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Rezensionen verfasst von
Johnny Bravo

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No Love Lost
No Love Lost

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Späte Geburt, 8. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: No Love Lost (Audio CD)
Aber ist es nun die Gnade oder ein Nachteil? Diese Frage stellt sich beim Debut der Rifles, das sich so sehr nach "schon dagewesen" anhört wie die meisten Alben der in diesem Zusammenhang genannten Bands auch. Vielleicht sogar noch mehr, weil es mehr Bezugspunkte hat und dadurch nicht so eindimensional und langweilig klingt. Das Album orientiert sich nicht nur an der näheren Vergangenheit seit den Strokes ("One Night Stand", "Peace & Quiet"), sondern ist in Akzenten genauso in der älteren englischen Geschichte mit Bands wie The Clash ("Hometown Blues"), Blur oder den Smiths ("Narrow Minded Social Club") verwurzelt.

Und man muss ihnen zu Gute halten: Sie nehmen nur das Beste. Im Vergleich zu Ihren direkten Konkurrenten schneiden sie dabei verdammt gut ab. Die Songs sind durchgängig zumindest brav, und etliche haben Hitpotential. Hervorstechen tun ein wenig die Clash-Referenz "Hometown Blues" und das beschwingte "Local Boy", das in den Indie-Disco's für durchgeschwitzte Kleidung und nach oben getackerte Mundwinkel sorgen wird. Das Album wird Gott sei Dank im Gegensatz zu FF oder den Affen nicht so schnell langweilig. Pluspukt.

Zurück zur späten Geburt. Könnte ein Vorteil sein, weil sie Vorgänger verwursten konnten, die selber Pionierarbeit geleistet haben, aber auch ein Nachteil, weil (evtl.) ihre eigenen Ideen schon vorweggenommen wurden. Die 2. Klappe wirds später mal zeigen, so sie denn so weit kommen. Potential haben sie ja. Aber Britpop ist eine Marketing-Strategie und keine Musikrichtung, also ist die Gefahr, sich im Geld zu verlieren, ziemlich groß.

Fazit: 0 % Inspiration, 100 % Transpiration, aber das verdammt gut gemacht. Mehr ist für ne Band in dieser Folge nicht drin.


The Best Tracks So Far
The Best Tracks So Far
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 37,90

5.0 von 5 Sternen Easy Day, 25. November 2006
Rezension bezieht sich auf: The Best Tracks So Far (Audio CD)
Eher durch Zufall, das heißt eigentlich nur auf Grund des Namens bin ich auf diese schwedische Band aufmerksam geworden. Und der ist auch Programm. 2-Tone-Ska, der zum tanzen und feiern, aber auch in der Chill-Out-Zone absolut perfekt ist. Nicht mehr, nicht weniger.

Das Bemerkenswerte an den "Best Tracks So Far" ist, dass das Album keine Aussetzer hat, die Tracks befinden sich durchwegs auf hohem Niveau. Das macht es natürlich auch schwer, einzelne Songs herauszuheben. Daran soll der Versuch aber nicht scheitern: Da ist das textlich überaus witzige "Hannibal (Se)Lectah"; und "Arte Bella", bei dem sich die Bläser besonders in den Vordergrund spielen; das relaxte "The Key" und das schnelle "Gold". Alles extrem tanzbar. Da die Qualität der Platte ziemlich hoch ist, wird aber wohl jeder seine eigenen Favoriten finden. Die Band hat sich ja leider auch schon vor ein paar Jahren aufgelöst, aber die gute Laune, die sie verbreitet haben, bleibt.

Ich geb's ja zu, die Rezi dient nur dazu, den Skalatones 5 Sterne auf's Auge zu drücken, weil sie's wirklich verdient haben, Ska ist ansonsten nicht wirklich meine Paradedisziplin. Trotzdem, die Intention zählt. Und die war gut. Start Skanking!


Under the Western Freeway
Under the Western Freeway
Wird angeboten von Side Two
Preis: EUR 10,02

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lytle Everything, 24. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Under the Western Freeway (Audio CD)
Kalifornien klingt normalerweise anders! Offspring und Weezer fallen mir da ein. Spaß und Sonne und Spaß, aber doch nicht soetwas.....ein Werk irgendwo zwischen musikalischem Fortschritt und geistiger Vergangenheit.

Klingen tut es nach frustriertem Malkmus/Pavement, oder vielleicht einfach(?) ausgedrückt nach leicht rockigem Anti-Rock n'Roll mit Elektro-Part. Natürlich mit Ausnahmen.

Was ich sagen will ist: Die Grundstimmung im Werk ist entspannt, ruhig, nachdenklich. Klassische Indie-Melodien schweben übers Land, hin und wieder toben sich Gitarren im Spiel mit elektronischen Sounds aus, dazu Jason Lytle's Stimme, die selbst Thom Yorke (-> Radiohead) ein Vorbild sein könnte und ein "I like it how it's always been" mit auf den Weg gibt. Teilweise macht sich sogar Lagerfeueratmosphäre breit. Dazwischen kommt aber hin und wieder eben doch Kalifornien hoch. Wie zum Beispiel im wohl unbestritten größten Hit der Band, "A. M. 180", wo eine Kindermelodie mit Sonic Youth kollidiert und dabei ein Meilenstein entsteht. Oder in der ersten Single "Summer here Kids". Wobei dem Sänger allerdings auch mit fröhlichen Melodien nicht zu helfen ist. Der denkt lieber daran, keinen Spaß zu haben und einsam zu sein. Gut so, andere gibt's genug.

So bleibt das ganze Album eben auch (relativ) ideale Musik für solche Stunden; Herbst und Winter sind nun mal die Zeit, wo der Großvati zum Sinnieren vor das Kaminfeuer gesetzt wird. Im Vergleich zum Nachfolgealbum und Kritikerliebling "The Sophtware Slump" halte ich "Under the Western Freeway" aber für das unterhaltsamere und bessere Album. Bleibt mir nur noch zu sagen: Hoffentlich gibt's nach dem Split von Grandaddy Anfang des Jahres bald wieder was von Jason Lytle zu hören.

In diesem Sinne, "everything beautiful [für Melanchoholiker] is far away", nämlich eine Hand voll Euros.


So Much for Staying Alive
So Much for Staying Alive
Preis: EUR 12,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kristofer Aström & Hidden Fireside?, 11. März 2005
Rezension bezieht sich auf: So Much for Staying Alive (Audio CD)
Nach dem melancholischen Vorgängeralbum "Northern Blues" erwartete ich mir sehr viel von dieser Scheibe, nämlich perfekte, abwechslungsreiche, aber auch leise Melodien, dazu Texte voller Wahrheiten über die Liebe. Songs, die einen abendlichen Spaziergang in der noch verschneiten Landschaft zur Reise in die eigene Seele machen sollen.
Um es vorwegzunehmen, diese Erwartungen wurden größtenteils erfüllt, jedoch in weitaus anderer Form, als erwartet. Aström beschreitet auf diesem Album zusammen mit seiner Band Hidden Truck neue, ungewohnte Wege, die musikalisch zwischen seinen Hidden-Truck-Projekten und dem Stil von Fireside, seiner alten Band, liegen.
Bezeichnend hierfür ist sicher auch die erste Single "The good you bring", das mit einer schon fast fröhlichen Melodie und einem intensiven, kraftvollen Gesang glänzt, der jedoch nie seine melancholische Note verliert. Gesanglich steht das hohe Niveau der Single somit sicherlich Pate für das ganze Album.
Die auf "So Much For Staying Alive" angebotene Version von "The Wild", dem Duett mit Britta Persson erreicht zwar nicht ganz das Niveau der Version von "Loupita", weiß jedoch mit einer optimistischeren Grundhaltung zu überzeugen.
Der Song "The Black Dog" hätte mit seinem Bass- und Gitarrenspiel genau so gut auf ein ruhigeres Firesidealbum wie "Elite" passen können, während lediglich "The Burn" atmosphärisch wirklich an alte Hidden-Truck-Zeiten erinnert.
Seine neue Liebe scheint Kristofer Aström gut getan zu haben, denn bei "So Much For Staying Alive" steht wie im Titel angedeutet nicht das Leid, sondern eindeutig die Hoffnung im Vordergrund.
Perfekte Melodien, intensiver Gesang und anrührende Texte machen dieses Album zu einem wahren Highlight und zeigen die Evolution des Kristofer A. Der Abendspaziergang muss jedoch ausfallen, vielmehr ist das Werk einen Schritt in den frühlingshaften Sonnenaufgang wert.


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