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Rezensionen verfasst von
J. Wojcik
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Machloikes: Roman
Machloikes: Roman
von Michel Bergmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Selten aber wahr: noch besser als der Vorgänger! Unbedingt lesenswert!, 22. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Machloikes: Roman (Taschenbuch)
Schon "Die Teilacher" hat mich vor knapp drei Jahren von Bergmanns Schreibkunst überzeugt. Und auch hier gibt es wieder den absoluten Wohlfühlfaktor beim Lesen. In diesem zweiten Teil der Trilogie geht es hauptsächlich um Alfred selbst, dem Erzähler des ersten Teils und um seine Jugend im Frankfurt der Nachkriegszeit.
Daneben aber wird auch die Geschichte von "Fränkel" erzählt, der immer Dienstags zu Verhör der CIA muss, da er der Kollaboration mit den Nazis beschuldigt wird (ja, die Amerikaner...). Und Fränkel erzählt! Was ihn zum Objekt unter Beobachtung machte? Sein Talent Witze erzählen zu können. Und Hitler nicht. Also muss Hitler lernen gute Witze zu erzählen... Stück für Stück ergibt sich jeden Dienstag ein immer größer werdendes Zeitzeugnis: traurig, humorvoll und nie hoffnungslos.

Wieder ein berührender, mit jüdischem Humor versehender Roman, der Geschichte, ohne das brutale Geschehen im Detail zu beschreiben, nahe bringt. Das Tragische wird gepaart mit Ironie und Sarkasmus und dadurch erträglich.
Ich sehe dem letzten Teil dieser Trilogie mit lachendem und weinendem Auge entgegen. Ich kann das Lesen kaum abwarten, aber eigentlich möchte ich nicht, dass diese Teilacher-Geschichten zu Ende gehen...

Lesen!


Adams Erbe
Adams Erbe
von Astrid Rosenfeld
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebe in den Zeiten des Holocaust, 13. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Adams Erbe (Gebundene Ausgabe)
Für gewöhnlich bin ich Geschichten mit einem tragischen "Liebeshintergrund" eher abgeneigt. Meist wird das Thema allzu klischeehaft und sentimental in Romanform abgearbeitet. Nichtsdestotrotz habe ich mich von den zahlreichen positiven Rezensionen locken lassen und bereue es nicht, dieses Buch gelesen zu haben.

Die Geschichte gliedert sich in zwei Teile, wobei der erste mich wesentlich unberührter ließ. So richtig Fahrt nimmt das Ganze im zweiten, in Adams, Teil auf. Ab hier möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Im Prinzip sind es zwei völlig getrennt zu lesende Handlungen, die sich lediglich durch die Verwandschaft der Figuren - und letztlich auch durch die konstruierten Liebesgeschichten - zusammenfügen. Mir persönlich hätte Adams Geschichte alleine völlig ausgereicht.

Astrid Rosenfeld ist es gelungen ein Buch zu schreiben, das berührt, aber nicht ohne Humor und Tiefsinn daher kommt. Sie wagt sich salopp und fast schon naiv daher kommend an das Thema heran. Es sind besonders die humorvollen Details, die das Leben der Geschichte erwecken (der gute August, die trinkfeste Frau Klingmann...). Sie zeichnet ihre Figuren mit großer Warmherzigkeit und Sorgfalt und jede erhält ihre eigenen Hintergrund. Sowohl während dem Lesen als auch danach ist man Teil dieser mitunter grausamen Geschichte, der es sich nicht zu entziehen gelingt. Auch wenn sie an einzelnen Stellen etwas konstruiert erscheint. Ganz hervorragend ist es der Autorin gelungen, das Leben und die Atmosphäre des Ghettos einzufangen und die Tragik der Geschichte (der menschlichen Geschichte!) in einigen wenigen Szenen unterzubringen. Das ist für den Leser noch verdaulich aber hinterlässt bleibende Spuren.

Sehr zu empfehlen!


Feuernacht. Island-Krimi
Feuernacht. Island-Krimi
von Yrsa Sigurdardottir
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannend, gruselig und nicht aus der Hand zu legen!, 9. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Feuernacht. Island-Krimi (Taschenbuch)
Ich habe mich schon lange nicht mehr an einen Krimi heran getraut und bin so froh es endlich wieder getan zu haben. Und erst recht mit diesem Buch! Ich war von Anfang so gefesselt, dass ich darüber kochen, aufräumen, Umzugskartons packen usw. vergessen habe.

Das Thema Schwerstbehinderte und der gesellschaftliche Umgang mit ihnen ist meines Erachtens sehr gut umgesetzt (in Bezug auf einen Kriminalroman). Auch die Wirtschaftskrise wird thematisiert, dies allerdings weniger mit entsprechenden Hintergrundinfos.

Ein paar kleine Fehler haben sich eingeschlichen, die aber dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan haben. Kleiner Kritikpunkt: manchmal läuft es bei Dóra einfach zu flüssig.

Insgesamt ein überaus gelungener Krimi mit heimeliger Island-Atmosphäre, Gruselfieber und einem herausfordernden Fall, bei dem die Autorin alle Fäden, die sie im Laufe spinnt (und das sind einige...) hervorragend zusammenfügt.


Alte Liebe: Roman
Alte Liebe: Roman
von Elke Heidenreich
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warmherzig und wunderschön, 6. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Alte Liebe: Roman (Taschenbuch)
Was für ein bezauberndes Buch! Ich habe es mit Begeisterung ausgelesen. Abwechselnd betrachten Lore und Harry ihre Beziehung, von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Aus Lore spricht dabei stets auch Frau Heidenreich. Wer also von Frau Heidenreich per se genervt ist, der wird es mit großer Sicherheit ebenfalls von Lore sein. Ich mag Frau Heidenreich und ihr loses Mundwerk und ihr Gefallen daran nicht zu gefallen.

Jeder, der schon eine zeit lang mit seinem Partner zusammen lebt, wird die Gedankengänge und Gespräche des Ehepaars sehr gut nachvollziehen können. Amüsant daran waren allerdings nicht die Inhalte der Gespräche, sondern die Art und Weise wie Lore und Harry ihre Gespräche führen. Immer ein bisschen bissig und immer im Vorwissen darüber, was der Partner als nächstes oder zu einem bestimmten Thema erwidern wird. Man fühlt sich manchmal fast schon ein bisschen ertappt.

Elke Heidenreich und Bernd Schroeder haben sich gemeinsam hingesetzt und sich überlegt, wie ihr Eheleben wohl weitergegangen wäre, hätten sie sich nicht getrennt. Man spürt, dass diese beiden sich sehr gut kennen und ergänzen - wahrscheinlich nicht nur in erzählerischen Hinsicht. Es steckt eine tiefe Vertrautheit zwischen Lore und Harry im Umgang miteinander. Dieses Gefühl übertrag sich auf den Leser.

Fazit: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!
"Alte Liebe" ist ein wunderbar warmherziges Buch über die Liebe im Alter und die Erinnerung daran, nicht zu vergessen, dass wir dazu neigen, das Liebste zu vernachlässigen und als Selbstverständlichkeit hinzunehmen. Wirklich empfehlenswert!


Die blaue Liste: Denglers erster Fall
Die blaue Liste: Denglers erster Fall
von Wolfgang Schorlau
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungenes Krimi-Debut, 6. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Georg Dengler ist ein sympathischer Ermittler. Man hat Spaß ihn zu begleiten, seine Vorliebe für die Musik zu genießen und seine netten Nachbarn kennen zu lernen.

Der Krimi selbst ist bis fast zum Ende hin sehr seicht. Es passiert nicht viel, aber man erfährt dafür viel. Zur Zeit des Rohwedder-Attentats und dem Absturz der Lauda-Air war ich selbst noch zu jung um das bewusst zu erleben. Das von Schorlau aufgegriffene Thema der Privatisierung der Betriebe der ehemaligen DDR und die (möglicherweise) dahinter stehende Korruption, hat jedoch mein Interesse geweckt und mich animiert mehr darüber nachzulesen.

Das Thema reißt übrigens alles raus. Wie oben schon erwähnt, ist der Krimi selbst sehr seicht. Es passieren einige Dinge, die nichts mit der Story an sich zu tun haben und auch überhaupt nicht interessieren (z.B. die Denglers Freund Marios Suche nach seinem Vater). Auch inhaltlich, finde ich, gab es den ein oder anderen Fauxpas, gerade in Bezug auf sexuelle Aspekte. Über den Satz "Hübsche Frauen f... schlecht" bin ich besonders gestolpert.
Oder, völlig vorhersehbare 08/15-Szenen, wie das verärgerte Abnehmen des Telefonhörers "Was willst du noch!" nach einem telefonischen Streitgespräch mit seiner Ex-Frau und dann ist doch jemand anderes dran. Ein abgedroschener Kunstgriff, aber verzeihbar.
(Seine Frau sagt ihm übrigens, dass der Sohn gerade mit einem Freund unterwegs sei. Eine halbe Seite später, gleich nach dem Telefonat, sinniert Dengler darüber, wo sein Sohn gerade sei, und kommt darauf, dass er gerade die Schulbank drückt. Männer und zuhören... Lachen )

Die Zeitsprünge sind zu Beginn nicht immer nachvollziehbar. Ich musste auf den ersten Seiten einige Male zurückblättern und eine Stelle finden, an der eine Zeitangabe gemacht wird, um mich zu orientieren. Jahresangaben zu Beginn der Kapitel hätten sicherlich geholfen.

Trotzdem, mir hat das Lesen Spaß gemacht. Der Auftakt ist vielversprechend und ich werde in Kürze auch den zweiten Teil lesen, um zu sehen, ob sich Wolfgang Schorlau nicht nur thematisch gut hält, sondern vielleicht auch seine Figuren etwas reifen lässt.

Das Ende war für meinen Geschmack zu fulminant. Dengler wird völlig überraschend zum Actionheld schlechthin. Allerdings hatte ich mich schon sehr bald gefragt, wie der Autor zum Schluß hin die Kurve kriegt, weil schon früh klar ist, dass hier kein normales Krimi-Ende zu erwarten ist. Das hat er, meiner Meinung nach, wiederum souverän gelöst. Könnte sogar so oder so ähnlich gewesen sein.


Also....CD: Die besten Kolumnen aus Brigitte
Also....CD: Die besten Kolumnen aus Brigitte
von Elke Heidenreich
  Audio CD

5.0 von 5 Sternen Tolle Unterhaltung, 6. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Elke Heidenreich hat mit dieser Sammlung von Kolumnen zum Hören einen guten Treffer gelandet. Ihre feine Beobachtungsgabe und die Originalstimme zu den Texten, machen diese CD zu einem Genuss. Ich kannte die Kolumnen nicht aus der Zeitschrift und hatte somit keine konkrete Vorstellung davon, was mich erwartet. Allerdings sind die Geschichten weniger bissig als angenommen, ja, eigentlich schon recht harmlos im Vergleich zu anderen Sprüchen, die man von ihr schon gehört hat.
Es sind nette Geschichten aus dem alltäglichen Leben, die Frau Heidenreich hier sehr treffend und amüsant präsentiert. Optimale Unterhaltung für kürzere Autofahrten, den Hausputz oder für's Bügeln. Sehr gut auch zum Wiederhören geeignet.


Madame Cottard und eine Ahnung von Liebe: Roman
Madame Cottard und eine Ahnung von Liebe: Roman
von Rainer Moritz
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Wunderbare Bett-Lektüre, 6. Januar 2013
Eigentlich passiert nichts, wenn man's mal ganz genau nimmt. Es treffen sich zwei erwachsene Menschen, beide haben Beziehungen hinter sich, aus denen sie gelernt haben, sind aber nicht verbittert oder sonstwie einer weiteren Beziehung abgeneigt. Sie mögen sich, lernen sich schnell näher kennen und verlieben sich. Das war's. Es gibt keine weiteren Affären und auch Leichen im Keller sucht man vergeblich.
Trotzdem, das Kennenlernen, die Gedanken der Einzelnen und ihr Umgang miteinander sind äußerst humorig, sehr gut beobachtet und kurzweilig beschrieben.

Was mir besonders gefallen hat an diesem Buch ist, dass der Autor einen großen Hauch französischer Kultur vermittelt. Wir lesen viel über Kunst, wegen Robert, und viel über Literatur - insbesondere Colette -, wegen Nathalie. Und natürlich auch die Liebe zu Frankreich im Allgemeinen und Paris im Speziellen liest sich aus fast jeder Zeile heraus.

Fazit: Nichts Spannendes, aber eine kulturvermittelnde, sehr nette und kurzweilige Geschichte, mit charmantem Humor.


Kein Titel verfügbar

4.0 von 5 Sternen Bitterböses Großstadtszenario, 6. Januar 2013
Eines kommt beim Hören sicher nicht auf: Langatmigkeit! Zugegebenermaßen ist es anfangs sogar sehr hektisch. Person über Person wird vorgestellt, eingeleitet und verschwindet genau so schnell wieder von der Bildfläche wie sie erschienen ist. Es hinterbleiben zerstückelte Szenarien, die sich erst nach und nach zusammenfügen. Aber das meistert Krausser hervorragend. Auch wenn die Zusammenhänge, die entstehen teilweise fragwürdig erscheinen. Das spielt jedoch keine Rolle - für mich jedenfalls nicht -, denn die Botschaft, die hinter den rauhen Tönen stecken, sind wichtiger. Es geht um einsame Menschen, Menschen, die viel verloren haben und einen (neuen) Platz im Leben suchen.

Letztlich führt Krausser alles auf das Thema Sex zurück. Es dreht sich alles um Sex. Sex als Behauptungsmerkmal. Bemerkenswert dabei ist, dass vor allem die Frauen loslegen. Die Bevorzugung eher tabuisierter Praktiken, Affären als Selbstschutz nach dem Verlust der geliebten Arbeit - da geht's wirklich ab. Ach ja, und die Sprache ist sensationell vulgär. Ich bin wirklich nicht prüde, hoffte jedoch an der ein oder anderen Stelle, dass man mir nicht zuhöre. Aber wahrscheinlich hat mein Gesichtsausdruck Bände gesprochen...
Betrachtet man jedoch die genaueren Umstände, dies setzt ein gutes Zuhören zu Beginn voraus, entsteht ein wesentlich differenziertes Bild als das der schlichten Aneinanderreihung pornografischer Momentaufnahmen.

Helmut Krausser hat ein rasantes, völlig schnörkelloses und bitterböses Großstadtszenario vorgelegt, dass mich zu keiner Zeit gelangweilt hat, viel Unterhaltung aufbot und dabei auch noch einen deftigen und realen Blick auf die Gesellschaft wirft. Es ist ein bisschen wie eine Szene aus einem mitgeschnittenen Video am Bahnhof oder so ähnlich... Keine Wertung, einfach nur hingeschaut und zugehört.

Andreas Petri, als Sprecher, hat dieses Hörbuch zu einem Hörerlebnis der Extraklasse gemacht. Ich könnte mir keine gelungenere Interpretation vorstellen. Er hat die einzelnen (zahlreichen) Figuren gekonnt intepretiert und gesprochen. Einzelne Szenen sind gerade aufgrund seiner Umsetzung äußerst unterhaltsam.

Fazit: Rasante, unverblümte und authentische Unterhaltung. Ich würde nicht soweit gehen, zu behaupten, dass die gesamte Handlung auf pornografische Elemente reduziert wird - es geht auch um Liebe, nur anders als üblich - aber es ist wohl so, dass Krausser seine scharfsinnigen Beobachtungen vor allem in diesem Bereich auslebt. Also, nix für diejenigen, die Blümchensex bevorzugen.
Ich kann das Hörbuch uneingeschränkt empfehlen!


Ich schlage vor, dass wir uns küssen
Ich schlage vor, dass wir uns küssen
von Rayk Wieland
  Audio CD
Preis: EUR 19,90

5.0 von 5 Sternen Die Geschichte dieses Buches beruht auf einer wahren Begebenheit: die DDR hat es wirklich gegeben, 6. Januar 2013
Herr W. fischt eines Tages eine Einladung vom Verein der unbekannten Untergrunddichter Deutschlands aus seinem Briefkasten. Eingeladen wird zum Symposion „Dichter, Dramen, Diktatur – Nebenwirkungen und Risiken der Untergrundliteratur in der DDR“. Gerade sein Werk bezeuge, welchen Widrigkeiten junge und kritische Literatur im Realsozialismus ausgesetzt war.
Herr W. ist einigermaßen überrascht von dieser Einladung, kann er sich doch nicht daran erinnern, zu DDR-Zeiten schriftstellerisch tätig gewesen zu sein noch als Unterdrückter gegolten zu haben. Laut Aussage der Frau Schneider, seiner Ansprechpartnerin vom Verein der unbekannten Untergrunddichter Deutschlands (VUDD) jedoch, habe er Gedichte geschrieben, die er nun öffentlich vortragen soll.

Ob dieser „Unterstellungen“ neugierig geworden, besorgt sich Herr W. das Bändchen mit Anthologien, herausgegeben von eben jenem Verein und entdeckt doch tatsächlich seinen Namen und, wie er selbst sagt, „interessante biografische Zusatzinformationen“. Sein Werk: „Mögliche Exekution des Konjunktivs“.

Zitat:
Ich habe eine Liebste und diese Liebste ist schön.
Ich wollt‘ ich könnt‘ mit der Liebsten
mal um ein paar Ecken und hinter die Hecken
von hier bis nach drübsten gehen.

Doch das ist alles erst der Anfang, erst ein Beispiel der lyrischen Ergüsse Herr W‘s.. Nachdem er seine Stasiakte zugeschickt bekommt, die nicht wenige Unterlagen enthält bzw. so ziemlich all das, was er jemals zu Papier gebracht hat (inklusiver aller Liebesbriefe an seine Liane), beginnt sein Rückblick in allen Einzelheiten. Was er so angestellt hat und wie das, was er so machte, von der Stasi nebenbei „operativ“ bearbeitet wurde.

Es ist wie vielfach beschrieben: eine Geschichte prall gefüllt mit geistreicher Spaß-Lyrik und viel Klamauk ohne verklärende Blicke und frei von Nostalgie über die letzten Stunden der DDR. Gelesen vom Autor selbst bietet dieses Hörbuch einen hohen Genuss, dem sich zu entziehen schwer fällt. Seine Analysen sind haarscharf, seine Vergleiche erfrischend originell, ein Kalauer jagd den nächsten. Und das alles, auf einem sehr intelligenten Niveau!

Rayk Wieland liest sein eigenes Buch, und das hervorragend. Wie sollte es auch anders sein? Besonders die Gedichte erhalten durch ihn die richtige Tonlage. Die Stimme ist angenehm „rauh“ und enthält stets einen amüsierten – irgendwie naiven – und leichten Unterton. Die Autofahrten wurden zu den vergnüglichsten Zeiten meines Tages. Und um alle Zweifel bezüglich der Hörbuchversion auszuräumen: Es ist ungekürzt!

Fazit
Ein hoch vergnügliches Gute-Laune-(Hör)Buch zum Thema „Erinnerungen an die DDR“. Es tut einfach gut, die sinnlose Absurdität der Aktivitäten und Spitzeleien, die dort betrieben wurde, auf die Spitze getrieben serviert zu bekommen. Herr W. und sein Konjunktiv als Staatsfeind Nr. 1. Geistreich und super lustig - ganz großes Kino!


Cliffhanger
Cliffhanger
von Tim Binding
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

4.0 von 5 Sternen Schräg und schwarzhumorig - super!, 6. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Cliffhanger (Taschenbuch)
Al Greenwood ersäuft in seinem hausgemachten Mord-Schlammassel. Wir treffen auf eine Schar durchgeknallter Nebenfiguren mit verrückten Motiven und insgesamt ist alles recht bizarr. Besonders die Dauerbekiffte Nachbarin, Alice Blackstone - alias Mrs. Schnüffelnase - hat es mir angetan.

Steckt man die erheblichen Obszönitäten Al seiner Frau gegenüber am Anfang weg, geht es fast schon harmlos weiter zur Sache. Spannend daran ist, dass ausnahmsweise hierbei nicht der Täter, sondern das Opfer gesucht wird. Al versucht natürlich erbittert herauszufinden, wen er da von den Klippen in den Tod gestoßen hat, wenn nicht seine Frau.

Es sind mitunter aberwitzige und skurrile Momente, die der Unterhaltung dienen. Die Ideen sind dem Autor tatsächlich nicht ausgegangen. Jede Menge Unsinn und jede Menge Spaß dabei. Und Miträtseln kann man auch noch. Man sollte allerdings etwas für den bösen schwarzen und auch vulgären Humor der Inselbewohner übrig haben. Mir hat's so gut gefallen, dass ich - einmal über die mehr plumpen als lustigen ersten drei Kapitel hinweg - nicht mehr aufhören wollte heute nachmittag.


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