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bleeding4metal "Bleeding4Metal" (Bleeding4Metal)

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Pax
Pax
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint: düstere Avantgarde von Industrial bis Death, 15. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Pax (Audio CD)
Schon LAIBACH schufen von slowenischem Boden aus in den 80er Jahren Material, welches sich kaum in Schubladen packen ließ und die Avantgarde-Szene in ganz Europa begeisterte. Die interdisziplinäre Kunst der Osteuropäer mit der Symbolik, die stalinistische Überreste mit Nihilismus bis Dadaismus verband, scheint aus dem Lebensgefühl dieser Region besonders gut zu erwachen. Auch NOCTIFERIA stammen aus Slowenien, sogar aus der gleichen Stadt (Ljubljana), und spielen auf deutlich härterem Niveau ebenso mit der kargen Ästhetik, die sich nicht nur in der Coverstatue wiederspiegelt. Auch auf "Pax" werden Musikstile wild zusammengewürfelt und zu einem Gesamtkunstwerk vereint. Das Martialische, die Marsch-Rhythmik und die Industrial-Note kennt man von LAIBACH in ähnlicher Form. Dazu gesellen sich brutale Heavy/Death-Riffs von runtergestimmten Gitarren, die sich mit den treibenden Rhythmen verbinden. Die Gesamtausrichtung ist in ihrer Härte eher kalt; und das, obwohl die Samples hier gar nicht zu sehr in den Vordergrund drängen. Sie wollen unbequem sein und verstörende Gefühle im Hörer wecken. Von düsterem Einheitsbrei ist diese Musik durch diese spröde Stumpfheit weit entfernt. 'The Falsifier' klingt wie MINISTRY in gemeingefährlich. Die theatralische Verzerrung jeglicher Harmonien wird mit einem entsprechenden Effekteinsatz erreicht, aber auch durch kompositorische Dissonanzen, wie sie besonders im kriechenden 'I Am You' durch die zeitliche Verschiebung der verschiedenen Instrumente und durch wilde Harmoniebögen erschaffen werden. Diese düstere Unbequemlichkeit, dieses akustische Heroisieren post-kommunistischer Disziplin und Stolz, das Zerreiben zwischen fiesen Gitarrenriffs und das Eingießen verschiedener stilistischer Einflüsse (bis zu Reaggae-Gitarren) ist extrem anstrengend und für Menschen, die sich am wohlsten fühlen, wenn sie sich eben nicht wohlfühlen. Es ist Befehl und Gehorsam, völlig empathiefrei und ohne Hoffnung. Ich finde es spannend, wie man über fast 40 Minuten Spieldauer diesen Effekt glaubwürdig aufrechterhält und gebe dafür 7/10 Punkte. Öfter anhören möchte ich es mir allerdings nicht.

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Black Widow
Black Widow
Preis: EUR 12,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint: Mein Eindruck ist noch sehr ambivalent und das Album könnte die Stärken mehr ausspielen., 2. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Black Widow (Audio CD)
Die schwarze Witwe ist schon mal eine Blondine. Ob sich hinter den provokant-vielversprechenden Titeln wie 'Sex Metal Barbie', 'Dirty Pretty' oder 'Natural Born Sinner' eine ähnliche Mogelpackung verbirgt, das soll dieses Review aufzeigen. Und es ist ein verdammt schwieriges Review und meine Eindrücke gegenüber der musikalischen Qualität sind sehr ambivalent. Die Dame mit der - man kommt erst später drauf! - fantastischen Stimme und ihre Backing-Band naschen nämlich aus einer Menge Töpfe. Wenig überraschend ist die Tatsache, dass hier vor allem harte Gitarren und kalte Samples die Grundlage vieler Songs ausmachen und sie mit dem Image, welches sich durch die Promo-Fotos zieht, irgendwo zwischen Lack/Leder, Erotic Art aber auch Burleske die Leute erreichen wollen. Es gibt ja viele Arten von Musik, die etwas Aufreizendes ausdrücken wollen. Karibische Rhythmen und gestöhnte Balladen gehören seit ihrer jeweiligen Erfindung zu den gern verwendeten Standards, und seit der Hochzeit des Industrial/Electro-Goth und seinen Mode-Fetischen sind auch kalte Sounds oft legitime Stellvertreter für romantikbefreite Sexthemen - vor allem bei Freunden der härteren Gangart. Instrumental sind viele Arrangements dementsprechend stark an MARYLIN MANSON & Co. angelegt ('Dirty Pretty'); insofern für mich eher uninteressant, weil ich dieser Form von Musik eine gewisse Berechenbarkeit unterstelle, die auch wenig Spielraum und viel Wiederholung bietet, dafür nicht ausreichende Leidenschaft. Sängerin Maria stellt die meisten Titel auch ähnlich sicko dar, aber immer wieder gibt es diese richtig guten melodischen Momente, die wieder versöhnlich stimmen. Richtig gut sind die Werke, die in Richtung Alternative/Gothic-Metal gehen. Auch wenn diese im Vergleich zu den anderen Songs eher mainstreamig klingen, kommen sie in der fetten Produktion richtig gut rüber und Maria kann hier ihr Stimmpotenzial mal ohne Verzerrer oder zerhackte Samples ausspielen. Zu diesen Werken gehört 'Sexual Hallucination' und die enorm gelungene Power-Ballade 'The Fighter' und das ruhige und mit zerbrechlicher Stimme vorgetragene 'Out Of Hell'. Ja, IN THIS MOMENT können in der Tat verdammt gute Musik machen. Und diese Stärken bauen sie auch in die kalten Songs ein, aber leider zu verwässert mit Effekten, TIC TAC TOE-Hip-Hop und dem Versuch, auch im kalten Industrial-Metal Fuß zu fassen. Allerdings beherrschen diesen Stil Bands wie SIN7SINS schon wesentlich besser und ich wünsche mir, dass sich Maria und ihre Jungs zukünftig stark auf ihre "gesellschaftsfähige Seite" konzentrieren und ihr musikalisches Können so nach außen tragen können.


In the Red
In the Red
Preis: EUR 13,97

4.0 von 5 Sternen Da ist noch mehr drin, aber es ist mal wieder schweinecooler Rock'n'Roll, 13. November 2014
Rezension bezieht sich auf: In the Red (Audio CD)
Die vier Schwedinnen sind ein Garant für schweißtreibende Live-Shows und haben in den letzten Jahren einige äußerst starke Songs rausgehauen und sind extrem tourfreudig. Der große Durchbruch fehlt leider bis heute noch, obwohl sie es längst verdient hätten. Für mich sind CRUCIFIED BARBARA die einzige Allgirl-Band, die richtig Eier hat. Der lässige Vibe von MOTÖRHEAD in Kombination mit mutigen Melodien spiegelt genau das wieder, was so eine Heavy'n'Roll-Mixtur ausmacht. Und die Damen bringen das verdammt authentisch rüber. Davon konnte man sich während der aktuellen Tour wieder einmal selbst überzeugen.

Diese Zutaten haben sie auch auf "In The Red" wieder alle am Start. Aber sie klingen insgesamt nicht mehr ganz so wild wie früher. Klar, der Opener mit dem coolen Titel 'I Sell My Kids For Rock'n'Roll' geht ab wie Sau und soll den Hörer direkt von den ersten Takten an fesseln. Aber einen weiteren Gassenhauer dieses Kalibers sucht man leider vergebens. Der Grund liegt vor allem an dem deutlich aufgeräumteren Sound, den diese Scheibe hat. War das Motto einst noch "In Distortion We Trust" gibt es auf "In The Red" immer wieder lediglich angecrunchte Overdrive-Gitarren, was insgesamt deutlich Härte aus dem Material nimmt. Mit starken Melodien waren die Barbaras ja noch nie sparsam, aber zusammen mit den reduzierteren Härtegraden kommt mir ein bisschen viel Alternative mit ins Ohr. Auch klingen einige Titel wie 'To Kill A Man' stellenweise ein bisschen zu verträumt. Da lobe ich mir doch direkt frühere Über-Balladen wie 'Count Me In'.

Ob ich von dem neuen Album enttäuscht bin? Vielleicht ein bisschen. Aber das macht es längst nicht zu einem schlechten Album, ich vermute das Problem größtenteils in der Produktion. Da ich die Mädels mit dem neuen Material bereits live gesehen habe, kann ich bezeugen, dass die neuen Songs auf der Bühne keinen Deut schlechter abgehen als das alte Material. Vor allem leben die Titel von der variablen Rockröhre Mia Blackhearts, die sich auf "In The Red" emotional und souverän durch die Titel singt und brüllt. Die Kombination von Melodien und den saugeilen rauen Shouts wie im Titelsong oder 'Follow The Stream' ist neben dem authentischen Feeling der Band einfach das Aushängeschild. Für die nächste Scheibe würde ich mir wünschen, dass sie auch im Studio wieder angepisst die Regler auf Zehn drehen und so durchdrehen, wie sie es auf der Bühne lieben. Und vielleicht öfter mal so echte Metal-Trademarks wie den MAIDEN-gleichen Beginn von 'Do You Want Me' einflechten, damit die Haare noch viele Jahre richtig fliegen können. Bis dahin freue ich mich auf jeden weiteren Gig dieser Energiebündel.

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Slk
Slk
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Origineller Stoff - in Finnland Topseller, hierzulande wurde der Ruf noch nicht so erhört., 13. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Slk (Audio CD)
Devin, bist du's? Der Anfang mit seiner überfett aufgetragenen Mischung aus schnellen Beats und dichten Harmonien könnte tatsächlich vom Kanadier stammen. Aber schon bald erfolgt die gewohnte Wechseldusche aus Härte und Poppigkeit, die bei den Finnen unverkennbar ist. Ich verfolge STAM1NA nun schon viele Jahre, muss aber gestehen, dass ich mit dem Material nie so ganz warm geworden bin, aber stets beeindruckte mich der musikalische Mut und die Experimentierfreudigkeit. Auf "SLK" kommt noch eine beeindruckende Präzision der unterschiedlichen Gitarrenspuren hinzu. Beinahe klinisch sauber klingt dieser Mix, der ständig zwischen Bombast, exakten Stakkatos, Härteausbrüchen und süßen Melodien wechselt. Aber man muss es mögen. Die dauernden Wechsel strahlen eine gewisse Hektik aus, aber es gelingt den Finnen genauso oft, gar einen tanzbaren Drive in die Strukturen einzuweben. Zur Skurrilität der Musik, die in Finnland übrigens regelmäßig mit Preisen und entsprechenden Verkaufszahlen überhäuft wird, gesellt sich die authentische Verwendung der finnischen Sprache, die in den Titeln bis auf den Song 'Panzerfaust' vorherrscht. Hin und wieder frage ich mich, ob sie es für den Hörer nicht ein Stück weit übertreiben. Mit Sicherheit macht es saugute Laune, solche Musik zu spielen. Aber das Hören ist etwas anstrengend und es dauert lange, bis man mit allen Songs mal richtig intim wird. Da freut man sich immer, wenn die Jungs auch einfach mal mit zündender Schlichtheit agieren. Das geht auch dann meistens ziemlich gut rein und kommt auf den Punkt - ohne ausgelutscht zu klingen. Ein Beispiel ist die zweite Hälfte von 'Kuolleiksi Ruoskitut Hevoset', welches die Komplexität auf Punkrock reduziert, aber dennoch richtig mitreißt. Solche Fetzen tauchen immer wieder auf, aber bevor man sie richtig greifen kann, wird es schon wieder sehr abgefahren. Und manche Songs wie 'Heikko Ehka' erschließen sich auch nach 10 Durchläufen noch nicht so richtig. Auch härtetechnisch beackern STAM1NA ein weites Feld. Als Beispiel für die Dynamik sollte man das vorhin erwähnte 'Panzerfaust' heranziehen, was eine Mischung aus CHILDREN OF BODOM und Black Metal ist, aber auch 'Usko Pois', welches am Anfang so richtig aggro losgeht und dann flockigen Pop mit Metal-Gitarren zelebriert und später in QUEENsches Pathos abdriftet.

STAM1NA legen sich auch nach fast 10 Jahren Bandgeschichte nicht fest und verlangen dem Hörer einiges ab. Aber diese ganz und gar nicht ketzerische Wilderei durch den schwermetallischen Gemüsegarten fordert mir Respekt ab. Da das Ergebnis kaum mit Worten beschreibbar ist, hilft nur eins: reinhören! Eine der originellsten Bands sind sie auf jeden Fall.

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Timekeeper 20th Anniversary Box
Timekeeper 20th Anniversary Box
Preis: EUR 19,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geile Musik und gelungene Zusammenstellung, 13. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Timekeeper 20th Anniversary Box (Audio CD)
Wer hätte das gedacht? MOB RULES feiern schon ihr 20-jähriges Jubiläum! Zu diesem Anlass gibt es die 3-CD-Box mit DVD namens "Timekeeper - 20th". Für Neueinsteiger ein echtes Brett, für Fans der Band eher wegen des Bonusmaterials interessant.

Melodic Metal haftet ja immer das Attribut des Kitschigen an, des Schnulzigen oder des langweiligen Songwritings. Es ist ein Genre, welches auch von einer schier unüberschaubaren Masse an Bands vertreten wird, von denen nur ganz wenige bis ganz nach oben kommen. Auch ich bin kein erklärter Freund dieses Genres und mein erster Kontakt mit MOB RULES war auf dem letztjährigen "Summer's End Festival" des Andernacher JUZ-Liveclubs. Und da war ich positiv überrascht, wie gut die Songs live rüberkommen. MOB RULES haben mir gezeigt, dass Melodic Metal eben nicht nur aus ausgelutschen Songs bestehen muss. Und dieser Eindruck bestätigt sich auch auf der Jubiläumsbox. Wobei man vorausschicken muss, dass es neben dem Best-Of-Material eine ganze Reihe Coverversionen mit bekannten Gästen gibt. Interessanterweise fällt das beim Hören überhaupt nicht auf, denn MOB RULES drücken auch den Coversongs ihren eigenen Stempel auf. Die eigene Best-Of-Historie besticht durch größtenteils sehr ausgefeiltes Songwriting. Natürlich gibt es hier und da etwas Kitsch, wenn die Fanfaren ausgepackt werden oder man sich wie in 'Celebration Day' zu tief in hardrockige Gefilde ausbremst. Aber es gibt auch eine Menge Kracher und flotte Songs. Die Live-Version von 'Lord Of Madness' drückt ordentlich, und mein persönlicher Fave 'Pilot Of Earth' mit dem Drive allererster Speed Metal-Bands sollte auch nicht unerwähnt bleiben. Hier und da gerät Klaus Dirks in den hohen Tönen in arge Quetschlage, vor allem wenn er live das etwas kitschige 'Meet You In Heaven' intoniert. Aber ansonsten gibt es wenig zu bemängeln. Unter den Cover-Songs befinden sich Gäste wie Peavy (der in FRUMPYs 'How The Gipsy Was Born' mithilft), Udo Dirkschneider oder Amanda Somverville in dem neu aufgenommenen Epos 'End Of All Days'. Zusätzlich gibt es noch eine Live-DVD "Mob Rules Over America", auf welcher die meisten Titel des Best-Of-Programms noch on stage zu bewundern sind, die offiziellen Musikvideos und ein bisschen Bootleg-Material.

Normalerweise neige ich dazu, bei Anthology-Boxen oder Best-Ofs keine Bewertungen zu vergeben. Aufgrund des schön zusammengestellten Materials mit neuen Aufnahmen oder vorher unveröffentlichten Titeln und dem wirklich gefälligen Material der Norddeutschen werde ich dennoch eine klare Kaufempfehlung aussprechen.

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Akte Ministry: Die offizielle Autobiographie
Akte Ministry: Die offizielle Autobiographie
von Al Jourgensen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 23,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nach Lemmy, Ozzy und The Dirt versucht Al Jourgensen, neue Drogenrekorde aufzustellen, 13. November 2014
Ja ja, der Al Jourgensen - wer seinen Werdegang kennt oder auch nur die Eskapaden während der MINISTRY-Zeit verfolgt hat, die er teilweise als Schatten seiner selbst bestritt, der weiß, dass Al nicht unbedingt zu den asketischen Kostverächtern zählt. Und da nach Lemmy und Ozzy ja offenbar jeder Musiker, der sich mal seinen Körper mit Drogen konservierte und neben die Spur geschossen hat, nun unbedingt eine Biografie nachlegen muss, darf der gute alte Al nicht fehlen.

Es handelt sich dabei - wie bei der Ozzy-Biografie auch - nicht um eine reine Autobiografie, denn das Buch entstand in Zusammenarbeit mit Jon Wiederhorn vom "Revolver", der auch gleich im ersten Kapitel schildert, wie er mit Al über ein Interview in Kontakt gekommen war. Daraus ergab sich mit der Zeit mehr und Al öffnete sich auch immer weiter. Irgendwann hatte Jon so viel verrückte Stories gehört, dass ihm die Idee kam, dieses Buch mit Al zu machen. In einem fast wirren Prolog steigt Al dann auch direkt mit seiner letzten Nahtoderfahrung ein, wo ihm mal wieder der Körper aufgrund des 40-jährigen Drogenmissbrauchs und ungesunden Lebensstils einfach schlappmachte und die Magengeschwüre das Blut hochspülten. Die einzigen Lebewesen, die auf ihn aufpassen können, sind sein Hund und seine Frau Angie. Und er springt dem Tod mal wieder von der Schippe. Und das war kurz vor dem 2012er "Relapse"-Album.

Erst danach geht es chronologisch los, angefangen von Als Kindheit in Kuba, die frühen Musikerfahrungen und eine Menge Scheiße, die er gebaut hat. Sämtliche Projekte werden erwähnt, seien es die REVOLTING COCKS oder LARD mit Jello Biafra oder obskurer Punk-Country von den BUCK SATAN & THE 666 SHOOTERS. Im Gegensatz zu den Großen des metallischen Autobiografie-Universums hält Al dabei private Geschichten - von seiner Kindheit mal abgesehen - weit im Hintergrund. Nahezu besessen von seinem eigenen Schaffen räumt er jedem Detail seiner musikalischen Laufplan sehr viel Platz ein. Der Rest des geschriebenen Worts gehört natürlich seinen Drogeneskapaden jeglicher Coleur, und zwischendrin kommen dann vereinzelte Fetzen, was den Menschen Al Jourgensen eigentlich ausmacht. Das Verhältnis ist insgesamt etwas unausgewogen und wie so oft stelle ich mir als ausgesprochener Freund von interessanten Autobiografien die Frage: ab wann sollte ein Mensch eigentlich seine Autobiografie schreiben? Mehr tot als lebendig ist Al hier und da sicherlich, aber gibt ein künstlich verkürztes Leben einem auch die Weisheit, darauf zurückblicken zu können? Ein Lemmy kann das. Er ist zwar kein begnadeter Schreiber, aber er hat einen scharfen Blick. Ein Ozzy konnte das mit Hilfe auch - sein Blick war zwar mehr als trübe, aber sein Co-Autor talentiert. Und da kommen wir zu einem kleinen Knackpunkt des Buchs. Man bekommt das Gefühl, dass Al nahezu Ich-besessen eine Predigt hält und möglichst als der coole verrückte Freak rüberkommen will. Entweder ist es Jon Wiederhorn als Co-Autor nicht gelungen, ein wenig Regie in Als Gedankenfluss zu bekommen, oder er hat es einfach nicht gut gemacht. Besonders erkennbar wird es, wenn es um die Glaubwürdigkeit mancher Geschichten geht. Wenn Al aus seiner Kindheit Details bringt, welche Autos er als junger Teenager alle geknackt hat (inkl. Baujahr!) oder in welchem Quarter er beim Baseball-Spiel als Zehnjähriger stand, als der Blitz einen Kumpel traf, dann kommen mir erhebliche Zweifel, ob sich Al wirklich an diese Details erinnert, oder ob er glaubt, sich erinnern zu können. Diese Ambivalenz wird vor allem durch die "Zwischenrufe" im Buch deutlich, wenn Weggefährten in einem kurzen Kapitel zu den Dingen zu Wort kommen. Und sein Stiefvater, der ebenfalls interviewt wurde, schildert einige Dinge deutlich anders und glaubwürdiger als Al es tut. Wenn dann noch die Jahreszahlen mancher Releases durcheinander laufen und ihm sogar manchmal die Reihenfolge nicht ganz klar ist ("Big Sexy Land" von den REVOLTING COCKS wurde seiner Erinnerung nach direkt nach MINISTRYs "Twitch" aufgenommen, dabei ordnet er dem ersten Album 1985 als Jahr zu und "Twitch" 1986) dann bestärkt es den Leser in der Vorsicht, wie hoch der Korrektheitsgrad seiner Erinnerungen wirklich sein mag.

Wenn man das mal auf Seite schiebt und davon ausgeht, dass wenigstens 80% des Buchs sich genau so zugetragen haben, dann bleibt immer noch ein erstaunlicher Dauertrip eines Musikers, der sich eigentlich immer nur austoben wollte und dem die Akzeptanz seiner Musik völlig egal war. Vor allem ist es erstaunlich, wievielen Leuten Al Jourgensen über die Füße gestolpert ist, von denen man das gar nicht meinen würde. Und noch schräger ist, mit welchen abseitigen Erinnerungen Al diese Geschichten würzt. So erfahren wir z. B. dass MADONNA fürchterlich stinken soll. Ansonsten versucht er hilflos, den Konsum von sieben Nasen Koks vor dem Straight-Edge-Papst Ian MacKaye (MINOR THREAT) zu verbergen, als er mit diesem im Studio arbeitet. Von Henry Rollins bekommt er Prügel angedroht, da dieser mit Junkies überhaupt nichts anfangen kann, und das Arbeitskonzept von Jello Biafra im Studio ist auch sehr ... kreativ. Und natürlich seine einschneidende Begegnung mit LSD-Papst Timothy Leary, die seinen bewusstseinserweiternden Gelüsten völlig neue Horizonte aufzeigte.

Das Buch ist für MINISTRY-Fans aufgrund seiner Vielzahl an Geschichten sicherlich ein Muss. Wer auch auf YouTube nach "Jenny Elvers betrunken" sucht, der wird aus den derben Geschichten, den Exzessen, Sex, Drugs & Violence auch hier ein hohes Maß an Unterhaltung ziehen. Weniger empfehlenswert alledings ist es für Freunde der Autobiografien an sich. Er öffnet sich als Person eigentlich kaum, sondern bietet meist einen verbal grobschlächtigen Blick auf seine Außenwahrnehmung. Über sich selbst wird eigentlich nur pausenlos betont, was er doch für ein cooler, versoffener und verdrogter Nihilist sei. Echte Selbstreflexion und tiefere Gedanken? Fehlanzeige.

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This Wicked Nest
This Wicked Nest
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint: junge Thrashcore-Hüpfer sollten diese Scheibe hören und verstehen, was Metal wirklich ausmacht, 31. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: This Wicked Nest (Audio CD)
Es stimmt wohl, was man sich über die "Golden Agers" so erzählt. OK, HELSTAR gehören noch nicht zu den Leuten, die sich am Luftkurort einen Jux in der örtlichen Disco erlauben und in der Drogerie Kondome neben die Vitaminpillen in den Einkaufswagen legen. Aber mittlerweile haben die Speedies aus den USA stolze 32 Lenze auf dem Buckel - und damit meine ich die Band, nicht die Jungs.

Erstaunlich ist allerdings, welch Power sie entfachen und locker eine Menge adrenalingeschwängerter Newcomer auf die hinteren Ränge verweisen. Die Doublebass läuft rund und auch die sonstigen Instrumente weisen keine Konditionsschwierigkeiten auf. Und die Vocals von James Rivera sind ohnehin über alle Zweifel erhaben. Vom kernig-rauen Metal-Organ, mit dem er auch eine Menge Melodien realisiert, bis zu den spitzen Schreien à la EXCITER hat er's auf der 2014er Scheibe "The Wicked Nest" wirklich gut drauf. Vor allem hört man diesen Gesangsstil, der uns früher die Freudentränen in die Augen trieb, bei den heutigen Schreigrunzern ja kaum noch. HELSTAR sind der lebende Beweis, wie man geile Melodien bis zum mehrstimmigen Gesang sowie eine Menge Druck und Härte kombiniert, und dennoch absolut organisch klingt. Schade, dass diese Tradition durch immer mehr seelenlose Riffmaschinen in letzter Zeit so in den Hintergrund verdrängt wurde. Denn dies geschieht absolut zu Unrecht. Hier kommt nichts aus dem Standardbaukasten. Die Riffs sind durchaus eigenständig, die Songs haben Atmosphäre und atmen den besonderen Metal-Spirit, in den man zwingend eintauchen muss und sich schlagartig für unbesiegbar hält. Vor allem, wenn ein Song wie der Titelsong so unglaublich direkt in den Nacken geht. Obwohl die Scheibe fast nonstop nach vorn drückt und Gas gibt (als Ausnahme sei mal das langsam-düstere 'Cursed' genannt) spart sie nicht an guten Ideen und Abwechselung. 'Souls Cry' hat sehr interessante Riffs, und das spannende Instrumental 'Isla De Las Munecas' besticht durch tolle Arrangements und starke Klampfenduelle zwischen Larry und Rob.

Nach so viel Lob muss ich auch jetzt nochmal spicken, was ich mir als Minuspunkte aufgeschrieben habe. OK, wenn Rivera singt, hört er ungern so schnell auf. Hier könnte man ein wenig mehr Abstriche machen, denn die Gitarrenarbeit hat es trotz der coolen Vocals verdient, noch mehr im Vordergrund zu arbeiten. Und der letzte der neun Songs, 'Magormissabib', kann das hohe Niveau des Rests nicht halten. Aber das war's auch schon. Oldschool Heavy/Speed/Thrash-Fans werden diese Scheibe eh schon auf der Kaufliste haben, also geht meine Kaufempfehlung zusätzlich an die ganzen halbwüchsigen "Modern-Thrasher" da draußen: Reinhören und verstehen!

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Hail the Apocalypse
Hail the Apocalypse
Preis: EUR 13,98

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint: ja, was geht denn hier ab?, 31. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Hail the Apocalypse (Audio CD)
Ja was geht denn hier ab? AVATAR sind mit "Hail The Apocalypse" angetreten, um vermutlich jeglichen Hass aller Traditionsmetaller auf sich zu ziehen. Die Scheibe ist ein großer Zirkus. Es gibt Stunts mit Feuer und Rauch, verspielte Fantasie, und eine Menge alberner Clowns. Wenn man in diese Scheibe reinhört, ist es wie Lotto zu spielen. Mal hört man Brüllerei zu Deathcore-Riffs und glaubt, ein brutales Brett vor sich zu haben. Mal hört man aber auch zart-pathetischen Schmalz ('Bloody Angel') oder wähnt sich in 80er Pop-Scheibchen, wenn die Chöre so retro und kitschig wie in 'What I Don't Know' arrangiert sind. Doch wo ist nun der berühmte rote Faden? Irgendwie scheint die Scheibe dennoch aus einem Guss zu sein. So ernsthaft und voller Inbrunst, wie das Material zurechtgezimmert ist, wirkt es überraschenderweise plausibel und funktioniert. Man muss natürlich eine enorme Toleranz mitbringen, die hier und da auch arg überspannt wird. Für 'Puppet Show' zum Beispiel benötigt man ein besonderes Faible, oder eine große Menge Alkohol intus und eine feierwütige Crowd um sich herum. Die albernen Chöre und die Bläsereinsätze sind ein Arschtritt in jeden falschen Stolz, und man fragt sich manchmal, ob hier einfach ausgelassene Fröhlichkeit am Werk ist, oder ob die Grenze zur Peinlichkeit vielleicht doch überschritten wurde. Genauso wie das neue Genre "Drehorgel-Metal" (ich hab's gerade selbst erfunden, also wenn das das neue Ding von morgen werden sollte ...) in 'What I Don't Know'. Am Ende der 11 Songs wird es nochmal interessant - vor allem, weil der krasse Kontrast des Stils von AVATAR plötzlich fehlt. Das Cover von NIRVANAs 'Something In The Way' ist genauso lakonisch wie das Original, bricht mittendrin ab, und dann folgt als Rausschmeißer 'The Tower'. Ein für diese turbulente Scheibe durchaus ernster und starker Goth/Dark Metal-Song, der sich am Schluss so richtig dicke Hose zu einer fetten Metal-Ballade steigert.

Wer gerne Musik mit Überraschungen sucht, der findet auf "Hail The Apocalypse" eine ganze Wundertüte davon. Man darf allerdings nicht allergisch auf überbordende Fröhlichkeit reagieren und nicht zu engstirnig denken. Dann wirkt diese Scheibe sehr kurzweilig und steckt irgendwann in ihrer Verrücktheit auch den Hörer an.

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In a Mirror Darkly
In a Mirror Darkly
Preis: EUR 18,98

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überraschende Tiefe und nicht nur Technik, 27. April 2014
Rezension bezieht sich auf: In a Mirror Darkly (Audio CD)
MEKONG DELTA ... vor einem Vierteljahrhundert noch eine richtig aufregende Sache - geheimnisvoll und wegbereitend für anspruchsvollen und dennoch harten Prog-Metal, der sich nicht zu schade war, Thrash-Elemente und Ähnliches zu verwursten. Mittlerweile ist viel Zeit vergangen. Ganz andere Extreme sind bereits ausgelotet, und selbst der emotional oft flache Metalcore für ADHS-Kindergeburtstage weist durch die Bank Musiker auf, die ein Break sauber durchzählen können und ordentlich geübt haben. Einfach nur komplexe Musik zu schreiben und gut spielen zu können ist heute ein Ding, was einen nicht zwangsläufig zum King macht.

Was MEKONG DELTA aber ausmacht, ist die Tatsache, dass bei MEKONG DELTA immer MEKONG DELTA drinsteckt. Und bisher keine Band klingt wie sie. So etwas kann natürlich schnell zum Bumerang werden, gerade in der heutigen Phase, in der die Band nach ihrer Wiederbelebung eigentlich beinahe reger geworden ist als in ihrer Anfangszeit. Man könnte ermüden, wenn sich eine Band so eng in ihren Trademarks bewegt. Und ich muss gestehen, dass ich mich ein bisschen dabei ertappt habe, hin und wieder ein "Wie immer ..." im Kopf zu haben, wenn ich diese Scheibe gehört habe. Das ruhige, akustische Intro, der bombastische Opener danach ... nun, es wäre nicht das erste Mal, dass ein MEKONG DELTA-Album diesem Schema folgt. Dass die jazz-thrashige 'Ouverture' dabei noch das James Bond Thema einbaut, macht das Déjà-vu nicht unbedingt geringer. Wie immer darf man sich auf versetzte Rhythmik und scheinbar endlos verschachtelte Achtelläufe freuen. In der Neuzeit sind die Produktionen von MEKONG DELTA auch zuverlässig ordentlich, so dass man darüber eigentlich kein Wort mehr verlieren muss. Die gute Mischung aus Transparenz und Druck, die bei diesem komplexen Material immer eine Herausforderung um den besten Kompromiss ist, möchte ich aber dennoch lobend erwähnen. Viel besser kann man diese Musik nicht mischen - die traditionell-thrashige Härte wird bewahrt, man ermüdet nicht und von der Hi-Hat bis zum Bass steht alles gleichberechtigt sauber in vorderster Front. Anstrengender war bei MEKONG DELTA eigentlich meistens das ziemlich formelle Songwriting, welches beinahe maschinellen Mustern folgt. Wenn ein Titel 'The Armageddon Machine' heißt, dann könnte das ein Stilmittel sein, aber auch heute bleiben sie diesen Ansätzen treu, wie z. B. in 'Inside The Outside Of The Outside' oder in 'Hindsight Bias', welches stilistisch schon auf der alten "Dances Of Death" hätte stehen können. Der Fremdkörper war damals immer die Melodie, wenn z. B. Gesangslinien erzwungen über diesen Konstruktionen etwas Nachvollziehbares erzeugen sollten. Und das ist der Punkt, der mir auf "In A Mirror Darkly" auffällt und der das Album trotz aller Trademarks dennoch frisch klingen lässt: es findet etwas wie ein Wandel der Schwerpunkte statt. Denn MEKONG DELTA gelingt es auf dem aktuellen Album so gut wie noch nie, glaubwürdige Dramatik, Vielschichtigkeit und eine überraschend starke Düsterheit in ihre Songs zu packen. Es ist gar so, dass dies so gut funktioniert, dass mittlerweile die technisch-strengen Songparts eher zum Fremdkörper werden und der äußerst klassisch angehauchte Bombast die absoluten Höhepunkte setzt.

Ohne diesen Wandel hätte ich in der Tat überlegen müssen, ob man "In A Mirror Darkly" zwingend neben die "Wanderer..."-Scheibe ins Regal stellen muss. Aber schon nach wenigen Durchläufen ist man gepackt von der noch reiferen Balance zwischen Thrash, Technik und der Essenz ernster Klassik im harten Soundgewand. Und das, ohne seine Identität aufzugeben! Ich bin seitdem am Grübeln, welches der beiden Alben für mich das bessere ist. Anspieltipp: 'Janus'.

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Thunder & Steele
Thunder & Steele
Preis: EUR 16,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das ist Metal für Freudentränen, 23. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Thunder & Steele (Audio CD)
Ein kurzer Wirbel auf der Snare, und schon nach Sekunden habe ich ein so fettes Grinsen im Gesicht, dass sich die Mundwinkel hinten wieder treffen. Die RAMONES der Hamburger Metal-Schule sind nach dem Niedergang ihres ursprünglichen Labels wieder voll am Start. Und was soll man sagen: sie knüpfen dort wieder an, wo sie mit der Hitsammlung "Heading Northe" aufgehört haben. Das schwächere "Heathen Warrior" überspringe ich jetzt mal bewusst, denn für mich fehlte auf diesem etwas Spirit, den sie aber nach der (Zwangs?)pause nun wieder in Form einer ordentlichen Dosis Trueness in die Adern gepumpt haben. Hier ist wieder alles am Start. Pfeilschnelle Doppel-Leads, Drums von 0 auf 100 in drei Sekunden, die etwas an Kai Hansen erinnernden Vocals und natürlich ein riesiger Pott inhaltlicher Klischees, dass sich alle Banger, Kuttenträger auch noch nach dem siebten Bier ohne große Hirnverrenkungen damit identifizieren können. Plattheiten wie 'Metal Avenger', 'Steel Crusader' oder 'Servants Of Metal' sind hier ausnahmsweise mal kein Spinal Tap oder peinlich-gekünsteltes Anknüpfen an alte Tage (wie MANOWAR). Warum? Weil diese Melodien einfach wieder zum Niederknien sind. Die Jungs haben einfach ein Händchen für Hymnen, die die Laune konstant nach oben treiben. Hier und da schimmern wie in 'Ironborn' auch mal frühe HELLOWEEN durch (was durchaus als Lob gemeint ist), 'Steel Crusader' ist mit seinem Schlager-Refrain knapp an der Abrisskante, wird aber auch wieder souverän durch die spürbar gute Laune eingefangen, bevor er kippen kann. Viele "Whuoouuuooo"-Chöre werden auf den nächsten Gigs für heisere Kehlen im Publikum sorgen. Nach den irre schnellen Gitarren-Stakkatos von 'One Will Survive' lässt 'Servants Of Metal' das Album nochmal richtig fett mit Banger-Chören zur Marschtrommel, gezieltem Klimax und fetten Riffs ausklingen. Die Hochzeit von True-, Speed-, und Melodic-Metal ist STORMWARRIOR auf "Thunder & Steele" wieder vollends gelungen. Lediglich die auf laut getrimmte Produktion ist etwas totkomprimiert, und der grelle Sound kommt den Gitarren zwar zu Gute, allerdings auf Kosten des Fundaments und der Dynamik. Ansonsten well done, Jungs!

- Rezension im Original erschienen auf Bleeding4Metal - wir suchen stets engagierten Nachwuchs!!


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