Indien in den 30er Jahren bis zur Teilung:
Roop, ein Sikh-Mädchen aus einem kleinen indischen Dorf, träumt nicht etwa von der großen Liebe sondern davon, einen reichen Mann zu heiraten. Dass sie nur die zweite Frau dieses Mannes sein wird, ist ihr zunächst egal. Doch mit der Zeit entwickelt Satya, die erste, unfruchtbare Frau, immer mehr Intrigen gegen Roop. Man kann sich nicht so recht entscheiden, mit welcher Frau man fühlen soll. Mit der ersten Frau, die sich betrogen und weggeworfen fühlt, oder mit der naiven Roop, die die Intrigen der anderen ertragen muss und eigentlich nur gefallen will.
Es ist nicht wirklich möglich, Stellung zu beziehen und das macht dieses Buch auch so lesenswert. Es ist vollkommen wertungsfrei und möchte einfach einen Einblick in eine andere Kultur geben.
Auch die Beschreibung der Teilung gibt dem Leser die Möglichkeit in die Verwirrung der Leute hinein zu fühlen. Es gibt eben nicht immer gut und böse, das ist hier die Botschaft.
Was Menschen sich gegenseitig antun können obwohl eigentlich alle nur in Frieden leben wollen, wird hier eindrücklich, aber ohne die üblichen reißerischen Sprach-Bilder dargestellt.
Interessant ist außerdem, dass man hier einen Einblick in Lebensweise und Kultur der Sikhs, einer religiösen Grupierung, bekommt, wo man sonst nur über Hindus und Moslems liest.
Fazit: Ein spannendes, infromatives Buch, für alle, die Familiensagas mögen. Unbedingt lesen!