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Rezensionen verfasst von
Pooh

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Cerro Torre - Nicht den Hauch einer Chance (OmU)
Cerro Torre - Nicht den Hauch einer Chance (OmU)
DVD ~ David Lama
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Traumhaft schöner Berg, interessante Protagonisten, schwache Regie, 8. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Von den Bergfilmen, die ich in den letzten Jahren gesehen habe, bietet dieser ohne Zweifel den furiosesten Beginn. Auf der Basis von Zeitungsmeldungen, Originalinterviews und geschickt dazwischen gestreuten Reenactments wird die Geschichte der Ersteigung des Cerro Torre gezeigt: Cesare Maestris verhängnisvolle Expedition in 1959 mit Toni Egger und Cesarino Fava. Eggers tragischer Absturz, Maestris Rückkehr mit der Kunde des Gipfelerfolgs. Euphorie und Siegesfeiern, dann erste Zweifel und Angriffe auf Maestri. Seine Rückkehr nach Patagonien in 1970. Die unfassbare Aktion „Kompressorroute“.
Die Sequenz ist insgesamt acht Minuten lang, voll schneller Schnitte und ungemein spannend, wie es dieser einmaligen Episode in der Geschichte des Alpinismus angemessen ist.

Hätte Thomas Dirnhofer der spektakulären Intro einen ruhig und souverän inszenierten Film folgen lassen, es wäre vielleicht ein Meisterwerk geworden. Aber diese Geschichte vom jungen, überragend talentierten Kletterer, der trotz vieler Warnungen und Widrigkeiten seinen Traum einer Freikletterroute an einem der schwierigsten Berge der Welt verwirklicht, schien ihm offensichtlich zu schlicht. Der Film ist in der Folge hoffnungslos überfrachtet mit unnötigen Szenen und Informationen, kein Detail der Geschehnisse zwischen 2009 und 2012 sollte offenbar ungefilmt und unkommentiert bleiben. Für den Zuschauer bedeutet das, dass man lauter „Häppchen“ serviert bekommt, hunderte von kurzen Schnipseln, die sich mehr schlecht als recht zu einem Film zusammenfügen.

Ich möchte den enthusiastischen Bewertungen der anderen Rezensenten nicht ganz widersprechen, denn es gibt herrliche Landschaftsaufnahmen, einige wirklich spannende Szenen, und im letzten Teil kann man David Lama sogar in einigen längeren Einstellungen beim Klettern erleben, aber - Kernstück meiner Kritik - der Film als Ganzes ist zu hektisch, zu unruhig, in sich zerrissen. Es fehlt ihm der Fokus, so habe ich es jedenfalls empfunden, die Konzentration auf das wirklich Wesentliche – auf den Cerro Torre, diesen fast unwirklich schönen Berg, auf David Lama, einen jungen Mann, der sich im Laufe der im Film geschilderten Ereignisse „von einem Hallenkletterer zu einem Alpinisten“ (O-Ton DL) entwickelt, und auf das Kletterprojekt selbst. Dass sich allein mit diesen drei Aspekten ein erfolgreicher Film machen ließe, das hat Thomas Dirnhofer offensichtlich nicht geglaubt. Und damit wären wir auf Umwegen bei Reinhold Messners Frage zu Anfang des Films: „Denkst du nicht, dass das Filmteam dich in diesem Punkt am Cerro Torre missbraucht?“
David Lama hat ihm möglicherweise vorschnell widersprochen.


Die Huberbuam - Close Call with Mt. Asgard
Die Huberbuam - Close Call with Mt. Asgard
DVD ~ Die Huberbuam
Preis: EUR 9,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bisher schönster und bester Huberbuam-Film!, 2. Juni 2014
Ich habe Amazon letztes Jahr (d.h. 2013) mit Mails bombardiert, diesen tollen Film ins Programm aufzunehmen - leider vergeblich - und ihn später direkt im Huberbuam-Shop gekauft. Also bitte ACHTUNG: meine 5-Sterne-Rezension bezieht sich auf die von Timeline Productions herausgegebene (Original-)Version mit dem Titel "Bavarian Direct - Abenteuer am Ende der Welt"!!

Im Sommer 2012 fliegen Thomas und Alexander Huber, Mario Walder, sowie Max Reichel und Franz Hinterbrandner von Timeline Productions, nach Baffin Island in der kanadischen Provinz Nunavut. 1986 haben dort bayrische Freunde der Huberbuam die S-Wand des South Tower am Mt. Asgard erstmals technisch durchstiegen; im Jahr 2009 versuchte es ein belgisches Team in freier Kletterei, scheiterte aber an einer besonders schwierigen Stelle in der 7. Seillänge.
Der Film zeigt die geglückte freie Durchsteigung an der Route „Bavarian Direct“ als Team-Free-Ascent durch die Huberbuam und Mario Walder, und es ist wirklich ein supertoller Film geworden – schöner und spannender als alle vorangegangenen.

Es sind vor allem die Kletterszenen, die um Größenordnungen besser gelungen sind als z.B. jene im vielgelobten „Am Limit“. Die Kamera nimmt sich viel Zeit, die Kletterer beim Ausbouldern einer möglichen Route und später beim Durchsteigen der verschiedenen Passagen zu zeigen. Es gibt da wenig Schnitte und keine Einstellungen, die sich wiederholen. Kommentare von Alexander oder Thomas (entweder als Dialog oder als Erklärung aus dem Off) machen die Gedanken und die Schwierigkeiten verständlich.
Dazwischengestreut sind wunderschöne Landschaftsaufnahmen, sowie ruhigere Szenen – vom Basislagerleben, von Beratungen bzgl. der Taktik, oder auch emotionale Szenen, wobei letztere (anders als in Pepe Danquarts Film) immer „grade richtig“ sind, und nie ins Kaltherzige, noch ins Sentimentale abrutschen. Alles in allem erschien mir die Beziehung zwischen Thomas und Alexander bzw. ihr Umgang miteinander in diesem Film unkomplizierter, herzlicher und vor allem offener als in den vorangegangenen Timeline-Filmen.

Den dramaturgischen Aufbau des ganzen Films, mit einem Teaser am Anfang, und einer Umrahmung des eigentlichen Kletterabenteuers durch Szenen eines fröhlichen Hüttenabends mit den bayrischen Freunden und den belgischen Klettererkollegen, fand ich sehr gelungen.

Die wenigen Kritikpunkte:
Die Szene, in der Alexander den Ranger Billy auf die Jagd begleitet, bleibt seltsam isoliert stehen. Ich kann verstehen, dass, ähnlich wie in „Eternal Flame“, eine gewisse Interaktion mit den Einheimischen gezeigt werden sollte, aber die Szenen müssen sich in irgendeiner Weise in den Fluss der Erzählung einfügen. Wenn sie dafür nicht taugen, wäre es besser gewesen, sie wegzulassen.

Dagegen schien mir Mario Walders Rolle in diesem Film zu stark beschnitten, nicht unbedingt von der Anzahl, aber von der Qualität der Szenen her. Ich hätte diesen sehr sympathischen Tiroler gerne mehr in Aktion bzw. in Interaktion mit Thomas und Alexander gesehen. Die Rolle des „Dritten“ ist in den Huberbuam-Filmen – um es vorsichtig auszudrücken - nicht ganz so einfach, und Mario hat sich (jedenfalls sah es für den Zuschauer so aus) hier wie in „Eternal Flame“ perfekt in das Team eingefügt. Seine charakteristischen Einzeiler so à la „Net lang umatuan und fertig!“ sind inzwischen sogar ein eigenes Markenzeichen geworden.

Die DVD bietet eine Untertitel-Option für den Hauptfilm, wobei die deutschen Untertitel recht gelungen sind (nur über den „Ribbit“, mit dem Alexander gesichert ist, wundert man sich doch ein bisschen), die Qualität der englischen Untertitel aber seltsam schwankt. Der Anfang ist gut, mittendrin sieht’s aus, als habe der Computer das Übersetzen erledigt, dann ist’s wieder okay. In Anbetracht der vielen Dialektwörter kann die Aufgabe aber nicht einfach gewesen sein.
Die Filmmusik gefiel mir sehr gut; sie unterstreicht die Gefühle/Geschehnisse in den einzelnen Szenen, ohne sich je in den Vordergrund zu drängen.

Als Bonus gibt es ein wirklich sehr schönes, geschickt arrangiertes Special, in dem Alexander bzw. Thomas abwechselnd (fast) alle Seillängen nochmals durchgehen und die Informationen aus dem Film mit zusätzlichen Erzählungen ergänzen. Ohne diese Erklärungen rätselt man über manches, z.B. wie das gefährliche Couloir umgangen wurde, oder die wievielte denn nun die Schlüsselseillänge war (für die Belgier die siebte, für die Huberbuam die zehnte, denke ich - hier widersprechen sich übrigens Film und Special).
Jedenfalls fand ich diesen Bonus-Beitrag ebenso spannend wie den Film!

In einschlägigen Interviews wurden die Huberbrüder in den letzten Jahren wieder und wieder auf ihr Alter angesprochen. In gewisser Weise gibt dieser Film hier auch eine Antwort: die Leistungen im Fels, die sich in gemeisterten Schwierigkeitsgraden messen lassen, mögen zurückgehen (damit müssen die beiden, wie alle Leistungssportler, fertig werden). Aber die Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, die ein nur teilweise mit dem Klettern vertrautes Publikum begeistern, die hat mit den Jahren und mit jedem weiteren Film zugenommen. Hier zählt nämlich nicht nur das Kletterkönnen, sondern auch die Fähigkeit (und die Bereitschaft), den Zuschauer „mitzunehmen“, ihn an dem Abenteuer wie auch an der schönen menschlichen Beziehung teilhaben zu lassen.
Es gibt in diesem Film Szenen, die den von Thomas so oft gehörten Satz „Ich kenn’ den Alexander und der Alexander kennt mich.“ endlich einmal ins Bild setzen. Und wie es sich anfühlt, nach Überwindung größter Schwierigkeiten am Ende gemeinsam am Gipfel zu stehen, auch das kann man das bis zu einem gewissen Grad nachfühlen – in den Bildern und in den Schlussworten des Films.

Fünf Sterne und eine unbedingte Kaufempfehlung für diesen wunderschönen Film!


Jäger des Augenblicks
Jäger des Augenblicks
DVD ~ Stefan Glowacz
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 8,92

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schöner und spannender Film - für Fans von Stefan Glovacz ganz ohne die genannten Einschränkungen zu empfehlen!, 14. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jäger des Augenblicks (DVD)
Es ist nur knapp zwei Monate her, dass ich „Bavarian Direct“ gesehen habe, den grossartigen Baffin Island-Film der Huberbuam (bei Amazon inzwischen unter dem seltsamen Titel "Close Call with Mt. Asgard" erhältlich), daher lag die Messlatte diesmal bei mir schon ziemlich hoch. Aber – auch wenn ich mich der überschwänglichen Begeisterung einiger anderer Rezensenten nicht ganz anschließen kann – ich fand „Jäger des Augenblicks“ ebenfalls schön und spannend, und kann den Kauf der DVD durchaus empfehlen.

Insbesondere den Aufbau des Films fand ich sehr gelungen. Auf den ersten Teil, der die Anreise im Frühjahr 2010, den sehr schwierigen Anmarsch zum Berg und das Klettern in den ersten Seillängen zeigt, folgt ein Schnitt zu Szenen in Deutschland im Herbst desselben Jahres. Kurt Albert ist tödlich verunglückt, und Stefan Glowacz muss, so sieht es zunächst aus, das Roraima-Projekt auch ohne Holger Heuber durchziehen. Aber es gelingt ihm schließlich, den Freund zum Mitkommen zu überreden. Auf der Basis der zuvor gewonnenen Erfahrungen wählen sie diesmal eine andere Taktik, und das führt schließlich zum Erfolg. Damit verarbeiten sie – und das wird in sehr schönen, einfühlsamen Szenen gezeigt – schließlich auch bis zu einem gewissen Grad den Verlust des gemeinsamen Freundes.

Die Kletterszenen sind spannend und gut gefilmt, auch wenn für meinen Geschmack zu viele Schnitte drin sind (und es in der Folge zu ärgerlichen Fehlern betreffend der Kontinuität kommt – Stefan rutscht z.B. an der Schlüsselstelle schon mal im schwarzen T-Shirt weg und hängt dann in grüner Jacke im Seil). Aber die Größe dieser Wand, ihre Struktur und wie weit sie überhängt, wird (jedenfalls soweit das im Film möglich ist) für den Zuseher durchaus erkennbar, und ganz besonders im letzten Drittel des Films sieht man auch die Ausgesetztheit dieser Route, und die Isolation der beiden Kletterer, sowohl in der Wand, als auch an diesem Berg, der tatsächlich wie ein Schiffsbug aus dem ihn umgebenden, scheinbar endlosen Dschungel aufragt.
Die wunderschönen Landschaftsaufnahmen, namentlich der Wasserfälle, die vom Plateau herunterrauschen, möchte ich als einen weiteren dicken Pluspunkt erwähnen. Auch der Anmarsch zum Berg, der Urwaldfluss, der Dschungel - das alles wurde von den versierten Kameraleuten Kolja Brandt und Franz Hinterbrandner sehr gut ins Bild gesetzt.

Die Idee der Regie, in einer Szene dem Gebet der Träger nach dem Aufstehen den morgendlichen Workout der Kletterer gegenüberzustellen, fand ich überaus originell und gelungen!

Zwischen den Kletterszenen finden sich Erklärungen, Interviews und einzelne persönliche Szenen, sowie reichlich Rückblenden – einige davon über Kurt Albert und sein Leben, in erster Linie aber solche über Stefan Glowacz und die Höhen und Tiefen seiner Kletterkarriere. (Über Holger Heuber erfährt der Zuseher nur sehr wenig, d.h. ein „Porträt dreier Extremsportler“ gibt es leider nicht.)

Zwei Specials sind dem Hauptfilm beigefügt: ein Making Of (12 Min.) und ein „Gedenkfilm“ über Kurt Albert (6 Min.). Beide sind gut gemacht, wenn auch enttäuschend kurz. Außerdem gibt’s eine Trailerauswahl.
Ich habe gelesen, dass es eine englische Tonspur geben soll – ich hab’ sie nicht entdeckt (obwohl der Abspann des Films in englisch ist). Dafür gibt’s aber Kommentare von Stefan & Holger, die ich teilweise sehr interessant und oft auch richtig lustig fand.

Die Schwäche des Films liegt meines Erachtens in den oben erwähnten Rückblenden auf Stefan Glovacz’ Erfolge, da sie den Fluss der Erzählung ständig unterbrechen, ohne dass mir der Grund dafür klar wurde. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen diesen Szenen und den Geschehnissen im Film. Die Auseinandersetzung zwischen klassischen Bergsteigern und Sportkletterern war bei der Roraima-Expedition nie ein Thema – weshalb also die Szenen aus „Schrei aus Stein“? Auch für die Rückblenden zu diversen RockMasters- und anderen Kletterbewerben gab es keinen wirklichen Anlass, außer vielleicht den, dass der „Superstar der Sportkletter-Szene“ (Originalton Amazon-Kurzbeschreibung) vorgestellt werden sollte.

Ich war an einem solchen Porträt aber nur in zweiter Linie interessiert – ich hatte den Film um des spannenden Abenteuers und um der Kletterei willen gekauft! – und kann daher (auch wegen des dürftigen Bonusmaterials) nur 3 Sterne vergeben.


Am Limit (Speed Record Edition, 2 Discs)
Am Limit (Speed Record Edition, 2 Discs)
DVD ~ Thomas Huber
Preis: EUR 9,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kaufempfehlung, nicht nur für Kletterer, 30. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Regisseur Pepe Danquart hat, wie er selbst sagt, einen Film „für das breite Publikum, nicht nur für die Kletterer“ drehen wollen, und das ist ihm sehr gut gelungen. Mir hat der Film überaus gut gefallen. Der Plot: die Huberbrüder möchten den Speed-Rekord an der Route „The Nose“ am El Capitan brechen, aber - wie Thomas das in einem späteren Interview ganz leger beschreibt - „erst haut’s den einen runter, dann den anderen“, und sie schaffen es am Ende nicht. Einzelne emotionale Szenen wechseln sich mit spektakulären Klettersequenzen, ergänzenden Kommentaren von Thomas und Alexander (aber auch von anderen Leuten/Kletterern), und tollen Landschaftsaufnahmen ab.

Der persönliche Aspekt des Films zeigt die gemeinsamen Charakterzüge der Brüder (Ehrgeiz, Härte, Lust am Risiko bzw. am Grenzgang), aber auch die Unterschiede. Namentlich sieht man die emotionalen Reaktionen auf traumatische Erlebnisse, wobei mir Thomas’ offenere, rückhaltslosere Art besser gefiel, und ich finde sie ist es, die den Film in einigen Sequenzen trägt.
So kann ich z.B. Alexanders (vermutlich lebensrettende) Kaltblütigkeit bei seinem Absturz im ersten Drittel des Films bewundern, aber sie bleibt mir fern. Thomas’ Schock und momentane Fassungslosigkeit nach seinem Sturz gegen Ende hin, fand ich nachvollziehbarer. Die Szenen, in denen er danach unter Alexanders sorgsamer Führung den restlichen Wandteil nach oben klettert (und wie extrem ausgesetzt und anstrengend (auch) für den Nachsteiger gerade diese letzten Seillängen sind, das hat man früher im Film erfahren) gehören für mich zu den stärksten Szenen des Films. Sie zeigen deutlicher als alle vorangegangene Kletterakrobatik oder einzelne (eben rein theoretische) Bemerkungen in den Interviews was es wirklich bedeutet – oder bedeuten kann - „am Limit“ zu klettern.
Schön fand ich auch, dass neben der Dramatik der Humor und eine gewisse Schrägheit in dem Film nicht zu kurz kommen – z.B. in den Szenen mit Chuck Chongo, dem Treffen der Huberbrüder mit den „old school American climbers“, sowie später mit der Kletterlegende Jim Bridwell (leider nur in den Specials).

Der Film wird ergänzt von einer zweiten DVD mit ca. anderthalb Stunden sehr interessanten Dokumentationen. Es gibt Interviews mit dem Regisseur, mit den Kameraleuten, technische Informationen und Bilder zu den Dreharbeiten an El Capitan – da bleiben keine Wünsche offen. Auch weitere Kommentare der Huberbrüder finden sich hier, wobei ich allen DVD-Käufern, die nicht gerade Bigwallkletterer sind und/oder „The Nose“ bereits sehr gut kennen, ohnehin empfehlen würde, zuerst das Special zum kompletten Durchstieg mit den Kommentaren von Thomas und Alexander anzuschauen. Man erfährt hier alles Nötige zu den markanten Punkten, den Schlüsselstellen in der Wand, und wird den Film mehr genießen können – man weiß, wo die Kerle grade sind, kennt vorab die speziellen Schwierigkeiten dieses Wandteils (tolle Graphiken!) und erfährt auch viel über die Taktik der beiden, z.B. warum sie in „Blöcken“ kletterten, statt in Seillängen, oder wie sie ständig zwischen freiem und technischem Klettern hin und her wechselten. Auch Kleinigkeiten werden erklärt, z.B. warum sie gewichtsmäßig mit jedem Friend geizen, aber ein paar Turnschuhe nach oben schleppen.
Einige zusätzliche Szenen, die es nicht in den Film schafften, runden das Ganze ab – ein paar superschöne emotionale Szenen, sowie weitere kleinere Interview-Schnipsel. Alles in allem fand ich diese Specials überaus spannend.
Der Film hat auch einen wirklich tollen Soundtrack, und die Musik ist geschickt ausgewählt und lenkt in den Klettersequenzen nicht ab. (Das erwähne ich, weil ich grade das ZDF-„Huberbuam“-Special gesehen habe, wo das weniger gut gelungen ist.)

Ganz am Schluss gibt’s unter der Rubrik „Weitere Kletterhighlights der Huberbuam“ noch zwei ca. fünfminütige Beiträge für jene, denen im Film nicht genug Gekletter vorkam. Besonders beeindruckt haben mich dabei die Szenen von Alexander am Dent du Géant: keinerlei Kommentar, sparsam eingesetzte Musik, nur dieser wahnsinnig schöne Berg und Alexander, hier free solo unterwegs. Dieser Beitrag ist auch ein kleines „Appetithäppchen“ auf die Filme, die Franz Hinterbrandner und Max Reichel (Timeline Productions) mit den Huberbuam gemacht haben.

Warum vergebe ich trotz dieser sehr positiven Rezension nur vier Sterne? Weil "Bavarian Direct", der Baffin Island-Film der Huberbuam (bei Amazon inzwischen unter dem seltsamen Titel "Close Call with Mt. Asgard" erhältlich), all das bietet, was mir an "Am Limit" so gut gefiel - aber besser und schöner.


Mina
Mina
von David Almond
  Gebundene Ausgabe

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Empfehlenswert - aber nicht ganz ohne Einschränkung, 20. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Mina (Gebundene Ausgabe)
Ein sehr schön und einfallsreich gestaltetes Buch!

Aber ich möchte darauf hinweisen, dass die Protagonistin Mina kein so sonniger, eindeutig positiver Charakter ist, wie man es den anderen Rezensionen entnehmen könnte.

Es ist richtig, dass sie fantasievoll und liebevoll ist, aber ihre Ziele sind nicht 'frei sein' oder 'sie selbst sein'. Mina weiß nicht, wer sie sein will. Sie weiß nur, wer sie nicht sein will. Sie definiert sich dadurch, was sie nicht sein will.
Und in erster Linie ist es ihr wichtig, anders als die anderen zu sein. Diesem Ziel ordnet sie alles unter, ihre Sehnsucht nach Gemeinschaft mit anderen (tief vergraben), und selbst ihre Fantasie.
Als sie aufgefordert wird, einen klar aufgebauten 'konventionellen' Aufsatz zu schreiben, schreibt sie eine Nonsens-Geschichte, die Lewis Carroll's Feder entstammen könnte. (Allein um dieses Kapitels willen lohnt es sich übrigens, die englische Fassung zu lesen.) Als sie bei ihrem kurzen Besuch in der Sonderschule aufgefordert wird, eine fantasievolle Geschichte zu schreiben, gibt sie ein leeres Blatt ab.
Angepasstsein an eine Gruppe ' welche auch immer ' scheint sie zu bedrohen.

Eltern müssen überlegen, ob sich dieses Mädchen als Rollenvorbild eignet.

Für erwachsene Leser kann ich das Buch ohne Einschränkung empfehlen. Minas ungewöhnliche Ideen reissen mit. Man beginnt sein eigenes Tagebuch kreativer zu gestalten, die Natur aufmerksamer zu betrachten, oder man versucht sich u.U. sogar als Autor eines eigenen kleinen wilden Aufsatzes. Gibt's was Schöneres, was man über ein Buch sagen kann?


Monty Python's Personal Bests [6 DVDs]
Monty Python's Personal Bests [6 DVDs]
DVD ~ John Cleese
Wird angeboten von sofort lieferbar
Preis: EUR 39,49

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Empfehlenswert für Einsteiger, 4. August 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Monty Python's Personal Bests [6 DVDs] (DVD)
Ich denke dieses Boxset ist besonders für Einsteiger interessant, da man eine Fülle von Sketches von und mit den einzelnen Pythons zu sehen bekommt, und daher selbst entscheiden kann, welche Richtung einem am besten gefällt. Leider sind die zwei, die ich kannte - wahrscheinlich sind's die zwei bekanntesten - stark gekürzt. "Dead Parrot" ist in Wirklichkeit doppelt so lang, und von "Ministry of Silly Walks" fehlt auch ein gutes Stück, u.a. das Ende mit den historischen Rückblenden.

Punkteabzug gibt es auch für das Booklet, das nur Zitate aus den Sketches nennt - ich musste mir selbst eine Inhaltsangabe zusammenschreiben. Die Extras sind etwas lieblos gemacht. Die "second best" wiederholen sich teilweise, und das macht es doppelt ärgerlich, dass man jene, die man wiedersehen will, nicht separat ansteuern kann.

Aber alles in allem hatte ich viel Spaß mit diesem Boxset und ich kann es anderen Neulingen empfehlen.


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