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Rezensionen verfasst von
Gabriele Steininger (Dresden)

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Irrtum 5,8: Trümmer von L'Aquila
Irrtum 5,8: Trümmer von L'Aquila
von Sara More
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zerstörte Existenzen, 5. Juni 2014
Erst vor ein paar Tagen bebte an der tschechisch-deutschen Grenze die Erde. Es war nur ein kleines Beben, aber es ließ eine Ahnung aufkommen, wie sich Menschen in Erdbebengebieten fühlen, wenn im Schrank die Gläser klirren und die Lampen schaukeln. Dass die Menschen trotzdem nicht panisch davonlaufen, zeigte es auch ...

Die Journalistin Sara More hat sich in ihrem Roman mit dieser Thematik befasst, ausführlich recherchiert und Tatsachen mit einer fiktiven Geschichte verbunden. Während der Leser mit der zweifachen Mutter Viola und ihrer Familie vertraut wird, lernt er die Vorgeschichte zu dem vernichtenden Beben in L'Aquila im April 2009 kennen. In jedem zweiten Kapitel begegnet er Karina, einer jungen, noch unbedarften Journalistin mit hochtrabenden Träumen. Nach und nach entwickelt sich mit diesen beiden Protagonisten eine aufwühlende, von menschlichen Tragödien gespeiste Erzählung, in der Korruption und Intrigen aufgedeckt werden. Der Leser erfährt, wie Wissenschaftler diffamiert wurden und sich nicht mehr wagten, die Bevölkerung vor größeren Erdstößen zu warnen – obwohl sie die bevorstehende Gefahr erahnten. Sogar die Presse wurde vor den Karren derjenigen gespannt, die durch das Erdbeben größere Profite erhofften.

Als am 6. April 2009 die Katastrophe eintrat, ereigneten sich erschütternde Szenen. Allein das Lesen übersteigt die Schmerzgrenze dessen, was Viola und ihre Nachbarn ertragen mussten. Briefe und Erzählungen von Augenzeugen verdeutlichen das bis heute anhaltende Leid in den Abruzzen.

Zum Glück enthält das Buch auch versöhnliche Töne. Jahrzehnte nachdem deutsche Soldaten in Onna, einem kleinen Dorf bei L'Aquila ein Massaker angerichtet hatten, brachten deren Landsleute ein wenig Wiedergutmachung in den vom Erdbeben zerstörten Landstrich.

In diesem lesenswerten Buch lernt man Italien von einer Seite kennen, die der durchschnittliche Tourist kaum kennt. Selten besuchte Gegenden zeigen, dass es in diesem Land mehr als Rom und die Adriaküste zu entdecken gibt. Gleichzeitig lässt die Autorin mit kritischen Tönen Berlusconis Machenschaften und den Einfluss des Medienmoguls einfließen. Da bleibt es kaum aus, sich als Leser zu fragen, ob ähnliches auch bei uns stattfindet. Auf jeden Fall hinterlässt mich das Buch nachdenklich.

Was mir jedoch nicht gefällt, ist die Anlage als Fortsetzungsroman. Obwohl die Erdbebenkatastrophe von L'Aquila noch lange nicht zu Ende ist und der versprochene Wiederaufbau immer noch auf sich warten lässt, hätte ich dieses Buch lieber als abgeschlossen betrachtet.


Japantown: Thriller
Japantown: Thriller
von Barry Lancet
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Superman in action, 22. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Japantown: Thriller (Taschenbuch)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Jim Brodie kennenzulernen lohnt sich! Denn solch einen Superman trifft man nicht alle Tage. Er kann mit ruhiger Hand antike japanische Vasen reparieren, besitzt einen außergewöhnlich scharfen Verstand und einen sportlichen Körper.

Obwohl er einen Antikhandel betreibt und zusätzlich von seinem Vater eine erfolgreiche Sicherheitsfirma in Tokio geerbt hat, ist er kein Glückspilz. Vor wenigen Jahren fiel seine Frau und Mutter seiner sechsjährigen Tochter einem Brand zum Opfer. Was aussah wie ein Unfall, war in Wirklich brutaler Mord. Trotz eines japanischen Schriftzeichens, dessen Bedeutung er bisher nicht eruieren konnte, blieb ihm der Grund für ihr Sterben bisher verborgen.

Als er in San Francisco nach Japantown gerufen wird, entdeckt er dieses Schriftzeichen – Kanji genannt – wieder. Auf Wunsch seines Freundes, Lieutenant Frank Renna vom San Francisco Police Department, mischt er sich mit seiner Sicherheitsagentur in die Ermittlungen zum Mord einer ganzen Familie ein. Dazu muss er sogar nach Japan reisen...

Mir hat dieser Thriller sehr gefallen, auch wenn ich nicht alles als bare Münze nahm und teilweise über diesen Superman schmunzeln musste. Als Romanfigur ist er grandios! Ihn erschüttert fast nichts. Er kann wie kaum ein anderer denken, klettern und reagieren. Zusammen mit seinem japanischen Kollegen Noda bildet er ein Spitzenteam, das die gefährlichen Gegner nicht nur einmal in ihre Schranken weist.

Neben der althergebrachten japanischen Kampfkunst kommt auch die moderne Hackerszene zum Tragen. Dem Leser begegnen auf knapp 600 Seiten diverse Varianten des Guten und des Bösen. Er muss über einige Leichen hinwegsteigen und kann sich nach dem Ende des Buches nur wundern, wie schnell die neun Ermittlungstage vergangen sind …

Fazit: Die Lektüre der 80 Kapitel hat mir Spaß gemacht und mich Neues über Japan gelehrt. Ich vergebe vier Sterne für die gelungene Unterhaltung.


Zeitschmelze
Zeitschmelze
von Ingo Bernhard
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

4.0 von 5 Sternen Szenen eines Lebens, 18. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Zeitschmelze (Taschenbuch)
Was aber,
wenn alles zugleich gegenwärtig ist,
an unterschiedlichen Orten,
zu verschiedenen Zeiten,
ohne ein Nacheinander zuzulassen?

Raoul Schrott

Wenn das Leben zu Ende geht, dann liest man des öfteren, dass es nochmal in kurzen Sequenzen vor dem geistigen Auge abläuft. So auch in diesem Fall: Johann Brandhove – Hanno genannt – wird auf einem Berliner U-Bahnhof überfallen. Während er schwer verletzt versucht, den Ausgang zu erreichen, durchlebt er seine unterschiedlichen Lebensepochen in einer Intensität, die mich als Leserin in einen regelrechten Sog versetzten.

Anfangs sind es nur kurze Aspekte seines Lebens, die das Lesen und Zuordnen etwas schwierig machen. Erst im Laufe des Buches werden sie länger und eindrücklicher. So formt sich ein Mosaik aus kleinen und größeren Steinchen, das immer deutlicher ein Leben zwischen Kriegsende und dem Mauerfall zeigt.

Vor meinem Leserauge erschienen Städte wie München oder Berlin, ich durchreiste das bayerische Oberland und hielt mich vorübergehend in Tübingen auf. Auch nach Italien nimmt uns der Autor mit, während er hautnah die Qualen einer sich verändernden Liebe durchleidet. Er erinnert an politische Ereignisse und erzählt von beruflichen Angelegenheiten.

Je mehr Seiten ich gelesen hatte, desto schwerer fiel es mir, das Buch aus der Hand zu legen. Dabei erfordert es vom Schreibstil her durchaus Konzentration. Ingo Bernhard ist ein guter Beobachter, der Eindrücke hervorragend in Worte zu kleiden weiß: „... fängt sein Blick die Sonnenstrahlen auf, in deren Licht sich unzählige Staubkörner wie Glühwürmchen tummeln.“ Er zeigt eine sanfte männliche Seite und beschreibt Emotionen so realitätsnah, dass ich als Leserin meinte, sie selbst zu empfinden.

Warum dann nur vier Sterne? Weil das Buch meiner Meinung nach noch nicht ganz ausgereift ist. An manchen Stellen irritierte mich die Zuordnung: wessen Gefühle werden gerade beschrieben? Auch ist mir die Überleitung vom Überfall zu den Gedankengängen etwas zu krass.

Wer zu den ewig Suchenden gehört und über diese kleinen Schwächen hinwegsehen kann, wird dieses Buch durchaus genießen. Es eignet sich meiner Meinung nach für Leser jeden Alters, da von der Jugend bis über die Lebensmitte hinaus alle Altersstufen behandelt werden.Ausgesprochen positiv bewerte ich die Schriftgröße, die auch Brillenträgern ein entspanntes Lesen ermöglicht.


Der Alpdruck: Roman (Fallada)
Der Alpdruck: Roman (Fallada)
von Hans Fallada
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein erschütterndes Stück Geschichte, 16. Mai 2014
Schon in seinem Vorwort erwähnt Fallada, dass dieser düstere Roman „vielleicht ein „document humain“ ist, ein möglichst wahrheitsgetreuer Bericht dessen, was deutsche Menschen vom April 1945 bis in den Sommer hinein fühlten, litten, taten.“

Trotz des zu Beginn des Buches beschriebenen Alptraumes empfand ich beim Leser anfangs noch Hoffnung, die in einer Frühlingsbeschreibung zum Ausdruck kommt: „Das Grün hatte noch die tausend leichten frohen Schattierungen des ersten Wachstums, und der Boden schien unter den Füßen vor drängender Fruchtbarkeit zu schwellen und zu schwanken.“ Doch lange hielt die Euphorie über das Ende des Krieges nicht an.

Die Armut der Menschen, die Suche nach Überlebensmöglichkeiten, auch die unterschiedliche Art sich Vorteile zu beschaffen, beschreibt Fallada auf seine unvergleichliche Art und Weise. Das Eintauchen in das Leben unmittelbar nach dem Krieg macht betroffen. Ebenso betroffen wie die Erkenntnis, dass nach diesem Krieg alle Deutschen mit einem Makel behaftet sind – egal, auf welche Seite sie sich geschlagen hatten.

War das Leben auf dem Land schon schlimm, so sollte es im zerstörten Berlin, wohin es unseren Protagonisten und seine junge Frau zog, noch schrecklicher werden. Auf jede leichte Besserung folgt eine erneute Hoffnungslosigkeit. Um sich dem Leben nicht stellen müssen, findet das Ehepaar immer neue Ausflüchte, versinkt immer wieder im Drogenrausch, der ins beschützende Sanatorium führt.

Trotz der düsteren, kaputten Atmosphäre ist das Buch überaus lesenswert! Wir begleiten einen ehemals erfolgreichen Autor durch eine Zeit, in der er sich selbst mehr oder weniger aufgibt. Und doch schaffte es Fallada durch die Schilderung seines schlimmsten Lebensabschnittes noch einmal hoch zu kommen, um anschließend (vor seinem viel zu frühen Tod 1947) seinen letzten Roman „Jeder stirbt für sich allein“ zu vollenden.

Es ist gut, dass durch diese Neuauflage im Aufbau-Verlag Falladas Werk und dieses erschütternde Zeitdokument nicht in Vergessenheit gerät.


Dahle 95097-02505 Wischer magnetisch für Trockenreinigung, blau
Dahle 95097-02505 Wischer magnetisch für Trockenreinigung, blau
Preis: EUR 4,82

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich eine saubere Tafel!, 16. Mai 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Dieses Schwämmchen ist genau das, was wir brauchten! Es hält dank der Magnete wunderbar auf der Tafel im Treppenhaus und reinigt sie von allen erwünschten und unerwünschten Mitteilungen. Was sonst soll ich dazu schreiben?


ADE BA 1300 Körperanalysewaage Tabea, Tragkraft 180 kg, Silber/Schwarz
ADE BA 1300 Körperanalysewaage Tabea, Tragkraft 180 kg, Silber/Schwarz
Preis: EUR 23,95

2.0 von 5 Sternen Begeisterung hält sich in Grenzen, 16. Mai 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Endlich mal eine durchdachte Waage, in deren Inneres kein Staub eindringen kann - dachte ich nach der ersten Inspektion.

Doch dann ging's schon los: Die Programmierung war nicht so einfach wie erhofft - die Waage ignorierte meine Bemühungen. Irgend etwas muss mit meinen Fingern nicht stimmen, denn anfangs waren alle Berührungsversuche der SET-Taste vergeblich. Beim zweiten Versuch klappte zwar die Programmierung, doch als ich auf die Waage stieg, waren alle Einstellungen wieder weg. Naja, ich bin ja ein geduldiger Mensch und der dritte Versuch führte endlich zum Erfolg. Inzwischen sind alle drei Familienmitglieder einprogrammiert. Ob wohl irgendjemand die 12 vorhandenen Belegplätze benötigt?

Beim Wiegen fiel mir erst auf, dass diese Waage keinen BMI-Wert anzeigt. Ehrlich gesagt fehlt mir dieses Anzeige! Dafür musste ich feststellen, dass die Anzeige nicht mit der Beschreibung in der Bedienungsanleitung übereinstimmt. Denn laut Tabelle liegt der Prozentwert des bei mir gemessenen Körperfettes in meiner Altersgruppe im Normalbereich - die Waage zeigt aber trotzdem "zu viel Körperfett" an. Warum gebe ich dann überhaupt mein Alter in der Programmierung mit an?

Was mir noch negativ aufgefallen ist: Der Deckel des Batteriefaches hält schlecht. Wir haben ihn schon des öfteren wieder eingesammelt.

Da die Waage bei uns immer am gleichen Fleck auf den Fliesen steht, habe ich die Versuche mit verschiedenen Bodenarten unterlassen. Allerdings frage ich mich, wie sie bei ihrer sehr flachen (angenehmen) Bauart auf einem flauschigen Badezimmerteppich reagiert.

Fazit: Diese Personenwaage überzeugt beim ersten Anblick. Sie ist flach, kippelt beim Draufsteigen nicht und ist gegen inneres Verstauben (hoffentlich!) immun - ABER: die Bedienung hält nicht, was sie verspricht. Na gut, Gewichtsschwankungen kann man ablesen und das ist bei einer Personenwaage wohl das Wichtigste, wenn man den Schnick-schnack außenherum als Spielerei abtut.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 30, 2014 8:00 PM MEST


Zefal Helmspiegel Z Eye
Zefal Helmspiegel Z Eye
Wird angeboten von mega-bikes - professionelle Teile und Zubehör für Ihr Fahrrad - ab 25¤ versandkostenfrei in D.
Preis: EUR 9,98

1.0 von 5 Sternen Fehlkauf!, 15. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zefal Helmspiegel Z Eye (Misc.)
Dieser Minispiegel hält gar nicht, was ich mir davon versprochen habe. Er ist einfach viel zu klein und außerdem ist es schwer, ihn so am Helm anzubringen, dass man wirklich was sieht. Einmal ausprobiert (nachdem er lange dafür bereit lag) und schon entsorgt. Da muss eine andere, besserer Lösung her!


Ein unmögliches Leben: Roman
Ein unmögliches Leben: Roman
von Andrew Sean Greer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Was wäre wenn ..., 11. Mai 2014
„Was wäre wenn“ - fragen wir uns das nicht auch öfter? Wer wären wir unter anderen Umständen? Die Zeit, in der wir leben, formt uns zu den Menschen, die wir sind. Das haben schon unsere Eltern erfahren und werden unsere Kinder noch feststellen. Während die einen die Vergangenheit verherrlichen, können sich die anderen gar nichts anderes als den augenblicklichen Lebensstil vorstellen...

Der Autor versucht die unterschiedlichen Zeitepochen zu verbinden. Es gelingt ihm, vage Träume in Realitäten zu verwandeln. In Realitäten, die weder besser noch schlechter sind – nur anders.

Greta, die Hauptfigur aus diesem Roman, lebt ursprünglich im Jahr 1985. Nachdem ihr Zwillingsbruder starb und ihr langjähriger Lebensgefährte sie verließ, kommt sie mit ihrem Leben nicht mehr klar. Die letzte Hoffnung auf Heilung ihrer Depression bietet eine Elektrokonvulsionstherapie. Die befördert sie in andere Zeitepochen: in die Jahre 1918 und 1941. Das Zimmer bleibt gleich, aber die Tapeten , die Gerüche und Familienkonstellationen sind an die jeweilige Zeit angepasst.

Auch dort stellt sie die Frage: „Ist das die Frau, die zu werden ich mir immer erträumt habe?“ Einmal ist sie verheiratet, einmal ist sie Mutter. In jeder dieser Welten trifft sie auf die gleichen Menschen, die sich allerdings so verhalten, wie es in der jeweiligen Epoche gerade verlangt wird.

„Gibt es einen größeren Schmerz, als zu wissen, was sein könnte, und doch nicht die Macht zu haben, es wahr werden lassen?“ fragt sie sich und kann sich nach mehrmaligem Wechsel von einer Welt zur anderen nicht mehr entscheiden, in welcher sie weiterleben will. Schließlich gibt es überall die gleichen Probleme wie Verluste, Fremdgehen oder Homosexualität. Keins der Leben ist perfekt.

Mich hat Gretas Zeitreise sehr nachdenklich zurück gelassen. Dank des eindrücklichen Schreibstils (oder lag es an der Übersetzung von Uda Strätling?) fiel es mir schwer, das Buch für längere Zeit aus der Hand zu legen. Schon das Cover hatte es mir angetan und das Lesebändchen half mir ohne die obligate Suche nach dem Lesezeichen immer die wieder die richtige Seite aufzuschlagen.

Fazit: Dieses Buch eignet sich für junge Erwachsene ebenso, wie für an Geschichte Interessierte oder gereifte Senioren. Es zeigt so viele Aspekte des Lebens auf, dass ich es nur empfehlen kann.


Tage der Nemesis
Tage der Nemesis
von Martin von Arndt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reise in eine andere Zeit, 5. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Tage der Nemesis (Gebundene Ausgabe)
Nach dem Lesen der letzten Seiten habe ich dieses Buch mit einem ganz besonderen Wohlgefühl zugeklappt. So, als wäre ich von einer wundervollen Reise zurückgekehrt. Es war eine Reise in eine andere Zeit, ins Berlin der Jahre 1921/22, das uns schon auf dem Cover begrüßt. Damals trugen die Damen noch Seidenstrümpfe, liefen Telefongespräche über die Vermittlung, mussten Autos angekurbelt werden und verkauften Wurstmaxen ihre Pferdewürste vom Bauchladen. Straßenbahnen hießen Elektrische und Telegramme wurden auf der Post aufgegeben.

Natürlich war nicht alles Gold was glänzt. Wir erfahren unglaubliche Grausamkeiten, die sich 1915 auf türkischem Boden ereignet haben und nun auf deutschem Boden gerächt werden. Morde rufen Kommissar Eckart und sein Team auf den Plan. Doch nicht jeder ist von seinen Ermittlungen begeistert. Die Steine, die dem Kommissar in den Weg gelegt werden, wachsen ständig. Das Ränkeschmieden nimmt kein Ende. Wer steckt dahinter?

Die Grundlagen zu diesem Buch sind in der Geschichtsschreibung verbürgt, werden aber auch heute nicht an die große Glocke gehängt. Zumindest ich habe viel Neues erfahren, von dem ich bisher keine Ahnung hatte.

Die Spannung in diesem Roman wird hoch gehalten. Trotzdem würde ich ihn nicht als Thriller bezeichnen. Mich hat eindeutig der Schreibstil des Autors für diesen Roman eingenommen. Wo findet man denn noch so aussagekräftige Beschreibungen wie: „ Je schlimmer die Situation auf den Straßen, desto mehr wienerten und bohnerten sie die Korridore“ oder „Der Regen hatte den Großstadtstaub eingefangen“.

Dies ist auf jeden Fall ein Buch, das in meinem Bücherregal nicht verstaubt, sondern in absehbarer Zeit noch einmal zur Hand genommen wird! Ich habe die Lektüre außerordentlich genossen!


Alter als Herausforderung. Frauen über sechzig erzählen.
Alter als Herausforderung. Frauen über sechzig erzählen.
von Helena Klostermann
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Ein erfülltes Leben wird im Alter nicht leer, 4. Mai 2014
„Es kommt nicht darauf an, wie alt man wird, sondern wie man alt wird“, ist die Quintessenz dieses bereits 1992 herausgekommenen Büchleins. Darin erzählen 20 Frauen im Alter zwischen 60 und 90 Jahren über ihr Leben. Allen gemeinsam ist, dass sie im Alter auf sich allein gestellt sind. Alle haben mindestens einen Weltkrieg erlebt, manche sogar zwei. Insofern unterscheiden sich ihre Erfahrungen sehr von den heutigen Generationen.

Ich hatte das Glück als „Wirtschaftswunderkind“ eine unbeschwerte Kindheit zu erleben. Doch nun, wo ich allmählich in die Jahre komme, finde ich es sehr spannend zu lesen, wie frühere Frauengenerationen gelebt und gedacht haben. Die Einstellung zum Altenheim, wie es damals noch hieß, wird sehr oft angesprochen. Die einen sehen darin die Möglichkeit, der Einsamkeit zu entfliehen, die anderen haben Angst, ihre Freiheit zu verlieren. Fast alle Frauen, die sich hier zu Wort melden, sind lebenslustig; eine 71jährige behauptet sogar: „Ich war schon mal viel älter“. Zitate wie „Wer über Einsamkeit klagt, der ist selbst schuld“ machen Mut. Es zeigt sich, dass die zu Beginn des 20. Jahrhunderts geborenen Frauen sich zwar in der Mehrzahl ihren Männern untergeordneten (sofern sie überhaupt einen abbekommen hatten, denn viele waren ja im Krieg gefallen), im Witwenstand jedoch noch einmal aufblühten.

Natürlich gab es auch diejenigen, die nach der Flucht nie richtig heimisch wurden, obwohl sie genauso lange „im Westen“ lebten, wie ehemals in Pommern. Insgesamt herrscht die Meinung vor: „Die ein schweres Leben haben, die jammern am wenigsten“. Einige der Frauen betätigen sich ehrenamtlich, solange es die Gesundheit erlaubt, andere suchen sich eine Beschäftigung, mit der sie ihre schmale Rente aufbessern können. Eine einzige Frau in diesem Buch klagt über ihre Lebensprobleme: „Ich habe immer nur die Pflichten gehabt und nie das Vergnügen.“ Obwohl sie nie einen Beruf erlernen konnte, hielt sie auch in der Arbeit „immer alles propper“, aber: „Heute würd ich's anders machen: mich mal auf die Couch legen.“ Ganz im Gegensatz zu der 86jährigen Schauspielerin, die nach eigenen Aussagen „Morgens früh wie die Hexe von Endor“ aussieht, aber trotzdem noch gerne auf der Bühne steht: „Durch meine Arbeit am Theater bin ich der Einsamkeit und Verbitterung entgangen.“

All diese unterschiedlichen Biografien geben einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt alternder Frauen. Mich lassen sie Vergleiche ziehen und nachschauen, ob ich mein Leben so eingerichtet habe, dass ich eines Tages zufrieden darauf zurückblicken kann. Eine Lektüre, die sich durchaus lohnt – obwohl sie schon vor 25 Jahren das erste Mal erschienen ist.


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