Die Geschichte ist an sich schnell erzählt: Zwei Halbwüchsige Jungen werden in den achziger Jahren durch eine gehässige Intrige getrennt und finden 19 Jahre später wieder zusammen. Wie sie wieder zusammen finden, wer diese Intrige gesponnen hat und warum, wird in diesem leider zu dünnen Roman erklärt.
Trotz der Druckfehler, die hier schon bemängelt wurden, gebe ich dem Roman ganze fünf Sterne, weil PN für mich zu den herausragenden Erzählern gehört. Jede Figur in seinem Roman lebt und gewinnt pro Seite an Intensität, die nebeneinander her laufenden Handlungen sind perfekt aufeinander abgestimmt und das Timing ist beeindruckend.
Beeindruckend ist für mich bei den Büchern von PN jedesmal, das er zwar über schwule Jugendliche schreibt, nie jedoch in diesen bauchnabelschauseligen Sermon anderer schwuler Autoren rutscht, die das Coming Out zur Chefsache machen und ach so betroffen sind. Nathschlägers Ton ist erfrischend lakonisch, manchmal rüde, oft salopp und doch zärtlich. Mir vermittelt die Sprache das Gefühl, als ginge es dem Autor wirklich nur darum, seine Geschichte zu erzählen und nicht, um ihn als Autor. Wie er schon in diversen Webforen schrieb: Die Story ist der Boss. Und dem hat sich alles unterzuordnen. Klarer kann man es nicht sagen.
Ich weiß nicht, welche Ansprüche andere Leser an Bücher stellen. Ich möchte einfach nur gute Geschichten lesen. Und das hier ist ganz einfach eine gute Geschichte. Anspruch erfüllt, fünf Sterne.