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hwm (A-Hartberg)

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Spiegeljagd (Land der Schatten, Band 2)
Spiegeljagd (Land der Schatten, Band 2)
von Ilona Andrews
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Etwas weniger romantisch, dafür etwas epischer, 12. Juni 2011
Mit 541 Seiten ist SPIEGELJAGD der dickste Roman, den Ilona Andrews je abgeliefert hat und keine Seite davon ist Zeitverschwendung. Epischer als je zuvor bietet er nahezu perfekte Unterhaltung.

Seit Rose Declan in das magische Weird gefolgt ist, leckt William im Zwischengebiet seine Wunden. Sie hat ihm gezeigt, wie es sein könnte, Teil einer Familie zu sein, etwas, das William nie erfahren durfte. Im Weird werden Gestaltwandler wie William seit frühester Kindheit auf Kriegsmaschine gedrillt und geben ihr Leben in Adrianglias Armee oder sie werden bei Geburt umgebracht.
William ließ die Armee hinter sich zurück, doch eine Waffe wie er bleibt nicht lange ungenutzt. Der Spiegel, Adrianglias Spionagenetzwerk, möchte ihn rekrutieren um Spider aufzuhalten. Spider ist Williams Nemesis, ein magisch modifizierter Adeliger aus dem Königreich Louisianna, der vor nichts zurückschreckt um seine Ziele zu erreichen. Momentan führen ihn diese Ziele in den Mire, ein wildes und sumpfiges Randgebiet der Edge. Was auch immer Spider dort sucht, William muss ihn aufhalten. Denn Spider hasst Gestaltwandler und würde sie am liebsten ausrotten.

SPIEGELJAGD ist weniger romancelastig als Magische Begegnung. Gewiss, William und die Heldin, Cerise, werden ein Paar, doch dieser Prozess dauert lange und ist wesentlich subtiler und besser in den allgemeinen Handlungsbogen eingewebt. Auch die sich spinnefeinden Mire Familien hat die Autorin in etwas völlig Eigenständiges verwandelt, sodass man die Anlehnung an Romeo & Julia kaum erkennen kann.
William hat mehr Profil als Declan. Er ist weniger Mr. Strahlemann, mehr gebrochener Held, der sich seiner eigenen Monstrosität bewusst ist und sich nach einer Familie sehnt. Da er das Bindeglied zwischen dem Vorgängerband und dem aktuellen spielt, widmet ihm Andrews von Anfang an mehr Zeit. Die Kapitel aus seiner, etwas ungewöhnlichen aber charmanten Perspektive haben mir sehr gefallen.
Hingegen ähnelt Cerise der Heldin aus Magische Begegnung fast zu sehr (arm, praktisch veranlagt, kampfbereit, Oberhaupt einer verrückten Familie, von miesen Freunden verlassen, Außenseiter in ihrer Gemeinschaft). Beide sind in ähnlichen Lebensumständen aufgewachsen und Cerise ist besser ausgebildet und muss sich erst als Oberhaupt der (etwas größeren) Familie behaupten, doch ansonsten ist sie die dunkelhaarige Version zu Rose. Wenn man bedenkt, dass William einmal eine Schwäche für Rose hatte ... na ja. Andererseits sind sowohl Rose als auch Cerise runde und sympathisch Charaktere - ich sollte mich also nicht beschweren ;-)
Einzigartig wird der Roman durch das Setting. Das Sumpfgebiet befindet sich in einem schwer zu erreichenden Gebiet des Zwischenreiches und es leben allerlei seltsame Kreaturen darin. Man riecht förmlich die Sumpfdämpfe, hört das Wasser glucksen und die Vögel kreischen. Es ist eine harte, erbarmungslose Welt, in der William Cerises Hilfe braucht um zu überleben.

Eigentlich würde ich dem Buch gerne 5 Sterne geben - es hat mich derart gefesselt. Doch es hat zwei Schwächen.
Wie in Magische Begegnung passt das Ende nicht ganz zum Rest vom Buch. Sobald sich die Heldin im Weird befindet, verwandelt es sich in die moderne Form eines Cinderella-Landes. Nach den schrecklichen Dingen, die man von dort gehört hat, finden sich die Heldinnen dort zu einfach zurecht. Ich weiß, dass Ilona Andrews diese Reihe als Paranormalen Liebesroman anlegte, aber das nahezu perfekte, süßliche Happy End passt nicht zur Stimmung des Buches.
Des weiteren gibt es einen kleinen Kontinuitätsfehler. Spider und seine Gefolgsleute sind magisch modifizierte Monster, deren alleinige Gegenwart Magiebegabte krank macht. Das erste Mal, das Cerise ihnen begegnet, ist sie für mehrere Stunden außer Gefecht. Als es zum großen Kampf zwischen Spider und seinen Gefolgsleuten sowie William, Cerise und ihrer Familie kommt, beeinträchtigt die wesentlich höhere Konzentration an Monstern niemanden. (??)

Obwohl mir SPIEGELJAGD noch besser als Magische Begegnung gefallen hat, kann ich ihm leider keine 5 Sterne geben. Auf jeden Fall bin ich sehr auf die nächsten zwei Bände in dieser Reihe gespannt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 6, 2014 11:55 PM CET


Glühende Dunkelheit: Roman - [Lady Alexia 1]
Glühende Dunkelheit: Roman - [Lady Alexia 1]
von Gail Carriger
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

46 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Köstliche Mischung aus Steampunk, Paranormaler Fantasy und Romantikkomödie, 10. Mai 2011
Lange habe ich nicht mehr so viel gelacht wie bei diesem Buch. GLÜHENDE DUNKELHEIT ist eine köstliche Mischung aus Steampunk, Paranormaler Fantasy und Romantikkomödie.

Miss Alexia Trabotti ist eine geborene Jungfer. Wenn sie ihren Mund halten könnte, würden Verehrer vielleicht über ihre halb italienische Abstammung und über ihre große Nase hinwegsehen. Doch sie ist viel zu starrköpfig, viel zu gebildet und viel zu clever.
Jungfer mag Miss Alexia sein, doch sie weiß, was sich gehört. Darum ist sie rechtens schockiert, als ein Vampir sie unvorgestellt und uneingeladen während eines Balles überfällt. Zum Glück ist Alexia ein Preternatural, ein Mensch ohne Seele, und kann übernatürliche Wesen und Magie durch Berührung neutralisieren. Leider verstirbt der Vampir während der Nachhilfestunden in Etikette - wie unhöflich - und Lord Maccon, der Werwolfalpha und Chefinspektor in Paranormalen Angelegenheiten, eilt zur Stelle. Seit dem Schweinevorfall ist Lord Maccon Miss Alexia nicht sonderlich wohlgesonnen. Aber Jungfer oder nicht, Alexia mischt sich nur zu gern in seine Ermittlungsarbeiten ein.

GLÜHENDE DUNKELHEIT war ein Spontaneinkauf, von dem ich mir nicht viel erwartet hatte. Mit Steampunk bin ich noch nicht recht warm geworden und Romantikkomödien waren noch nie mein Fall. Also fing ich an zu lesen und ehe ich mich versah, hatte ich das Buch durch und Muskelkater vor lauter Grinsen (ich scherze nicht - meine Mundwinkel schmerzten tatsächlich).
Es handelt sich um ein spannendes Abenteuer voll Witz und Frivolitäten. Von Etikette, exzentrischen Hüten, Teekessel und anderen Steampunk Gerätschaften über fliegenden Fäuste in Pferdekutschen, schottische Lords mit beeindruckendem Oberkörper, verrückte Professoren, heiratssüchtige Debütantinnen und deren furchteinflößenden Mütter gibt es alles was das Herz begehrt und die Welt des Übernatürlichen wird perfekt in das viktorianische London eingebaut. Gail Carrigers Schreibstil sorgt zusätzlich für Atmosphäre. Er ist sehr zugänglich und flüssig zu lesen, obwohl er sich an zeitgenössischer Literatur anlehnt (à la Jane Austen). Der Witz und der leicht lesbare Stil steigern zudem das Tempo der Geschichte, sodass man kaum merkt, dass wie schnell die Zeit vergeht.
Alexias und Lord Maccons Liebesgeschichte ist das Zusammentreffen zweier starker Charaktere, die keine Kompromisse eingehen und die sich nur mit Widerwillen zueinander hingezogen fühlen. Es fliegen die Funken (und Fetzen), dass es eine wahre Freude ist! Die eigentliche Handlung wird davon etwas in den Hintergrund gedrängt, was aber nichts daran ändert, dass sie interessant und spannend ist. In den folgenden Bänden soll der Fokus nicht mehr auf der Beziehung, sondern auf anderen Dingen liegen. Gail Carriger hat spannendes Setting mit viel Potential für weitere Geschichten entworfen und ich bin neugierig, was sie daraus machen wird.

GLÜHENDE DUNKELHEIT gehört zu der kleinen Auswahl an Büchern, die wieder und wieder lesen könnte. Perfekte Unterhaltung.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 14, 2013 2:29 PM MEST


Blutsherrschaft: Die Schwarzen Juwelen 8 - Roman
Blutsherrschaft: Die Schwarzen Juwelen 8 - Roman
von Anne Bishop
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Verschenktes Potential, 5. März 2011
Blutskönigin und BLUTSHERRSCHAFT bilden einen zusammenhängenden Handlungsbogen, der von den Nachwirkungen des Hexen Sturms und der Aufbauarbeit in Tereille erzählt. Im Zentrum der Geschichte steht die unglückliche Königin Cassidy, die ihren Thron an eine jüngere, hübschere Königin verloren hat und einen Neubeginn in Dena Nehelee wagt. Doch nicht alle Krieger Prinzen sind von ihr begeistert. In BLUTSHERRSCHAFT folgt ihr ihre alte Rivalin nach, um Cassidy auch diesen Thron streitig zu machen. Daneben kommt es immer wieder zu Gastauftritten der SaDiablo Familie.

Bei Blutskönigin war ich noch überzeugt, dass in dieser Geschichte Potential steckt. Zwischen der unsicheren Königin und dem verbitterten Krieger Prinzen Theran bestand echtes Konfliktpotential. Ich konnte sowohl Cassidys als auch Therans Position nachvollziehen - ihre Schmerzen und Unsicherheiten wirkten (beinahe) real. Da störte es mich kaum, dass der Handlungsbogen einfach war und oft in Melodrama und künstlicher Süße versank.
So ging ich mit Zuversicht, aber ohne überhöhte Erwartungen an BLUTSHERRSCHAFT heran. Es bot sich das übliche Bild. Die "guten" Frauen gärtnern, üben sich im gütig sein und kommandieren ihre Männer herum, während diese ihre Frauen in Watte einpacken wollen, dafür eines über den Schädel gezogen bekommen und dabei ziemlich verdutzt aus der Wäsche schauen. Natürlich verfallen die Männer immer wieder in Rage oder "raunen" gefährlich. Dazwischen hopsen ein paar niedliche Kindred herum, die alles besser wissen, als ihre menschlichen Gefährten.

Mittlerweile erwarte ich mir das von den Schwarzen Juwelen und macht mir manchmal sogar Spaß. Doch kann man damit keinen 592 Seiten starken Roman füllen. Aber genau das versucht Bishop in BLUTSHERRSCHAFT. Die Handlung ist so dünn und banal, dass sie allenfalls für eine Kurzgeschichte geeignet wäre. Tatsächlich kamen mir Antagonistin und Handlung seltsam vertraut vor. Sie ähneln denen von "Kaeleers Herz" in der Kurzgeschichtensammlung Zwielicht. Hier wie dort versucht eine erschreckend selbstsüchtige und einfältige Hexe zwischen eine "gute" Hexe und ihrem Prinzen zu kommen. Erschreckend deshalb, weil die Antagonistinnen derart überzogen gezeichnet sind, dass ich sie nicht ernst nehmen konnte und die Bedrohung dadurch flach fiel. Ich hatte echte Probleme zu glauben, dass ein Gänschen wie Kermilla so große Probleme bereiten kann und dass die SaDiablo Familie (bzw. Jaenelle) das Wohlergehen eines Landes der Selbstfindung einer Hexe opfern würde.
Denn darum geht es. Cassidy soll sich beweisen und damit Selbstvertrauen finden. Mein Problem war, dass je weiter ich in BLUTSHERRSCHAFT vorankam, desto mehr musste ich mich Therans Meinung anschließen. Cassidy erschien mir immer weniger für ihren Job als Königin geeignet. Ihr Glück war es, dass sie einen äußerst kompetenten und devoten Ersten Zirkel hatte und ihre Gegnerin noch unfähiger war als sie.
Theran tat mir unendlich leid. In Blutskönigin war er einer meiner Lieblingscharaktere, weil er ein anständiger, aber fehlgeleiteter Charakter war und damit nicht so schwarz oder weiß wie die restlichen Charaktere. In BLUTSHERRSCHAFT opfert ihn Bishop ihrer gekünstelten Handlung. Er verspürt den Zug der Königin Kermilla so stark, dass ihn alle Vernunft verlässt und selbst mit ihren Gemeinheiten konfrontiert die Wahrheit verleugnet. Er wird zu einer Karikatur seiner selbst. Ich teile mit ihm die Überzeugung, dass Cassidy keine geeignete Königin ist. Sein Pech ist es an Kermilla zu geraten, die noch viel weniger geeignet ist.

Zum Glück konnte ich mir dieses Buch von einer Freundin ausborgen. Sonst wäre ich echt sauer. So bin ich einfach nur enttäuscht. Ich habe immer mehr das Gefühl, dass Bishop einfach nur routinemäßig die Bewegungen durchläuft, aber an Tiefe und echten Gefühlen nicht interessiert ist. Symptomatisch steht dafür die Fehlgeburt, die ein lieb gewonnener Charakter erleidet. Sie geht im Melodrama unter - zu echten Gefühlen kann man nicht vordringen, weil es einfacher für Bishop ist, sich nicht damit auseinanderzusetzen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 28, 2011 12:40 AM MEST


Twilight's Dawn: A Black Jewels Book (Black Jewels Trilogy)
Twilight's Dawn: A Black Jewels Book (Black Jewels Trilogy)
von Anne Bishop
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,69

30 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Riesengroße Enttäuschung, 5. März 2011
Dieses Buch - genauer gesagt eine Novelle darin - hat die ganze Black Jewels Reihe für mich so gut wie zerstört. Aber lasst mich zuerst über die anderen Geschichten in dieser Anthologie erzählen.

"Winsol Gifts"
Findet nach Tangled Webs statt. Die SaDiablo Familie bereitet sich auf Winsol vor. Eine Geschichte wie Zuckerwatte - süß, aber ohne Substanz.

"Shades of Honor"
Spielt direkt nach "Winsol Gifts" und gefiel mir von allen Geschichten in TWILIGHTS DAWN am besten. Lucivar muss sich mit Falonar auseinandersetzen (Hinweise auf sein Schicksal gab es in The Shadow Queen und Shalador's Lady) und Surreal erholt sich von den Ereignissen in Tangled Webs.

"Family"
Beginnt als Mystery/Thriller Geschichte an und endet mit den typischen Familiengschichterln der SaDiablo Familie. Saetan und Sylvia spielen die Hauptrollen.

"The High Lord's Daughter"
Es ist kein Geheimnis, dass meine Erwartungen an Anne Bishop von Band zu Band gesunken sind. Dennoch war ich überrascht wie sehr mir diese Geschichte zusetzte. Jaenelle gehört zu den kurzlebigen Völkern - Daemon zu den langlebigen. Irgendwie war es klar, dass dieser Konflikt früher oder später gelöst werden müsste. Wie es dazu kommt und was danach passiert, fühlt sich für mich an wie Verrat - Verrat an allem, was mir in dieser Reihe noch wichtig war.

Spoiler Warnung **** Spoiler Warnung

Jaenelle stirbt. Das überraschte mich, keine Frage. Sie war immer eine perfekte Mary Sue und ich dachte, Bishop würde einen Weg finden, sie leben zu lassen. Immerhin ist sie Witch und von großen Mächten umgeben. Aber das war nicht das, was mich störte. Irgendwie fand ich es sogar mutig von Bishop diesen Schritt zu setzen. Das "Wie", das ganze Umfeld und was danach kam, entsetzten mich.

Jaenelle bleibt kinderlos, auch sonst scheint sie nichts aus ihrem Leben gemacht zu haben. Bis zuletzt glücklich mit Daemon vereint stirbt sie in ihren 80ern und befiehlt ihm nur ein Jahr um sie zu trauern und sich wieder zu verlieben.
Daemon hält sich an Jaenelles Befehl und schläft mit einer Reihe an Frauen, bis er schlussendlich mit Surreal im Bett landet und sie von ihm schwanger wird. Yup. Sie wird schwanger.
Im Schnelldurchlauf dürfen wir beobachten, wie die beiden das Kind großziehen - das übrigens Jaenelle heißt und ebenfalls Witch ist und Twilights Dawn trägt - und einander die Liebe erklären.

Vielleicht hätte diese Geschichte für mich besser funktioniert, wenn sie länger gewesen wäre und ich mehr Zeit gehabt hätte um diese Schocker zu verdauen. Weniger Melodrama und dafür ehrliche, tiefe Emotionen hätten sicherlich auch geholfen. Aber letztendlich waren es die Ereignisse selbst, die meine Erinnerungen an diese Reihe beschmutzen.

-) Jaenelle wünscht sich ein Kind, doch sie bekommt keines. Warum wird nicht ausdrücklich erwähnt. Man kann die Situation so interpretieren, dass Daemon seinem bisherigem Verhalten treu bleibt und sie für zu zerbrechlich hält und das Risiko nicht eingehen will. Die zweite Möglichkeit ist, dass der Kinderwunsch trotz zahlreicher Versuche einfach nicht in Erfüllung geht. In beiden Fällen gilt: Jaenelle ist die mächtigste Heilerin und Schwarze Witwe, die es gibt und mit Twilights Dawn besitzt sie ein mächtiges Juwel, das Dinge kann, die niemand für möglich gehalten hat. Ihre Möglichkeiten sind grenzenlos und ich kann mir nicht ausrechnen, warum ausgerechnet dieser Wunsch ihr versagt bleibt. Jaenelle und Sadi adoptieren auch keine Kinder, sondern begnügen sich mit Selkies, was für mich wieder in Richtung Daemons Selbstsucht weist. Nachkommen für kurzlebige Völker und Witch (die sich nicht in einen Dämon verwandeln kann), die wichtigste Möglichkeit etwas auf dieser Erde zu hinterlassen. Ich stelle mir vor, dass der Kinderwunsch in Jaenelle groß gewesen sein muss - nicht nur für sich selbst, sondern auch um Daemon etwas zu geben, an dem er sich anhalten kann, wenn sie stirbt. Dass Daemon mit Surreal nach nur einer Nacht ein Kind zeugt ist in diesem Licht besonders schlimm für mich.

-) Jaenelle befielt Daemon nur ein Jahr um sie zu trauern und sich wieder zu verlieben. Daemon gehorcht seiner Königin (obwohl Gehorsam nur das dritte Gebot ist) und schläft mit einer Reihe an Frauen. Hier habe ich ein Problem mit der Trauerzeitspanne. Daemon ist langlebig ' ein Jahr ist für ihn wie ein Augenzwinkern und in meinen Augen wenig angemessen. Sex hatte immer einen hohen Stellenwert für Sadi ' hoch genug um zu töten. Wenn man bedenkt, dass er tausende Jahre auf Jaenelle gewartet und seine primären Sexualorgane in dieser Zeit lahm gelegt hat und er auf erfinderische Art sexuell misshandelt worden ist, halte ich seine kurze Trauerspanne und sein anschließendes Herumschlafen für nicht charaktergemäß.

-) Surreal schläft mit Daemon und wird von ihm schwanger. Klischeehafter geht es wohl kaum. In dieser Welt ist es fast unmöglich ein Kind zu zeugen, es sei denn, beide Parteien wollen es (es gibt Tees für Männer und Frauen). Dass eine ehemalige Prostituierte und ein ehemaliger Sexsklave so unvorsichtig sein können, ist schwer zu glauben. Obendrein wo letzterer seiner verstorbenen Frau ein Kind versagte und seitdem mehrere sexuelle Partner hatte.

-) Surreal und Daemon nennen das Kind, das Witch ist und Twilight's Dawn trägt, Jaenelle. Mir fehlen die Worte.

-) Es passiert etwas, das nach den bislang bekannten Regeln der Welt nicht hätte passieren dürfen. Ein besonderer WTF-Moment.

-) Surreal und Daemon ziehen das Kind auf und verlieben sich ineinander. Surreal hatte schon immer eine Schwäche für Daemon. Ihre Gefühle sind glaubhaft, doch nun frage ich mich, ob sie immer auf diesen Ausgang gehofft hat. Mit Daemon habe ich ein anderes Problem. Man bekommt nur Stichproben aus dieser Zeit serviert - seine Entwicklung ist schwer nachzuvollziehen. Zudem wurde Jaenelle immer als seine große Liebe dargestellt, auf die er tausende von Jahren gewartet hatte und alle Charaktere in dieser Welt haben nur eine große Liebe. Für mich bedeutet das, dass Daemon Jaenelle entweder nicht so liebte, wie er es immer beteuerte (dass er ihr ein Kind versagte, ist ein gutes Indiz dafür), oder Surreal ist nur zweite Wahl und sie hätte besseres verdient. Wie auch immer man diese Situation interpretiert, sie lädt dazu ein, die Motive und Ereignisse in den bisherigen Romanen zu hinterfragen. Zurück bleibt ein schlechter Geschmack im Mund.

Wie gesagt hätte diese Geschichte vielleicht funktionieren können, wenn sie mit mehr Geschick und Bedachtsamkeit erzählt worden wäre. So katapultierte sie mich lediglich ins WTF-Land und ich fühlte mich um meine Erinnerungen betrogen.
Was dem ganzen die Krone aufsetzt, ist, dass Anne Bishop nach einer kleinen Pause weitere Black Jewels Romane plant. Obwohl Jaenelle nie Erzählerin der Geschichten war, war sie ihr Herz. Ohne sie kann ich mir dieses Universum nicht vorstellen und ich frage mich, wie viele Leser Bishop nach dieser Anthologie noch die Treue halten werden. Mich hat die Autorin endgültig verloren.
Kommentar Kommentare (22) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 22, 2014 8:30 PM CET


River Marked (Mercy Thompson, Band 6)
River Marked (Mercy Thompson, Band 6)
von Patricia Briggs
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,60

24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und es ist doch möglich!, 2. März 2011
Ob im Fernsehen oder in Büchern, Paare haben ein schweres Schicksal. Die gängige Weisheit ist, dass stabile Paare langweilig sind. Deshalb wird ihr Zusammenkommen so lange wie möglich hinausgezögert oder sie werden aus den aberwitzigsten Gründen auseinandergerissen.
In RIVER MARKED beweißt Patricia Briggs, dass das Leben zwischen Heirat und Scheidung einiges zu bieten hat und diese Phase genauso interessant und intensiv sein kann.

Für mich ist die Beziehung zwischen Adam und Mercy deshalb so wundervoll zu verfolgen, weil sie zwischen zwei starken, aber keineswegs perfekten Partnern stattfindet, die ihre Probleme auf sehr erwachsene Weise lösen. Selbst wenn sie miteinander streiten, ist ihre gegenseitige Liebe und Achtung spürbar. Falls nötig, können sie sich zurücknehmen und Kompromisse schließen, aber sie setzen dem anderen auch unmissverständliche Grenzen. Adams und Mercys Beziehung findet nicht in einem Vakuum statt: beide haben andere emotionale Bindungen und Verpflichtungen, was Spannungen erzeugen kann. Auch Bedrohungen von außen testen ihr Band.

RIVER MARKED besteht aus drei Teilen, deren Übergang sehr flüssig ist.
Im ersten Kapitel wird Stephans Zustand angerissen und der Grundstein für weitere Entwicklungen gelegt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der nächste Band sich wieder hauptsächlich von Vampiren handeln wird.
Der zweite Teil dreht sich um Mercys und Adams Hochzeit und den Beginn ihres Honeymoons. Er ist sehr familiär, fast schon intim und man lernt viel über Mercys Familie.
Da Mercy übernatürliche Probleme anzieht wie ein Magnet, kommt der Roman natürlich nicht ohne aus. Patricia Briggs greift hierbei auf indianische Mythen zurück und webt einiges an Mercys Familiengeschichte mit ein. Dieser Teil ist natürlich mit Abstand der spannendste, was aber nicht heißt, dass die anderen weniger schön zu lesen sind.

Das Endresultat ist ein harmonisches. Patricia Briggs konnte sich für diesen Roman spürbar mehr Zeit nehmen. Er ist der beste seit langem. Vielleicht ist es gut, dass die Autorin in Zukunft nur mehr einen Roman pro Jahr veröffentlichen wird. Wenn ich mich schon zwischen Quantität und Qualität entscheiden muss, dann für letzteres. Am liebsten wäre mir natürlich beides ;-)

Mercy Thompson (Hauptmann): Moon Called, Blood Bound, Iron Kissed, Bone Crossed, Silver Borne, River Marked ...
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 7, 2013 12:43 PM CET


Nicodemus: Der ZauberVERschreiber
Nicodemus: Der ZauberVERschreiber
von Blake Charlton
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Debütroman mit ein paar guten Ideen, 28. Februar 2011
NICODEMUS: DER ZAUBERVERSCHREIBER wird für manche Leser sehr gut funktionieren, für andere widerum weniger. Fans von Gail Z. Martin, Karen Miller oder Trudi Canvan und Leser, die Erfahrungen mit Legasthenie gemacht haben, könnten gewiss Gefallen daran finden.

Blake Charlton zählt darauf, dass die Legasthenie seines Helden und das auf Schrift basierende Magiesystem genügend Neues bieten um von dem klischeehaften Setting (Magierschule, typische Fantasylandschaft mit verschiedenen Rassen, Kampf der zwei Mächte) und stereotypen Charakterrollen (der prophezeite Retter, der weise Mentor, der böse Bösewicht, der Verführer, die Gefährten, der Verräter) abzulenken. Großteils hat er damit Erfolg. In mir erweckte die Geschichte wohlige Erinnerungen an die Fantasyromane meiner Jugend (in den 90ern). Originell mag sie nicht sein, aber auch nicht so abgedroschen, dass man sich zu Tode langweilen würde

Normalerweise ist es verpönt, sich selbst in einen Roman hineinzuschreiben, doch Nicodemus ist ein Marty Stue im positiven Sinne. Wie der Autor leidet er an Legasthenie, eine Verarbeitungsschwäche von Texten bei normalem Seh- und Hörvermögen. Da Nicodemus ein Magier ist, in einer Welt, in der die Magie aus Schrift besteht, kann das führ ihn schreckliche Konsequenzen haben. Aufgrund seiner eigenen Erfahrung schafft es Charlton Nicodemus Umgang mit der Legasthenie glaubhaft und einfühlsam darzustellen. Wäre ich ein Zyniker, würde ich sogar meinen, dass diese Störung der Grund für die Veröffentlichung des Romans war. Charltons Schreibstil kann es nicht gewesen sein.

Selten dürstete ich so sehr nach Rotstift und Skalpell wie in diesem Buch. Es frustrierte mich wie ungeschickte Infodumps und Nabelschau immer wieder jegliche Bewegung in der Handlung erstickten. Manchmal wurden diese Infodumps doch tatsächlich als Schullektion dargeboten. Trotz dieser langen Erklärungen fehlt es manchmal an Klarheit. Noch immer kann ich mir nur schwer vorstellen, wie Zaubersprüche in Muskeln geschrieben werden (fragt nicht - wie gesagt habe ich keine Ahnung, wie das funktionieren soll). Dazu kommt die Unentschlossenheit des Hauptcharakters. Verständlicher Weise leidet Nicodemus an Unsicherheit und neigt zur Nabelschau. Doch diese Eigenschaften strecken die Handlung noch weiter.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven in der 3. Person erzählt, wobei Nicodemuses die häufigste ist. Der böse Bösewicht hat eine weitere, doch Charlton tut sich damit keinen Gefallen. Er entzaubert die ohnehin schon zweidimensionale Figur und nimmt ihr die Unheimlichkeit. Seine Ich-bin-so-viel-mächtiger/klüger-als-ihr-Ihr-habt-keine-Chance Monologe ermüden und er verrät doch tatsächlich seine größte Schwäche, dass er auf dem Grund der Magierschule keine Zaubersprüche schreiben kann, jedem seiner Feinde.

Bis auf die letzten 20 Seiten (oder so) ist man immer in den Köpfen der Erzähler, nahe am Geschehen. Abrupt ändert sich das und man bekommt in Schnelldurchlauf wichtige (und eigentlich spannende) Ereignisse erzählt: N tut X und Y, denn wenn A kommt, muss N für Z bereit sein, obwohl er Probleme mit B hat. Charlton müssen die Seiten ausgegangen sein und wollte offenbar diese Ereignisse auf Biegen und Brechen in diesem Buch unterbringen.

Die letzen 20 Seiten stehen für das gesamte Buch - ein noch nicht ausgereifter Debütautor würfelt 0815 Fantasyversatzstücke und ein paar originelle Ideen zusammen und hofft, dass der Leser gnädig über seine Schwachstellen hinwegsieht.

In NICODEMUS: DER ZAUBERVERSCHREIBER und in Blake Charlton steckt Potential - doch dieses Potential ist den Hardcoverpreis nicht wert. Mein Rat: ausborgen oder auf die Taschenbuchedition warten.
Gratulation an Klett-Cotta, das Cover ist wunderschön.


Chess Putnam: Geisterflut
Chess Putnam: Geisterflut
von Stacia Kane
  Taschenbuch

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut geschrieben, aber nicht mein Ding, 9. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Chess Putnam: Geisterflut (Taschenbuch)
Gefällt euch Magie im Blut von Devon Monk, Winterfluch von Seanan McGuire oder Greywalker von Kat Richardson? Dann werdet ihr die Chess Putnam Reihe von Stacia Kane lieben. Die Reihen ähneln sich mit ihrer düsteren Atmosphäre sowie ihren (Anti)Heldinnen und die Autorin versteht ihr Handwerk.

Chess arbeitet für die Kirche und legt Geister zur Ruhe. Von ihrem kleinen Hobby weiß dort niemand. Speed, Marihuana, Schmerztabletten - die junge Frau ist nicht besonders wählerisch.
Als ihr Dealer die Fähigkeiten einer Debunkerin benötigt, erpresst er Chess. Sie muss den stillgelegten Flughafen von Geistern befreien oder sonst ....
Was das "sonst" bedeutet, weiß Chess nur zu gut. Jedoch haben andere Fraktionen auch ein Auge auf den Flughafen geworfen und Chess steckt mitten im Schlamassel.

So gut GEISTERFLUT auch geschrieben sein mag, die (Anti)Heldin hat mir das Leben schwer gemacht. Um ein Buch genießen zu können, ist es für mich nicht notwendig Sympathie für den Hauptcharakter zu empfinden, Faszination und Empathie hingegen schon. Chess ist eine Egoistin, die sich nichts dabei denkt andere für ihre Zwecke zu benutzen, eine reulose Drogenabhängige, die Pillen einwirft wie andere Süßigkeiten. Obwohl sie ihr Leben am liebsten im Drogenrausch verbringen würde, ist sie noch funktional und Chess sieht keinen Grund ihr Leben zu ändern. Sie als Abschaum der Gesellschaft zu bezeichnen, wäre nicht völlig verkehrt. Nur ein einziges Mal verspürte ich ein Fünkchen Empathie, was aber an einem Nebencharakter lag. Chess entdeckt, dass in dem hässlichen Schläger ihres Drogendealers mehr steckt, als sie angenommen hat und verliebt sich gegen ihren Willen in ihn. Eine äußerlich schöne Heldin mit einem hässlichen Love Interest besitzt Seltenheitswert. Allerdings wird ihrer Zusammenarbeit mehr Zeit gewidmet als ihrer beginnenden Liebesbeziehung.

Mir persönlich hat nicht gefallen, was Kane mit ihrer Heldin tut, aber wenigstens tut sie es gut. Sie zieht Chess schwierige Persönlichkeit konsequent durch, geht keine Kompromisse ein und bleibt dabei immer glaubwürdig.
Das liegt auch am dystopischen Setting. Chess Charakter ist das Resultat ihrer Umwelt. Die Welt hat sich nie vollständig von der Geisterapokalypse erholt. Arbeitslosigkeit, Armut und Drogenabhängigkeit bereiten große Probleme. Die ständige Bedrohung durch die Geister und die absolute Kontrolle durch die Kirche kreieren ein Umfeld von Angst und Hoffnungslosigkeit.
Die Handlung wartet mit einigen Überraschungen auf und ich hätte den Drahtzieher nie und nimmer erraten. Weil ich die Hauptfigur nicht mochte, fand ich die Handlung allerdings nur mäßig spannend.

Mit Stacia Kane habe ich eine tolle neue Autorin entdeckt, auf die ich weiterhin ein Auge haben werde und obwohl GEISTERFLUT nicht nach meinem Geschmack war, ist es so gut geschrieben, dass ich ihm nicht weniger als 4 Sterne geben kann.

Chess Putnam: Geisterflut, Seelenzorn, ...
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 29, 2012 2:16 PM CET


Vom Dämon versucht
Vom Dämon versucht
von Diana Rowland
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr zu empfehlen, 9. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Vom Dämon versucht (Taschenbuch)
Vom Dämon gezeichnet steht für mich als perfektes Beispiel für die alte Autorenweisheit "Write what you know". Diana Rowland stand selbst lange Zeit im Polizeidienst und schafft es ihre Erfahrungen in die Geschichte einzuweben. Diese, oft kleinen Details lassen die Geschichte authentisch erscheinen und heben sie von zahlreichen ähnlichen Paranormalen Fantasyreihen ab. Auch die Hauptfigur konnte mich überzeugen. Detective Kara Gillian ist eine sympathische junge Frau, die keineswegs perfekt ist aber einen guten Kopf auf den Schultern hat. Ihre geheime Tätigkeit als Dämonenbeschwörerin ist sinnvoll mit ihren Fällen verwoben.
VOM DÄMON VERSUCHT behält alles bei, was ich in "Vom Dämon gezeichnet" toll fand, aber die Höhepunkte sind wesentlich besser.

Man hielt sie für tot, hatte sogar ein Ehrenbegräbnis für sie abgehalten, doch der Dämonenlord Rhyzkahl hatte anderes mit ihr vor. Ein paar Wochen nach ihrer fatalen Begegnung mit dem Symbolmörder wachte Detective Kara Gillian plötzlich mitten in Beaulacs Polizeibüro auf und versetzte alles in Aufregung.
Obwohl sie mittlerweile wieder zur Arbeit geht, sieht man ihr die Strapazen noch an. Kara muss beweisen, dass es sich bei ihrem neuesten Fall nicht um Selbstmord handelt. Dem Opfer, einem Polizisten, wurde ähnlich wie ihrer Tante die Essenz herausgerissen. Zugleich will sie alles versuchen um ihre Tante zu retten, die im Koma liegt.
Rhyzkahl bietet ihr seine Hilfe an, doch Kara ahnt, dass er nicht all seine Motive preisgibt. Auch Agent Ryan Christoff, mit dem sie gut befreundet ist, verheimlicht ihr einiges. Wem kann Kara vertrauen und um Hilfe bitten? Hat sie überhaupt eine Wahl?

VOM DÄMON VERSUCHT ist ein sehr, sehr gutes Buch. Die Autorin greift gekonnt die Fäden aus "Vom Dämon gezeichnet" auf und verbindet sie mit einem neuen, verzwickten Fall. Er hält so viele Überraschungen bereit, dass ich bis zum Schluss den Übeltäter nicht entlarven konnte. Zusammen mit Karas Charakterentwicklung, den Fortschritten in ihren Beziehungen zu Rhyzkahl und Ryan und dem Schicksal ihrer Tante, sorgt er für eine spannende Handlung mit vielen Aufs und Abs. Man darf beobachten, wie Kara mit ihren Erfahrungen, Erkenntnissen und ihrem angeschlagenen Selbstvertrauen kämpft und sich zugleich neuen Herausforderungen stellen muss. Dabei geht sie nicht immer geschickt oder weise vor, aber immer glaubhaft. Zwar hat es mich gewundert, warum sie nicht aktiver daran arbeitet Ryans Geheimnisse zu lüften. Wenn ich bedenke, wie wichtig ihr die Beziehung ist und wie unerfahren sie in solchen Dingen ist, kann ich ihre Zurückhaltung verstehen. Weniger einleuchtend erschien mir Jills Akzeptanz des Übernatürlichen, als sie Kara mit einem Dämon ertappt. Dabei handelt es sich jedoch um kleinere Schwächen, die den Gesamteindruck nicht trüben.

Wer diese Reihe noch nicht kennt und Paranormale Fantasy mag, kann ich sie wirklich empfehlen. Da sich die Autorin vom ersten zum zweiten Band steigern konnte (keine Selbstverständlichkeit), bin ich auch für die Zukunft optimistisch. Derzeit sind sechs Teile geplant.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 1, 2012 11:13 AM MEST


Secrets of the Demon: Demon Novels, Book Three (Kara Gillian, Band 3)
Secrets of the Demon: Demon Novels, Book Three (Kara Gillian, Band 3)
von Diana Rowland
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,00

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Noch mal Glück gehabt, 8. Februar 2011
Beinahe hätte dieses Buch nicht das Licht der Welt erblickt. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise musste auch so mancher Verlag Restrukturierungen vornehmen und trotz solider Verkaufszahlen verlor Diana Rowland ihren Vertrag mit Bantam. Zum Glück fand sie Unterschlupf bei Daw, der 3 weitere Dämonen Bände in Auftrag gab und zum Drüberstreuen eine neue Reihe (My Life as A White Trash Zombie). Daw ist auch der neue Coverlook zu verdanken, der meines Erachtens das Wesen der Dämonen Reihe viel besser vermittelt.

Wäre die Dämonen Reihe eingestellt worden, wäre ich bitter enttäuscht gewesen. Mittlerweile gehört sie zum Besten, was das Paranormale Fantasygenre zu bieten hat. Kara Gillian ist eine sympathische, beherzte junge Frau; eine Protagonistin, die kompetent ist, ohne perfekt zu sein. Sie darf nicht nur Bösewichte besiegen, sie darf auch wachsen. Die Kara in SECRETS OF THE DEMON ist nicht mehr die Kara aus Mark of the Demon und als Leser man kann die Entwicklungsschritte gut nachvollziehen. Da die Autorin lange Zeit als Polizistin und Pathologie-Assistentin gearbeitet hat, weiß sie wovon sie schreibt und baut ihre Erfahrungen auf vielfältige Art ein. Ähnlich hält es sich mit dem Setting. Rowland schafft es das ländliche Louisianna zum Leben zu erwecken, ohne den Leser mit blumiger Sprache und ausschweifenden Landschaftsbeschreibungen zu erdrücken.
Karas Liebesleben mag aus einem typischen Dreieckskonstrukt bestehen, aber im Gegensatz zu vielen anderen Reihen ist es für den Handlungsbogen, der die gesamte Reihe umspannt, von größter Bedeutung. Apropos Handlungsbogen: Jeder einzelner dieser Bände besteht aus einem spannenden Kriminalfall mit übernatürlichem Einschlag, aber auch die Reihe selbst hat einen spürbaren Handlungsbogen. Wie dieser verlaufen wird, ist jetzt noch nicht absehbar. Man darf gespannt sein.

In SECRETS OF THE DEMON muss Kara eine Metalband beschützen, die im Visier übernatürlicher Kräfte steht. Zur gleichen Zeit findet sie mehr über die Dämonenwelt heraus, ob sie es will oder nicht.
Besonders gut hat mir in diesem Buch gefallen, wie viel sozialer Kara seit Mark of the Demon geworden ist und dass wir ein bisschen mehr über die Dämonenwelt erfahren. Kara mag noch nicht stark und selbstsicher genug sein um Ryan und den Dämonenlord Ryzakahl mit ihren Anliegen zu konfrontieren und Konsequenzen zu ziehen, aber sie entwickelt sich in diese Richtung.

Dämonen Reihe: Mark of the Demon (Vom Dämon gezeichnet), Blood of the Demon (Vom Dämon versucht), Secrets of the Demon, ...
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Die fiese Meerjungfrau: Roman
Die fiese Meerjungfrau: Roman
von Jim C. Hines
  Taschenbuch

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erwartungen nicht erfüllt, 2. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die fiese Meerjungfrau: Roman (Taschenbuch)
DIE FIESE MEERJUNGFRAU habe ich nach zwei Spitzentiteln gelesen und es hat einen dementsprechend schweren Stand gehabt. Wahrscheinlich bin ich deswegen härter in meiner Kritik, als ich es sonst gewesen wäre.

Zwar war Danielle in Drei Engel für Armand Teil des Teams, aber auch deutlich die Hauptfigur. In DIE FIESE MEEJRJUNGFRAU ist die Situation nicht mehr so klar. Talia (aka Dornröschen) und Snow (aka Schneewittchen) stehlen ihr die Show. Teils mache ich den mangelnden Konflikt in Danielle dafür verantwortlich. Musste sie sich in Drei Engel für Armand an ihre neue Position gewöhnen, Talia und Snow kennenlernen, ihren Liebsten retten und sich mit ihrer Familie herumschlagen, ist ihre Lage im zweiten Band weitaus weniger interessant. Bis auf ihre neue Mutterrolle hat sich Danielle zu gut angepasst und der mangelnde innere Konflikt sowie ihre gutmütige Natur machen Danielle etwas zu langweilig. Snow und Talia sind interessantere Charaktere. Doch die Szenen aus ihrer Sicht bringen kaum neue Einsichten. Auch Armand, Danielles Mann, bleibt zur Stasis verurteilt. Obwohl er in einigen Szenen auftaucht, lernt man so gut wie nichts über ihn.
Die Handlung basiert auf einer Neuinterpretation von Christian Andersons Kleine Meerjungfrau. Hines versucht dieser an sich schon gruseligen Geschichte noch eins draufzusetzen. Gelungen ist ihm das nur mäßig. Die Idee mag gut sein, doch die Handlung ist (vor allem anfangs) zu geradlinig und braucht zu lange um in Fahrt zu kommen.

Drei Engel für Armand hat mir besser gefallen als DIE FIESE MEERJUNGFRAU und leider kann ich dafür nicht nur die zwei tollen Bücher verantwortlich machen, die ich davor gelesen habe.


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