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Rezensionen verfasst von
"raeuberbraut"

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Im Bann des Pharaos
Im Bann des Pharaos
von Christian Jacq
  Taschenbuch

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fragmentarischer Versuch einer Biographie, 29. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Im Bann des Pharaos (Taschenbuch)
"Im Bann des Pharaos" ist ein sehr ungewöhnliches Buch, sogar wenn man die anderen Bücher Christian Jacqs gelesen und somit bereits Bekanntschaft mit seinem Stil geschlossen hat.
Hier liegt klar der Versuch einer Biographie Howard Carters vor, der jedoch nur im Ansatz geglückt ist. Obwohl die meisten im Buch verwendeten historischen Daten und Stationen im Leben des Tutanchamun-Entdeckers durchaus ihre Richtigkeit haben, bleibt Jacq zu ungenau und windet sich sichtlich um jedwede Details, egal welcher Art, herum. Streckenweise ist das Buch einfach nur eine grobschlächtig präsentierte Ansammlung von Fakten, die durch Dialogfragmente miteinander verknüpft sind.
Ein Lesevergnügen ist das nicht gerade, besonders dann nicht, wenn Handlungen zu schnell aufeinanderfolgen bzw. in überhaupt keinem Zusammenhang zueinander stehen. So bekommt man auch von Howard Carter, der doch eigentlich die Hauptperson sein sollte, nur ein recht vages und einseitiges Bild vermittelt, welches aber glücklicherweise nicht an die Heldenstilisierung anderer Autoren grenzt, die sich des gleichen Themas angenommen haben.
Positiv zu bewerten ist sicher auch die Tatsache, dass Jacq zwar auf die obligatorische Liebesgeschichte nicht verzichtet, diese aber dennoch in einem annehmbaren Rahmen präsentiert hat. Kitsch sucht man vergebens, allerdings auch jegliche Lebendigkeit oder Herzenswärme. So bleibt man als Leser auch stets auf Distanz zu den Charakteren, was für ein Sachbuch zwar durchaus angemessen sein mag, in einem Roman aber wohl gemeinhin eher als störend empfunden wird.
"Im Bann des Pharaos" hat mich in meiner Meinung bestätigt, dass, wer sich für Howard Carter interessiert, lieber eine gute Biographie zulegen sollte - Carters Originalaufzeichnungen sind weitaus spannender und zum Großteil auch literarisch ansprechender als Christian Jacqs Roman.


Der König von Luxor
Der König von Luxor
von Philipp Vandenberg
  Taschenbuch

18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kitsch bis zum Abwinken, 17. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Der König von Luxor (Taschenbuch)
Um zunächst einmal etwas Positives loszuwerden: "Der König von Luxor" hat meine Begeisterung für das Alte Ägypten und ganz besonders die Entdeckung des Tutanchamun zurückgebracht, die ich im Alter von 13 oder 14 Jahren verloren zu haben glaubte. Nachdem ich meine Lektüre beendet hatte, suchte ich sofort sämtliche Bücher zusammen, die ich zu diesem Thema jemals gelesen hatte und bestellte zusätzlich noch zwei Biographien von Howard Carter, schon weil mir die "historischen Fakten" Vandenbergs etwas schwammig erschienen und ich trotz allem gerne wissen wollte, wo die Fiktion aufhört und die Realität beginnt.
Bei Vandenberg ist der Übergang teilweise fließend, was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss, allerdings wurden historische Tatsachen so teilweise recht stark verfremdet bzw. in falschem Zusammenhang präsentiert (siehe den "Einsturz" des Tempels in Karnak).
Weiterhin war ich von der Charakterisierung Howard Carters etwas enttäuscht: Während er bei Vandenberg irgendwo zwischen Überheld und ewig jungem Liebhaber schwebt, war er in Wirklichkeit ein krankheitsanfälliger, seit frühester Jugend von Depressionen geplagter Mann, der sich durch seine Impulsivität, seine Sturheit und seinen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit meistens selbst alles verbaute. Carter ist eine interessante, vor allem aber auch hochgradig tragische Persönlichkeit und ich finde es sehr schade, dass dies bei Vandenberg trotz einiger guter Ansätze nur sehr wenig zum Vorschein kommt.
Vielleicht liegt der Grund hierfür auch in den zahlreichen Romanzen, die das ganze Werk mit geradezu unerträglich süßem Zuckerguss überziehen. Abgesehen davon, dass Carter wohl kaum der Typ dazu war, mit jeder Frau, die ihm irgendwo begegnete eine Affäre zu beginnen (auch wenn ihm einige nachgesagt werden), ist es wirklich furchtbar, wie die Frauenfiguren in Vandenbergs Roman charakterisiert werden. Bis auf Sarah Jones, mit der ich mich jedoch nie wirklich anfreunden konnte, sind sämtliche mit Carter verbandelte Damen einfach nur hübsche junge Dinger, die sich allein durch ihre männliche Begleitperson (Carter), jedoch niemals durch sich selbst definieren. Allgemein hätte der Roman an Glaubhaftigkeit gewonnen, hätte Vandenberg sich auf eine einzige Liebesgeschichte, am besten die zwischen Carter und Lady Evelyn, weil historisch die einzig vertretbare, beschränkt.Ich finde es ausgesprochen schade, dass gerade die Beziehung mit dem größten Konfliktpotential nur "am Rande" erwähnt und damit ein äußerst vielversprechender Handlungsstrang verschenkt und wirklich unsäglich verkitscht wurde.
Philipp Vandenberg hatte zweifellos einige sehr gute Ideen und auch historisch gesehen durchaus vertretbare Ansätze, das Ergebnis fiel meiner Meinung nach allerdings recht enttäuschend aus - das Buch hält eindeutig das, was der Klappentext verspricht: Kitsch bis zum Abwinken !


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