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Rezensionen verfasst von
Heidelinde Penndorf

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Kalte Asche: David Hunters 2. Fall
Kalte Asche: David Hunters 2. Fall
von Simon Beckett
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rezension zum Buch "Kalte Asche", 11. September 2012
Neugierig wird der Leser allein schon durch die Aufmachung des Buches. Die Einbandgestaltung ist ein kleines Kunstwerk. Das Buch erinnert an eine kleine Bibel und ist doch das extreme Gegenteil!

Dr. David Hunter, ein sehr gefragter forensischer Anthropologe, hat einen Fall abgeschlossen und freut sich schon auf Heim und Freundin. Doch da erreicht ihn ein Anruf von Superintendent Graham Wallace. Hunter wird gebeten, eine verbrannte Leiche auf einer abgelegenen schottischen Insel zu untersuchen. Die Leser erleben kurze Zeit später den dort ansässigen Sergeant, einen sehr jungen Constable, den früheren Polizisten Brody und Dr. Hunter am Tatort.

Gerade die fachlich nüchterne Sprache der forensischen Anthropologie, die Simon Beckett benutzt, um den Lesern zu erklären, was passiert, wenn ein Mensch verbrennt, dann die Spekulationen einer Selbstentzündung von Menschen und außerdem die exakte detaillierte Beschreibung der fast unversehrten Füße und einer Hand, wirken so stark auf den Leser ein, dass der Gruseleffekt nicht ausbleibt.

Hunter stellt bei seiner sehr akribisch geführten Untersuchung fest, dass es sich um Mord handelt und kann die Leiche bzw. was davon noch übrig ist, auch identifizieren.

Auf Grund es Tatsachenbestandes Mord, wird Verstärkung angefordert. Doch ein schwerer Sturm verhindert für Stunden jegliche Verbindung zum Festland. Fakt ist auch, dass der Mörder noch auf der Insel sein muss.

Die Ereignisse überstürzen sich. Das Cottage - Fundort der Leiche, das Gemeindezentrum – Untersuchungsort der Leiche und ein Wohnwagen werden niedergebrannt, zwei weitere Morde halten das kleine Ermittlungsteam und die Inselbewohner psychisch auf Hochspannung.

Die Indizien deuten darauf hin, dass der vermögene Michael Strachan, gleichzeitig Gönner und wirtschaftliche Förderer der Insel, der Mörder ist.

Spektakulär, was der Leser nun erfährt! Michael Strachans Frau Grace ist eigentlich seine Schwester, mit der er viele Jahre in einer inzestuösen Beziehung lebt. Sie hat während dieser Beziehung eine krankhaft tödliche Eifersucht entwickelt und schon mehrfach Frauen, die sich ihrem Bruder näherten, getötet. Das bedeutete für die Geschwister über Jahre hinweg- immer wieder Flucht, Spuren verwischen und Neuanfang an anderen Orten. Psychischer Stress auf hohem Niveau, kaum auszuhalten.

Sehr gut gelungen ist dem Autor Simon Beckett die Beschreibung sämtlicher Charaktere und die Mentalität der Menschen auf der schottischen Insel. Meinen Respekt hat der Autor, weil er das hochaktuelle und brisante Thema des Inzest beleuchtet.

Der Spannungsbogen der Handlung des Buches „Kalte Asche“ wird erst im neuen Thriller des Autors Simon Beckett "Leichenblässe" aufgelöst. Gut gemacht, denn man ist als Leser von der Handlung so gefangen, dass man den neuen Thriller „Leichenblässe“ sicher kaufen wird.

Ich denke, dass Sie nun so neugierig sind, dass Sie alle Einzelheiten der Handlung des Thrillers „Kalte Asche“ selbst lesen möchten. Erfahren Sie, wie es um das Privatleben Dr. David Hunters bestellt ist und welche Verwicklungen die Auflösung des Falles erschweren.

Heidelinde Penndorf
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 11, 2012 6:28 PM MEST


Blutsommer
Blutsommer
von Rainer Löffler
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Rezension zum Buch "Blutsommer", 11. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Blutsommer (Taschenbuch)
In Köln geschehen unglaubliche schreckliche Dinge. Rainer Löfflers „Blutsommer“ lässt den Lesern das Blut in den Adern gefrieren. Das eigene moralische Weltbild der Leser wird aus den Angeln gehoben! Während sie der Handlung folgen, merken sie, das was hier geschieht, ist eine neue abartige Dimension des Grauens.

Ein Serienkiller treibt ein diabolisches Spiel mit seinen Opfern.

Die Grausamkeiten die er sich ausdenkt, müssen seine Opfer bei vollem Bewusstsein ertragen. Er trinkt ihr Venenblut durch eine Braunüle, foltert sie auf grausamste Art mit diversen Werkzeugen und weidet sie regelrecht aus, wie ein Jäger sein erlegtes Wild. Er watet im Blut der Sterbenden und ist glücklich dabei.

Die Menschen nennen ihn den Metzger. Ähnlich wie der Serienmörder Hannibal Lecter, verspeist er mit Vorliebe die Innereien der Opfer.

Martin Abel, der beste Fallanalytiker Deutschlands, wird nach Köln abgestellt, im Schlepptau hat er die beste und blutjunge Fallanalytikschülerin Hannah Christ. Sie wurde ihm quasi vom LKA in Stuttgart aufgezwungen. Da ist zwischenmenschlicher Ärger vorprogrammiert, denn Abel ist kein leichter Mensch, introvertiert, mürrisch, wortkarg. Abels Denkansätze zur Erstellung des Täterprofils sind ungewöhnlich, seine Einfühlungstechniken in die Gedankenwelt des Metzgers sind sehr speziell und für Außenstehende nicht nachzuvollziebar.

Eine falsche Spur und unmittelbare Lebensgefahr, in der sich Martin Abel und Hannah Christ befinden, sind dicht spannungsgeladen und ziehen die Leser mitten ins grausame Geschehen.

Des Autors Schreibstil ist genial, er führt die Leser in Rückblenden in die Kindheit des Mörders. Zwischen den Lesern und dem Mörder bahnt sich eine spannungsgeladene Beziehung auf. Schwer ist es zu ertragen wie das kleine Kind die schlimmsten physischen und psychischen Erniedrigungen erträgt. Man möchte als Leser einschreiten, das Kind aus dieser Hölle befreien. Und die Erkenntnis blitzt auf, dass der Leidensdruck katastrophale Folgen in der psychischen Entwicklung nach sich zog.

„Blutsommer“ ist ein Thriller, sehr flüssig und ohne Längen, von Anfang bis Ende atemberaubend spannend, es ist ein Buch, dass man in einem Ritt durchliest, ohne zu ermüden.

Für Leser starker Nerven sehr zu empfehlen.

Heidelinde Penndorf


Das fünfte Kind. Bild Bestseller Bibliothek Band 21
Das fünfte Kind. Bild Bestseller Bibliothek Band 21
von Doris Lessing
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rezension zum Buch "Das Fünfte Kind", 11. September 2012
„Das fünfte KIND“ ist ein intelligentes und sehr anspruchsvolles Buch. Einmal angefangen zu lesen, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Es ist ein Psychogramm der Gesellschaft der 68er Jahre, die Analyse reicht auch in die heutige Zeit. Die Handlung spielt in England, führt die Leser an zwischenmenschliche Abgründe und baut eine subtile beängstigter Spannung auf.

Harriet und David Lovatt sind anders als der Zeitgeist der 68er Jahre es vorgibt. Sie haben einen großen Werteanspruch an das Familienleben. Beide wollen einen gutbürgerlichen Lebensstil, und am liebsten viele Kinder. Sie führen ein offenes gastliches Haus. Zu Feiertagen und Schulferien sind Familie und Freunde immer gern gesehen. Alles in allem ein glückliches Ehe- und Familienleben.

Doch mit dem 5. Kind wird alles anders. Ben war nicht geplant und Harriet spürt schon während der Schwangerschaft, dass da etwas nicht stimmt. Als sie im achten Monat entbindet, bewahrheiten sich ihre Ängste. Ärzte und Psychologen verschließen vor der Wahrheit die Augen, klären die Familie nicht auf, was auf sie zu kommt.

Die Familie steht allein in der Auseinandersetzung mit familiären Irritationen. Sie werden konfrontiert mit der Gewalt die Bens Denken beherrscht und die er versucht auszuleben. Seine Geschwister und Verwanden haben Angst vor ihm, empfinden Abscheu vor seinem Anderssein, vor seinem Aussehen und betrachten ihn als Eindringling aus einer anderen Welt…..

Kaum auszuhalten ist die Situation als Harriet gegen den Willen ihrer Familie Ben aus einer „Aufbewahrungsanstalt“ zurückholt. Menschen mit mehrfachen schweren geistigen und körperlichen Handicap waren damals Außenseiter der Gesellschaft und wer es sich finanziell leisten konnte, versteckte sie in geschlossenen Heimen, wo sie mit Medikamenten ruhig gestellt, menschenunwürdig dahinvegetierten.

„Das fünfte KIND“, ist ein Buch dessen Inhalt sich mit den Werten einer Gesellschaft auseinander setzt, die Leser mit Wahrheiten konfrontiert, die schwer wiegen. Ein Appell an die Menschenwürde !

Heidelinde Penndorf


Fluch und Segen des Fortschritts: oder die Bedrohung der Schöpfung
Fluch und Segen des Fortschritts: oder die Bedrohung der Schöpfung
von Christopher Kerkovius
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rezension zum Buch, 16. Mai 2012
Meine Rezension ist eine tiefe Verbeugung vor dem Wissen des Autors Christopher Kerkovius.

Er vermittelt in diesem Buch ein profundes Wissen über die kausalen Zusammenhänge zwischen Physik, Philosophie, Psychologie, Biologie, Medizin und Wirtschafts-und Sozialwissenschaften.

Explizit wird in diesem Buch dargestellt, dass sich unsere Wahrnehmung und unser Bewusstsein grundlegend ändern müssen, weil sonst der Weg in die ökonomische, ökologische und menschliche Katastrophe vorprogrammiert ist. Der Autor unternimmt mit seinen Lesern eine Exkurs zur ganzheitlichen Wahrnehmung, und zeigt auf, das das Denken als Akt des Verstandes und der Vernunft zur analytischen und systematischen Verarbeitung von Informationen und Erfahrungen zur vernünftigen Aneignung der Wahrnehmung führt und darüber hinaus zu einem mentalen und intuitiven Erfassen und Wissen.

'Fluch und Segen des Fortschritts' ist ein Fachbuch, keine Frage, doch eines, was den Leser nicht mit trockenem Lehrstoff zuschüttet, sondern in sehr eindringlicher Sprache darstellt, das unsere Erde und wir selbst vor einem Crash stehen.

Der Autor sagt uns- Es darf kein WEITER SO geben.

Der Leser macht Bekanntschaft mit dem 'Holismus', einer neuen Richtung innerhalb des philosophischen und wissenschaftlichen Denkens. Der Leser begegnet der vorsokratischen Philosophie, Platon und Plotin, Hegel, aber auch Persönlichkeiten wie Konrad Lorenz, Jean Gebser, Hans Jonas und Erich Fromm. Ebenfalls erfahren die Leser, wie C.F von Weizsäcker, Hans Peter Dürr, Fritof Capra und andere Persönlichkeiten über die ganzheitliche Wahrnehmung denken. Ich habe durch das Buch einen anderen Drauf-und Einblick in die die neue Physik bekommen und mich mit der Bootstrap Theorie von Geoffrey Chew befasst. Er ist der Meinung, dass die Materie nicht mehr auf kleine Bausteine zurückgeführt werden kann, sondern er geht von Beziehungsmustern und Strukturen aus, die letztendlich mit allem- auch dem Kosmos verbunden sind.

Auch der Einblick in die noch recht junge Chaostheorie ist interessant, lehrt sie uns doch, dass die Gesetzmäßigkeiten und die Unberechenbarkeit dynamischer Entwicklungsprozesse immer das Ergebnis beeinflussen, welches wir anstreben. Sehr verständlich bringt der Autor dem Leser nahe, dass unsere persönliche Existenz mit dem unermesslichem Ganzen zusammenhängt, nämlich mit den Gesetzen und Möglichkeiten des Mikro- und des Makroorganismus, mit der einmaligen Konstellation der Erde innerhalb des Sonnensystems. Und das wir, ob unserer Einmaligkeit des Ökosystems Erde wissen und trotzdem dabei sind unsere komplexe Lebensgrundlage gedankenlos zu zerstören. Der Autor stellt heraus, dass erst eine ganzheitliche Wahrnehmung der Wirklichkeit uns in die Lage versetzt, diese Situation, die wir selbst verschuldet haben, in ihrer ganzen Dramatik zu erfassen.

Christopher Kerkovius bezieht die Biologie, die Medizin und die Psychologie in diesen Wissenskreislauf mit ein. Sehr aufschlussreich finde ich die Theorie des Meisterschülers Freuds, C.G. Jung. Seine Sicht komplexer Zusammenhänge, sein Menschenbild als das eines mannigfaltigen Zusammenspiels aufeinander bezogener genetischer, sozialer, kultureller und individueller Aspekte kommen dem Systembild des Lebens recht nahe.

Der Leser wird an das ' kollektiv Unbewusstsein und an das persönliche Unbewusstsein herangeführt und erfährt das seelische Gesundheit eigentlich nur vorhanden sein kann, wenn diese beiden elementaren Bereiche sich in Harmonie befinden.

Die Einbeziehung von Wirtschafts- 'und Sozialwissenschaften in das Thema Fluch und Segen des Fortschritts rundet kausal die Thematik ab. An Hand von gravierenden Beispielen, wie zum Beispiel die Bevölkerungsexplosion, dem Klimawandel und der Gentechnik stellt uns der Autor direkt an den Abgrund, vor dem die Menschheit gerade steht.

Christopher Kerkovius stellt heraus, dass weder regionale, nationale, globale, soziale und ökologische Folgen und Wechselwirkungen angemessen in wirtschaftliche Planungen und Entscheidungen realistisch einbezogen werden.

Herausgestellt werden vom Autor auch die unmenschlichen Auswirkungen des Turbo Kapitalismus. Der Autor verinnerlicht dem Leser, das unsere moderne Gesellschaft an einem akutren Mangel an tragfähigen, sozialen. kulturellen und ethischen Werten leidet.

Er geht in seinem Buch auch auf die ganzheitliche Wahrnehmung der Naturvölker und auch der Frauen und Kinder ein und zeigt auf, dass wir uns immer weiter davon entfernen.

In einer Zwischenbilanz macht der Autor sehr deutlich klar, dass unser traditionelles Wertesystem weitgehend verloren gegangen ist- um des Fortschritts, des Wachstums und des Konsum willens.

Nachhaltiges Handeln und Denken haben keine ausreichende Akzeptanz in unserer Gesellschaft. Die Natur wird rücksichts-und bedenkenlos von uns ausgebeutet.

Christopher Kerkovius zeigt am Ende seines überaus wichtigen Buches gegensteuernde Impulse der ökumenischen Bewegung, auch der internationalen Wissenschaftlervereinigungen, des 'Faktor vier'( Bericht an den Club of Rome) auf.

Klar wird, wir brauchen einen neuen Wertecodex, der uns die Kriterien in die Hand gibt, klare, eindeutige und soziale gerechte Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.

Das Buch 'Fluch und Segen des Fortschritt ' ist in gewisser Weise ein wissenschaftliches Fachbuch und richtet sich somit meiner Meinung nach an ein bestimmtes Leserklientel.

Es ist auch anderer Leserschaft sehr zu empfehlen. Denn es vermittelt in 283 Seiten einen Abriss unserer jetzigen globalen Situation. Dem Leser wird sehr eindringlich geschildert, dass eine ganzheitliche Wahrnehmung unserer Welt erforderlich ist, genauso wie ein neues Wertesystem von hoher Bedeutung für den Fortbestand des Lebens von Nöten sein wird.

Das Buch ist eine eindringliche Mahnung , man muss es gelesen haben.

Chapeau Christopher Kerkovius

Heidelinde Penndorf


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