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Tramp69 (The Promised Land)

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Diamonds & Gasoline
Diamonds & Gasoline
Preis: EUR 18,13

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbarer Red Dirt Country aus Oklahoma, 25. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Diamonds & Gasoline (Audio CD)
So sehr ich all die Rezensionen von Catero schätze und meist ja auch teile, aber vier Sterne für dieses großartige Album, meines Erachtens das beste der Turnpike Troubadours, sind eindeutig einer zu wenig. ;-)

Dieses Album der fünf Jungs aus Oklahoma gehört zum besten, was ich in den letzten Jahren im Bereich Red Dirt Country zu hören bekommen habe. Jeder einzelne Song verdient hier 5 Sterne, so homogen und großartig ist das Songwriting, meist von Evan Felker, auf Diamonds&Gasoline. Wenn ich meine Highlights benennen müsste, würde ich The Funeral und Shreveport wählen, aber auch der Rest fällt kein bisschen ab. Der Song Evangeline erinnert zu Beginn übrigens an den ebenfalls famosen John Prine und dessen Song You Got Gold.

Diese Mischung aus Country, Blue Grass (Kansas City Southern), Rock und sogar mal etwas Blues (Long Hot Summer Days), trifft genau meinen Geschmack, der in den letzten Jahren so stark von Bands wie Reckless Kelly, Micky and the Motorcars oder der Randy Rogers Band geprägt wurde. Stärker als bei den drei genannten Bands kommt bei den Troubadours die Fiddle zum Einsatz, dazu der zum Teil an Randy Rogers, aber auch teilweise an Gordon Downie (Leadsänger der kanadischen Tragically Hip) erinnernde Gesang von Evan Felker sowie die intelligenten Texte machen dieses Album zu einem einzigen Genuss. Absolute Kaufempfehlung für alle Fans des Red Dirt Country und amerikanischer Countrymusik weit ab von dem Mainstream-Kommerz aus Nashville.


American Beauty
American Beauty
Preis: EUR 3,49

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Als Outtake-EP eines Outtake-Albums völlig OK, 25. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: American Beauty (MP3-Download)
Man durfte nicht zu viel erwarten von den vier Outtakes eines Albums (High Hopes), das selbst aus Outtakes und Covern besteht. Noch dazu werden hier vier Songs anlässlich des Record Store Days veröffentlicht, die ansonsten wohl nie das Licht der Welt erblickt hätten. Springsteen hätte es sich auch einfacher machen können und einfach zwei Songs, die bereits auf anderen Alben enthalten sind, für die Vinylliebhaber und Sammler auf den Markt bringen können. Niemand hätte etwas gesagt, weil es wohl kaum einer mitbekommen hätte und diese Art des "Feierns" des Record Store Days eigentlich in den vergangenen Jahren üblich war und von zahlreichen Bands, auch Springsteen, so gehandhabt wurde. Stattdessen gibt es also vier neue, selbst geschriebene Songs. Übrigens: All die, die mit dem überpräsenten Tom Morello auf High Hopes nichts anfangen konnten, können aufatmen: TM fehlt auf American Beauty gänzlich.

Zu den einzelnen Songs:
American Beauty (AB): Eine Mischung aus einer langsamer gesungenen Version von Frankie Fell in Love und My Lucky Day. Der Gesang ist m. E. grenzwertig, Bruce bewegt sich in Gesangsregionen, die er eigentlich nicht (mehr) erreicht. Sowohl My Lucky Day als auch Frankie Fell in Love find ich durchaus toll, aber einen dritten Song dieser Art hätte es m. E. nicht gebraucht und daher ist es verständlich, dass es AB nicht auf High Hopes oder ein anderes Album geschafft hat.

Das ruhige Mary, Mary erinnert sehr stark an das großartige Leah, aber auch an We take care of our own (!!!), finde den Song aber sehr schön. Hätte stilistisch sehr gut auf Tunnel of Love gepasst. Nach Aussage von Springsteen war dieser Song am ehesten kurz davor, auf High Hopes gepackt zu werden.

Hurry Up Sundown ist ein Abklatsch von You'll Be Coming Down vom Magic-Album. Netter Text, teils schräge Akkordwechsel, typischer Power-Pop-Song des Springsteens der 00er Jahre. Als Outtake völlig OK, aber auch nicht viel mehr.

Mit Hey Blue Eyes, der zu Bush's Zeiten geschrieben wurde und den Folterskandal von Abu Ghraib thematisiert, beweist Springsteen einmal mehr, dass er noch immer großartige Songs mit tiefgehenden, bewegenden Gänsehauttexten schreiben kann. Ein richtig guter Song, der zum besten gehört, was Springsteen seit der Reunion 1999 aufgenommen hat. Musikalisch ist hier zwar die gesamte E Street Band versammelt, dennoch ist es ein eher ruhiger, akustisch gehaltener Song. Die Melodie erinnert stark an den Song Shuffle it All von Izzy Stradlin, aber egal, denn den kennt wahrscheinlich eh kaum jemand. Alleine dieser Song rechtfertigt diese EP.

Insgesamt zwei Mal Durchschnitt, einmal ganz nett, aber verzichtbar (Titeltrack) und ein echter Kracher (Hey Blue Eyes). Das ist für eine derartige Veröffentlichung völlig OK. Meines Erachtens hätte man die drei Songs auf High Hopes packen können und dafür HIgh Hopes (den Song), Harry's Place und wegen mir auch noch This is your Sword weglassen können und High Hopes wäre ein klasse Album geworden.


Till Midnight
Till Midnight
Preis: EUR 8,30

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Springsteen of now meets Mellencamp of the 80s! Americana-Country-Punk-Rock der Extraklasse!, 21. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Till Midnight (MP3-Download)
Für mich schon jetzt eins der besten Alben des Jahres! Der in Houston geborene Chuck Ragan war nie besser als mit diesem grandiosen neuen Album „Till Midnight“, das musikalisch zwischen dem Springsteen der letzten Alben und dem John Mellencamp der späten 80er Jahre angesiedelt ist! Auf „Till Midnight“ wird gerockt, hier ist alles drauf, was Americana zu bieten hat: Country, Rock, Punk, genau so will man ihn hören!

Ich weiß noch genau als ich Chuck Ragan das erste Mal live erlebt habe, damals 2010 als Support von The Gaslight Anthem. Ich hatte zuvor noch nie etwas von ihm oder seiner Band Hot Water Music gehört. Da kommt dieser kompakte, supersympathische Typ mit Basecap und begleitet von dem vollbärtigen Violinisten Jon Gaunt und seiner Akustikgitarre umgeschnallt auf die Bühne, brüllt los und haut mich fast um, ob dieser Energie, dieser Power, dieser Präsenz auf der Bühne und dieser röhrend-rauchigen Stimme. Das kannte ich bisher nur von Springsteen, wenngleich Chuck Ragan eher aus der Punkecke kommt. Später hatte ich dann das Vergnügen, ihn in einem Jeans-Shop in Berlin zu einem Mini-Akustik-Set ganz nah zu erleben und es hat sich bestätigt, was für ein bodenständiger, charismatischer, netter und einfach saucooler Typ dieser Chuck Ragan doch ist. Für die geniale Revival-Tour habe ich dann leider keine Karte mehr bekommen. Erst im vergangenen Jahr konnte ich ihn einmal mehr als Main-Act live erleben. Da hat er noch auf seine ebenfalls famosen alten Songs zurückgegriffen. Da hätte ich noch nicht mit einem derart homogenen, abwechslungsreichen Superalbum wie Till Midnight gerechnet.

Der erste Song „Something May Catch Fire“ könnte auch vom Bruce Springsteen-Album Wrecking Ball stammen; geht sofort in den Gehörgang und nicht mehr so schnell raus. Das melodische „Vagabound“ hätte wunderbar auf Mellencamp's „The Lonesome Jubilee“ gepasst, ebenso das gleich folgende „Non Typical“. Countrytesker Rock, der gute Laune macht und bei dem man automatisch mitwippen muss. So reiht sich ein 5-Sterne-Song an den anderen. Obwohl die Songs durch die oben genannten Referenzen bekannt klingen, ist dennoch jederzeit der ganz eigene Stil von Chuck Ragan zu erkennen, der natürlich maßgeblich geprägt ist durch diese rauchige, brüllende Rockstimme von Chuck Ragan. Und wer bei dem unwiderstehlichen „Gave my Heart“ nicht mitbrüllen und die Fäuste in die Luft strecken will oder bei der wunder- und gefühlvollen Countryballade „Wake With You“ keine Gänsehaut bekommt, dem ist leider nicht zu helfen. „You and I Alone“ versetzt einen mit seinem Countrybeat direkt in eine Bar ins tiefste Texas oder Oklahoma. Zum Ende gibt es den balladigen, wunderschönen Gänsehautsong „For all we Care“, vielleicht der beste Song, den Chuck Ragan je aufgenommen hat. Ein durchgehend stimmiges, ausgewogenes Album ohne auch nur einen einzigen Skip-Song.

Die Songs sind alle akustisch instrumentiert, wobei natürlich die Violine von Jon Gaunt den Sound stark prägt. Mit dabei ist natürlich auch wieder Bassist Joe Ginsberg. Als Gastmusiker sind u.a. Dave Hause, Ben Nichols von Lucero sowie David Hidalgo von Social Distortion und Rami Jaffee von den Wallflowers bzw. Foo Fighters zu hören.
Wenn es überhaupt etwas zu bemängeln gibt, dann vielleicht die doch sehr knapp gehaltene Spieldauer von knapp 37 Minuten. Natürlich geht Qualität vor Quantität, aber gerne hätte ich noch mehr gehört von diesem Chuck Ragan.

Chuck Ragan kommt mit seiner Band im Juni wieder auf Deutschland-Tour. Noch immer spielt er in eher kleinen Clubs und das ist auch gut so! Tut Euch einen Gefallen und hört und schaut Euch diesen Typen an! Er wird Euch umhauen wie er mich seinerzeit und seitdem immer wieder umgehauen hat! Uneingeschränkte Kaufempfehlung, sowohl für dieses Album als auch für ein Ticket zu einer seiner Shows! Good Job, Chuck!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 3, 2014 12:04 PM MEST


The B-Sides
The B-Sides
Preis: EUR 9,99

17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Langweilig und überflüssig!, 31. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The B-Sides (Audio CD)
Lange nicht mehr wurde ich von einer Neuveröffentlichung einer mir über die Jahre liebgewonnenen Band so enttäuscht. Nachdem Springsteen, dessen Einfluss auf Brian Fallon und TGA ja immer wieder genannt wird, mit High Hopes gerade erst ein Album mit Outtakes, Neuinterpretationen alter Songs und Covers herausgebracht hat, kommen drei Wochen später die B-Sides von TGA. Wer sich an den Outtakes bei Springsteen gestört und ihm gar Ideenlosigkeit unterstellt hat, sollte sich dann mal dieses Album hier anhören. Das lässt die Großartigkeit von High Hopes nochmal in einem ganz anderen Licht erscheinen.

Das, was TGA hier abliefern, ist mal so richtig enttäuschend. Irgendwie war es ja zu erwarten. Der Ausverkauf von TGA hat spätestens mit der halbgaren Live-DVD mit gerade einmal 10 Songs begonnen und setzt sich hier leider unaufhaltsam fort. Wenigstens – und das ist der einzige Pluspunkt, den TGA im Vergleich zu Springsteen's High Hopes hier machen – verkaufen sie das Album nicht als neues Album, sondern als B-Sides, obwohl auch dieser Titel irreführend ist, denn von 11 Songs sind die meisten Cover oder alternative (akustische) Versionen bekannter TGA-Songs. Aber das, was der Fan hier geliefert bekommt, ist dann doch sehr wenig. Geht es noch einigermaßen verheißungsvoll mit She Loves You (hat nix mit dem gleichnamigen Beatlessong zu tun) los, schließt die erste von insgesamt 5 Akustikversionen bekannter Songs an, die allesamt schlicht und einfach langweilig sind. Dazu hören sich die Aufnahmen von American Slang, The Boxer und Teenager Song an, als seien sie in einer öffentlichen Toilette aufgenommen worden. Dass Akustikversionen guter Songs funktionieren können, hat Springsteen mit etlichen seiner Songs bewiesen, aber hier funktioniert es fast gar nicht, zumal das keine TGA-Aufnahmen mehr sind, sondern meist ist nur Brian Fallon mit seiner Akustikklampfe zu hören. In den Songs ist keine Passion zu hören, sondern sie werden weitestgehend emotionslos heruntergespielt. Der Gesang von Brian Fallon, der mich seinerzeit so gepackt hat, kommt hier kaum zum Ausdruck, er krächzt teilweise nur so ins Mikro. Vielleicht eignen sich die Songs aber auch einfach nicht als Akustiknummern, obwohl Brian Fallon auch schon bewiesen hat, dass er als Solokünstler bei der Revival-Tour richtig gut sein kann.

Den absoluten Tiefpunkt des Albums bildet die Live-Coverversion von Pearl Jam`s State of Love and Trust. Leider waren die letzten Konzerte von TGA tatsächlich oft so mies wie die Live-Interpretation dieses Songs; der Gesang von Brian Fallon hier einfach nur furchtbar, zumal der Song weder musikalisch noch in der Live-Version auf das Album passt.

Was bleibt dann noch? Die beiden Cover Tumbling Dice sowie Once Upon a Time sind mit dem schon erwähnten Opener und dem weiteren Akustiksong Antonia Jane noch die Highlights dieses insgesamt schwachen Albums. Wäre allerdings interessant, den Song Antonio Jane mal als Rocksong zu hören. Könnte da noch besser sein. Andererseits: Hat es wirklich noch eines Covers von Tumbling Dice gebraucht?

Meines Erachtens hätte es dieses Album nicht gebraucht. Es ist überflüssig und als Fan gewinnt man leider den Eindruck, hier wird der Abstieg einer nicht zu Unrecht seit 2009 gehypten Band eingeleitet. Der Wechsel zu einem großen Plattenlabel wird sicher auch dazu beigetragen haben. Vielleicht sollten die Jungs von TGA mal eine längere Pause einlegen und nicht auf wirklich jedem Festival auftreten, sondern die Zeit besser nutzen, um wieder richtig gute Songs - A-Sides - zu schreiben.


High Hopes (Limited Edition) inkl. DVD
High Hopes (Limited Edition) inkl. DVD
Preis: EUR 15,99

118 von 134 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Etwas wirre Kollektion von Covern, Outtakes und Neuaufnahmen bekannter Songs, aber deutlich besser als erwartet, 10. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bewertung: 4 Sterne

Kurzversion: Meine Erwartungen bezüglich dieses Albums waren nicht besonders hoch. Diese wurden jedoch deutlich übertroffen. Eine etwas wilde, stückwerkartige Sammlung von teils leicht überproduzierten Songs ohne thematischen Zusammenhang, musikalisch äußerst abwechslungsreich, die aber bis auf den schwachen Start großen Spaß macht. Die auch bei mir vorhandene Skepsis gegenüber der Überpräsenz von Tom Morello war unbegründet, lange hat Springsteen dadurch nicht mehr so rockig geklungen. Der Sound/die Produktion klingt dank Producer Ron Aniello sehr frisch und modern, ist aber nicht unbedingt jedermanns Sache.

Lange Version: Es macht meines Erachtens wenig Sinn, dieses Album mit den 17 bisher erschienenen Bruce-Studioalben zu vergleichen. Jedes Album steht für sich und sollte als solches auch singulär bewertet werden, d.h. es macht m. E. wenig Sinn Meisterwerke wie Born to Run oder Darkness on the Edge of Town mit Übersongs wie Born to Run, Jungleland oder Racing in the Street mit Alben von heute zu vergleichen. Die Alben von Springsteen haben sich seit jeher vor allem dadurch ausgezeichnet, dass jedes Album anders war, das trifft erst Recht auch auf High Hopes zu. Letztlich ist diese Vielseitigkeit auch das, was mich als Fan an Springsteen so fasziniert: Es gibt nur sehr wenige Künstler, die sich derart konsequent weiterentwickeln wie Springsteen. Durch seine Vielseitigkeit ist er auch heute nicht nur textlich, sondern auch musikalisch weiterhin relevant, was man nicht von vielen Superstars sagen kann, die seit den 60er oder 70ern auch heute noch unterwegs sind und Stadien füllen und meist vom Ruhm alter Tage leben. Dass bei dieser Vielseitigkeit auch mal was dabei ist, was einem Teil der Fans vielleicht nicht so gefällt, ist dabei völlig normal. Auch diesmal wird es wieder einige geben, die behaupten, High Hopes käme nicht an die Meisterwerke aus den 70ern und 80ern ran und Springsteen habe seit den 80ern kein ordentliches Album mehr zustande gebracht. Auch mir gefallen die frühen Alben insgesamt sicherlich besser als die Alben seit den 90ern und doch möchte ich kein einziges Album der 90er und 00er Jahre missen, denn selbst die eher durchschnittlichen Alben wie Human Touch, Devils and Dust, Working on a Dream oder auch zum Teil The Rising enthalten allesamt reichlich gute Songs. Und das trifft auch auf die Songs von High Hopes zu, die zum größten Teil bereits vor längerer Zeit geschrieben wurden. Vielmehr rechne ich Springsteen eben genau diese Vielseitigkeit, die Unberechenbarkeit und dieses Innovative sehr hoch an und würde es geradezu absurd finden, wenn er heute nochmals versuchen würde, Alben wie Born to Run oder Darkness on the Edge of Town zu kopieren; sowohl textlich wie auch musikalisch würde ich ihm das heute nicht mehr abnehmen. Seine Glaubwürdigkeit, sein Mut, sich ständig weiterzuentwickeln und auch Dinge zu machen, die der Fan gerade nicht erwartet – gerade auch was den Sound anbelangt – macht jede Springsteenveröffentlichung so spannend.

Auch diesmal hat es Springsteen geschafft, mich positiv zu überraschen, obwohl ich bis zuletzt äußerst skeptisch war, und diese Skepsis noch größer wurde, als ich hörte, dass er einen meines Erachtens extrem schwachen Song wie High Hopes – noch dazu ein Cover – als Titeltrack verwenden und Tom Morello eine bedeutende Rolle einnehmen würde. Fakt ist für mich, Springsteen schafft es auch heute noch, Songs zu schreiben, die mich berühren und die mir schlicht und einfach meist gut bis sehr gut gefallen. Auch auf High Hopes sind wieder einige Songs enthalten, die ich von nun an nicht mehr missen möchte.

Über die Beweggründe, die Springsteen dazu verleitet haben könnten, solch ein Album aufzunehmen, kann man nur spekulieren (offenbar steckt Tom Morello dahinter, der Bruce derart inspiriert haben soll). Gemunkelt wird z. B. auch, dass es sich hier um ein Übergangsalbum handelt, um noch den auslaufenden Megadeal mit Sony zu erfüllen. Während andere Künstler zu diesem Zweck meist wenig innovative Best-Ofs raushauen, die dann verkaufsfördernd vielleicht noch den einen oder anderen neuen Song enthalten, hat Springsteen wieder mal einen ganz anderen Ansatz gewählt und eine Kollektion von Songs herausgebracht, die eher an Tracks, The Promise oder Disc 3 von Essentials erinnert als an ein echtes neues Album. Als Fan soll mir diese Herangehensweise sehr recht sein. Sein neuer Produzent seit Wrecking Ball, Ron Aniello, hat in einem Interview außerdem ausgeplaudert, dass er gerade an rund 40 gänzlich neuen Songs für ein „echtes“ neues Bruce-Album arbeiten würde, das noch in diesem Jahr erscheinen soll. Man darf gespannt sein, was daraus wird.

Zurück zu High Hopes: Mit High Hopes hat der mittlerweile 64-jährige Springsteen nunmehr erstmals ein Album aufgenommen – in verschiedenen Studios -, das aus einem etwas wirren Mix aus Covern, Outtakes und Neuaufnahmen bereits bekannter (Live)Songs der letzten rund 15 Jahre besteht. Dass Bruce auf ältere Songs zurückgreift, die es auf frühere Alben nicht geschafft haben, ist nicht unbedingt neu (The River ist voll davon, ebenso Devils and Dust). Daher sollte man Songs wie Harry's Place oder Down in the Hole (beide geschrieben für The Rising) auch richtigerweise nicht als Outtakes bezeichnen, genauso wenig wie die Songs auf dem Album The Promise echte Outtakes waren, die es auf die entsprechenden Alben nicht geschafft haben, nicht weil sie nicht gut genug waren, sondern weil sie thematisch einfach nicht gepasst hätten. Völlig neu ist allerdings, dass Bruce Cover auf ein Studioalbum packt (abgesehen von den Seeger Sessions) und dann gleich drei an der Zahl. Das könnte man als Einfalllosigkeit bezeichnen. Aber offensichtlich waren ihm diese Songs zu wichtig und mit Ausnahme des Titeltracks sind die Cover auch gut.

Diese „anomale Herangehensweise“ bei High Hopes, wie Springsteen das Album selbst in einem Interview bezeichnet hat, bewirkt allerdings, dass das Album diesmal keinen roten Faden hat, kein echtes Konzept verfolgt. Bisher hatten eigentlich die meisten Bruce-Alben ein bestimmtes Thema, so wie zuletzt das geniale Wrecking Ball, das die Finanzkrise thematisierte. Bei WB war die Songreihenfolge daher auch ganz entscheidend: Es begann mit wütenden, bissigen Texten, und endete mit hoffnungsvollen, optimistischen Songs. Bei HH ist die Reihenfolge dagegen eher zweitrangig, einzig Dream Baby Dream zum Schluss macht Sinn, vor allem bei einem Album, das High Hopes heißt.

Fazit: High Hopes ist besser als erwartet, ein Album, das schlicht und einfach Spaß macht, aber das Album hätte m. E. nicht als neues Album, sondern als das bezeichnet werden sollen, was es ist: Eine Sammlung von Covern, Outtakes (oder wie auch immer man diese Songs dann auch bezeichnet) und Studioaufnahmen bekannter Live-Songs. So wurden im Vorfeld nur falsche Erwartungen geweckt. Die Songs sind in Ordnung, zum Teil aber überproduziert, wenngleich die moderne Produktion auch viele Songs noch interessanter und durchaus besser macht (American Skin z. B.). Dennoch wäre manchmal etwas weniger mehr gewesen (Down in the Hole), wie schon bei Wrecking Ball. Trotz des vielen Sound-Schnick-Schnacks ist es ein sehr rockiges, modernes Album geworden und deutlich weniger folk- und seegerlastig als Wrecking Ball, ohne dabei zu klingen wie die frühen Rockalben von Springsteen. Insgesamt eine feine, solide Ergänzung des bereits sehr umfangreichen Springsteen-Katalogs. Ein weiteres Meisterwerk wird es aber trotz einiger herausragender Songs sicherlich nicht werden.

Track-by-Track-Rezension:

High Hopes: Für mich nach wie vor einer der schwächsten Songs, die ich je von Springsteen gehört habe. Bereits 1995 auf der EP Blood Brother enthalten, habe ich nie Zugang zu diesem Song gefunden, habe ihn daher auch über all die Jahre nie vermisst. Es ist wohl Tom Morello zu „verdanken“, der den Song Bruce vorgeschlagen hat, woraufhin der Song dann in Australien live einige Male performt wurde. Die neue Version mit Tom Morello ist zwar besser als die 1995er Version, dennoch ist und bleibt es ein nur unterdurchschnittlicher Song, der darüber hinaus auch noch zu lang ist. 2/5

Harry's Place: Hat mit Mary's Place gar nichts gemeinsam, außer, dass beide Songs für The Rising vorgesehen waren. Wer sich aber Harry's Place anhört, wird schnell einsehen, dass der Song nicht auf The Rising gepasst hätte, weder textlich noch musikalisch. Die Produktion klingt sehr 80er Jahre-mäßig, vor allem das Sax von Clarence „Big Man“ Clemons, musikalisch ist HP eine Mischung aus The Fuse (The Rising-Album), Calling Elvis (Dire Straits) und You Belong to the City (Glenn Frey), textlich sehr düster. Eher untypischer, gewöhnungsbedürftiger, durchaus tanzbarer Bruce-Song, in den 80ern sicherlich mit Hitpotenzial: 2,5/5

American Skin (41 Shots): Der seit der Reunion-Tour 2000 bekannte Song, der die Erschießung durch 41 Schüsse eines farbigen unbewaffneten Jungen in NY durch die New Yorker Polizei thematisiert, erhält hier eine sensationelle Frischzellenkur, ähnlich wie Land of Hope and Dreams vom WB-Album, die ich als sehr gelungen empfinde. Einmal mehr darf hier Tom Morello „glänzen“. Würde man den Song nicht bereits so gut kennen, würde man ihn sicher auch in dieser Version noch mehr zu schätzen wissen. Gehört sicherlich zu den besten Songs, die Bruce seit 1999 geschrieben hat. Erst Recht in dieser Version: 5/5

Just Like Fire Would: Hervorragendes Cover der australischen Punk-Band The Saints, könnte aber auch aus der Feder von Springsteen stammen. Die Version entspricht ziemlich exakt der Live-Version, die Bruce vergangenes Jahr in Australien performt hat, plus dem hinzugemischten herrlich krächzenden Gesang von Little Steven. Der Song erinnert allerdings stark an John Mellencamp's Small Town, aber den mag ich ja sowieso :-). Song macht Spaß, hätte gerne noch etwas länger sein dürfen. 4/5.

Down In The Hole: Ein weiterer Outtake aus den Rising-Sessions. Toller, atmosphärisch-dichter Song, allerdings etwas überproduziert, erinnert stark an I'm on Fire, aber auch an Magic (den Song). Außerdem erinnern einige Stellen an einzelne Songs von The Rising. Wunderbare Backgroundvocals von Patti Scialfa (und allen drei Kindern von Springsteen/Scialfa), begleitet von einem zart gezupften Banjo. Definitiv eine Bereicherung des Springsteen-Song-Repertoires. Großartig: 4,5/5

Heaven's Wall: Bruce sprach ja mal davon, ein Gospelalbum aufnehmen zu wollen. Dieser Song könnte für ein derartiges Album gedacht gewesen sein. Erinnert mich etwas an What Love Can Do vom WOAD-Album. Geht ordentlich zur Sache, toller Groove, könnte ich mir gut als Show-Opener vorstellen. „Raise your Hand“ und auch ansonsten sehr biblischer Text, auch wenn man den angesichts des Genuschels kaum versteht. Sicherlich nicht jedermanns Sache, mir gefällt's: 4/5

Frankie Fell In Love: Magic-Outtake, eines meiner Highlights des Albums, obwohl recht simpler 08-15-Pop-Rock-Song, hätte auch wunderbar auf The River gepasst, auch textlich. Erinnert musikalisch etwas an Crush on You oder You Can Look, aber auch an My Lucky Day. Der Song macht einfach nur gute Laune und hat was Nostalgisches. Gefällt mir ausgesprochen gut: 4/5

This Is Your Sword: Mit unter drei Minuten recht kurzer, irisch-folkiger Song mit Ohrwurmgarantie, unterlegt von einem Dudelsack. Nett, solide, aber irgendwie auch etwas belanglos. 3/5

Hunter of Invisible Game: Beginnt wie Filmmusik, sehr schöner, langsamer walzerartiger Song im Stile von Terry's Song, aber weniger akustisch, sondern mit orchestraler Begleitung. Produktion erinnert an das WOAD-Album. Nicht so eingängig wie die beiden Songs zuvor, aber für mich einer der besten Songs auf HH. 4,5/5

The Ghost Of Tom Joad: Die mit über 7 Minuten etwas zu lange Rockversion vom gleichnamigen 1995er Meisterwerk, hier ziemlich exakt so performt wie bei den Liveauftritten seit 2008. Somit auch mit Tom Morello, der mit seiner Gitarre und noch mehr mit seinem gewöhnungsbedürftigen Gesang den Song nicht für jedermann wirklich verbessern mag. Die Live-Version hat mir seinerzeit wegen TM gar nicht gefallen, aber an diese Studio-Rockversion habe ich mich – trotz Morello - mittlerweile gewöhnt und muss eingestehen, dass der Song dermaßen rockt und mir auch in dieser Version immer besser gefällt: 4,5/5.

The Wall: Nach American Skin bester Song auf dem Album, der das Zeug zum Klassiker hat, zumal mit berührendem Text über einen Vietnam-Kriegsveteranen aus New Jersey. Klingt teils leicht nach Fields of Gold von Sting. Laut Ron Aniello neben Just Like Fire Would der einzige Song, bei dem die E Street Band in Gänze bei der Aufnahme auch anwesend im Studio war. Sehr angenehme, sparsame Instrumentierung, zum Ende die wunderbare Trompete von Curt Ramm, melancholisch, großartig: 5/5

Dream Baby Dream: Den Song, ein Cover der New Yorker Wave-Punk-Band Suicide, hat Bruce als letzten Song zum Ende der Devils and Dust-Tour 2005 allabendlich gespielt. Der sich immer wiederholende, sehr einfache Text geht gemeinsam mit der sich steigernden Instrumentierung richtig unter die Haut, vor allem, wenn man das dazugehörige Video (auf YouTube!!!), das Bruce als Dankeschön für die Fans der Wrecking Ball-Tour gemacht hat, vor Augen hat. Isoliert als Single sicherlich ungeeignet, aber als Abschluss eines Albums durchaus passend und dann auch 3,5/5.

Länge des Albums: 56:31 Minuten

Wie bei Springsteen üblich, gibt es wieder ein feines Booklet mit allen Texten, einigen Bildern und Infos zu den einzelnen Aufnahmen sowie lesenswerten Liner Notes. Die CD steckt leider wieder in einer nicht reißfesten Papphülle. Die Bonus-DVD ist lediglich beigelegt, ist zwar eine etwas billige Variante für eine Limited Edition, die aber den Vorteil hat, dass sie leicht herausnehmbar ist.

Bonus-DVD: Als Bonus gibt es bei der Limited Edition den rund einstündigen Teil des Konzerts der Wrecking Ball-Tour vom 30.6.2013 aus dem Londoner Olympic Park, wo das komplette Born in the USA-Album (alle 12 Songs von insgesamt 29 Songs, die an dem Abend gespielt wurden) aufgeführt wurde. Zu diesem Preis sollte man nicht allzu kritisch sein und als Fan nimmt man natürlich mit, was man kriegen kann, ABER: Es ist die nunmehr dritte Bruce-Live-DVD vom Hardrock-Calling-Festival (HRC) in London (nach der DVD London Calling vom HRC 2009 und den 6 Tracks auf der DVD Springsteen & I vom HRC 2012). Dagegen wäre nichts auszusetzen, wenn HRC jeweils außergewöhnliche Konzerte gewesen wären. War es aber auch diesmal nicht! Es gibt kaum ein lahmeres Publikum als das bei diesem Festival und die Performance war für Springsteen-Verhältnisse an diesem Abend auch nicht die beste, was u.a. daran gelegen haben könnte, dass am Abend vorher in Paris ebenfalls das Born in the USA-Album in Gänze aufgeführt wurde, was für Springsteen eher unüblich ist und durch diese Album-Shows viel an Spontanität, die Bruce-Konzerte immer so einzigartig machen, verloren geht. Wenn schon eine Album-Show, dann hätte ich mir die aus Mailand gewünscht (mit dem weltweit fanatischstem Publikum) oder gerne auch die in München, wo jeweils auch das BIUSA-Album aufgeführt wurde. Das wäre aber sehr viel aufwändiger (= teurer) gewesen für das Unternehmen „Bruce Springsteen“. Immerhin war diese Show in London, bei der Bruce' 87-jährige Mama und seine Schwester Pamela auf die Bühne durften.;-)

Das Born in the USA-Album wird zudem in diesem Jahr 30 Jahre alt und wir Fans hoffen auf ein ordentliches BITUSA-Jubiläums-Boxset, wie es sie zu den Alben Born to Run und Darkness on the Edge of Town gegeben hat, und ich wäre doch einigermaßen enttäuscht, wenn diese halbgare Bonus-DVD als Ersatz für eine derartige Box herhalten müsste. Als Bonus-DVD, wie gesagt, völlig i.O.! Klang und Bild sind gut.
Kommentar Kommentare (42) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 11, 2014 4:20 PM CET


Late for the Sky
Late for the Sky

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk: Bestes Songwriter-Album ever!, 22. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Late for the Sky (Audio CD)
Bewertung: 5 Sterne

Der zurückhaltende und weitestgehend skandalfreie, jederzeit sympathische Westcoast-Rocker Jackson Browne gehört zweifelsohne zu den größten und besten des Singer/Songwriter-Genres und für mich zusammen mit Bruce Springsteen und John Prine ganz sicher zu meinen absoluten Lieblingsinterpreten. In Deutschland hat er nie die Anerkennung bekommen, die er eigentlich verdient hätte und in den USA, in denen er in den 70ern zum Superstar avancierte, hat er auch stark an Bedeutung verloren, nachdem er sich mit Alben wie Lives in the Balance und World in Motion für amerikanische Verhältnisse doch sehr auf die linksliberale Seite geschlagen hat. In diesen Tagen habe ich ihn für mich wiederentdeckt, weshalb ich das zum Anlass nehmen möchte, einige seiner Alben kurz zu rezensieren.

Zusammen mit For Everyman gehört LFTS zu den absolut besten Alben der 70er. Ich könnte mich nicht zwischen diesen beiden entscheiden. LFSK ist noch etwas melancholischer als For Everyman und vom Songwriting her wahrscheinlich dann doch noch ausgereifter. Mit Ausnahme von The Road and the Sky und Walking Slow sind eigentlich alle Songs eher traurig und balladig. Jeder Song für sich aber ist ein kleines Meisterwerk.

Late for the Sky: Eher unüblich, mit einem so traurigen, melancholischen Song ein Album zu beginnen. Und doch passt es, gibt der Song doch den Ton an für die weiteren Perlen, die da noch kommen sollen. 5/5

Fountain of Sorrow: Und da ist sie schon, die nächste Perle. Deutlich schneller und doch schwebt auch hier etwas Melancholisches über dem Song. Traumhaft, wundervoll! 5/5

Farther On: Es geht weiter mit diesem wunderbaren Song, hier ist JB auf der Suche nach dem persönlichen Glück, das er noch immer sucht. Phantastischer Song, herzzerbrechender Text und doch auch wieder hoffnungsvoll. Songwriting der Extraklasse! 5/5

The Late Show: Melancholie, der vierte Teil. Es geht also nahtlos weiter. Diese ersten vier Songs passen so ausgezeichnet zusammen. Unterlegt wird die Musik auch hier wieder mit der unwiderstehlichen Slide Gitarre von David Lindley, die den Sound von JB so prägt. Und dann diese Harmony Vocals. Traumhaft! 5/5

The Road and the Sky: Wie bereits oben erwähnt, der einzig richtig rockige Song im Stil von Red Neck Friend, ohne einen gleich aus der Kurve zu tragen. 4/5

For a Dancer: Sehr trauriger Song, der wohl den Tod eines eng stehenden Menschen thematisiert. Traumhafte Melodie! 5/5

Walking Slow: Nochmal wird es etwas rockiger. Klasse Song. Man freut sich fast für JB mit, dass es in seinem Leben wohl auch fröhlichere Momente zu geben scheint ;-) 4,5 / 5

Before the Deluge: Vielleicht der schönste Song, den JB je geschrieben hat. Welch ein Meisterwerk, in dem es, ja, um was geht es eigentlich? Muss jeder für sich selbst interpretieren. Phantastischer Schlusspunkt eines phantastischen Albums! 6/5 :-)

Fazit: Man soll mit den Superlativen ja nicht immer so um sich schmeißen, aber das hier ist ein Meisterwerk! Unfassbar, wie man so großartige Musik schreiben kann. Jackson Browne schreibt ja nicht nur wunderbare, unwiderstehliche Melodien, sondern auch intelligente Texte, die jeder für sich selbst interpretieren kann. Ich weiß noch, wie ich als knapp 20-Jähriger damals das Album entdeckt habe, selbst noch auf der Suche nach meinem persönlichen Platz in dieser Welt und oft stundenlang im Dunkeln auf dem Bett lag und mir dieses Album angehört habe. Musik muss mich berühren und neben Springsteen schafft das keiner so gut wie Jackson Browne.


For Everyman
For Everyman
Preis: EUR 10,98

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges zweites Album von JB, das mehr als 5 Sterne verdient!, 22. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: For Everyman (Audio CD)
Bewertung: 5 Sterne

Der zurückhaltende und weitestgehend skandalfreie, jederzeit sympathische Westcoast-Rocker Jackson Browne gehört zweifelsohne zu den größten und besten des Singer/Songwriter-Genres und für mich zusammen mit Bruce Springsteen und John Prine ganz sicher zu meinen absoluten Lieblingsinterpreten. In Deutschland hat er nie die Anerkennung bekommen, die er eigentlich verdient hätte und in den USA, in denen er in den 70ern zum Superstar avancierte, hat er auch stark an Bedeutung verloren, nachdem er sich mit Alben wie Lives in the Balance und World in Motion für amerikanische Verhältnisse doch sehr auf die linksliberale Seite geschlagen hat. In diesen Tagen habe ich ihn für mich wiederentdeckt, weshalb ich das zum Anlass nehmen möchte, einige seiner Alben kurz zu rezensieren.

For Everyman gehört für mich zusammen mit Late for the Sky zu den besten Alben von JB und überhaupt zu den besten Alben, die in den 70ern so herausgekommen sind. Kaum zu überhören sind hier noch die Ähnlichkeiten des Sounds mit den Eagles, nicht zuletzt wegen des Songs Take it Easy, den JB zusammen mit Eagle-Glenn Frey geschrieben hat. Der frühe JB war der Country-Folk-Westcoast-Rockmusiker, der wie vielleicht nur noch die Eagles selbst diesen Westcoast-Sound geprägt hat. Auf diesem Album gibt es nicht einen auch nur mittelmäßigen Song. Das Album ist stimmig von ersten Klängen an. Man hört die akustischen Gitarren und fühlt sich sofort versetzt in ein Cabrio auf dem Highway 1 an der kalifornischen Küste. Und überall dem schwebt diese unwiderstehliche, sanfte, angenehme Stimme von JB.

Take it Easy: Muss man nicht viel zu sagen/schreiben. Auch in der hier unbekannteren Version von JB ein Klassiker. 5/5

Our Lady of the Well: Es geht nahtlos über in diesen wunderbaren Song. Man spürt geradezu die Sonne auf der Haut und den Wind im Haar, wenn man im Cabrio sitzt. 5/5

Colors of the Sun: Midtempoballade, in Moll gehalten (glaube ich zumindest :-) ), traurig und doch traumhaft, die akustischen Gitarren und das traumhafte Piano. Nie war JB besser! 5/5

I Thought I Was a Child: Piano und akustische Gitarre leitet diese Ballade ein, wundervoll. 5/5
These Days: Noch so ein Klassiker, der auch auf keiner Best Of fehlt, zu Recht, alleine das Gitarrensolo zum Schluss: traumhaft! Midtemposong, wie sie nur JB schreiben kann. 5/5

Red Neck Friend: Zur Abwechslung mal ein richtiger Rocker mit schön ironischem Text im Stile von James Dean von den Eagles. 4/5

The Times you've Come: Akustisch gehaltene Ballade, Bonnie Raitt singt die Harmony Vocals, auch wieder soooo schön! 5/5

Ready or Not: Der Song, den JB anlässlich der Schwangerschaft seiner ersten Frau geschrieben hat, gehört auch zu meinen absoluten Lieblingssongs. Herrlicher Text. Nach Take it Easy und Red Neck Friend der drittrockigste Song des Albums. Leider hat sich die Dame, der dieses Lied gewidmet war, zwei Jahre danach das Leben genommen. 5/5

Sing My Songs to Me: Noch eine Ballade zum Schluss mit kräftigem Schlagzeug von Gary Mallaber, der später in den frühen 90ern mit Bruce Springsteen im Studio war und für den Beat auf dem Album Lucky Town sorgte, klasse Song, der nahtlos übergeht in For Everyman. 4,5/5

For Everyman: Und zum Schluss noch ein Klassiker, muss man nichts zu schreiben. Wer JB mag, dem gefällt der Song automatisch! David Crosby singt Harmony Vocals. Meisterwerk! 5/5

Fazit: Ein Album für die Ewigkeit, ein Meisterwerk und somit ein Album für die berühmte einsame Insel!


Hold Out
Hold Out
Preis: EUR 10,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Nachfolge mit zwei kleinen Schönheitsfehlern, 22. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Hold Out (Audio CD)
Bewertung: 4 Sterne

Der zurückhaltende und weitestgehend skandalfreie, jederzeit sympathische Westcoast-Rocker Jackson Browne gehört zweifelsohne zu den größten und besten des Singer/Songwriter-Genres und für mich zusammen mit Bruce Springsteen und John Prine ganz sicher zu meinen absoluten Lieblingsinterpreten. In Deutschland hat er nie die Anerkennung bekommen, die er eigentlich verdient hätte und in den USA, in denen er in den 70ern zum Superstar avancierte, hat er auch stark an Bedeutung verloren, nachdem er sich mit Alben wie Lives in the Balance und World in Motion für amerikanische Verhältnisse doch sehr auf die linksliberale Seite geschlagen hat. In diesen Tagen habe ich ihn für mich wiederentdeckt, weshalb ich das zum Anlass nehmen möchte, einige seiner Alben kurz zu rezensieren.

Das nur 7 Tracks umfassende Album Hold Out von 1980 kann mit dem Vorgänger Running on Empty zwar nicht ganz mithalten, stellt aber dennoch ein nicht zu missendes Werk dar, das wiederum einige sehr schöne Songs enthält. Hold Out leitet so etwas wie die nächste Phase von JB ein. Hören sich doch einige Songs noch an wie auf Running on Empty, so ist auch JB mit dem Eröffnungssong in den 80ern angekommen.

Disco Apocalypse: In Anspielung auf Saturday Night Fever verbindet hier JB seinen ureigenen Sound mit dem Disco-Sound der 70er. Nett, aber sicher nicht sein bester Song. 3/5

Hold Out: Der Titeltrack ist eine schöne Ballade, wie sie auch auf Running on Empty gut gepasst hätte. 4,5/5

That Girl Could Sing: Nur mittelmäßig, etwas belanglos. Der Song kommt irgendwie nicht richtig in Fahrt. 3/5

Boulevard: Rockiger Song, wie es sie auf dem folgenden Album Lawyers in Love zu Hauf dann geben sollte. Solide. 3,5/5

Of Missing Persons: Sehr schöne Piano-Ballade, so wie man JB von den frühen Alben her kennt. Und immer wieder ist diese für JB so typische Steel Gitarre von David Lindley zu hören. 5/5

Call it a Loan: Wunderbare Ballade, co-written von David Lindley. 5/5

Hold On Hold Out: Das mit über 8 Minuten bis dato längste Stück von JB ist ein wiedermal grandioser Abschluss eines großartigen Albums. Beginnt mit Piano und entwickelt sich zu einem Midtempo-Song, einem meiner Lieblingssongs von JB. Zwischendurch gibt es ein wenig Sprechgesang, das eine oder andere als etwas schmalzig empfinden mag. 5/5

Fazit: Wären Track 1 und Track 3 etwas besser, wäre es ein grandioses Album geworden, das es mit Running on Empty hätte aufnehmen können, so sind es nur gute vier Sterne.


Lawyers in Love
Lawyers in Love
Preis: EUR 10,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Meine Einstiegsdroge bei Jackson Browne, 22. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Lawyers in Love (Audio CD)
Bewertung: 4 Sterne

Der zurückhaltende und weitestgehend skandalfreie, jederzeit sympathische Westcoast-Rocker Jackson Browne gehört zweifelsohne zu den größten und besten des Singer/Songwriter-Genres und für mich zusammen mit Bruce Springsteen und John Prine ganz sicher zu meinen absoluten Lieblingsinterpreten. In Deutschland hat er nie die Anerkennung bekommen, die er eigentlich verdient hätte und in den USA, in denen er in den 70ern zum Superstar avancierte, hat er auch stark an Bedeutung verloren, nachdem er sich mit Alben wie Lives in the Balance und World in Motion für amerikanische Verhältnisse doch sehr auf die linksliberale Seite geschlagen hat. In diesen Tagen habe ich ihn für mich wiederentdeckt, weshalb ich das zum Anlass nehmen möchte, einige seiner Alben kurz zu rezensieren.

Lawyers in Love war der erste Song, den ich je von JB gehört habe, irgendwann damals, Anfang der 80er (1983). Es hat dann noch eine Weile gedauert, bis ich ihn so richtig für mich entdeckt habe, aber Lawyers in Love war auch mein erstes JB-Album. Im Nachhinein habe ich dann festgestellt, dass es nicht zu seinen allerbesten Werken zählt, aber durchaus den Test der Zeit überlebt hat und auch heute noch gut klingt. Das Album hat mit 35 Minuten auch noch die damals übliche Albumlänge.

Lawyers in Love: Toller Opener, für JB-Verhältnisse damals recht rockig, mit vor allem in den USA miss- oder gar nicht verstandenem Text. Viel Shalalala, aber großartig. 5/5

On the Day: Es geht recht rockig weiter, nett, ohne einen vom Hocker zu reißen. 4/5

Cut it Away: Etwas belanglos, aber durchaus OK. 3/5

Downtown: Der vierte Rocksong nacheinander, gab es bis dahin auch noch nie bei JB. Solide. 4/5

Tender is the Night: Der Song soll wohl auch in D so etwas wie ein kleiner Hit gewesen sein, habe ich nix von mitbekommen. Ist eine nette Midtempoballade. 4/5

Knock on any Door: Derartige, ähnlich klingende Songs gibt es auch auf den Frühwerken von John Cougar (damals noch ohne Mellencamp) oder Bryan Adams. Kann die Musikrichtung nicht richtig beschreiben. Aber solche Songs gab es nur in der ersten Hälfte der 80er Jahre. :-) Danach nie wieder, warum wohl? Dennoch ganz OK. 3/5

Say it isn''t True: Die erste und einzige echte Ballade auf dem Album, sehr atmosphärisch. Beginnt sehr ruhig und steigert sich immer weiter. Etwas zu viel Synthesizer, aber, OK, das waren halt die 80er! 4,5/5

For a Rocker: Wie es der Titel schon sagt: Ein echter Rocker zum Abschluss. Für JB-Verhältnisse geht es hier richtig zur Sache. 4/5


The Naked Ride Home
The Naked Ride Home
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 7,57

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für JB-Verhältnisse nur mittelmäßig, 22. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: The Naked Ride Home (Audio CD)
Bewertung 3,5 Sterne

Der zurückhaltende und weitestgehend skandalfreie, jederzeit sympathische Westcoast-Rocker Jackson Browne gehört zweifelsohne zu den größten und besten des Singer/Songwriter-Genres und für mich zusammen mit Bruce Springsteen und John Prine ganz sicher zu meinen absoluten Lieblingsinterpreten. In Deutschland hat er nie die Anerkennung bekommen, die er eigentlich verdient hätte und in den USA, in denen er in den 70ern zum Superstar avancierte, hat er auch stark an Bedeutung verloren, nachdem er sich mit Alben wie Lives in the Balance und World in Motion für amerikanische Verhältnisse doch sehr auf die linksliberale Seite geschlagen hat. In diesen Tagen habe ich ihn für mich wiederentdeckt, weshalb ich das zum Anlass nehmen möchte, einige seiner Alben kurz zu rezensieren.

Das mit knapp 60 Minuten lange Nachfolgealbum von Looking East beginnt stark, hat dann aber einige Längen und ist für JB-Verhältnisse daher leider nur Mittelmaß. Ausgerechnet die Balladen fallen hier leicht ab und sind zum Teil einfach viel zu lang. Absolut beeindruckend ist, dass sich seine Stimme über all die Jahre so gut wie nicht verändert hat. Diese Stimme kann man Stunden lang hören, ohne dass sie anfängt zu nerven. Das liegt auch an der hervorragenden Produktion von JB mit Kevin McCormick.

The Naked Ride Home: Der Titeltrack ist gleich einer der Höhepunkte des Albums. Typischer Midtemposong, wie sie JB nur so aus dem Ärmel schüttelt. 5/5

The Night Inside Me: Der rockigste Song des Albums geht sofort ins Ohr und zählt für mich ebenfalls zu den Höhepunkten des Albums. Tolle Instrumentierung, treibender Beat, klasse Song! 5/5

Casino Nation: In dem Song wird gnadenlos mit dem damaligen US-Präsidenten Bush abgerechnet. Musikalisch ist der Song sehr atmosphärisch und leider auch sehr langweilig. 2/5

For Taking the Trouble: Erinnert etwas an My Problem is You vom Album I'm Alive, mit schöner Hammond B3-Orgel, sehr schön. 4,5/5

Never Stop: Nette, soulige Ballade. 4/5

Walking Town: Etwas belanglos, wenig Melodie, verzichtbar. 2,5/5

About My Imagination: Midtempoballade, fängt gut und verheißungsvoll an, aber der Refrain ist etwas enttäuschend. 3,5/5

Sergio Leone: Hat deutliche Längen, plätschert so dahin, ohne Höhepunkte. 2,5/5

Don't You Want to Be There: Sehr ruhige Ballade, schön, solide. 3,5/5

My Stunning Mystery Companion: Toller Album-Closer, Midtempoballade, typischer JB-Song und nicht so unnötig in die Länge gezogen, wie einige Songs davor. 4,5/5

Fazit: Gutes Album mit Längen zwischendrin, das aber angesichts der hohen Messlatte bei JB-Veröffentlichungen nur Mittelmaß erreicht.


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