Das Buch steht in einer Reihe mit jenen Büchern, die nach dem Untergang von Diktaturen bemüht sind, die Diktatur schön zu reden. Der Verfasser, seit Anfang der 1950er Jahre als SED-Funktionär in der DDR tätig, wärmt viele der alten Legenden über den Volksaufstand in der DDR 1953 auf und unterscheidet sich dadurch erheblich von den vielen anderen Büchern, die 2003 über den demokratischen Volksaufstand erschienen sind. Er fügt den alten Legenden sogar noch eine neue hinzu und behauptet, der Aufstand sei von den Berija-Leuten (sowjet. Geheimdienst) ausgelöst worden. Dies läßt tief in das Geschichtsverständnis von Bentzien blicken: Kein Geheimdienst dieser Welt könnte einen Aufstand in mehreren hunderten Orten zeitgleich mit immer wieder den gleichen Forderungen auslösen. Warum der Autor seine Quellen nicht offen legt bleibt sein Geheimnis. Hier wird an neuen Geschichtslegenden gestrickt, die aber offenbar - die Verkaufszahlen zeigen es - noch immer ein dankbares Publikum finden. Es gibt genug andere Bücher - mit sehr unterschiedlichen Bewertungen und Ansätzen -, die es lohnen, sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen.