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Rezensionen verfasst von
Wolfgang Ludwig
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Brother DCP-J4110DW All-in-One Multifunktionsgerät (Farbdrucker, Scanner, Kopierer, USB 2.0) schwarz/weiß
Brother DCP-J4110DW All-in-One Multifunktionsgerät (Farbdrucker, Scanner, Kopierer, USB 2.0) schwarz/weiß
Preis: EUR 98,65

67 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sehr nervige Geräusche beim Druck -- ansonsten für die Preisklasse ok, 25. Mai 2013
Als neulich mein ca. vier bis fünf Jahre altes Canon-MuFu seinen Geist aufgab, habe ich mich nach einer günstigen Alternative umgesehen. Für mich steht normaler Druck (hauptsächlich S-W, Farbe nur informationshalber) im 'Vordergrund, Scannen und Kopieren müssen auch drin sein, auf Fax konnte ich verzichten, was natürlich Geld spart.

Für dieses Gerät habe ich mich entschieden, weil es bei, wie mir schien, günstigem Preis relativ schnellen Druck versprach und außerdem mit dem "blauen Engel" für Umweltfreundlichkeit aufwarten kann. Ob dieses Logo allerdings wirklich viel Aussagekraft hat, kann ich nicht beurteilen. Das Gerät hat getrennte Tintenpatronen für die verschiedenen Farben, das vermeidet sicherlich Verschwendung von Tinte, aber das bot mein altes Canon-Gerät auch.

Hat das Gerät gehalten, was ich mir erhoffte, und ist es sonst ok?

- Schneller Druck? Ja. Das alte (damals allerdings auch wesentlich teurere) Gerät war zwar etwas schneller, aber für meine Zwecke (meist geht es nur um Texte zwischen fünf und 20 Seiten) ist es völlig ausreichend.

- Anschluss? Alles bestens. Beim älteren Canon gab es Probleme mit WLAN. Hat hier sofort und ohne viele Schritte funktioniert. Vorhin war das Gerät zwar plötzlich unerklärlicherweise "offline", aber der alte Windows-Trick (runterfahren und neu starten) hat geholfen.

- Scannen? Auch wunderbar. Da war das alte Gerät sogar deutlich langsamer. Kopieren ist auch in Ordnung.

- Umweltfreundlichkeit? Wie gesagt, die Kriterien für den "blauen Engel" sind mir nicht klar. Ich hoffe mal, dass der Tintenverbrauch in Ordnung ist. Aber gehört zu Umweltfreundlichkeit nicht auch ein gewisses Ausmaß an Lärmvermeidung? Da fällt dieses Gerät negativ auf. Ich meine nicht das hier von anderen Rezensenten erwähnte Quietschen. Nein, der Papiereinzug und was weiß ich noch rattert einfach sehr laut während des Drucks.

- Benötigter Platz? Das Gerät ist recht handlich und klein. Gemessen daran, dass man sogar A3 drucken kann (wenn auch umständlich), sogar erstaunlich klein.

- Aussehen? Da gibt es Schlimmeres. Designsünden sehen anders aus.

- Bedienung? Das Display ist nicht gerade groß, man sollte also einigermaßen bei Sehkraft sein. Beim Kopieren oder für Einstellungen braucht man das Display auch zum Steuern, daher sollten Nutzer mit sehr großen Händen bzw. Fingern sicherheitshalber das Gerät nicht blindlings kaufen, sondern erst mal ausprobieren.
Der Wechsel der Tintenpatronen ist sehr einfach. Ich glaube, einfacher geht's nicht.

- Kosten? Die Tintenpatronen sind reichlich teuer. Aber die Starterpatronen, die, so heißt es, weniger lang halten (wegen der Initiierung des Gerätes) als spätere Patronen, haben jetzt doch schon ganz schön was hergegeben. Allerdings geht schwarz allmählich zur Neige, und die ständig am Bildschirm aufpoppenden Meldungen diesbezüglich nerven sehr.
Nachtrag: Mein früheres Gerät hat mich zwar deutlich gewarnt, dass die Tinte jetzt bald alle sei (was nur sehr annähernd stimmte), doch durfte ich trotzdem selbst entscheiden, wann ich die Patrone wechsele, und ich tat dies erst, wenn wirklich keine Tinte mehr da war. Das Brother dagegen erzwingt den Wechsel von Patronen. Sehr kundenunfreundlich, das.

- Zuletzt: Aufpassen mit Papier! Die Blätter werden von unten eingezogen und zum Druck gewendet. Dabei kann natürlich leichter als bei manch anderen Einzügen ein Papierstau entstehen. Und wenn das Papier sich mal tíef drinnen im Gerät festgefressen hat, ist man schon ein wenig beschäftigt, bis man alles gefunden hat. Seither blättere ich die Papierstapel vor dem Einlegen lieber noch ein paarmal öfter durch.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 9, 2013 7:48 PM CET


Fascination Dance
Fascination Dance
Wird angeboten von City-Games
Preis: EUR 21,50

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Tribut an den demographischen Wandel, oder: Wiener Schmäh, 9. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Fascination Dance (Audio CD)
Schicke junge Musiker machen Musik für alte Herrschaften. Nichts gegen alte Herrschaften, ich bin selbst schon 58. Aber was hier produziert wird, klingt nach dem Witz, in dem ein Arzt seinem älteren Patienten auf die Frage, ob er noch Sex haben könne, antwortet: "Ja, aber nichts Aufregendes, nur mit Ihrer Ehefrau". Unter "Fascination" verstehe ich etwas anderes, außer man ist davon fasziniert, wie es hier sogar gelingt, die keineswegs 'glatten' Deutschen Tänze Schuberts in Wiener Kaffeehausmusik zu verwandeln.

Im Klartext: Hier werden einige (schon bis zum Überdruss) bekannte "Hits" (Boccherini, Brahms, Dvorak) mit Arrangements von ein paar von Schuberts eigentlich für das Klavier komponierten Tänzen und einigen weiteren Stücken zu einer gefälligen Hintergrundmusik aufbereitet. Stücke im Dreivierteltakt sind überrepräsentiert, aber zu Wiener Kaffeehausmusik passt das eben am besten.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 20, 2012 8:47 PM CET


Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem KV 626
Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem KV 626
Preis: EUR 13,85

4.0 von 5 Sternen Gutes aus den U.S.A., 24. November 2011
Unter den vielen Aufnahmen des Mozart-Requiems ist dies mit Sicherheit eine der besseren. Sie steht in der Originalklangtradition, setzt also insbesondere auf Transparenz. Darüber geht aber der musikalische Ausdruck nicht verloren. Extreme in Ausdruck oder Tempo werden jedoch (zum Glück) vermieden. Der Mittelweg führt vielleicht nicht zum höchsten Gipfel, aber doch zu einer sehr guten Darbietung. Diese Feststellung gilt vor allem für Orchester und Chor; gerade letzterer ist vorbildlich geführt und artikuliert alle Stimmen mit großer Klarheit und Leuchtkraft. Die Solisten fallen teilweise etwas zurück, so klingt etwa der Bass Eric Owens arg dunkel und verfügt zudem in der Tiefe über wenig Tragkraft. Das tut aber einem sehr stimmigen Gesamteindruck nur sehr wenig Abbruch.

Ich persönlich halte nach wie vor die beiden (sehr divergierenden) Aufnahmen unter Harnoncourt und Herreweghe für unerreicht, aber diese hier verdient es definitiv auch, gehört zu werden. Namentlich wegen des ausgezeichneten Chors. Amerika mag in fast allen Hinsichten im Niedergang sein -- aber es gibt dort offenbar noch ein Kulturleben.


Finger weg
Finger weg
von David Lodge
  Taschenbuch

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus dem katholisch-britischen Milieu der 1950er und 1960er -- aber auch für andere interessant, 9. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Finger weg (Taschenbuch)
Es handelt sich um die Übersetzung von "How far can you go?". Der Originaltitel transportiert (im Gegensatz zum deutschen) zwei Botschaften. Die manifeste Botschaft kommt auch im deutschen Titel zum Ausdruck: Es geht um Fragen der Sexualmoral, in der Zeit, in der der Roman beginnt (zweite Hälfte der 1950er Jahre), also vorrangig die Frage, wie weit ein Junge gehen darf bzw. was der Punkt ist, an dem das Mädchen "Finger weg" sagt (dass ein Mädchen selbst etwas will oder darf, war damals nicht vorstellbar). Besagter Punkt lag natürlich in den 1950er und frühen 1960er Jahren sehr weit vor der 'Gewährung' des Geschlechtsverkehrs.

Unter diesen restriktiven Umständen wächst eine Gruppe katholischer Jugendlicher auf, die das Hauptpersonal dieses Romans stellt. Als die 1960er Jahre voranschreiten, ändert sich die Welt, und auch in der katholischen Kirche wird der Ruf nach Veränderung laut, der dann mit der Enzyklika "Humanae vitae" in sexuellen Dingen weitgehend abgeblockt wird. Gerade in Fragen der Sexualmoral werden viele Gläubige dann aber eigenständig und handeln nach ihrem Gewissen. Freilich nicht alle; auf das hier besprochene Buch bezogen heißt das: Die Protagonisten erfahren sehr heterogene (Glaubens-, aber auch Lebens-)Schicksale. Keine Angst -- auch das außerkirchliche Leben nimmt in diesem Buch reichlich Platz ein, doch immer spielt das Verhältnis zur katholischen Kirche und deren Wandlungsfähigkeit eine mehr oder weniger große Rolle (und damit sind wir bei der zweiten Bedeutung von "How far can you go?"). Das Buch endet mit einem Treffen 'progressiver' Katholiken (erzählt in der Perspektive eines Filmskripts), das verdeutlicht, dass zumindest Teile der Katholiken (wie auch anderer gesellschaftlicher Milieus) sehr stark von den neuen Strömungen der 1960er Jahre (Hippies, Esoterik etc.) affiziert wurden.

Das Ganze ist aber keine Dogmengeschichte, sondern ein Roman, der - wie bei Lodge üblich - mit einiger, wenngleich hier teilweise abgemilderter Ironie erzählt wird und auch einige ernste Momente enthält. Ich selbst gehöre einer Generation an, die nur wenige Jahre jünger ist als die hier geschilderte, bin als deutscher Katholik in Süddeutschland aufgewachsen und habe insofern zwar nicht den Minderheitenstatus erlebt, den Katholiken in Großbritannien einnehmen, kann aber trotzdem sagen, dass die sexuellen, aber auch anderen Nöte der Jugendlichen gut und pointiert geschildert werden, ebenso wie das Hineinwachsen in die eigene Familiengründung und den Beruf. Auch jüngere Erwachsene könnten also dieses Buch lesen, wenn sie ein Bedürfnis haben, die Generation ihrer Eltern zu verstehen - und sich dabei ausgezeichnet unterhalten zu lassen. Protestanten und Atheisten können das Buch wahrscheinlich auch unter der Perspektive lesen, sich über die Katholiken zu amüsieren - aber ebenso Katholiken mit der Fähigkeit zur kritischen Selbstwahrnehmung.

Ich vergebe üblicherweise fünf Sterne nur bei wirklich herausragenden Werken, und danach müsste ich mich hier wohl auf vier beschränken. Ich bin aber ein Lodge-aficionado und komme daher nicht umhin, die Höchstwertung zu 'verhängen'.


Mozart: Requiem KV 626
Mozart: Requiem KV 626
Preis: EUR 21,72

14 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nur für Menschen, die sich für ausgefallene Interpretationsvarianten interessieren, 24. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Mozart: Requiem KV 626 (Audio CD)
In dieser Aufnahme klingt vieles anders als sonst. Aber leider nicht besser. Das Orchester ist schlank gehalten, klingt transparent, man orientiert sich an der Originalklang-Schule. Das wäre ja kein schlechter Ansatz. Doch wird die Interpretation dem Gehalt des Werks nicht gerecht. Der "dies irae" klingt schlank, sehnig, elegant -- von "ira" nichts zu hören. Das gleich gilt für den "rex tremendae maiestatis": Man könnte die Ausdruckslosigkeit, mit der das Stück dargeboten wird, für antimonarchistische Subversion halten, ginge es da nicht um den Weltenherrscher. Wirkliche Emphase kommt nur an einer Stelle auf: Die Forte-Stellen im "Confutatis" kommen daher wie ein Kriegerheer. Nur sind da die Bösen längst schon besiegt. Die Steigerung des "Lachrimosa" kommt steif und statisch daher. Und so könnte ich noch einige Zeit weiterschreiben.

Die vielschichtigen und abgründigen Dimensionen des Requiems, von der Furcht vor dem Jüngsten Gericht bis zur Hoffnung auf das Erbarmen des Erlösers mit dem Sünder und der Sünderin, werden hier kaum an- und gewiss nicht ausgedeutet.

Grundsätzlich ist es begrüßenswert, wenn Künstler ausgetretene Pfade nicht noch einmal gehen. Aber hier wird ein Irrweg eingeschlagen.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 25, 2014 10:51 PM MEST


Pagliacci/Cavalleria Rusticana
Pagliacci/Cavalleria Rusticana
Preis: EUR 16,96

4.0 von 5 Sternen Großes und weniger Großes, 29. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Pagliacci/Cavalleria Rusticana (Audio CD)
Die Aufnahme der "Cavalleria" gehört zu denen, die man, sofern man überhaupt einen Zugang zu dieser Oper hat, unbedingt haben sollte. Denn Maria Callas ist eine derart anrührende Santuzza, dass man vor Glück aus der Haut fahren möchte. Da sich auch rundherum viel musikalisch Gutes ereignet, kann man auch den (relativen) Schwachpunkt der Aufnahme, di Stefano, aushalten. Orchester und Dirigent sind perfekt und auch perfekt aufgenommen; das heißt: sie werden nicht mit Klangwatte und Hall zugemüllt.

Die "Pagliacci" hingegen sind nicht ganz so perfekt; nicht zuletzt vermag Callas hier weniger zu überzeugen, so dass unter'm Strich nur Durchschnittliches herauskommt. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Rezension (Oktober 2010) gibt es die "Cavalleria" auch als Einzelaufnahme, mit der man sich ein paar Euro sparen kann, wenn man auf die "Pagliacci" nicht besonderen Wert legt (wofür es, wie gesagt, keinen Grund gibt).


Cavalleria Rusticana
Cavalleria Rusticana
Preis: EUR 7,44

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer ein Herz für diese Oper hat, sollte diese Aufnahme haben, 29. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Cavalleria Rusticana (Audio CD)
Hier kann man Vollkommenheit erfahren (wenn auch, wie auch sonst im Leben, nur punktuell): Maria Callas gelang es, Santuzzas Leiden an der Untreue ihres Geliebten Turiddu so unmittelbar und anrührend sängerisch darzustellen, dass es einem (und einer) jeden nahe gehen muss. Dafür nimmt man auch einige wenige Schrillheiten in den hohen Lagen in Kauf. Ebenfalls grandios: Panerais rustikal-plumper Alfio. Di Stefano ist, wie üblich, nur eingeschränkt zu genießen, aber da ihm nicht allzu viel Höhe abverlangt wird, gibt es auch von seiner Seite durchaus gelungene Momente. Und weil es sich um eine Aufnahme aus der Frühgeschichte der Langspielplatte handelt, wird man hier nicht mit irgendeinem "Sound" zugekleistert, sondern bekommt einen transparenten, etwas trockenen Orchesterklang zu hören, der dieser Oper sehr angemessen ist. Tullio Serafin dirigiert perfekt.

Man kann diese Aufnahme auch (wie es üblich ist) zusammen mit Leoncavallos "Pagliacci" bekommen. Letztere sind jedoch wesentlich weniger empfehlenswert; nicht zuletzt blieb Callas eine adäquate Verkörperung der Nedda versagt. Daher kann man sich ein paar Euro sparen, indem man sich auf die hier besprochene CD beschränkt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 25, 2014 8:40 AM CET


Verismo Arias
Verismo Arias
Preis: EUR 8,97

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Respektable Leistung, 29. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Verismo Arias (Audio CD)
Der Weg von einem exzellenten Wagner-Tenor (Kaufmanns Lohengrin sticht nach wie vor heraus) zum Verismo ist länger, als es Manchem scheinen mag. Kaufmann gelangt auf diesem Weg aber ziemlich weit. Dabei sei der Klarheit halber gesagt (auch wenn es für jedermann offenkundig sein sollte): Die Italianitá, die man für eine angemessene Wiedergabe des Verismo-Repertoires benötigt, steht Kaufmann nur begrenzt zur Verfügung. So kann er dort, wo das Kernig-Heldenhafte seiner Stimme zu deplatziert ist, nicht überzeugen, etwa im Trinklied aus der Cavalleria: Seine Aufforderung zum gemeinsamen Trinken klingt eher wie der Aufruf eines Feldherrn zur Schlacht. Rollenadäquat ist seine Emphase hingegen beispielsweise in den Arien aus Giordanos "Andrea Chenier", hier kann er im Forte voll auftrumpfen.

Kaufmann-Freunde werden von diesem Album nicht enttäuscht sein, aber auch jene, die ein Ohr für seine Grenzen haben, können hier den einen oder anderen Fund machen.


Mozart: Requiem / Maurerische Trauermusik KV 477 / Adagio KV 411
Mozart: Requiem / Maurerische Trauermusik KV 477 / Adagio KV 411
Preis: EUR 18,69

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unnötig, 3. März 2010
Mir hat sich nicht erschlossen, warum diese bereits über 10 Jahre alte Aufzeichnung jetzt auf den Markt kommt. Vielleicht liegt es an der Aufnahme, dass es immer wieder an Artikulation und Plastizität des Ausdrucks mangelt? Man hat beim Hören den Eindruck, in der fünfzehnten Reihe eines etwas halligen Konzertsaals zu sitzen. Aber auch die Leistungen der Solisten können nicht durchweg überzeugen. Der Tenor Zeger Vandersteene klingt im mezzoforte oder forte ein wenig fett, in den leiseren Passagen hingegen eher blass, und dem Sopran Mona Julsrud fehlt es ein wenig an Leuchtkraft. Das "Recordare", das dramatische Seelenbad des Gläubigen zwischen Furcht vor Verdammnis und Hoffnung auf Erlösung, wird eher dahingesungen. Orchester und Chor sind nicht schlecht, aber auch nicht brillant; die langen Linien haben im Chor nicht immer die nötige Spannkraft, und wenn vom Orchester sforzati verlangt sind, hört man hauptsächlich die Pauken.

Ich rate eher zu den Aufnahmen Harnoncourts oder Herreweghes, die erste tief und dramatisch, die zweite schlank und analytisch-klar. Beide aber großartig. Diese hier ist nur Durchschnitt.


Goldberg-Variationen (+Bonus-Dvd)
Goldberg-Variationen (+Bonus-Dvd)
Preis: EUR 20,97

13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klar, transparent, schlicht - gut!, 24. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Goldberg-Variationen (+Bonus-Dvd) (Audio CD)
Gibt es nicht schon genug Aufnahmen der Goldberg-Variationen, auch für Cembalo? Andreas Staier beweist, dass das nicht der Fall ist. Dabei ist seine Aufnahme gewiss nicht revolutionär. Eher nüchtern, unpathetisch geht er die Sache an; es gibt keine übermäßigen Tempi, weder in der einen noch der anderen Richtung (manche Variation könnte man sich freilich etwas zügiger gespielt vorstellen). Verzierungen, Agogik - alles wird zurückhaltend gehandhabt. Aber seine außerordentlich klare, transparente Spielweise lässt die großartige Musik umso mehr zu ihrem Recht kommen. So faszinierend etwa Glenn Goulds berühmte Aufnahmen sind, dort tritt der Interpret doch sehr deutlich vor die Musik. Hier können wir erleben, dass man auch mit der umgekehrten Haltung Hervorragendes leisten kann.
Hervorragend auch das Instrument, das zu hören wirklich Vergnügen bereitet.
Übertroffen wird diese Aufnahme aus meiner Sicht nur von wenigen (etwa derjenigen Ralph Kirkpatricks, auch wenn dieser kein historisches Instrument benutzt - es gelingt ihm aber besser, bei vollstem analytischen Zugriff eine spirituelle Aura entstehen zu lassen). Sie ist absolut hörenswert, und dass es keine fünf Sterne sind, geht darauf zurück, dass meiner Meinung nach fünf Sterne nur für ganz außergewöhnliche Leistungen vergeben werden sollten (wie soll man denn das unbedingt Hörens- oder Lesenswerte herausfinden, wenn jede Aufnahme, die nicht ganz misslungen ist, jedes Buch, das man nicht gleich wieder aus der Hand legt, fünf Sterne bekommt?).


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