Die lässt man sich entsprechend bezahlen.
Für Qualität will ich dies gerne tun.
So weit so gut. Oder eben doch nicht ....

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beo A518 Barcelona NL Saumauflage für Niederlehner, circa 48 x 98 cm, circa 5 cm Dick
beo A518 Barcelona NL Saumauflage für Niederlehner, circa 48 x 98 cm, circa 5 cm Dick
Preis: EUR 18,17

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schönes Design, 11. Juli 2014
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Verschiedene terracotta/rötliche Lilien und helle Fantasieblüten ranken sich um Grün. Der Grund ist ein heller Sandton und mit leichter Leinenstruktur versehen. Insgesamt ein ansprechendes Design, das sich von den ansonsten angebotenen recht tristen und einfallslosen Stoffdesigns abhebt. Die Farbgebung ist kräftig, trotzdem kann man sie noch als dezent bezeichnen. Die Amaz-Produktabbildung ist leider etwas düster. Auf Holzmöbeln kommt das Design besonders gut zur Geltung und es ist für Garten und Küche geeignet.

Das Rückenteil verfügt über ein passend dunkelgrünes Gummiband zur Befestigung an der Rückenlehne. Die seitlichen Bindeschnüre zur Fixierung des Sitzteils könnten länger sein. Falls man das Kissen für abweichende Stuhlformen verwenden will, muss man sich dann selbst behelfen.

Das Kissen ist angemessen dick und sitzt sich sehr angenehm.

Den Punktabzug gibt es auf Grund der fehlenden Reißverschlüsse am waschbaren Bezug (30 Grad Handwäsche), so muss man das ganze große Kissen waschen.

Für unter 20E war das P-L-Verhältnis aber in Ordnung.


Music For Magic Places
Music For Magic Places
Preis: EUR 9,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sebastian Studnitzky - Music for Magic Places: treffend, 3. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Music For Magic Places (MP3-Download)
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Zeitnah zu Studnitzkys wunderbar meer-chilligem KY do mar erschien das Album Music for Magic Places – angabegemäß ein Auftragswerk für eine gleichnamige Ausstellung zu Natur und Leben im Oberhausener Gasometer, in deren Mittelpunkt die Skulptur eines Mammutbaumes nebst Lichtinstallation stand.

Im Vergleich zu KY ist diese Musik von grundsätzlich ähnlicher und trotzdem anderer Art. Gleichwohl kann man sich vorstellen, dass sie im Zusammenhang entstanden ist und dann "sortiert" wurde.

Auf Magic Places mischen sich mehr Titel aus Studnitzkys weichem Trompetenklang und Pianospiel. Eher pianoorientiert sind z. B. Titel wie reminiscing und drone. Den Titel do mar findet man auf beiden Alben.

Die Musik wirkt insgesamt ernster, weniger detailliert, mitunter unspektakulär und ist oft mit stetigen Wiederholungen versehen, die sich als Baumringe oder konzentrische Ringe auf dem Wasser assoziieren lassen, kurz gesagt im übertragenen Sinn: Kreislauf des Lebens. Vertieft man sich zudem in die Exponate der Ausstellung, in Hintergrund und Sinn, wird die Sache rund. Besonders das über fünfzehnminütige Titelstück in Verbindung mit der zentralen 40 Meter hohen Baumfigur beeindruckt mit unter die Haut gehender Tiefe.
Vor diesem Hintergrund kann Musik, wenn man denn will, durchaus philosophische Einsichten vermittelnd wirken. Die Materie mag weniger greifbar sein als die unbeschwerte Luftigkeit im Album KY, aber ganz gewiss nicht unverdaulich.

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