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Rezensionen verfasst von
Gabriele Steininger (Dresden)

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Johannes Kepler. Er veränderte das Weltbild von Doebel. Günter (1983) Gebundene Ausgabe
Johannes Kepler. Er veränderte das Weltbild von Doebel. Günter (1983) Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Er veränderte das Weltbild, 19. Juni 2015
Als die Hexenverbrennungen einen Höhepunkt erreicht hatten und der Dreißigjährige Krieg die Lande zu verwüsten begann, schuf Johannes Kepler (*1571, +1630) die wesentlichen Grundlagen für die wissenschaftliche Erkenntnis unseres heutigen Weltbildes. Bahnbrechend wirkte er in der Optik, in der Konstruktion von Zahnradpumpen, in der Positionsbestimmung für die Schifffahrt und in der Vereinheitlichung des Maßsysteme.
Der große Astronom rang mit sich selbst und seiner Umwelt, die aus den Fugen geraten war, mit den Nöten in Haus und Familie, aber auch mit den astronomischen Zahlen und eigenen Rechenfehlern.

Günter Doebel erzählt Keplers Biographie und dessen Errungenschaften sehr ausführlich. So erfährt der Leser nicht nur einmal, dass der Wissenschaftler seiner Zeit weit voraus war (er war schon damals überzeugt, dass es eines Tages möglich sein müsste, zum Mond zu fliegen). Während die Kirche, die weiterhin die Erde als Mittelpunkt des Universums sehen wollte, dem Himmelskundler und Vertreter des Kopernikanischen Weltbildes einige Steine in den Weg legte, reiste Kepler viel und zog mehrmals um. Geboren in Weil der Stadt, studierte er in Tübingen, wurde bereits als 23jähriger zum Mathematikprofessor in Graz berufen, war danach Assistent von Tycho Brahe in Prag und bereicherte nach dessen Tod in Linz den so beliebten Jahreskalender mit einem Prognostikum, worin er (manchmal sogar richtige) Voraussagen über Ernten und Kriege traf, um seine schlechte finanzielle Lage aufzubessern.

Kepler hat zweimal geheiratet und 16 Kinder gezeugt, von denen bei seinem Tod nur noch 7 lebten. Die anderen waren der Pest und anderen Krankheiten zum Opfer gefallen. Als seiner Mutter der Hexenprozess gemacht wurde, setzte er sich sehr für sie ein und erreichte für sie sogar die Einstellung des Prozesses.

Trotz der vielen Einzelheiten aus Keplers Leben liest sich diese Biographie relativ trocken. Vielleicht liegt das aber auch an seiner Zeit, in die wir uns heute kaum noch hineindenken können. Oder hat sich der Schreibstil in den letzten 30 Jahren so sehr verändert? Diese Biographie wurde bereits 1983 verfasst und bekommt von mir wegen der vielen Informationen vier von fünf Sternen.


Sei ganz still: Kriminalroman (Zeitgeschichtliche Kriminalromane im GMEINER-Verlag)
Sei ganz still: Kriminalroman (Zeitgeschichtliche Kriminalromane im GMEINER-Verlag)
von Sebastian Thiel
  Broschiert
Preis: EUR 10,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kindheitstrauma, 15. Juni 2015
Das Cover dieses Buches hat mich vom ersten Blick in seinen Bann gezogen. Schwarzweiß, so wie die Bilder 1938 noch waren. Zwei Kinder an der Hand einer Frau. Auf der Rückseite steht: „Die Suche nach einer jungen Frau, ein Kampf gegen übermächtige Feinde – die Chance zur Rehabilitierung“. Dieses Buch wollte ich lesen – unbedingt.

In drei Tagen hatte ich es durch. Und war froh! Denn es hat mir nicht besonders gefallen. Zu wenig habe mich im Vorfeld mit dem Inhalt dieses Noir-Krimis beschäftigt. Ein aus dem Polizeidienst entlassener Bulle wird aus dem Strafgefangenenlager der SS befreit, um nach einer verschwundenen Frau zu suchen. Er kennt sich gut aus im Rotlichtmilieu von Düsseldorf …

Typisch für den Noir-Krimi ist, dass die Hauptfigur ein Outsider ist und der Fokus auf dem Verbrecher und dem Detektiv liegt. Wer den „Bösen Wolf“ erlebt, wird keine allzu großen Sympathien für ihn entwickeln. Aber auch der NSDAP-treue Auftraggeber ist mit Vorsicht zu genießen.

Als dann tatsächlich Kinder ins Geschehen einbezogen werden, kommt das Kindheitstrauma des Polizisten Wolf ans Tageslicht. Was dafür sorgt, dass er sich schließlich für die richtige Seite einsetzt.

Wer sich mit dem 1983 geborenen Autor Sebastian Thiel beschäftigt, entdeckt schnell sein Interesse an geschichtlichen Themen. In den letzten drei Jahren hat er bereits drei Drittes-Reich-Krimis veröffentlicht. „Sei ganz still“ ist sein neuester. Und da geht es ganz schön zur Sache: „Selbst das Regenwasser in den Pfützen hatte eine rote Nuance angenommen. Seine Füße schleppten ihn durch ein Schlachtfeld.“ (Seite 267)

Schlussendlich muss ich sagen, dass ich mich von dem Cover täuschen ließ. Es kommt relativ harmlos daher. Ich hatte mir darunter vorgestellt, dass die verschwundene Frau nach ihrem eigenen Kind sucht. Doch so war es nicht. Sondern ganz anders. Aber das muss sich jeder, der es wissen will, selbst erlesen …

Drei von fünf Sternen von mir – wobei ich die Recherchearbeit des Autors nicht mindern möchte. Denn was man über die Zeit kurz vor dem zweiten Weltkrieg erfährt, lässt einem das Blut in den Adern gefrieren.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 9, 2015 12:23 PM MEST


Männer wie Männer, Frauen wie Frauen
Männer wie Männer, Frauen wie Frauen
von Marja-Liisa Vartio
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

4.0 von 5 Sternen Ein eigenartiges Leseerlebnis, 12. Juni 2015
Marja Liisa Vartio gilt in Finnland als die moderne Klassikerin der Prosa. Geboren 1924 verstarb sie bereits mit 41 Jahren an den Folgen eine Fieberkrankheit. Obwohl das schon 1966 war, gilt sie in ihrem Heimatland noch heute als Bestsellerautorin. Dieses Buch erschien bereits 1959, doch übersetzt wurde es erst jetzt.

Es handelt von der 18jährigen, ein wenig einfältigen Bauerntochter Leena. Sie trifft sich mit einem Straßenarbeiter und erwartet schon bald ein Kind von ihm. Doch diese Tatsache wird erst nach ungefähr der Hälfte des Buches verbalisiert. Vorher findet man nur Andeutungen. Es scheint, dass sie es vor sich selbst nicht zugeben will, obwohl sie versucht, das Kind abzutreiben...

Der Vater des Kindes, ein Wanderarbeiter, ist verheiratet. Gefühle werden in diesem Buch nicht benannt, sondern auf eine ganz besondere Art beschrieben – auch Namen spielen keine große Rolle. Von dem Mann erfahren wir Leser nur den Anfangsbuchstaben „K“, Leena selbst spricht in der dritten Person von sich. Der Vater, die Mutter und die Schwester spielen zwar wichtige Rollen, werden aber auch mit Abstand betrachtet.

Trotzdem (oder gerade deshalb?) übte das Buch einen gewissen Reiz auf mich aus. Beim Lesen fiel der Bezug zu der vergangenen Zeit auf, in der die Familie noch mit dem Pferd unterwegs war und Autostraßen sich auf dem Land im Bau befanden.

Als Leser können wir miterleben, wie Leena ihre Situation nach und nach annimmt. Sie findet in der Stadt eine Stelle als Haushaltshilfe an und wird ganz langsam selbständig ...

Der Titel dieses Buches passt übrigens hervorragend: Der Autorin ist es gelungen, die unterschiedliche Art, wie Männer und Frauen mit Problemen umgehen, darzustellen.


Omron Schrittzähler Walking style One 2.0
Omron Schrittzähler Walking style One 2.0
Preis: EUR 17,98

4.0 von 5 Sternen Klein und handlich, 11. Juni 2015
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Dies ist nicht mein erster Schrittzähler. Viele habe ich ausprobiert und die Benutzung wieder eingestellt. Das lag nicht an meiner Gehfaulheit, sondern an der Benutzerfreundlichkeit. Das erste Kleingerät hatte Knöpfe, die betätigt wurden, wenn man das Ding in der Hosentasche spazierentrug. So wurde das wissenswerte Ergebnis gelöscht, ehe ich es gesehen hatte. Was mich beim zweiten störte, habe ich bereits vergessen. Und dann kam die App auf dem Smartphone. Oh, war ich begeistert! Da wurden nicht nur die Schritte gezählt, sondern dazu auch die verbrauchten Kalorien ausgerechnet. Aber: ein Smartphone ist relativ groß und die Taschen in der Sporthose zu klein dafür. Zum Nordic Walking immer einen Rucksack mitzunehmen, gefiel mir auf die Dauer nicht. Da entdeckte ich dieses kleine, handliche Teil. Seit vier Wochen bin ich richtig begeistert davon! Es ist leicht handzuhaben, passt in fast jede Hosentasche und lässt sich auch am Hosenbund befestigen. Mehr brauche ich nicht, um meine Schrittanzahl zu kontrollieren. Im Endeffekt kommt es sowieso nicht darauf an, die Zahl der Schritte zu messen, sondern darauf, sich zu bewegen ...


Der den Sturm stillt: Begegnungen mit Jesus. Erzählungen.
Der den Sturm stillt: Begegnungen mit Jesus. Erzählungen.
von Titus Müller
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geschichten über Jesus, 8. Juni 2015
„Wenn Gott etwas für rein erklärt, nenne du es nicht unrein“ (Seite 147)

Dunkel kommen das Cover des Buches und die Kapitelanfänge daher, dabei sollen die Geschichten über Jesus doch Licht in die Herzen der Leser bringen. Leider ist das dem Autor in diesem Fall nur in wenigen Erzählungen gelungen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass meine Erwartungen zu hoch angesetzt waren?

Zu Beginn, als es noch um Jesu Geburt ging, um den Glauben, der Berge versetzt, und um Gottes Liebe zu den Menschen (die sich natürlich durch das ganze Buch zieht), war ich noch angetan davon, dass Gott den Sabbat für die Menschen gemacht hat und nicht den Menschen für den Sabbat. Mir imponierte die Hervorhebung, dass keine sinnlosen Regeln den Menschen einengen sollen.

Insgesamt hat mich das Buch ein wenig an die Kinderbibel aus meiner frühesten Schulzeit erinnert. Titus Müller hat versucht, mehr oder weniger karge Mitteilungen aus dem Neuen Testament farbiger zu gestalten und an die heutige Zeit und die heutigen Probleme anzupassen. Ein durchaus ehrenwerter Versuch! Doch ehrlich gesagt sprechen mich Titus Müllers Romane stärker an!

Die 25 Geschichten beziehen sich auf Bibelstellen von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, sowie auf drei Apostelgeschichten (die Ausgangsdaten finden sich am Ende des Buches). Ob das Buch für Menschen gemacht wurde, die sich in der Bibel besser auskennen als ich, bleibt mir unklar. Denn ich könnte mir vorstellen, dass diejenigen, die sich schon intensiver mit der Bibel auseinandergesetzt haben, solche Erzählungen nicht mehr brauchen.

Ich für meinen Teil werde mich noch anderweitig umsehen, um einen leichteren Zugang zur Bibel zu finden. Dieses Buch war halt ein Versuch, der für mich nicht so richtig geeignet war.


Leuchtturm1917 343780 Lesejournal, Tagebuch für Literaturliebhaber
Leuchtturm1917 343780 Lesejournal, Tagebuch für Literaturliebhaber
Preis: EUR 20,50

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein wunderbar aufgemachtes Buch, 27. Mai 2015
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
In Leinen gebunden macht dieses Buch schon etwas her! Als Lesebegeisterter kann man so gut einen Überblick über die gelesenen Bücher und seine eigene Bibliothek behalten. Wer eifrig ausfüllt, bekommt im Laufe der Zeit einen großartigen Überblick.

87 Bücher können in inklusive Bewertung und Zitaten in die dafür vorgesehenen Seiten eingetragen werden. Es ist Platz für Bücherwünsche vorgesehen. Auch findet sich in diesem "literarischen Tagebuch" ein Register für Worte, die einem besonders auffallen.

Mir persönlich ist dieses Buch jedoch zu wenig. Zwölf Zeilen für den Inhalt eines Buches reichen mir nicht. Deshalb werde ich doch bei meinen einfachen Kladden bleiben, die mich beim Lesen regelmäßig begleiten.


Schlafes Bruder: Roman (Reclam Taschenbuch)
Schlafes Bruder: Roman (Reclam Taschenbuch)
von Robert Schneider
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Ein furioses Feuerwerk an Worten, 25. Mai 2015
„Welche prachtvolle Menschen - … - muss die Welt verloren haben, nur weil es ihnen nicht gegönnt war, ihr Leben im Gleichmaß von Glück und Unglück zu leben.“ (Seite 198)

Hauptdarsteller dieses Buches ist Elias Alder, ein Junge aus einem vorarlbergischen Bergdorf, dem in der Kindheit das absolute Gehör zuteil wird. In einer furiosen Szene beschreibt Schneider diesen Augenblick, so dass ich als Leserin Gänsehaut bekam. Zur gleichen Zeit (erfuhr ich) wird Eilias' große Liebe geboren, was diesem Feuerwerk von Tönen eine besondere Brisanz gibt. Wir begleiten den begnadeten Musiker, der nie Noten lesen oder schreiben gelernt hat und trotzdem alle von seinem Talent überzeugt, bis in seinen frühen Tod im 23. Lebensjahr.

Über den Inhalt möchte ich gar nicht weiter schwadronieren, aber die Virtuosität der Worte, die der Autor hier anwendet, muss ich einfach hervorheben. Er spielt mit alten Ausdrücken, lässt seine Protagonisten zum Beispiel „nasen“ statt „riechen“ oder „fausten“ statt „schlagen“.

Sicher haben diese Worte auch dazu beigetragen, dass dieses Erstlingswerk von Robert Schneider, der erst 1961 geboren wurde, bereits als „Klassiker“ bezeichnet wird. Laut Wikipedia sieht er selbst seine Wurzeln in der Tradition des österreichischen Erzählens vor 1945. Erstaunt hat mich, dass er nach diesem großartigen schriftstellerischen Auftakt niemals wieder solchen Erfolg verbuchen konnte. Trotzdem werde ich mich noch den weiteren Werken dieser Triologie widmen. Es genügt mir nicht, mich auf das Urteil von anderen zu verlassen, ich möchte selbst feststellen, wie „Die Luftgängerin“ und „Die Unberührten“ auf mich wirken...


Caspar David Friedrich. Seine Landschaft, seine Liebe, sein Leben. Biografie
Caspar David Friedrich. Seine Landschaft, seine Liebe, sein Leben. Biografie

5.0 von 5 Sternen Vom „Dichter der Landschaft“, 20. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem ich mich schon in meiner lang zurückliegenden Schulzeit in die Gemälde von Caspar David Friedrich verliebt hatte, freute ich mich, kürzlich eine wunderbare Ausstellung seiner Bilder in Dresden besuchen zu dürfen. Danach wurde meine Neugier auf das Leben dieses Landschaftsmalers, der die längste Zeit seines Lebens in meiner Wahlheimat Dresden zugebracht hat, so groß, dass ich mich auf die Suche nach einer Biografie machte. Zwar gab es in der Ausstellung zahlreiche Bücher mit Abbildungen seiner Gemälde, aber das, was ich suchte, war nicht dabei. Wie freute ich mich da, als ich in einem Antiquariat dieses Buch von Herbert Friedrich fand. Das Werk des 1926 geborenen Kinder- und Jugendbuchautors (in der DDR auch als Hörspielautor und Erzähler bekannt) erschien 1990 im Verlag Neues Leben in Berlin.

Obwohl ich anfangs über die sehr blumige Sprache des Autors stolperte, nahm mich diese Biografie sehr schnell gefangen. Der Autor hat sehr ausführlich recherchiert, so dass der Leser nicht nur das Leben des Malers nachvollziehen kann, sondern auch den damaligen Zeitgeist erfassen kann. Zahlreiche Zeichnungen und Gemäldeabbildungen beleben das Buch über das sechste Kind eines Seifensieders, das am 5. September 1774 in Greifswald geboren wurde. Ihm folgten noch vier weitere Geschwister, von denen nicht alle überlebten. Angeblich war sein Leben ein langes Unglück, was sich in Menschenscheu, Verschlossenheit und versponnenen Bildern mit Grabsteinen und Ruinen äußerte.

Eigentlich sollte seine Malerei nur eine Übergangslösung sein; doch mit 20 Jahren war CDF schon zu alt, um – wie seine Brüder - ein Handwerk zu erlernen. So wurde er nach Kopenhagen geschickt, wo er kostenlos an der Akademie studieren konnte. Im Anschluss daran siedelte er sich 1798 in der Kunststadt Dresden an, reiste aber unter schwierigen Umständen immer wieder zurück in die nördliche Heimat, mit der er sehr verbunden war. Dort ließ er seinen Bruder Heinrich Holzschnitte seiner Zeichnungen anfertigen.

Um den Maler und seine Art zu denken und handeln darzustellen, griff der Biograf auf Briefe zurück, die CDF an Freunde geschrieben hatte. Darin wird die Liebe zum Wandern und Malen in der Natur ebenso erwähnt, wie viele, heute noch geläufige, Namen seiner Zeitgenossen.
Zum Beispiel zeigte sich der Verfasser der „Romantischen Dichtungen“, Ludwig Tieck, von den Landschaftsbildern, die nichts mehr mit Historienmalerei zu tun hatten, sondern beim Betrachter Empfindungen auslösen sollten, begeistert. „Die Meeresweite, die tiefen Schluchten, das Abendrot und die Winterskälte – war dies nicht alles auch im Menschen? Tod und Auferstehung in der Natur als ein Gleichnis für das menschliche Dasein.“

Für diese Effekte „brauchte Caspar David Friedrich nicht mehr die wirkliche Beschaffenheit eines bestimmten Landstriches genau und bis in kleinste Detail, sondern eine Landschaft, die er aus vielen einzelnen Naturstudien so zusammenbaute, wie sie seiner Absicht diente. Die barocke Haube des Turmes seiner Nikolaikirche in der Heimatstadt wandelte er um in eine gotische Spitze; das Westfenster von Eldena setzt er frei, gab Maßwerk dazu; diese Ruine versetzte er ins Riesengebirge; konkreten Gebirgszügen lagerte er Ebenen vor, die nie dort zu finden waren. Ja, er war ein Poet, wie Tieck gesagt hatte. Er entwickelte sich zum Dichter der Landschaft.“ (Seite 111)

CDF lenkte Goethes Aufmerksamkeit auf sich, indem er Bilder zu einem Wettbewerb einreichte, die nicht dem geforderten Thema Klassik entsprachen. Den 1.Preis musste er zwar mit einem Herrn Hoffmann aus Köln teilen, gab aber Anlass zu Diskussionen, weil er sich nicht an die althergebrachten Methoden hielt. Nach einer Ausstellung in Berlin wurde er in die Berliner Kunstakademie aufgenommen und konnte für 450 Taler zwei Bilder an das preußische Königshaus verkaufen.

Doch die Glückssträhne hielt nicht an. Während Napoleon wütete und Reisen in die norddeutsche Heimat für lange Zeit nicht mehr möglich waren, wurde Friedrich krank. Weil er anderen gegenüber sehr freigiebig war, geriet der knapp 40jährige in tiefe Schulden. „Er wusste aus Erfahrung, wie es dem Armen und Notleidenden zu Mute ist und sein Beutel war daher immer offen, wo er anderen helfen konnte.“ (Seite 224) Erst 1816 erreichte er über den sächsischen König ein Jahresgehalt von der Akademie in Höhe von 150 Talern. Das war nun endlich die Voraussetzung, eine eigene Familie zu gründen. Um nicht mehr „unpaarig“ zu sein, heiratete er zu Beginn des Jahres 1818 Caroline Pommer. Er hatte die 19 Jahre jüngere Frau beim Stellen lebender Bilder kennengelernt (eine Tradition, die heute noch in Pirna vor Dresden Toren gepflegt wird).

„Wie es Caspar an seinem Hochzeitstag ums Herz war, brachte er so zu Papier: Es ist doch ein schnurrig Ding, wenn man eine Frau hat; schnurrig ist es, wenn man eine Wirtschaft hat, sei sie auch noch so klein; schnurrig ist mir's , wenn meine Frau mich mittags zu Tisch zu kommen einladet. Und endlich ist es schnurrig, wenn ich jetzt des Abends fein zu Hause bleibe, und nicht wie sonst im Freien herumlaufe. Auch ist es mir gar schnurrig, daß alles, was ich jetzt unternehme, immer auf Rücksicht auf meine Frau geschieht und geschehen muß. Schlage ich nur einen Nagel in die Wand, so darf er nicht so hoch sein, als ich langen kann, sondern nur so hoch, als meine Frau mit Bequemlichkeit langen kann. Kurz, seit sich das Ich in Wir verwandelt, ist gar manches anders geworden. Es wird mehr gegessen, mehr getrunken, mehr geschlafen, mehr gelacht, mehr geschäkert, mehr gelepscht. Auch mehr Geld ausgegeben, und vielleicht werden wir künftig an Sorgen auch keinen Mangel habe; doch wie es Gott gefällt, der Wille des Herrn geschehe. Vieles und mancherlei hat sich geändert, seit ich eine Frau habe. Meine alte, einfache häusliche Einrichtung ist in manchem nicht mehr zu erkennen, und es ist mir lieb, daß es jetzt sauberer und netter bei mir aussieht. Nur in dem Raum, so ich zu meiner Beschäftigung gebrauche, bleibt alles beim alten. Übrigens sind Vorhänge vor den Fenstern nötig geworden. Nötig geworden sind: Kaffeetrommel, Kaffeemühle, Kaffeetrichter, Kaffeesack, Kaffeekanne, Kaffeetasse, alles, alles ist nötig geworden. Töpfe und Töpfchen, Schüsseln und Schüsselchen, Tiegel und Tiegelchen; alles, alles, ist nötig geworden.“

Noch bevor das erste Kind geboren war, kam der dänische Prinz zu Besuch und kaufte zwei Bilder. „Wie bei allen seinen Bildern, die Käufer fanden, mochte der Maler schmerzlich spüren, dass etwas Eigenes auf Nimmerwiedersehen davonging.“ Mit dem Prinzen kam auch der junge Maler Johann Christian Dahl, der ungefähr die dieselben Ansichten über Kunst hatte: „nämlich das erste bei einem Kunstwerk ist, auf jeden Menschen zu wirken, ohne dass er Kenner ist.“

Nach der Geburt von Johanna Clara und Agnes wurde CDF 1824 zum Professor ernannt und erhielt nun 200 Taler Jahresgehalt. Noch im gleichen Jahr wurde der Sohn Gustav Adolf geboren, der später in des Vaters Fußstapfen als Maler stieg. Elf Jahre später erlitt CDF seinen ersten Schlaganfall. In den Zeiten von Nestroy, Eichendorff und Grillparzer, Mendelssohn-Bartholdy und Schumann, Carl Spitzweg und Ludwig Richter wurde sein Malstil von der „Düsseldorfer Schule“ abgelöst. Nach dem zweiten Schlaganfall war Friedrich nahezu vollständig gelähmt und die Familie bitterarm.

Am 7. Mai 1840 starb Caspar David Friedrich laut dem Sterberegister des Dresdner Anzeigers an Lungenlähmung. Als Maler wurde er über Jahrzehnte vergessen und abgetan. Erst mit einer großen Ausstellung 1906 in der Berliner Nationalgalerie, in der deutsche Kunst von 1775 bis 1875 gezeigt wurde, kam der Name Friedrich wieder zu Glanz und Geltung.


Bleak House. 2 Bände
Bleak House. 2 Bände
von Charles Dickens
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut verpackte Gesellschaftskritik, 11. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Bleak House. 2 Bände (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman erschien 1852/53 in 20 monatlichen Fortsetzungen. Heute haben wir das Glück, dass wir nicht mehr auf die nächste Folge warten müssen, sondern das Geschehen am Stück lesen können.
Nach Einführung des Londoner Nebels beginnt eine undurchsichtige Geschichte um einen langandauernden Prozess. Esther wird vorgestellt: ein Mädchen, das ohne Eltern ihre Kindheit bei einer Tante verbrachte, bevor sie nach deren Tod in einem Mädcheninternat erzogen wurde. Sie ist ein überaus liebenswertes Geschöpf, das sich gerne um andere kümmert. Gemeinsam mit Ada und Richard kommt sie nach Bleak House.
Zwei Erzähler (Esther und ein Namenloser) schildern abwechselnd das Geschehen in und um London aus ihrer Sicht. Im Zentrum steht das Kanzleigericht – eine Institution, in der die überalteten Strukturen des damaligen britischen Staats- und Verwaltungsapparates besonders krass ausgebildet waren. Damit das Geschehen nicht zu verstaubt rüber kommt, hat Dickens nicht nur ein großes Geheimnis um die Herkunft von Esther, sondern auch Liebesgeschichten eingewoben. Zum Ende hin glaubt man sogar, einen frühen Krimi zu lesen.

Geneigten Lesern empfehle ich, sich ab Beginn der Lektüre ein Personenregister anzulegen. Denn bis zu Kapitel 27 (insgesamt sind es 67) werden etwa 80 – zum Teil sehr schräge - Personen eingeführt, deren Beziehungen zueinander schwer zu behalten sind. Auch wenn Dickens Schreibstil nicht mehr unserer heutigen, schnelllebigen Zeit entspricht, habe ich mich immer wieder köstlich amüsiert. Wo sonst liest man beispielsweise von einer „Ruine der Jugend, die nicht dem Alter gleich ist“?

Wie ich der Sekundärliteratur zu diesem gesellschaftskritischen Roman entnehmen konnte, war dies Dickens' achter Roman. Im 19. Jahrhundert fiel das Urteil meist zugunsten des Frühwerks aus, in dem er ein etwas romantisiertes Bild von England zeichnete und trotz der kritisch-realistisch erfassten Grundsituation keine unlösbaren Konflikte heraufbeschwor. Vielleicht ist das ein Grund, weshalb Bleak House bei uns zu seinen weniger bekannten Romanen zählt?

Erwähnenswert sind die unterschiedlichen Übersetzungen. Da ich diesen Roman ursprünglich als kostenloses Ebook in die Hand bekam (Übersetzung von Gustav Meyrink) und mich dann doch für ein gedrucktes Exemplar mit Illustrationen von Phiz (Übersetzung von Richard Zoozmann) entschied, konnte ich den Unterschied deutlich ausmachen. In meinen Augen ist die teilweise wienerisch eingefärbte Sprache von Gustav Meyrink gefälliger.


Ein liebender Mann
Ein liebender Mann
von Martin Walser
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein besessener Liebhaber, 11. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein liebender Mann (Gebundene Ausgabe)
Johann Wolfgang von Goethe, 73 Jahre alt und von jungen und älteren Frauen umschwärmt, verliebte sich in die Lebendigkeit und Frische der erst 19jährigen Ulrike von Levetzow. Ein Thema, das für Martin Walser wie geschaffen scheint. Jedenfalls fällt es ihm nicht schwer, sich in den alternden Dichterfürsten einzufühlen. So können wir Leser seinen Sehnsüchten folgen, bemerken, wie sich die jugendliche Heldin geschmeichelt fühlt, wenn bei den Spaziergängen in Marienbad die Leute hinter dem ungleichen, immer diskutierenden Paar hinterher gucken.

„Ein solcher Badeort ist ein Kessel, in dem das Gerücht gekocht und dann in alle Welt versendet wird“. So sorgte das Paar für viel Gesprächsstoff zwischen Zürich und Hamburg, weil: „Bettina von Arnim wird dafür sorgen, dass in Berlin keine nennenswerte Adresse unversorgt bleibt“. Das ist in meinen Augen eine große Stärke dieses Romans: alle Berühmtheiten der Zeit zu Beginn des 19.Jahrhunderts werden namentlich erwähnt – was sicherlich eine große Recherchearbeit des Autors voraussetzte.

Die Gefühle, die er hier beschreibt, kommen wie selbst erlebt herüber – egal, ob es um die Angst, nicht zurückgeliebt zu werden geht, oder um das Erkennen: „Bis jetzt waren es immer die anderen, die gelitten haben“.

Gefallen hat mir in diesem Roman der Maskenball, in dem sich Goethe und Ulrike unabhängig voneinander in Lotte und Werther verkleideten und damit einen Preis errangen. Doch da zeigt sich auch die Ungleichheit: bei einem Spaziergang stürzt Goethe und wäre ohne die Hilfe von Ulrike nicht mehr auf die Beine gekommen.

Nicht gefallen hat mir die Besessenheit Goethes, die ich zwar einem 18jährigen, unerfahrenen Jüngling zugestanden hätte, die mir aber für einen gebildeten, lebenserfahrenen Mann doch sehr übertrieben erscheint. Im dritten Teil des Romans können wir ganz ausführlich den zermürbenden, krankmachenden Gedanken folgen, die den Greis vom Leben abschneiden.

Zum Schluss bleibe ich zwiegespalten zurück: Das Buch ist so gut geschrieben, dass es nicht schwer war, ihm bis zum Schluss treu zu bleiben. Die Thematik aber konnte mich nicht überzeugen. Liegt es daran, dass ich kein Mann bin oder kein Dichter? Liebe hat in meinen Augen nichts mit Besessenheit zu tun. Ein Liebender sollte niemanden mit solcher Inbrunst verlangen, wie es hier beschrieben wird. Liebe hat in meinen Augen viel mit Freiheit zu tun. Aber diese Freiheit konnte ich in diesem Buch nicht finden.


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