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Rezensionen verfasst von
Tramp69 (The Promised Land)

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High Hopes
High Hopes
Preis: EUR 1,29

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Trifft gar nicht meinen Geschmack, 26. November 2013
Rezension bezieht sich auf: High Hopes (MP3-Download)
Es gibt ja wirklich sehr wenige Songs von Springsteen, die mir gar nicht gefallen. Aber High Hopes gehört leider dazu. Jetzt könnte man sagen, dass es ja kein Song von Bruce ist, sondern ein Cover. Aber auch bei Covern hat Bruce in der Regel ein feines Händchen und sucht sich meist tolle Songs raus. Dieses Cover gehört definitiv nicht dazu. Bereits mit der 95er Version konnte ich wenig anfangen. Diese Neuaufnahme in modernem Soundgewann mit reichlich viel Bläsern und Tom Morello an der Gitarre ist zwar besser als die 95er Version, doch überzeugen kann sie mich trotzdem nicht. Da der Song auch der erste Song auf dem gleichnamigen, im Januar erscheinenden neuen Album enthalten ist, kann man sich die 1,29 Euro auch sparen.


Springsteen & I
Springsteen & I
DVD ~ Svana Gisla
Preis: EUR 9,99

24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehenswerte, unterhaltsame Fan-Dokumentation, 25. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Springsteen & I (DVD)
Bewertung: 4,5 Sterne

Jeder kennt sie: Bilder und Videos von kreischenden Teenies und oftmals noch Jüngeren, wie sie ihr Idol oder ihre Lieblingsband anhimmeln und reihenweise in Ohnmacht fallen. Ob es früher die Beatles waren, die Boygroups der 90er oder aktuell z. B. Justin Bieber. Angesichts derartiger Bilder fragte man sich oft, wie verrückt man eigentlich sein muss, um sich so zu verhalten und will den jungen Menschen am liebsten zubrüllen: Werdet endlich erwachsen!

In der Dokumentation „Springsteen & I“ geht es auch um Fans eines Musikers, die sich allerdings in einer Hinsicht gravierend von den kreischenden Teenies unterscheiden: Sie sind (die meisten zumindest) bereits erwachsen, zumindest dem Alter nach. Sie kreischen auch nicht, sind aber nicht minder crazy, weil sie ihrem Idol oftmals hinterherreisen (daher auch der Spitzname „Tramps“), Setlists akribisch studieren und Strichlisten führen, welche Songs man schon alle selbst live gehört hat, Bootlegs sammeln, die zum Teil so eine schlechte Klangqualität haben, dass man die Lieder kaum erkennt und es kaum noch einen Live-Auftritt gibt, der nicht von irgendeinem Fan in oft minderwertiger Qualität auf YouTube eingestellt wird. Das Durchschnittsalter der Tramps dürfte in Europa bei rund 40 bis 45 Jahren liegen, in den USA/Canada vielleicht zehn Jahre älter. Dazu kommt, dass der angehimmelte Star kein Teenager, sondern mittlerweile selbst 64 Jahre alt ist und erwachsene Kinder hat.

Um diese, auf ihre eigene Weise ganz besonderen, Fans geht es in der Doku. Doch auch in der Produktionsweise der Doku unterscheidet sich diese von bisher ähnlichen Filmen. Für das Projekt wurden Springsteen-Fans in aller Welt via Internet aufgerufen, Videoclips von sich zu verfassen und darin zu erklären, was für sie das Phänomen Springsteen ausmacht. Es wurden tausende Clips eingeschickt, nur ein Bruchteil davon ist im Film zu sehen. Herausgekommen ist eine unterhaltsame Ansammlung von Videoclips, ergänzt um Videoclips, wie man sie fast alle auch im Internet finden kann, mit Konzertausschnitten der letzten Wrecking-Ball-Tour oder auch ganz alte Mitschnitte von Bruce-Konzerten aus den 70ern.

Das ist größtenteils sehr unterhaltsam (wie z. B. der Elvis-Imitator, der Springsteen hassende Ehemann, der sich über die furchtbar langen Konzerte beschwert, zu denen er seine Frau begleiten muss oder der von seiner Freundin verlassene Fan, der von Bruce auf die Bühne geholt wird), manchmal etwas langatmig (die Mutter in der Küche, die ihrem Sohn die Antworten zuflüstert oder die Frau, die monoton und viel zu lang von ihrer Begeisterung von Springsteen in die Kamera spricht) und manchmal auch zum Fremdschämen (der heulende Mann im Auto, das verrückte tanzende Ehepaar, das noch nie bei einem Springsteen-Konzert war, weil sie es sich nicht leisten können, wobei das schon wieder ganz interessant ist). Im Großen und Ganzen wird so ein sehr einseitiges und leicht verstörendes Bild von Springsteen-Fans gezeichnet und ich als bekennender großer Springsteen-Fan kann mich nicht wirklich mit auch nur einer hier gezeigten Person identifizieren. Dann wiederum kann man sich auch die Frage stellen, welch` anderer Musiker hat eine vergleichbar starke Wirkung auf seine meist erwachsenen Fans? Und für welch` anderen Musiker wären Fans zu einem derartigen Projekt überhaupt bereit?

Als ich den Film im Kino gesehen habe, waren die Erwartungen ob der Ankündigung sehr groß. Nach 80 Minuten, als der eigentliche Film zu Ende war, war ich zwar nicht enttäuscht, jedoch habe ich deutlich mehr erwartet, zumal ich einige der eingesandten Videoclips zuvor gesehen habe und mich wunderte, weshalb diese nicht gezeigt wurden. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich dem Film 3 Sterne gegeben. Auch nach dem 35-minütigen Mitschnitt des Bruce-Konzerts im Londoner Hyde-Park 2012 (ja, jenes Konzert, wo ihm nach 3 Stunden und 11 Minuten Konzertdauer der Strom abgestellt wurde, weil er die Curfew der Stadt London überschritten hat und somit das Konzert abrupt zu Ende war; dass mit Paul McCartney eine Musiklegende mit Bruce auf der Bühne stand, half da auch nichts) wäre ich in der Sternezahl nicht hochgegangen.

Die Heraufstufung auf 4 Sterne erfolgte alleine wegen des Epilogs, denn der allein war das Eintrittsgeld und damit auch die DVD wert! Mit diesem rund 15-minütigen Epilog erklärt sich das Springsteen-Phänomen dann doch noch – zumindest in Ansätzen. Einige der Protagonisten aus dem Hauptfilm kommen hier nochmals zu Wort, weil Bruce Springsteen persönlich darum gebeten hat, diese Personen Backstage zu treffen (er hat den Rohfilm vorab zu sehen bekommen und kannte insoweit einige der „Darsteller“). Mit diesen Szenen bestätigt sich einmal mehr, wie bodenständig, normal und sympathisch Bruce Springsteen ist und wie er den Kontakt zu seinen Fans pflegt. Dieses „ich bin einer von Euch“, das nicht nur in seinen Konzerten immer wieder bemerkbar ist, bestätigt sich auch in diesen Szenen. Es gibt meines Wissens keinen internationalen Superstar, der so nah an seinen Fans ist wie eben Springsteen. Und das ist auch der Grund, weshalb ihn seine Fans so verehren, weshalb sie ihm zu zig Konzerten einer Tour hinterherreisen und keine Scheu haben, qualitativ minderwertiges, zum Teil durchaus peinliches Filmmaterial von sich selbst für einen derartigen Film zur Verfügung zu stellen.

Trotz des Epilogs reicht es meines Erachtens aber nicht für den 5. Stern, denn dafür hätte es zumindest auf der DVD etwas mehr zusätzlichen Bonusmaterials bedürft, viele Stunden Material müssten dafür eigentlich zur Verfügung stehen. So gibt es lediglich 4 kurze Extra-Filmchen zusätzlich.

Bildtechnisch muss man natürlich Abzüge machen, denn es handelt sich ja größtenteils um Amateur-Aufnahmen und die Mitschnitte aus alten Konzerten wurden auch unter anderen Technikbedingungen gemacht. Der Konzertmitschnitt vom Hyde Park ist dagegen hervorragend, auch tontechnisch. Weshalb aber erneut das Hyde Park-Konzert auserwählt wurde, nachdem ja bereits die letzte Live-DVD vom Hyde Park stammte, muss man nicht verstehen und kann nur rein wirtschaftliche Gründe haben.

Die Doku ist natürlich in erster Linie für Fans gemacht und persönlich habe ich mich gefragt, ob ich diesen Film wirklich einem Nicht-Fan zeigen sollte. Wenn ja, sollte man nur bitte darauf hinweisen, dass die gezeigten Beispiele nicht annähernd repräsentativ für das Gros der Springsteen-Fans sind. Ansonsten könnte es staunende und ungläubige Blicke geben. :-) Für diesen Fall würde ich immer darauf hinweisen, dass wir Springsteen-Fans zwar allesamt positiv bekloppt, aber doch sehr liebenswert sind! :-)
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 3, 2014 1:19 PM CET


Pushin' Against a Stone
Pushin' Against a Stone
Preis: EUR 13,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Musikalische Reise tief in den Süden der USA, 24. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pushin' Against a Stone (Audio CD)
Das erste Mal hörte ich die unvergleichliche Stimme von Valerie June, als sie vor knapp einem Jahr als Support von Ryan Bingham in Berlin aufgetreten ist. Ich kam seinerzeit leicht verspätet, sodass ich sie bereits hörte, aber noch nicht sehen konnte. Sofort war ich gefesselt von dieser einzigartigen, souligen, hörbar schwarzen Stimme. Von ihrem Programm war ich absolut begeistert, habe sie aber im Anschluss wieder aus den Augen bzw. Ohren verloren, bis ich kürzlich auf einem Flug in die USA über das Bord-Entertainment-Programm auf dieses Album gestoßen bin. Ich habe mir das Album auf dem Flug bestimmt 5 oder 6 mal angehört und anschließend sofort bestellt.

Das Album ist mit seinen souligen, bluesigen, Country/Folk- und Gospelelementen extrem abwechslungsreich, sparsam instrumentiert mit weitestgehend akustischen Instrumenten, ab und an kommt mal eine Trompete wie beim ersten Track zum Tragen. Produziert wurde das Album (hervorragend) von Dan Auerbach (Black Keys). Heraussticht zu jedem Zeitpunkt die großartige Stimme von Valerie June, die zudem deutlich in den Vordergrund gemischt wurde, denn erst die Stimme verleiht den durchweg superben Songs diesen ganz besonderen Südstaatenflair. Allen Tracks gemeinsam ist, dass sie einen direkt versetzen in den tiefen Süden der USA. Man kann förmlich die schwüle Hitze in den Sümpfen und auf den Baumwollfeldern Louisianas, Mississippis, Alabamas oder Georgias spüren (oder eben Tennessee). Das ist wunderbare Musik in der Tradition eines Leadbellys. Auch Assoziationen zu dem (grandiosen) Film "O Brother where art thou" bzw. an den entsprechenden Soundtrack kommen nach wenigen Klängen auf.

Das Album beginnt mit dem bluesigen "Working Man Blues", das formidable "Somebody to Love" gibt es gleich zweimal, wobei mir die akustische Version ganz am Ende fast noch besser gefällt. Ganz hervorragend gelungen ist auch das countryteske "Tennessee Time" oder das soulige "The Hour". In "Can't be Told" wird es dann sogar etwas funky, ohne auch hier den Südstaatenflair zu vernachlässigen. Es gibt auf diesem Album tatsächlich keinen einzigen Song, den ich missen möchte: So wie es sich für ein ordentliches Debutalbum gehört! :-)

Insgesamt ein sensationelles Debutalbum, das die volle Sternezahl verdient und für mich eines der besten Alben des Jahres ist. Unbedingte Kaufempfehlung!

Edit 4.12.13: Das Album wurde in die TOP-50-Liste des amerikanischen Rolling Stone-Magazins der besten Alben 2013 aufgenommen. Zu Recht! :-)


Magpie & the Dande
Magpie & the Dande
Preis: EUR 21,49

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbarer Nachfolger von Carpenter, 20. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Magpie & the Dande (Audio CD)
Habe eigentlich gar nicht sooo viel der sehr guten Rezension von Mapambulo hinzuzufügen, außer dem fünften Stern! :-)

Die Avett Brothers werden mit jedem Album besser. Als vor knapp einem Jahr Carpenter rauskam, habe ich es tagelang, quasi in Endlosschleife gehört. Dass die Jungs es schaffen, binnen kürzester Zeit ein weiteres Meisterwerk abzuliefern, war trotz der bekannten Kreativität der Band nicht zu erwarten. Für mich sind die Avett Brothers ganz eindeutig die derzeit beste, weil spannendste Band auf dem Planeten. Sie bewegen sich zwar mit jedem neuen Album immer mehr weg von ihren ursprünglichen Bluegrass-Wurzeln hin zum Folk/Pop, aber das in einer unglaublich hohen Qualität. Und das beste an der ganzen Sache: Sie schaffen es wie kaum eine andere Band, ihre Musik auch live so rüber zu bringen, dass die Songs noch besser klingen. Die Live-Shows der AB muss man einfach mal erlebt haben. Da merkt man dann auch, dass sie sich beeinflusst sehen von Metal-Bands wie Iron Maiden oder Metallica!

Zum Album: Im Gegensatz zu Carpenter, auf dem das Banjo nur auf zwei Songs zu hören war, kommt es hier wieder öfters zum Einsatz, was mir persönlich besonders gefällt. In einem Satz würde ich das Album als "Beatles goes Country/Bluegrass" beschreiben. Produziert wurde es wieder glasklar von Rick Rubin. Da ist jedes einzelne Instrument auszumachen und auch am Gesang von Scott und Seth Avett ist nichts, aber rein gar nichts auszusetzen. Die Texte sind wie immer sehr persönlich und es lohnt sich, mit diesen mal genauer auseinanderzusetzen. Bei der Song-to-Song-Rezension habe ich sie jetzt außer Acht gelassen.

Der erste Song "Open Ended Life" ist ein typischer AB-Song mit vielen Country-Instrumenten, wie Fiddle und Banjo, geht sofort ins Ohr und endet mit einem herrlichen Country-Jam. 10/10

"Morning Song" ist mein momentaner Favorit des Albums, klingt sehr nach Beatles und der Chorgesang am Ende erinnert mich tatsächlich an deren "Hey Jude". 10/10

"Never been Alive" ist eine schöne Ballade, fällt aber etwas ab, daher nur 7/10.

"Another is Waiting": Erste Singleauskopplung, typischer Midtempo-Song, der auch sehr gut auf Mignonette oder Emotionalism gepasst hätte. Wer auf den letzten Alben das Banjo vermisst hat, dürfte hiermit sehr glücklich sein. 9/10

Eine weitere Ballade kommt mit "Bring your Love". Auch hier wieder sehr schöne Melodie, wieder ist das Banjo gut zu hören. 9/10

"Good to you" beginnt exakt wie Norwegian Wood von den Beatles, hört sich gewollt an, auch wenn es keine Songwriting-Credits für Lennon/McCartney gibt. Wunderbarer Song, gesungen von Scott. 10/10

"Apart from Me" ist wieder eine dieser wunderschönen Balladen, wie sie die AB nur so aus dem Ärmel zu schütteln scheinen. 10/10

"Skin and Bones" beginnt mit Banjo-Musik und entwickelt sich zu einem Midtempo-Song. Könnte von "I and Love and You" stammen. 9/10

"Souls like the Wheels" ist ein Live-Stück, aufgenommen schon vor einigen Jahren. Mit akustischer Gitarre vorgetragener Song, der zwar wunderschön ist, hier aber etwas aus dem Rahmen fällt, da er eben "alt" ist und noch sehr nach den ganz frühen AB klingt, dennoch 10/10.

"Vanity" fällt in die gleiche Kategorie wie "Another is Waiting". Rockiger, eingängiger Song. 9/10

Einen weiteren Höhepunkt gibt es zum Schluss mit "Clearness is Gone". Traumhafte Ballade mit kraftvoller Lead-E-Gitarre und einer Bridge mit Violinen und E-Gitarren-Solo, die richtig unter die Haut geht. 10/10

Insgesamt gute 4,5 Sterne für ein weiteres Meisterwerk!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 24, 2013 7:41 PM MEST


Beheading of the Songbird
Beheading of the Songbird
Preis: EUR 21,35

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessante Alternative zu Arcade Fire, 31. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Beheading of the Songbird (Audio CD)
Auf The Drowning Men aufmerksam geworden bin ich, als die Indie-Band aus Oceanside, Kalifornien, im Vorprogramm von Chuck Ragan gespielt hat. Das letzte Mal, dass mich ein Support-Act derart begeistert und überzeugt hat, war Chuck Ragan selbst als Support von The Gaslight Anthem. Ansonsten hofft man ja immer, dass diese Vorbands schnell vorübergehen. Nicht so in diesem Fall. Von den ersten Klängen dieses Gitarren-Indie-Rocks an war ich absolut gefesselt.

"Beheading of the Song Bird" ist das erste volle Album der fünfköpfigen Band um Sänger Nato Bardeen, das mir sogar noch etwas besser gefällt als das neueste Werk "All of the Unknown", das aber auch sehr zu empfehlen ist und mit "Lost in a Lullaby" und "A Fool's Campaign" sogar zwei kleine Indierock-Hit-Singles enthält. Charakteristisch für The Drowning Men ist die (oder das?) Theremin, ein Instrument, das ich bis dahin gar nicht kannte. Laut Wikipedia ist es das einzige verbreitete Musikinstrument, das berührungslos gespielt wird und dabei direkt Töne erzeugt. Sieht in der Tat sehr merkwürdig aus, wenn Sänger Nato Bardeen dieses Instrument bedient, indem er seine Hände darüber bewegt und dabei äußerst interessante Töne erzeugt, die im Normalfall wohl von Keyboards oder Synthesizers erzeugt werden.

Nicht nur die Stimme, auch die Musik klingt dabei sehr stark nach Arcade Fire. Ist zum Teil aber noch verspielter und melodiöser. Aber Songs wie "Songbird" oder das "Rita" könnten wirklich von AF stammen, letzteres hat mich wiederum auch an Fischer Z erinnert, sofern die Band noch jemand kennen sollte. Teilweise übertreiben sie es dann doch mit der Verspieltheit, so wie bei "Courageous Son", das mich immer an einen Rummelplatz oder Zirkus erinnert. Auch das anfangs sehr ruhige, von einem Piano begleitete "Elementary Walls" hat was von Zirkus und fällt etwas aus dem Rahmen des ansonsten sehr gut durchhörbaren, runden Albums. Daher auch nur die 4 Sterne. Höhepunkte sind der Opener "Stand in your Mold", das bereits erwähnte klavierbetonte "Songbird", das rockige "Rita", "More Than This" und "Get a Heart".

Textlich habe ich mich noch nicht mit den Songs auseinandergesetzt. Ansonsten aber kann ich die Band jedem empfehlen, der auf gitarrenorientierten Indie-Rock a la Arcade Fire steht.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 25, 2013 9:47 AM MEST


Somewhere Between Heaven&Earth
Somewhere Between Heaven&Earth
Wird angeboten von Music-Mixer
Preis: EUR 24,76

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...wenn's nur nicht so unendlich traurig wäre!, 25. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Somewhere Between Heaven&Earth (Audio CD)
Es heißt ja immer, Songwriter schreiben ihre besten Songs, wenn es ihnen schlecht geht. Bestes Beispiel dafür ist sicher dieses Album von Cindy Bullens aus dem Jahr 1999 – ihr bis heute mit Abstand bestes Album! Eine schlimmere Tragödie als die ihrige gibt es wohl kaum: Im Alter von 11 Jahren ist ihre jüngere Tochter Jesse 1996 an Krebs verstorben und jeder, der das große Glück hat, selbst Mutter oder Vater zu sein, kann vielleicht ansatzweise nachempfinden, wie es jemandem ergehen muss, der derart Furchtbares erlebt hat.

Diese einleitenden Worte bedarf es unbedingt, um eine Rezension zu diesem unfassbar traurigen, aber dennoch so großartigen Album zu verfassen. Lange hat mich nicht mehr ein Album derart berührt wie „Somewhere between Heaven and Earth“. Das ist keine Musik zum Nebenherhören. Hier muss zugehört werden. Cindy Bullens macht es dem Zuhörer dahingehend leicht, dass sie so glasklar und deutlich singt, dass es nicht einmal des umfangreichen Booklets bedarf, um zu verstehen, um was es geht: Um Tod, Trauer, Ohnmacht, aber auch um Hoffnung und Neuanfang!

Drei Jahre hat es gebraucht, bis CB in der Lage war, das Geschehene einigermaßen zu verarbeiten. Nachdem es in den 90ern recht ruhig um sie geworden ist, hat sie nach dem Tod von Jesse wieder mit dem Songwriting begonnen und ihre Trauer, aber auch Hoffnung in 10 wunderbaren Songperlen verarbeitet.

Es beginnt mit dem hoffnungsvollen Song „In Better Hands“. Hier sagt der Titel eigentlich schon alles über den Inhalt des Songs aus.

And though I'll never feel that love again
Never again
Well, I can't take some kind of comfort in knowing you're
In better hands- in better hands

In „The Lights of Paris“ beschreibt sie, wie wunderbar die Stadt Paris ist und doch verblasst die Schönheit im Vergleich zu Jesse:

And even the lights of Paris
Can never shine as bright
As the fire in your hair of red
And the magic in your eyes

„I gotta believe in something“ ist eine Ballade und beginnt mit schöner Mundharmonica. Später setzt Bonnie Raitt im Backgroundgesang ein. In dem Song spricht sich CB selbst Mut zu und versucht die Trauer zu überwinden.

Beim Titeltrack singt Bryan Adams mit. Auch hier spricht der Titel für sich selbst. Erinnert vom Text und Titel her etwas an Tears in Heaven von Eric Clapton. Musikalisch erinnert der Refrain etwas an „Comfortably Numb“ von Pink Floyd.

„A thousands of shades of grey“ beginnt a capella und entwickelt sich dann zu dem rockigsten Song.

In der Ballade „Water on the Moon“ (Background: Rodney Crowell) stellt sie die Frage, die sich wohl alle in einer ähnlichen Situation stellen würden: Wenn es doch möglich ist, Wasser auf dem Mond nachzuweisen und Leben auf dem Mars, weshalb gibt es dann nichts, das ihr Kind wieder ins Leben zurückholt bzw. warum musste es erst so weit kommen, dass sie so unheilbar krank wurde?

If they find water on the moon
If they discover life on Mars
Does it mean you'll be home soon?
Can I hold you in my arms?
I used to believe in miracles

In „Boxing with God“ verarbeitet sie gleich drei Schicksale in einem Song: In der ersten Strophe beschreibt sie den Kampf ihres Vaters vor dem Älterwerden und persönlichen Verfall, den er kurz davor ist, zu verlieren. In der zweiten Strophe geht es natürlich wieder um ihren Engel Jesse, der so tapfer gegen den Tod gekämpft hat, ihn aber schließlich verloren hat.

My youngest child is now an angel
She lived her whole life in eleven years
I've never known anyone who was braver
I can't believe she's gone – but she is

Schließlich boxt sie selbst mit Gott und deutet gar ihren Freitod ob der ganzen Trauer an, bevor sie sich doch entscheidet, weiter zu kämpfen.

I get in my car and drive to New York City
I'm trying to lose myself on some highway
A mile for every teardrop that has fallin'
I hope there's something there to ease my pain

In „The end of wishful thinking“ singt keine geringere als Lucinda Williams im Background. Der Midtempo-song ist textlich auch wieder sehr traurig.

I've become some kind of vagabond
I cannot stay at home
It's hard to be with people
And it's hard to be alone

Wer es bis Song 9 geschafft hat durchzuhalten, ohne eine Träne zu vergießen, wird diese bei „As long as you love“ kaum noch zurückhalten können. Cindy spricht darin quasi mit ihrer toten Tochter, die sie wiederum versucht aufzubauen und zu trösten. Den Gesang hierzu war Cindy Bullens selbst nicht in der Lage aufzunehmen, sodass sie ihre damals weitere, 16-jährige Tochter Reid bat, diesen Part zu übernehmen.

Cindy:
I can hear your voice sometimes at night
And it echos through the day
When my soul cries out from missing you
I remember what you say

Reid:
As long as you love
You will see me in the stars
As you look up at the stars
I will be there

Puh! Durchatmen!

Mit dem letzten rockigeren Song „Better than I've ever been“ spricht sie sich dann selbst Mut zu und versucht nach vorne zu schauen: Maybe I'll be better than I've ever been.

Bei allem Fokus auf die Texte noch kurz ein paar Worte zur Musik. Cindy Bullens ist Singer/Songwriter-Folk/Rock/Country/Blues wie er auch von John Mellencamp, Tom Petty, Bruce Springsteen stammen könnte. Perfekt, glasklar – meist von ihr selbst - produziert (zum Teil mit Rodney Crowell). Genau so muss ein derartiges Album klingen. Jede Gitarre, die Drums, der Bass sind deutlich auszumachen. 50 Minuten, 10 Songs, einer besser und intensiver als der andere. Wie immer bei CB gibt es nicht einen Song, den man wegskippen will. Dieses Album gehört von Beginn bis Ende aufmerksam gelauscht. Die Songs liegen fast alle im Midtempo-Bereich, abgesehen von der todtraurigen Ballade As long as you love und dem stonesähnlichen Rocker Thousands Shades of Grey.

Auf jeden Fall muss auch das Booklet erwähnt werden. Neben den Texten gibt es ein sehr lesenswertes Vorwort von Dave Marsh, dem Hofberichterstatter von Bruce Springsteen. Dave Marsh's Tochter Kristin ist ebenfalls im Alter von 21 Jahren an Krebs verstorben, sodass er prädestiniert war, um die richtigen Worte zu finden. Cindy Bullens selbst lässt den Hörer auch teilhaben an den Geschehnissen von 1996 bis 1999 und beschreibt sehr persönlich, wie die einzelnen Songs entstanden sind. Auch die zahlreichen Fotos von Jesse im Booklet tragen dazu bei, dass das Album sehr schwere, aber dennoch so wunderbare Kost ist. Ach ja: Das Cover stammt von Jesse.

Man fragt sich natürlich, weshalb tut man sich so etwas an, wenn man selbst das Glück hatte, von einer derartigen Tragödie verschont geblieben zu sein. Da ist natürlich zum Einen die Musik, die für mich zum besten gehört, was ich in diesem Genre bis heute zu hören bekommen habe. Zum Anderen wird man sich aber vielleicht auch einmal mehr des Glücks bewusst, das man selbst hat. Ich jedenfalls habe nach dem ersten Hören und „Schock“ meine Kinder, die etwa im selben Alter sind wie Jesse, fest in den Arm genommen, in der Hoffnung, von derartigen Schicksalsschlägen auch zukünftig verschont zu bleiben.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 1, 2013 9:49 AM MEST


Raise Your Hand: Adventures of an American Springsteen Fan in Europe
Raise Your Hand: Adventures of an American Springsteen Fan in Europe
von Caryn Rose
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,62

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nette Wochenendlektüre für Tramps like us..., 3. Mai 2013
Die Autorin dieses 113-Seiten-starken Büchleins, Caryn Rose, dürfte eingefleischten Bruce-Fans ein Begriff sein. Sie schreibt des Öfteren Konzertberichte auf der Springsteen-Fansite backstreets.com."Raise your Hand - Adventures of an American Springsteen Fan in Europe" ist nett zu lesen und für alle, die sich die Frage stellen, ob die Konzerte in den USA oder in Europa besser sind, durchaus zu empfehlen. Dazu hat sich Rose 7 Konzerte der letztjährigen Wrecking-Ball-Tour in Europa angesehen und mit ihren kaum noch zu zählenden Springsteen-Shows in den USA verglichen. Zu einem echten Ergebnis kommt aber auch Rose nicht: Sowohl die Shows in den USA haben ihre nicht zu unterschätzenden Vorteile - die Setlists sind etwas weniger mainstream als in Europa, Konzerte finden häufiger in Hallen als in Stadien statt - als auch die Shows in Europa, wo die Stimmung meist besser und enthusiastischer ist.

Das Büchlein ist natürlich auf englisch geschrieben, aber sehr leicht zu verstehen. Ich habe das Teil über ein Wochenende ruckzuck durchgelesen. Literarisch ist das alles nicht besonders anspruchsvoll, hatte ich aber auch nicht erwartet, aber für Bruce-Fans, die selbst schon in diversen RollCall-Schlangen gestanden haben, um Bruce aus nächster Nähe erleben zu dürfen (und nur dort will ich als Fan stehen :-)) und ihm wie für Tramps eben üblich durch ganz Europa, Nordamerika oder sonstwohin folgen, um nur keins der einzigartigen Konzerte von Springsteen zu verpassen, eigentlich ein Muss. Nette Wochenendlektüre oder zum Lesen beim Anstehen der gerade fortgesetzten Springsteen-Wrecking-Ball-Europa-Tour.:-)
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 14, 2014 4:26 PM CET


Honky Tonk
Honky Tonk
Preis: EUR 20,27

16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jay Farrar wieder in Höchstform, 9. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Honky Tonk (Audio CD)
Son Volt hat seinerzeit Ende der 90er für mich die Tür zu der weiten Welt der Musik, die meist mit "Americana" bezeichnet wird, geöffnet. Ich war im Knaack Club in Berlin zu einem Konzert von weiß nicht mehr von wem, als vor Beginn über die Hausanlage das dritte Son Volt-Album "Wide Swing Tremolo" lief und ich zum DJ nach der Band fragte, die ich bis dato nicht kannte. Gleich am nächsten Tag habe ich mir alle drei bis dahin erschienenen Alben gekauft und bin noch heute genauso begeistert wie damals. Seitdem gehört Son Volt/Jay Farrar zu meinen absoluten Lieblingsbands aus diesem Genre.

Das neueste Werk "Honky Tonk" knüpft nahtlos an dem letzten Longplayer "American Central Dust" an. Allerdings gibt es diesmal 11 lupenreine Country-Songs, fast alle im Midtempo-Bereich angesiedelt. Rockige Songs wie auf den ersten Alben von Son Volt, wie "Drown", "Route" oder "Catching On", gibt es gar keine mehr. Am rockigsten mag noch das famose "Bakersfield" sein. Die rockigen Songs mag der eine oder andere vermissen. Allerdings können die neuen Songs zumindest mich über diesen Mangel hinwegtrösten. Und wer die Sorge hatte, Jay Farrar würde vielleicht nie mehr solch Wahnsinnssongs wie "Windfall", "Tear Stained Eye" oder "Hanging Blue Side" schreiben können, wird positiv überrascht sein von den neuen Songs, denn genau in diesem Stil sind alle Songs auf Honky Tonk angelegt. Auffallend ist noch die Fiddle (von Gary Hunt), die viel stärker wahrnehmbar ist als zuletzt auf "Central Dust". Wie oben bereits angedeutet, ist das Album much more country als "Central Dust" und erst recht als "The Search" und "Okemah...". Einzelne Songs hervorzuheben geht nicht, da alles aus einem Guss ist, vielleicht "Barricades" mit seinen wunderbaren Tempiwechseln.

Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann höchstens die recht kurze Spieldauer von nur knapp über 36 Minuten sowie das sehr einfach gehaltene Booklet, das wie meistens bei Son Volt (leider!!!) keine Texte enthält. Dennoch gibt es von mir diesmal die Höchstpunktzahl, denn kaum eine Band weckt in mir dieses American-Highway-Feeling wie Son Volt und kaum eine Stimme klingt zumindest in meinen Ohren so wohltuend wie die von Jay Farrar.


Bruce
Bruce
von Peter Ames Carlin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

40 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Habe etwas mehr erwartet, aber OK, 7. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Bruce (Gebundene Ausgabe)
Als würde es nicht längst genügend Bücher und Biographien über Bruce Springsteen geben, hat Peter Ames Carlin nun auch noch eine geschrieben. Um das Fazit vorwegzunehmen: Ich habe mir schon - nach all den Ankündigungen - etwas mehr, vor allem mehr Insiderwissen erwartet. Wer die Bücher insbesondere vom "Haus-Berichterstatter" Dave Marsh kennt (Glory Days, Two Hearts), von Rob Kirckpatrick (Magic in the Night), David Masur (Born to Run) oder Racing in the Street von June Skinner Sawyers wird nicht allzu viel Neues erfahren, zumal gerade die jüngsten Alben und insgesamt die Zeit ab 1990 auch bei Carlin nur sehr dürftig abgebildet werden. Natürlich sind die 70er und 80er die kommerziell erfolgreichsten für Springsteen gewesen. Allerdings war Bruce seit der Reunion so produktiv wie nie zuvor, hat mit The Rising sein vielleicht wichtigstes Album gemacht und war politisch aktiv wie nie. Dennoch wird dieses Jahrzehnt auf gerade mal 60 Seiten beschrieben. Wer dagegen noch nichts über Bruce Springsteen gelesen hat, kann gerne auf Carlins Buch zurückgreifen, denn es ist sicherlich - alleine aufgrund des Erscheinungszeitpunkts - das bisher Vollständigste.

Worin unterscheidet sich nun diese Biographie von den vielen anderen? Vor allem darin, dass Carlin Zugang zu allen Bandmitgliedern und weiteren Mitgliedern des Springsteen-Landau-Clans hatte. Und genau hier habe ich mir doch viel mehr erwartet. Die Originalzitate der Bandmitglieder passen insgesamt vielleicht auf zwei, drei Seiten. Wer geglaubt hat, mehr Infos über das Privatleben von BS zu bekommen, sieht sich ebenfalls getäuscht. Vieles bleibt im Vagen, so z. B. auch die seinerzeit ganz große Tratsch-Story über Bruces erste Ehe mit Juliane Philipps. JP hat sich wohl vertraglich verpflichtet, für alle Male nicht Näheres über die kurze Ehe zwischen 1985 und 1987 auszuplaudern (was für sie spricht). Stattdessen nimmt Bruce die ganze Schuld am Scheitern der Ehe auf sich (was für ihn spricht). Ansonsten gibt es auch nicht viel Tratsch. Wer auf solche Dinge Wert legt, sollte sich weiter an Christopher Sandfords "Point Blank" bzw. "Die Rockstimme Amerikas" (deutscher Titel) halten. Bei Carlin bekommt der Leser dafür etwas mehr Einblicke in die Gefühlslage der E Street Band-Member, als sie seinerzeit 1988 gefeuert wurden. Obwohl eigentlich alle den Schritt aus künstlerischer Sicht nachvollziehen konnten, hat das bei dem einen oder anderen doch viel tiefere Wunden hinterlassen als bisher gedacht. Auch die Reunion 1999 war alles andere als harmonisch und es stand bis zuletzt auf der Kippe, ob sie überhaupt zustande kommen würde, zumal Bruce auch nicht so richtig wollte und einige Bandmitglieder trotzig erst mal ihre Gefolgschaft verweigerten, zumal ja auch nicht alle wirklich auf das Geld angewiesen waren.

Ganz interessant und für mich auch neu waren die Beschreibungen der ganz jungen Jahre von Bruce, die allerdings sehr ausführlich beschrieben werden. Z. B. wusste ich bis dato nicht (oder nicht mehr), dass Bruce mehr oder weniger von seinen Großeltern - vaterseits - erzogen wurde, als er noch ein Kleinkind war.

Was lernt man noch Neues? Dass Little Steven immer einen etwas anderen Musikgeschmack hat als Bruce, ist hinlänglich bekannt. Dennoch war und ist Steve van Zandt der zusammen mit Jon Landau wichtigste Berater für Bruce. Ach ja: Der perfekte und für Steve beste Bruce-Song ist ..... The Little Things (My Baby Does)! :-), der es erst auf das Outtake-Album "The Promise" geschafft hat. Interessant auch die Gründe, weshalb Steve 1984 die E Street Band verlassen hat, u.a. weil ihm die Richtung, die Bruce mit dem Album Born in the USA eingeschlagen hat, nicht ganz gepasst hat und er sich nicht hinreichend gewürdigt gefühlt hat. Es war wohl kein richtiger Streit zwischen den beiden, allerdings auch längst nicht so harmonisch wie man bisher vermuten konnte. Die für mich als Fan durchaus interessante Frage, ob es in dem Song "Bobby Jean" wirklich um Steve geht, bleibt dagegen unbeantwortet. Selbst Little Steven kennt die Antwort (bis Sommer 2011) nicht: "We`ve never talked about it, to this day."

Wirklich einzigartig sind dagegen einige Bilder, die zum Teil aus dem Privatarchiv der Familie Springsteen stammen. Hier sieht man Bruce u.a. als Dreijährigen ;-). Dann wiederum gibt es aber auch Bilder, die längst bekannt sind.

Wer, wie ich, einfach alles über Springsteen lesen MUSS, sollte auch "Bruce" lesen. Wer sich davon aber wesentlich Neues erhofft, kann sicher darauf verzichten, vor allem, wenn man zuvor schon andere Bruce-Biographien gelesen hat. Dass Bruce ein Workaholic ist, der mindestens immer ein komplettes Album in der Tasche hat, dass Bruce wie ein Besessener arbeitet, weiß jeder Fan, der Bruce schon mal live gesehen hat. Einblicke in die Arbeitsweise bekommt man auch, allerdings sind die auch nicht sooo neu, wenn man die Filme über die Entstehung von Born to Run und Darkness on the Edge of Town kennt.

Noch ein Wort zum Cover-Photo, das m. W. aus dem Jahr 1992 stammt: Schaue ich auf mein Bruce-Regal mit all den Platten-Covern und Bücherumschlagsphotos frage ich mich doch, ob es auch mal möglich ist, Bruce nicht ganz so nachdenklich und traurig abzubilden. Jeder, der schon mal einen Springsteen auf der Bühne gesehen hat, weiß doch um die Ernsthaftigkeit seiner Songs, kennt aber auch den ausgelassen feiernden Party-Bruce. Solch ein Cover-Photo würde ich mir mal wünschen.;-)
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 6, 2013 3:23 PM MEST


Forever Endeavour
Forever Endeavour
Preis: EUR 11,99

17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie immer: Grandioser Singer-Songwriter Folk-Pop des Kanadiers, 2. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Forever Endeavour (Audio CD)
Eigentlich könnte man zu jedem Ron Sexsmith immer wieder das gleiche schreiben. Regelmäßig veröffentlicht er Alben mit wunderschönen Songs. Das ist Songwriting auf allerhöchstem Niveau, auch textlich. Es gibt wirklich kein auch nur durchschnittliches Album von Ron Sexsmith! RS hat mittlerweile seinen eigenen Stil gefunden, sodass man ihn nicht mehr laufend mit anderen Singern/Songwritern wie Paul McCartney oder Elvis Costello vergleichen muss (ich würde RS den beiden Genannten jederzeit vorziehen). Seit 2004 erwarte ich daher auch jedes neue Album von Ron Sexsmith sehnsüchtigst. Mein persönliches Lieblingsalbum ist nach wie vor Exit Strategy of the Soul. Doch auch sein letztes Album Long Player Late Bloomer war zwar etwas poppiger und mainstreamiger (produziert von Bob Rock - DEM Mainstream-Pop/Rock-Produzenten schlechthin), doch dennoch ein tolles Album, denn das Songwriting war trotzdem genial. Seinen neuesten Longplayer "Forever Endeavour" muss man dagegen öfters hören. Diesmal dauert es etwas länger, bis sich die unwiderstehlichen Melodien im Ohr festsetzen. Aber sind sie einmal drin, will man sie nie mehr missen.

Produziert wurde das Album von Mitchell Froom, der zuletzt bei "Time Beeing" an den Reglern saß und so was wie der Produzent von Ron Sexsmith der ersten Stunde ist und schon bei den ersten RS-Alben dabei war. Er weiß, wie man den gefühlvollen Folk-Pop am besten arrangiert. So klingt das Album dann auch eher wie "Whereabouts" und "Other Songs". Vor allem der New-Orleans-jazzige "Me Myself and Wine" könnte auch vom Album "Whereabouts" stammen.

An den Instrumenten sind diesmal einige bekannte Sessions-Musiker wie Bob Glaub am Bass, Matt Chamberlain an den Drums und Greg Leisz an der Pedal Steel mit dabei. Mal sehen, ob die Jungs auch bei der bald anstehenden Tour dabei sind, vermute mal eher nicht.

Meine Lieblingssongs sind "Sneak out the back Door" und "Back of my Mind". Doch auch der Rest ist einfach grandios.

Das Album enthält zwei Bonus-Tracks, beide geschrieben von RS und Don Black, d.h. die Lyrics sind von Don Black, die Musik von RS. Beide sehr ruhig, aber ebenfalls sehr schön. Trotz der somit 14 Songs ist das Album gerade mal 42 Minuten lang. Dafür kommt nie Langeweile auf. Das Booklet enthält wieder Texte (außer zu den Bonus-Tracks).

Ron Sexsmith neues Album enttäuscht auch diesmal nicht und doch wird es wie immer sein: Es wird kaum jemand Notiz nehmen vom für mich bisher besten Album des noch jungen Jahres.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 16, 2013 8:16 PM CET


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