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Rezensionen verfasst von
MTB (NRW)

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Violet und Daisy
Violet und Daisy
DVD
Wird angeboten von Lovefilm Deutschland GmbH.
Preis: EUR 0,00

5.0 von 5 Sternen Einfach nur SUPER!, 20. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Violet und Daisy (Blu-ray)
„Violet und Daisy“ ist ein Film der definitiv zu Unrecht so wenig Beachtung gefunden hat. Ein Kollege gab mir diesen Tipp und ich muss wirklich sagen, dass man mit diesem Werk eine kleine Genre-Perle geschaffen hat.

(Ohne Spoiler)
Es geht hier um die beiden jungen Auftragskillerinnen Violett (Alexis Bledel) und Daisy (Saoirse Ronan), die gekonnt die Aufträge ihres Bosses Russ abarbeiten und deren Leben nur aus ihrer Arbeit und der intensiven Freundschaft zueinander besteht. Eines Tages nehmen sie einen Auftrag an, dessen Ausführung sich schon bald als schwieriger herausstellt als gedacht. Denn ihr Ziel Michael (James Gandolfini) verhält sich ganz anders als üblicherweise zu erwarten ist.

Positiv hervorzuheben ist auf jeden Fall die schauspielerische Leistung der drei Hauptakteure Alexis Bledel, Saoirse Ronan und James Gandolfini. Die Chemie zwischen den Dreien stimmt vom Anfang bis zum Ende. Auch wenn der gesamte Film zu gut 90% in der eher sporadisch eingerichteten Wohnung von Michael spielt und für ein Werk in diesem Genre relativ dialoglastig ist, ist die hier aufkommende Atmosphäre einfach einzigartig. Der Wechsel zwischen skrupelloser Gewalt der beiden jungen Damen, fast schon Kindlicher Naivität und ernsthaften Zweifeln an ihrem Lebenskonzept ist einfach absolut klasse inszeniert. Schon allein der Kontrast zwischen den tiefblauen und unschuldig aussehenden strahlenden Augen einer Saoirse Ronan und der Brutalität der beiden Charaktere (ich sage nur: „Innere-Blutungstanz“), sorgen neben den sehr gut ausgetüftelten Dialogen sowohl für Schauer, als auch für einige Lacher.

Den einzig negativen Punkt sehe ich in der Logik des Rangsystems welches die Killer von Russ verwenden. Dies ist nicht nur total unpraktisch, sondern auch absolut unsinnig. Welcher Killer trägt schon sichtbare Abzeichen auf den Armen? Diesen Aspekt hätte man durchaus weglassen können.

Fazit:
„Violet und Daisy“ ist für mich ein Film der definitiv sehenswert ist. Auch wenn in dem 88 minütigen Film die Geschichte um zwei Killerinnen als Träger dient, geht es doch um viel mehr und es ist schade, dass dieses Werk anscheinend medial irgendwie untergegangen ist.


Zwei an einem Tag
Zwei an einem Tag
DVD
Wird angeboten von Lovefilm Deutschland GmbH.
Preis: EUR 3,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine schön traurige Liebesgeschichte!, 20. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Zwei an einem Tag (Amazon Instant Video)
Zuerst einmal direkt vorneweg: Nein, ich habe die Buchvorlage zu dem Film nicht gelesen. Wenn ich mir aber die Rezensionen von den Verfassern durchlese, die sich sowohl das Buch, als auch den Film zu Gemüte geführt haben und deswegen in der Lage sind zum Teil Ergänzungen zur Handlung im Film zum machen, dann stellt sich bei mir der Eindruck ein, dass dieser wohl eher eine der schlechteren Buchverfilmungen ist und viele wichtige Stellen einfach weglässt.

Die Handlung in „Zwei an einem Tag“ (ohne Spoiler) dreht sich um Emma Morley (Anne Hathaway) und Dexter Mayhew (Jim Sturgess), die sich 1988 auf dem College kennenlernen und zwischen denen sich erst in der Zeit danach eine sehr tiefe Freundschaft entwickelt. Der Film zeichnet die Lebenswege der beiden unterschiedlichen Charaktere, wie sich ihre teils sehr turbulente Beziehung zueinander entwickelt und sowohl sie, als auch ihre Umgebung beeinflusst.

Positiv hervorzuheben ist auf jeden Fall die sehr gute schauspielerische Leitung der Anna Hathaway. Ihr nimmt man die junge Studentin genauso ab wie die Aushilfskellnerin, oder die zwanzig Jahre ältere Frau im traumhaft schönen Abendkleid. Jim Sturgess dagegen wirkt neben ihr schon fast etwas verloren. Er macht seine Sache zwar gut, kommt aber nicht an die Qualität heran, welche er neben Kirsten Dunst in „Upside Down“, ein Jahr später erreicht hat.

Schön an der hier erzählten Geschichte ist, dass sie eine Thematik aufgreift, welche zwar schon in unzähligen Werken behandelt wurde, aber die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird, ist einfach faszinierend. (ACHTUNG SPOILER!) Zwei Menschen, die sich im Grunde lieben, zwei Jahrzehnte ihres Lebens aber umeinander herumeiern und als sie endlich zusammen kommen ist das Glück nicht von langer Dauer. Sie schaffen es zwar noch vor den Traualtar und allem Anschein nach für zwei Jahre eine glückliche Ehe zu führen, aber ein Kinderwunsch wird den beiden genauso wenig erfüllt wie eine gemeinsame Zukunft. Als Emma am 15. Juli 2006 von einem Transporter überfahren wird, war das für mich definitiv eine der deprimierendsten Wendungen in einem Romantik-Drama überhaupt. Man sagt zwar immer, dass sich die Buchautoren bzw. die Drehbuchschreiber mal etwas Neues einfallen lassen sollen und schreibt in den Rezensionen/Filmkritiken manchmal etwas spöttisch über das „überraschende“ Happyend, aber diese Szene hat mir wieder einmal gezeigt, dass man als Zuschauer irgendwie ein Happyend will. Man will sehen wie das Ehepaar Mayhew mit dem gemeinsamen Kind genau den Hügel in Edinburgh besteigt und die Aussicht über die Stadt genießt, auf dem Emma und Dexter damals ihre Freundschaft besiegelt haben und nicht wie Emma plattgefahren wird, blutend auf der Straße liegt und ihren (Endlich)Ehemann als Witwer zurücklässt. Eines ist jedenfalls sicher: Ich bin schon sehr lange nicht mehr bei einem filmischen Moment so zusammengezuckt wie hier bei der Zeitmarke von 1:22:46.
So unzufrieden dies jetzt auch klingen mag, macht doch grade dies diesen Film aus. Denn die Botschaft die man daraus schließen kann ist: Vergeude keine Zeit! Freundschaft ist wichtig und jemanden zu haben der einen mit einer gewissen Distanz durch das Leben begleitet vielleicht noch viel wichtiger, aber wenn man die Chance hat etwas noch Besondereres daraus zu machen, dann sollte man damit aufhören aus irgendeiner Befürchtung heraus Gründe zu erfinden und sich dagegen zu wehren. Denn die Zeit die man miteinander hat ist ohnehin viel zu kurz und keiner weiß ob sie nicht noch kürzer ist als man angenommen hat. Dem hier gezeigten Pärchen sind quasi zwanzig gemeinsame Jahre und evtl. die Gründung einer Familie verwehrt geblieben, nur weil sie ihren aufgestellten Regeln, ihren Prinzipien, treu bleiben und ihre Freundschaft nicht riskieren wollten. Auch wenn ich den Standpunkt der Emma, Dexter als platonischen Freund haben zu wollen bis zu einem Punkt durchaus nachvollziehen kann, finde ich dennoch, dass sie es „etwas“ zu weit getrieben hat. Denn irgendwann war es offensichtlich, dass die beiden füreinander geschaffen sind.

Definitiv schade ist aber die Tatsache, dass mir beim Angucken des Films bereits aufgefallen ist, dass sich einige Handlungsstränge fast aus dem Nichts heraus entwickeln und so die einzelnen Abschnitte fast schon zusammengewürfelt wirken. Wie bereits eingangs erwähnt zeigt ein Blick in die Rezensionen der Leute die das Buch gelesen haben auch wieso. Anscheinend hat man bei der Verfilmung einige Entwicklungen weggelassen, so das man als bloßer Filmegucker sich schon manchmal die Frage stellt wie es genau zu dem ein oder anderem gekommen ist, oder auch „Warum ausgerechnet jetzt bzw. jetzt nicht?“. Auch wenn der Streifen bereits 103 Minuten lang ist, hätten dem ganzen z.B. 17 Minuten mehr auch nicht geschadet und sicherlich noch zu mehr Tiefe beigetragen.

Fazit:
„Zwei an einem Tag“ braucht zwar seine Zeit um sich zu entwickeln, die Handlung aufzubauen und einem mit den Charakteren vertraut zu machen, aber wer sich darauf einlässt, erlebt durchaus viele schöne emotionale Momente und kommt sicherlich nicht darum herum eventuell auch Parallelen zum eigenen Leben zu ziehen. Von mir jedenfalls eine „Anguck-Empfehlung“.


20 Years After
20 Years After
DVD
Wird angeboten von Lovefilm Deutschland GmbH.
Preis: EUR 2,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Maximal ungelungene Themenumsetzung!, 20. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: 20 Years After (Amazon Instant Video)
„20 Years After“ ist mittlerweile der gefühlte 1.000.000ste Film, der sich mit dem Thema „postapokalyptische Welt“ auseinandersetzt. Dies ist zuerst einmal nichts negatives, doch er macht es auf einem so schlechten Niveau, dass es mir persönlich schwer fällt, dass übliche Schema einer Rezension (Kurze Einleitung, Zusammenfassung, positive Aspekte, negative Aspekte, eigene Meinung, Fazit) einzuhalten und überhaupt irgendetwas Positives an diesem Werk zu finden.

Die Handlung spielt in einer Welt in der es vor zwanzig Jahren zu einem Atomkrieg gekommen ist. Die danach folgende Zeit ist geprägt von grassierenden Seuchen und Überlebenskämpfen. Der Film erzählt im Wesentlichen die Geschichte der hochschwangeren Sarah Stockwell (Azura Skye), ihrer Mutter Margaret Stockwell (Diane Salinger) und einigen anderen Personen die sich in der Nachkriegswelt mit dem was sie haben grade so über Wasser halten und sowohl mit den Widrigkeiten der Natur, als auch den umherziehenden Banden zu kämpfen haben.

Leider schafft es der Film zu keinem Zeitpunkt auch nur ein bisschen Spannung aufzubauen, oder den Zuschauer mitzureißen. Man guckt sich die Szenerie an und wartet gut 91 Minuten vergeblich darauf, dass irgendetwas Interessantes passiert. Doch stattdessen wird man konfrontiert mit merkwürdigen Charakteren und Handlungssträngen, die einfach nicht zusammen passen wollen. Da wäre dieser möchtegern lustige Dr. Samuel Singleton mit seiner Handpuppe, dann die einem Despoten ähnelnde Abigail Mynard (Shannon Eubanks), die zusammen mit ihrem Ziehsohn (anscheinend auch Liebhaber) David (Nathan Baesel) einen auf „Alleinherrscher“ macht und ihr kleines Gefolge, unteranderem bestehend aus ihrem leiblichen, leicht geistig behinderten Sohn und ihrer zwei im Dauerdelirium befindlichen Nichten, total unterjocht. Mittendrind befindet sich Sarah, die eigentlich die ganze Zeit nichts anderes macht außer schwanger durch die Gegend zu laufen.

Gekrönt wird das Ganze von absolut stumpfsinnigen Dialogen und sehr schlechten Stunts bzw. Kampfszenen.
Nur um mal ein Beispiel zu geben: Eine Gruppe der Überlebenden befindet sich grade in einer Höhle und wird von Leuten mit Gewehren angegriffen. Währenddessen kommt es zu folgendem Dialog, während die Schießerei schon voll im Gange ist:

Michael: „Was ist hier los?“
Quincy: „Ich glaube irgendjemand versucht uns hier abzuknallen.“
Michael: „Wo sind sie?“
Quincy: „Irgendwo hinter den Felsen.“

So in der Art und Weise läuft das an vielen Stellen im Film. So reicht auch schon ein Schlag mit dem Gewehrkolben auf das Schulterblatt von David, damit er stundenlang bewusstlos ist und trotz angeblicher Strahlung in der Außenwelt (Fallout, vergiftetes Wasser, ausfallende Haare etc.) laufen die Menschen auffällig häufig ohne jeglichen Schutz draußen rum. Auch was diese pseudogruseligen Momente (sich bewegende Puppenaugen, oder falsche Reflexionen im Badezimmerspielgel) sollten ist mir ein Rätsel.

Jedenfalls die einzigen zwei schönen filmischen Momente dauern in etwa jeweils 2-3 Sekunden an und sind kaum wahrnehmbar. (Achtung Spoiler!) Nämlich der, als Samuel mit Sarah draußen steht und die Sonne in ihrer Vorstellung zu einer Atomexplosion wird und der andere als sie sich in einem Flashback an ihre Kindheit zurückerinnert.

Fazit:
„20 Years After“ ist wirklich ein sehr sehr … sehr langweiliger Endzeitfilm der höchstens nur etwas für Hardcoregenrefans ist, oder für die, die noch keine interessanteren Werke dieser Art gesehen haben. Ich persönlich habe jedenfalls schon lange bei keinem Film mehr so oft auf den Timer geschaut und ausgerechnet wie lange diese Strapaze denn noch dauert, als es hier der Fall war. Meiner Meinung nach habe ich schon deutlich bessere C-Movies, Samstagnachmittags, auf einem der vielen Nischenfernsehsender gesehen.


Cradle will Fall - Wenn Mutterliebe tödlich wird
Cradle will Fall - Wenn Mutterliebe tödlich wird
DVD
Wird angeboten von Lovefilm Deutschland GmbH.
Preis: EUR 2,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wieder einmal eine gute Grundidee in die Tonne gehauen!, 19. Mai 2014
„Cradle will Fall - Wenn Mutterliebe tödlich wird“ ist für mich ein Film bei dem es mich ganz besonders ärgert, dass er auf der einen Seite ein so sensibles Thema teils sehr gut in Angriff nimmt, auf der anderen Seite aber die Umsetzung stellenweise total vergeigt.

(Ohne Spoiler)
Die Handlung dreht sich um eine Mutter (Colleen Porch), die zusammen mit ihren vier Kindern Jimmy (Ridge Canipe), Sammy (Holden Thomas Maynard), Cathy (Kali Majors) und Nathan (Aiden Kersh) auf einer kleinen Farm lebt. Der Vater (Joel Bryant) ist als Fernfahrer häufig unterwegs, weswegen ihm entgeht, dass seine Frau nicht nur an einer wie er sagt „Traurigkeitsphase“ leidet, sondern sich inzwischen ganz andere Gedanken in ihrem Kopf festgesetzt haben. Eines Abends, als die Kinder sich einmal mehr lautstark in den Haaren liegen, erleidet die Mutter einen psychischen Zusammenbruch und geht auf ihren hilflosen Nachwuchs los.

Positiv hervorzuheben ist hier vor allem die schauspielerische Leistung von Colleen Porch (der Mutter). Auch der Darsteller des Jimmy macht seine Sache gut.
Leider und nun kommen wir schon zum negativen Teil dieser Rezension, legt dieses Werk einen zu großen Wert auf Effekthascherei. (ACHTUNG SPOILER!) Bis zum Tod des Sammy, hätte dies ein wirklich sehr guter Film werden können, aber das was danach folgte erinnerte mich mehr an das übliche Hollywood-Splatter-Schema als an alles andere. Eine Mutter die ihre Kinder aufgrund eines Zusammenbruchs z.B. im Rahmen eine Affekthandlung umbringt ist das eine, aber eine Mutter die spontan fast schon Mordpläne austüftelt, ihre flüchtenden Kinder quer durch die Gegend verfolgt und diese sogar mit einem Mähdrescher zerhäckseln will, etwas ganz anderes.
Genauso das absolut unverständliche Ende dieses Streifens. Das gehört für mich definitiv zu den unsinnigsten Enden der Filmgeschichte. Nur um die Situation klar zu machen: Die Mutter befindet sich in der geschlossenen Anstalt und soll therapiert werden. Jimmy, als einzig Überlebender sitzt mit seinem Vater im Wartesaal der Klinik und sein Dad sagt dann sinngemäß, abschließend noch folgendes zu ihm:
„Jimmy, ich weiß deine Mutter hat deinen Bruder Nathan ertränkt, Sammy zuerst geschlagen und dann mit dem Handgriff eines Spiegels erstochen, deine kleine Schwester Cathy mit der Heugabel aufgespießt, dem Nachbarn Lester (Gene Witham) die Kehle durchgeschnitten und versucht dich mit einem Mähdrescher zu zerhäckseln, dich quer über zwei Grundstücke mit einem Hackebeil verfolgt, sie hat versucht dich zu erwürgen und letztendlich zu erschießen, aber sie wird nun therapiert und wenn die Ärzte sagen das sie wieder gesund ist kommt sie zurück nachhause. Sie ist nämlich schwanger und wir werden wieder eine glücklich Familie werden.“
Ich bin mir nicht so ganz sicher ob die Filmemacher dem Zuschauer damit auch einen „kleinen“ psychischen Zusammenbruch des Vaters darstellen wollten (wenn, dann war es wirklich extrem schlecht gemacht), aber anders kann ich mir so viel Realitätsverlust kaum erklären. Es ist außerdem nur schwer vorstellbar, dass irgendein Jugendamt noch einmal zulässt, dass eine Mutter die drei ihrer vier Kinder getötet hat und wo ein weiteres nur durch viel Glück überlebte, einfach so mit einem neuen Kind wieder auf „heile Welt Familie“ machen kann, zumal ich mir sicher bin, dass Jimmy mit dieser Frau in einem Haus ohnehin keine ruhige Minute mehr hätte, selbst wenn er nach Jahren der Therapie ihr wieder in die Augen sehen kann.

Fazit:
Mit etwas mehr Ernsthaftigkeit hätte man sicherlich deutlich mehr aus dem interessanten Thema postnatale Depression machen können. Mir scheint es aber leider so, dass man die 74 Filmminuten nur dazu genutzt hat um einen FSK 16 Splatter-Film mit Kindern zu drehen. Der Satz „Das nun Folgende basiert auf aktuellen Ereignissen.“ den man zu Anfang sieht, macht es da auch nicht besser. Wer eine weitere Light-Version eines Gemetzelfilms sehen möchte, der kann sich „Cradle will Fall - Wenn Mutterliebe tödlich wird“ ruhig angucken. Wer aber eine durchdachte Geschichte erwartet, der wird sehr enttäuscht werden.


La Hora Fria aka The Dark Hour
La Hora Fria aka The Dark Hour
DVD
Wird angeboten von Lovefilm Deutschland GmbH.
Preis: EUR 13,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Absolut sehenswerter Geheimtipp!, 19. Mai 2014
Zuerst einmal bin ich etwas über den Titel verwundert, unter dem dieser Film hier bei Amazon eingetragen wurde. „The Dark Hour“ wird so in keiner anderen Quelle verwendet. Diese schreiben alle von „The Cold Hour“ bzw. „Die kalte Stunde“, was die direkte Übersetzung des spanischen Originaltitels „La hora fría“ ist und auch inhaltstechnisch gesehen am meistens Sinn ergibt.

Die Handlung von „La Hora Fria aka The Dark Hour“ ist ein Mix aus bereits bekannten und neuen Einflüssen (Ohne Spoiler):
Es geht um eine kleine Gruppe von Menschen, die sich abgeschottet von der Außenwelt, in dem Keller eines Wohnhauses aufhalten. Grund für die Isolation ist eine hochansteckende Seuche, die die Menschheit zu wandelnden Untoten mutieren lassen hat, welche nun an der Oberfläche ihr Unwesen treiben. Hinzu kommen noch mysteriöse Wesen, die von Wärmequellen angezogen werden, nur nachts auftauchen und mindestens genauso gefährlich sind wie die Infizierten.

Die hier erzeugte Atmosphäre ist wirklich klasse! Man erfährt grade so viel über die Katastrophe in der Vergangenheit, dass man sich seine eigenen Gedanken machen kann, aber bekommt auch nicht so viel vorgesetzt, dass man letzten Endes 100%ige Klarheit über alles hat. Man erfährt, dass es auf der Erde zu einem Krieg gekommen ist, welcher anscheinend mit allen Mitteln geführt wurde. Sowohl atomare, als auch biologische Waffen sind zum Einsatz gekommen. Die Kriegsparteien bleiben bis zum Schluss unklar. Auch der Kriegsgrund wird nur durch Judas (Pepo Oliva) mit den Worten: „Es ging darum welcher Gott der bessere ist. Ihrer, oder unserer.“ angedeutet. Zum Ende (ohne zu viel davon zu verraten) ist zu sagen, dass ich hier ein sehr seltenes „WOW-Erlebnis“ hatte. Es gibt für mich persönlich nur sehr wenige filmische Werke die es so gekonnt und sinnvoll geschafft haben, innerhalb von nicht mal 30 Sekunden, die gesamte Handlung in einem neuen Licht erscheinen zu lassen.

Wenn dieser Film allerdings ein Problem hat, dann das, dass er eine ganze Weile braucht um in Schwung zu kommen. In den ersten 35 Minuten passiert fast nichts. Man sieht, moderiert durch Jésus (Omar Muños), der eine Art Videotagebuch führt, wie das Leben im Untergrund stattfindet und lernt die dortigen Bewohner etwas kennen. Auch wenn es sicherlich für die Charakterentwicklung interessant ist, erscheint mir die Dauer für diese Art Handlungsaufbau, für einen 93 minütigen Film doch etwas zu lang, zumal die erhalten Informationen im späteren Verlauf kaum eine Bedeutung haben bzw. sich aus den Geschehnissen heraus selbst erklären.
Schade ist auch, dass man das ein oder andere nicht noch etwas weiter durchdacht hat. Wieso die Untoten allein durch normale Absperrketten davon abgehalten werden den Bewohner regelmäßig einen Besuch abzustatten ist genauso ungewöhnlich wie die Geschichte des alleinlebenden Kindes Saulo (Marco González), von dessen Existenz die Gruppe erst nach ca. Zweidritteln des Films erfährt. Aus den Gesprächen zwischen Ana (Nadia de Santiago) und Jésus kann man vermuten, dass diese schon seit einigen Jahren in dem Keller leben (andere Angaben lassen auf maximal neun Jahre schließen). Wie soll denn Saulo (ca. 7-8 Jahre alt) völlig alleine in dieser postapokalyptischen Welt überlebt haben, wenn sogar die Erwachsenen mit großen Problemen bezüglich der Versorgung mit Lebensmitteln zu kämpfen haben?
Wie diese Nachtwesen zu bewerten sind ist mir ebenfalls nicht so ganz klar. Deutlich wird, dass diese entstehen, wenn man die Infizierten tötet und auch wenn diese Kälte erzeugenden, geisterhaften Gestallten essenziell für die Geschichte sind, weiß ich nicht so recht ob das nicht etwas zu viel des Guten war. In den hin und wieder zusehenden Propagandafilmen wird zwar gezeigt, dass der „Feind“ grauenhafte Experimente durchführt, trotzdem bleibt deren Entstehung weiterhin rätselhaft, wodurch der Film schon fast in das SciFi-Genre abgleitet und man grade im Bezug auf das Ende sich die Frage stellt, ob diese Wesen nicht doch einen ganz anderen Hintergrund hatten.

Fazit:
Trotz der wenigen Kritikpunkte hat der Drehbuchautor, Regisseur und Produzent Elio Quiroga hier wirklich eine Genre-Perle geschaffen, welche nach etwas Anlaufzeit wirklich sehenswert ist und aus dem inzwischen schon fast ausgelutschten „Zombie-Virus entvölkert die Welt“-Thema etwas Neues macht. Grade am Ende fühlte ich mich wieder an die guten „Outer Limits“-Zeiten zurückerinnert. Unbedingt ansehen!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 21, 2014 1:58 AM MEST


Y/N - Yes/No - You Lie, You Die
Y/N - Yes/No - You Lie, You Die
DVD
Wird angeboten von Lovefilm Deutschland GmbH.
Preis: EUR 3,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein bisschen wie "The Cube" für Pärchen ..., 18. Mai 2014
Das Konzept von „Y/N - Yes/No - You Lie, You Die“ kommt einen durchaus bekannt vor, aber so in der Form habe ich es noch nicht gesehen.

(Ohne Spoiler)
Die frisch vermählten Eheleute Kate (Ellen Hollman) und Jack (John Brotherton) wachen getrennt voneinander in von einer Betonfassade geprägten Räumen auf. Es stellt sich heraus, dass sie ungefragt Teilnehmer an einem Experiment mit dem Titel „Wahre Liebe“ sind, welches auf sehr konsequente und psychologisch strapazierende Art und Weise das Vertrauen in den jeweils anderen Partner erschüttern und so die Liebe auf den Prüfstand stellen soll. Dazu werden den beiden jeweils diverse, heimlich aufgenommene Filmausschnitte des Partners gezeigt, welche Charaktereigenschaften und Geheimnisse zum Vorschein bringen, die so bisher noch nicht zutage getreten sind. Zuvor bzw. währenddessen werden Kate und Jack Fragen gestellt, die mittels zweier Druckknöpfe nur mit „Ja“, oder „Nein“ beantwortet werden können. Im Laufe der Zeit bricht das Bild, welches die beiden voneinander und von ihrer Beziehung hatten, auseinander und sie bekommen eine völlig neue Perspektive auf ihr Leben.

Das durchaus interessant gestaltete Psychospiel wirft die Frage auf, was wir wirklich von dem anderen (unserem Partner/unserer Partnerin) wissen und wie wir uns an gewissen Lebenswendepunkten entschieden hätten, wenn uns zu diesem Zeitpunkt die Wahrheit zugänglich gewesen wäre. Auch ob wir so manches überhaupt wissen wollen ist ein interessanter Aspekt.

Positiv ist auf jeden Fall das Setting und die schauspielerische Leistung der beiden Hauptakteuer. Eher negativ fällt hingegen die teils sehr nervige Kameraführung auf. Grade in solchen Szenen wie die, als Jack und Eric (Gabriel Myers) fast gekocht werden, stellte sich bei mir schon so eine Art kurzweilige Motion-Sickness (Schwindel/Kopfschmerzen) ein. Dramaturgisches Mittel hin oder her, solche Kamerafahrten braucht wirklich kein Mensch!

Fazit:
„Y/N - Yes/No - You Lie, You Die“ ist wirklich ein gutes Regiedebüt des Italieners Enrico Clerico Nasino, der hier einen durchaus sehenswerten, 98 minütigen Thriller auf die Leinwand gebracht hat.


Haywire
Haywire
DVD
Wird angeboten von Lovefilm Deutschland GmbH.
Preis: EUR 3,99

21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das war wohl nichts ..., 17. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Haywire (Amazon Instant Video)
Durch einen Zufall sah ich neulich den Trailer zu „Haywire“ im Internet, fand diesen ganz interessant, las daraufhin die Besetzungsliste (Michael Douglas, Antonio Banderas, Ewan McGregor, Channing Tatum und Michael Fassbender) und fragte mich auch gleich wieso dieser Film bisher nicht schon längst auf meinem Radar aufgetaucht ist. Nach gut 92 Minuten hatte ich da so einen Verdacht …

„Haywire“ gehört leider zu den Werken, bei denen die spannendsten Szenen bereits im Trailer enthalten sind und die einmal mehr beweisen, dass viele große Namen noch lange keine guten Filme ausmachen.
Absolut (positiv) bemerkenswert sind jedoch die Kampfszenen. Diese sind 1A durchchoreografiert und wirklich extrem gut umgesetzt. Auch die Kulissen sind gut gewählt. Was sehr auffällig ist, ist das nahezu komplette Fehlen eines Soundtracks. Wenn mal ein paar Töne zu hören sind, dann auch nur sehr dezent und leise im Hintergrund. Mit dem Einsatz von Musik wird hier wirklich maximal sparsam umgegangen.

Der Streifen hat schlicht und ergreifend ein Handlungsproblem. Ich würde mich schon als Fan von Agentenfilmen bezeichnen und habe deswegen auch bereits viele Werke dieser Art gesehen, aber hier bin ich selbst zum Schluss, als alle Zusammenhänge erklärt wurden (was meiner Meinung nach eine der plumpesten Erzählmethoden überhaupt ist), nicht so ganz durchgestiegen. Warum wurde Mallory Kane (Gina Carano) gleich nochmal verraten? Um den Mord an Jiang (Anthony Brandon Wong) zu vertuschen? Wo ist da denn der Sinn? Seit wann brauchen die Geheimdienste einen Sündenbock, wenn sie einen umlegen wollen? Auch wieso Kenneth (Ewan McGregor), der Drahtzieher des ganzen Schlamassels und Chef von Mallory seine beste Agentin (sein Kapital!) umbringen lassen will, um mit seiner privaten Firma weitere CIA-Aufträge zu erhalten, erschließt sich mir genauso wenig wie die Tatsache, dass ein Großteil des Films aus der Erzählperspektive der Mallory spielt, die ihre Geschichte einem völlig Fremden (Scott [Michael Angarano]) erzählt, während sie in seinem Auto vor ihren ehemaligen Teammitgliedern flüchtet.

Auch die sonstige Umsetzung ist so ziemlich in die Hose gegangen. Der Anfang ist noch sehr actionreich und macht Hunger auf mehr, aber dann driftet der Film immer wieder in Minuten lange, nahezu lautlose Passagen ab, in dem die Hauptprotagonistin durch Häuser, oder über Dächer läuft und versucht z.B. der örtlichen Polizei zu entkommen, die es zwar mit einer Hand voll Beamter schafft innerhalb von zwei Minuten ein ganzes Hotel, inklusive Nachbargebäude zu stürmen, dann aber ausgerechnet den mysteriösen Typen im grünen Kapuzenpullover nicht beim Verlassen des Gebäudes kontrolliert und ihm sogar noch die Richtung weißt.

Fazit:
„Haywire“ ist meiner Meinung nach ein eher langweiliger Agentenfilm, in dem nichts von der typischen Atmosphäre (Geheimdienste, Verschwörungen, Einsatz von moderner Abhörtechnik etc.) aufkommt. Trotz einer sportlich sehr engagierten Hauptdarstellerin geht dieses Werk im Vergleich zu anderen, deutlich am Genre typischen Stil vorbei und kommt in den anderthalb Stunden nicht aus den Hufen und das was präsentiert wird, wirkt mehr als wirr.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 22, 2014 10:20 AM MEST


Brokeback Mountain
Brokeback Mountain
DVD
Wird angeboten von Lovefilm Deutschland GmbH.
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein durchaus sehenswertes Romantik-Drama!, 17. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Brokeback Mountain (Amazon Instant Video)
Nach längerer Bedenkzeit und zugegebenermaßen, mit einer gewissen Voreingenommenheit, habe ich mir „Brokeback Mountain“ angesehen. Wieso Bedenkzeit und Voreingenommenheit? Ganz einfach, weil das was einige Personen in meinem Umfeld über diesen Film berichteten, sich mehr nach einem Hardcore-Schwulenporno anhörte, als nach einem einigermaßen seriösen und sehenswerten Film. Auch die durchaus kontrovers geführte mediale Berichterstattung trug ihren Teil zu meinen Zweifeln bei, doch wie schon einige Male, wurde ich eines besseren belehrt.

„Brokeback Mountain“ handelt von den beiden Viehtreibern Ennis Del Mar (Heath Ledger) und Jack Twist (Jake Gyllenhaal), die sich unabhängig voneinander von einer Aushilfstätigkeit zur anderen hangeln und so ihren Lebensunterhalt verdienen. Sie lernen sich beide kennen, als sie zusammen für den Unternehmer Joe Aguirre (Randy Quaid) seine Schafherde zum Grasen auf den Brokeback Mountain führen und dort rund um die Uhr vor den Wölfen schützen sollen. Durch die wochenlange Einöde lernen sich die beiden näher kennen und entdecken in einer sehr kalten Nacht, dass sie noch eine viel tiefer liegende Emotion verbindet, als nur die einer inzwischen aufgekeimten Freundschaft. Doch den beiden, allen voran Ennis, ist klar, dass sie diesen Lebensstil so nicht führen können und gehen deswegen nach Beendigung des Auftrags wieder getrennte Wege, heiraten und gründen eine Familie. Doch nach Jahren des Distanz wird klar, dass die Verbundenheit zueinander keinen der Beiden loslässt und sie beginnen ein risikoreiches Spiel zwischen dem Nachgeben ihrer Sehnsucht aufeinander und sich dem gesellschaftlichen Druck ein „normales Leben“ zu führen zu beugen, was keine der beiden Existenzen auf lange Sicht gesehen standhält.

Als absolut herausragend gut habe ich die schauspielerische Leistung von Heath Ledger, Jake Gyllenhaal und Michelle Williams (Alma) empfunden. Die zahlreichen Auszeichnungen und diverse weitere Nominierungen für verschiedene Filmpreise sind absolut gerechtfertigt. Der sehr stille, bedächtige und ständig von Selbstzweifeln zerrissene Charakter des Ennis, wird von Ledger mit so einer derartigen Perfektion gespielt, dass man das überschwängliche Lob für den 2008 verstorbenen Schauspieler mehr als nachvollziehen kann. Jake Gyllenhaal setzt den Charakter des eher emotional impulsiven Jack ebenfalls mindestens genauso gekonnt um wie Michelle Williams ihren Part als Ennis wissende, aber über lange Zeit schweigende, Ehefrau Alma.
Ein großes Lob geht auch an die für die Location, Kameraführung und den Schnitt verantwortlichen Personen. Denn die atemberaubenden Bilder des Brokeback Mountain wurden erstklassig in Szene gesetzt.

Was mich persönlich am meisten Beeindruckt hat war die Art und Weise wie dem Zuschauer die Komplexität der Thematik nahegebracht wurde. Auch wenn man hier ein homosexuelles Pärchen in den Vordergrund stellt, kann man sicherlich auch viele Aspekte auf ein heterosexuelles Paar übertragen. Die Tatsache, dass sich hier zwei Männer lieben dient meiner Meinung nach nur als medialer Aufhänger. In Wahrheit geht es doch um die Frage in weit der gesellschaftliche Druck unser Handeln beeinflusst, wieso wir uns diesem beugen, obwohl es uns unglücklich macht und warum wir diesen für uns selbst und andere überhaupt erzeugen bzw. zulassen.
Deutlich wird dies in einigen Gesprächen zwischen Ennis und Jack, wo klar wird, dass das was sie beide haben (Ennis mit seiner ihn umsorgenden Ehefrau und den zwei Töchtern; Jack mit seiner wohlhabenden Frau Lureen [Anne Hathaway] und seinem Sohn) ihnen im Leben zwar eine gewisse Sicherheit gibt, aber keinesfalls das ist was sie sich wünschen. Beide wissen, dass sie in einer Scheinwelt leben und vor allem Ennis bringt in zwei Jahrzehnten nie ganz den Mut auf wirklich zu seinen wahren Gefühlen zu stehen, was Jack sichtlich psychisch belastet und damit endet, dass (ACHTUNG SPOILER!) Jack (vermutlich) von homophoben Personen, auf der Suche nach seinem Glück, todgeprügelt wird und Ennis ein einsames Dasein in einem Wohnwagen fristet, obwohl zumindest die Chance bestanden hätte, dass die beiden für eine längere Zeit glücklich miteinander hätten leben können.

Den Herren der Schöpfung sei an dieser Stelle noch gesagt, dass sich die Sexszenen zwischen den beiden Hauptprotagonisten in Grenzen halten. Nach meiner Erinnerung gibt es in dem ganzen Film genau vier Sexszenen, wovon drei zwischen Mann und Frau stattfinden und bei der einen, wo Ennis und Jack involviert sind, sieht man so gut wie gar nichts, da beide ihre Kleidung noch vollständig anhaben und lediglich deren Hosen in den Kniekehlen hängen. Eigentlich sieht man nur zwei Männer in Klamotten, die 4-5 Sekunden lang irgendwie aneinander rumwackeln und etwas stöhnen. Das sonstige Rumgeknutschte hält sich auch stark in Grenzen. Das toppt jeder „Standard-Hetero-Liebesfilm“ bei weitem. Einzig die emotionalen Gespräche der beiden Männer, muss man halt von einer gewissen Warte aus betrachten.

Fazit:
Ich persönlich habe selten einen so tiefgehenden Liebesfilm (wenn man so will: Romantik-Drama) wie „Brokeback Mountain“ gesehen und war doch beeindruckt von der emotionalen Vielfalt dieses Werks. Meine Empfehlung lautet: Auch wenn viele (besonders Männer) aufgrund der Thematik von diesem Film abraten; einfach ansehen und eine eigene Meinung bilden. Jeder der etwas über den Tellerrand blicken kann wird schon erkennen, dass es hier nicht nur um schwule Cowboys geht.


Frontier
Frontier
DVD
Wird angeboten von Lovefilm Deutschland GmbH.
Preis: EUR 5,99

4.0 von 5 Sternen Ist mal was anderes ..., 16. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Frontier (Amazon Instant Video)
Der aus einer französischen Produktion stammende Film „Frontier“ hat mich wirklich sehr positiv überrascht. Die erste halbe, bis dreiviertel Stunde passiert nicht viel und ich dachte ich hätte filmisch danebengegriffen, doch das Dranbleiben hat sich definitiv gelohnt.

Präsentiert wird einem eine Gemeinschaft aus einer brutalen Sippe mit dem Ziel eine „reine Rasse“, nach dem Vorbild des Nationalsozialistischen Regimes zu erschaffen und der dabei nahezu jedes Mittel recht ist. Wer ihnen in die Quere kommt wird umgebracht und den Kindern, die nicht dem Weltbild entsprechen und wie Tiere gehalten werden, zum Fraß vorgeworfen. Die Frauen, die „dessen würdig sind“, dürfen bei ihnen bleiben und ein Leben als willenlose Gebärmaschinen führen.

Die hier erzeugte Atmosphäre ist wirklich sehr gut und auch die verarbeitete Geschichte interessant umgesetzt, wobei ich mir an mancher Stelle mehr und an anderer etwas weniger Details gewünscht hätte. So ist z.B. der komplette Einleitungsteil für den Film völlig ohne Bedeutung. Es werden die politischen Konflikte in Frankreich und die gewalttätigen Demonstrationen thematisiert. Man erfährt das die Hauptcharaktere eher zur unteren Mittelschicht gehören, dass zwei davon, Yasmin (Karina Testa) und Alex (Aurélien Wiik), mal eine Beziehung miteinander hatten und Yasmin nun ein Kind von ihm erwartet. Charakterentwicklung und Tiefe hin oder her, aber das hätte man filmisch auch anders verwursten können als in über einer halben Stunde Autofahrt bzw. Lagerhauscamping.
Schade ist auch, dass es sich bei der Version auf Amazon Instant Video um die geschnittene Filmvariante handelt und man dies beim Gucken auch teils deutlich sieht. Ich habe mir keine der Rezensionen durchgelesen bevor ich mir den Film angesehen habe und trotzdem ist es mir direkt aufgefallen. Yasmin hält dem „Vater“ (Jean-Pierre Jorris) ein Messer an den Hals, einer aus der Familie schießt und eine Sekunde später liegen drei Mann auf dem Boden, oder Yasmin schubst Karl (Patrick Ligardes) einmal und in der nächsten Szene liegt er auf einer Kreissäge und sie steht im blutverschmierten Kleidchen daneben. Solche Momente ärgern einen sehr und man fragt sich da schon, warum man dem deutschen Filmgucker die acht zusätzlichen Minuten nicht gönnt.

Fazit:
Vom Anfang mal abgesehen, handelt es sich bei „Frontiers“ um einen guten Horrorfilm mit vielen interessanten Ideen, die man allerdings hier und da noch etwas mehr hätte ausbauen können. Allerdings macht schon allein die schauspielerische Leistung von Karina Testa und Maud Forget (als Eva) vieles wett. Von mir jedenfalls eine Empfehlung zum Angucken.


Aushilfsgangster
Aushilfsgangster
DVD
Wird angeboten von Lovefilm Deutschland GmbH.
Preis: EUR 3,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vom verschenkten Potential und Belanglosigkeit, 16. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Aushilfsgangster (Amazon Instant Video)
Kurz und knapp gesagt: „Aushilfsgangster“ zählt meiner Meinung nach zu den eher seichteren Komödien. Der typische „ich habe Lust zu faulenzen“-Film eben.
Langweilig ist der Film nicht, aber eigentlich keiner der Gags zündet richtig. Einzig das beachtliche Staraufgebot von Darstellern wie Ben Stiller (Josh Kovaks), Eddie Murphy (Slide), Téa Leoni (Special Agent Claire Denham), Alan Alda (Arthur Shaw) und Matthew Broderick (Mr. Fitzhugh) hält einen bei der Stange. Die ganze Inszenierung dümpelt gut 105 Minuten so vor sich hin und endet, wie sollte es auch anders sein, mit einem Happyend.

Das Problem in diesem Werk ist definitiv die viel zu schleppende und teils nicht ganz so gut durchdachte Handlung: Der schwer reiche Börsenspekulant Arthur Shaw verspekuliert sich an der Börse und verliert augenscheinlich nicht nur einen Großteil seines Vermögens, sondern auch das seiner Anleger. Darunter auch die Angestellten des noblen „THE TOWER“, in dem Wohlhabende ihre Apartments bewohnen und die Dienstleistungen des Personals rund um die Uhr in Anspruch nehmen. So auch Mr. Shaw, der trotz seiner geschäftlichen Niederlage keine Skrupel zeigt und weiterhin auf der „finanziellen Wolke Sieben“ schwebt. Schon bald macht sich Unmut bei einem Teil der Angestellten breit und sie beschließen ihrem Gast eine Lektion zu erteilen, um wenigstens das Geld aus ihren durch ihm verlorengegangenen Pensionsfond wieder zu bekommen.

So weit so gut, aber wie der Plan der Angestellten am Ende umgesetzt wird, ergibt so kaum einen Sinn. Schon allein das Arthur Shaw (Achtung Spoiler!) seine finanziellen Notreserven so versteckt, dass er die Teile seines Autos aus Gold hat fertigen lassen, ist mehr als absurd. Unpraktischer geht’s wohl kaum noch! Was ist denn wenn er aufgrund seiner Machenschaften schnell das Land verlassen muss, wie es zu Anfang der Fall gewesen ist? Lässt er dann das (nach Schätzungen im Film) 45 Millionen Dollar Auto einfach da stehen und erwartet das er es dann später abholen kann? Genauso wundere ich mich über das angebliche Gewicht des Autos. Mr. Fitzhugh schätzt es mal so eben auf ca. 800 kg. Mal gesetzt dem Fall alle Teile sind aus echtem Massivgold und nicht nur vergoldet (wäre letzteres der Fall, ist die große Freude der Angestellten zum Schluss nicht nachvollziehbar), dürfte er bei einem Auto aus puren Gold mit 800kg wohl bei weitem nicht hinkommen, zumal es ja angeblich auch fahrtüchtig sein soll. Da stellt sich mir schon die Frage wie es denn möglich ist das Fahrzeug mit einem Personenaufzug (sind meistens für ein Gewicht von 800-1200kg ausgelegt) einfach mal so den Tower rauf und runter zu transportieren. Genauso das sich keiner der erfahrenen Regierungsbeamten über einen Gerichtstermin an einem Feiertag gewundert hat und die Anwältin von Josh Kovaks der Polizei zuerst alle Trümpfe (Shaws Kontobuch) überreicht und dann einen Deal aushandeln will, wirkt genauso komisch wie die überschwängliche Freude der geprellten Angestellten über ihre Goldgeschenke. Mich würde mal interessieren wie sie eine goldene Stoßstange, einen Schaltknüppel, oder eine Felge zu Geld machen wollen, ohne dass sie sich unangenehmen Fragen stellen müssen.

Fazit:
Zu Actionlos um ein Actionfilm zu sein, zu unlustig um als gute Komödie durchzugehen und zu flapsig um wirklich als gesellschaftskritisch betrachtet werden zu können. Alles in allem kann man sich „Aushilfsgangster“ ansehen, aber aufgrund des ungenutzten Potentials der zahlreich vorhandenen Comedystars, wird es genauso wenig zu einem Lachanfall kommen wie Spannung aufgebaut wird.


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