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Rezensionen verfasst von
Daniel Dören

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Selbstverteidigung - Vom Konzept zur Praxis
Selbstverteidigung - Vom Konzept zur Praxis
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Ein SV-Buch mit Mehrwert, 8. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Selbstverteidigung gehört zu den Kampfkünsten wie die Milch zum Müsli. Allerdings – glaubt man dem Autor – ist das, was uns heutzutage im Kampfsporttraining vorgesetzt wird, allenfalls trockenes Brot, wenn es um den Aspekt der Selbstverteidigung geht. Mit seinem neuen Buch will der Autor Kampfsportlern und -trainern eine praktische Anleitung geben, wie ein realitätsbezogenes SV-Training aussehen kann, und gibt gleichzeitig eine praktische Anleitung zur Gestaltung eines Trainings.

Das Buch gliedert sich in zwei Teile: Einen theoretischen und einen praktischen. Beide Teile sind leicht verständlich geschrieben, was der Lesbarkeit enorm zugutekommt. Während im praktischen Teil die SV-Techniken an sich detailliert und verständlich beschrieben sowie sehr gut bebildert werden, konzentriert sich der Autor im ersten Teil des Buches, welches ungefähr ein Drittel ausmacht, vor allem auf die Rahmenbedingungen einer SV-Situation. Hier kommen Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften, Psychologie, der Kriminalistik etc. zum Tragen. Hierin liegt meines Erachtens auch der eigentliche Mehrwert des Buches: Viele Kampfsport- und SV-Bücher beschränken sich zu sehr auf die Darstellung der einzelnen Techniken; hier kommt jedoch der „Vorkampfphase“ eine große Bedeutung zuteil. Der Autor erläutert klar und verständlich, wie unser Körper sich unter Stress verhält und wie man seine Schüler auf SV-Situationen vorbereiten kann. Sein Kernanliegen ist dabei, das Training realistisch und zielgerichtet sein zu lassen, indem unter dynamischen und nicht statischen Bedingungen trainiert werden soll. Der Unterschied ist, dass beim statischen Training lediglich die Technik trainiert wird, wohingegen beim dynamischen Training realitätsnahe Bedingungen geschaffen werden, also unter Stressbedingungen trainiert wird.

Als Karateka kommt man sich an einigen Stellen im Buch ziemlich hilflos vor. Durch Aussagen wie: „Effektive Fähigkeiten in Hinsicht auf Selbstverteidigung können durch die heutige Form des Kampfsporttrainings kaum erlernt werden.“, wird das Selbstvertrauen nicht gerade gestärkt. Dabei ist genau das die Grundlage des von dem Autor vorgeschlagenen SV-Systems: Zunächst soll das Selbstvertrauen gestärkt werden. Hierzu gibt er gute und hilfreiche Tipps, die sich leicht in ein Training integrieren lassen: nämlich durch eine dynamische Gestaltung des Trainings.

Neben allgemeinen Trainingshinweisen enthält das Buch auch Beschreibungen von Täterprofilen, gibt Hinweise zur Erkennung eines potenziellen Gewaltausbruches anhand der Körpersprache des Täters und gibt Ratschläge, wie wir uns als potenzielles „Opfer“ verhalten sollten, damit wir erst gar keinen Gewaltausbruch provozieren. Auch diese Hinweise sollten bei der dynamischen Gestaltung des Trainings mit einbezogen werden.

Verbesserungen inhaltlicher Art hat das Werk keine nötig. Allenfalls könnte mehr auf das Notwehrrecht eingegangen werden, was jedoch womöglich den Rahmen gesprengt hätte. Die Lesbarkeit leidet an einigen Stellen indes wegen Rechtschreibfehlern. Die Verwendung des Blocksatzformates hätte die Lesbarkeit weiterhin erhöht. Lobenswert ist, dass für das Buch wissenschaftliche Studien verwendet wurden. Leider werden diese nicht an allen Stellen explizit genannt, sodass die Überprüfbarkeit nicht gewährleistet ist.


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