Dieses Buch von Theroux ist eigentlich "der Hammer". Schade nur, daß man doch eine kleine Einschränkung zu machen hätte... und zwar die Passage, wie er die Suche beginnt nach den Originalschauplätzen von Nikolas Roegs Kurzfilm "Walkabout", ein Film, der sehr deprimierend ist, und den man nicht ertragen kann, wenn man sich selbst eher zu den harmonie-süchtigen Menschen zählt. In diesem Kapitel wird's unnötig langatmig, denn den "Walkabout" eines Aborigines kann man auch an Hand anderer Beispiele interessanter erklären. Mit anderen Worten: Es wäre auch möglich, den "Ausbruch" eines überdrüssigen Aborigines aus der zivilisierten Welt Australiens zurück in die Weite des Outbacks anders darzustellen, um dem Leser dafür die möglichen Motive besser zu vermitteln. ("Walkabout" ist inzwischen ein vielbemühter Name für Yachten, nicht nur in Deutschland, sondern - natürlich - vor allem in Australien). Theroux gibt sich zu viel Mühe und verwendet zu viele Zeilen auf die Erklärung des "Walkabouts" und auf das Verstehen-wollen dieses Zustandes, der von Zeit zu Zeit den einen oder anderen Ureinwohner des roten Kontinents heimsuchen kann. Das Buch ist ansonsten einsame Spitze und übertrumpft "Mosquito Coast" um Längen! Jeder, der Individualreisen mag, sollte dieses Buch gelesen haben! Man ist einfach nur überrascht und begeistert, wie facettenreich Theroux seine eigenen Gefühle und Eindrücke darstellen kann und es schafft, mit leiser Ironie, Melancholie und kritischer Beobachtungsgabe den Leser Seite für Seite zu fesseln, je weiter man sich durch das Buch arbeitet.... nein, man wird eigentlich getragen... und zwar ähnlich der Leichtigkeit eines Faltboots über die Wellen des Pazifiks! Viel Spaß damit wünscht Peter Paris.