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troppo

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Ein Moment fürs Leben: Roman
Ein Moment fürs Leben: Roman
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Cecelia Ahern- Ein Moment fürs Leben, 26. Juli 2014
Inhalt:
Lucy Silchester ist ganz schön chaotisch und bringt in ihrem Leben nicht vieles auf die Reihe- so hat sie ihren Job verloren, ihre große Liebe, den Respekt ihres Vaters...und der Sinn zur Wahrheit. Lucy redet sich vieles schön und lügt gerne. Zeit für ihr Leben, einzugreifen und ein Treffen zu vereinbaren!

Meine Meinung:
Ich habe vor einigen Jahren "P.S.Ich liebe dich" von C. Ahern gelesen - und hab geheult wie ein Schlosshund, weil das Buch so schön war (und das obwohl ich um Romanzen und Liebesgeschichten ansonsten einen großen Bogen mache!). Dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen für dieses Buch hier. Ein Treffen mit dem eigenen Leben? Eine gute Idee, die ich bisher noch nicht gesehen habe und auf jeden Fall Potenzial birgt.
Leider wurden meine Erwartungen dann doch enttäuscht.
Wollen wir mit dem Schreibstil beginnen: Am Anfang des Romans empfand ich ihn als wunderschön, als schlicht und doch konnte er den Leser erreichen. Hin und wieder habe ich Sätze zwei- bis dreimal gelesen, weil sie mich so berührt haben und insgeheim hab ich Ahern dafür gelobt, dass sie gut schreibt und sich von anderen "chick-lit"-Autorinnen unterscheidet. Im Laufe der Lektüre ist mir dann aber aufgefallen, dass ihr Schreibstil immer langweiliger wurde, zeitweise wirkte er, als hätte ein Kind aus der Grundschule geschrieben. Mir ist das noch nie so derart bei einem Buch aufgefallen wie hier, der Schreibstil hat einfach plötzlich vollkommen nachgelassen und nichts mehr war von dieser Schönheit zu sehen, die mich anfangs noch so begeistert hat.
Da war meine Laune natürlich schnell im Keller- so ein deutliches Abfallen der Qualität darf einer Bestseller-Autorin nicht passieren!

Kommen wir nun zu den Protagonisten:
Ich hab Lucy nicht als nervig empfunden - zumindest größtenteils nicht. Sie hat schon viel im Selbstmitleid gebadet und hat viel gejammert, ich persönlich hab es aber nicht als störend empfunden, weil das nur zeitweise so war und Lucy ansonsten doch recht sympathisch war. Endlich mal eine Hauptprotagonistin, die nicht rundum perfekt ist! Na gut, die Darstellung der unperfekten Hauptprotagonistin ist auch vielleicht ein wenig überzeichnet, aber der Grad ist schmal und man kann leicht von einem Extrem ins andere stolpern.
Ich mochte Lucy eigentlich sehr, sie war sehr menschlich und auch ihre Entscheidungen waren realistisch und mit dem Herzen getroffen. Sie läuft zwar immer vor ihren Problemen weg, hat es nicht so mit der Wahrheit und kann manchmal ganz schön blind sein, aber das sind Macken, wie jeder sie hat und deswegen mach ich sie Ahern auch nicht zum Vorwurf.
Mir war Lucy durchgehend sympathisch und wenn sie mit ihrem Leben gestritten hat oder sich vor ihm rechtfertigen musste, hab ich immer schmunzeln müssen.
Apropos ihr Leben: Diese Darstellung hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen. Er war so fürsorglich und menschlich, hat Lucy den Kopf gerade gerückt, wenn es notwendig war und er hat durchgezogen, was er durchziehen wollte. Ihre einzigartige Freundschaft ist wirklich gut dargestellt und hat mich sehr berührt. Und ihr Leben war witzig, nett, manchmal mehr als unnett und er hat sie bei ihren Höhen und Tiefen begleitet.
In dem Roman geht es also nicht nur um Liebe (diese spielt zwar eine Rolle, macht aber trotzdem nicht den Hauptteil aus), sondern auch um Familie und Freundschaft.
Auch alle anderen Protagonisten sind Ahern sehr gut gelungen- manchmal ein wenig klischéehaft, aber trotzdem sehr gut dargestellt. Ich konnte mir alle gut vorstellen und trotz der vielen Namen wusste ich immer wer wer war, weil sie alle so verschieden waren. Mir hat das gut gefallen.

Die Handlung an sich war manchmal jedoch ein großes Durcheinander. Oft sind Sachen passiert (und so schnell hintereinander), dass ich nur den Kopf schütteln konnte, weil das so unglaubwürdig war. An sich ist die Idee wirklich gut gewesen, sie ist aber leider im Chaos versunken, so war zumindest mein Eindruck.
Schon alleine, wieso niemand sich darüber wundert, dass ihr Leben Lucy besucht, ist für mich ein wenig unverständlich gewesen. Und auch der ganze Aufbau dieses "Lebens" war unklar und darauf wurde auch nicht näher eingegangen. Hat das Leben auch ein Leben? Hat er Freunde? Ist Lucy sein Job oder sein Lebensinhalt? Solche Fragen und andere wurden einfach nicht beantwortet, was sehr schade war- Ahern kratzte wirklich nur an der Oberfläche und der Rest bleibt im Dunkeln, obwohl es die Handlung wesentlich "kompletter" gemacht hätte, wenn man den Hintergrund gekannt hätte.
Es schien fast, als ob die Autorin sich nicht näher Gedanken über ihre Idee gemacht hätte. Schade, denn die Idee hatte Potenzial und sie konnte es nur zum Teil ausschöpfen.
Auch ansonsten ist alles ein wenig chaotisch verlaufen, alles geht sehr schnell, manchmal passiert zu viel, manchmal passiert gar nichts. Das hat mich auch schnell ermüdet und ich hab nach jedem Kapitel das Buch weglegen müssen.

Fazit:
Ich vergebe 3/5 Sternen. Cecelia Ahern hat mich enttäuscht mit diesem Werk, anfangs gibt sie sich mit ihrem Schreibstil Mühe, danach flaut das aber ab. Die einzelnen Protagonisten gefallen mir gut, sie sind gut skizziert und ich musste so manches Mal schmunzeln. Dafür war die Handlung dann in meinen Augen ein wenig chaotisch.
Deswegen 3/5 Sternen.


Verwesung
Verwesung
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Simon Beckett- Verwesung, 19. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Verwesung (Kindle Edition)
Meine Meinung:
Dies hier ist mein dritter Thriller von Simon Beckett- leider hab ich die anderen beiden Bücher schon vor einigen Jahren gelesen und kann mich nur wenig daran erinnern...was mir aber im Gedächtnis geblieben war: Dass Simon Beckett ein ausgezeichneter Thriller-Autor ist! Hervorzuheben an der Stelle möchte ich seinen Schreibstil, der flüssig und gut zu lesen ist und der mir positiv aufgefallen ist. Beckett kann sehr gut beschreiben- sei es jetzt ein Ort, Menschen oder die Atmosphäre in einem Raum.
Er hat um David Hunter ein eigenes, kleines Universum errichtet, in dem der Forensiker lebt und Fälle löst.
David Hunter empfinde ich als einen sehr sympathischen Charakter- er ist weder überheblich noch chronisch schlecht gelaunt. Er ist sehr menschlich, unterliegt öfters seinen Gefühlen und Ängsten und genau das macht ihn für mich sehr authentisch. Da der Thriller aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, liegt es nahe, dass der Leser an sämtlichen Gedankengängen von Hunter teilnimmt und die sind fast alle durchgehend verständlich- auch wenn viele Leser da anderer Meinung sind. In diesem Thriller spielt einfach der Mensch Hunter eine viel größere Rolle als der Forensiker Hunter, da er in erster Linie sich Sorgen um Sophie, die Psychologin, macht, die ihm vor acht Jahren bei der Suche nach drei Leichen begegnet ist. Seine Künste als Forensiker werden in diesem Thriller weniger gebraucht als die Fähigkeit, sich um andere zu kümmern.

Was mich auch sehr schockiert hat, ich gleichzeitig aber loben muss, ist, dass Beckett Schlag auf Schlag die Familie von Hunter sterben lässt- ich habe die drei vorigen Bücher nicht gelesen, wusste also nicht, dass das passieren wird- und es hat mich wirklich schockiert, als ich das gelesen habe, da sehr klar war, wie sehr Hunter an seiner Frau und seiner Tochter hing. Es war für jemanden, der die anderen Teile nicht gelesen hat, eine sehr große und vor allem überraschende Wendung, denn ich hätte wirklich nicht damit gerechnet!

Womit ich sehr wohl gerechnet hatte, war der Ausgang des Thrillers. Für gewöhnlich bin ich nicht sehr begabt darin, Fälle schon vor dem ermittelnden Inspektor zu lösen und mich kann man wirklich immer überraschen...hier aber hatte ich von Anfang an eine Theorie, die sich später bestätigen sollte- aber gut, sehr viele Leser hatten die Theorie von Anfang an.
Ich möchte das aber nicht als Kritikpunkt auslegen, da das Vermutungenaufstellen genauso zu einem Thriller dazugehört. Der Spannung hat es in meinem Falle keinen Abbruch getan.

Auch der Aufbau der Handlung hat mir gut gefallen- es beginnt in der Vergangenheit, als Hunters Familie noch lebt und er bei der Suchaktion nach den drei vergrabenen Mädchen dabei ist. Der Knackpunkt ist, dass der gestellte und verurteilte Serienmörder Monk ihnen seine Hilfe anbietet. Doch die Suche endet in einer Katastrophe...Acht Jahre später dann flieht Monk aus dem Gefängnis und Hunter wird von der Vergangenheit eingeholt.

Die Handlung selbst baut sich eher langsam auf, mich hat es aber nicht gestört, da ein gewisser Gruselfaktor (immerhin läuft ein gefährlicher Serienmörder frei herum, Sophie wird überfallen) immer vorhanden ist. Ich habe mich während des Thrillers nicht einmal gelangweilt, hab das Buch sogar in zwei Tagen fertiggelesen, obwohl ich mitten in den Klausurvorbereitungen stecke.
Ich hab aber auch einen Kritikpunkt, der schlussendlich auch dafür gesorgt hat, dass ich einen Stern abziehe: Der Schluss ist ziemlich wirr und es löst sich vieles, was Hunter für gewöhnlich schon am Anfang aufgeklärt hätte, erst auf den letzten Seiten. Allgemein find ich das ehrlich gesagt sehr gut, wenn einige Dinge bis zum Ende aufgespart werden, aber hier war es soviel, dass ich durcheinander kam. Außerdem hatte ich zeitweise das Gefühl, Monk wäre kein Mensch, sondern King Kong.
ACHTUNG, SPOILER!!!
Als er Sophie nämlich entführt und Hunter hinterherstürmt, wirkt es auf mich, als sei er King Kong und sie die hübsche Blondine. Und obwohl Hunter wirklich nur ein paar Sekunden hinter den beiden zurückliegt, verliert er in der Höhle sofort die Spur, was in meinen Augen eher unrealistisch ist, da es doch sehr hellhörig in Minen ist und alles schallt...hier scheinbar nicht, was ich seltsam fand.
Auch Monks fast schon handzahme Verhalten dann ist nicht sehr überzeugend, weil er plötzlich vom blutdurstigen Mörder zum verstoßenen Kätzchen wird. Wers glaubt, wird selig. Vermutlich wollte Beckett damit aufzeigen, dass Monk kein schlechter Kerl ist, aber dieser Charakterumschwung von einer Sekunde zur anderen ist wirklich sehr unglaublich.

Fazit:
Ich vergeb 4/5 Sternen und werd mir Simon Beckett auf jeden Fall im Hinterkopf behalten!! Er hat zwar einige logischen Fehler eingebracht, die sogar mir aufgefallen sind, aber insgesamt hat mir der Thriller sehr gut gefallen.
Empfehlen kann ich ihn wirklich durchgehend- es sei denn, man hat die anderen Hunter-Bücher gelesen, dann wird man vermutlich ein wenig enttäuscht sein.


Die Katze: Roman
Die Katze: Roman
von Joy Fielding
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

5.0 von 5 Sternen Joy Fielding - Die Katze, 11. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Katze: Roman (Taschenbuch)
Meine Meinung:
Ich habe schon einige Bücher von Joy Fielding gelesen und bin, genau wie meine Mutter, ein großer Fan von ihr. Dass "Die Katze" scheinbar nicht so gute Rezensionen erhalten hat, wundert mich - ich persönlich war begeistert!
Allgemein lässt sich sagen, dass Joy Fielding ja eher für ihre Thriller bekannt ist, die einen von der erste Seite an fesseln. Hier hat sie eine andere Strategie angewendet: Die Hauptprotagonistin und ihre Familiengeschichte sowie ihr aktuelles Leben stehen im Vordergrund, der Thriller ist eher unterschwellig zu spüren.
Kommen wir aber erst einmal zu den Charakteren: Die Hauptprotagonistin Charlotte, aber lieber Charley genannt, ist nicht gerade das, was ich Sympathie-Trägerin nenne - vor allem am Anfang nicht. Eine Wasserstoffblondine, natürlich blendend aussehend und von tausenden Männern begehrt. Da hatte ich wirklich Angst, sie könnte diese perfekte Frau sein, was den Roman echt langweilig gemacht hätte. Gott sei Dank hat aber auch sie ihre Macken- auch wenn man das vielleicht nicht deutlich zu sehen bekommt. Im Laufe der Handlung hab ich mich schließlich mit ihr angefreundet, auch wenn sie hin und wieder Sachen getan oder gesagt hat, die mich die Augen verdrehen ließen. Die Hysterie beispielsweise konnte man ihr zu keinem Zeitpunkt nehmen.
Nichtsdestotrotz hat Fielding sich sehr Mühe mit ihrer Hauptdarstellerin gegeben und ich hatte ein klares Bild von dieser Frau. Auch die anderen Charaktere waren gut gezeichnet und dargestellt. Mich hat beispielsweise Bram, Charleys jüngerer Bruder, sehr berührt, der gegen seine Alkohol- und Drogensucht kämpfen muss- und zwar ganz alleine. Am liebsten hätte ich ihn in den Arm genommen, so hilflos schien er manchmal. Das hat ihn aber nur sympathischer gemacht.
Auch Charleys Mutter fand ich sehr gut dargestellt, genauso wie Charleys kleine Kinder- Joy Fielding hat einfach ein Händchen dafür, ihren Charakteren Leben einzuflößen. Ich könnte mir alle Protagonisten vorstellen, als ob sie real seien.
Etwas, was ich auch sehr bei Fielding liebe: Ihre Dialoge. Ich liebe ihre Dialoge und wie sie sie aufbaut. Sie sind realistisch, manchmal vernichtend und nie beschönigend. Was ich sehr gut finde: Ihre Charaktere sind auch in der Lage, den Mund aufzumachen und ihre Meinung zu sagen. Es gibt doch nichts Schlimmeres, als Hauptprotagonisten, die nie den Mund auftun und alles schweigend über sich ergehen lassen!
Auch der Schreibstil von Fielding hat mir wieder sehr gut gefallen. Sie gibt dem Leser oft Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt von Charley und ermöglicht ihm so, sie besser zu verstehen. Außerdem beschreibt sie auch oft Momente, Orte, Atmosphären, was es einfacher macht, es sich vorzustellen. Fielding kann alles sehr realistisch darstellen und das hat mir bei ihr schon immer gut gefallen!
Auch die Handlung gefällt mir gut- manche kritisieren, sie wäre zäh und würde sich ziehen und es wäre kein richtiger Thriller. Das stimmt, es ist unter anderem auch eine dramatische Familiengeschichte und vielleicht hätte das Buch die Bezeichnung "Thriller" nicht verdient. Gleichzeitig empfand ich, dass während der ganzen Handlung, es unter der Oberfläche brodelte.
Denn Jill Rohmer, die verurteilte Kindermörderin, ist ja auch noch da...und bei ihr sind mir oft Schauder über den Rücken gelaufen- sie ist bösartig und gleichzeitig kann sie ihren Gegenüber einwickeln. Bei ihr hab ich oft geschwankt, inwiefern sie tatsächlich Täter oder Opfer ist. Ihre subtile Bösartigkeit ist Fielding sehr, sehr gut gelungen. Ich hatte richtig Angst vor Jill Rohmer, obwohl sie nie ausfallend oder aggressiv geworden ist, sondern sich oft bei Charley entschuldigt hat und geweint hat.
Genau dieser subtile Horror macht dieses Buch aus. Ich hatte immer im Hinterkopf, dass Charley die Wahrheit über die Mörderin herausfinden wird- und dass dabei Sachen ans Licht kommen, die grauenhaft sind.
Das Finale hat mir persönlich auch gut gefallen. Es war in der Tat ein wenig verwirrend und zeitweise hab ich die Stirn gerunzelt, weil sie erst einmal so große Distanzen fahren mussten und das ein wenig die Spannung genommen hat. Trotzdem hab ich den Atem angehalten und eine Seite nach der nächsten verschlungen.

Fazit:
Ich bin begeistert von diesem Roman! Ein Thriller ist er vielleicht nicht - obgleich er schon viele Aspekte davon besitzt und auch unterschwellig Spannung verbreitet. Abgesehen von der leicht unsympathischen, am Anfang zu perfekten Hauptprotagonistin, hab ich wirklich nichts auszusetzen.
Joy Fielding ist nach wie vor weiterzuempfehlen!


Das Echo der Schuld: Roman
Das Echo der Schuld: Roman
Preis: EUR 8,99

3.0 von 5 Sternen Charlotte Link - Das Echo der Schuld, 8. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Echo der Schuld: Roman (Kindle Edition)
Inhalt:
In einem Ort in England verschwinden zwei kleine Mädchen spurlos- ihre Leichen werden immer ein paar Tage nach dem Verschwinden gefunden. Zeitgleich wird das Leben von Viriginia Quentin und ihrem Ehemann aufgewühlt, als sie zwei Schiffsbrüchige für ein paar Tage bei sich aufnehmen. Doch das Ganze gerät außer Kontrolle und plötzlich steht Virginia nicht nur vor den Scherben ihrer Ehe, sondern muss geschockt feststellen, dass ihre kleine Tochter Kim verschwunden ist...

Meine Meinung:
Allgemein bin ich ein großer Fan von Charlotte Link und verschlinge ihre Bücher förmlich. Deswegen hab ich mich auch sehr auf diesen Roman hier gefreut - leider sind meine Erwartungen ziemlich enttäuscht worden.
Anfangs fand ich den Roman wirklich noch sehr gut- ich mag Links Schreibstil wirklich sehr, sehr gerne, auch wenn er manchmal etwas blumig und übertrieben metaphorisch ist. Ihr gelingt es sehr gut, die inneren Abgründe eines Protagonisten aufzulegen und sie schafft es, dem Leser die Vergangenheit ihrer Charaktere näher zu bringen. Sie ist eine Autorin, welche sich wirklich sehr viel mit ihren Protagonisten beschäftigt und sie dementsprechend in den Mittelpunkt rückt.
Mir hat gut gefallen, dass sie von Anfang an immer die Sichten wechselt, mal aus Virginias Sicht, sogar einmal aus Livias Sicht (die Frau vom Schiffsbrüchigen Nathan) und aus Frederic's Sicht. So bekommt der Leser in jeder Situation das Gespür, wie es allen Personen ergeht.
Leider wird aus der spannenden Geschichte dann langsam, aber sicher eine schnulzige, langweilige Liebesgeschichte. Von einem Tag zum anderen wird aus Abneigung Liebe - und das geht so schnell und ohne weitere Erklärung vonstatten, dass ich verwirrt zurückblättern musste, weil ich dachte, einige Seiten übersprungen zu haben, was aber nicht der Fall war. Zack, sie sind verliebt, von einem Moment auf den anderen.
Ich bin allgemein kein großer Fan von diesen "Liebste, ich will mein Leben mit dir verbringen!"-Kitschgeschichten und auch diese hier konnte mich nicht überzeugen. Ganz im Gegenteil: Virginia Quentin, die Hauptprotagonistin, ist mir von Anfang an sehr unsympathisch, weil sie sehr egoistisch handelt. Sympathien kann ich für sie zu keinem Zeitpunkt, selbst als ihre Tochter verschwindet, aufbringen. Virginia handelt nicht, sie sitzt nur rum und heult und badet im Selbstmitleid - auf Dauer ist es sehr anstrengend, weil das zieht sich so durch die Geschichte.
Irgendwie kann sie mich einfach nicht überzeugen, ich sehe sie ausschließlich als Egoistin, die zu viel Glück im Leben hatte.
Des Weiteren wird ständig auf ihre Vergangenheit verwiesen und ihr schreckliches Geheimnis- in der Tat ist es schockierend, was passiert ist, gleichzeitig sprang bei mir nicht so richtig der Funke über.
Auch Nathans Vergangenheit hatte ich mir ein wenig dramatischer vorgestellt, hatte ich doch geglaubt, Charlotte Link würde ihn eben damit sympathischer machen und seine Handlungen rechtfertigen. Am Ende stellt sich dann heraus, dass seine Vergangenheit gar nicht so spannend ist, was mich dann noch zusätzlich enttäuscht hat - außerdem konnte ich ihn ab dem Zeitpunkt noch weniger ausstehen.
Es ist auf jeden Fall nicht ganz einfach, ein Buch zuende zu lesen, wo zwei der Hauptprotagonisten einem unsympathisch sind.
Was mir auch nicht so gut gefallen hat, war die Auflösung der Morde. Charlotte Link hat es sich recht leicht gemacht, außerdem hat es den Eindruck bei mir erweckt, als wollte sie nur schnell irgendeinen Täter finden und als sie keinen gefunden hat, musste sie halt den nehmen, den sie schlussendlich nahm. Ich war da wirklich sehr enttäuscht (schon wieder dieses Wort, aber es beschreibt einfach am Besten, wie es mir bei der Lektüre ging!)
Gleichzeitig möchte ich aber auch etwas Positives hervorheben: Die Autorin schreibt auch aus der Sicht des einen Mädchens, welches verschwindet, und sie schreibt auch aus der Sicht eines weiteren Mädchens. Das hat mir sehr gut gefallen, weil der Leser von Anfang an den Verdacht hat, dass etwas nicht stimmt. Ihr gelingt es, Spannung aufzubauen, die sich dann auch durch das ganze Buch hält, eben weil die Polizei überhaupt keine Spur hat und schlussendlich dann doch etwas findet.
Ein Thriller ist es beileibe nicht, aber der Roman hat sehr spannende Aspekte, und manchmal habe ich den Atem angehalten, weil ich das kleine Mädchen so gerne beschützt hätte vor dem, was dann kam.

Fazit:
Ich vergebe 3/5 Sternen für diesen Roman. Es ist kein Meisterwerk von Link, kann aber gut auf der Terrasse oder abends auf dem Sofa gelesen werden. Es handelt sich dabei um eine etwas schnulzige Liebesgeschichte, die teilweise dem Faß den Boden ausschlägt, und die beiden Hauptprotagonisten konnten mich zu keinem Zeitpunkt von sich überzeugen oder mich berühren. Trotzdem schreibt Link sehr gut und ich fühle mich auch gut unterhalten.
Deswegen gutgemeinte 3/5 Sternen.


Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner: Roman
Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner: Roman
Preis: EUR 7,49

4.0 von 5 Sternen Kerstin Gier- Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner, 7. Juni 2014
Meine Meinung:
Ich bin normalerweise nicht der Mensch, der sich auf chick-lit einlässt und nach meinem letzten Roman von Kerstin Gier ("Für jede Lösung ein Problem") war mein Bedarf daran eigentlich gedeckt. Da dieses Buch hier aber schon länger auf meinem Wunschzettel stand, hab ich es dann schlussendlich doch mitgenommen - und glaube, ich kann jetzt so langsam die Fans von Kerstin Gier ein wenig verstehen.
Zwar fehlt es durchaus an Tiefgründigkeit und alles passiert wieder mit einer gewissen Schnelligkeit, die in meinen Augen nicht der Realität entspricht (Dieses "Unsterblich sich verlieben" geht immer ein wenig schnell), aber ich denke, das ist einfach Giers Art zu schreiben.
Sie ist humorvoll und brachte mich so manches Mal so zum Lachen, wie es Bücher sonst nie schaffen (vor allem keine chick-lit-Romane). Der Schreibstil ist locker und leicht, nichts Schweres, Unverdauliches.
Auch die Hauptprotagonistin Kati ist mir von Anfang an sehr sympatisch und ich kann durchaus mit ihr mitfühlen. Ich habe immer ein wenig das Problem, dass die Hauptdarsteller immer die sind, die mir am wenigsten beschrieben erscheinen und es sind meist die einzigen, deren Charakter ich am Ende eines Buches nicht zusammenfassend darstellen könnte. Kati jedoch hat ihre Macken, ihre Vorlieben, ihre Schwächen, ihre Hassobjekte, und, und, und. Eben alles, was einen Menschen ausmacht und Protagonisten in einem Buch realistisch darstellen lässt.
Bei Kerstin Gier ist mir auch schon aufgefallen, dass auch die Nebendarsteller mit viel Liebe einen Charakter erhalten, denen ihnen ganz alleine gehört. An Makeln und Schwächen wird nicht gespart, Perfektion sucht man vergebens.
Natürlich wird mit vielen Klischées gearbeitet (die wunderschöne, besitzergreifende Ex; die dominante Chefin; usw.), aber die Autorin packt das mit einer solchen Verständlichkeit in ihre Romane ein, dass es nicht weiter stört.
Auch die Geschichte an sich find ich ganz nett, besonders, weil es mal etwas anderes ist. Was, wenn man fünf Jahre seines Lebens wiederholen könnte? Würde man alles gleich machen oder etwas ändern?
Gier hat das ganz gut umgesetzt und ich hab mich sehr amüsiert und mich auch nicht gelangweilt bei der Lektüre.
Auf jeden Fall werde ich noch weitere Bücher von ihr lesen!

Fazit:
Ich vergebe 4/5 Sternen für diesen Roman. Es ist nun einmal ein typisches chick-lit-Buch, wo man mit Klischées, schnulzigen Liebeserklärungen und Oberflächlichkeit rechnen muss. Trotzdem ist es eine lockere Lektüre, bestens geeignet für den Strand oder das Schwimmbad - man fühlt mit Kati mit und vor allem lacht man herzlich dabei.
Ich kann den Roman wirklich weiterempfehlen.


Der Wolf
Der Wolf
von John Katzenbach
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen John Katzenbach- Der Wolf, 9. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Wolf (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Ich denke, dem gibt es nicht mehr viel hinzuzufügen.

Meine Meinung:
Es war mein erstes Buch von John Katzenbach und es hat mich wirklich überzeugt! Es gelingt ihm sehr gut, die Spannung nach und nach aufzubauen und sie reißt auch nie ab. Der Psycho-Horror kommt leise und sehr subtil daher und gefällt mir richtig gut - hier geht es nicht um so viel Blut wie möglich, sondern darum, die Frauen in Angst und Schrecken zu versetzen mit bloßen Worten. Katzenbach kommt hier sehr gut ohne große Action aus, sondern legt mehr Wert darauf, den Leser ebenfalls in Angst zu versetzen. Man ist die ganze Zeit angespannt und kann gut nachvollziehen, wie die einzelnen Frauen, die langsam von der Umwelt abgekoppelt werden, sich fühlen.
Außerdem sind die Handlungen nahezu alle nachvollziehbar. Selbst die Einblicke, die man in das Leben des Mörders bekommt und in seine Sicht der Dinge, sind nie unrealistisch oder mit den Haaren herbeigezogen. Katzenbach liegt viel Wert darauf, dass alles deutlich und klar erklärt wird. So bin ich irgendwann an dem Punkt gewesen, wo ich verstehen konnte, wieso der Mörder das tun möchte, was er eben tun will. Er bringt viel Überzeugungskraft mit und reißt den Leser mit sich.
Am besten haben mir die Charaktere von Joan und Sarah gefallen. Die junge Schülerin, die in einem Internat lebt, den Rosenkrieg ihrer geschiedenen Eltern miterlebt und gemieden wird, und Sarah, die vom Leben gezeichneten, einsamen Frauen, haben beide mein Herz berührt und ich habe mit den beiden mitgefiebert. Beide sind sehr realistisch dargestellt, weil man viel von ihrem Leben und ihrer Gefühlwelt erfährt. Wobei ich hier anmerken muss, dass Sarahs Schicksal viel zu oft erwähnt wird, fast andauernd, wenn es um sie geht. Das hat nach einer Zeit genervt, da keine zusätzlichen Informationen mehr dazugekommen sind und sich hier alles nur wiederholt hat.
Was ich aber auch noch positiv hervorheben möchte, ist, dass aus den Sichten aller Beteiligten geschrieben wird. Das macht es sehr leicht, sich in die einzelnen Charaktere hineinzuversetzen und sie, wie ich bereits erwähnt habe, zu verstehen. Dadurch kann man auch die drei jungen Frauen gut voneinander unterscheiden und ihre unterschiedlichen Charaktere ausmachen. Die Handlung wird also aus mehreren Sichten beleuchtet, ohne der Spannung Abbruch zu tun. Ganz im Gegenteil: Manchmal konnte ich fast nicht stillsitzen, eben, weil ich wusste, was passieren würde und ich die Person am liebsten davon abgebracht hätte, die Tür zu öffnen. Also wirklich sehr spannungsgeladen!
Und was mir auch noch sehr gut gefallen hat und mir bei diesem Buch vermutlich noch lange im Gedächtnis bleiben wird: Das überraschende Ende. John Katzenbach hat sich nicht für ein plattes, vorhersehbares Ende entschieden- nein, das Ende war für mich wirklich sehr überraschend und überzeugend vor allem. Nach dem ganzen Psycho-Horror war dies ein sehr gelungener Abschluss, der nicht unrealistisch war, und der in der gleichen Schiene wie der Rest der Handlung blieb.

Fazit:
Ich vergebe 4/5 Sternen. John Katzenbach hat mich auf jeden Fall überzeugt und ich werde sicher noch Bücher von ihm kaufen! Gleichzeitig kann ich nicht die volle Punktzahl geben, da im Laufe der Handlung hin und wieder zähe Momente auftauchen oder das Schicksal von Sarah mal wieder breitgetreten wird. Außerdem gibt es am Ende der Geschichte noch eine Entscheidung, die für mich nicht ganz nachvollziehbar war (blieb aber die einzige in diesem Thriller!). Deswegen vergeb ich sehr gute 4/5 Sternen!


Der Seelenbrecher: Psychothriller
Der Seelenbrecher: Psychothriller
von Sebastian Fitzek
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sebastian Fitzek- Der Seelenbrecher, 25. April 2014
Inhalt:
Der Seelenbrecher vergewaltigt nicht. Er foltert nicht. Aber er bricht Seelen.
Als eine Luxus-Klinik für psychisch Kranke durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten wird, müssen alle Patienten mit Schrecken feststellen, dass sie nicht alleine dort gefangen sind. Denn auch der Seelenbrecher ist dort...

Meine Meinung:
Dies hier ist mein zweiter Sebastian Fitzek und eins kann ich euch sagen: Ich bin süchtig geworden! Sebastian Fitzek versteht es, psychologische Aspekte logisch in seine Thriller einzubauen und vor allem versteht er sich darauf, den Leser zu täuschen. Nichts ist, wie es scheint, und das macht Fitzek's Thriller unglaublich spannend und unvorhersehbar.
Außerdem hat mir hier insbesondere der Hauptprotagonist sehr gut gefallen. Er wird nur Caspar genannt und leidet unter einer vollständigen Amnesie, hat also keine Ahnung, wer er eigentlich ist. Erst im Laufe des Thrillers erinnert er sich wieder. Ich habe sehr mit ihm mitgefiebert und bei jeder kleinsten Erinnerung den Atem angehalten. Denn dass Caspar etwas mit dem Seelenbrecher zu tun hat, ist von Anfang an klar. Caspar ist ein sehr sympathischer Charakter und der Leser begleitet ihn auf seinem Weg, sich selber wieder richtig kennenzulernen. Das hat mir gut gefallen, denn bis zum Schluss wusste ich nicht so richtig, welche Rolle Caspar eigentlich spielt. Das hat das Ganze noch spannender gemacht.
Auch die anderen Charaktere sind Fitzek gut gelungen. Obwohl es so einige Namen gab, die man auseinander halten musste, konnte ich sie gut unterscheiden, weil sie ihre ganz eigenen Macken und Eigenschaften hatten. Für mich war das alles sehr realistisch und authentisch und ich konnte mir alle Personen gut vorstellen.

Ich habe trotzdem zwei Kleinigkeiten zu bemängeln, die mich trotzdem nicht daran hindern, 5 Sterne zu vergeben.
Zum einen wird die Handlung ab einem bestimmten Zeitpunkt eher zäh und teilweise auch verwirrt. Die Patienten der Psychiatrie sind auf der Flucht vor dem Seelenbrecher, aber dies zieht sich wirklich lange hin und macht einen großen Teil der Handlung aus. Da kam dann auch ein wenig Ungeduld bei mir auf.
Zum anderen waren einige Stellen auch verwirrend, wo ich nicht mehr so richtig hinterherkam. Beispielsweise waren sie bei der Flucht ständig unterwegs, aber hin und wieder verlor ich den Überblick, wo sie waren und warum, wer noch dabei war und wer nicht. Hier war das Ganze wirklich ein wenig undurchsichtig und ich war stellenweise leicht gefrustet, weil ich den Faden verloren hatte.

Fazit:
Ich vergebe 5 Sterne, weil mich dieser Thriller wirklich gefesselt hat und ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Fitzek versteht etwas von dem, was er tut- und er tut es wirklich gut! Zwar sind einige Stellen zäh und verwirrend, aber der ganze Rest der Handlung, die spannend aufgebaut wird, macht es wieder wett!
Diesen Thriller kann ich wirklich nur weiterempfehlen!


Schattenschwester: Psychothriller
Schattenschwester: Psychothriller
von Simone van der Vlugt
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

4.0 von 5 Sternen Simone van der Vlugt - Schattenschwester, 24. April 2014
Inhalt:
Die Lehrerin Marjolein arbeitet an einer Schule, an der vorwiegend ausländische Schüler sind. Sie ist es gewohnt, dass nicht immer alles nach Plan verläuft. Doch als sie von einem der Jugendlichen mit einem Messer bedroht wird, gerät ihre Sicht der heilen, glücklichen Welt ins Wanken- und sie wendet sich an den Menschen, den sie am meisten braucht: Marlieke, ihre Zwillingsschwester.
Als Marjolein dann ermordet wird, scheint der Fall klar zu sein, doch Marlieke weiß, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Meine Meinung:
Mir hat dieser Thriller ausgesprochen gut gefallen. Er besitzt an psychologischer Tiefe und konzentriert sich vor allem auf die beiden unterschiedlichen Zwillinge Marjolein und Marlieke und ihre Beziehung. Es mag tatsächlich kein "Thriller" sein, denn der Mord steht nicht im Vordergrund und Spannung kommt auch erst gegen Ende ein wenig auf. Ich würde es als Roman bezeichnen, der zwei sehr unterschiedliche Schwestern in den Vordergrund stellt. Zum einen hat man da die lebensfrohe Marjolein, die offen ist und weiß, wie man mit den Menschen umzugehen hat. Und dann ist da Marlieke, die Fotografin, die ein wenig im Schatten ihrer Schwester steht.
Man erfährt wirklich sehr viel über die beiden, was es auch leicht macht, sich in sie hineinzuversetzen. Die Autorin hat sich Zeit genommen, die einzelnen Charaktere detailliert darzustellen, so dass der Leser sich ein Bild machen kann.
Auch die einzelnen Beziehungen zwischen den verschiedenen Protagonisten sind nachvollziehbar und realistisch- ein Punkt, auf den ich viel Wert lege. Denn nur anhand realistischen Verbindungen zwischen den Charakteren kann man sich eine Person so richtig vorstellen.
Marlieke ist in diesem Roman wirklich meine Lieblingsfigur gewesen. Zwar wird abwechselnd aus ihrer und der Sicht ihrer Schwester geschrieben, aber ich konnte Marlieke viel besser verstehen als Marjolein. Sie ist sympathisch und natürlich- und alles andere als perfekt wie man im Laufe des Romans merkt.
Etwas anderes, was mir auch sehr gut gefallen hat, war die ernste Thematik bezüglich der ausländischen Kindern, die Vorurteile, mit denen sie zu kämpfen haben. Denn Marjolein arbeitet an einem sozialen Brennpunkt und so gewährt uns die Autorin einige Blicke hinter die Kulisse. Ich muss ehrlich sagen, dass ich zuvor selten Romane gelesen habe über ausländische Schulen und den rauen Ton dort, weswegen es umso interessanter war. Das Augenmerk liegt zwar vor allem auf dem Leben der Zwillinge, trotzdem kann man sich ein Bild darüber machen, wie es den ausländischen Kindern allgemein so ergeht.
Ich kann also wirklich nur positiv hervorheben, wie realistisch die Autorin die einzelnen Protagonisten dargestellt hat. Mir hat auch die Handlung gut gefallen- es muss ja nicht immer der klassische Thriller sein.
In meinen Augen war das Ende auch gar nicht so vorhersehbar, wie einige sich hier beklagt haben. Es ist gut möglich, dass ich einfach nach wie vor nicht die gleiche Lese-Erfahrung habe wie andere Leser hier, aber ich war schon überrascht, als ich das Ende gelesen habe. Ich habe so einige verdächtig, aber der wahre Täter kam mir erst später in den Sinn. Also auch diesbezüglich kann ich nichts kritisieren.

Trotzdem sind mir einige negativeren Punkte aufgefallen.
Marjolein beispielsweise ist mir sehr unsympathisch. Obwohl auch aus ihrer Sicht geschrieben wird, kann ich zu keinem Zeitpunkt richtig Mitleid mit ihr haben, da sie sich immer so übertrieben hysterisch aufführt und es mir damit sehr schwer gemacht hat, mich in sie hineinzuversetzen. Ihr Charakter sollte wohl etwas übertrieben dargestellt werden, damit Marlieke in ein besseres Licht gerückt werden konnte. Aber Marjolein hat mir wirklich nicht so gut gefallen- laut, trotz ihrer sozialen Ader ich-bezogen und ihr Verhalten konnte ich manchmal auch nicht nachvollziehen. Ich war immer wieder froh, wenn im nächsten Kapitel aus der Sicht von Marlieke geschrieben wurde.
Außerdem finde ich, dass einige Handlungen in diesem Roman enthalten sind, die einfach unpassend sind- geradezu so, als habe die Autorin so viele spannende Momente wie nur möglich einfügen wollen. Das ist aber nicht gelungen. Manches ist einfach zu spektakulär für diesen Roman und dazu auch noch mit den Haaren herbeigezogen. Ich möchte hier natürlich nicht den Lese-Spaß verderben, möchte aber kurz andeuten, dass gegen Ende hin- kurz bevor der wahre Täter geschnappt wird- etwas passiert, was einfach nicht reinpasst. Ich fand das auch nicht gut umgesetzt von der Autorin und kritisiere diese Szene deswegen.
Außerdem hat mir ein wenig der Bezug zu den Ermittlungen gefehlt. Scheinbar kam die Polizei überhaupt nicht von der Stelle, später ließen sie auch den Verdächtigen laufen und man hörte nicht mehr viel von Ermittlungen. Das fand ich schade, hoffe ich doch, dass das in Wirklichkeit ein wenig anders vor sich geht.

Fazit:
Ich vergebe 4/5. Mir hat gefallen, wie die Autorin die Handlung aufbaut und auch, dass sie sich vor allem auf die Zwillingsschwestern konzentriert. Der Mord gerät damit ein wenig in den Hintergrund- ich fand das aber nicht so schlimm. Auch Marlieke hat mir gut gefallen, während ihre Zwillingsschwester mir einfach nur auf die Nerven ging.
Einige Aspekte, die ich oben genannt habe, haben mich gestört, weswegen ich nicht die volle Punktzahl gebe. Trotzdem hat mir der Roman gut gefallen!
Empfehlen kann ich ihn aber keinen Thriller-Liebhabern, denn ein Thriller ist es nicht!


Die verrückteste Nacht meines Lebens
Die verrückteste Nacht meines Lebens
Preis: EUR 6,99

4.0 von 5 Sternen Lauren Barnholdt - Die verrückteste Nacht meines Lebens, 21. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Inhalt:
Eliza ist außer sich: Ihr Tagebuch wurde gestohlen- und von keinem geringerem als von ihrem Ex-Freund und seiner Bruderschaft! Sie muss es um jeden Preis zurückbekommen, hat sie doch in diesem Tagebuch alle ihre Ängste aufgeschrieben und alles, was sie sich nicht traut zu tun. Leider bekommt sie das Tagebuch nicht so leicht zurück- zuerst soll sie nämlich einige Mutproben bestehen, die alle auf ihren Ängsten basieren...

Meine Meinung:
Die Message dieses Buches, nämlich, dass man sich trauen soll, seine Angst zu überwinden, ist auf jeden Fall angekommen. Lauren Barnholdt hat es ganz nett verpackt als Geschichte eines Teenagers, welcher sich nun seinen Ängsten stellen muss - und zeigt am Ende, dass nichts Schlimmes passieren kann, wenn man sich überwindet. Das habe ich sehr gemocht an diesem Buch, bin ich doch selbst ein kleiner Angsthase.
Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist die detaillierte Personenbeschreibung. Obwohl so einige Personen auftreten und man anfangs ein wenig durcheinanderkommt, gelingt es der Autorin, sämtliche Personen mit ihren Eigenschaften und -arten zu beschreiben. Man lernt also nicht nur Eliza, die Hauptprotagonistin besser kennen, sondern auch beispielsweise ihren Exfreund Cooper. Auch ihre zwei besten Freundinnen werden realistisch und vor allem authentisch dargestellt - denn die beiden kommen eigentlich nicht so gut miteinander aus aufgrund ihres unterschiedlichen Charakters. Barnholdt hat sich wirklich große Mühe hier gegeben, um ihren Charakteren Leben einzuflössen. Mir hat das sehr gut gefallen, erinnere ich mich doch nur zu gut an einige Bücher, wo sämtliche Personen blass blieben. Hier kann der Leser aber wirklich entscheiden, ob er jemanden sympathisch findet oder eher nicht.
Die Liebesgeschichte zwischen Cooper und Eliza finde ich auch gut umgesetzt. Für gewöhnlich mag ich wirklich keine Romanzen, besonders weil sie oft zu kitschig sind. Aber die Liebesgeschichte von Cooper und Eliza ist alles andere als kitschig- Eliza hat mich mit trockenen Bemerkungen über ihren Ex immer wieder zum Schmunzeln gebracht und jeden Ansatz von kitschigen Liebeserklärungen hat sie im Keim erstickt. Das hat das Ganze erfrischend anders gemacht, was mir sehr gut gefällt! Zwar ist von Anfang an klar, wie es ausgehen wird, trotzdem war mir Cooper so sympathisch, dass ich die Liebesgeschichte gerne verfolgt habe.
Wo wir dann auch beim Schreibstil wären: Er passt perfekt zu diesem humorvollen, locker leichten Roman, bedient sich der Jugendsprache und passt einfach wie die Faust aufs Auge. Da wird dem Leser gleich viel leichter ums Herz- eben weil Barnholdt hier nicht auf Drama setzt, sondern Elizas Geschichte mit einem Augenzwinkern erzählt.
Langeweile kam ebenfalls nicht auf- Eliza war schließlich ständig unterwegs und musste sich ihren Ängsten stellen- ich habe mich sehr unterhalten gefühlt, langweilig war es auf jeden Fall nicht!

Es gibt aber auch einige wenige Kritikpunkte, die ich ansprechen möchte.
Beispielsweise ist mir Eliza als Hauptprotagonistin nur bedingt sympathisch. Besonders anfangs geht sie mir auf die Nerven, weil sich alles um sie und ihr gestohlenes Tagebuch drehen muss und sie auch kein Verständnis für ihre verliebte Freundin aufbringt. Sie lässt niemanden ausreden, wirkt leicht hysterisch und streitet mit jedem, der sich nicht sofort auf sie und ihr Tagebuch konzentriert. Das hat es mir schwer gemacht, mich in sie hineinversetzen zu können, da sie schon sehr zickig war. Natürlich wurde auch immer darauf eingegangen, wie attraktiv sie ist und wie die Männer ihr hinterherstarren, wenn sie irgendwo auftaucht. Da musste ich immer die Augen verdrehen, weil betont werden musste, wie hübsch Eliza ist. Erst später wird sie mir sympathischer, als sie nämlich mutig ist und gleichzeitig beweist, dass auch sie ihre Schwächen hat.
Außerdem sind mir, wie auch einigen anderen Lesern, die vielen Wortwiederholungen aufgefallen. Beispielsweise gibt es eine Geste von Eliza, die sie fast auf jeder zweiten Seite wiederholt und Barnholdt übernimmt immer wieden den gleichen Wortlaut und den gleichen Satz. Das wirkt auf Dauer plump und geradezu so, als ob ihr nichts Besseres einfallen würde. Da war ich dann auch manchmal enttäuscht.
Ein letzter Punkt, den ich ansprechen möchte, ist die fehlende Tiefe. Das Augenmerk wurde wirklich auf die Unterhaltung gelegt, damit alles locker und leicht bleibt. Ernstere Themen wie beispielsweise dass Eliza immer im Schatten ihrer großen Schwester steht, werden nur oberflächlich angesprochen. Wie es Eliza dabei geht, wird außen vor gelassen. Das finde ich sehr schade, wäre es doch interessant gewesen, auch einen ernsteren Aspekt reinzubringen. Aber Barnholdt wollte vermutlich lieber eine Urlaubslektüre schreiben, weswegen sie auf nähere Erklärungen zu diesem Thema verzichtet hat.

Fazit:
Ich vergebe gute 4/5 Sternen für dieses Buch. Es ist ideal als Urlaubslektüre- locker, leicht, humorvoll geschrieben, und mit einem Schmunzeln zu kommentieren. Mir hat stellenweise das Ernste an der Sache gefehlt, geradezu so, als ob die Autorin das alles nicht ernst nehmen würde.
Auf jeden Fall kann ich das Buch weiterempfehlen!


Die Zeitrausch-Trilogie, Band 1: Spiel der Vergangenheit
Die Zeitrausch-Trilogie, Band 1: Spiel der Vergangenheit
Preis: EUR 3,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kim Kestner - Die Zeitrausch-Triologie, Band 1: Spiel der Vergangenheit, 20. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Inhalt:
Als Alison aufwacht, ahnt sie, dass etwas nicht normal ist. Und tatsächlich: Als sie mit ihren Eltern frühstücken will, muss sie entsetzt feststellen, dass es ihren Bruder Jeremy gar nicht zu geben scheint. Plötzlich findet sie sich in einer Show in der Zukunft wieder - und muss dafür sorgen, dass sie sich wieder in der richtigen Realität wiederfindet, in der es auch ihren Bruder gibt...

Meine Meinung:
Klingt verwirrend? Glaubt mir, das ist es. Ich interessiere mich ja sehr für das Thema Zeit und habe auch bereits einige Vermutungen angestellt, ob es mehrere lineare Realitäten gibt. Aber in diesem Buch ist das Thema schon sehr komplex und auch nicht besonders gut erklärt. Vielleicht wird das noch in den beiden anderen Büchern folgen, ich hätte es aber besser gefunden, wenn man bereits hier zu mehr Erklärungen angesetzt hätte. Viele Fragen bleiben offen (aber das ist wohl normal, da es sich um eine Triologie handelt). Trotzdem ist alles ein bisschen wirr und sorgt dafür, dass ich leicht gefrustet das Buch öfters aus der Hand legen musste. Das Thema an sich ist sehr interessant und vielleicht gelingt es der Autorin, es demnächst noch besser auszulegen. Momentan bin ich diesbezüglich aber noch ein wenig kritisch.
Ein weiterer Punkt, der mir negativ aufgefallen ist, ist jener, dass alles viel zu schnell geht. Alison landet viel zu schnell in dieser Show, und alles passiert so schnell, dass man kaum hinterherkommt. Vieles bleibt ungeklärt, was den Leser teilweise verwirrt zurücklässt. Beispielsweise sind die Gefühle für Kay plötzlich da, und man kann sich nicht erklären, wie das passiert ist. Im Gegenteil: Plötzlich und ohne Vorwarnung findet Alison ihn anziehend. Das sind Dinge, die mir bei Büchern überhaupt nicht zusagen. Es muss trotzallem doch realistisch bleiben.
Außerdem musste ich mich mehrmals fragen, ob Kay wirklich so geeignet als zärtlicher Liebhaber ist. Ich empfand ihn sogar als sehr unpassend für diese Rolle. Will Kestner ihn da etwa in eine Rolle reinpressen, in die er nicht gehört? Ich sehe Kay als Kämpfer und Beschützer, nicht aber als Lover, der herumsülzt( und glaubt mir, das tut er!)
Die Entwicklung dieser Liebesgeschichte ist ein wenig mit den Haaren herbeigezogen und auch so abrupt, dass ich sie nicht ganz ernst nehmen kann. Man muss doch nicht jeden Mann gleich die kitschigsten Sachen herumsülzen lassen, oder? Das hat mich wirklich sehr gestört hier, weil es passt einfach nicht zu Kay. Mir erscheint es so, als ob die Autorin verzweifelt versucht, Liebesgefühle aufkommen zu lassen.

Natürlich gibt es aber auch Positives über das Buch zu berichten, die ich nicht aussparen möchte!
Zum einen hat Kim Kestner sich eine Thematik ausgesucht, die noch nicht so ausgelutscht ist wie manch andere Ideen. Ich bin gespannt, was sie schlussendlich daraus machen wird.
Auch ihr Schreibstil gefällt mir gut- und ist besser als so mancher Schreibstil großer Bestseller-Autoren. Ich konnte mir immer alles bildlich vorstellen, da Kestner auf Details eingeht- aber nur auf Details, die wirklich relevant sind, beziehungsweise dazu beitragen, dass der Leser es sich vorstellen kann.
Auf jeden Fall weiß sie auch, wie man Spannung aufbaut und sie dann auch hält. Wie Alison durch die verschiedenen Realitäten geschleudert wird und ihr immer wieder neue Aufgaben aufgegeben werden...ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Langeweile kommt also keineswegs auf! Manchen wird es vielleicht nicht gefallen, dass der Spannungsbogen wirklich durchgehend gespannt ist, ich empfand es als große Erleichterung, da die meisten Bücher ja eh nur einen Höhepunkt haben oder der Spannungsbogen erst einmal nachlässt.
Außerdem, und das muss ich hier wirklich klar hervorheben, weil es für mich bei vielen Romanen ein Kritikpunkt ist: Alison ist mir sehr sympathisch. Sie als Hauptprotagonistin handelt meistens sehr nachvollziehbar und bei mir regte sich durchgehend Sympathie und Mitleid für das siebzehnjährige Mädchen, das so sehr an ihrem Bruder hängt. Ich habe selten ein Buch, wo der Hauptprotagonist mir sympathisch oder authentisch ist, aber das ist hier der Fall! Alles, was Alison tut und denkt, ist gewissermaßen nachvollziehbar. Sie hat ihre Macken und ist nicht perfekt- bei manchen Aufgaben scheitert sie und sie macht Fehler. Aber genau das macht sie menschlich und für den Leser so sympathisch. Sie ist nicht die große Heldin, die erhaben über alles ist und ihre Gedanken und Gefühle im Zaum hält. Alison kämpft wirklich, um ihren Bruder wiederzufinden- und dabei hat sie sich in mein Herz geschlichen. Ich fiebere auf jeden Fall mit ihr mit!

Fazit:
Ich vergebe 3/5 Sternen. Mehr ist leider momentan nicht drin. Ich werde den zweiten Teil auf jeden Fall lesen, aber vom ersten bin ich nicht restlos überzeugt.
Mir geht das alles zu schnell und das wirkt sehr schnell unglaubwürdig, wie eben die Gefühle für Kay oder dessen Liebesbekundigungen nach einer gewissen Zeit. Das tut dem Zauber des Ganzen Abbruch und sorgt für miese Stimmung, zumindest bei mir.
Außerdem benötigt es noch ein wenig Erklärung für die ganze Sache mit der Zeit und den verschiedenen Realitäten. Da bin ich auch noch nicht so überzeugt.
Aber es ist auf jeden Fall eine gute Idee, die ich weiter verfolgen werde!


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