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Rezensionen verfasst von
bleeding4metal "Bleeding4Metal" (Bleeding4Metal)

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The Savage And The Grace
The Savage And The Grace
Wird angeboten von forever_rock-de
Preis: EUR 14,90

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint: Wieder starker und US-beeinflusster Speed/Power-Metal der einzig legitimen SAVAGE GRACE-Nachfolger., 24. März 2015
Rezension bezieht sich auf: The Savage And The Grace (Audio CD)
"Deutschlands US-Speed-Hoffnung" MASTERS OF DISGUISE haben zum zweiten Schlag ausgeholt. Wir trafen den ROXXCALIBUR-Ableger auf der kürzlichen Tour mit OMEN und Bassmann Mario war so nett, uns mit einer Scheibe für das Review auszustatten, was über die sonstigen Kanäle dieses mal irgendwie untergegangen war. Und auch der Zweitling "The Savage And The Grace" bleibt dem Konzept treu. Wir erinnern uns: die Band, die auch schon mal als Backing-Band für Chris Logue unter dem legendären Namen SAVAGE GRACE einige Gigs mit dem alten Material der US-Legende bestritten hat, hat sich nach dem ungeplanten Split mit Chris unter dem aktuellen Namen dazu entschieden, diesen Stil des Power/Speed-Metals "with class" fortzuführen und natürlich auch die Trademarks von damals beizubehalten. Da wäre natürlich wieder der perverse Cop Knutson und die klischeeüberladene Frauenfeindlichkeit, die mit Sicherheit allein von der Cover-Optik wieder einige Sturm laufen lassen wird. Und es sind auch die kleinen Verweise für Insider, wie z.B. der Hackebeil-Holzklotz als Anspielung auf das "After The Fall From Grace"-Album der Vorbilder und wie schon beim Debüt das marschähnliche Intro, welches auch auf der neuen Scheibe wieder an den alten Opener 'Lions Roar' erinnert.

Doch zur Musik! Im Vergleich zum Vorgänger fällt auf, dass MASTERS OF DISGUISE an vielen Ecken ordentlich was perfektioniert haben. Der Sound klingt für mich einen Ticken satter und bei den Songs wird das Spektrum aus Speed und Melodie noch dynamischer ausgereizt. Da sind die richtigen Autobahn-Headbanger wie 'The Enforcer' und 'Heavens Fall', das thrashige 'War Of The Gods (Pt. 1)', die US-Metal-Fans werden sich über die Melodie-Granaten 'Conquering The World' und 'New Horizons' freuen, mit 'The Scavenger's Daughter' gibt es diesmal sogar eine Ballade (die mich ein wenig an OVERKILL zu "Years Of Decay"-Zeiten erinnert), und der Rest tummelt sich im klassischen Heavy Metal. Mit 'Sins Of The Damned' hat sich auch noch einer der geilsten SAVAGE GRACE-Titel als Coversong eingeschlichen und der macht verdammt Lust auf mehr. Ich würde es sogar begrüßen, weitere Titel von damals im modernen Soundgewand zu erhalten - und vor allem zeigt Alexx Stahl mit seiner klaren und kräftigen Stimme, dass er eins der geilsten klassischen Metal-Organe überhaupt hat. Eine weitere Coverversion ist in Form des ebenfalls sehr starken FLOTSAM&JETSAM-Covers von 'Hammerhead' enthalten, wobei die Band mal wieder Geschmack bezüglich der 80er-Perlen beweist und sich keine Blöße gibt.

Mir ist noch nicht ganz klar, ob es bei MASTERS OF DISGUISE weiterhin um einen der vielen Ableger aus dem ROXXCALIBUR-Umfeld handelt (Ex-Drummer Neudi hat ja auch schon zu Gunsten seiner anderen Band MANILLA ROAD den Sessel freigemacht für Jens Gellner), oder ob die Band einen kontinuierlichen Werdegang ins Auge fasst. Zu wünschen wäre es, denn die ewig lange Erfahrung mit unterschiedlichsten Einsätzen hat sie stilistisch so perfekt gemacht, dass man auch die zweite Scheibe durchaus zu einem Must-Have im Regal eines Headbangers zählen darf.

(Wenn die Rezension gefallen hat und dich auch Metal-Reviews reizen würden, dann kontaktiere mich gern über mein Profil)


Digitus DA-10287 Super Bass tragbarer Lautsprecher mit Mikrofon (3,5mm Klinkenstecker, Bluetooth)
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Preis: EUR 26,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Er tut's, 18. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Man kann gut damit draußen bisschen Musik auflegen und die Mono-Berechnung ist sauber. Insgesamt kann man dem Ding einen zumindest "in Grenzen" klaren Klang bescheinigen. Von "Super Bass" ist logischerweise bei der Größe nichts zu merken - stattdessen pumpt die kleine Membran mit einem Riesenhub, so dass gerade Bässe zwar irgendwie laut, aber auch schmutzig klingen.

Aber was soll's - man darf nie vergessen, wofür solche Geräte gedacht sind. Dafür ist es geschützt und stabil und verzeiht auch den Transport mitten im Rucksack.


AmazonBasics Stativ, Aluminium, Kugelkopf, 157,5 cm
AmazonBasics Stativ, Aluminium, Kugelkopf, 157,5 cm
Preis: EUR 48,99

4.0 von 5 Sternen Simpel, aber effektiv, 18. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein sehr stabiles Stativ zu einem guten Preis. Sicher gibt es für den doppelten Preis eine pfiffigere Verarbeitung, aber es erfüllt zuverlässig seinen Zweck. Lediglich einen Hebel am der Montage hätte ich mir noch gewünscht, um eine Videokamera sanft schwenken zu können. Ein Leichtgewicht ist das Stativ auch nicht, aber das ist für den Preis absolut zu verkraften.


Hyklere
Hyklere
Preis: EUR 18,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint: Wieder sehr interessante Musik, aber im Prinzip ein Spiegel vorangegangener Alben, 18. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Hyklere (Audio CD)
Der musikalische Männerverein DUNDERBEIST ist zurück und hat im Gepäck wenig Überraschungen, sondern vor allem ein konstantes Weiterführen ihres eigenen Stils. Dass in der Band eigentlich jeder singt ist schon ein Alleinstellungsmerkmal. Und man merkt es auch, dass die Jungs ein starkes Augenmerk auf die gesanglichen Parts legen. Von leichtem Folk wie 'Sjoldestruktion' bis zum Alternative Metal stehen stets die Stimmen stark im Vordergrund. Und immer ist dieser volkstümliche Tanz-Rhythmus in den auf norwegisch vorgetragenen Songs enthalten. Egal ob man gerade Heavy-Riffs runterrotzt oder wie in 'Langsint' einfach mal Triolen zur Begleitung klatscht: die Titel verleiten immer zur Bewegung, klingen folkloristisch und ein bisschen durchgeknallt. Die Musik von DUNDERBEIST bleibt also auch auf "Hyklere" sehr originell und auf eine gewisse Art und Weise cool, weil sie das typische Metal-Aggressionspotenzial für die Nackenmuskulatur einfach komplett ignorieren, stattdessen dieses lässige Augenzwinkern und die Tanzanimation in ein Metal-Gewand gekleidet haben. Dennoch habe ich mich als Fan der früheren Werke nach dieser Scheibe dennoch gefragt: war sie wirklich nötig? Bietet sie Neues und damit Kaufanreize? Und diese Frage konnte ich leider nicht mit "Ja" beantworten. Sie wirkt wie ein Spiegelbild des schon 2012 erschienen Longplayers "Black Arts & Crooked Tails". Hat man eine, muss man die nächste nicht unbedingt haben. Klar gibt man keine schlechte Note für das insgesamt stimmige Werk und ich rate auch jedem, der DUNDERBEIST noch nicht kennt, hier mal reinzuhören. Aber wenn man schon Fan der Band ist, möchte man nicht nur Stillstand auf ordentlichem Niveau, sondern auch im jeweiligen Stilkosmos eine gewisse Aufregung und Variabilität.

Hat die Rezension gefallen und schreibst du auch gerne CD-Reviews? Bitte um Kontakt über mein Profil :-)


Pax
Pax
Preis: EUR 11,99

4.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint: düstere Avantgarde von Industrial bis Death, 15. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Pax (Audio CD)
Schon LAIBACH schufen von slowenischem Boden aus in den 80er Jahren Material, welches sich kaum in Schubladen packen ließ und die Avantgarde-Szene in ganz Europa begeisterte. Die interdisziplinäre Kunst der Osteuropäer mit der Symbolik, die stalinistische Überreste mit Nihilismus bis Dadaismus verband, scheint aus dem Lebensgefühl dieser Region besonders gut zu erwachen. Auch NOCTIFERIA stammen aus Slowenien, sogar aus der gleichen Stadt (Ljubljana), und spielen auf deutlich härterem Niveau ebenso mit der kargen Ästhetik, die sich nicht nur in der Coverstatue wiederspiegelt. Auch auf "Pax" werden Musikstile wild zusammengewürfelt und zu einem Gesamtkunstwerk vereint. Das Martialische, die Marsch-Rhythmik und die Industrial-Note kennt man von LAIBACH in ähnlicher Form. Dazu gesellen sich brutale Heavy/Death-Riffs von runtergestimmten Gitarren, die sich mit den treibenden Rhythmen verbinden. Die Gesamtausrichtung ist in ihrer Härte eher kalt; und das, obwohl die Samples hier gar nicht zu sehr in den Vordergrund drängen. Sie wollen unbequem sein und verstörende Gefühle im Hörer wecken. Von düsterem Einheitsbrei ist diese Musik durch diese spröde Stumpfheit weit entfernt. 'The Falsifier' klingt wie MINISTRY in gemeingefährlich. Die theatralische Verzerrung jeglicher Harmonien wird mit einem entsprechenden Effekteinsatz erreicht, aber auch durch kompositorische Dissonanzen, wie sie besonders im kriechenden 'I Am You' durch die zeitliche Verschiebung der verschiedenen Instrumente und durch wilde Harmoniebögen erschaffen werden. Diese düstere Unbequemlichkeit, dieses akustische Heroisieren post-kommunistischer Disziplin und Stolz, das Zerreiben zwischen fiesen Gitarrenriffs und das Eingießen verschiedener stilistischer Einflüsse (bis zu Reaggae-Gitarren) ist extrem anstrengend und für Menschen, die sich am wohlsten fühlen, wenn sie sich eben nicht wohlfühlen. Es ist Befehl und Gehorsam, völlig empathiefrei und ohne Hoffnung. Ich finde es spannend, wie man über fast 40 Minuten Spieldauer diesen Effekt glaubwürdig aufrechterhält und gebe dafür 7/10 Punkte. Öfter anhören möchte ich es mir allerdings nicht.

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Black Widow
Black Widow
Preis: EUR 12,99

1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bleeding4Metal meint: Mein Eindruck ist noch sehr ambivalent und das Album könnte die Stärken mehr ausspielen., 2. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Black Widow (Audio CD)
Die schwarze Witwe ist schon mal eine Blondine. Ob sich hinter den provokant-vielversprechenden Titeln wie 'Sex Metal Barbie', 'Dirty Pretty' oder 'Natural Born Sinner' eine ähnliche Mogelpackung verbirgt, das soll dieses Review aufzeigen. Und es ist ein verdammt schwieriges Review und meine Eindrücke gegenüber der musikalischen Qualität sind sehr ambivalent. Die Dame mit der - man kommt erst später drauf! - fantastischen Stimme und ihre Backing-Band naschen nämlich aus einer Menge Töpfe. Wenig überraschend ist die Tatsache, dass hier vor allem harte Gitarren und kalte Samples die Grundlage vieler Songs ausmachen und sie mit dem Image, welches sich durch die Promo-Fotos zieht, irgendwo zwischen Lack/Leder, Erotic Art aber auch Burleske die Leute erreichen wollen. Es gibt ja viele Arten von Musik, die etwas Aufreizendes ausdrücken wollen. Karibische Rhythmen und gestöhnte Balladen gehören seit ihrer jeweiligen Erfindung zu den gern verwendeten Standards, und seit der Hochzeit des Industrial/Electro-Goth und seinen Mode-Fetischen sind auch kalte Sounds oft legitime Stellvertreter für romantikbefreite Sexthemen - vor allem bei Freunden der härteren Gangart. Instrumental sind viele Arrangements dementsprechend stark an MARYLIN MANSON & Co. angelegt ('Dirty Pretty'); insofern für mich eher uninteressant, weil ich dieser Form von Musik eine gewisse Berechenbarkeit unterstelle, die auch wenig Spielraum und viel Wiederholung bietet, dafür nicht ausreichende Leidenschaft. Sängerin Maria stellt die meisten Titel auch ähnlich sicko dar, aber immer wieder gibt es diese richtig guten melodischen Momente, die wieder versöhnlich stimmen. Richtig gut sind die Werke, die in Richtung Alternative/Gothic-Metal gehen. Auch wenn diese im Vergleich zu den anderen Songs eher mainstreamig klingen, kommen sie in der fetten Produktion richtig gut rüber und Maria kann hier ihr Stimmpotenzial mal ohne Verzerrer oder zerhackte Samples ausspielen. Zu diesen Werken gehört 'Sexual Hallucination' und die enorm gelungene Power-Ballade 'The Fighter' und das ruhige und mit zerbrechlicher Stimme vorgetragene 'Out Of Hell'. Ja, IN THIS MOMENT können in der Tat verdammt gute Musik machen. Und diese Stärken bauen sie auch in die kalten Songs ein, aber leider zu verwässert mit Effekten, TIC TAC TOE-Hip-Hop und dem Versuch, auch im kalten Industrial-Metal Fuß zu fassen. Allerdings beherrschen diesen Stil Bands wie SIN7SINS schon wesentlich besser und ich wünsche mir, dass sich Maria und ihre Jungs zukünftig stark auf ihre "gesellschaftsfähige Seite" konzentrieren und ihr musikalisches Können so nach außen tragen können.


In the Red
In the Red
Preis: EUR 19,98

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Da ist noch mehr drin, aber es ist mal wieder schweinecooler Rock'n'Roll, 13. November 2014
Rezension bezieht sich auf: In the Red (Audio CD)
Die vier Schwedinnen sind ein Garant für schweißtreibende Live-Shows und haben in den letzten Jahren einige äußerst starke Songs rausgehauen und sind extrem tourfreudig. Der große Durchbruch fehlt leider bis heute noch, obwohl sie es längst verdient hätten. Für mich sind CRUCIFIED BARBARA die einzige Allgirl-Band, die richtig Eier hat. Der lässige Vibe von MOTÖRHEAD in Kombination mit mutigen Melodien spiegelt genau das wieder, was so eine Heavy'n'Roll-Mixtur ausmacht. Und die Damen bringen das verdammt authentisch rüber. Davon konnte man sich während der aktuellen Tour wieder einmal selbst überzeugen.

Diese Zutaten haben sie auch auf "In The Red" wieder alle am Start. Aber sie klingen insgesamt nicht mehr ganz so wild wie früher. Klar, der Opener mit dem coolen Titel 'I Sell My Kids For Rock'n'Roll' geht ab wie Sau und soll den Hörer direkt von den ersten Takten an fesseln. Aber einen weiteren Gassenhauer dieses Kalibers sucht man leider vergebens. Der Grund liegt vor allem an dem deutlich aufgeräumteren Sound, den diese Scheibe hat. War das Motto einst noch "In Distortion We Trust" gibt es auf "In The Red" immer wieder lediglich angecrunchte Overdrive-Gitarren, was insgesamt deutlich Härte aus dem Material nimmt. Mit starken Melodien waren die Barbaras ja noch nie sparsam, aber zusammen mit den reduzierteren Härtegraden kommt mir ein bisschen viel Alternative mit ins Ohr. Auch klingen einige Titel wie 'To Kill A Man' stellenweise ein bisschen zu verträumt. Da lobe ich mir doch direkt frühere Über-Balladen wie 'Count Me In'.

Ob ich von dem neuen Album enttäuscht bin? Vielleicht ein bisschen. Aber das macht es längst nicht zu einem schlechten Album, ich vermute das Problem größtenteils in der Produktion. Da ich die Mädels mit dem neuen Material bereits live gesehen habe, kann ich bezeugen, dass die neuen Songs auf der Bühne keinen Deut schlechter abgehen als das alte Material. Vor allem leben die Titel von der variablen Rockröhre Mia Blackhearts, die sich auf "In The Red" emotional und souverän durch die Titel singt und brüllt. Die Kombination von Melodien und den saugeilen rauen Shouts wie im Titelsong oder 'Follow The Stream' ist neben dem authentischen Feeling der Band einfach das Aushängeschild. Für die nächste Scheibe würde ich mir wünschen, dass sie auch im Studio wieder angepisst die Regler auf Zehn drehen und so durchdrehen, wie sie es auf der Bühne lieben. Und vielleicht öfter mal so echte Metal-Trademarks wie den MAIDEN-gleichen Beginn von 'Do You Want Me' einflechten, damit die Haare noch viele Jahre richtig fliegen können. Bis dahin freue ich mich auf jeden weiteren Gig dieser Energiebündel.

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Slk
Slk
Preis: EUR 21,01

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Origineller Stoff - in Finnland Topseller, hierzulande wurde der Ruf noch nicht so erhört., 13. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Slk (Audio CD)
Devin, bist du's? Der Anfang mit seiner überfett aufgetragenen Mischung aus schnellen Beats und dichten Harmonien könnte tatsächlich vom Kanadier stammen. Aber schon bald erfolgt die gewohnte Wechseldusche aus Härte und Poppigkeit, die bei den Finnen unverkennbar ist. Ich verfolge STAM1NA nun schon viele Jahre, muss aber gestehen, dass ich mit dem Material nie so ganz warm geworden bin, aber stets beeindruckte mich der musikalische Mut und die Experimentierfreudigkeit. Auf "SLK" kommt noch eine beeindruckende Präzision der unterschiedlichen Gitarrenspuren hinzu. Beinahe klinisch sauber klingt dieser Mix, der ständig zwischen Bombast, exakten Stakkatos, Härteausbrüchen und süßen Melodien wechselt. Aber man muss es mögen. Die dauernden Wechsel strahlen eine gewisse Hektik aus, aber es gelingt den Finnen genauso oft, gar einen tanzbaren Drive in die Strukturen einzuweben. Zur Skurrilität der Musik, die in Finnland übrigens regelmäßig mit Preisen und entsprechenden Verkaufszahlen überhäuft wird, gesellt sich die authentische Verwendung der finnischen Sprache, die in den Titeln bis auf den Song 'Panzerfaust' vorherrscht. Hin und wieder frage ich mich, ob sie es für den Hörer nicht ein Stück weit übertreiben. Mit Sicherheit macht es saugute Laune, solche Musik zu spielen. Aber das Hören ist etwas anstrengend und es dauert lange, bis man mit allen Songs mal richtig intim wird. Da freut man sich immer, wenn die Jungs auch einfach mal mit zündender Schlichtheit agieren. Das geht auch dann meistens ziemlich gut rein und kommt auf den Punkt - ohne ausgelutscht zu klingen. Ein Beispiel ist die zweite Hälfte von 'Kuolleiksi Ruoskitut Hevoset', welches die Komplexität auf Punkrock reduziert, aber dennoch richtig mitreißt. Solche Fetzen tauchen immer wieder auf, aber bevor man sie richtig greifen kann, wird es schon wieder sehr abgefahren. Und manche Songs wie 'Heikko Ehka' erschließen sich auch nach 10 Durchläufen noch nicht so richtig. Auch härtetechnisch beackern STAM1NA ein weites Feld. Als Beispiel für die Dynamik sollte man das vorhin erwähnte 'Panzerfaust' heranziehen, was eine Mischung aus CHILDREN OF BODOM und Black Metal ist, aber auch 'Usko Pois', welches am Anfang so richtig aggro losgeht und dann flockigen Pop mit Metal-Gitarren zelebriert und später in QUEENsches Pathos abdriftet.

STAM1NA legen sich auch nach fast 10 Jahren Bandgeschichte nicht fest und verlangen dem Hörer einiges ab. Aber diese ganz und gar nicht ketzerische Wilderei durch den schwermetallischen Gemüsegarten fordert mir Respekt ab. Da das Ergebnis kaum mit Worten beschreibbar ist, hilft nur eins: reinhören! Eine der originellsten Bands sind sie auf jeden Fall.

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Timekeeper 20th Anniversary Box
Timekeeper 20th Anniversary Box
Preis: EUR 23,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geile Musik und gelungene Zusammenstellung, 13. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Timekeeper 20th Anniversary Box (Audio CD)
Wer hätte das gedacht? MOB RULES feiern schon ihr 20-jähriges Jubiläum! Zu diesem Anlass gibt es die 3-CD-Box mit DVD namens "Timekeeper - 20th". Für Neueinsteiger ein echtes Brett, für Fans der Band eher wegen des Bonusmaterials interessant.

Melodic Metal haftet ja immer das Attribut des Kitschigen an, des Schnulzigen oder des langweiligen Songwritings. Es ist ein Genre, welches auch von einer schier unüberschaubaren Masse an Bands vertreten wird, von denen nur ganz wenige bis ganz nach oben kommen. Auch ich bin kein erklärter Freund dieses Genres und mein erster Kontakt mit MOB RULES war auf dem letztjährigen "Summer's End Festival" des Andernacher JUZ-Liveclubs. Und da war ich positiv überrascht, wie gut die Songs live rüberkommen. MOB RULES haben mir gezeigt, dass Melodic Metal eben nicht nur aus ausgelutschen Songs bestehen muss. Und dieser Eindruck bestätigt sich auch auf der Jubiläumsbox. Wobei man vorausschicken muss, dass es neben dem Best-Of-Material eine ganze Reihe Coverversionen mit bekannten Gästen gibt. Interessanterweise fällt das beim Hören überhaupt nicht auf, denn MOB RULES drücken auch den Coversongs ihren eigenen Stempel auf. Die eigene Best-Of-Historie besticht durch größtenteils sehr ausgefeiltes Songwriting. Natürlich gibt es hier und da etwas Kitsch, wenn die Fanfaren ausgepackt werden oder man sich wie in 'Celebration Day' zu tief in hardrockige Gefilde ausbremst. Aber es gibt auch eine Menge Kracher und flotte Songs. Die Live-Version von 'Lord Of Madness' drückt ordentlich, und mein persönlicher Fave 'Pilot Of Earth' mit dem Drive allererster Speed Metal-Bands sollte auch nicht unerwähnt bleiben. Hier und da gerät Klaus Dirks in den hohen Tönen in arge Quetschlage, vor allem wenn er live das etwas kitschige 'Meet You In Heaven' intoniert. Aber ansonsten gibt es wenig zu bemängeln. Unter den Cover-Songs befinden sich Gäste wie Peavy (der in FRUMPYs 'How The Gipsy Was Born' mithilft), Udo Dirkschneider oder Amanda Somverville in dem neu aufgenommenen Epos 'End Of All Days'. Zusätzlich gibt es noch eine Live-DVD "Mob Rules Over America", auf welcher die meisten Titel des Best-Of-Programms noch on stage zu bewundern sind, die offiziellen Musikvideos und ein bisschen Bootleg-Material.

Normalerweise neige ich dazu, bei Anthology-Boxen oder Best-Ofs keine Bewertungen zu vergeben. Aufgrund des schön zusammengestellten Materials mit neuen Aufnahmen oder vorher unveröffentlichten Titeln und dem wirklich gefälligen Material der Norddeutschen werde ich dennoch eine klare Kaufempfehlung aussprechen.

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Akte Ministry: Die offizielle Autobiographie
Akte Ministry: Die offizielle Autobiographie
von Jon Wiederhorn
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 23,90

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nach Lemmy, Ozzy und The Dirt versucht Al Jourgensen, neue Drogenrekorde aufzustellen, 13. November 2014
Ja ja, der Al Jourgensen - wer seinen Werdegang kennt oder auch nur die Eskapaden während der MINISTRY-Zeit verfolgt hat, die er teilweise als Schatten seiner selbst bestritt, der weiß, dass Al nicht unbedingt zu den asketischen Kostverächtern zählt. Und da nach Lemmy und Ozzy ja offenbar jeder Musiker, der sich mal seinen Körper mit Drogen konservierte und neben die Spur geschossen hat, nun unbedingt eine Biografie nachlegen muss, darf der gute alte Al nicht fehlen.

Es handelt sich dabei - wie bei der Ozzy-Biografie auch - nicht um eine reine Autobiografie, denn das Buch entstand in Zusammenarbeit mit Jon Wiederhorn vom "Revolver", der auch gleich im ersten Kapitel schildert, wie er mit Al über ein Interview in Kontakt gekommen war. Daraus ergab sich mit der Zeit mehr und Al öffnete sich auch immer weiter. Irgendwann hatte Jon so viel verrückte Stories gehört, dass ihm die Idee kam, dieses Buch mit Al zu machen. In einem fast wirren Prolog steigt Al dann auch direkt mit seiner letzten Nahtoderfahrung ein, wo ihm mal wieder der Körper aufgrund des 40-jährigen Drogenmissbrauchs und ungesunden Lebensstils einfach schlappmachte und die Magengeschwüre das Blut hochspülten. Die einzigen Lebewesen, die auf ihn aufpassen können, sind sein Hund und seine Frau Angie. Und er springt dem Tod mal wieder von der Schippe. Und das war kurz vor dem 2012er "Relapse"-Album.

Erst danach geht es chronologisch los, angefangen von Als Kindheit in Kuba, die frühen Musikerfahrungen und eine Menge Scheiße, die er gebaut hat. Sämtliche Projekte werden erwähnt, seien es die REVOLTING COCKS oder LARD mit Jello Biafra oder obskurer Punk-Country von den BUCK SATAN & THE 666 SHOOTERS. Im Gegensatz zu den Großen des metallischen Autobiografie-Universums hält Al dabei private Geschichten - von seiner Kindheit mal abgesehen - weit im Hintergrund. Nahezu besessen von seinem eigenen Schaffen räumt er jedem Detail seiner musikalischen Laufplan sehr viel Platz ein. Der Rest des geschriebenen Worts gehört natürlich seinen Drogeneskapaden jeglicher Coleur, und zwischendrin kommen dann vereinzelte Fetzen, was den Menschen Al Jourgensen eigentlich ausmacht. Das Verhältnis ist insgesamt etwas unausgewogen und wie so oft stelle ich mir als ausgesprochener Freund von interessanten Autobiografien die Frage: ab wann sollte ein Mensch eigentlich seine Autobiografie schreiben? Mehr tot als lebendig ist Al hier und da sicherlich, aber gibt ein künstlich verkürztes Leben einem auch die Weisheit, darauf zurückblicken zu können? Ein Lemmy kann das. Er ist zwar kein begnadeter Schreiber, aber er hat einen scharfen Blick. Ein Ozzy konnte das mit Hilfe auch - sein Blick war zwar mehr als trübe, aber sein Co-Autor talentiert. Und da kommen wir zu einem kleinen Knackpunkt des Buchs. Man bekommt das Gefühl, dass Al nahezu Ich-besessen eine Predigt hält und möglichst als der coole verrückte Freak rüberkommen will. Entweder ist es Jon Wiederhorn als Co-Autor nicht gelungen, ein wenig Regie in Als Gedankenfluss zu bekommen, oder er hat es einfach nicht gut gemacht. Besonders erkennbar wird es, wenn es um die Glaubwürdigkeit mancher Geschichten geht. Wenn Al aus seiner Kindheit Details bringt, welche Autos er als junger Teenager alle geknackt hat (inkl. Baujahr!) oder in welchem Quarter er beim Baseball-Spiel als Zehnjähriger stand, als der Blitz einen Kumpel traf, dann kommen mir erhebliche Zweifel, ob sich Al wirklich an diese Details erinnert, oder ob er glaubt, sich erinnern zu können. Diese Ambivalenz wird vor allem durch die "Zwischenrufe" im Buch deutlich, wenn Weggefährten in einem kurzen Kapitel zu den Dingen zu Wort kommen. Und sein Stiefvater, der ebenfalls interviewt wurde, schildert einige Dinge deutlich anders und glaubwürdiger als Al es tut. Wenn dann noch die Jahreszahlen mancher Releases durcheinander laufen und ihm sogar manchmal die Reihenfolge nicht ganz klar ist ("Big Sexy Land" von den REVOLTING COCKS wurde seiner Erinnerung nach direkt nach MINISTRYs "Twitch" aufgenommen, dabei ordnet er dem ersten Album 1985 als Jahr zu und "Twitch" 1986) dann bestärkt es den Leser in der Vorsicht, wie hoch der Korrektheitsgrad seiner Erinnerungen wirklich sein mag.

Wenn man das mal auf Seite schiebt und davon ausgeht, dass wenigstens 80% des Buchs sich genau so zugetragen haben, dann bleibt immer noch ein erstaunlicher Dauertrip eines Musikers, der sich eigentlich immer nur austoben wollte und dem die Akzeptanz seiner Musik völlig egal war. Vor allem ist es erstaunlich, wievielen Leuten Al Jourgensen über die Füße gestolpert ist, von denen man das gar nicht meinen würde. Und noch schräger ist, mit welchen abseitigen Erinnerungen Al diese Geschichten würzt. So erfahren wir z. B. dass MADONNA fürchterlich stinken soll. Ansonsten versucht er hilflos, den Konsum von sieben Nasen Koks vor dem Straight-Edge-Papst Ian MacKaye (MINOR THREAT) zu verbergen, als er mit diesem im Studio arbeitet. Von Henry Rollins bekommt er Prügel angedroht, da dieser mit Junkies überhaupt nichts anfangen kann, und das Arbeitskonzept von Jello Biafra im Studio ist auch sehr ... kreativ. Und natürlich seine einschneidende Begegnung mit LSD-Papst Timothy Leary, die seinen bewusstseinserweiternden Gelüsten völlig neue Horizonte aufzeigte.

Das Buch ist für MINISTRY-Fans aufgrund seiner Vielzahl an Geschichten sicherlich ein Muss. Wer auch auf YouTube nach "Jenny Elvers betrunken" sucht, der wird aus den derben Geschichten, den Exzessen, Sex, Drugs & Violence auch hier ein hohes Maß an Unterhaltung ziehen. Weniger empfehlenswert alledings ist es für Freunde der Autobiografien an sich. Er öffnet sich als Person eigentlich kaum, sondern bietet meist einen verbal grobschlächtigen Blick auf seine Außenwahrnehmung. Über sich selbst wird eigentlich nur pausenlos betont, was er doch für ein cooler, versoffener und verdrogter Nihilist sei. Echte Selbstreflexion und tiefere Gedanken? Fehlanzeige.

(Bleeding4Metal fragt: hat die Rezension gefallen? Lust am Rezensieren von Metal-Material? Einfach über Profil kontaktieren!)


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