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Rezensionen verfasst von
G. Weiss
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Nightwish - End of an Era
Nightwish - End of an Era
DVD ~ Nightwish
Preis: EUR 10,99

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Musik herausragend, Bühnenshow könnte besser sein, 22. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Nightwish - End of an Era (DVD)
Nachdem ich die Möglichkeit hatte die DVD bei einer Kinovorführung im UCI kennenzulernen (danke Nuclear Blast), möchte ich meinen Eindruck wiedergeben: musikalisch ist die Qualität wie erwartet, man merkt ihnen den Spass an der Arbeit an (besonders was die Größe der Bühne betrifft und mal wieder einer der Musiker herumläuft). Also solide Arbeit und auch wenn es auf die DVD nicht zutrifft: interessant fand ich auch die Kino-Zuseher, wenn man daran denkt, dass die gleichen Leute bei einem Live-Konzert ausflippen würden, war es sehr ruhig - eigentlich wurde nur zum Schluß geklatscht, ist halt ein Kino ;-), und gefühlsmäßig was das "Geplapper"-Niveau niedriger als in normalen Kinofilmen.

Warum dann trotzdem nur vier Punkte: zwar war die Bühnenshow überdurchschnittlich, besonders was die großen Leinwände hinter den Musikern betrifft, besonders in der DVD (und noch mehr im Kino) kommt das super, weil bei der DVD die Leinwand-Szenen mit den Musikern überblenden (besonders bemerkenswert die Wellen in "The Siren") und auch der Indianer mit seiner Flöte war eine gute Show-Einlage. Nur hätte ich mir nach den Vorberichten in den Medien mehr erwartet: wenn man dies z.B. mit Within Temptation (wo die Sängerin im Käfig hochgezogen wird oder die einziehenden Mönche) oder - auch wenn es musikalisch eine andere Richtung ist - mit Corvus Corax vergleicht, wo die Musiker im Pferdegespann einreiten, verblasst die Show doch ziemlich. Auch haben mir die Schnitte nicht so gut gefallen (waren zwar tlw. abgestimmt auf das Tempo der Musik, aber manchmal war es mir doch zu hektisch). Auch die Bewegungen/Tanzschritte von Tarja haben mich manchmal gestört (man vergleiche dies mit Sharon de Adel).

Trotzdem ein Pflichkauf - sicherlich besser als die Live-DVD "From Wishes to Eternity" - und auch wenn es zukünftige DVD noch besser werden wird (was die Zukunft so bringen wird ;-), so nicht mehr in dieser Besetzung - ist halt an "End of an Era".


Der kosmische Code
Der kosmische Code
von Zecharia Sitchin
  Gebundene Ausgabe

25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Von einem Skeptiker, 8. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Der kosmische Code (Gebundene Ausgabe)
Zwar bin ich kein Experte für dieses Themengebiet, sondern "nur" ein Skeptiker bei jeder Form von Verschwörungstheorien (und letztendlich fällt auf dieses Buch in diese Kategorie, weil ja die "Mainstream"-Archäologen etwas verheimlichen). Daher habe ich auch meine Meinung zweigeteilt.
Den inhaltlichen Teil finde ich recht gut recherchiert. Man kann aus diesem Buch sehr viel interessantes über die alten Kulturen im Nahen Osten und auch einiges Naturwissenschaftliches lernen. Dies ist auch sehr interessant geschrieben. Gegenüber "traditionellen" Lehrbüchern ist es ebenfalls sehr sachlich gehalten. Dadurch hebt es sich positiv gegenüber anderen "Verschwörungs"-büchern ab. Wenn man die Teile mit den ausserirdischen Göttern weglässt, könnte sich Sitchin sogar mit anderen Wissenschaftlern messen.
Der Verschwörungsteil ist dann aber wieder ganz von den Verschwörer-Argumentationsketten geprägt. So berichtet er von der "Geburt" der Menschen durch die Göttin. Im nächsten Satz kommt ein Fund eines Medaillons mit der Darstellung einer Frau und Kind. Und weil beides Fakt ist, muss es da einen Zusammenhang geben. Nur der Mittelteil fehlt: die Antwort auf das Wieso des Zusammenhangs.
Auch ignoriert er alle anderen Erklärungsansätze. Z.B. Stonehenge - es gibt einen solchen auch im Nahen Osten und beide sind perfekt ausgerichtet, also können es nur Ausserirdische gewesen sein, die den Menschen in beiden Gebieten das Wissen gegeben haben. Kürzlich wurde festgestellt, dass der Architekt aus den Alpen stammen könnte. Ungefähr gleiche Entfernung zu GB und Israel. Oder wie wäre es mit Vorläufermodellen aus Holz, wodurch die Ausrichtung perfektioniert wurde und die aber nicht erhalten geblieben sind. Auch bei den Pyramiden gab es trapezförmige Vorläufer und beim Hebräischen wurden auch Ähnlichkeiten zu älteren Schriftzeichen gefunden. Somit spräche vieles dafür, dass dieses Wissen eben nicht aus dem Nichts gekommen ist (was für einen UFO-Besuch sprechen würde), sondern tatsächlich eine längere Entwicklung hinter sich hat (was für einen mühsamen Selbstlernprozess der Menschen spricht).
Wie man auch immer man meine Kritik sehen mag, empfehlen würde ich es trotzdem. Entweder als Skeptiker, der die Argumente der "Gegenseite" hören möchte, oder weil man die Argumente für wahr hält und man meine skeptischen Kritikpunkte widerlegen möchte.


Der Insektensammler
Der Insektensammler
von Jeffery Deaver
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend und immer für Überraschungen gut, 11. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Insektensammler (Taschenbuch)
Mir gefällt an diesem Buch Deavers Stilmittel, wie er Spannung erzeugt. Er lässt den Leser glauben die Handlung nimmt einen bestimmten Verlauf, danach wechselt er den Betrachtungswinkel und schildert die Situation in einer Art und Weise, dass der vorgestellte Verlauf zu einem schrecklichen Ergebnis führt. Danach wechselt wieder der Betrachtungswinkel und es klärt sich alles auf, warum es doch nicht so gekommen ist.
Gleichzeitig ist dies auch mein größter Kritikpunkt: Er setzt dieses Stilmittel aus meiner Sicht zu oft ein (irgendwie weiß man, dass die Geschichte gut ausgeht und dadurch verliert es etwas an Spannung). Nachdem sich das Buch aber durch überraschende Wendungen und einem sehr spannenden Schluss von den mir bekannten Thriller abweicht, bekommt es von mir trotzdem fünf Sterne.
Abschliessend muss ich aber noch erwähnen, dass ich das Thriller-Genre nur aus dem Fernsehen kenne und ich außer einigen King-Büchern normalerweise im Fantasy-Genre unterwegs bin. Daher kann es durchwegs sein, dass dieses Buch im Vergleich zu den anderen Deaver-Büchern schlechter ist. Trotzdem glaube ich, dass er sich von den anderen Thriller-Autoren wohltuend abhebt.


Das neue Lexikon der populären Irrtümer Österreichs: Weitere Missverständnisse, Vorurteile und Denkfehler
Das neue Lexikon der populären Irrtümer Österreichs: Weitere Missverständnisse, Vorurteile und Denkfehler
von Horst Friedrich Mayer
  Gebundene Ausgabe

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Österreich, wohl nur am Rande., 30. November 2003
Man nehme einen berühmten Fernsehmoderator, eine gestohlene Idee und schon fliesst das große Geld.
Begonnen hat die Geschichte der populären Irrtümer mit dem Buch von Krämer/Trenkler mit dem Titel "Das Lexikon der populären Irrtümer". Nachdem dieses Buch sehr erfolgreich war, spricht nichts dagegen auch ein österreich-spezifisches Buch zu diesem Thema zu machen. Dagegen spricht nichts und es wäre auch gut bei mir angekommen. Nur was machen die Redakteure dieses Buches, genauso wie beim ersten Teil: sie beziehen ihre Idee von Krämer/Trenkler. Ungefähr ein Drittel der Stichworte basieren auf den Inhalten der deutschen Autoren. Nur daran ist nichts österreich-spezifisch und wer sein Geld sinnvoll anlegen will, sollte sich daher gleich das Buch von Krämer/Trenkler kaufen.
Aber auch die Auswahl der anderen Irrtümer ist sehr einseitig. Bei den Literaturhinweisen finden sich die folgenden Bücher: "25 Ernährungslügen" von Hölzl/Tabernik, "Lexikon der populären Ernährungsirrtümer" von Pollmer/Warmuth (komisch, immer diese "populären Irrtümer"...), "Das Lexikon der Fussballmythen" von Eichler Christian und "Schwarzbuch Straße" von Reisinger Andreas. Nun rate man um welche Themen sich die meisten Stichworte drehen und bei den meisten ist wieder nichts österreich-spezifisches dran.
Aber wenn dann doch etwas österreich-spezifisches kommt, ist dies dann von einer Website übernommen und man könnte dies auch gratis nachlesen.
Genauso wie der erste Teil also nicht empfehlenswert, auch wenn die Idee interessant gewesen wäre. Sagen wir alle österreich-spezifischen Stichworte aus beiden Bänden in einem Buch zu einem Preis von unter 10 Euro, dann wäre es interessant, aber so sehe ich nur schnelles Geld mit einem berühmten Namen (insbesondere weil im Impressum als Redakteure zwei andere Personen genannt werden und ich nicht wirklich glaube, dass Mayer viel mehr gemacht hat, als seinen Namen herzugeben).


Bildung - Alles, was man wissen muß
Bildung - Alles, was man wissen muß
von Dietrich Schwanitz
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Irgendwo muss man starten..., 30. November 2003
Alles, was man wissen muss auf ca. 700 Seiten. Also auch wie man die täglichen Hausarbeiten macht? Oder was ist darunter zu verstehen?
Wenn man sich's wirklich überlegt, dann kann es gar nicht alles Wissen sein. Also musste Schwanitz irgendwo Kürzungen vornehmen (ansonsten könnte man sich gleich den Brockhaus in 23 Bänden kaufen). Für Schwanitz ist Bildung nur etwas was mit Geistes- und Gesichtswissenschaften zu tun hat (also sein Spezialgebiet), alles andere muss man scheinbar nicht wissen (also nichts über die Gene, Atome und was es sonst noch an Naturwissenschaftlichem so gibt).
Auch mögen Experten den einen oder anderen Fehler finden und besonders ich als Österreicher hätte so manches zu kritisieren, nachdem die Habsburger praktisch überhaupt nicht vorkommen.
Fünf Sterne sind aus meiner Sicht trotzdem sehr wohl gerechtfertigt. Dies aber unter Rücksichtnahme der Kritikpunkte und mit dem unterstreichenden Hinweis, dass dieses Buch nicht als "Alles Bildung" verstanden wird, sondern vielmehr als Startpunkt in eine weite Welt der Bildung. Aber wenn auch nur ein Mensch in diese weite Welt findet, dann sehe ich die fünf Sterne nicht als überzogen an...


Option Volatility and Pricing: Advanced Trading Strategies and Techniques
Option Volatility and Pricing: Advanced Trading Strategies and Techniques
von Sheldon Natenberg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 59,56

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen From a practitioner for practitioners, 30. November 2003
After reading the book I understand why it's called the "bible" for practitioners. It explains everything in detail and what is especially important: it brings practical examples. Personally, I believe that it's also usable for the very beginner. The book not only start's with very basic things, it also explains every detail (but perhaps I'm not the best one in judging that as I have already read other books about options).
As I have studied business administration one point to mention is that it's propably not the best book for this target group (John Hull would be a better choice). This is because sometimes Natenberg not only explains things in details, but in such details that it's boring for someone with an academic background. For example the calculations are done in a way that I sometimes think that the explanations are not necessary, because this should be basic knowledge from college (let alone university students). But this shouldn't keep them from buying as it's always good to see things from a different and not so academic viewpoint. And it also get's students down from their fancy models and high-level math, which are nonense when there is too few data for getting meaningful results out of them.


Baudolino: Roman
Baudolino: Roman
von Umberto Eco
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu langatmig, 30. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Baudolino: Roman (Taschenbuch)
Ich bin zwar auch der Meinung, dass der zweite Teil (die Reise ins Reich des Priester Johannes) etwas ins Fantasy-Genre abdriftet, aber möchte dazu folgendes ergänzen: die erfundenen Figuren stammen alle aus mittelalterlichen Werken und insbesondere verwendet er die verschiedenen Rassen zu einer theologischen Diskussion (es hat verschiedene Glaubensrichtungen im Christentum gegeben, z.B. Jesus als Teil Gottes vs. nur Bote Gottes, jede Rasse vertritt eine andere Richtung). Daher finde ich nicht, dass es zu sehr Fantasy ist, d.h. ich lese Eco, weil man in seinen Büchern auf amüsante Art und Weise etwas über das Mittelalter lernen kann und dies kann man auch in diesem Teil, was auf Fantasy-Bücher nicht zutrifft.
Was mich gegenüber seinen anderen Büchern von Eco aber sehr wohl stört, ist dass er zu langatmig schreibt. So geht es oft seitenlang um Belagerungen, Kämpfe ohne dass es aber richtig spannend wird und die Handlung vorwärtsgetrieben wird (und auch diese Handlungen könnten in jedem anderen Buch genauso stehen). Auch finden sich im Gegensatz, z.B. zu Das Focaultsche Pendel, weniger historische Fakten, die in die Handlung eingestreut sind. Und diese Kombination ergibt nur ein durchschnittliches Buch. Im Vergleich zu anderen historischen Romanen (oder auch Fantasy-Romanen) ist es aus meiner Sicht besser, aber im Vergleich zu seinen bisherigen Büchern bin ich von Eco halt einfach besseres gewohnt.
Und um es noch anschaulich darzustellen: Die anderen Bücher sind reissende Flüsse mit einigen Wasserfällen und einer ausgedehnten Flussmündung, Baudolino hingegen ist nur ein langsam dahinplätschender Bach, wo es an überraschenden Stellen plötzlich Wasserfälle gibt und die Flussmündung in einer Höhle endet...


Financial Markets and Institutions (Addison-Wesley Series in Finance)
Financial Markets and Institutions (Addison-Wesley Series in Finance)
von Frederic S. Mishkin
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Als Einführungsbuch gut, aber es gibt besseres, 9. November 2003
Das Buch ist in einem relativ einfachen Englisch und damit auch für Nicht-Native Speaker verständlich. Der Inhalt selbst ist ebenfalls auf einem einfachen Niveau, ein Einführungsbuch eben. Der eine oder andere Fehler mag für diese Zielgruppe auch zu verschmerzen sein und man wird schon noch früh genug merken, dass die Welt halt einmal komplizierter ist als sie es in einem Einführungsbuch dargestellt werden kann.
Hingegen ist die Darstellung der "Praxis" nicht gelungen. Es ist nur eine Beschreibung der Theorie in anderen Worten. Hier hätte ich mehr Praxisbezug gewünscht.
Gegenüber Principles of Corporate Finance finde ich dieses Buch schlechter (und nicht nur, weil es 400 Seiten weniger hat). Die Zielgruppe für dieses Buch mögen wohl Volkswirte sein, während es bei PCF Betriebswirte sind. Trotzdem ist sehr viel gleich (z.B. müssen auch Institutionen über das Funktionieren eines Kreditinstituts Bescheid wissen). Detaillierter sind in diesem Buch die US-Fed und deren Handlungsweise beschrieben. Im Sinne eines doppelt hält besser, könnte man zwar beide Bücher kaufen. Persönlich würde ich mir aber heute PCF und ein fortgeschritteneres Buch über Finanzmärkte und Zentralbanken kaufen.


Schwarzbuch Globalisierung: Eine fatale Entwicklung mit vielen Verlierern und wenigen Gewinnern
Schwarzbuch Globalisierung: Eine fatale Entwicklung mit vielen Verlierern und wenigen Gewinnern
von Jerry Mander
  Taschenbuch

37 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sehr ausführlich, aber einseitig, 9. November 2003
Darf man unser Wirtschaftssystem kritisieren ohne Volkswirtschaft studiert zu haben?
So mancher mag sich jetzt denken, dass hier der arrogante Wirtschaftswissenschaftler spricht, der selbstverliebt in seine statistischen Modellen dieses Recht absprechen möchte. Dies möchte ich aber gar nicht: die Autoren dürfen sehr wohl kritisieren, was ich mir aber sehr wohl wünschen darf, wäre eine wissenschaftlichere Vorgangsweise. Darunter verstehe ich einige wichtige Grundsätze:
1) Stelle niemals eine Behauptung als Fakt dar
2) Verallgemeinere niemals einzelne Ereignisse
Für ein Buch, dass in Anspruch nimmt, ein umfassendes Werk zur Globalisierung darzustellen, ist dies sehr wohl ein Muss. Nachdem dies aber nicht gemacht wird, bekommt das Buch auch nur zwei Sterne.
Dazu ein Beispiel: In mehreren Kapitel wird über Monsantano berichtet, ein Chemieunternehmen, dass für ein schweres Chemieunglück verantwortlich war und das auch Genprodukte herstellt. Die Fakten über diese Firmen werden schon stimmen und dies möchte ich auch gar nicht bestreiten. Was ich aber sehr wohl bestreite ist, dass die Globalisierung der Grund dafür ist. So hat es auch im Kommunismus Chemieunfälle gegeben und nachdem wir halt nur Menschen sind wird es immer Unfälle geben. Die Frage wäre vielmehr: gibt es heute mehr Chemieunfälle als vor vierzig Jahren, wie die Globalisierung noch nicht zu stark ausgeprägt war?
Kurz und gut, was ich mir gewünschen hätte, wären Tendenzaussagen. Nachdem es ein Buch für die breite Masse ist, eben nicht durch statistische Methoden, sondern ganz einfach beschrieben. So ist es z.B. eine Behauptung, dass Konzerne heute eine größere Macht haben als früher. Dies könnte man durch die einfache Aussage, dass Konzerne vor dreissig Jahren x% der Wirtschaftsleistung, y% der Arbeitnehmer usw. hatte und es heute viel mehr ist. Dies ist wohl für jeden verständlich und erst für die Wirtschaftswissenschaftler wären dann die Feinheiten, wie z.B. die Definition von Arbeitnehmern, interessant.
Ein anderes Beispiel sind die mehrfach vorkommenden Kritikpunkte an der WTO, aber um dies hier klar und deutlich darzustellen: die WTO hat KEINE Exekutivbefugnisse und hat auch KEINERLEI Sanktionsmöglichkeiten gegen einzelne Staaten. Daher kann die WTO auch keine Verträge abschliessen (sehr wohl kann aber die USA oder die EU mit Hilfe der WTO Druck auf andere Staaten machen). Die WTO ist ein Diskutierklub, wo die Staaten zusammenkommen um Verträge untereinander abzuschliessen, die dann für alle Staaten gültig sind (und in der jeder Staat ein Veto-Recht hat). Damit hat es die gleiche Macht wie die UNO, wo die USA auch im Alleingang den Angriff auf Irak beschliessen konnte. Zur mangelnden demokratischen Legitimation: nachdem die Verträge durch Vertreter der einzelnen Staaten abgeschlossen werden, ist die WTO genausoviel demokratisch legitimiert, wie es diese Vertreter sind (die vom jeweiligen Parlament zur Führung dieser Verhandlungen beauftragt wurden und diesem rechenschaftspflichtig ist). Und nachdem es in der WTO keinen Sicherheitsrat gibt, ist die WTO sogar noch ein kleines Stückchen demokratischer als die UNO.
Auch kann man manches anderes interpretieren: So z.B. die Hollywood-Industrie. Aus Sicht der Autoren ist dies ein Fehler der Globalisierung und führt dazu, dass lokale Kulturen zerstört werden. Daher muss es verhindert werden. Nur warum darf ich mir nicht Matrix und Herr der Ringe ansehen, nur weil ich nicht im Land wohne, wo diese Filme gedreht wurden? Und kein Konzern zwingt mich dazu, ich mache dies freiwillig. Genausso wie ich mir freiwillig und gerne mal Indien, Muttertag oder einen anderen österreichischen Film ansehe. Ich als Konsument entscheide über die Macht der Konzerne und wenn Shell eine Förderplattform in der Nordsee versenken möchte, dann gibt es noch andere Tankstellen (und irgendwann wird der Konzern merken, dass sich moralisches Verhalten sehr wohl auch in hartem Geld rentiert).
Daher bin ich mit dem Lösungskonzept auch nicht vereinstanden: Lokalisierung. Stattdessen ist beides notwendig: die großen Konzerne und die kleinen Betriebe (und meinem Friseur werde ich auf ewig treu bleiben, genauso wie ich die Massenproduktion der Intel-Chips geniesse). Nur dazu ist kein anderes Wirtschaftssystem notwendig, sondern Eigenverantwortung durch jeden einzelnen Konsumenten und insbesondere auch deren Rücksichtnahme (und wenn dadurch der Fair Trade-Kaffee halt einige Cent teurer ist, aber solange die Konsumenten nur alles so billig wie möglichst haben möchten, wird es auch Unternehmen geben, die solche Preise durch die Ausbeutung der Arbeitnehmer erzielen). Diese Eigenverantwortung kann aber nur durch Informationen und Wissen gewährleistet werden. Dazu mag dieses Buch schon seinen Beitrag leisten.
Zwar würde es noch mehr solcher Beispiele geben, die man eben aus unterschiedlichen Blickwinkel betrachten kann, aber es sollte klar genug sein, wo die Probleme liegen. Trotzdem ist es ein empfehlenswertes Buch, aber nur für diejenigen, die sich ernsthaft mit der Globalisierung auseinandersetzen möchten. Für Befürworter der Globalisierung um sich die Argumente der Kritiker anzuhören. Kritiker werden sich nach dem Lesen in ihrer Meinung bestätigt fühlen, aber vielleicht denken sie aufgrund dieser Rezension nach, dass es auch noch andere genauso richtige Meinungen gibt. Daher sollten sie sich danach verpflichtet fühlen sich die Gegenseite auch anzuhören. Dafür empfehle ich z.B. Krugman, Schatten der Globalisierung von Stiglitz, irgendein Standard-Lehrwerk zur Makroökonomie und zur Entwicklungsökonomie (besonders hinsichtlich der komparativen Vorteile), ein Economist-Abo und etwas anspruchsvoller die Bücher von Hernando de Soto und Jagdish N. Bhagwati (Free Trade Today). Auf jeden Fall ein Must ist auch das Buch Ökonomie für den Menschen vom Wirtschafts-Nobelpreisträger Sen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 1, 2010 9:58 AM CET


Der Terror der Ökonomie
Der Terror der Ökonomie
von Viviane Forrester
  Taschenbuch

8 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein schöner Roman, aber wo bleibt die Wahrheit, 9. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Terror der Ökonomie (Taschenbuch)
Eigentlich gibt es in diesem Buch nur ein Argument: die Arbeit wird aufgrund der Automatisierung der Industrie immer weniger, also sollte man den Arbeitslosen keinen Vorwurf machen, dass sie keine Arbeit haben.
Daher gibt es von mir auch nur ein Gegenargument: Und was ist mit der Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft? Seit wann können Roboter die Betreuung von alten Menschen Ãbernehmen, die mit dem jedem Jahr einen größeren Anteil an der Bevölkerung annehmen?
Was ich aber besonders an diesem Buch kritisiere, ist der Schreibstil: nÃmlich hauptsache eine bunte Formulierung und viele Ãœbertreibungen (das ist seitenlang von Tyranneien die Rede, uns Ãberkommt der "Schauer" bei all der Ausbeutung). Vielleicht bin ich einfach zu "rational" und "wirtschaftsstudium-geschÃdigt", aber einige Fakten könnte man ja wohl doch vorbringen oder wÃre dies zuviel verlangt gewesen.
Im gesamten Buch kommt eine Zahl vor: der Anstieg der Arbeitslosen in Frankreich von einigen tausend auf 3,5 Millionen Arbeitslose und damit ist fÃr sie alles bewiesen. Aber dass es im Zeitraum davor ebenfalls eine genauso hohe Arbeitslosenquote wie heute gegeben hat, ist da nicht so wichtig. Auch ist es nicht so wichtig, dass im Anstieg zwei SprÃnge bemerkbar sind: die erste und die zweite Erdölkrise und seitdem pendelt die Quote leider halt um dieses Niveau herum. Ein Ansprung durch die Massenentlassungen der Unternehmen ist aber nicht feststellbar (weil auch immer wieder neue Arbeitnehmer eingestellt werden), eher ist noch eine konjunkturelle AbhÃngigkeit erkennbar.
Damit wÃre schon das wichtigste gesagt: Forrester stellt Behauptungen auf und geht nicht nÃher auf deren BegrÃndung ein (und teilweise schreibt sie sogar sinngemÃß, dass man dies sowieso erkennen kann, also muss sie es auch nicht begrÃnden - so leid es mir fÃr sie tut: ich sehe manche Dinge halt anders und ich sehe halt auch so manch anderen Zusammenhang zwischen den beobachtbaren Ereignissen). Somit ist es aber leider auch nicht möglich Ãber ihre Ansichten zu diskutieren: entweder man glaubt ihr oder man hat nichts worÃber man diskutieren könnte.
Daher gibt es fÃr das Buch nur einen Punkt und ich hoffe es versteht nun auch jeder, dass der Grund dafÃr nicht meine wirtschaftsliberale Einstellung ist.


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