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Rezensionen verfasst von
FiWi (Mainz)

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Teufel Concept B 200 USB PC System Schwarz
Teufel Concept B 200 USB PC System Schwarz

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolute Kaufempfehlung, 31. August 2010
Die Gretchen-Frage: Würde ich dieses Produkt meinem besten Freund empfehlen? Klare Antwort: schon geschehen!

Nachdem ich mich in Sachen Computerlautsprecher über Jahre mit billigen Zwischenlösungen herumgeschlagen habe (die allesamt nach 2-3 Jahren den Geist aufgaben - Sie kennen ja die einschlägigen Hersteller...), war ich's vor einigen Monaten Leid und hab etwas mehr Geld in die Hand genommen. Bin durch Zufall und einige unerhört positive Rezensionen auf die Berliner Firma Teufel aufmerksam geworden und schließlich beim Concept B 200 USB (nebst Ipod Dock) gelandet.

Für meine Bedürfnisse stellt das System die Rundumsorgloslösung dar: schlicht, vergleichsweise exzellent verarbeitet, überraschend klangstark und hat man sich mal an die externe Verstärker/Soundkarten-Lösung gewöhnt, möchte man nie mehr was anderes (insbesondere der Front-USB-Anschluss leistet gute Dienste). In Verbindung mit dem Ipod-Dock wird das System (bei entsprechender WiFi-Anbindung) sogar zur veritablen Stereoanlage. Ich hab die Anschaffung noch keine Sekunde lang bereut und würde mich nicht wundern, wenn das Concept B 200 auch die nächsten 15 Jahre treue Dienste leistet. Wer also nach einer "erwachsenen" Lautsprecherlösung für seinen PC oder Mac sucht, liegt hier goldrichtig.


The Suburbs [Vinyl LP]
The Suburbs [Vinyl LP]
Preis: EUR 18,99

11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Inklusive Download-Code, 31. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: The Suburbs [Vinyl LP] (Vinyl)
Mal ganz abgesehen davon, dass das Album super ist und man sich in Songs wie "Suburbs" und "Sprawl II" förmlich hineinlegen möchte, liegt der Vinyl-Ausgabe ein Download-Gutschein für alle 16 Tracks bei. DAS nenne ich mal vernünftige Verkaufspolitik. Hut ab!
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 14, 2010 9:08 PM MEST


Ys
Ys
Preis: EUR 19,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Angst, es beißt nicht!, 8. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Ys (Audio CD)
"We could stand for a century
staring,
with our heads cocked,
in the broad daylight, at this thing:

Joy,
landlocked in bodies that don't keep
dumbstruck with the sweetness of being,
till we don't be."

Allein wie sich "Emily" anhört muss sich die Aussicht von einem Achttausender anfühlen.

Ich kenne keine Musik aus den Randgebieten des Pop, die mich beim ersten Hören dermaßen verwirrt und überfordert hätte wie Joanna Newsom. Und Nichts hat mich, seit ich mich darin einigermaßen zurechtgefunden habe mehr begeistert. YS ist ein Klang- und Lyrikgebirge, das Beschäftigung, Wunder und Momente kosmischen Staunens bereithält für Monate und wahrscheinlich Jahre. Anmut, Emphase, Liebreiz und Belesenheit jenseits aller Superlative.

PS: HAVE ONE ON ME steht YS keinen Deut nach.


Communion
Communion
Preis: EUR 19,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alter Schwede!, 27. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Communion (Audio CD)
An "The Soundtrack of our Lives" kommt eigentlich niemand vorbei, der sich in den letzten 40 Jahren auch nur ansatzweise für Rock N Roll interessiert hat. Was die Schweden da seit Jahren abliefern ist vor allem in der gebotenen Konstanz und Konsistenz schlicht sensationell. Exzellente Bands erkennt man ja nicht nur aufgrund ihrer Livequalitäten (die bei TSOOL famos sind!) sondern vor allem daran, dass, lässt man fünf Leute Best-Of-Kompilationen zusammen stellen, fünf komplett unterschiedliche Alben dabei heraus kämen.

Auch "Communion" besticht durch sein praktisch gleichbleibend hohes Niveau. Natürlich hätte auch ein Einzelalbum mit 16 Titeln gelangt, aber wo soll man denn hin mit all den potenziellen B-Seiten, wo's doch praktisch keine Singles mehr gibt?? Eben. So ersparen uns TSOOL sündteure Deluxe-Bonus-CDs und hauen gleich die volle Ladung raus.

Der Vorwurf uninspirierten Epigonentums verfängt übrigens nicht - jedenfalls so lange TSOOL bessere Songs schreibt als John C. Fogerty oder George Harrison in den letzten 20 Jahren ("Thrill Me"). Das ist eben der feine Unterschied zwischen einem Erben und einem Trittbrettfahrer ;-)

Meine Lieblingstracks: Second Life Reply, Songs of the Ocean, Lost Prophets in Vain, The Passover, Ra 88

In diesem Sinne: "We're here to finalize / the friction of your eyes / the twisting of your tongue / together with a song" (Babel On)


Riptide
Riptide
von Lincoln Child
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nachsitzen bei Lovecraft, 28. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Riptide (Taschenbuch)
Es ist wie immer bei Preston und Child: sie entwickeln ein super Szenario und haben tolle Ideen und dann versuchen sie auf Biegen und Brechen einen Roman daraus zu machen. "Riptide" ist ein fantastischer Stoff für eine Erzählung von vielleicht 150 Seiten, doch wo man Unlogik eigentlich aus dem Weg gehen sollte indem man die Dinge im Ungefähren belässt, blasen Preston und Child ihre Geschichte mit einer schwachen Liebesgeschichte und vielen anderen Mätzchen auf, die sie schriftstellerisch nicht zu bewältigen wissen. Zum Vergleich einfach mal Lovecraft (Berge des Wahnsinns o.ä.) lesen - da sieht man wie's gemacht wird.
Als Roman ist "Riptide" sicher eine Enttäuschung, wer dadurch in eine aufregende Recherche zum "Fluch von Oak Island" gestürzt wird, dürfte den Kauf aber nicht völlig bereuen.


The Seldom Seen Kid
The Seldom Seen Kid
Wird angeboten von Obsessed-Records GmbH inkl-MwSt-Widerrufsbelehrung-AGB-unter-Verkäufer-Hilfe
Preis: EUR 11,55

19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Thinking man's rock 'n' roll", 6. November 2008
Rezension bezieht sich auf: The Seldom Seen Kid (Audio CD)
Wenn Sie irgendwo ein pathetischeres und dabei unpeinlicheres Liebeslied finden als "Mirrorball"; wenn Sie einen elegischeren Titel für einen Rock-Song kennen als "The Loneliness of a Tower Crane Driver"; wenn Ihnen eine intelligenter bei "Hey Jude" abgekupferte Hymne einfällt als "One Day Like This", ein pointierterer Fanfaren-Einsatz als in "Starlings", ein ausgefuchsterer Rhythmus als bei "The Bones of You"; wenn Sie eine treffendere Metapher für einen Pub finden als "a hole in my neighbourhood down which of late I cannot help but fall" (Grounds for Divorce); wenn Sie ein hübscheres Booklet finden als dieses von Oiver East gestaltete; wenn Ihnen zwischen Coldplay und Radiohead nichts fehlt; und wenn Sie je großartigere Lieder und Texte über das Leben, Lieben und Leiden in und an englischen Arbeitermetropolen gehört haben (die Smiths und Pulp nicht mitgerechnet ;-), dann brauchen Sie Elbows zum Seufzen schön arrangiertes Album "The Seldom Seen Kid" wirklich nicht.

Ansonsten: wenn Sie in jedem Jahr nur ein Album kaufen, dann kaufen Sie dieses!


The Trip-Curated By Jarvis Coc
The Trip-Curated By Jarvis Coc
Wird angeboten von Discover Music
Preis: EUR 185,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer eine bessere Compilation kennt, Hand hoch!, 1. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: The Trip-Curated By Jarvis Coc (Audio CD)
Ich weiß, ich weiß: Superlative klingen immer so nach "Oberprimaner entdeckt die Kunst für sich", aber was Jarvis Cocker und Steve Mackey hier zusammen gestellt haben ist tatsächlich das beste Mix-Tape, das ich je in Händen hielt.

Auch wenn man von den meisten Künstlern und Songs noch nie gehört hat, ist das hier kein obskures Insider-Ding sondern richtig richtig gute Musik. Abgesehen von ganz wenigen Titeln reiht sich Hit an Hit, wobei Hit hier nicht bedeutet, dass auch nur einer der Songs jemals im Radio gelaufen sein dürfte ;-) Cockers und Mackey Lieblingsmusik stammt hauptsächlich aus den Siebzigern, mit einigen älteren und jüngeren Einsprengseln. Wer irgendwas aus dem Musikkosmos zwischen Bright Eyes und Pulp mag, wird das hier lieben!

Highlights zu nennen fällt schwer, meine liebsten Stücke sind dennoch "The Lady with the Braid" von Dory Previn, (dessen Text auch von Cocker hätte stammen können), das herrlich schwülstige "24, Sycamore" von Gene Pitney, natürlich "Feel Flows" von den Beach Boys, die wunderbar hingeschluderte Version des Sister-Sledge-Klassikers "Lost in Music" von The Fall, das brummig-melodiöse "Pour Man" vom großen Lee Hazlewood und Neil Sedakas traumhaftes Midlife-Moritat "Going Nowhere".

Also, wer in seinem Freundeskreis mal so richtig den Kenner raushängen lassen will, der besorge sich "The Trip" und beglücke seine Freunde fortan mit Elogen auf Dory Previn und Bonnie Dobson! Einfach herrlich!


This Is Hardcore (Deluxe Edition)
This Is Hardcore (Deluxe Edition)
Preis: EUR 18,17

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kunst ist Pornografie ist Kunst ist Pornografie ist ..., 19. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: This Is Hardcore (Deluxe Edition) (Audio CD)
Selten hat ein Cover so perfekt wiedergegeben, was sich da unter und hinter ihm verbirgt: eine junge Frau, nackt, schön, auf einem roten Ledersofa. Was macht sie? Was hat sie gerade gemacht? Will ich es überhaupt wissen?

Nach Jarvis Cockers Bestandsaufnahme des modernen British Way of Life zwischen Singlemüttern und Sex in HIS 'N' HERS und DIFFERENT CLASS erkundet er in THIS IS HARDCORE hauptsächlich sich selbst. Die 12 Titel kreisen darum, wie man sich verloren geht, im Altern, an der Spüle, im Stripclub oder vor dem Fernseher. Was zunächst nach depressiver Nabelschau klingt entpuppt sich als unglaublich clever, denn Cocker spiegelt immer wieder alles ineinander: Popmusik und Pornokino werden eins, in beidem suchen wir nach dem einen Moment, dem einen Gefühl, dass nur für uns zu sein scheint. Cocker ekelt sich nicht vor dem "Ichzerfall"' (wie Gottfried Benn es nannte), er hält seinen Schrecken aus und findet Schönheit im Untergang, der dann natürlich doch nicht eintritt. Denn nach der Apokalypse der 'Persona' graut wieder ein neuer Morgen. Cockers 'Irony is over' kündete nicht vom Ende der Band, sondern davon, wo drei Jahre später WE LOVE LIFE spielen würde: im neuen Jahrtausend; in der Natur; gemalt in allen Farben außer schwarz und pink.

Man müsste so viel zur Entstehungsgeschichte des Albums erzählen, um seine Tragweite zu verdeutlichen: Cockers Nervenzusammenbruch in New York; der Abgang Russel Seniors; die abgebrochenen Aufnahmesessions; der Sex; die Drogen; die geplatzte Verlobung. So viel sei gemutmaßt: wären Pulp anno 1997 zerbrochen, wäre Cocker damals dem Wahn anheim gefallen, THIS IS HARDCORE wäre heute so legendenumwoben wie Brian Wilsons SMILE. Mindestens.

Der künstlerische Tanz auf der Rasierklinge, er gelang -' gerade so. THIS IS HARDCORE ist als Album eine Offenbarung, emotional wie intellektuell. Im Verbund mit dem Bonusmaterial fragt man sich aber unwillkürlich, wieso es einige der fantastischen Demos und B-Seiten nicht auf das Album geschafft haben. Der schwül-düstere Brecher '"It's a Dirty World'" (With your back up against the cigarette machine / well it's bad for your health - if you know what I mean?!) oder die perfide Spitze gegen New Labour "Cocaine Soacialism" (Der Kinderchor! Der Kinderchor!) sind weit bessere Songs als "I'm A Man" oder "Glory Days".

Gerade die beiden Erstgenannten sind Schlüsselsongs. THIS IS HARDCORE verstörte seinerzeit viele nicht zuletzt, weil das Album vom 'Morgen danach' handelte, man aber nicht ohne weiteres verstand, an welchem Punkt der Britpop-Party-Bus Richtung Hades abgebogen war. Das Verglühen in dionyischen Freuden ("It's a Dirty World") oder das Verbranntwerden im Diskurs von Boulevard und Politik ("Cocaine Socialism") sind schon mal zwei wichtige Hinweise. Die Bonus-Disc rundet das Album zum Meisterwerk.

Die übrigen B-Seiten und Demos sind teilweise grandioser Blödsinn, aber nie langweilig, immer aufschlussreich und meistens unverzichtbar. Cocker und seiner Band gelang das seltene Kunststück sich zu entwickeln ohne kryptisch (Radiohead) zu werden oder feist (Coldplay). Die besten Texte Großbritanniens (sorry, Neil Hannon) sie finden sich auch auf THIS IS HARDCORE; da verspricht Cocker einer Stripperin in "Seductive Barry": I will light your cigarette with a star that has fallen from the sky. Und seiner Zukünftigen in "Modern Marriage": And I will never sleep with any of your friends - well, not your best friends anyway ;-) Und "Like A Friend" darf bis auf weiteres als die treffendste Beschreibung einer Affäre gelten:

You are that last drink I never should have drunk
You are the body hidden in the trunk
You are the habit I can't seem to kick
You are my secrets on the front page every week
You are the cut that makes me hide my face
You are the party that makes me feel my age
You're like a car crash I can see but I just can't avoid
You're like a plane I've been told I never should board
You're like a film that's so bad, but I've just got to stay 'til the end
Let me tell you that it's lucky for you that we're friends

Ich verneige mich vor dem Genie dieser Band. Vielleicht wird sie eines Tages noch mal für ein paar Konzerte zusammenfinden. Und denkt daran: The revolution begins and ends with you.


Miami Vice
Miami Vice
DVD ~ Jamie Foxx
Preis: EUR 4,99

7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Michael Mann spielt in seiner eigenen Liga!, 30. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Miami Vice (DVD)
Es ist zum Haareraufen, wie hier manchmal gute Filme heruntergeputzt werden...

Der meiste Unmut resultiert wohl aus enttäuschten Erwartungen an einen Actionfilm im Allgemeinen und eine Kinofassung der Kultserie "Miami Vice" im Besonderen. Was Michael Mann hier macht ist eigentlich einfach. "Miami Vice" hob damals das TV-Serien-Format auf ein neues Qualitätsniveau, weil Mann Kino-Standards ins Fernsehen brachte. In seiner Kinoadaption frischt er "Miami Vice" mit den Mitteln von TV-Serien wieder auf.

Ich hab den Kinofilm immer als Dreierfolge einer Serie angesehen, die es nicht gibt: Charaktere werden nicht eingeführt; die Erzählung kehrt zirkulär zum Ausgangspunkt zurück; die Kameraarbeit orientiert sich an Reality-Formaten wie "Cops".

Überhaupt die Kameraarbeit! Michael Mann spielt mit seiner Digitalästhetik jawohl in einer eigenen Liga! Hat eine nächtliche Stadt schon mal verführerischer und sündiger ausgesehen als bei "Miami Vice"? (Gut, höchstens noch LA in "Collateral"...) Die Farben! Die Kontraste! Die flirrenden Lichter! Wer will denn anno 2006 noch Pastelsakkos und Flamingos sehen?

Die Action ist schlicht der Wahnsinn! Kann irgendein Regisseur bessere Shootouts inszenieren als Michael Mann? Nein! Wer hier ein "Bad Boys 2" oder "Matrix"-Zeitlupen erwartet sitzt natürlich im falschen Film. "Miami Vice" ist kein zynischer Kindergeburtstag, sondern ein erwachsener Actionfilm. An die Spannung, die Wucht, die Härte der Trailerpark-Sequenz oder des Showdowns kommt in Hollywood derzeit niemand ran. Nicht Scorsese, nicht Spielberg. Brachialer und zugleich ökonomischer hat auch Peckinpah nicht inszeniert.

"Miami Vice" ist nicht Manns bester Film aber er ist ein verdammt guter. Und allein für den Sound des Ferraris im Parkhaus gebe ich gerne Michael Bays gesamtes Oevre her!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 29, 2008 6:21 PM CET


Shutter Island: Roman
Shutter Island: Roman
von Dennis Lehane
  Taschenbuch

6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut geschrieben aber belanglos, 30. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Shutter Island: Roman (Taschenbuch)
Ich hatte mir das Buch besorgt, als ich von den Verfilmungsplänen Martin Scorseses (mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle) las. Nach der Lektüre schwant mir Böses...

"Shutter Island" ist patent geschrieben, mit sicherem Gespür für Atmosphäre und einem angenehm gruseligen Schauplatz. Die hier mitunter erhobene Kritik an den Dialogen oder der mangelnden Spannung kann ich nicht nachvollziehen. Die erste Hälfte ist wirklich klasse.

Dann jedoch kristallisiert sich mehr und mehr heraus, dass wir es mit einem "Unzuverlässigen Erzähler" zu tun haben. Soll die Hauptfigur in den Wahnsinn getrieben werden oder ist sie schon verrückt? Diesen Schwebezustand hält Lehane leider nicht lange und beantwortet die Frage dann ohne größere Umwege. Erzählerisch gut ausgetüftelt ist das allemal; Lehanes Kartenhaus bricht nicht zusammen! Sprachlich sind gerade die letzten Kapitel exzellent!

(Bspl: "...was ihr die größte Furcht bereitete, das war in ihr; ein übernatürlich intelligenter Parasit, der schon ihr ganzes Leben lang in ihrem Kopf hockte und sein Unwesen trieb, herumtrippelte und aus Spaß Stecker herauszog.")

Ob man Auflösungen im Stil von "The Sixths Sense" oder "The Ususal Suspects" mag, ist sicher Geschmackssache. Mich ärgerte an der Auflösung erstens, dass sie mir für das Kriminalgenre unpassend erscheint (da knobelt man zweihundert Seiten lang mit und dann wird alles mit einem "Ätsch! War alles ganz anders!!" beiseite gewischt - bei psychologischen Lösungen für manifeste Rätsel fühle ich mich betrogen!); und zweitens, dass mir "Shutter Island" hier auch und gerade vor dem Hintergrund der genannten Filme nichts neues erzählt. "The Others", "Fight Club", "The Gathering", "Lost Highway", "Memento" und und und: das war eine Mode von vor fünf bis zehn Jahren.

Und hier schwant mir Böses, wenn ich an Scorseses Film denke. Der Mann tritt nochmal mit dem gleichen Zaubertrick auf, den wir bereits in allen Variationen kennen... Kurzum: Lehane hat "Shutter Island" wirklich schön geschrieben und gut konstruiert, aber am Ende fragt man sich schulterzuckend "So what...?!" und das ist kein gutes Zeichen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 7, 2013 2:02 PM MEST


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