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Die Krise des globalen Kapitalismus. Offene Gesellschaft in Gefahr
 
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Die Krise des globalen Kapitalismus. Offene Gesellschaft in Gefahr [Gebundene Ausgabe]

George Soros
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 299 Seiten
  • Verlag: Fest (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3828600972
  • ISBN-13: 978-3828600973
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 570.279 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Erfolgreiche Spekulanten sind egoistische, geldgierige Menschen, die selten länger als bis Börsenschluss vorausplanen. So weit das Vorurteil, ob nun Ausnahmen davon nur die Regel bestätigen oder tatsächlich Grund zur Hoffnung geben, muss jeder selbst entscheiden. Interessant wird es jedenfalls, wenn die Ausnahme einer der weltweit erfolgreichsten Börsenspekulanten überhaupt ist: George Soros.

Der betrachtet das System, das ihn reich gemacht hat, inzwischen mit kritischeren Augen. Vorwürfe, dass da jemand die Hand beißt, die ihn füttert(e), kann man zwar erheben, man sollte dem Mann aber auch gewisse (späte) Einsichten zuerkennen. Zudem zerfetzt Soros den Kapitalismus nicht in der Luft, er versucht ihn vielmehr überlebensfähiger und sozial verträglicher zu gestalten. Und das ist dringend notwendig, befindet sich doch seiner Einschätzung nach das "kapitalistische Weltsystem" in einem gefährlichen Krisenzustand. Die hierfür verantwortlichen grundsätzlichen Fehleinschätzungen ergründet er mit wissenschaftstheoretischem Gespür weit über den ökonomischen Rahmen hinaus. Als Hauptfehler erkennt Soros den durch die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften genährten Glauben, das kapitalistische System würde klaren Gesetzmäßigkeiten folgen und sich immer wieder selbst regulieren. "Falsch", sagt hingegen Soros, "Finanzmärkte sind ihrem Wesen nach instabil". Und daraus resultieren weit reichende Probleme, denen man mittels globaler Institutionen, aber auch mit dem Ansatz einer "offenen Gesellschaft" begegnen sollte. Soros setzt seine Thesen, das ist das interessante an seinem Buch, eben immer in den gesellschaftlichen Kontext.

Wie ein praxisbezogener Kenner der Finanzbranche hier Systemkritik übt ist lesenswert, wenngleich auch nicht immer leicht zu verstehen. Soros' intensive Bemühungen, seine Ansätze theoretisch zu verankern, erfordern manch zweifaches Lesen, belohnen dafür aber mit bemerkenswerten Überlegungen, die Hand und Fuß haben. --Joachim Hohwieler -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Der erfolgreichste Börsenspekulant der Nachkriegszeit zeigt in seinem neuen Buch, wie der bedingungslose Glaube an die selbstregulierende Kraft des Marktes uns blind gemacht hat für die Bedrohung des kapitalistischen Weltsystems durch die entfesselten Finanzmärkte.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian von Montfort HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Soros kritisiert den Kapitalismus und seinen "Marktfundamentalismus". Er sagt sogar seinen Untergang voraus. Das erstaunt, ist doch der 'König der Spekulanten' mit seinen 5 Milliarden Dollar gerade im kapitalistischen System so reich geworden. Seine Kritiker werfen ihm deshalb vor, vom Saulus zum Paulus mutiert zu sein. Der selbsternannte Philanthrop, der u.a. 1 Milliarde Steuergelder einsackte, als er 1992 das Pfund aus dem EWS sprengte, meint dagegen, aufgrund seiner Erfahrung den Kapitalismus viel besser beurteilen zu können. Verstanden hat er den Kapitalismus garantiert. Fragt sich nur, was seine Botschaften sind und was er damit bezweckt.

Dazu zunächst mal eine Warnung: der Stil ist philosophisch-abstrakt und trocken, selbst einfache Aussagen sind verklausuliert verpackt. Hat man sich aber einmal damit abgefunden, formuliert Soros u.a. die einseitige Gewinnorientierung des Kapitalismus, die alle anderen moralischen, menschlichen und natürlichen Werte verdrängt. Werteverfall und Umweltzerstörung seien die natürliche Konsequenz dieses Systems, das ohne internationale Kontrolle "auch noch den letzten Markt und die letzte Rohstoffquelle rücksichtslos vereinnahmen wird", bevor es an seinen Schuldentürmen zusammenbreche. Bis hier ist er mit vielen anderen Autoren in Einklang.

Seine Lösungsvorschläge und politischen Ausführungen dagegen wirken vernebelt. Er plädiert für ein politisches Weltgremium als Pendant zum globalen Kapital, redet aber nicht davon, lokale Volkswirtschaften und die Menschen darin vor dem Kapital zu schützen. Markante Vorschläge wie die Tobin-Steuer auf Spekulationen oder ein Schutz durch regionale Währungen werden nicht angesprochen. Obwohl Kredite, steigende Staatsverschuldung, Zinsschraube und der dadurch erzeugte Zwang zum ewigen Wachstum eine der Krisenursachen schlechthin sind, soll "Kredit auch weiterhin eine wichtige Rolle für das Wirtschaftswachstum spielen". Statt Kredit zu hinterfragen, soll eine internationale Kreditversicherungsanstalt ähnlich dem IWF her. Soros unterschlägt, dass eine solche Institution die Risiken der Großspekulanten mit den Steuergeldern der kleinen Leute bezahlen wird, und er vernachlässigt, wie sehr ein IWF bereits heute lokale Volkswirtschaften und ihre Politiker gängelt und oft genug erst richtig in die Schuldfalle getrieben hat. Es sind Vorschläge, die letztlich ein krankes System am Leben erhalten und für eine Kontrolle der Welt über Kredit sorgen, statt Grundsätzliches zu ändern. Die Problematik von Zinsen und Kredit/Verschuldung wird übrigens sehr gut erklärt von Prof.Senf in "Der Nebel um das Geld".

Bei Soros Bemühungen um eine "offene Weltgesellschaft" und "Amerika als Führungsmacht der freien Welt" schließlich fühlt man sich stellenweise an den Orwellschen 'Neusprech' erinnert: Was heißt offen? Dass weltweit alle Menschen in einer Spaß-Konsum-Gesellschaft nach amerikanischem Vorbild gleichgeschaltet werden? Was heißt Freiheit, wenn in ihrem Namen ganze Länder erobert werden? Der verschuldete Kleine Mann in einem verschuldeten Staat wird auch in einer offenen Gesellschaft abhängig und damit unfrei sein. Soros Lösungsvorschläge sind aus der Sicht des Kapitals, nicht des Kleinen Mannes, geschrieben. Sie sind einseitig und behandeln Symptome statt Ursachen. Ihre Umsetzung ist aber - wenn man das Buch als 'Lösungsvorschlag des Großkapitals' versteht - nach einer Weltfinanzkrise wahrscheinlich, und zwar genau mit Soros Argumentation. Für diese weise Voraussicht kriegt er von mir 3 Sterne.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ein glühender Verehrer Karl Poppers und einer der gefährlichsten Finanzkapitalisten der Welt (er selbst nennt diese Tätigkeit übrigens "Geldverwaltung"), ein Mann, der verantwortlich war für die Rubelkrise Rußlands des Jahres 1998 und der der mexikanischen Währung den Garaus machte, George Soros, macht sich Sorgen. Er macht sich Sorgen um eine seiner Meinung nach "Gefährdung des kapitalistischen Weltsystems". Es müssen nicht nur die noch verbliebenen Anhänger der Marxschen Lehre den Untergang des Kapitalismus vorhersagen, nein, einer seiner größten Profiteure malt schwarze Schatten an die Wand. Aber die Kritik, die Befürchtungen Soros bezüglich eines ungehinderten, unter den Schlagworten "Neoliberalismus" sowie "Selbstheilungskräfte des Marktes" fungierenden und als herrschende Meinung in den Wirtschaftswissenschaften bestehenden freien Kapitalismus zielen selbstverständlich nicht auf dessen Überwindung. Das kapitalistische Weltsystem sei halt das beste System; nur es bedürfe der Rettung vor sich selbst. Diese Rettung scheint nach der Auffassung des Finanzmoguls eben nicht durch immer mehr Freiheit, immer weniger Kontrolle und immer mehr Marktmechanismen möglich zu sein, wie es viele Neoliberale vehement vertreten. "Die Finanzmärkte sind ihrem Wesen nach instabil, und bestimmte (immaterielle) Bedürfnisse lassen sich nicht befriedigen, indem man den Marktkräften freies Spiel gewährt." So bleibt am Ende die Leninsche Frage: "Was tun?" Soros macht Vorschläge, die systemimmanent bleiben, sich sozusagen im Rahmen der kapitalistischen Welt bewegen. Sie reichen von Fragen zur Weltbank, der UNO bis hin zur Rolle der Führungsmacht USA. Inwieweit der Kapitalismus reformierbar ist - wenn er es überhaupt ist - bleibt abzuwarten. Aber das etwas faul ist, scheinen nun offenbar auch exponierte Vertreter der kapitalistischen Klasse zuzugeben. Nicht zuletzt deswegen ist das Buch interessant. Zum Schluß noch ein Punkt am Rande: Den Ausgang des EU-Projektes "Euro" sieht Soros übrigens als offen an. Zur Zeit scheint es schlecht auszusehen, denn "eine gemeinsame Währung taugt nichts ohne gemeinsame Finanzpolitik". Und die gibt es bekanntlich nicht!
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
"Selig sind die Armen, denn ihrer ist das Himmelreich", zitiert Soros falsch die Bibel. Dort steht nur: "Selig sind, die geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich", und "Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich." (Bergpredigt in Matthäus 5) Mit Gemeinplätzen über Armut und Elend versucht er dann seinen "reflexiven Wahrheitsbegriff" zu erklären.

Seite 134. "Dasselbe gilt für die kommunistische Maxime: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen. Aber leider ist das Leben komplizierter, und beide Maximen sind falsch." Leider sind auch beide Zitate falsch. "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!" Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms.

Wahrscheinlich ist Soros bei der Verwaltung der Quantum Fonds und mit seinen gemeinnützigen Stiftungen genauer und tiefgehender. Auch dieses Buch wird spannend, sobald es von der Welterklärung zur Praxis wechselt. Der Autor hält wenig von den akademischen Kapitalmarkttheorien, gibt auch offen zu, sich kaum damit befasst zu haben. Doch kann er anregende Erfahrungen als Investor berichten. Er engangiert sich gegen Marktfundamentalismus und andere Doktrinen für eine offene Gesellschaft und berichtet vom Gutes tun mit seinen Stiftungen.

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Am 9. August 2004 veröffentlicht
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Veröffentlicht am 10. April 2003 von F. Hofmann
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Am 5. Januar 2000 veröffentlicht
Pflichtlektüre, Herr Westerwelle!
"Es ist dringend notwendig, das kapitalistische Weltsystem zu überdenken und zu reformieren." Dieser Satz entstammt nicht dem Parteiprogramm der PDS. Lesen Sie weiter...
Am 16. August 1999 veröffentlicht
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