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Rezensionen verfasst von
Gabriele Steininger (Dresden)

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Hinter goldenen Gittern: Ich wurde im Harem geboren
Hinter goldenen Gittern: Ich wurde im Harem geboren
von Choga Regina Egbeme
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Einblick in eine fremde Kultur, 20. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zu Beginn dieses Buches begegnen sich zwei Halbschwestern zum ersten Mal. Die eine ist gerade 25 Jahre alt und wurde in einem nigerianischen Harem geboren. Die andere ist schon 41 Jahre und Lehrerin in Deutschland. Die gemeinsame Mutter war nur ein Jahr älter, als sie sich in Nigeria in einen Sektenführer verliebte und dessen 33. Frau wurde.

„Mein Vater war kein Daddy, zu dem man sich auf den Schoß setzen konnte, um den Kopf Schutz suchend an seine Schulter zu betten. Papa war für alle da, aber für niemanden ganz persönlich“, erzählt die Jüngere, die nur gute Erinnerungen an ihre Kindheit hat: „Bis zum Alter von 6 Jahren durften alle Kinder bei ihren leiblichen Müttern leben. Vorausgesetzt, die queen bekam nicht ein neues Baby. Dann übernahm eine andere Mama die Mutterrolle, damit sich die junge Mutter um ihr neues Kind kümmern konnte. So entlasteten sich die Frauen gegenseitig.“

Doch das Glück hielt nicht an: Mit 16 musste Choga Regina einen 30 Jahre älteren Mann heiraten, der bei weitem nicht so liebevoll wie ihr Vater war ...

Dieses Buch ist ein Kulturschock! Unvorstellbar, wie Choga Reginas Mutter, die erst mit 42 Jahren aus Deutschland nach Nigeria kam, freiwillig diesen Bruch auf sich nahm und dabei sogar glücklich wurde. Faszinierend, wie die Frauen zusammenhielten und dadurch ein lebenswertes Umfeld schufen.

Nachdem ich vor Monaten schon den zweiten Teil (Die verbotene Oase) dieser dreiteiligen Reihe gelesen hatte, war dieses Buch ein Muss für mich. Auch „Hinter dem Schleier der Tränen“ liegt bereit, obwohl die Sprache der Autorin nicht unbedingt als „literarisch“ bezeichnet werden kann. Was mich an diese Bücher fesselt, ist die Beschreibung eines für mich unvorstellbaren Alltags. Die Einblicke, die ich hier bekomme, lassen mich manche Nachrichten, die uns aus Afrika erreichen, besser verstehen.


Drei Tage Manhattan - Begleitung gesucht: Roman
Drei Tage Manhattan - Begleitung gesucht: Roman
von Tasmina Perry
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Chick lit in Reinkultur, 16. Dezember 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Dieser Roman umfasst einen weiten Zeitrahmen: von 1958 bis zum Jahreswechsel 2012/2013. Der Titel hält dabei nur teilweise, was er verspricht. Denn die Rückblenden der älteren Dame, die sich für eine Reise an Weihnachten 2013 per Annonce eine Begleitung sucht, überwiegen bei weitem. New York zur Weihnachtszeit spielt eher eine nebensächliche Rolle. Trotzdem erhält man einen Einblick in die Gewohnheiten der Amerikaner.

Auch was da über die Debütantinnen im England von 1958 zu lesen ist, kommt für mich nicht unbedingt glaubwürdig herüber. Aber vielleicht liegt das bei mir an dem Genre. „Chick lit“ war mir bisher nicht geläufig. Vielleicht bin ich dieser „Tussi-Literatur“ einfach nur entwachsen? (In Bücher-Wiki fand ich folgende Definition: Chick Lit bezeichnet die Romane und Erzählungen, die von Frauen für Frauen geschrieben werden. Sie spielen meist in der Großstadt. Die Heldinnen sind auf überanalysierende Weise auf der Suche nach der großen Liebe, der Karriere (meist in der Medienbranche) und dem Familienglück gleichzeitig.)

Naja, jeder hat halt seinen eigenen Geschmack. Was die einen total begeistert, ist für andere eben ungeeignet. Da sich das Buch von der Sprache her schnell weglesen lies, gebe ich ihm – trotz des für mich hanebüchenen Inhalts - zwei Sterne.


Hafenlichter: Stories
Hafenlichter: Stories
von Jens Eisel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Momentaufnahmen, 13. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Hafenlichter: Stories (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Einsame Männer in Hamburg werden hier in die Hafenlichter getaucht. Wobei sich die Themen Einsamkeit, Hunde, Boxen, getrennte Wege und Wiedertreffen in insgesamt 17 unterschiedlichen Momentaufnahmen wiederholen.

Die Geschichtchen geben Einblick in die Gedankenwelt von Männern, doch als Kurzgeschichten würde ich sie nicht bezeichnen. Dazu fehlt mir ein wenig Handlung. Allerdings sind die Charakterisierungen gelungen! Sie geben Stoff zum Nachdenken und vermitteln Einblicke in das Leben der Hafenstadt.

Das Cover zeigt schon, dass sich vieles nachts abspielt, wenn der Kopf Zeit zum freien Denken hat. Natürlich geht das am besten in einer Kneipe beim Bier …

Fazit: durchaus lesenswert!


Die Wahrscheinlichkeit des Glücks: Roman
Die Wahrscheinlichkeit des Glücks: Roman
von Gisa Klönne
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3.0 von 5 Sternen Was ist Glück?, 13. Dezember 2014
Wieviel Glück gehört dazu, den „Richtigen“ fürs Leben zu finden? Frieda Telling macht sich darüber kaum noch Gedanken. Sie lebt vor allem für ihren Beruf als Astrophysikerin. Ihren Mann Paul hat sie während der Arbeit kennengelernt und wohnt nun mit ihm (wenn sie nicht gerade – wie meist - auf beruflich bedingten Reisen sind) in einem Glashaus bei Heidelberg. Licht und hell und unpersönlich ist es dort.

Frieda Tellings Tochter hat dort zwar auch ein Zimmer, aber gewohnt hat sie dort nie. Ihre Kindheit hat Aline vor allem bei Großmutter Henny verbracht, denn ihr Vater, ein amerikanischer Professor, war bei der Zeugung schon anderweitig verheiratet. Als dann Paul in das Leben ihrer Mutter trat, wollte das Mädchen nur noch Tanzen lernen und ging in ein Internat.

Nun hat sie ihren ersten großen Auftritt, wozu sie auch ihre Eltern einlädt. Schließlich will sie im Anschluss daran ihre Verlobung feiern. Dazu bringt ihr Frieda ein Geschenk der Großmutter mit, das Aline so verwirrt, dass sie vor ein Auto läuft und schwerst verletzt ins Krankenhaus kommt …

Dies ist die Ausgangssituation für einen Roman, in dem sich Frieda auf die Suche nach der Vergangenheit ihrer Eltern begibt. Da die Mutter inzwischen dement ist, kann sie von ihr nichts mehr erfahren. Trotzdem findet sie heraus, dass ein Aufenthalt im Lager Sachsenhausen am Ende des Krieges wohl bleibende Nachwirkungen bei der Mutter hinterlassen hat...

In einem zweiten Erzählstrang lernen wir den fünfzigjährigen Arno kennen. Er kam als Jugendlicher aus Siebenbürgen nach Deutschland und wirkt in Berlin etwas heimatlos. Natürlich kreuzen sich die Wege der sehr unterschiedlichen Personen …

Ja, wie soll ich den Roman nun beurteilen? Die Aufmachung des Buches ist hinreißend: Das Cover und die Innenseiten ziert filigraner Islandmohn, ein farblich passendes Lesebändchen macht das Buch zu einem Hingucker. Auch der Name der Autorin, deren Roman „Das Lied der Stare nach dem Frost“ ich in positiver Erinnerung behalten habe, stimmten mich auf ein besonderes Leseerlebnis. Doch leider habe ich das Buch nach dem Lesen etwas enttäuscht zugeschlagen. Ich konnte mit Frieda nicht warm werden. Zwar hat die Autorin versucht, sie zum Ende hin emotionaler werden zu lassen, doch hat das für meinen Geschmack nicht zu der rational denkenden Wissenschaftlerin gepasst.

Was ich allerdings gut fand, waren Gegensätze wie: Wohnen im Glashaus und die Enge der Hotelzimmer, das Jetset-Leben versus der Einfachheit in Siebenbürgen, die Vorstellung von Liebe und deren Realität. Warnen möchte ich jedoch diejenigen, die meinen, der Unfall von Aline stünde im Vordergrund: das ist ganz und gar nicht der Fall. Er bringt die Geschichte nur in Gang.


Pinzon 'Everyday' Spannbetttuch aus 100% Baumwolle, Elfenbein, 140 x 200 x 20 cm
Pinzon 'Everyday' Spannbetttuch aus 100% Baumwolle, Elfenbein, 140 x 200 x 20 cm
Preis: EUR 18,99

3.0 von 5 Sternen Sommerbettlaken, 5. Dezember 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Schon beim Auspacken dieses Bettlakens fiel mir die eng gewebte Struktur auf, die das Baumwollbettlaken wie beschichtet und damit kalt wirken lässt. Auch nach dem Waschen blieb dieser kalte Eindruck erhalten. Allerdings war das gute Stück, nachdem ich es von der Leine genommen hatte, so stark verknittert, dass sogar ich es bügelte - aber trotz Dampfbügeleisen nicht wirklich faltenfrei bekam.

Dann bekam es meine Tochter für ihre Klappcouch. Ihr gefiel die Farbe Elfenbein nicht, sie meinte, das wirke schmutzig. Aber das ist Geschmackssache, diese Meinung möchte ich hier nicht zu sehr auswalzen. Schlimmer war schon, dass sie Schwierigkeiten hatte, das Laken über ihre Matratze zu spannen. Sie klagte, dass es in den Ecken immer wieder wegrutsche. Daraufhin sah ich mir die Ecken an: sie sind gut verarbeitet, sehen nicht so aus, als würden die Nähte schlecht halten - wie es bei vielen anderen Spannbettlaken der Fall ist. Der Gummizug geht rundum, was in meinen Augen für den Halt auf der Matratze vorteilhaft ist.

Fazit: ich werde diese Qualität nicht kaufen, da sie mir eindeutig zu kalt erscheint. Vor allem im Winter mag ich es gern warm, wenn ich ins Bett gehe. Wobei meine Tochter meinte, dass es die Kälte beim Draufliegen schnell verlöre ...


Die gute Erde
Die gute Erde
von Tilman Spengler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Leben in China, 4. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Die gute Erde (Gebundene Ausgabe)
Mit diesem Buch taucht man ein in das Leben von Wang Lung, einem jungen chinesischen Bauern, der sich auf den ersten Seiten auf den Weg macht, um seine noch unbekannte Braut (eine Sklavin aus einem reichen Haus) abzuholen. In schlichter Sprache beschreibt die Autorin (Literatur-Nobelpreisträgerin von 1938) das Leben in China vor ca. 100 Jahren. Wir begleiten Wang Lung und seine Frau O-Lan durch das gemeinsame Leben, erleben mit, wie die Familie größer wird und wie sie während einer Hungersnot das geliebte Land verlässt.

Das Leben, das hier beschrieben wird, ist für uns heute fast unvorstellbar. Welche Frau geht am Tag nach der Geburt ihres Kindes wieder aufs Feld zur Arbeit? Welche Frau bleibt heute noch einige Schritte hinter ihrem Mann zurück, wenn sie gemeinsam unterwegs sind? Welcher Mann muss heute noch den Bruder seines Vaters mit ernähren, weil es die Tradition fordert?

Die Beschreibungen der Menschen („Große Fettwülste hingen ihm über Brust und Bauch, und in den Gebirgen seiner Wangen standen die Augen klein und tief wie die Augen eines Schweines“) haben mich ebenso gefangen genommen, wie die Verwandlung, die Müßigkeit bei Menschen hervorrufen kann. Auch die in diesem Buch beschriebenen Hochzeits- und Todeszeremonien fesselten mich.

Obwohl das Buch schon so alt ist, lohnt sich das Lesen. Denn wie soll man ein Land und seine Vergangenheit verstehen, wenn man nichts darüber weiß?


Ein so junger Hund: Roman
Ein so junger Hund: Roman
von Patrick Modiano
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach der Wahrheit, 4. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein so junger Hund: Roman (Gebundene Ausgabe)
„Nach so vielen Jahren verblassen die Konturen, und ein immer vergänglicherer Zweifel nagt am Bild der Personen. Dreißig Jahre reichen aus, um Zeugen und Beweise verschwinden zu lassen.“ (Seite 60)

Modiano begibt sich in diesem dünnen Büchlein auf die Suche nach der Vergangenheit. Sein Ich-Erzähler wird durch ein altes Foto an das Leben in Paris während des Frühlings 1964 erinnert. Damals zählte er gerade mal 19 Lenze und traf auf den fiktiven Fotografen Francis Jansen. Nun, 28 Jahre später, hat er selbst das Alter desjenigen erreicht, an den er sich mehr oder weniger vage erinnert.

Manchmal erzählt er klar und deutlich, was geschah – dann gleitet er wieder in diffuse Erinnerung ab. Bei mir kam die Geschichte wie die Suche nach der Wahrheit an. Doch gibt es eine Wahrheit? Immer wieder stellt er sich selbst in Frage („Schließlich fragte ich mich, ob ich wirklich das Kind war, das mit seinem Vater hierher gekommen war“), ebenso wie die Personen, an die er sich erinnert. Die Figuren verschmelzen regelrecht miteinander.

Dies war das erste Buch, das ich von dem Literatur-Nobelpreisträger 2014 gelesen habe. Es hat mir gefallen, mich aber auch etwas konsterniert zurück gelassen. Es wird sicherlich nicht das letzte Buch von ihm gewesen sein, das ich mir zu Gemüte führe. Denn der Schreibstil ist leicht, die Geschichte bringt mich zum Nachdenken. Was will ich von einer anspruchsvollen Literatur mehr erwarten?


Ich mag Gänseblümchen: Unaufdringliche Gedanken (HERDER spektrum)
Ich mag Gänseblümchen: Unaufdringliche Gedanken (HERDER spektrum)
von Andrea Schwarz
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,00

5.0 von 5 Sternen Unaufdringliche Gedanken, 27. November 2014
"Ich solle
einen roten Faden in diese Texte
hineinbringen
hat der Verlag gesagt

haben Sie
in Ihrem Leben
schon mal
einen roten Faden
gefunden?

Also bei mir
wechselt
die Farbe
andauernd

deshalb:
ohne Inhaltsverzeichnis"

Die Gedanken zu Beginn dieses Büchleins haben mich gleich angesprochen. Ein Inhaltsverzeichnis ist bei 95 Seiten auch nicht nötig. Wer zu blättern anfängt, wird an den wunderschönen, ganzseitigen Schwarz-Weiß-Fotos ebenso hängen bleiben, wie an den Briefen oder den handgeschriebenen Zeilen. Auch ohne Inhaltsverzeichnis kann man die Gliederung der Texte erkennen: Da geht es um die Frage, ob man heute schon gelebt habe, um die Liebe und die daraus entstehende Sehnsucht, um Zärtlichkeit, Grenzen und Glaube.

Kurz und gut: dieses Büchlein fordert zum Nachdenken übers Leben auf, ebenso zum Genießen desselben. Es eignet sich durchaus als kleines Geschenk für liebe Menschen als auch für sich selbst. Es müssen nicht immer dicke Romane sein, die einen nur von sich selbst ablenken. Manchmal tut es einfach nur gut, sich auch mal - mit Hilfe der Autorin - wieder zu besinnen:

Manchmal
träume ich davon
dass ich nicht immer
nur blühen muss

sondern Zeit
und Ruhe habe
um Kraft für neue Triebe
zu sammeln


Atemnot: Thriller (DCI Lou Smith, Band 1)
Atemnot: Thriller (DCI Lou Smith, Band 1)
von Elizabeth Haynes
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2.0 von 5 Sternen Atemnot, 27. November 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
An einem klaren Herbstmorgen wird eine junge Frau tot in ihrem Haus aufgefunden. Ihre Nachbarin hat fast zur gleichen Zeit Selbstmord begangen. War sie eifersüchtig auf die junge, die etwas mit ihrem Mann hatte, und hat sie ermordet? Mehrere Detectives, die irgendwie auch persönlich miteinander verbandelt sind, beginnen zu ermitteln um am Ende ein erotisches Geheimnis aufzudecken. Besonders pikant: der unersättliche Andy Hamilton, der immer bemüht ist, nichts anbrennen zu lassen...

Der Meinung der berühmten Krimiautorin Karen Slaughter :“Dieser Thriller wird sie fesseln. Widerstand zwecklos“ kann ich mich nicht anschließen. Ausführliche Polizeiprotokolle, die wirken, als würde die Autorin Zeilen schinden wollen, und die Einführung unzähliger Personen hat meinen Lesefluss unnötig erschwert. Die Schauplätze wechselten von Anfang an in schneller Folge und glichen aneinandergereihten Momentaufnahmen. Ehe ich in der Story halbwegs ankommen konnte, musste ich fast 100 Seiten lesen. Und dann begann ich erst, mir Notizen zu den einzelnen Personen zu machen, um endlich einen einigermaßen Überblick zu bekommen.

Ebenso wie der oben genannte Detective wartete ich atemlos auf das Ende des Falles. Da ich versprochen hatte, das Buch zu rezensieren, erlaubte ich mir nicht, es vorzeitig aus der Hand zu legen.

Fazit: Wer lernen möchte, womit ein Orgasmus gesteigert werden kann, hat vielleicht seinen Spaß an diesem Buch. Mich hat es eher gelangweilt.


Berlin Alexanderplatz: Die Geschichte vom Franz Biberkopf
Berlin Alexanderplatz: Die Geschichte vom Franz Biberkopf
von Alfred Döblin
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Keine einfache Lektüre, 20. November 2014
„Dies Buch berichtet von einem ehemaligen Zement- und Transportarbeiter Franz Biberkopf in Berlin. Er ist aus dem Gefängnis, wo er wegen älterer Vorfälle saß, entlassen und steht nun wieder in Berlin und will anständig sein.
Das gelingt ihm auch anfangs. Dann aber wird er, obwohl es ihm wirtschaftlich leidlich geht, in einen regelrechten Kampf verwickelt mit etwas, das von außen kommt, das unberechenbar ist und wie ein Schicksal aussieht.“

Alfred Döblin hat seinen 1929 entstandenen Roman vom Untergang des Franz Biberkopf in neun Bücher und die wiederum in mehrere Kapitel aufgeteilt. Im Anhang erzählt er: „Mein ärztlicher Beruf hat mich viel mit Kriminellen zusammengebracht.“ Döblin war im Berliner Osten aufgewachsen und ging dort zu Schule. Später hatte er hier seine kassenärztliche Praxis und beobachtete mit wachen Augen die Menschen. Seine Romanfiguren sprechen mit dem typisch berlinerischen Zungenschlag der einfachen Bevölkerung.

"Dieser Roman war Döblins einziger großer Erfolg", schreibt der Herausgeber im Nachwort. "In den Jahren, die bis zur Katastrophe noch blieben, wurden davon gegen 50000 Exemplare verkauft. Er wurde verfilmt (mit Heinrich George als Biberkopf) und übersetzt: 1930 erschienen eine italienische und eine dänische, 1931 eine englische und eine amerikanische, 1932 eine spanische, 1933 eine französische, 1934 eine schwedische, 1935 eine russische und eine tschechische, 1958 noch eine ungarische Ausgabe. Berlin Alexanderplatz war der erste bedeutende Großstadtroman der deutschen Literatur. Berlin, dessen unbändiges Wachstum Döblin miterlebt hatte, erhielt hier ein einzigartiges Denkmal."

Ich fand ich das Buch sehr schwer lesbar. Denn anders als in den meisten mir bekannten Romanen enthält es wenig realistische Beschreibungen. Alles wird in Handlung aufgelöst und die wiederum in der Gegenwart erzählt. Als Leser befindet man sich oft im Kopf des Protagonisten, betrachtet die Häuserfronten durch seine Augen, denkt in seiner Sprache. Der allwissende Erzähler lässt das Bild Berlins durch Montage und Collage zahlloser zufälliger Wirklichkeitsfetzen entstehen.

Zu Beginn jeden Buches und jeden Kapitels steht eine kurze Zusammenfassung dessen, was den Leser erwartet. So war es mir möglich, mich fast ein Jahr lang mit diesem Buch zu beschäftigen, ohne den Anschluss an das bereits gelesene zu verlieren. Des öfteren war ich versucht, das Buch zuzuschlagen und, wie damals in meiner Schulzeit, als das Buch zur Pflichtlektüre gehörte, ungelesen zur Seite zu legen. Hin und her gerissen nahm ich es nach längeren und kürzeren Pausen wieder zu Hand, war vorübergehend begeistert vom Schreibstil des Autors und ermüdete dann wieder ob des für mich schwer zugänglichen Stoffes. Ich glaube, ich habe mir noch kein Buch so hart erarbeitet wie diesen „Berlin Alexanderplatz“.

Wie soll ich ihn nun bewerten? Ich fand das Buch nicht schlecht, würde es aber keinem modernen Leser mit gutem Gewissen ans Herz legen. Für mich war es einfach nur anstrengend.


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