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Rezensionen verfasst von
Doris K. (Hamm NRW)
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Der goldene Thron: Historischer Roman
Der goldene Thron: Historischer Roman
von Katia Fox
  Taschenbuch

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Autorin konnte eine Steigerung bei ihren drei Romanen erreichen und somit meine Erwartungen erfüllen!, 8. November 2011
Dies ist der dritte und somit letzte Teil der Trilogie um Guillaume de Maréchal, der nun im Vordergrund der Geschichte steht. Diese Geschichte hat mir am besten gefallen, denn wenn auch "Das kupferne Zeichen" und "Der silberne Falke" schon wunderbare Romane waren, ist die Autorin von Buch zu Buch immer besser geworden und dies bildet den krönenden Abschluss. Denn der Geschichtliche Teil, von dem man in den beiden Vorgängern nur so viel zu lesen bekam, wie die Hauptfigur auch wissen konnte, ist man hier nun bestens bedient. Wurde im ersten Teil von der Schwertschmiedekunst erzählt, welche Ellen, Tochter eines Schwertschmieds zu erlernen schafft, ist der geschichtliche Teil noch sehr gering gehalten. Im zweiten Teil erfährt man da schon mehr, denn es geht um die Falknerei, dessen Beruf eine höhere soziale Schicht darstellt, die Ellens Sohn William lernt. Guillaume de Maréchal ist ein Ritter, der insgesamt fünf Königen gedient hat und als wohl "größter Ritter seiner Zeit" auch unter dem Namen William Marshall bekannt geworden ist. Aus seiner Sicht erfährt man nun sehr viel Wissenswertes über die damalige Geschichte der Plantagenets. So erfährt man nebenbei auch einiges über die Bevölkerungsschichten im Mittelalter und deswegen sollte man, wenn auch nicht unbedingt notwendig, die drei Teile in der richtigen Reihenfolge lesen.

Schade fand ich in dieser Geschichte, dass die Autorin geschichtliche Hintergründe oftmals nicht ausführlicher beschrieben hat, an manchen Stellen hätte sie schon etwas mehr auf die Geschichte eingehen können. Das wirkt deswegen leider etwas lückenhaft, was aber nicht allzu negativ von mir wahrgenommen wurde. Einige Dinge werden hier auch wiederholt, aber das fand ich gar nicht schlimm, denn es waren auch kleine Erinnerungsstützen. Außerdem fand ich dabei gut, dass man vieles aus der Sicht des entsprechenden Hauptprotagonisten lesen konnte, was die Sicht der Dinge immer in einem anderen Licht erscheinen lässt. Und so ist es doch auch im wirklichen Leben, dass zwei Personen eine Situation verschieden wahrnehmen. Das ist der Autorin richtig gut gelungen und sie hatte es auch so vorgehabt. Denn alle drei Geschichten werden aus den drei verschiedenen Perspektiven der Hauptprotagonisten erzählt, die alle etwa in der gleichen Zeit spielen.

Auch die vielseitige Darstellung der Charaktere ist Katia Fox bestens gelungen. Sie haben Ecken und Kanten, sind nicht durchgängig liebenswürdig, aber gerade deswegen sehr authentisch und wachsen einem doch ans Herz, denn sie sind halt doch sympathisch. Und das ist wirklich das besondere an Katia Fox ihren Charakteren, was mir von der ersten Geschichte an aufgefallen ist. Auch die Nebenfiguren waren gut gezeichnet und boten ein willkommenes Wiedersehen.

Die Geschichte aus Guillaumes Perspektive zu lesen war interessant und spannend. Wir erfahren einiges aus dem Mittelalter des 12. Und 13 Jahrhunderts und die Autorin schafft es das Leben dieses Ritters, über den sehr viel bekannt ist, authentisch zu erzählen. Hier hat sie auch nicht allzu viele Freiheiten, wie in ihren vorherigen Bänden, denn dort erzählt die fiktive Geschichten und hier eine reale. Klar bedient sie sich auch in diesem Roman etwas von ihrer schriftstellerischen Freiheit, das bringen ja die Vorgänger schon mit sich, die schließlich etwas in diese Geschichte eingebunden werden, aber sie hat es gut gemeistert.

Ein wirklich wunderbarer Roman, den ich nur empfehlen kann.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 10, 2014 11:15 AM CET


Von Ratlosen und Löwenherzen: Eine kurzweilige, aber nützliche Geschichte des englischen Mittelalters
Von Ratlosen und Löwenherzen: Eine kurzweilige, aber nützliche Geschichte des englischen Mittelalters
von Rebecca Gablé
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste Sachbuch, das ich bisher gelesen habe!, 8. November 2011
Rebecca Gablé hat es wieder einmal geschafft: sie konnte mich uneingeschränkt begeistern und das diesmal sogar in Form eines Sachbuches. Denn das ist es, ein richtig gutes Sachbuch, das die englische Geschichte in detaillierter aber nicht ausschweifender Weise informativ erzählt. Natürlich habe ich mir dieses Buch nur angeschafft, weil ich ein riesiger Fan von Rebecca Gablés historischen Romanen bin, aber ich habe diesen Kauf nicht bereut. Zum einen weil ich mich sehr für die englische Geschichte interessiere und hier einmal nur Fakten aufgeführt werden und ich sofort wusste, so (ungefähr zumindest) könnte es gewesen sein, zum anderen ist es wunderbar chronologisch geschildert, dass es so verständlich und übersichtlich ist.

Auch sehr gut als Nachschlagewerk zu nutzen, wenn in einem Buch dieses Themas ein Nachwort fehlt. Hier kann man zumindest über die Könige und dessen Hofstaat einige Informationen über historische Begebenheiten nachlesen, denn ich persönlich vertraue auf den Wahrheitsgehalt den die Autorin den Leser hier vermittelt. Schön fand ich, dass die Autorin, wenigstens ein weinig, das Leben des einfachen Volkes mit eingebunden hat. Denn natürlich haben die Könige damals das Leben beherrscht und Rebecca Gablé legt hier auch den Schwerpunkt, aber das Volk gehörte ja auch dazu und ich fand es gut, dass Gablé diese nicht vergessen hat und das Leben der Bauern, Kaufleute und Mönche beleuchtet hat. Außerdem fand ich das interessant und zudem wichtig.

Interessant fand ich außerdem die Beschreibungen, wie das Land früher aussah. Z.B. in der Zeit der Angelsachsen, wo schätzungsweise achtzig Prozent der Flächen dicht bewaldet waren und es außer London und York kaum nennenswerte Städte gab und sogar diese ein eher dörfliches Bild abgaben. Ganz so wild hab ich es mir nie vorgestellt und ich glaube erst hier, konnte ich mir ein richtiges Bild über das Aussehen des Landes im englischen Mittelalter machen.

Unterteilt ist das Buch in sechs Kapitel: Kapitel 1 hat nur zwei Seiten, das die Überschrift 'Worüber reden wir eigentlich?' trägt. Die anderen Kapitel zeigen in welcher Zeit wir uns gerade befinden. Angefangen, von den Angelsachsen (450-1066), geht es weiter mit den Normannen (1066-1154), danach kommen die Plantagenets (1154-1399), dann die Lancaster (1399-1461) und zuletzt die York (1461-1485). Damit endet das Mittelalter und die Neuzeit beginnt, aber die Autorin hat sich in diesem Buch ausschließlich auf das Mittelalter beschränkt. Das Buch ist ausgestattet mit vielen Bildern, drei Landkarten, einer kurzen Nachbemerkung, einer Zeittafel, die chronologisch von ca. 450 bis 1485 aufgeführt ist, einer Auflistung der Könige von England (871-1509) und einem Stammbaum der Könige des englischen Mittelalters, von Alfred dem Großem bis Henry VII. Alles sehr hilfreich und Verständlich.

Ein wirklich tolles Buch, das weder trocken noch langweilig ist, denn Dank der eher humorvollen Sprache und den abwechslungsreichen Geschichten ist dieses Buch einfach und schnell zu lesen. Absolut empfehlenswert.


Die ewige Prinzessin: Historischer Roman
Die ewige Prinzessin: Historischer Roman
von Philippa Gregory
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine mittelmäßige Geschichte, die mich nicht wirklich überzeugen konnte!, 8. November 2011
Diese Geschichte ist mittelmäßig und kommt überhaupt nicht an "Die Schwester der Königin" oder "Das Erbe der Königin" heran. Die beiden von mir zuerst gelesenen Bücher haben mir viel besser gefallen. Dieser Roman war in erster Linie interessant, denn hier erfährt man auch mal mehr von der Beziehung zwischen Katharina von Aragon und ihrem ersten Ehemann Arthur. Meistens habe ich davon nur als Nebengeschichte gelesen, denn die Ehe zwischen Katharina und Arthurs Bruder Heinrich steht sonst immer mehr im Vordergrund. Die Hintergründe der ersten Ehe sind beschaulich beschrieben, auch wenn ich mir hierbei nicht sicher bin, ob diese auf historischen Tatsachen beruhen. Die Autorin gibt im Nachwort an, wegen fehlender Informationen sich viel ihrer Schriftstellerischen Freiheiten rausgenommen zu haben, womit ich dann auch kein Problem habe, wenn ich so etwas weiß. Trotzdem komme ich nicht umhin, am Wahrheitsgehalt der Geschichte zu zweifeln und das finde ich wiederrum nicht so gut, denn ich lese ja einen historischen Roman, um etwas mehr über die Hintergründe zu erfahren, wobei ich nicht einmal verlange, dass die Geschichte genauso wieder gegeben werden muss.

Gefallen hat mir an der Geschichte, mal einen anderen Charakter Katharinas kennen zu lernen, als immer die gottesfürchtige Ehefrau Heinrichs VIII. Denn natürlich war sie als junges Mädchen ganz anders und ich finde die Einsicht in ihre Jugend sehr gelungen. Auch gefiel mir sehr gut, dass mehr ihre erste Ehe beleuchtet wurde, denn wie ich schon erwähnt habe, erfährt man sonst nicht viel davon. Nur da beginnt für mich halt auch der negative Teil der Geschichte, weil abgesehen davon, dass darüber nicht viel bekannt ist, ist es der Autorin in meinen Augen nicht gelungen, Glaubwürdigkeit auszustrahlen und ich hatte immer Zweifel am Wahrheitsgehalt der Geschichte. Auch die ewigen Geschichten, die Katharina Arthur erzählt, fand ich irgendwie langweilig, denn ich fand sie schlecht erzählt. Immer, wenn es anfing mit "Erzähl mir eine Geschichte" war ich schon etwas genervt.

Der Stil der Autorin ist auch hier wieder gut, wenn es auch unnötig erscheint, das Erzählte von Katharina nochmals in kurzer Form wiederholen zu lassen. Denn eigentlich wird die Geschichte in der dritten Person erzählt. Katharinas Ich-Form mit einzubauen, in Form von Tagebucheinträgen war ja so ganz gut, denn so wurden ihre Gefühle und ihre Vergangenheit deutlich erzählt, wenn die Wiederholungen weggelassen worden wären. Außerdem ist die Geschichte sehr lückenhaft und der Leser muss für diesen Roman auf jeden Fall den geschichtlichen Hintergrund kennen. Dadurch erschienen manche Entwicklungen unverständlich. Sonst ist das Geschriebene aber leicht und verständlich erzählt.

Im Gegensatz zu vielen anderen fand ich es nicht schlimm, wo das Buch endet. Zwar finde ich auch, dass der Schluss viel zu schnell und auch unerwartet kam, da hätte die Autorin auf jeden Fall mehr draus machen können. Aber dass die Geschichte mit der Annullierung ihrer Ehe endet, fand ich o.k. Denn genau da beginnt ja der Teil, den die meisten Leser schon kennen. Klar wäre es interessant gewesen, diese Sicht aus Katharinas Perspektive beleuchtet zu bekommen, aber da ich dieser Geschichte sowieso nicht allzu viel Glauben schenke, brauche ich auch diese Perspektive nicht unbedingt lesen. Und ab Ende der Ehe fangen die meisten Geschichten ja erst an.

Eine Geschichte, welche man nicht unbedingt lesen muss, kann ich das Buch nur eingeschränkt empfehlen. Auf jeden Fall nur für Leser, die den geschichtlichen Hintergrund schon kennen.


Die Seelen im Feuer
Die Seelen im Feuer
von Sabine Weigand
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Durch historische Dokumente ein sehr authentischer Roman!, 8. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Seelen im Feuer (Taschenbuch)
Dieses ist nun mein viertes Buch von Sabine Weigand und nachdem mir ihr letzter Roman "Die Königsdame" nur mittelmäßig gefallen hat, konnte mich dieser wieder voll und ganz begeistern, wie zuvor schon ihre ersten beiden Romane. Und das, obwohl ich über das Thema Hexenverfolgung wirklich schon viele Bücher gelesen habe, war dies in keinster Weise langweilig.

Dass dieses Thema immer wieder interessant für mich ist, liegt vor allem an der Tatsache, dass die Geschichten nun mal einen realen Hintergrund haben und in vielen Teilen Europas leider wirklich passiert sind. Bis jetzt waren alle Geschichten, die ich gelesen habe, mit historisch belegten Personen und Orten. Dazu kommt, dass es viele Dokumente bezüglich der Hexenverfolgung gibt, wie ich oftmals aus dem Nachwort entnommen habe.

Sabine Weigand hat diese Dokumente in ihrem Roman integriert und deswegen hebt sich dieses Buch besonders von anderen ab. Andere Autoren überbringen, wie gesagt, solche Informationen nur im Nachwort, Sabine Weigand bindet das in ihre Geschichten ein. Hier verwendet sie Dokumente, wie z.B. Tagebucheintragungen, Urteile, Hexenmandate und Briefe und das in einer, wie von ihr gewohnt und von mir nicht anders erwartet, altertümlichen Sprache. Diese Dokumente erfordern zwar mehr Konzentration und erschweren etwas den Lesefluss, aber ich schätze diese Parts sehr, denn sie können die Authentizität der Geschichte nur erhöhen. Ansonsten ist ihr Schreibstil gut und einfach zu lesen.

Die düstere Atmosphäre ihrer Geschichte konnte Weigand sehr gut rüberbringen. Ich konnte richtig die Angst, Verzweiflung und Wut der Menschen in Bamberg des 17. Jahrhunderts spüren. Wenn man schon Bücher dieses Themas gelesen hat, sind die Abläufe der Hexenverfolgung und der Folter zwar nicht wirklich neu, denn eigentlich geschieht fast immer das gleiche, aber die Autorin hat ein gutes Gespür für Einzigartigkeit, so dass es doch individuell ist. Außerdem waren Heilkunde und Kräuter ein nebensächliches Thema, aber das war kein Wunder, da die Hauptfiguren ein junger Arzt und eine Apothekerstochter waren. Und auch das wirkte nicht langweilig, obwohl das ja auch in vielen historischen Romanen Erwähnung findet und deswegen etwas an ein Klischee erinnert.

Anders, als von der Autorin gewohnt, ist diesmal die Hauptperson keine historische Person. Trotzdem waren die Figuren gut gezeichnet und wirkten realistisch und glaubwürdig. Die Charaktereigenschaften kamen richtig gut rüber. Cornelius und Johanna waren als Hauptprotagonisten sehr sympathisch und mir gefiel ihre Geschichte sehr gut, die parallel von den Hexenverbrennungen erzählt wird. Die Geschichte von der Hexenverbrennung zeigt, wie abergläubisch und ängstlich die Menschen damals waren und warum sie so handelten.

Im ausführlichen Nachwort erläutert die Autorin einiges zum Thema Hexenwahn. Außerdem erzählt sie interessanterweise dass die Hexenakten Bambergs aus dem 17. Jahrhundert komplett erhalten geblieben sind: Folterprotokolle, Testamente, Geständnisse, Urteile, Briefe, Anklageschriften usw., die, wie schon erwähnt, in diese Geschichte eingebaut wurden. Bei so viel Material wie die Autorin hatte, finde ich es nur schade, dass die oft eingebundenen Lebenserinnerungen der Dominikanernonne Anna Maria Junius und die Passagen der Jahrbücher des Collegiums der Gesellschaft Jesu zu Bamberg nicht historischen Dokumenten entstammen. Sie erwähnt außerdem noch, was Wirklichkeit ist und was nur ihrer Fantasie entsprungen ist. Interessant fand ich, wo einige erwähnte historische Örtlichkeiten heute zu sehen sind. Auch ein Personenverzeichnis, ein Glossar und eine Illustration von Bamberg sind vorhanden.

Ein gelungenes Buch, was ich uneingeschränkt weiter empfehlen kann.


Das Buch der Sünden
Das Buch der Sünden
von Axel S. Meyer
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz o.k.!, 10. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Buch der Sünden (Taschenbuch)
"Das Buch der Sünden" erzählt eine gelungene Geschichte über die Wikingerüberfälle im 9. Jahrhundert. Für ein Debütroman auf jeden Fall ganz gut geraten, spannend und interessant, aber keineswegs mit der "Sachsen-Saga" von Bernard Cornwell zu vergleichen, obwohl am Anfang des Buches mit dem Satz "Für Fans von Bernard Cornwell" geworben wird.

Das kann ich nur darin bestätigen, dass die Sachsen-Saga und diese Geschichte in der gleichen Zeit spielen, von Wikingern erzählt wird und Axel S. Meyer, wie auch Bernard Cornwell für die Städtenamen die früheren gebräuchlichen Namen verwendet. Cornwell hat dies etwas besser umgesetzt, einfach aus dem Grund, da er die Übersetzungen der Städte am Anfang des Buches aufführt, während Meyer dies erst am Schluss im Nachwort erwähnt. Da ich vorher nie in den hinteren Teil eines Buches schaue, bis ich da angelangt bin, hab ich das auch vorher nicht sehen können. Zwar gibt es am Anfang der Geschichte eine Landkarte, auch mit einigen Übersetzungen der Orte, aber Hammaburg (Hamburg) oder Brema (Bremen) beispielweise, hätte ich mir auch so denken können. Dass Rujana aber die Insel Rügen sein sollte, da wäre ich im Leben nicht draufgekommen. Und da dieser Teil der Landkarte durch eine gestrichelte Linie ausgegrenzt wurde, hab ich da auch nicht so genau hingeschaut. Allein hinter dem Ort Rujana Rügen zu wissen, hätte ich zur Orientierung der geografischen Lage echt gut gefunden. Haithabu (heute Haddeby) gehört heute zu Schleswig, damals war dieser Ort dänisch.

Der Leser verfolgt drei Handlungsstränge; Odo, der als kleiner Junge in seiner Heimat Paris mit ansehen muss, wie Wikinger seinen Vater töten und seine Mutter entführen, Helgi, der dänische Schmied und Teška, die slawische Sklavin. Odos Geschichte fand ich schon etwas heftig, denn ich konnte zwar seine Rachegedanken nachvollziehen, aber die Durchführung fand ich dann doch sehr übertrieben. Er gelangt nämlich an das Buch der Sünden, indem die Vernichtung der Dämonen der sieben Todsünden beschrieben wird. Er glaubt, der Erwählte des Herrn zu sein und beginnt mit den fürchterlichen Morden, für die er sich die Stadt Haithabu ausgesucht hat, denn dort wohnen die Nordmänner'. Helgis und Teška s Geschichten fand ich dagegen viel besser. Die beiden leben in Haithabu und ihr Schicksal wird sie auf die Insel Rujana führen, wo der Slavenstamm der Ranen zu Hause ist.... Die Charakterisierung hat mir nicht bei allen gut gefallen: Odo fand ich zu fanatisch, Helgi war mittelmäßig, zwar sympathisch, aber ohne Ecken und Kanten, Teška dagegen hat die beste Entwicklung durchgemacht und war auch sympathisch. Die Nebenfiguren waren ohne Tiefe, lustig war aber der Priester Ansgar, der mir sogar am besten gefallen hat.

Das Buch ist in sieben Teile aufgeteilt und man wechselt in jeden Teil in einen anderen Ort. Erst Paris, dann Sankt Gallen, danach im Wechsel zweimal nach Haithabu und zweimal nach Rujana um dann am Ende wieder nach Sankt Gallen zu gelangen. Die Schilderung der Orte war ganz gut und ich konnte mir vor allem von Haithabu und Rujana ein gutes Bild machen.

Auch der Glaube ist ein ganz großes Thema. Gut fand ich hier, neben dem Christentum und dem nordischen Glauben, auch etwas vom Glauben der Ranen und ihren Gott Svantevit zu erfahren.

Zum Schluss gibt es noch ein Nachwort, das ich vor allem wegen der Orte sehr interessant fand, denn hier erfährt man nicht nur die richtigen Namen, sondern gibt auch über andere wissenswerte Dinge bezüglich der Orte einen interessanten Einblick. Denn sonst wird hier nur eine fiktive Geschichte erzählt, wo nur wenige historische Persönlichkeiten eine geringe Erwähnung finden und die sogar nur mit sehr viel schriftstellerischer Freiheit mit eingebaut wurden.

Trotz nur mittelmäßiger Bewertung ein lesenswertes Buch, aber mehr als drei Sterne ist es mir nicht wert.


Die Verschwörung von Florenz
Die Verschwörung von Florenz
von Jeanne Kalogridis
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Eine gute Erzählung über Mona Lisa; Leonardo da Vincis Portrait bekommt einen Charakter!, 10. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Verschwörung von Florenz (Taschenbuch)
"Die Verschwörung von Florenz" ist der Titel der Taschenbuchausgabe, die gebundene Ausgabe erschien unter dem Namen "Leonardos Geheimnis". Keine Ahnung, warum der Verlag zwei Titel für ein und dasselbe Buch gewählt hat. Ich fand das zuerst etwas irritierend, ob es sich hier vielleicht um eine Fortsetzung handelt. Meiner Meinung nach, führt sowas nur zu Missverständnissen. Das nur zur Information.

Nachdem ich die zwei Romane von Jeanne Kalogridis "Die Seherin von Avignon" und "Die Kinder des Papstes" gelesen habe, ist dies nun der dritte Roman aus ihrer Feder, der mich wieder gut unterhalten hat.

Meine Erwartung an dieses Buch war, mehr über Mona Lisa zu erfahren. Denn auch wenn ich natürlich das berühmte Gemälde Leonardo da Vincis kenne, hab ich mir noch nie wirklich Gedanken über diese Frau gemacht. Mehr darüber wissen zu wollen kam erst, als ich den Klappentext dieses Buches las. Und diese Erwartung wurde dann auch erfüllt, denn neben dieser Geschichte, habe ich mich auch im Internet etwas schlau gemacht.

Zwar gibt es wohl zahlreiche Theorien um Mona Lisa und die Autorin geht einer davon hier nach. Aber die Erzählung ist ihr gut gelungen, denn dies scheint so ungefähr die wahrscheinlichste zu sein. Mit vollen Namen hieß sie Lisa di Antonio Gherardini Giocondo und war die Tochter eines wohlhabenden Florentiner Wollhändlers. Sie wird als junges Mädchen in die mächtigste Familie in Florenz des 15/16. Jahrhunderts, der Medicis, eingeführt und lernt dort den berühmten Maler Leonardo da Vinci kennen. Lisa verliebt sich in den jüngsten der drei Söhne Lorenzos, Giuliano (der Neffe des ermordeten Giuliano) und sie erlebt die politischen Wirren und den Niedergang der Medicis hautnah mit.

Die Geschichte wird, außer dem ersten Teil von 70 Seiten (dort wird in der 3. Form vom Attentat auf Giuliano de Medici im Jahre 1478 berichtet) aus Mona Lisas Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Sie erzählt die Geschichte ab ihrem 12. Lebensjahr, Anfang des 16. Jahrhunderts. Ein Gesicht hat Mona Lisa ja schon, welches wohl jedem bekannt ist, in dieser Geschichte bekommt sie auch eine Persönlichkeit. Ob das alles so war, wie hier geschildert, weiß ich nicht, auch nicht, wie wahrheitsgetreu Kalogridis die historische Geschichte erzählt, soweit hab ich mich damit dann doch nicht auseinander gesetzt. Leider gibt es kein Nachwort, wo man dies erfährt. Aber die Autorin hat hier ein vielseitiges und detailliertes Bild geliefert, indem die politischen Ereignisse und die künstlerische Wichtigkeit zur Zeit der Renaissance gut zur Geltung kommen. Da scheint sie auf jedenfalls so ziemlich richtig zu liegen, denn das Thema der Medicis ist mir dann doch bekannt. Und da ich jetzt nicht weiß, in wie weit ihre Theorie nun mit den wirklichen Fakten zusammen passen, kann ich für meinen Teil nur den Unterhaltungswert bewerten. Und unterhalten wurde ich ganz gut und mir hat diese Geschichte gut gefallen. Die Geschichte wird spannend und interessant wiedergegeben.

Die Charaktere sind auch gut beschrieben, obwohl Mona Lisa sehr hervorgehoben wird und die anderen Personen dadurch ein wenig blass wirken. Hier ist der Autorin das Gleichgewicht nicht wirklich gelungen.

Alles in allem aber ein schöner Roman, den ich gern gelesen habe. Deswegen kann ich "Die Verschwörung von Florenz" auch weiter empfehlen.


Die Rose von England
Die Rose von England
von Anne Easter Smith
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Zeit der Rosenkriege aus der Sicht des Hauses Yorks erzählt!, 10. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Rose von England (Taschenbuch)
Eine eigentlich gelungene Geschichte, die zu der Zeit der Rosenkriege spielt, wenn man die etwas übertriebene Charakterisierung außer Acht lässt: als erstes definitiv die Darstellung Richards III., der hier einen mehr als liebenswürdigen erst Königsbruder/dann König abgibt. Denn wenn er bestimmt nicht nur grausam war, ist er hier doch ein wenig zu "nett" dargestellt. Das fand ich schon etwas störend, hab mir aber immer vor Augen geführt, dass diese Geschichte überwiegend VOR seiner Krönung spielt. Wer weiß, wie er da wirklich war? Auch bei anderen Personen ist Anne Easter Smith die Charakterisierung nur bedingt gelungen. Sie sind auf jeden Fall liebenswert und sympathisch, so dass ich mit ihnen mit gefiebert habe. Kritikpunkt ist aber die Unglaubwürdigkeit, denn manchmal sind sie einfach zu liebenswürdig, denn das z. B. eine adelige Frau und ihr Mann so viel Verständnis für Kate und Richard aufbringen und besagte Frau die beiden mehr oder weniger verkuppelt hat und ihnen zu "Gelegenheiten" verhilft, das ist eine Sache, die nehme ich der Autorin nicht wirklich ab.

Die Geliebte Richards, Kate Haute, ist in dieser Geschichte eine fiktive Figur, denn die Identität der Mutter seiner zwei Bastarde wurde nie festgestellt. Auch der angeblich dritte Bastard Richards wurde gut in die Geschichte integriert. Hier wiederum finde ich, dass ihr die erfundenen Figuren gut gelungen sind. Was es mit dem dritten Sohn auf sich hat, erfährt man im Nachwort der Autorin und ihre Interpretation diesbezüglich fand ich sehr gut.

Aber die Kritik an den Charakteren konnte mir diese Geschichte nicht vermiesen, denn die fand ich recht gut gelungen. Interessant und damit auch der Grund, warum ich diesen Roman lesen wollte, war, diese Geschichte aus der Sicht des Hauses York zu lesen, bin ich doch als großer Fan von Rebecca Gablé ihrer guten Darstellung der Lancasters als Sympathieträger gefolgt. Das konnte Easter Smith auch mit ihrer Erzählung nicht ändern, denn mein Herz schlägt weiter für das Haus Lancaster. Aber lesenswert war es allemal, das Ganze aus der gegnerischen Sicht zu lesen.

Meistens werden die historischen Ereignisse in Form von Dialogen geschildert. Das fand ich richtig gut gewählt, denn es wurden dabei immer Dinge hinterfragt, die dann noch beantwortet wurden, so dass dieser Teil detailliert und vor allem verständlich erzählt wurde. Somit blieben auch keine Fragen offen.

Zum größten Teil behaupte ich mal, dass die Autorin gut recherchiert hat und die historischen Ereignisse wahrheitsgetreu wiedergegeben hat. Einige Ungereimtheiten seien ihr verziehen, da ja über diese Zeit eh viel spekuliert wird. Den Charakter Richards als so gut darzustellen war wohl der größte Fehler, den sie eingebaut hat, obwohl jede Sicht ja auch eine andere ist. Dennoch bin ich mir ganz sicher, dass er hier komplett falsch dargestellt wird.

Trotzdem habe ich diese Geschichte sehr gerne gelesen und kann dieses Buch aus diesem Grund auch auf jeden Fall weiter empfehlen. Ein Nachwort, die Stammbäume der Häuser York und Lancaster und ein Personenverzeichnis sind am Schluss des Buches auch zu finden. Ihren nächsten Roman Die weiße Rose von York werde ich auch lesen. Hätte ich ja gerne sofort im Anschluss an dieses Buch gemacht, da sie sich aber zeitlich überschneiden, warte ich aber doch lieber damit.


Die Königin des Feuers: Roman
Die Königin des Feuers: Roman
von Barbara Erskine
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Langweilige Geschichte um die Königin der Briganten im 1. Jahrhundert, 10. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Königin des Feuers: Roman (Taschenbuch)
Ich hatte dieses Buch schon vor längerer Zeit als gebundene Ausgabe hier bei Amazon entdeckt und es hat mich vom Klappentext sofort angesprochen. Geduldig habe ich auf die Taschenbuch Ausgabe gewartet und mich echt gefreut, als ich es endlich in den Händen hielt. Große Erwartungen hatte ich auch nicht wirklich, weil dies mein erstes Buch dieser Autorin war und ich so nicht wusste, was auf mich zukommt. Leider gefiel es mir dann so gar nicht. Das lag vor allem an dem Aufbau der Geschichte, der mir gar nicht gefallen hat. Normalerweise habe ich kein Problem damit, wenn eine Geschichte zwischen den Zeiten pendelt, zumal es hier auch nicht verworren war, aber zu dieser Geschichte passte es irgendwie nicht so richtig. Vielleicht lag es daran, dass ich doch eine Erwartung an dieses Buch hatte, nämlich einen Zeitreiseroman zu lesen zu bekommen. Klang laut Buchrücken etwas danach. Und da hatte ich eigentlich Lust drauf, habe ich doch schon seit Ewigkeiten keinen Zeitreiseroman mehr gelesen. Und auch wenn man hier in eine vergangene Zeit hineinversetzt wird, hat das nicht mit einem solchen gemein.

Gleich am Anfang des Buches gibt es eine Landkarte vom Reich der Briganten, die viele verschiedene keltische Stämme zeigen, was echt interessant aussieht. Auch der Prolog hat mich noch angesprochen, der eigentlich eine gute Geschichte erwarten ließ. Was dann aber kam, war überwiegend einfach nur langweilig. Die Verknüpfung der Charaktere in der Gegenwart mit denen aus der Vergangenheit gefiel mir überhaupt nicht und ich fand das richtig schlecht umgesetzt. Hinzu kommt, dass mich die historischen Figuren überhaupt nicht angesprochen haben. Sie waren weder interessant noch sympathisch, ausgenommen aber Cartimandua, die dann für mich die sympathischste Figur in diesem Buch war. Mit den beiden anderen (historischen) Hauptfiguren wurde ich absolut nicht warm (o.k., sie sollten ja auch keine Sympathieträger abgeben) und ich konnte mit den Charakteren gar nichts anfangen. Die in der Gegenwart spielenden Charaktere waren auch nicht viel besser. Die kamen mir zu dramatisch, streitlustig und nervig rüber, also auch eher unsympathisch.

Der historische Teil um die von mir völlig unbekannte Cartimandua war aber wenigstens etwas interessant und vor allem informativ, da ich halt nichts über die Königin der Briganten im 1. Jahrhundert wusste. Aber durch die unsympathischen Charaktere hat die Geschichte eine negative Seite bekommen, die auch durch interessantes Hintergrundwissen nicht besser wurde. Außerdem fehlte komplett ein Spannungsbogen, um wenigstens damit zu punkten. Die Geschichte der Kelten um das Jahr 40 war der einzige Grund, die Geschichte weiter zu lesen und trotzdem hat sich die Geschichte in die Länge gezogen.

Zum Schluss gab es dann noch eine Chronologie (20-74 n. Chr.) und eine Anmerkung der Autorin, in der sie schreibt, wo sie sich gewisse Freiheiten genommen hat und was historisch korrekt ist (na Gott sei Dank wenigstens das; finde ich persönlich immer ganz gut).

Empfehlen kann ich dieses Buch wirklich nicht, dafür überwiegen die negativen Kritikpunkte zu sehr. Da ich auch gelesen habe, dass Barbara Erskine ihre anderen Romane auch so aufbaut, werde ich wohl zu keinem anderen ihrer Bücher greifen, auch wenn einige davon besser sein sollen.


Kaiserin Joséphine: Roman
Kaiserin Joséphine: Roman
von Sandra Gulland
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

5.0 von 5 Sternen Eine wunderbare Trilogie, die mit diesem Teil leider endet!, 13. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Kaiserin Joséphine: Roman (Taschenbuch)
Auch dieser letzte Teil beginnt mit einem nahtlosen Übergang vom zweiten Teil. Natürlich hat sich auch hier vom Stil her nichts geändert. Und so wird diese Geschichte um Joséphine weiterhin von ihr in der Ich-Form als ein von ihr geschriebenen Tagebuch erzählt. Noch immer bin ich gefesselt von dieser Geschichte, denn es bleibt spannend, interessant und vor allem informativ. Zwar hat Sandra Gulland einige Personen weggelassen, die auf jeden Fall hätten eingebunden werden können, aber, so schreibt sie, stellt dieser Roman nur die Spitze eines Eisbergs dar. Darauf weist sie bei den Danksagungen hin. Aber die Autorin hat sich bemüht wahrheitsgetreu zu arbeiten und Personen wegzulassen, um ein einfacheres Verständnis für den Leser zu ermöglichen, finde ich daher nicht schlimm. Dass der oft kritisierte Stil der Tagebuchform nicht mit der Schreibfaulheit Joséphines übereinstimmen kann, finde ich auch nicht schlimm. Das ist sicherlich eine Sache die bekannt ist (ich wusste es zugegebener weise nicht), aber nachdem ich es jetzt weiß, stört es mich nicht und gibt mir auch nicht das Gefühl von Unglaubwürdigkeit. Aber ich glaube, dass die Autorin Joséphine in einem besseren Licht darstellen wollte als es der Wahrheit entspricht. Aber auch damit kann ich leben.

Gulland schafft es mit dem Tagebuchstil ein genaues Bild, vor allem von Joséphine und Napoléon, hervorzurufen in dem auch die anderen Charaktere nicht untergehen. Denn auch die anderen zahlreichen historischen Persönlichkeiten werden durch die vielen Briefe gut beschrieben und auch die Gefühle dieser kommen so wieder gut zum Vorschein. Außerdem bekommt die Geschichte dadurch eine sehr persönliche Note, die mich sofort angesprochen hat.

Politische Ereignisse und die geführten Kriege kommen trotz der Liebesgeschichte der beiden Hauptprotagonisten nicht zu kurz. Der historische Teil überwiegt, was ich gut fand. Großes Thema in diesem dritten Teil ist natürlich die Krönung der beiden zu Kaiser und Kaiserin. Außerdem wird erzählt, dass die Ehe durch ihre Kinderlosigkeit überschattet wird. So lässt Joséphine nichts unversucht, um Napoléon den ersehnten Erben zu schenken. Doch leider vergebens. So kommt es, dass sich die beiden zum Wohle des Volkes und in beidseitigem Einverständnis, scheiden lassen. Napoléon heiratet daraufhin die österreichische Kaisertochter Marie-Louise von Habsburg, währen Joséphine sich in ihr persönliches Anwesen Malmaison zurückzieht.

Im Epilog erfahren wir noch, welches Familienmitglied in welchem Alter woran gestorben ist. Außerdem hat Sandra Gulland, wie ich es nicht anders erwartet habe, auch im letzten Teil erfreulicherweise nicht auf einen aufschlussreichen Anhang verzichtet. Wieder gibt es die zeitlich zu dem Buch gehörende Chronologie (1800-1821, obwohl die Geschichte nur bis 1814 geht, sind die wenigen wichtigen Daten bis Napoléons Tod 1821 mit eingebaut worden), ein Personenregister, je ein Stammbaum der Familien Beauharnais und Bonaparte, eine Literaturauswahl und einen (wieder nur sehr kurz gehaltenen) Anhang, indem hervorgeht, dass fast alle Briefe, die in die Geschichte eingebunden wurden, aus authentischen Dokumenten stammen. Was mir wieder gut gefallen hat, sind die Illustrationen der Schrittkombinationen mit den Noten und wie man sich verbeugt. Auch wenn sie von anderen Personen entstammen, die im Buch nicht vorkommen, so sind es doch der Zeit entsprechende Originale und passen einfach wunderbar zu einem Tagebuch. Wirklich toll gemacht.

Das traurige Ende mischt sich mit der Traurigkeit, dass diese Geschichte von Sandra Gulland zu Ende erzählt ist. Es bleiben keine Fragen offen und ist ein würdiger Abschluss. Ich fand alle drei Bücher gleichermaßen gut, ohne einen Teil hervorheben zu können. Ein toller dritter Teil, den ich wie die beiden Vorgänger nur empfehlen kann.


Joséphine und Napoléon: Roman
Joséphine und Napoléon: Roman
von Sandra Gulland
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

5.0 von 5 Sternen Napoléons Aufstieg sehr gut in Joséphines "Tagebuch" geschildert!, 13. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Joséphine und Napoléon: Roman (Taschenbuch)
Der zweite Teil dieser Trilogie um Joséphine und Napoléon knüpft nahtlos am ersten Teil mit dem Titel "Joséphine" an, wo die beiden Hauptprotagonisten am Schluss geheiratet hatten. Und so geht es sofort weiter mit den Geschehnissen rund um die französische Geschichte, die weiterhin Ende des 18. Jahrhunderts spielt und gegen Ende des Buches ins 19. Jahrhundert wechselt. Den Prolog vom Geist Marie Antoinettes erzählt zu bekommen, fand ich irgendwie komisch, denn ich hab den Sinn dahinter nicht wirklich verstanden. Aber egal.

Der geschichtliche Teil dreht sich hauptsächlich um Napoléons Feldzüge (besonders um den Italienfeldzug und um den Ägyptenfeldzug), die trotz "nur" durch Joséphines Tagebucheintragungen gut zur Geltung kommen. Außerdem wird Napoléons Aufstieg und Joséphines Rolle dabei gut beschrieben. Die Familie Napoléons spielen auch eine größere Rolle und Sandra Gulland erzählt, warum diese gegen die Ehe der beiden war.

Der Stil ist weiterhin aus der Ich-Perspektive und in Form eines von Joséphine geschriebenen Tagebuchs gehalten, was ich aber jetzt auch nicht anders erwartet habe. Und dies ist weiterhin gut gewählt, denn so werden die Ereignisse leicht verständlich und in datierten Absätzen erzählt, so dass ich dem Geschehen sehr gut folgen konnte. Genauso, wie auch schon im ersten Teil, hat Sandra Gulland einige Ereignisse und Personen anhand von Fußnoten erläutert, was oft sehr hilfreich war, denn vieles davon wird dadurch verdeutlicht und einige Dinge sind zwar für das Verständnis der Geschichte nicht erforderlich, aber interessant zu wissen.

Da wir die Charaktere schon im ersten Teil sehr gut kennen gelernt haben, hat die Autorin hier verzichtet, alle nochmal ausführlich zu beschreiben, so dass keine unnötigen Wiederholungen vorkamen. Sie sind außerdem immer noch gut gezeichnet und sympathisch. Eine Weiterentwicklung ist besonders bei Joséphines Kindern bemerkbar, die immer reifer und erwachsener werden. Aber auch Napoléon sticht dabei hervor, wie er vom kleinen unbedeutenden Korsen zum berühmten Feldherr wird.

Die Gefühle der beiden Hauptpersonen kommen gut und realistisch rüber. Haben Joséphine und Napoléon anfangs vordergründig ihre Ehe nur als Zweckheirat gesehen, entwickelt sich daraus eine innige Zuneigung zueinander. Aber es ist nicht nur Liebe, denn die beiden führen eine regelrechte Hassliebe, die richtig spürbar ist. Das ist der Autorin wirklich gut gelungen.

Auch im zweiten Teil ist ein Anhang vorhanden und zwar in Form einer Chronologie, die, wie auch schon im ersten Teil, datiert ist (1796-1800). Dabei sind die wichtigsten Ereignisse aufgelistet, so dass man diese nochmals nachlesen kann. Außerdem ein Personenregister, eine Literaturauswahl, sowie eine Anmerkung, die gerne ausführlicher hätte sein können, denn mich interessiert immer, was an einem historischen Roman wahr ist und was fiktiv. Aber besser eine kurze Anmerkung als gar keine. Eine persönliche Note geben diesem "Tagebuch" zwei Seiten: erstens eine Auflistung über ein Menü bei Direktor Barras, das es so wirklich gegeben hat und zweitens ein Notenblatt über das Marschlied "Partant pour la Syrie", welches Hortense selber geschrieben hat. Dies in das Tagebuch einzubringen finde ich sehr authentisch, ich würde es genauso machen. Die zahlreichen Briefe stellen wieder viele Politischen Dinge dar, verdeutlichen aber auch die Gefühle der Verfasser. Außerdem, so steht es im Anhang, stammen viele Briefe aus authentischen Dokumenten.

Ein gelungener zweiter Teil, der mit dem ersten sehr gut mithalten kann. Informativ, spannend, interessant und beeindruckend ist dieser in meinen Augen gut recherchierter Roman nur zu empfehlen.


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