Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der gelbe Stern. Die Judenverfolgung in Europa 1933 bis 1945, 29. Oktober 2006
»Der gelbe Stern«, Ende 1960 als eines der ersten Bücher zum Thema erschienen, ist bis heute ein Standardwerk geblieben, das auch nach drei Jahrzehnten noch immer als Quelle zitiert wird. Das Buch, von der Kritik des In- und Auslandes einhellig als hervorragende Dokumentation gelobt, erlebte zahlreiche Neuauflagen und erschien in vielen Ländern und Sprachen. »Der gelbe Stern« ist bis heute der einzige Dokumentarbildband, der die Judenverfolgung in Europa durch das NS-Regime in den Jahren 1933 bis 1945 insgesamt darstellt. Er enthält 200 Fotos - viele von ihnen seinerzeit erstmalig von Schoenberner publiziert, die seither immer wieder in Büchern nachgedruckt und von Film und Fernsehen reproduziert worden sind. Sie wurden vom Autor in allen erreichbaren Archiven zwischen Washington, Moskau und Jerusalem unter Zehntausenden von Aufnahmen ausgewählt und zu einer Geschichte in Fotografien montiert. Der Bildteil wird ergänzt durch instruktive Texte sowie klassische Dokumente und Zeugenaussagen. »Der gelbe Stern« zeigt in acht Kapiteln den Leidensweg von Millionen Menschen und seine einzelnen Stationen - von der Hasspropaganda über Ausgrenzung, Entrechtung, Beraubung, Konzentration und Deportation bis hin zum industriell organisierten Massenmord. Das Buch verbindet die Information mit der lebendigen Anschauung, indem es zu den amtlichen Akten das Bild der Menschen fügt, die den Mördern in die Hände fielen. Die »Neue Zürcher Zeitung« schrieb zum Erscheinen des Bandes: »Solange irgendwo auf der Welt noch ein Funke antijüdischer Komplexe wach bleibt, so lange kommt diesem Buch die Aufgabe zu, den Menschen die Augen darüber zu öffnen, wohin ihre verborgenen Hassgefühle sie und die Welt führen können.« Das vorliegende Taschenbuch entspricht der gleichnamigen Originalausgabe. Die Adaption des Layouts auf ein kleineres Format machte jedoch eine Reihe redaktioneller Änderungen erforderlich. Der Textteil ist erweitert, einige neue Fotos sind zusätzlich aufgenommen worden. Zeittafel, Quellenregister und Literaturhinweise wurden kritisch durchgesehen und auf den neuesten Stand gebracht. Der Autor Gerhard Schoenberner, geboren 1931, ein Schriftsteller und Publizist der Nachkriegsgeneration, ist vor allem mit Essays, Büchern, Ausstellungen und Filmen zu Themen der Zeitgeschichte hervorgetreten. »Der gelbe Stern« sowie der von ihm herausgegebene Textband »Zeugen sagen aus«, eine chronologische Sammlung von Erlebnisberichten zum selben Thema, machten seinen Namen international bekannt.
Was Schoenberners Buch zu einem exzeptionellen Werk macht, ist vor allem die Klarheit der Exposition, der Ton eines ruhigen Berichterstatters, der jede seiner Behauptungen stets durch offizielle Texte belegt, sie aber mit Zurückhaltung benutzt, und eine ausgezeichnete Koordination der Fakten, was ihm erlaubt, die ganze Entwicklung dieses diabolischen Unternehmens vorzüglich darzustellen.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein sehr ergreifendes Buch!!, 12. März 2002
Das Buch "Der gelbe Stern" ist gerade aufgrund seines schlichten Aufbaus sehr ergreifend. Der Leser wird durch die ca. 200 authentischen Fotos bedrückend nah an die schreckliche Vergangenheit geführt. Chronologisch aufgebaut und mit zu den jeweiligen Fotos passenden Berichten und Texten ist es zugleich sehr informativ. Mich hat das Buch sehr berührt - die vielen "offiziellen" Textpassagen, welche im Kontrast zu den erschreckenden Fotografien stehen, verdeutlichen die traurigen Schrecken dieser dunkelsten Zeit Deutschlands.
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5.0 von 5 Sternen
Politik ist keine Gnade der späten Geburt und kein unabwendbares Schicksal., 17. Oktober 2009
Dieses Buch erzählt die Geschichte der Judenverfolgung vor allem in vielen beeindruckenden Bildern bzw. Schwarz-Weiß-Fotos.
Im Vorwort dazu schreibt der Autor 1960: "Es ist ein Buch von Toten. Alle hier abgebildeten Menschen, soweit nicht ein besonderes Glück sie rettete, wurden ermordet. ... Die Judenverfolgung war nur eines, aber das furchtbarste Verbrechen unter zahllosen anderen, die von den Nazis begangen wurden. Aber an diesem Beispiel zeigt sich die menschenfeindliche Natur ihrer Ideologie und der kriminelle Charakter ihrer Praxis besonders deutlich. Der Massenmord an Millionen unschuldiger Menschen war keine Entartung des Nationalsozialismus, sondern nur die folgereichtige Anwendung seiner eigenen Prinzipien.
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Das Erschreckende an den Bildern dieses Buches ist, dass es hier um staatlich geplantes millionenfaches Verbrechen handelt. Und das Ungeheuerlichste dabei ist, dass die Aufnahmen fast ausnahmlos aus deutschen Quellen stammen, nämlich von den Tätern selbst. Die Aufnahmen stammen in der Mehrzahl von amtlichen Presssefotografen des Regimes und zum kleineren Teil von privaten Amateuren in deutscher Uniform."
Vor allem die professionellen Fotografen haben viel Zeit darauf verwandt, ihre "Objekte" in möglichst ungünstigen und erniedrigenden Situationen zu fotografieren. Sie vertrauten auf die primitive Psychologie, dass verängstigte und gequälte Menschen dem oberflächlichen Betrachter leicht abstoßend erscheinen. Andererseits bemühten sich die Fotografen, den barbarischen und blutigen Charakter der Vorgänge zu verschleiern, um nicht etwa Regungen menschlichen Mitgefühls entstehen zu lassen. Die Bilder bzw. Fotos in dem Buch zeigen, was die Mörder noch "für fotografierbar" hielten.
Die Toten kann niemand wieder zum Leben erwecken. Was geschehen ist, läßt sich nicht ungeschehen machen. Nachträgliche moralische Verdammung und menschliches Bedauern genügen aber nicht. Es geht darum, die historischen Fakten zur Kenntnis zu nehmen, die gesellschaftlichen Ursachen zu begreifen, die sie möglich machten, und der eigenen Verantwortung für das, was um uns herum geschieht, bewußt zu machen. ... Politik ist kein unabwendbares Schicksal. Sie wird wird von Menschen gemacht und kann von Menschen verändert werden."
Und im "Nachwort für ausländische Leser" schreibt der Autor 1978: Fraglose Ergebenheit gegenüber jeder staatlichen Autorität, moralische Indolenz, politischer Opportunismus und persönliche Bequemlichkeit verhindern menschliche Hilfe oft auch dort, wo sie ohne Risiko für Leben und Gesundheit möglich gewesen wäre. ... »Befehl ist Befehl« und »the job has to be done« , - diese Mentalität ist nicht auf Deutschlnad beschränkt und hat nicht 1945 zu bestehen aufgehört."
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