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Rezensionen verfasst von
M. Heider "Herakleitos"
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Sechs Aufzeichnungen über ein unstetes Leben
Sechs Aufzeichnungen über ein unstetes Leben
von Shen Fu
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufzeichnungen eines sensiblen Schöngeistes, 9. Oktober 2010
Der Autor Shen Fu wurde 1763 in eine niederrangige chinesische Beamtenfamilie geboren und verfasste seine sehr persönlichen Aufzeichnungen im Jahr 1808, ein Resumée seines bisherigen Lebens. Dieses Leben war das eines gelehrten Ästheten von erlesenem Geschmack und ungewöhnlicher Empfindsamkeit, verbracht in relativer Armut als Sekretär im Verwaltungsdienst und zeitweise als freischaffender Maler und Kalligraph.

Die erste seiner tatsächlich nur vier und nicht sechs (erhaltenen) Aufzeichnungen beschreibt die äußerst innige, wechselseitige Liebe, die ihn mit seiner zum Zeitpunkt der Abfassung bereits verstorbenen Ehefrau verbunden hatte. Darauf folgt eine Art von Essay über Shen Fus Neigung zu ästhetischen "Nichtigkeiten", wie er selbst sie nennt, wie Dichtung, Malerei und Blumen. Der dritte Teil ist ein deskriptiver Katalog von verschiedenen Unglücksfällen, die den Autor in seinem Leben heimgesucht und oft schwer getroffen haben, darunter der Tod seiner Frau und seines Sohnes, Entzweiung mit seinen Eltern und der Verlust verschiedener Anstellungen. Die letzte, und längste Aufzeichnung, ist den weiten Reisen durch fast ganz China, die Shen Fu als subalterner Beamter gemacht hatte, gewidmet und konzentriert sich vornehmlich auf die stark persönlich gefärbte Beschreibung von Gärten und Naturschönheiten sowie Erinnerungen an freudige Erlebnisse, die er mit diesen Orten verband, meist Ausflüge und fröhliche Trinkgelage. Diese vier Teile haben dabei kaum eine Handlung an sich, sondern sind mehr die vermischten Lebenserinnerungen eines sensiblen, gebildeten und etwas lebensuntüchtigen Schöngeistes und Genießers, stellenweise mit essayhaftem Charakter. In der vorliegenden Ausgabe werden sie dabei mit einem Kommentar, einer Zeittafel Shen Fus Leben und einem Nachwort zur Textgeschichte abgerundet, sowie vor allem von 18 hübschen kolorierten Tuschemalereien, die Begebenheiten aus dem Text darstellen.

Das Buch wird zum einen von an der Alltagskultur Chinas des späten 18. Jh. Interessierten mit Gewinn gelesen werden, dürfte vor allem aber Menschen, die Sympathie für eine ästhetisch und geistig verfeinerte, letztlich aber unpraktische Haltung gegenüber dem Leben haben, stark ansprechen. Wer dafür Sinn hat, sollte dieses Kleinod an Buch keinesfalls versäumen.


Kein Titel verfügbar

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bezaubernde Poesie, 8. Oktober 2010
Tao Yuanming lebte um 400 n. Chr. Er entstammte der damals noch existierenden chinesischen Aristokratie und diente zeitweilig als Staatsbeamter, zog sich aber bald freiwillig aus dem Staatsdienst zurück, um sich künftig einem verhältnismäßig einfachen und bescheidenen Landleben zu widmen. Seine Dichtung ist von diesem Geist der kleinen Freuden des Lebens und der Naturbetrachtung beseelt. Man findet bei ihm den taoistischen Geist des Rückzugs aus der Geschäftigkeit der Welt, allerdings auf ganz bezaubernd unschulmeisterliche Art und Weise. Das Thema unterliegt seinen Gedichten eher, als dass es sich je in den Vordergrund drängen würde - Tao Yuanming belehrt nicht, sondern drückt poetisch sein eigenes Empfinden aus.

Die vorliegende Übersetzung ist gereimt. Was oft eine Schwäche ist, die den Übersetzer in seiner Wortwahl stark einschränkt, ist hier auf ganz erstaunliche Weise gelungen und unterstreicht die poetischen Gedanken des Dichters eher, als dass sie ihnen Gewalt antäte.

Stellenweise wäre vielleicht eine bessere Kommentierung wünschenswert gewesen, aber das ist das äußerste an Kritik, was man über diese Ausgabe sagen kann. Insgesamt liegt hier hervorragende Dichtung in exzellenter Übersetzung in einer schönen, leinengebundenen Ausgabe vor, die durch eine Reihe von Tuschezeichnungen noch an Attraktivität gewinnt.


Gedichte vom Kalten Berg: Das Lob des Lebens im Geist des Zen
Gedichte vom Kalten Berg: Das Lob des Lebens im Geist des Zen
von Hanshan
  Gebundene Ausgabe

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Exzellente Lyrik gut übersetzt, aber..., 3. Oktober 2010
Hanshan war das Pseudonym eines chinesischer Dichters der Tang-Zeit, über dessen Leben kaum harte Fakten bekannt sind, außer, dass er sich als der Kontemplation ergebener Einsiedler in die Bergeinsamkeit zurückzog. Von seinen rund 300 überlieferten Gedichten ist hier die Hälfte wiedergegeben, ein repräsentativer Schnitt durch alle von Hanshan dichterisch behandelten Themen.

Diese Themen sind sanfte Kritik am Leben der dem weltlichen Getriebe verhafteten Menschen, vor allem aber Naturbetrachtung und taoistische Weisheit, erstere oft als Allegorie zweiterer. Die Gedichte sind dabei von hoher Qualität und voll unaufdringlicher Weisheit und stiller Schönheit, und Stephan Schuhmachers Übersetzung, rhythmisch aber unter Verzicht des die Wortwahl des Übersetzers stark einengenden Endreims, ist rundum gut gelungen.

Problematisch ist allerdings die knappe, aber zum Verständnis völlig ausreichende Kommentierung. Schuhmacher bekennt starke Sympathien zum Zen-Buddhismus, und es erscheint mir, dass seine eigene Erfahrung und Überzeugung seine Interpretation Hanshans zu stark färbt - er versteht Hanshan als gleichermaßen dem Chan-Buddhismus (die ursprüngliche, chinesische Form des späteren, japanischen Zen-Buddhismus) und dem Taoismus anhängend, was sich auch in seiner Wortwahl bei der Übersetzung niederschlägt. Dies entspricht wohl den eigenen Sympathien des Übersetzers, lässt aber die Schuhmacher zweifellos bewusste Tatsache, dass der Chan-Buddhismus überhaupt erst durch die Rezeption taoistischen Gedankenguts durch den Buddhismus entsteht, außer Acht - eine Tatsache, die vermeintlich chan-buddhistische Überzeugungen in Hanshans Gedichten hinlänglich erklärt, sind sie doch nichts Anderes als die vom Chan-Buddhismus übernommenen eigentlich taoistischen Praktiken. Die Kommentierung scheint somit etwas entstellend, indem sie eben zu viel Gewicht auf Hanshans postulierten Buddhismus und zu wenig auf seinen bezeugten Taoismus legt. Englische Ausgaben Hanshans folgen dem nicht und interpretieren Hanshan lediglich als einen Taoisten, der auch ein wenig buddhistisches Gedankengut rezipiert, was der Wahrheit zweifellos näher kommt.

Trotzdem ein Büchlein voll hervorragender Gedichte in schöner Übersetzung, dem nur die problematische Kommentierung den fünften "Stern" kostet.


Der Aufstand der Zauberer: Ein Roman aus der Ming-Zeit<br /> China-Bibliothek Band IV
Der Aufstand der Zauberer: Ein Roman aus der Ming-Zeit
China-Bibliothek Band IV
von Manfred Porkert
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Begrenzt unterhaltsam, aber kulturell interessant, 28. September 2010
Dieser chinesische Roman in seiner endgültigen Fassung von etwa 1620 schildert die Aktivitäten einer kleinen Zahl von daoistischen Zauberern. Dabei handelt es sich um diverse Eskapaden teils wohltätiger, teils schurkischer, meist jedoch schlichtweg brutal-schelmenhafter Natur. Der titelgebende Aufstand ist dabei, da er nur etwa 100 der gut 650 Seiten einnimmt, nicht mehr als die bei weitem längste dieser Episoden.

Als Roman im modernen Sinn versagt das Werk eher, da es keinen durchgehenden, sich organisch entwickelnden Handlungsbogen hat; außer dass sich die Zauberer früher oder später beggenen werden, kann man zu fast keinem Zeitpunkt auch nur im geringsten voraussehen, in welche ungefähre Richtung die Handlung weitergehen wird. Die Eskapaden der Zauberer stehen inhaltlich fast isoliert nebeneinander, und folgen mehr aufeinander, als dass sie sich wenigstens halbwegs notwendig auseinander ergäben. Allerdings sind diese Episoden oft um ihrer selbst willen interessant und auch unterhaltsam.

Den größten Nutzen aus dieser Lektüre wird der Leser mit einem starken Interesse an der alten chinesischen Zivilisation haben. Die im Text beiläufig vermittelten Informationen betreffen dabei aufgrund seines sehr fantastischen Charakters nicht so sehr Aspekte des Alltagslebens - obwohl diese natürlich vorkommen -, sondern in erster Linie den Aberglauben und die magischen, speziell eben zauberischen Vorstellungen der alten Chinesen. Hier bietet das Werk eine breite Auswahl an Zaubereien. Wer speziell daran, oder an episodischen Zaubermärchen schlechthin, Gefallen findet, wird seine Freude an dem Buch haben - wer sich lediglich allgemein für China oder alte chinesische Literatur interessiert, sollte zuerst besser zu einer ganzen Reihe anderer chinesischer Klassikern greifen.


Der Aufstand der Zauberer. Ein Roman aus der Ming- Zeit in der Fassung von Feng Menglong
Der Aufstand der Zauberer. Ein Roman aus der Ming- Zeit in der Fassung von Feng Menglong
von Luo Guanzhong
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Begrenzt unterhaltsam, aber kulturell interessant, 28. September 2010
Dieser chinesische Roman in seiner endgültigen Fassung von etwa 1620 schildert die Aktivitäten einer kleinen Zahl von daoistischen Zauberern. Dabei handelt es sich um diverse Eskapaden teils wohltätiger, teils schurkischer, meist jedoch schlichtweg brutal-schelmenhafter Natur. Der titelgebende Aufstand ist dabei, da er nur etwa 100 der gut 650 Seiten einnimmt, nicht mehr als die bei weitem längste dieser Episoden.

Als Roman im modernen Sinn versagt das Werk eher, da es keinen durchgehenden, sich organisch entwickelnden Handlungsbogen hat; außer dass sich die Zauberer früher oder später beggenen werden, kann man zu fast keinem Zeitpunkt auch nur im geringsten voraussehen, in welche ungefähre Richtung die Handlung weitergehen wird. Die Eskapaden der Zauberer stehen inhaltlich fast isoliert nebeneinander, und folgen mehr aufeinander, als dass sie sich wenigstens halbwegs notwendig auseinander ergäben. Allerdings sind diese Episoden oft um ihrer selbst willen interessant und auch unterhaltsam.

Den größten Nutzen aus dieser Lektüre wird der Leser mit einem starken Interesse an der alten chinesischen Zivilisation haben. Die im Text beiläufig vermittelten Informationen betreffen dabei aufgrund seines sehr fantastischen Charakters nicht so sehr Aspekte des Alltagslebens - obwohl diese natürlich vorkommen -, sondern in erster Linie den Aberglauben und die magischen, speziell eben zauberischen Vorstellungen der alten Chinesen. Hier bietet das Werk eine breite Auswahl an Zaubereien. Wer speziell daran, oder an episodischen Zaubermärchen schlechthin, Gefallen findet, wird seine Freude an dem Buch haben - wer sich lediglich allgemein für China oder alte chinesische Literatur interessiert, sollte zuerst besser zu einer ganzen Reihe anderer chinesischer Klassikern greifen.


Der seidene Fächer: Klassische Gedichte aus China
Der seidene Fächer: Klassische Gedichte aus China
von Volker Klöpsch
  Taschenbuch

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gefällige Auswahl etwas verfremdend übersetzt, 21. September 2010
Volker Klöpsch präsentiert hier eine gefällige Auswahl von chinesischen Gedichten aus der Tang-Dynastie (ca. 7. - 9. Jh. n. Chr.), die gemeinhin als der Höhepunkt der chinesischen Lyrik gilt. Er folgt dabei einem im 18. Jh. in China zusammengestellten Kanon der 300 besten Gedichte dieser Epoche, von der er selbst wieder rund die Hälfte für dieses Buch ausgewählt hat. Auf rund 230 Seiten werden, nach Autoren gegliedert, Gedichte von Meng Haoran, Wang Wei, Li Bo, Du Fu, Bo Juyi, Liu Zongyuan, Du Mu und Li Shangyin wiedergegeben, allesamt unbestreitbar ganz Große der nicht nur chinesischen sondern der Weltliteratur insgesamt. Den Gedichten folgen knapp 50 Seiten erläuternder Kommentar, der kaum Wünsche für das Verständnis der symbolbefrachteten Gedichte offen lässt. Weniger erfreulich ist der mit nicht einmal zehn Seiten sehr knappe Essay über das Wesen der chinesischen Lyrik - wer hier nicht bereits Kenntnisse mitbringt, wird sie auch durch Lektüre des Buches nicht erhalten.

Die Übersetzungen sind von guter Qualität, großteils vom Herausgeber selbst, aber auch mit einzelnen Übersetzungen anderer, wie etwa Günther Debon. Leider sind die Übersetzungen allesamt gereimt, was zwar den chinesischen Vorbildern entsprechen mag, den Übersetzern aber in der Suche nach geeigneten Reimworten zusätzliche Restriktionen auferlegt hat, sodass sich die Übersetzungen, obgleich schön, nicht selten doch deutlich vom Original entfernen. Andere Übersetzungen, die auf den Reim verzichtet haben, sind oft näher an der Vorlage und vermitteln somit einen unmittelbareren Eindruck vom wie malerisch skizzierten Charakter chinesischer Lyrik.

Insgesamt ein schönes Buch, das die Klassiker chinesischer Dichtung in gefälliger, aber eben doch recht freier Weise wiedergibt. Es ist gut geeignet, die Themen der chinesischer Poeten kennenzulernen, aber weniger, die ureigen chinesische äußere Form der Dichtung.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 3, 2011 11:46 AM CET


Ilias: Übertragen von Raoul Schrott Kommentiert von Peter Mauritsch
Ilias: Übertragen von Raoul Schrott Kommentiert von Peter Mauritsch
von Homer
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

40 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sprachebene verfehlt, 10. September 2010
Es kann nur als ambitioniertes und lobenswertes Unterfangen bezeichnet werden, eine Neuübersetzung oder vielmehr -übertragung der Ilias vorzulegen, die sich nicht in erster Linie an philologischen Gesichtspunkten orientiert, sondern versucht durch Verwendung einer zeitgemäßen Sprache den 2800 Jahre alten Text dem interessierten Leser des 21. Jahrhunderts zugänglich zu machen. Für den Versuch gebührt Herrn Schrott Anerkennung.

Leider entstellt seine gewählte Sprachebene die Ilias und erzeugt ein Zerrbild. Die Übertragung Schrotts strotzt vor deftigen, unzweideutigen Ausdrücken, speziell in den direkten Reden. Diese Unflätigkeit, an der prinzipiell nichts auszusetzen wäre, mag modern erscheinen, entspricht aber ganz und gar nicht der Sprache Homers. Deftigkeit und Unflätigkeit kommt auch in der ältesten erhaltenen griechischen Literatur nicht selten vor, etwa bei Archilochos -- allerdings enthält sich Homer einer solchen Ausdrucksweise zur Gänze. Wenn aber ein Autor eine bestimmte Sprachebene, die er hätte ohne weiteres verwenden können, vermeidet, so wird man das als bewußt eingesetztes gestalterisches Element ansehen dürfen; wenn also eine Übertragung von der im Original vorherrschenden Sprachebene abweicht, so kann man nur von einer Entstellung des Originals sprechen. Eine "moderne" Übersetzung wäre eine Übersetzung in kontemporäre Hochsprache, nicht aber in kontemporäre Umgangssprache -- auch Homer verwendet schließlich als bewusstes gestalterisches Element die Hoch- und nicht Umgangssprache seiner Zeit.

Die Übertragung Raoul Schrotts vermittelt somit zwar einen Eindruck von der Handlung der Ilias, wer aber über dieses sehr dürftige Gerüst hinaus mit dem Werk vertraut werden möchte, wird von ihr nur in die Irre geführt. Insgesamt ist etwa die Übersetzung Schadewaldts verbal nur ganz unwesentlich antiquierter und kaum schwieriger zu verstehen als jene Schrotts, vermittelt aber einen ungleich originalgetreueren Eindruck des Werkes.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 19, 2013 2:34 PM MEST


Die chinesische Teekultur
Die chinesische Teekultur
von Wang Ling
  Broschiert

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tee in China - nicht chinesischer Tee, 4. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Die chinesische Teekultur (Broschiert)
Dieses kleine Büchlein vermittelt eine Unmenge von Wissen zur Rolle, die Tee in China gespielt hat und noch immer spielt. Die geschichtliche Entwicklung des Teeanbaus und der sich wandelnden Arten der Teezubereitung werden ebenso vorgestellt wie klassisches chinesisches Teegerät, Darstellungsformen von Tee in der Kunst und die genuin chinesische Teezeremonie mit ihrem geistigen Hintergrund in Konfuzianismus und vor allem Buddhismus und Taoismus. Außerdem führt der Autor in die im kontemporären China praktizierten mehr oder minder alltäglichen Teesitten und kleinen Teerituale ein, wobei er in eigenen Kapiteln auch regionale und ethnische Besonderheiten innerhalb des riesigen Landes eingeht, inklusive des regional unterschiedlichen Charakters öffentlicher Teehäuser.

Was das Buch nicht ist - und wohl auch nicht sein will - ist ein Kompendium von chinesischen Teesorten. Es stellt lediglich die Teekultur Chinas vor, nicht aber seine Tees. Da dies aber ganz dem Programm des Titels entspricht, ist das kein Kritikpunkt, sondern lediglich ein Hinweis für den potentiellen Käufer.

Wer also eine Einführung in chinesische Teesorten sucht, den wird dieses Buch nicht befriedigen, wer sich aber für traditionelle und moderne chinesische Teesitten und ihre Entwicklung interessiert, findet in ihm einen reichen Schatz an Wissen.


The Chinese Art of Tea
The Chinese Art of Tea
von John Blofeld
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Geist des Teetrinkens, 4. September 2010
Rezension bezieht sich auf: The Chinese Art of Tea (Gebundene Ausgabe)
Um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts hielt sich der Autor John Blofeld 17 Jahre in China auf und verfolgte dabei die Künste des Teetrinkens und des Taos, wobei er seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten verdiente. Seine Erfahrungen mit der uralten chinesischen Teekultur und dem sie durchdringenden teils taoistischen Geist hat er hier auf sehr persönliche Weise niedergelegt.

Das Buch vermittelt nicht in erster Linie Wissen über Teesorten und Teezubereitung - obwohl Blofeld auch diesen Komplexen breiten Raum widmet - als vielmehr den Geist des Teetrinkens und der Teekultur in ihrer chinesischen, also ursprünglichsten, Ausprägung. Es gelingt Blofeld gerade mit seiner nicht ganz objektiven und oft schwärmerischen Art dabei ganz hervorragend, diesen Geist und seine stille Faszination heraufzubeschwören. Wer für die schwer fassbare, einfache Freude einer beschaulich und bewusst genossenen Kanne guten Tees, abseits jeden Hanges zur Esoterik - die hier keine Rolle spielt - empfänglich ist, den dürfte dieses Buch ganz direkt ansprechen und in seinen altmodischen Bann ziehen. Wer hingegen in erster Linie harte Fakten zur chinesischen Teekultur sucht, sollte sich besser andernorts umsehen - denn obwohl dieses Buch auch sie durchaus vermittelt, enthält es doch zu viele subjektive Passagen, um den nach möglichst klarer objektiver Information suchenden voll zu befriedigen.

Für den geneigten Leser ist das Buch aber ein wahres Kleinod, das den Geist des Teetrinkens wie kaum ein anderes vermittelt, und den oft hohen Preis antiquarischer Ausgaben durchaus wert ist.


Das Buch vom Tee
Das Buch vom Tee

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Verstümmelte, zusammengekürzte Neuauflage, 4. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Buch vom Tee (Gebundene Ausgabe)
Das vorliegende Buch ist die um fast ein Viertel ihres Umfangs zusammengekürzte, völlig verstümmelte Neuauflage des originalen "Buch vom Tee" von 1992. Bis auf die Seitenzahlen sind die Bücher äußerlich identisch, und auch der Neupreis war gleich hoch, allerdings fehlen in der Ausgabe von 2001 gegenüber jener von 1992 (ISBN 3-453-05926-3) wesentliche Teile.

Schade. Das "Buch vom Tee" ist an sich das vielleicht beste deutschsprachige Werk zum Thema. Die Auflage von 1992 ist uneingeschränkt zu empfehlen, und wenngleich die stark gekürzte von 2001 noch immer gut wäre und vom Rezensenten Herr Wiedau zu Recht gelobt wird, so kann man doch nur jedem Tee- und Bücherfreund raten, sie zu meiden und statt dessen zur älteren zu greifen. Aufgrund der sträflichen Verstümmelung durch den Verlag, auf die Heyne nocht nicht einmal irgendwo hinweist, gibt es für diese Auflage nur einen "Stern".
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 30, 2012 1:26 PM CET


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