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Ein gewöhnlicher Mensch. Die Geschichte hinter Hotel Ruanda
 
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Ein gewöhnlicher Mensch. Die Geschichte hinter Hotel Ruanda [Gebundene Ausgabe]

Paul Rusesabagina , Tom Zoellner
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Berlin Verlag; Auflage: 1., Aufl. (1. Mai 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3827006333
  • ISBN-13: 978-3827006332
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 13,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 476.295 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Das zentralafrikanische Land Ruanda ist im Jahr 1994 Schauplatz eines Völkermords, dessen Dimensionen sich kaum in Worte fassen lassen. Innerhalb von nur 100 Tagen ermorden marodierende Trupps der Hutu-Mehrheit fast eine Million Angehörige der Tutsi-Minderheit. Die internationale Staatengemeinschaft sieht tatenlos zu. Während der Mob mit Macheten bewaffnet durch die Hauptstadt Kigali zieht, gelingt es Paul Rusesabagina, dem Direktor des Ausländerhotels Mille Collines, mit einer atemberaubenden Mischung aus Diplomatie, Schmeichelei, Täuschung und unglaublicher Chuzpe, über 1200 Tutsis und gemäßigten Hutus in seinem Hotel Zuflucht zu bieten und so das Leben zu retten. Nicht umsonst nennt man ihn wegen seines mutigen und selbstlosen Verhaltens den „Oskar Schindler Afrikas“. In seiner Autobiographie erzählt Rusesabagina, das reale Vorbild für die Hauptfigur des Films Hotel Ruanda, seine bewegende Geschichte mit eigenen Worten – unprätentiös, ja bescheiden, und gerade seinem Leben vor und nach den schicksalhaften Ereignissen, liefert bislang unbekannte Details des Geschehens selbst – etwa über die unrühmliche Rolle einiger Soldaten der UN-Friedenstruppe – und zieht Parallelen zu anderen Völkermorden in der Geschichte.

Über den Autor

Paul Rusesabagina, 50, ist der ehemalige Direktor des Hotels Mille Collines in Kigali, Ruanda. Weil er wegen seines mutigen Einsatzes während des Völkermords in Ruanda selbst bedroht wurde, suchte er in Belgien für sich und seine Familie Asyl. Tom Zoellner, 36, ist ein preisgekrönter Journalist. Er lebt in New York.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen ein einzigartiges Buch, 23. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Ein gewöhnlicher Mensch. Die Geschichte hinter Hotel Ruanda (Gebundene Ausgabe)
Vorab ich schreibe auch für andere Plattformen dort unter templerthomas.

Der Film Hotel Ruanda weckte mein Interesse für die Person des Paul Rusesabagina, folglich kaufte ich sein Buch "Ein gewöhnlicher Mensch - Die wahre Geschichte hinter Hotel Ruanda". Ein Kauf den ich nicht bereute.

Das Buch behandelt nicht nur die Zeit in welcher der Film Hotel Ruanda spielt, Rusebaginas Buch ist eine Autobiographie.
Sie beginnt mit Rusebaginas Kindheit und endet mit seinem jetzigen Leben in Belgien.
Aber vor allem auch die Zeit des Völkermordes nimmt einen großen Stellenwert ein. Rusebagina erklärt besser als der Film die Hintergründe, die Abläufe und Grausamkeiten des Völkermordes als auch seines heroischen Handelns.

Das Buch beginnt mit einer Einleitung

In dieser Einleitung erklärt Rusesabagina die Hintergründe die zum Völkermord führten.
Rusesabagina spart darin nicht an gerechtfertigter Kritik an der UN und den UN Truppen. Er meint es wäre besser gewesen, wenn die Soldaten den ruandischen Flüchtlingen nie die Illusion von Sicherheit vermittelt hätten. Nur aufgrund dieser Illusion hätten sich die Menschen an einem Ort versammelt und es dadurch ihren Henkern leicht gemacht, über sie herzufallen.
Paul Rusesebagina stellt auch klar das er sehr wohl wusste das sein Hotel zum Schauplatz eines Blutbades werden konnte.
Dies verhindert zu haben ist und bleibt eine wahre Heldentat.
Rusesebagina bleibt jedoch auch in der Einleitung bescheiden.

Weiters ist das Buch von EINS bis ELF nummeriert.
Jede Zahl steht für einen Lebensabschnitt Rusesabaginas.

EINS
erklärt Pauls ruandesische Eigenheiten und was er von seinen Eltern mitbekam. Er erklärt nebenbei Begrifflichkeiten wie Gacaca, das ruandesische, traditionelle Gerichtssystem oder wie man Bananenbier braut, alles sehr locker und interessant beschrieben.
Es fällt ihm sehr leicht alles zu beschreiben.
Umso erstaunlicher als die meisten Diplomaten bis heute keine Ahnung haben wie Gacaca funktioniert.

ZWEI
erzählt von Pauls Kindheit. Er erzählt hier auch schon von den ersten Übergriffen die er erlebte, er war damals gerade fünf Jahre alt. Paul erklärt hier warum Ruanda "die Schweiz Afrikas" genannt wird, erklärt die komplette Geschichte Ruandas. Er legt dabei folgerichtig einen Schwerpunkt auf die Entstehung des Konfliktes zwischen Hutu und Tutsi.
Er stellt unmissverständlich klar wer an den Grundstein allen Übels gelegt hat - die Belgier die mit ihren absurden Rassentheorien die Tutsi Aristokratie zu ihren Vizedirektoren machten. Belgische Wissenschaftler legten mit kleinen Maßbändern fest, dass eine typische Tutsi Nase 2,5 mm länger als eine Hutu Nase zu sein habe und bestimmten aufgrund solch "wissenschaftlicher" Rassenkunde wer Hutu und wer Tutsi sei. 1933 legten sie für die Bevölkerung Ausweise mit Rassenzugehörigkeit an - diese wurden 1994 dann zu Todesurteilen.

Zu diesem Kapitel möchte ich auch eine Leseprobe einfügen
LESEPROBE:

Ich habe viele Menschen in Ruanda kennen gelernt, deren Rassenideologie mir verhasst war, aber ich bin ihnen stets höflich begegnet, und sie lernten mich zu respektieren, obwohl unsere Meinungsverschiedenheiten unübersehbar waren. Dem verdankte ich eine unschätzbare Erkenntnis. Jemand, der verhandelt, kann kein absoluter Fanatiker sein. Allein der Akt des Verhandelns macht es ihm schwer, wenn nicht sogar unmöglich, die Person, die ihm gegenübersitzt, zu entmenschlichen. Da man in Verhandlungen nie hundert Prozent dessen bekommt, was man haben möchte, ist man gezwungen, einen Kompromiss zu schließen, und dazu muss man die Position des anderen verstehen und sogar bis zu einem gewissen Grad akzeptieren. Und wenn Tassen voll gutem afrikanischem Kaffee, etwas Wein und ein Kognak oder alles zusammen diesem gegenseitigen Verständnis den Weg bereiten konnten, umso besser.

DREI
hat mir besonders gut gefallen. Es behandelt die Geschichte des Hotels Mille Collines. Paul spart hier nicht an Kritik, auch zwischen den Zeilen (Mitarbeiter von Hilfsorganisationen brauchen Luxus?), stellt aber auch den positiven Nutzen des Hotels für Ruanda dar.
Paul erzählt auch wie es ihm gelang als Jugendlicher ins Mille Collines zu gelangen. Von seinem Stolz das sein Land ein Gebäude mit Fahrstuhl besitzt.
Es geht in diesem Kapitel auch darum warum Paul nicht Geistlicher sondern Hoteldirektor wurde.

VIER
erzählt eindrücklich die Geschichte des rassistischen Hasssenders RTLM und die Vorgeschichte des Völkermordes von 1994.

Fünf
beginnt mit dem 6.4.1994, Pauls Erinnerungen an den ersten Tag des Völkermordes. Von Beginn an stellt Paul klar wie wenig es gebraucht hätte den Völkermord in seinem Anfangsstadium aufzuhalten. Er meint eine Brigade internationaler Soldaten hätte mehr als ausgereicht. Er begründet dies stichhaltig. Weiters wird die Unfähigkeit der UN Truppen noch klarer als im Film. Beschämend dies zu lesen, Paul erzählt aber auch von einzelnen UN Soldaten die ihre Befehle missachteten und Menschenleben retteten.
Schlussendlich in diesem Kapitel erzählt er den Beginn seiner Heldentat.

SECHS bis NEUN
behandelt die Zeit des Völkermordes, wie Paul 1268 Menschenleben retten konnte, was alles passierte, wie Menschen sich veränderten... Eindrückliche Kapitel in denen man nicht nur sehr viel über den Völkermord und Pauls Engagement sondern auch über das Verhalten von Menschen in Extremsituationen an sich lernen kann. Und wieder die Grundübel erkennt - Konformismus und Fanatismus.

Zehn behandelt die Zeit nach dem Völkermord und warum Paul Ruanda verließ.

ELF ist ein Rückblick auf den Völkermord.

Paul stellt klar worin alle Genozide gleich sind, wovon sie profitieren - von der Macht des Gruppendenkens, das alltägliche Menschen in Mörder verwandelt.

Für mich wäre schon dieses Kapitel allein wert das Buch zu kaufen, alle zusammen bieten ein perfektes Buch - interessant, erklärend, unterhaltsam, tlw. witzig, spannend, faszinierend.
Von mir daher eine absolute Kaufempfehlung.

Das Buch ist allen Opfern des Völkermordes gewidmet, ihren Witwen, Witwern und Waisen, den Überlebenden.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Nicht nur über die Geschichte, sondern über den Menschen, 4. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Ein gewöhnlicher Mensch. Die Geschichte hinter Hotel Ruanda (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte ursprünglich keinerlei Interesse, ein trauriges Buch zu lesen - und hatte eigentlich nicht vor, Rwandas Geschichte näher kennen zu lernen.
Ich frage mich noch, wie es dazu kam...
Nachdem ich fast aus Zufall den Film "Hotel Rwanda" sah, bekam ich irgendwie eine schüchterne Lust, mehr zu erfahren.
Ich dachte in Wirklichkeit, nach den ersten paar Seiten könnte das Ganze langweilig oder deprimierend werden....

Genau das Gegenteil passierte: langsam gleitet man in die Farben Afrikas, in die Gedanken des Autors, in eine neue Dimension.
Nebenbei, ohne Mühe, erfährt man mehr über die Geschichte (besonders interessant sind die intelligenten, gut überlegten Kommentare des Autors dazu) und die Geographie dieses Landes und, was mir persönlich am Besten gefiel, über die Menschen.
Und über diesen Menschen: Paul Rusesabagina, der auf einer selbstverständlichen Weise, Schritt nach Schritt, etwas Ungewöhliches geleistet hat.
Er erweckt in dem Leser indirekt das Gefühl, er könnte selber ähnliche Wunder vollbringen.

Zivilcourage ist etwas Kollektiveres, das nicht nur den Helden vorbehalten ist.
Ich kann nur Jedem Menschen empfehlen, dieses Buch zu lesen - selbst wenn Sie gar keinen Bezug zu Rwanda haben: probieren Sie es aus. Diese Buchreise ist es wert.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Autobiografie von Paul Rusesabagina, 1. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Ein gewöhnlicher Mensch. Die Geschichte hinter Hotel Ruanda (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich bereits mehrere Bücher gelesen habe, die indirekt oder direkt über den Völkermord in Ruanda handelten, interessierte mich dieses hier besonders. Den Film "Hotel Ruanda", der das Leben und Handeln von Paul Rusesabagina während des Völkermordes darstellt, fand ich nicht so eindrucksvoll. Von dem Umfang dieses Buches war ich zunächst ebenfalls etwas enttäuscht.

Doch bereits nach den ersten Seiten befand ich mich wieder gedanklich in Ruanda, wenngleich ich noch nie wirklich dort war. Rusesabagina geht nicht weiter auf den Film ein, was ich sehr positiv finde, sondern erzählt von seinem Leben. Dabei erfuhr ich sehr viele interessante Dinge, die ich bis dahin nicht wusste (z.B. warum die Tutsis von Radio RTLM als Kakerlaken bezeichnet wurden).

Das Standartwerk zum Genozit stellt wohl Alison DesForges Buch "Kein Zeuge darf überleben. Der Genozid in Ruanda" dar; Rusesabaginas Buch macht jedoch auf viele Details aufmerksam, die häufig interessant und teilweise unabdingbar zum weiteren Verstehen der Geschehnisse sind.

Zusammenfassend ist das Buch sehr empfehlenswert, auch wenn man sich zuvor noch nicht mit Ruanda und dem Genozid auseinandergesetzt hat.
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