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Beiträge von Gabriele Stein...
Top-Rezensenten Rang: 1.633
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Rezensionen verfasst von
Gabriele Steininger (Dresden)

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Philips GC004/00 Antikalk Kartuschen für PerfectCare Pure, Nutzungsdauer circa 3 Monate, 4-Stück
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Preis: EUR 20,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Notwendiges Utensil, 28. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Damit ich möglichst lange etwas von meinem Bügelcenter haben kann, benötige ich diese Kartuschen. Ich bin froh, sie hier gefunden zu haben ... Sie "gefallen" mir nicht, aber ich brauche sie ...


Das Mädchen auf den Klippen
Das Mädchen auf den Klippen
von Lucinda Riley
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Eine Familiengeschichte, 28. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen auf den Klippen (Taschenbuch)
Aurora heißt das Mädchen, das nachts auf den Klippen steht und nach seiner Mutter sucht. Grania Ryan sieht es das erste Mal, als es acht Jahre alt ist. Nach einer Fehlgeburt ist sie ins Haus der Eltern in Irland zurückgekehrt, um sich zu erholen. Nun fühlt sie sich von dem Kind wie magisch angezogen. Sie freundet sich mit ihm an. Doch warum interveniert Granias Mutter gegen diese Verbindung?

Darüber klärt die Autorin in ihrem durchaus gelungenen Roman auf. Sie führt den Leser zurück ins Jahr 1914 und begleitet ihn bis in die Jetztzeit. Längere Rückblenden werden von Auroras Gedanken unterbrochen und verbinden so die Zeitsprünge dieser Familiengeschichte.

Die flüssige Sprache der Autorin machte mir das Lesen leicht. So kann ich das Buch denjenigen empfehlen, die verwickelte Familiengeschichten mögen und auch nichts gegen ein wenig Romantik einzuwenden haben …


Ismaels Orangen: Roman
Ismaels Orangen: Roman
von Claire Hajaj
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich das Lesehighlight des Jahres 2015, 22. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Ismaels Orangen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
„Manche Leute haben das Gefühl, nirgendwo hinzugehören. Ganz gleich, wo sie auch sind, sie sind immer unglücklich. So ziehen sie von Ort zu Ort und versuchen, Frieden zu finden. Doch statt dessen landen sie immer wieder am gleichen Ausgangspunkt. Das ist der schlimmste Fluch auf dieser Welt“ (Seite 92)

Dieses Buch mit dem warmen Cover ist mein bisheriges Lesehighlight 2015. Es beginnt mit der Gründung des Staates Israel. Was für die Juden ein großes Glück bedeutete, war für die Palästinenser ein riesiger Verlust.

Auch der siebenjährige Salim wurde mit seiner Familie aus seiner Heimatstadt Jaffa vertrieben. Seine letzte Tat: er ritzte seinen Namen in den Orangenbaum, der zu seiner Geburt gepflanzt wurde. Sein größter Wunsch, die darauf wachsenden Früchte zu ernten, begleitete ihn für den Rest seines Lebens.

Zur gleichen Zeit wurde Judith geboren. Die Jüdin wuchs in England auf und war durch ihren Glauben eine Außenseiterin. 1967 lernten sich die beiden in England, wo Salim studierte, kennen. Gegen alle äußeren Widerstände kämpften sie für ihre Liebe. Obwohl sie England verließen und sich in Kuwait ein mehr oder weniger gesichertes Leben aufbauten, konnte Salim seine alte Heimat niemals vergessen.

Als Leser taucht man völlig in die Gegensätze ein. Die werden durch die Kämpfe zwischen den Israelis und den Arabern unterstrichen. Durch das Kennenlernen der unterschiedlichen Bräuche und Lebensweisen lässt sich der seit fast 70 Jahren andauernde Streit zwischen den Ländern gut nachvollziehen.

Mit Sätzen wie „Entweder bist du Salims Frau oder Jüdin“ versucht Salims Bruder einen Keil zwischen die Eheleute zu rammen – was leider nicht ohne Folgen bleibt. Das ganze Leid dieser gebeutelten Region ist in diesem Roman so herzzerreißend geschildert, dass es mir als Leserin nicht möglich war, mich auf die eine oder andere Seite zu schlagen.

Um nach vielen Tiefschlägen, die er als Demütigungen empfand, wieder zu sich selbst zu finden, kehrte Salim am Ende des Buches in seine ehemalige Heimat zurück. Doch das Glück, das er sich davon erhoffte, blieb ihm verwehrt...

Der Autorin ist wunderbar gelungen, beide Welten zu beleuchten. Ein Glossar am Ende des Buches erklärt Ausdrücke, die uns weniger geläufig sind.

Fazit: Dieses Buch hat mich innerlich aufgewühlt. Der angenehme Schreibstil hat es mir schwer gemacht, es aus der Hand zu legen. Ich kann es wärmstens weiterempfehlen. Mir hat es geholfen, den Krisenherd im Nahen Osten mit anderen Augen zu betrachten.


Himmelrot: Roman
Himmelrot: Roman
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Vergangenheit lässt sich nicht auslöschen, 22. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Himmelrot: Roman (Kindle Edition)
„Wäre das Leben nicht schrecklich langweilig, wenn es so vorhersehbar wäre wie eine schlichte Mathematikaufgabe?“, fragt der todkranke Rüdiger seinen Studienfreund Klaus. Jahrelang hatten die beiden keinen Kontakt, doch dank des Internets haben sie sich wieder gefunden. Vielmehr hat Rüdiger Klaus gefunden, von dem er wusste, dass er Lehrer in einer Schule in Oldenburg ist. Klaus, der selbst am Scheideweg steht, freut sich über das Lebenszeichen des Freundes, dessen Ende absehbar ist. Er macht sich auf die Suche nach den anderen Wegbegleitern aus der längst vergangenen Zeit. Da diese über ganz Deutschland verstreut sind, wird die Suche zu einer Reise in die Vergangenheit.

Dem Autor (Jahrgang 1959) ist es gelungen, einen sehr realitätsnahen Roman zu schreiben, der - zumindest bei mir - mit der Studienzeit unmittelbar verknüpfte Gefühle wach rief. So kam ich nicht umhin, darüber nachzudenken, was aus dem einen oder anderen Studienkollegen geworden ist. Auch das eigene Leben mit den verlorenen Träumen und den gewonnenen Einsichten rückte in den Vordergrund.

Sicher enthält das Buch auch Übertreibungen, aber die schmälerten nicht meinen Lesegenuss. Die beschriebenen Charaktere sind vielseitig, bestehen aus Gewinnern und Verlierern. Wobei ich mich beim Lesen fragte, ob Verluste nicht einen viel größeren inneren Reichtum nach sich ziehen als reine Materialschlachten. Das drückt wohl auch Klaus' Frage auf Seite 190 aus: „Wie kann ein Mensch, der bald sterben wird, eine solche Lebenskraft besitzen, während ich seit Jahren mit meinem Schicksal hadere und es nicht schaffe, mein kleines bes*****enes Leben auf die Reihe zu kriegen?“

Nach einigen Begegnungen und Reisetagen fragt er sich: „Bringt das Leben uns das Leben? Wollte ich genau das nicht akzeptieren und habe mir mein Leben zurechtschnitzen wollen?“ Mir kam das so vor wie die Erkenntnis, dass das Leben viel mehr ist, als das, was wir uns einmal davon erträumt haben ...

Für mich war dieses Buch ein echter Glücksgriff. Es enthielt zahlreiche Weisheiten, bei denen man - besonders nach der Lebensmitte - nur verständig mit dem Kopf nicken kann …

Fazit: Eine Leseempfehlung für alle, die Lust haben, über das Leben nachzudenken. Von mir gute vier Sterne!


Von Liebe und Widerstand: Magda & André Trocmé - der Mut dieses Paares rettete Tausende
Von Liebe und Widerstand: Magda & André Trocmé - der Mut dieses Paares rettete Tausende

5.0 von 5 Sternen Von Liebe und Widerstand, 15. Februar 2015
Für ganz Frankreich, auch für die sogenannte „freie Zone“ galt seit Oktober 1940: „Alle Juden waren den deutschen Behörden auszuliefern. Alle, geflohene Deutsche, Österreicher, Polen ...“ (Seite 141)

Nicht nur in Deutschland war während des zweiten Weltkrieges Widerstand angesagt. Auch in Le Chambon, einem Luftkurort im französischen Zentralmassiv, wurden Juden und andere Verfolgte versteckt. Magda und André Trocmé kümmerten sich um die Unterbringung und Versorgung unzähliger Flüchtlinge, vor allem um Kinder, die ihre Eltern verloren hatten.

Hanna Schott erzählt in dieser Biografie das Leben der Magda Grilli di Cortona (1901 – 1996) und des André Trocmé (1901 – 1971). Die beiden Weitgereisten hatten sich 1926 in New York kennengelernt und verlobt. Magda, die Florentinerin mit einer russischen Großmutter war ebenso mutterlos aufgewachsen, wie der Franzose André ab seinem zehnten Lebensjahr. Zuvor hatte er aber noch mehrmals seine deutschen Großeltern, ein Pastorenehepaar, besuchen können. Das hatte sein Leben so nachdrücklich beeinflusst, dass er selbst Pastor wurde. Doch als Patriot war er in der evangelischen Kirche zu seiner Zeit nicht sehr angesehen, weshalb ihm und seiner Familie bei der Berufsausübung viele Steine in den Weg gelegt wurden...

Nachvollziehbar und in gut leserlicher Sprache beschreibt die Autorin den Werdegang des Ehepaars mit vier Kindern. Wie sie, nachdem sie sich auf dem Plateau eingelebt hatten, eine Schule gründeten und sich später für Verfolgte stark machten. Denn auch in Frankreich gab es Lager für alle, die nicht als Bürger Frankreichs erwünscht waren. Dort wurden die Menschen zwar nicht gezielt vernichtet, aber Hunger, Kälte und tägliche Erniedrigungen führten auch zum Tod. Für André hieß Widerstand zunächst: „einen Menschen davor bewahren, in eins der Lager eingewiesen zu werden. Ihn irgendwo fürs erste unterzubringen, verschwinden zu lassen, der Aufmerksamkeit der Behörden zu entziehen.“ Das brachte ihm schließlich eine Verhaftung ein …

Das Buch über dieses bewegte Leben endet mit einem Brief, den André 1958 an seine Tochter schrieb (einer seiner Söhne war bereits 1945 mit 14 Jahren viel zu früh verstorben) und in dem er ein Loblieb auf seine Ehe mit Magda singt. Magda traf nach dem Krieg so bedeutende Menschen wie die spätere indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi und kämpfte an der Seite von Martin Luther King für die Emanzipation der schwarzen Amerikaner.

Zahlreiche Fotos illustrieren das spannende Leben dieses außergewöhnlichen Paares.


Neues Glück für Susannah: Roman
Neues Glück für Susannah: Roman
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen So war's im Wilden Westen, 10. Februar 2015
Susannah wünscht sich nichts sehnlicher als ein Zuhause, wo sie sich wohl fühlen kann. Nach dem Tod der Eltern ist sie einsam und verlassen. Da weit und breit kein Bräutigam in Sicht ist, lässt sie sich auf eine Ferntrauung ein. Von ihrem zukünftigen Mann weiß sie nur, dass er ein Bruder ihres Pastors ist und im wilden Dakota eine Farm aufbaut. Mutig begibt sie sich auf die weite Reise in die Ungewissheit. Geld zum Zurückreisen hat sie keines mehr...

Schon die Ankunft am einsamen Bahnhof, an dem ihr nur ein stinkender Geselle begegnet, lässt sie an ihrem Mut zweifeln. Doch ihr Angetrauter hat sie nicht vergessen. Er holt sie in die Grashütte, die er bisher allein bewohnt hat und versucht sich ihr vorsichtig zu nähern. Die verklemmte und traumatisierte Sasannah macht es ihm wirklich nicht leicht.

Erst als die einzige Kuh dem Sterben nahe ist, zeigt die Tochter eines Tierarztes was in ihr steckt. Wird sie es schaffen, aus ihrem durch die Erziehung errichteten Gefängnis zu kriechen?

Das Buch zeigt sehr schön, wie schwierig das Leben der ersten Siedler in Dakota war. Sie wurden nicht nur von Feuersbrünsten und schneereichen Wintern bedroht, sondern auch von Heuschreckenschwärmen und Indianern. Es zeigt, wie nah Hoffnung und Enttäuschung beieinander liegen und dass der Glaube Berge versetzen kann.

Die Geschichte zog mich von der ersten Seite in ihren Bann. Die Autorin hat einen wunderbar leichten Schreibstil und es gelingt ihr, die Psyche der Protagonisten sehr nachvollziehbar zu zeichnen.

Leider ist ihr das letzte Viertel nicht ganz so gut gelungen. Der häufige Schauplatzwechsel und die Einführung vieler weiterer Charaktere hat meinen Lesefluss so sehr gehemmt, dass ich diesem Buch nicht die volle Punktzahl geben kann. Die dreieinhalb Sterne runde ich aber gerne auf vier auf.


Geschichten in Grau
Geschichten in Grau
Preis: EUR 0,00

3.0 von 5 Sternen Geschichten in Grau, 27. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Geschichten in Grau (Kindle Edition)
Nachdem ich vergangene Woche eine ausgezeichnete Biografie von Anton Tschechow gelesen habe, war es mir nun wichtig, mir auch ein Bild von seiner schriftstellerischen Arbeit zu machen. Vielleicht habe ich mir dazu nicht das richtige Buch ausgesucht? Es war nicht schlecht, aber es hat mich auch nicht vom Hocker gerissen.

Das Buch enthält eine längere und fünf kürzere Erzählungen, in denen Tschechow unverkennbar viele eigenen Erlebnisse und Erkenntnisse verarbeitet hat. Als Arzt hatte er die Möglichkeit, sich intensiv mit Menschen und ihren Lebensmotiven auseinander zu setzen.

In seinen Novellen gibt es Aristokraten, lernende Jugendliche, Schauspieler und Heiratsunwillige. Die Cholera, die große Bedrohung jener Zeit wird ebenso oft erwähnt wie Menschen, die die Ansprüche, die von außen an sie herangetragen werden, nicht erfüllen können.

So auch „Der Taugenichts“ (die längste Erzählung in diesem Buch), der vom Vater verstoßen wird, nachdem er jede Ausbildung für einen Schreibtischberuf nach kurzer Zeit abbrach. Als Handwerker fühlt er sich nun in seinem Element, findet vorübergehend sogar in der Liebe sein Glück.

„Wir haben viel gearbeitet, haben viel gedacht, wir sind besser geworden, wir haben in der persönlichen Vervollkommnung Erfolge gemacht, - das muss alles anerkannt werden. Haben aber unsere Erfolge auch irgendeinen Einfluß auf das uns umgebende Leben gehabt, haben sie jemandem genützt?“, fragte ihn seine Frau, bevor sie ihn verließ.

Tschechow hat in einem Brief an einen Freund selbst festgestellt, dass er seine Geschichten schnell hinschrieb, manchmal nur wenig Sorgfalt darauf verwendete. Sie lassen sich ebenso schnell weglesen und geben einen Einblick in die russische Seele. Mir kommt es so vor, als hätte der Autor die Handlungsweisen der Menschen von außen beschrieben, ohne sie zu werten.

Gefallen hat mir, wie Tschechow seine Protagonisten charakterisiert: „Jekaterina Iwanowna setzte sich hin und schlug mit beiden Händen in die Tasten; gleich darauf schlug sie nocheinmal mit voller Kraft hin, und dann nocheinmal und nocheinmal, ihre Schultern und Brust bebten, sie schlug hartnäckig immer auf die gleiche Stelle los, und man hatte den Eindruck, daß sie nicht eher aufhören wollte, als bis sie die Tasten tief ins Klavier hineingejagt haben würde.“

Trotz des immer wieder aufkeimenden Humors war diese Lektüre für mich nur mittelmäßig. Vielleicht werde ich es demnächst nocheinmal mit einem anderen Buch versuchen, mich diesem bedeutenden russischen Schriftsteller zu nähern ...

Noch ein Zusatz zu diesem kostenlosen Ebook: Es ist gut überarbeitet, es finden sich kaum Fehler, die durch das Einscannen unvermeidlich sind. Wer Tschechows Schreibstil kennenlernen will, ist hier gut beraten.


Anton Cechov. Sein Leben in Bildern
Anton Cechov. Sein Leben in Bildern
von Peter Urban
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vierundvierzig ausgefüllte Jahre, 24. Januar 2015
Der Name Anton Tschechow ist natürlich ein Begriff – obwohl ich bisher weder etwas von ihm gelesen, noch eines seiner Theaterstücke gesehen habe. Dank dieses Buches habe ich den Arzt, der sich um 1900 für die Bildung der Allgemeinheit eingesetzt hat und dafür auf seine Kosten drei Schulen bauen ließ, besser kennengelernt. Obwohl er bereits 1904 mit 44 Jahren an Schwindsucht verstarb (übrigens in einem deutschen Kurort) hat der vielgereiste Russe zahlreiche Novellen und Schauspiele hinterlassen.

Dieses Buch liest sich wie ein Familienalbum. Fotos und Gemälde führen uns in Tschechows Leben, Ausschnitte seiner Briefe an Familienmitglieder und Freude verdeutlichen seine Einstellung zum Leben. Als Leser erlebt man seine Klage über die Armut des Künstlers und staunt gleichzeitig, was er sich alles leisten konnte. Lange Zeit wurde er in seiner schriftstellerischen Arbeit von seinem malenden, aber viel zu früh verstorbenen Bruder Nikolaj unterstützt. Im Jahr vor dessen Tod verteidigte er in einem Brief seine zwei Berufe: „Die Medizin ist meine gesetzliche Ehefrau, die Literatur meine Geliebte. Wenn mir die eine auf die Nerven fällt, nächtige ich bei der anderen. Das ist meinetwegen unanständig, aber dafür nicht langweilig.“

Seine Reisen führten Tschechow 1890 durch Sibirien bis zur Gefangeneninsel Sachalin, wo er als Arzt mehrere Monate gegen die Cholera kämpfte und später darüber schrieb: „Solange ich auf Sachalin lebte, empfand ich im Innern nur eine gewisse Bitterkeit, wie von ranziger Butter, jetzt dagegen, in der Erinnerung, erscheint mir Sachalin als die wahre Hölle.“ Im Frühjahr darauf schrieb er an seinen Freund Suvorin: „Ich habe absolut kein Geld. Wenn ich mir, ohne die Arbeit abgeschlossen zu haben, noch einmal tausend Rubel borge für die Reise und zum Leben danach, dann stecke ich so tief in den Schulden, daß mich selbst der Teufel an den Ohren nicht mehr herausziehen kann. Ich stecke noch nicht so tief drin, weil ich alle raffinierten Tricks aufbiete und bescheidener lebe als eine Hostienbäckerin, aber wenn ich mitfahre, geht alles zum Teufel und ich stecke bis über beide Ohren in Schulden.“ Nichtsdestotrotz reiste er mit seinem Freund sechs Wochen lang über Warschau und Wien nach Venedig und Rom bis nach Nizza und Paris. Die Stationen seiner Reise sind in diesem Buch mit vielen Postkarten aus der damaligen Zeit und seinen Briefen nach Hause ausgeschmückt.

Lange Zeit weigerte er sich, eine Ehe einzugehen: „Ich will nicht heiraten, ich wüßte auch nicht wen … Es wäre mir langweilig, mich mit einer Ehefrau herumzuplagen.“ Erst die Schauspielerin Olga Knipper änderte seine Meinung, doch nicht sein Leben: jeder der beiden führte es nach der Hochzeit wie bisher gewohnt weiter – Tschechow blieb meist in Jalta, wohin er sich mit seiner Mutter und der Schwester zurückgezogen hatte und seine Frau spielte weiterhin in Moskau Theater. Damals mied er schon das winterliche Klima in Moskau und verbrachte seine Tage eher im warmen Nizza oder auf der Krim. Seinen Arztberuf, der ihn „mit allen Volksklassen in Berührung gebracht“ hatte, gab er aus gesundheitlichen Gründen auf und widmete sich in den letzten Jahren seines Lebens vor allem dem Schreiben. Dafür kaufte er sich ein Häuschen am Meer, denn in seiner Villa gaben sich Besucher wie Tolstoj und Gorkij die Tür in die Hand …

Einen Ausschnitt aus einem der letzten Briefe an seine Schwester in der Heimat kann ich mir nicht verkneifen zu zitieren: „Ich lebe unter den Deutschen, habe mich bereits an mein Zimmer und die Lebensweise gewöhnt, kann mich aber an die deutsche Stille und Ruhe einfach nicht gewöhnen. Im Haus und außer Haus hört man keinen Ton, nur um 7 Uhr abends und mittags spielt im Park Musik, reich, aber sehr unbegabt. Man verspürt keinen Funken Talent, in nichts, keinen Funken Geschmack, aber dafür Ordnung und Ehrlichkeit im Überfluß. Unser russisches Leben hat weit mehr Talent, ganz zu schwiegen vom italienischen oder französischen.“

Ein umfangreicher Anhang mit Zeittafel, weiteren Erklärungen zu den abgebildeten Fotos, Zeichnungen und Gemälden sowie Hinweisen auf seine Werke ergänzt das ausgesprochen informative Buch über Tschechows Leben.


Elizabeth auf Rügen: Ein Reiseroman
Elizabeth auf Rügen: Ein Reiseroman
von Elizabeth von Arnim
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

5.0 von 5 Sternen Viel mehr als ein Reiseführer, 19. Januar 2015
„Als ich dieses Buch begann, wollte ich einen nützlichen Führer durch Rügen schreiben, der die schönsten Gegenden und die am wenigsten unbequemen Gasthäuser jedem Reisenden vor Augen führt. Mit jeder Seite, die ich schreibe, wird mir klarer, daß ich diese Absicht nicht ausführen kann.“ (Seite 140)

Aus diesem Tagebuch, das 1904 das erste Mal veröffentlicht wurde, erfahren wir, dass Elizabeth Rügen eigentlich erwandern wollte, doch keine Begleitung für diese „vollkommenste Art der Fortbewegung“ fand. („Wenn man sich anders als auf seinen eigenen Füßen fortbewegt, so geht das viel zu schnell, und man versäumt tausend kleine Freuden, die am Wegrand warten“). So machte sie sich mit ihrer Jungfer Gertrud, einer ältlichen Person, („Sie war der Köder, der den Mann des Zorns, meinen Ehemann, besänftigte“) per Kutsche auf die elftägige Reise.

Schon die Überfahrt mit einer kleinen Fähre auf die Insel ist nachvollziehbar gefährlich beschrieben: „Wie ich gefürchtet hatte, kippte die Kutsche ums Haar um, als sie über den Rand des Boots fuhr.“ Gleich am ersten Tag schafften es die Grazien, die Kutsche samt Kutscher und Picknickkorb zu verlieren... Doch es warteten noch mehr Abenteuer auf dieser Reise.

Wie beliebt Rügen schon damals bei den Touristen war, war für mich ebenso unbekannt, wie die festgelegten Badezeiten in den Badehäusern „ ... deutsche Touristen neigen dazu, im Wasser zutraulich zu werden. An Land, in einengende Korsetts geschnürt … müßen sie sich in den Grenzen der Konvention halten; je mehr Kleider sie jedoch ablegen, desto mehr scheinen sie zu glauben, die letzten Barrieren müßten fallen.“

Auf der Reise begegnet Elizabeth deren Cousine Charlotte, die sich als frühe Frauenrechtlerin sehr für gleiche Vergünstigungen von Männern und Frauen einsetzt und mit ihren schlauen Sprüchen Elizabeth die so heiß ersehnte Ruhe raubt.

Auch heute lassen sich die Bücher der lebensklugen und welterfahrenen Autorin noch wunderbar lesen. Deutlich sind ihre Menschenkenntnis und ein starkes Naturgefühl. Sie kann gesellig sein, ist aber am liebsten allein, weil sie sich offenbar nie langweilt. Als gute Beobachterin und begierige Leserin nimmt sie sich und ihre Umwelt nicht ganz ernst.

Die 1866 in Australien als jüngstes von sechs Kindern geborene Marie Annette Beauchamp verstarb 1941 als Elizabeth Russell. In erster Ehe hatte sie mit 23 Jahren den um 16 Jahre älteren preußischen Grafen von Arnim geheiratet und unter ihrem Ehenamen zahlreiche Bestseller veröffentlicht. In Deutschland gehörte sie zu den meistgelesenen Autorinnen ihrer Zeit.


Deutschstunde. Roman
Deutschstunde. Roman
von Siegfried Lenz
  Gebundene Ausgabe

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schuld und Pflicht in der Zeit des Nationalsozialismus, 17. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Deutschstunde. Roman (Gebundene Ausgabe)
Wann nennt man ein Buch einen Klassiker? Dazu gibt es im Netz unzählige Definitionen. Für mich ist es ein Buch mit einem gut ausgearbeiteten, allgemeinen Thema, das sich lohnt, mehrmals zu lesen. Ein Buch, das deutliche Einblicke in eine bestimmte Zeitepoche gibt und verständlich macht.

Die Deutschstunde von Siegfried Lenz gehört für mich eindeutig dazu. Was ich vor über 40 Jahren als Schullektüre vorgesetzt bekam, hat mich jetzt noch einmal sehr beeindruckt: Der 20jährige Siggi Jepsen lebt 1963 in einem Heim für schwererziehbare Jugendliche auf einer Insel in der Elbe. Dort erhalten die jungen Männer auch Unterricht. In einer Deutschstunde steht das Aufsatzthema „Die Freuden der Pflicht“ auf dem Programm. Während die einen sich durch vorgespielte Ohnmachten um das Thema drücken, bleibt auch Siggi vor einem leeren Blatt sitzen. Doch bei ihm liegt es an der Fülle von Gedanken, die seinen Kopf füllen. Dankbar nimmt er die ihm zugedachte Strafe an: Er wird in eine Zelle gesperrt, wo er den Aufsatz in Ruhe schreiben kann. Er steigert sich in seine Aufgabe und weigert sich monatelang die Zelle zu verlassen, bevor er nicht seine gesamte Geschichte niedergeschrieben hat.

Der Leser lernt das Kind Siggi kennen, das den Vater, einen norddeutschen Dorfpolizisten auf dem Gepäckträger des Fahrrades bei der Arbeit begleitet. Der hat die Aufgabe, einem befreundeten Maler das "von oben" bestimmte Malverbot zu überbringen und dieses auch zu überwachen. Wie sehr das den Jungen prägt, erzählt Siggi in seinem Aufsatz („Mein Vater. Der ewige Ausführer. Der tadellose Vollstrecker.“) Ebenso schreibt er über seine älteren Geschwister und wie sehr sie unter der Strenge der Eltern zu leiden haben („Brauchbare Menschen müssen sich fügen“). Erschreckend ist, dass die Einstellung der Eltern auch nach Beendigung des Krieges erhalten bleibt. Besonders schockiert hat mich die Aussage der Mutter zu geistig behinderten Kindern, die in der Nähe untergebracht wurden: „Der Anblick, Siggi, kann ausreichen, dass man Schaden nimmt … Eindrücke, weißt du, die können sich festsetzen und den Blick trüben.“ Wie sehr Siggis Blick durch seine Erfahrungen getrübt wurde, erfahren wir in diesem ausgesprochen lesenswerten Roman.

Lenz malt mit seinen Beschreibungen Bilder und lässt Gefühle erkennen, ohne sie explizit zu benennen. Dieses Buch erinnert an die Beschaulichkeit alter Filme, in denen jede Szene dem Zuschauer Zeit lässt, in die Umgebung und das Geschehen einzutauchen. Das kann für Leser, die an die heute so schnelllebige Zappermentalität gewöhnt sind, das Lesen manchmal mühsam machen.


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