Profil für koenig201 > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von koenig201
Top-Rezensenten Rang: 3.503.922
Hilfreiche Bewertungen: 67

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
"koenig201"

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Sinfonie 8
Sinfonie 8
Wird angeboten von japazon
Preis: EUR 44,29

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ueberirdisch schoen, 24. Juni 2002
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 8 (Audio CD)
Dies ist eine der schoensten Mahler-Einspielungen, die ich kenne. Der opulente, noble und immer hoechst engagierte Klang des Orchesters treibt ohne Unterlass herrliche Schauer ueber den Ruecken und reisst zu Begeisterung hin, dass es ein Traum ist. Tennstedt gelang eine ungemein packende Darstellung aus einem Guss mit einer Klangschoenheit, die selten erreicht wird. Insbesondere die Blechblaeser bringen strahlende, kraftvolle Pracht, ohne je aufdringlich oder bruellend zu wirken. Es ist ein hingebungsvolles, tief in sich versunkenes Musizieren, das sehr dazu geeignet ist, den Rest der Welt fuer 80 Minuten zu vergessen.
Die Saenger stehen in Inbrunst und Versunkenheit in diese Klangwelt dem Orchester kaum nach. Die Klangqualitaet der CD (anders als bei manch anderer der Tennstedt-Aufnahmen) ist auf hoechstem Niveau: alles klingt sehr natuerlich, plastisch und verzerrungsfrei. Trotz harter Konkurrenz durch die Colin-Davis-Aufnahme ist diese Aufnahme fuer mich die Referenz-Einspielung dieses gigantischen Meisterwerks.


Wagner: Tristan und Isolde (Gesamtaufnahme)
Wagner: Tristan und Isolde (Gesamtaufnahme)
Wird angeboten von Bessere_Musik
Preis: EUR 54,99

21 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Klangrausch weggemischt, 21. Juni 2002
Diese Aufnahme wurde seinerzeit mit Spannung erwartet und dann bald nach ihrem Erscheinen mit Preisen ueberhaeuft, war es doch die einzige Studioaufnahme von Kollos Tristan (neben unzaehligen Bayreuth-Mitschnitten um die Aufnahmezeit herum), eine Rollenpremiere der Price, und auch Molls Marke war damals noch nicht auf Platte zu haben gewesen. Doch ich empfand diese Aufnahme wegen der ungewoehnlich schlechten Klangqualitaet als eine herbe Enttaeuschung: Der Klang ist duenn und fahl, das Orchester klingt wie ein Kammerorchester (keine Spur von Rausch und Sattheit), den Saengerstimmen fehlt Volumen und Persoenlichkeit. Dem Klangereignis ist durch die Tontechnikern alles genommen worden, was dieses Musikdrama so einzigartig und berauschend macht. Man kann in dieser Aufnahme nicht schwelgen und wird schon gar nicht so richtig mitgerissen (wie es zum Beispiel bei dem Bayreuther Boehm-mitschnitt von '65 der Fall ist, fuer mich die Referenz-Aufnahme).
Im einem Interview kurz nach dem Erscheinen dieser Aufnahme beklagte sich Kollo sehr bitter oeffentlich ueber den fahlen Klang seiner Stimme und meinte, jede einzelne seiner vielen Bayreuth-Mitschnitte stellte seinen Tristan in ein weitaus besseres Licht. Wegen einer vertraglichen Verpflichtung (die er sehr bedauerte) gibt es also eben nur diese Studioaufnahme seines Tristan, was aeusserst schade ist, wie ich finde.
Dabei spielt das Orchester wirklich beachtenswerte Feinheiten heraus und interpertiert das Geschehen und all die unausgesprochenen Gefuehle auf sehr bemerkenswerte Weise. Kleiber laesst es nicht wie im Rausch spielen, sondern ziemlich ueberlegt, kuehl kommentierend, und er legt etliche fuer mich neue Gedanken und Gefuehle offen, die in anderen Interpretationen so nicht kommen.
Kollos Tristan ist deutlich duenner als die bekannten Mitschnitte, doch die Interpretation ist sehr ueberzeugend. Letzteres gilt auch fuer die Isolde von Price und den Marke von Moll. Beide singen sehr nuanciert und gestalten ihre Rolle sehr ueberlegt. Ebenfalls die anderen Partien sind ordentlich bis gut besetzt, aber bei weitem nicht ueberragend. Man hat den Eindruck von routinierten, kenntnisreichen Kuenstlern, die ihre Partien gut kennen, aber nicht verstehen zu beruehren oder voll aus sich zu gehen. Dies scheint zum grossen Teil der Klangabmischung geschuldet zu sein, oder vielleicht auch der Routine, jedenfalls ist diese Aufnahme fuer mich kein Glanzpunkt in der Tristan-Diskographie.


Georges Bizet - Carmen (NTSC)
Georges Bizet - Carmen (NTSC)

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bravourstueck, 13. Juni 2002
Rezension bezieht sich auf: Georges Bizet - Carmen (NTSC) (DVD)
Dies ist der Livemitschnitt einer opulent ausgestatteten Auffuehrung der MET vom Ende der 80er Jahre. Dem Publikum gefiel sie (zu Recht) ausgesprochen gut, und es gibt viel Szenenapplaus. Das Orchester spielt unter James Levine klangschoen und schmissig, sehr effektvoll, aber nicht unbedingt mit viel Tiefenpsychologie. Das Buehnenbild ist recht konventionell (im besten Sinne!) und aufwendig, es gibt echt spanisch anmutende Taenzer sowie (im Schlussbild) ein farbenfrohes Volksgepraenge. Man hat sich alle Muehe gegeben, das suedspanische Kolorit einzufangen.
Die Sangesleistungen sind sehr hochwertig und effektvoll. Die Hauptdarsteller (Baltsa, Carreras, Ramey) sind optisch sehr attraktiv, bieten glanzvolle, sauber sitzende und souveraene Spitzentoene und wissen, wie man das Haus begeistert. Allerdings scheint mir die Schauspielkunst und Interpretationstiefe in dieser Inszenierung klar im Hintergrund zu stehen, es kommt ein wenig der Eindruck auf, man benutze die musikalischen "Renner" hauptsaechlich, um Eindruck zu machen, aber nicht, um eine dramatische Geschichte zu erzaehlen. Die oftmaligen Applauspausen nach den Bravourstuecken verstaerken natuerlich diesen Eindruck: Wie soll bei so vielen Unterbrechungen Dramatik aufkommen?? Mir persoenlich scheint insbesondere Carreras aeusserlich ein wenig unbeteiligt zu sein (nicht etwa vokal!). Vom Dramatischen her ist das also etwas ganz anderes als der bekannte Kinofilm mit Domingo und Migenes. Es ist eben beste Oper im Sinnne von vokalem Glanz und Opulenz, aber nicht im Sinne von Dramatik. Die Darsteller der kleineren Rollen bieten gute bis sehr gute Leistungen, und zwar mehr vokal als darstellerisch.
Die Klangqualitaet ist eine der besten, die mir bei Opern-DVDs bisher untergekommen sind. Alles klingt sehr praesent, natuerlich und klar, und das Gleichgewicht zwischen Orchester und Saengern scheint mir sehr gelungen, auch die Buehnengeraeusche halten sich in Grenzen. Wer eine teure, gut gemachte, schmissige Glanzvorstellung geniessen moechte, ist mit dieser Aufnahme gut beraten, wer aber eine mitreissende, tiefgehende Interpretation sehen moechte, sollte lieber zu besagtem Opernfilm greifen.


Janacek, Leos- Jenufa
Janacek, Leos- Jenufa
DVD ~ Roberta Alexander
Preis: EUR 8,49

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Packendes Musiktheater, 7. Juni 2002
Rezension bezieht sich auf: Janacek, Leos- Jenufa (DVD)
Dies ist eine Produktion, die durch ihre packende Musikdramatik besticht: Die Saengerdarsteller sind nicht nur intensive Saenger, sondern auch dramatische Schauspieler, deren Spiel tief beruehrt. In den Gesichtern, Haltungen, Handlungen der Saengerdarsteller der vier oder fuenf tragenden Rollen sind unendlich viele Gefuehle und Regungen abzulesen, die allerdings auch alleine schon durch die Stimmen stark ausgedrueckt werden, aber deren Eindruck durch das visuelle Ereignis noch intensiviert werden. Ein Hoch auf die Personenfuehrung in der Inszenierung durch Lehnhof in Glyndebourne! Es handelt sich bei dieser Produktion nicht um einen Livemitschnitt, sondern eine Einspielung fuer Kamera und Mikrofon, sodass keine Publikumsgeraeusche stoeren, aber auch keinerlei sterile Athmosphaere merkbar wird.
Es wird durchweg klar, ausdrucksstark und intensiv gesungen (in Tschechisch), wobei ich keine(n) der Hauptdarsteller(innen) besonders hervor heben moechte. Die zum Teil doch sehr diffizilen schauspielerischen Aufgaben (z. B. eine Wandlung zu einer Kindsmoerderin, Verarbeitung der Nachricht des Todes des eigenen Kindes, eine Wandlung vom hasserfuellten Missgoenner zum aufrichtigen Ehekandidaten, Nichtbeachtung des eigenen Kindes durch den Vater) werden ueberzeugend mit Stimme und Spiel souveraen bewaeltigt.
Das Orchester spielt klangschoen und deutlich, aber man hat doch ein wenig das Gefuehl, es koennte etwas engagierter, intensiver musiziert werden (hier vergleiche ich mit der Mackeras-Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern). Die Aufnahmetechnik scheint mir kritikwuerdig: Alles klingt sehr hell, manchmal etwas schneidend, und das Bassfundament scheint nahezu beseitigt worden zu sein: Posaunen, Kontrabaesse und Tuben kommen im Klang nicht ganz natuerlich zur Geltung. Dies kommt zwar der Durchhoerbarkeit sehr zu gute, aber ein wenig Fundament fehlt im Gesamtklang. Es faellt auch auf, dass saemtlichen Saengerstimmen (die uebrigens sehr deutlich im Vordergrund stehen) der Stereoeffekt entzogen worden ist: Sie scheinen alle aus der Mitte zu kommen, auch wenn die Personen sich auf der Buehne bewegen.
Das Buehnenbild ist sehr klar gegliedert und konzentriert sich auf die wesentlichen Dinge des Dramas. Den Akteuren wird viel Platz zum Spielen gegeben. Die technische Ausstattung der DVD liegt auf dem ueblichen (hohen) Stand: einfuehrender Text, mehrere Sprachen als Untertitel, Direktanwahl von mehreren Dutzend Stellen. Die Spieldauer liegt ein wenig unter zwei Stunden.
Die Hoechstbewertung von fuenf Sternen scheint mir gerechtfertigt durch die Realisation eines packenden Musiktheaterereignisses mit exzellenten Saengerschauspielern und auch durch das Verdienst um diese in Deutschland viel zu selten gespielte Oper, auch angesichts der (geringen) klanglichen Einschraenkungen.


Wagner, Richard - Die Meistersinger von Nürnberg [2 DVDs]
Wagner, Richard - Die Meistersinger von Nürnberg [2 DVDs]
DVD ~ Brian Large
Wird angeboten von L&P Classics Tonträgerfachhandel GmbH
Preis: EUR 39,95

31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gelungen, 30. Mai 2002
Dies ist eine rundum gelungene, sehr stimmige und musikalisch hochwertige Deutung dieses grossartigen musikdramatischen Werkes. Es handelt sich um eine Produktion der Deutschen Oper Berlin von 1993 (Regie: Goetz Friedrich), die Anfang 1995 fuer die DVD eingespielt wurde. Das ist ein grosser Pluspunkt gegenueber einer Liveauffuehrung: Es gibt keine stoerenden Geraeusche aus dem Publikum, und die Saenger muessen mit ihren Kraeften nicht haushalten, sonden koennen sich ganz auf die Gestaltung konzentrieren. Der Klang des musikalischen Ereignisses ist dem Original (das ich mehrere Male live erlebte) erstaunlich aenlich, der wunderbare Klang des Orchesters (und des Hauses!) und die Charakteristika aller Saengerstimmen sind unverfaelscht eingefangen worden (und auch saemtliche Buehnengeraeusche). Viele Einzelheiten im Orchester kommen koestlich zur Geltung. Nur einen kleinen Abstrich muss ich an der Tonqualitaet machen: Die Aktschluesse sind so knapp nach dem letzten Akkord beendet worden, dass ich von "Abwuergen" sprechen muss.
Das Orchester der Deutschen Oper besitzt einen wunderbaren Klang, der nach meiner Meinung diesem Werk ganz besonders gut gerecht wird. Es spielt durchweg engagiert, konzentriert und lebendig, auch wenn leichte Koordinationsmaengel vereinzelt vorkommen. Eine hervorragende Saengerbesetzung komplettiert den hohen musikalischen Genuss. Hinzu kommt, dass auch sehr engagiert und natuerlich gespielt wird, so dass die Geschichte voellig klar und ueberzeugend herueber kommt.
Wolfgang Brendel ist ein ueberzeugender und menschlicher Sachs, der fuer Evchen durchaus in Frage kommt, aber auch offensichtlich unter seinen Saengerkollegen zu Recht hohes Ansehen geniesst, nicht zu letzt dank seines immer sehr wohltoenenden Gesangs. Eike-Wim Schulte ist ebenfalls ein ueberzeugender, sehr klar akzentuierender und artikulierender Beckmesser, der nie zur Witzblattfigur absteigt und immer Interesse und sogar manchmal Sympathie erringt. Goesta Winbergh spielt und singt ebenfalls um sein Leben und hat strahlende Momente, aber auch manchmal etwas zu grosse Muehe, etwa gegen Ende seines Preisliedes. Eva Johanssons Evchen wird nie schrill, sondern kann ihre Emotionen bestens mit gesanglichen und schauspielerischen Mitteln nahe bringen. Saemtliche Meistersinger sind individuell und scharf gekennzeichnet und haben viel Persoenlichkeit, stehen aber manchmal doch hart am Rande von Witzfiguren. Was soll's, es macht viel Spass, ihnen zuzusehen!
De Inszenierung ist frei von Allueren des Regisseurs, es wird eine sehr gute Geschichte schluessig und mitreissend erzaelt. Bis in die Details der Handlung hat sich der Regisseur Gedanken gemacht, es passt alles zusammen. Das Buehnenbild deutet Nuernbergs Innenstadt nur an, aber ist optisch sehr ansprechend (auch wenn mir das 76er Buehnenbild besser gefallen hatte).
Im Beiheft gibt es einen gewissen Leitfaden zur Entstehungsgeschichte und zu den Karrieren der wichtigsten Saenger der Aufnahme. Bei den Untertiteln kann man zwischen den gaengigen Sprachen waehlen, allerdings musste man doch an vielen, aeusserst textreichen Stellen (Pruegelszene!) passen und grosse Teile weglassen.
Insgesamt ist die vorliegende Aufnahme ein richtig hoher Genuss, bei dem die musikalische und die schauspielerische Seite auf's Beste zusammen spielen. Es ist eine unbedingt empfehlenswerte Wagner-DVD!


Seite: 1