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Rezensionen verfasst von
Amazon Kunde "joerge1001"

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Wendekreis des Krebses
Wendekreis des Krebses
von Henry Miller
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

26 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen harsche Kritik, 8. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Wendekreis des Krebses (Taschenbuch)
Ich persönlich bin mir nicht ganz sicher was Henry Miller mit seinen Buch "Wendekreis des Krebses" bezwecken wollte und deshalb ist es bestimmt nicht sehr ratsam darüber zu schreiben.
Trotzdem möchte ich festhalten, dass ich während des Lesens fest davon überzeugt war, dass Henry Miller ganz einfach "angekotzt" war von der damaligen (heute eigentlich auch) dekadenten, bigotten und egoistischen Gesellschaft, vieleicht auch der ganzen Welt. Es lassen sich sogar hin und wieder apokalyptische Tendenzen erkennen.
Kein Autor hat je zuvor und danach (soweit meine belletristischen Kenntnisse ausreichen) mit einer solchen obszönen, perversen und fäkalen Diktion seinen Gedanken Ausdruck verliehen.
Ich bin begeistert davon, dass ein Autor in den 1930igern den Mut aufgebracht hat sich auf diese Art und Weise mitzuteilen.
Der Inhalt des Buches beruht auf den Gedanken von Henry Miller während seines Lebensabschnitts in Paris. Die Tatsache, dass die Niederschrift seiner Gedanken nicht unbedingt chronologisch ist, macht das Lesen und Verstehen dieses Buches nicht ganz einfach (ich würde nie behaupten, dass ich dieses Buch verstanden habe).
Dieses Buch ist ein völlig neues Leseerlebnis (war es auf jeden Fall für mich) und deshalb wärmstens zu empfehlen.


Mephisto: Roman einer Karriere
Mephisto: Roman einer Karriere
von Klaus Mann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Opportunismus ..., 8. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Mephisto: Roman einer Karriere (Taschenbuch)
... und das auch noch im dritten Reich.
Wenn Klaus Mann behauptet, dass sein Roman keine Porträtierung des suspekten und obskuren Gustaf Gründgens ist, so ist der Roman zumindestens eine konvergente Analogie zum Wertegang von Gustaf Gründgens.
Der Schauspieler Hendrik (Heinz) Höfgen ist der klassische Karrieretyp, dem nichts mehr daran gelegen ist als auf der Theaterbühne zu reüssieren. Um diesen Erfolg zu realisieren passt er sich den jeweiligen politischen Verhältnissen oder Ansichten bekannter, für ihn relevanter, Persönlichkeiten an.
Während der Weimarer Republik (der Roman bewegt sich innerhalb der Zeitspanne zwischen 1926 und 1936) ist er mal liberal mal revolutionär-bolschewistisch.
Nach der Machtergreifung durch die NSDAP bieten ihm glückliche Umstände die Möglichkeit sich den Obersten der Schreckensherrschaft zu subordinieren.
Hendrik Höfgen schliesst einen Packt mit dem Teufel.
Dieses Buch ist nicht nur eine Darstellung von Typen (Zitat:Klaus Mann), sondern viel mehr Kritik an den damaligen Verhältnissen.
Auch wenn das Thema dieses Romans sehr ernst ist, so konnte ich mir oft nicht verkneifen lauthals loszulachen. Das liegt wohl daran, dass Klaus Mann sich auf einer satierischen Ebene bewegt, die ich bis jetzt so noch nicht kannte.


Der Zug war pünktlich: Erzählung
Der Zug war pünktlich: Erzählung
von Heinrich Böll
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traurig, unendlich traurig ..., 14. Februar 2003
Wer den Krieg hasst, wird ihn noch mehr hassen, nachdem er dieses Buch gelesen hat.
Auf dem Büchermarkt kursieren sehr differenzierte Schilderungen, Dokumentationen und Romane über den 2. Weltkrieg, die darin verwickelten Personen, seine Ausmasse und Konsequenzen. Oft vermisst man aber eine Darstellung über den Einzelnen, wie er mit dem Krieg umgeht, wie er seine Auswirkungen psychologisch und physiologisch verarbeitet und verkraftet.
Heinrich Böll ist mit seinem "Erstlingswerk" eben dies auf ein apokalyptische Art und Weise gelungen, wie ich es nie zuvor gelesen habe.
Ein junger Mann beendet seinen Fronturlaub und fährt von Köln zurück in die heutige Ukraine (Lemberg), wo der -seiner Meinung nach- sichere Tod auf ihn lauert.
Böll schildert die Angst ja Panik des jungen Soldaten, während der Zugfahrt, so eindrucksvoll, dass man nach jeder gelesenen Zeile dankbar darüber ist nicht in dieser Zeit gelebt zu haben.
Ihm ist es gelungen die ganze Grausamkeit, Dunkelheit und Ausweglosigkeit des Krieges und die Situation der Betroffenen in einer einzelnen Zugfahrt zu komprimieren.


Gösta Berling. Roman
Gösta Berling. Roman
von Selma Lagerlöf
  Taschenbuch

26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schweden pur !!!, 14. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Gösta Berling. Roman (Taschenbuch)
Kann sich noch jemand an Nils Holgerson und seine wunderbare Reise mit den Wildgänsen erinnern? Die pitoreske Schilderung der Landschaft, die witzigen und oft auch obskuren Figuren und die fast ans realistische grenzende Mythenwelt, es ist einfach ein Genuss, ein Abtauchen in die Kindheit, ein sich fallen lassen in die Unbekümmertheit, ein Vergessen des altäglichen Überdrusses.
Gösta Berling ist eine Analogie zu dem oben geschilderten.
Selma Lagerlöff bedient sich der (heute noch in Schweden myhstischen) Figur Gösta Berling (ein zum Trinken neigender Pfarrer, der sein Ordinat verlässt, um als Renegat Schweden [das Wermland] zu durchwandern), um den Leser auf einer phantastische Reise durch das Wermland zu begleiten.
Die Beschreibungen der Landschaft und der Personen ist so eindrucksvoll und plastisch, dass sich der Leser mitten unter ihnen fühlt.
Ähnliches ist mir nur von Herrmann Hesse und Jean-Jacques Rousseaues Bekenntnissen bekannt.
Die unzähligen Geschichten werden von der Hauptfigur Gösta Berling bekleidet, dessen seelisches Auf und Ab ihn in die verrücktesten aber auch liebenswürdigsten Situation befördert.
Man hofft eigentlich, dass dieses Buch kein Ende nehemen wird, genau wie bei den Märchenbüchern in meiner Kindheit.
Man leidet mit den Personen, man freut sich ihres Glückes wegen, es ist einfach wunderschön.
Das Buch bietet einem in der Tat einen tiefen Einblick in die schwedische Seele, in seine Mythenwelt und in seine religiösen Ansichten über Gott und Teufel. Oft erscheint es dem Leser als würde man Goethes Faust auf einer Reise durch Schweden bekleiden, hin und her gerissen von den Verlockungen des Teufels und seinem Gewissen, der Moral und Tugenhaftigkeit.


Draußen vor der Tür und ausgewählte Erzählungen
Draußen vor der Tür und ausgewählte Erzählungen
von Wolfgang Borchert
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,99

20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Seine persönliche Apokalypse, 12. Februar 2003
Wolfgang Borchert kehrte selbst gezeichnet und gesundheitlich gebranntmarkt aus dem 2. Weltkrieg zurück. Den Glauben an die Gesellschaft und die Gerechtigkeit verloren macht er sich sofort an die Arbeit seine Impressionen und Gefühle niederzuschreiben. Viel Zeit bleibt ihm nicht, denn seine irreversible Krankheit kündet den Tod.
Es entsteht ein Aufschrei. Ein Schrei nach Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Integration in einer Nachkriegsgesellschaft, die den Krieg offenbar in kürzester Zeit verdrängt gar vergessen hat.
Beckmann, ein Soldat, der am Ende des Krieges nach Hause zurückkehrt, muss feststellen, dass seine Frau ihn betrügt, ihn wohl vergessen oder abgeschrieben hat. Von dieser Tatsache und dem ewigen Hunger gemartert präferiert er den Freitod.
Bevor er jedoch stirbt wird ihm nocheinmal die Möglichkeit geboten sich in die Gesellschaft zu integrieren, sich davon zu überzeugen, dass die Menschen nicht so schlecht sind wie er denkt und das letztendlich doch die Liebe über allen Dingen steht.
Beckmann muss allerdings feststellen, dass keine Liebe, keine Reue und kein Mitgefühl in dieser Gesellschaft existieren.
Jeder ist sich selbst der Nächste.
Mit dieser Perspektive und einer Schuld, die er während des Krieges auf sich geladen hat, die er sich selbst und den Verantwortlichen -die sich keiner Schuld bewusst sind- nicht verzeihen kann, bleibt ihm nur der selbst gewählte Ausweg ... .
Wolfgang Borchert ist ein einducksvolles Drama gelungen, dass die damalige Gesellschaft in all seinem Egoismus und seiner Infernalität anklagt und sogar verurteilt.
Sein etwas eigensinnige Diktion sprengt zwar den konventionellen Stil eines Dramas, was mit unter zu grosser Kritik unter den Fachleuten geführt hat, führt aber keineswegs zu einem substanziellen Verlust des Werkes. Im Gegenteil, es untermauert auf nie dagewesene Weise die Tragik dieser Thematik.


Der Engel schwieg: Roman
Der Engel schwieg: Roman
von Heinrich Böll
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,90

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 8. Mai 1945, 9. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Engel schwieg: Roman (Taschenbuch)
Der Krieg ist zu Ende, aber wer jetzt denkt, dass eine Retrospektive folgt oder eine brutale Nachkriegsdokumentation geschildert wird, irrt sich gewaltig.
Heinrich Böll widmet sich vielmehr den frustrierten und desperaten Heimkehrern, die ihre Heimat völlig zerstört, ausgehungert, korrupt und vom Schwarzmarkt beherscht vorfinden.
Es beginnt ein erbitterter Kampf um das elementarste was der Mensch besitzt. Das Brot. Vom alimentären Imperativ getrieben versucht sich jeder von Tag zu Tag durchzuschlagen.
Die Schilderung dieser Situation ist aber keineswegs übertrieben und brutal, obwohl die Personen eine Ohnmacht durchleben ausgelöst von Verzweiflung und fehlendem Lebenswillen. Vielmehr greift Heinrich Böll die Liebe zwischen zwei desillusionierten Personen auf, die sich gemeinsam bemühen ihr zerstörtes Umfeld zu ertragen und sich Stück für Stück ihre Hoffnung zurückerobern.


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