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Rezensionen verfasst von
Christian K.

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Violinsonaten Nr. 1-4
Violinsonaten Nr. 1-4
Preis: EUR 10,81

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ives als kraftvoller Erzähler, 22. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Violinsonaten Nr. 1-4 (Audio CD)
Der Name Charles Ives lockt. War das nicht jener verrückte Versicherungskaufmann, der ein Zweitleben als Komponist führte, und der dabei höchst Originelles, ja Avantgardistisches hervorbrachte? Der, in Strawinskys Bildsprache, den Kuchen der neuen Musik aß, bevor irgendjemand sich zu Tisch gesetzt hatte? Der selbst uns mit allen Wassern gewaschene Hörer immer wieder durch Unerhörtheiten aus dem Sessel warf?
Nun hat das Label Naxos Ives' vier Sonaten für Violine und Klavier herausgebracht, und wer diese Stücke noch nicht kennt, fragt sich natürlich, ob, und wenn ja, wie, Charles Ives auch in diesem Genre Überraschungen bietet.
Der erste Eindruck enttäuscht. Es klingt eben ganz nach traditioneller Violinsonate. Keine umwälzenden neuen instrumentalen Techniken, Vierteltoneffekte oder dergleichen werden aufgeboten.

Europäische Einflüsse

Man kann auch heute nicht mehr nachvollziehen, weshalb der Geiger Milcke beim ersten Probespiel mit Ives von "schrecklichen Tönen" sprach. Denn auch stilistisch ist die europäische Tradition gegenwärtig. Allerdings sperrt Ives sich gegen eine eindeutige Kategorisierung. Ist das Impressionismus? Zumindest passagenweise outet sich Ives als "Neuengland-Impressionist" (Chase), lässt mit farbigen Akkorden und gesanglichen Linien zarte Stimmungen entstehen. Aber Impressionismus im Stile der Franzosen ist es sicher nicht. In einem Gemälde Ivesschen Stils würden klare, ja eigenwillige Linien und erdige Farben dominieren. Sicher sind es die Eigenheiten der von Ives geliebten Landschaft im amerikanischen Osten, die seinen eigenen ton-malerischen Gestus mitbestimmen.

Mit welchen Komponisten Ives' Tonsprache verwandt ist, erschließt sich jedem anders und ist ein Feld der Musikwissenschaft. Manches erinnert in der gesanglichen Linienführung an Dvorak - der ja besondere Relationen zur Neuen Welt hatte. Die chromatischen Modulationen sind eines Schostakowitsch würdig - nie bleibt Ives einer Tonart länger als zwei Ohrenhorcher treu. Schließlich liebte er es, seine und die akustischen Sinnesorgane des Hörers stets im Training zu halten. Für entsprechend harmonisch vorgebildete Ohren bieten die Sonaten auch diese Option, und es handelt sich um jene Art von Stücken, die sich durch mehrfaches Hören mehr und mehr erschließen. Die für mich erstaunlichste Erkenntnis war die Nähe zu einem anderen Original der Musikgeschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Gemeint ist Erik Satie. Beide verbindet eine impressionistische Ausdruckshaltung, gepaart mit eigenwilliger Melodieführung, und vor allem zweierlei: die Nähe zur populären Musik und der spezifische Humor.

American Tunes

Die Aufnahme folkloristischer Elemente ist es, die - mehr als avantgardistische Neuerungen - ganz besonders die Violinsonaten auszeichnet. Besonderen Reiz hat der Mittelsatz der Zweiten Sonate "In the Barn" (Auf der Tenne), in der die Violine zur Fiedel wird und einen Square Dance intoniert. Neben der Unterhaltungsmusik sind es die Melodien des protestantischen Kulturumfeldes Amerikas, die Ives' thematisches Grundmaterial bilden. Dies führt bei ihm aber nie zu folkloristischer Musik im Sinne etwa der Dvorakschen "Slawischen Tänze". Ives verarbeitet die Weisen der camp meetings stets in seinem eigenen, anti-easy-listening-Stil. Während Dvorak angesichts seiner "Neuen Welt" betonte, keine Originalmelodien verwendet zu haben, ist Ives beim Zitieren absolut nicht zimperlich. Dabei hat er - wie im Beitext von H. Wiley Hitchcock erläutert, eine ganz eigene Weise von motivischer Arbeit entwickelt, die "kumulative Form". Die Originalmelodie wird erst nur andeutungsweise zitiert, um schließlich in voller Gestalt zu triumphieren.
Das typische Augenzwinkern Ives' bleibt nicht aus. Hier sind es etwa die Schlüsse der Sätze, die manchethalben irgendwie unvermittelt abbrechen. Man höre nur das Ende des letzten Satzes der letzten Sonate. Ives hat es nicht nötig, das hier sehr humorvoll und exzentrisch charakterisierte "Shall we gather at the river" ordentlich zu beenden. Er lässt uns am Ende einmal wiedermit offenen Ohren stehen.

Der Erzähler Ives

Das Eigene des Ivesschen Stils ist die Willenskraft, die unbedingte Geführtheit melodischer und harmonischer Linien. Auch das verbirgt sich hinter seinem Ideal "männlicher Musik". Bei aller Stringenz der zuweilen bitonalen Melodieführung bewegt sich Ives in den wilderen Passagen im Grenzbereich zum Chaos - oder sagen wir, zur Anarchie der Selbstbestimmung? Die Wildheit kontrastiert mit der beschriebenen Zartheit. Beides offenbart Ives als tonmächtigen Epiker. Von ihrer Grundhaltung sind diese Sonaten breit angelegte Schilderungen. Es lohnt, sich zurückzulehnen und in die Welten dieses großartigen Erzählers entführen zu lassen.

Es sind vor allem die camp meetings, diese irgendwie alttestamentarischen Versammlungen der amerikanischen Protestanten in den Siebzigern und Achtzigern des 19. Jahrhunderts, wo "die Männer aufstanden und ungeachtet irgendwelcher Konsequenzen sagten, was sie dachten" und wo man sich "eher lautstark als religiös" in den Gesang der Erweckungsweisen steigerte, die Ives gegenwärtig werden lässt. Die Musik macht neugierig und spornt an, mehr über Land und Leute zu erfahren, die hier so menschlich lebendig werden.

Kompetente Interpretation

Die Interpretation ist technisch perfekt und musikalisch ohne Tadel - der Geiger Curt Thompson schrieb nicht ohne Grund seine Dissertation über eben diese Violinsonaten. Rodney Waters meistert die ungeheuren Anforderungen des Klavierparts souverän.
Der Beitext ist wissenschaftlich fundiert und liefert auf zwei Seiten die notwendige programmatische Einführung, ohne die die Sonaten sich nicht voll erschließen. Zugleich ist die ganze Konzeption unprätentiös und schlicht. Gerade deshalb ruft es ein Schmunzeln hervor, wenn unter der CD, ganz patriotisch, die amerikanische Flagge weht.
Wieder einmal erweist sich Naxos als ein Label, das (zu Unrecht) weniger bekannte Werke in unbestechlicher Qualität zu erschwinglichen Preisen anbietet. Lob!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 9, 2013 8:24 PM MEST


Diary of Saint Maria Faustina Kowalska: Divine Mercy in My Soul
Diary of Saint Maria Faustina Kowalska: Divine Mercy in My Soul
von Saint Faustina
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,82

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbezahlbar, 20. März 2010
Wenn Sie zu diesem Buch gefunden haben, wird es kein Zufall sein. Es vermag in tiefe Mystik einzuführen, es wird Gläubige und Ungläubige bewegen, sich dem barmherzigen Gott anzuvertrauen, es spendet kraftvollen Trost in den schwierigsten Lebenslagen, es erleuchtet die Wahrheiten des Glaubens und viele für uns bislang offene Fragen. Durch dieses Buch spricht Gott ganz besonders in unsere Zeit und Gesellschaft hinein, die das Gedenken an Ihn vergessen hat und nicht einmal daran zu denken wagt, sich Ihm, dem Barmherzigen Vater, wie ein verlorener Sohn wieder zuzuwenden. Dies ist nicht einfach ein Buch, sondern vielmehr eine unerschöpfliche Quelle von Göttlicher Gnade, Licht und Kraft, ein Tor nach oben, von wo Hilfe und Rettung kommt, wenn wir es nur für möglich halten.


The End of the Present World and the Mysteries of Future Life
The End of the Present World and the Mysteries of Future Life
von Fr. Charles Arminjon
  Taschenbuch
Preis: EUR 18,83

5.0 von 5 Sternen Ein Juwel für unsere Zeit, 20. März 2010
Unendlicher Dank gilt dem Verlag, der sich solcher Raritäten mit selbstlosem Eifer und nie gekannter Liebe zum Detail annimmt.

Eine Predigtreihe aus dem 19. Jahrhundert über das Ende der Zeiten und das Ewige Leben, von einem kongenialen Geist verfasst, von der Kleinen Therese gelobt, über Jahrzehnte in entlegenen Bücherregalen französischer Klöster konserviert, von irischen Katholiken Ende des vergangenen Decenniums wiederentdeckt, nunmehr, 2008, herausgegeben als ein Geschenk Gottes für unsere Zeiten, um alte, lichterfüllte Weisheiten wieder zum Leuchten zu bringen... In diesem Sinne zitiere ich den Autor höchstpersönlich (die Schönheit und Erhabenheit des Stils wird für sich selbst sprechen):

"This book is a mere reminiscence and feeble echo of our apostolate. However, just as, when autumn ist ending and the trees shed their fading leaves and become bare, it often happens that a lingering passerby gathers up thes disregarded leaves in spring in order to build a bed or put together a shelter for himself, so, likewise, it often happens that the seed which has nod taken root in the field of the head of the household is later blown away by the gusts and whirlwinds of the storm, beyond deserts and oceans, and, after a period of many years, raises up forests and ripens crops. Similarly, thes studies on our last ends may have the power to lift souls up to meditate upon the things to dome, or, at the very least, our feeble words will be for some sluggish Christians a seed blessed by God, which will bear fruit when the time of the harvest has come."


HP Tonerkartusche 92298A Laserjet 4 / 4 M / 4 Plus / 4 M Plus
HP Tonerkartusche 92298A Laserjet 4 / 4 M / 4 Plus / 4 M Plus
Wird angeboten von ITniederrhein - Preise inkl. Mwst.
Preis: EUR 29,40

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Originalkartusche - der sichere und gesunde Weg, 29. Januar 2009
Wer noch einen der alten Laserdrucker (4er-Reihe) von hp besitzt, weiß ihn zu schätzen. Einfach sparsam und zuverlässig. Genau so die Kartuschen. Als Privatmensch (Lehrer) hat mir bisher eine Kartusche über ein Jahr gereicht.
Ich habe auch die Nachfüllvariante gehabt, aber dabei atmet man gefährlichen Tonerstaub ein. Finger weg!
Bei den günstigen Preisen der Drittanbieter kann man auch getrost die Originalware wählen.


Der Messias
Der Messias
Wird angeboten von ASAPH24
Preis: EUR 9,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kraftvoll, 24. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Messias (Audio CD)
Händel in poppigem Gewand - das kann reiner Kommerz sein. Hier ist das nicht der Fall. Die Musiker stehen hinter dem, was sie singen. Und das unterscheidet sie womöglich gar von den klassischen Interpreten.
Für junge Ohren angenehm sind die natürlichen Stimmen. Die Songs sind von unterschiedlicher Qualität in der Bearbeitung. Z.T. gehen sie unter die Haut, kraftvoll, mitreißend und voll Freude oder niedergeschlagen. Junge Hörer und Menschen aus christlichem Kontext werden diese CD mit Genuss hören.


Die Vier Jahreszeiten
Die Vier Jahreszeiten

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit niederländischem Schwung, 24. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Vier Jahreszeiten (Audio CD)
Vorab eine Anmerkung: Wie Jansen ihr Orchester auf die kammermusikalische Besetzung reduziert hat, scheint hier jemand die Rezensionen einzudampfen. Wenn das auch mit guter Absicht geschieht, so dämpft es die Lust, weiter etwas zu verfassen.
Zur CD:
Besonders im "Frühling" mitreißende Interpretation.
Teilweise recht eigenwillige Gestaltung: das "Schnarchen" des Hundes im langsamen "Herbst"-, das schnelle Pochen der Celli im langsamen "Winter"-Satz.
Anfangs bin ich absolut begeistert, mittlerweile "nur" noch begeistert, denn je öfter ich die CD höre, desto mehr achte ich auf Feinheiten. Und da treten ganz natürlich auch die kleinen Schwächen zu Tage. Andere werden die barocke Interpretation schneidiger hinbekommen als Janine Jansen, manche Auszierungen des Continuos erscheinen rein oberflächlich. Aber alles in allem ein lohnender Kauf, eine Aufnahme mit klar erkennbarem eigenen Stil, mit Schwung, Virtuosität, Musikalität und Frische.
Achtung, nicht jeder Player vermag selbst Hybrid-SACDs (mit CD-Kompatibilität) zu lesen.


Don Juan/Till/Death & Trans
Don Juan/Till/Death & Trans
Preis: EUR 18,08

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus einem Guss, 24. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Don Juan/Till/Death & Trans (Audio CD)
Im Radio habe ich als Jugendlicher Till Eulenspiegels lustige Streiche in dieser Einspielung gehört, auf Kassette aufgenommen und geliebt - keine bessere habe ich seither finden können. Szell und das Cleveland Orchestra bestechen durch Schnittigkeit, stets gespanntes und dynamisches Musizieren, absolute Professionalität und Virtuosität. Damit gelingt ihnen ein ungemein zwingender erzählerischer Bogen wie aus einem Guss. Kann man dieser Paarung bei anderen Werken eine zu schnelle, zu glatte Gangart vorwerfen, so ist die Interpretation hier absolut überzeugend. Auch die monumentaleren "Schinken" "Don Juan" und "Tod und Verklärung" werden so an keiner Stelle langweilig.


Systemische Augentherapie: Besser sehen durch Aufstellungen und ganzheitliche Sehübungen
Systemische Augentherapie: Besser sehen durch Aufstellungen und ganzheitliche Sehübungen
von Uschi Ostermeier-Sitkowski
  Taschenbuch

22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein neuer Ansatz, 24. Oktober 2008
Das Neue und Einzigartige ist, dass die Sehkraft als in das Beziehungsnetz der Familie eingebunden angesehen wird: die Sehschwäche als Hilfe zur Diagnose sozialer Ungeklärtheiten und umgekehrt die Arbeit an den Unstimmigkeiten als Impuls zur körperlichen Heilung. Kein anderes Buch ist mir bekannt, das diesen Ansatz ganz konkret in Form der Aufstellungsmethode plausibel macht.
In den ersten Kapiteln wird sehr sachlich und knapp die Funktion des Auges erläutert und die einzelnen Sehfunktionen mit Übungen im Anhang verknüpft. Der Fokus liegt hierbei in der Therapie von Kindern.
Wegen der Einzigartigkeit und dem visionären Ansatz fünf Punkte - für Kenner der grundlegenden Augenübungen wären allerdings die ersten Kapitel nicht nötig gewesen, und wer sich selbst und nicht seinem Kind helfen möchte, kann auf manche Hinweise verzichten.


Allerleirauh. CD: Klassische Musik und Sprache
Allerleirauh. CD: Klassische Musik und Sprache
von Charles Perrault
  Audio CD
Preis: EUR 15,50

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berührende Musik, 24. Oktober 2008
Allein wegen der Musik von Frank Martin in einer hochwertigen Interpretation lohnt der Kauf. Sehr emotional, innerlich, melancholisch, tief.
Das Märchen berührt ein hoch komplexes psychologisches Feld: die Tochter als Ersatz der verstorbenen Frau des Königs. Kinder müssen oft die Rolle der Eltern (sogar Großeltern) übernehmen, wenn diese ihre Aufgabe nicht erfüllt haben. Hier gelingt die Befreiung. Der Vater wird dabei ganz und gar nicht als Bösewicht, sondern sehr einfühlsam portraitiert. Der Befreiungsprozess ist ein langer und führt durch eine Krise. Auch das ist ganz realistisch dargestellt. Insofern ist dieses Märchen auch ein hilfreiches Modell für die eigene Lebensbewältigung.
Aber auch zum Träumen einfach so geeignet.


Jorinde und Joringel. CD: Klassische Musik und Sprache
Jorinde und Joringel. CD: Klassische Musik und Sprache
von Johann Heinrich Jung-Stilling
  Audio CD
Preis: EUR 12,90

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schön!, 24. Oktober 2008
Jorinde und Joringel - eine runde Sache, Musik und Text in hoher Qualität und sehr stimmig. Persönliches Aha-Erlebnis: Das Märchen von Jorinde und Joringel hat viele Parallelen zum "Feuervogel", z.B. die Suche nach dem verlorenen Mädchen, die Zauberblume ~ Zauberfeder, der tiefe Wald. Auch mit 12 Jahren hören Kinder das noch gern (Erwachsene sowieso).


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